[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das oberbegrifflich Beanspruchte und demgemäß
darauf, wie bei Überwachungskameras eine ungewollte Veränderung eines überwachten
Bereichs vermieden werden kann.
[0002] Überwachungskameras dienen häufig dazu, einen festen Bereich zu überwachen, der bei
der anfänglichen Kameramontage vor Überwachung festgelegt und danach möglichst nicht
mehr geändert werden soll. Dies gilt sowohl für Überwachungskameras, die während der
Überwachung absolut fest ausgerichtet bleiben sollen, als auch für Kameras, die während
einer Überwachung hin- und hergeschwenkt werden sollen, um den überstrichenen Sichtbereich
wiederholt zu überwachen.
[0003] Nach einer anfänglichen, korrekten Ausrichtung sind Änderungen durch bewusste Sabotage
oder Eingriff Dritter möglich, aber auch durch zufällige Ereignisse wie starken Wind,
auf der Kamera landende und von dieser wieder abfliegende Vögel und dergleichen; derartige
zufällige Ereignisse erweisen sich insbesondere dann als störend, wenn die Kamera
bei ihrer Montage nicht in optimaler Weise fixiert wurde, etwa weil ein Benutzer einstellungsfixierende
Schrauben nicht hinreichend stark angezogen hat.
[0004] Prinzipiell ist es möglich, eine Verstellung durch Bildbetrachtung oder auch automatisierte
Bildauswertung zu erfassen. Dies stößt jedoch zum Beispiel dann an seine Grenzen,
wenn die Änderungen nur gering sind, aber die Überwachung auch der Randbereiche von
besonderer Bedeutung ist. Dies kann beispielsweise bei Bahnsteigen der Fall sein.
Überdies treten Probleme auf, wenn eine Bilderkennung unter wechselnden Umgebungsbedingungen
oder in Plätzen erforderlich ist, bei denen die Bilderkennung erschwert ist, etwa
weil wenig horizontale oder vertikale Linien im Bild vorhanden sind, etwa bei großen
Plätzen und/oder weil durch stark wechselnden Publikumsverkehr relevante Linien häufig
verdeckt sind.
[0005] Es ist bereits bekannt, die Neigung von Kameras zu überwachen, indem Neigungsschalter
in Kameragehäuse integriert werden. Die bekannten Neigungsschalter sind relativ unempfindlich
und verhindern zudem ein Verschwenken des Gehäuses nicht, so dass Manipulationen nicht
ausgeschlossen werden können.
[0006] Aus der
US 6,011,925 ist eine Kamera bekannt, bei welcher Bildinformation aus einem optischen System in
ein elektrisches Signal gewandelt und das elektrische Signal ausgegeben wird,, wobei
ein Schwenkkopf einen Steuermechanismus für zumindest zwei Achsen aufweist, ein Sensor
die Ausrichtung der Kamera erfasst und der Schwenkkopf auf Basis der Ausrichtung der
Kamera gesteuert wird.
[0007] Aus der
DE 10 2005 037 534 A1 ist ein Überwachungskamerasystem bekannt, in dem ein von einer zum Schwenken/Neigen
angesteuerten Überwachungskamera aufgenommenes Bild auf einem Bildschirm dargestellt
wird und auf den Kopf umgekehrt und beidseitig symmetriert wird, wenn ein Neigungswinkel
gleich oder größer als ein vorbestimmter Umkehr-Neigungswinkel relativ zu einer Referenzposition
ist, wobei weiter vorgesehen sein soll ein Neigungswinkel-Detektor, der einen Neigungswinkel
der Überwachungskamera erfasst, ein Umkehr-Neigungswinkel-Speicher, der Daten einer
Vielzahl von vorbestimmten Umkehr-Neigungswinkeln speichert, eine Umkehr-Neigungswinkel-Stelleinheit,
die einen der im Umkehr-Neigungswinkel-Speicher gespeicherten Umkehr-Neigungswinkel
auswählt und einstellt, eine Neigungswinkel-Vergleichseinheit, die den von dem Neigungswinkel-Detektor
erfassten Neigungswinkel mit dem von der Umkehr-Neigungswinkel-Stelleinheit eingestellten
Umkehr-Neigungswinkel vergleicht, und eine Bildumkehr-Verarbeitungseinheit, die als
ein Ergebnis des Vergleichs der Neigungswinkel-Vergleichseinheit den Prozess zum Umkehren
und beidseitigen Symmetrieren des von der Überwachungskamera erhaltenen Bildes ausführt,
wenn der Neigungswinkel gleich oder größer als der Umkehr-Neigungswinkel ist.
[0008] Wünschenswert ist es, einen Schutz gegen Verstellung angeben zu können, der zu einer
Erhöhung der Sicherheit von Überwachungskameras beiträgt.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Neues für die gewerblich Anwendung
bereitzustellen.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe wird in unabhängiger Form beansprucht. Bevorzugte Ausführungsformen
finden sich in den Unteransprüchen.
[0011] Die Erfindung schlägt somit eine Überwachungskameraanordnung mit zumindest einer
Einstellachse zur Einstellung eines Überwachungsbereiches und einem Kippdetektor,
um Veränderungen des Überwachungsbereiches erfassen und signalisieren zu können, vor,
wobei die Einstellachse nach Montage eine zur Einstellung einer allgemein horizontalen
Blickrichtung nichtlotrechte Achse ist und der Kippdetektor dazu ausgebildet ist,
im Ansprechen auf erfasste Kippveränderungen eine Veränderung des horizontalen Überwachungsbereiches
signalisieren zu können.
[0012] Es wird also zunächst vorgeschlagen, unabhängig von einem Überwachungsbild die Verkippung
der Kamera zu detektieren, um eine Verschwenkung zu erfassen. Dazu wird die Kameraanordnung
so ausgebildet, dass die (allgemein horizontale) Schwenkachse bei üblicher Montage
leicht geneigt ist. Jede Schwenkbewegung führt dann zu einer - wenn auch geringen
- Verkippung, die mit Neigedetektoren ohne weiteres nachweisbar ist. Durch bloßes
Erfassen einer Neigung der Schwenkachse lässt sich somit ein Verschwenken besonders
leicht erfassen. Es führt dann eine Verstellung um die Schwenkachse zwar nicht mehr
zu einer Verstellung der Blickrichtung exakt entlang des Horizonts, die Anordnung
ist aber insoweit besonders vorteilhaft, als nunmehr eine Verstellung der Schwenkrichtung
zu einer Veränderung der Neigung führt, was sich unabhängig vom Überwachungsbild gut
durch einen Kippdetektor als Kippveränderung erfassen lässt.
[0013] Dies trägt dazu bei, dass ohne komplexe Bildauswertung schnell und zuverlässig Änderungen
einer ursprünglichen Einstellung sicher erfasst werden können. Durch die Verwendung
von Kippdetektoren wird es zugleich möglich, auch allmähliche Veränderungen noch sicher
erfassen zu können.
[0014] Es ist besonders bevorzugt, die Erfindung bei Überwachungskameraanordnungen zu verwenden,
bei welchen eine Einstellung in zwei Richtungen möglich ist, also eine Neige- und/oder
eine Schwenkbewegung vorgesehen sind. Die Erfindung ist damit keinesfalls auf Kamerabewegungen
in einer Drehrichtung beschränkt.
[0015] Wenn die Kamera neigbar ist, wird bevorzugt das Neigegelenk zwischen Schwenkachse
und Kamera angeordnet; dies hat bauliche Vorteile. Die Schwenkachse wird dabei als
jene Achse verstanden, um welche die Kamera zur Einstellung einer Blickrichtung allgemein
entlang des Horizonts zu verändern ist; diese Einstellung wird nicht exakt horizontal
erfolgen, weil die entsprechende Achse geneigt ist.
[0016] Die Einstellachse ist eine Schwenkachse, die im Montagezustand gegen die Lotrechte
geneigt oder windschief zu dieser ist, was dadurch erreicht werden kann, dass die
Einstellachse nichtorthogonal vom Kameragehäuse absteht bzw. nichtorthogonal an einer
Befestigungsebenen wie einer Wand angeordnet wird.
[0017] Um zu gewährleisten, dass die Einstellachse hinreichend stark gegen die Lotrechte,
also die Lotlinie geneigt und/oder hinreichend windschief zu dieser ist, kann eine
Montageplatte zur Anbringung der Kamera vorgesehen werden, von welcher die Schwenkachse
absteht, wobei die Schwenkachse bewusst schief gegen die Rückseite der Montageplatte
angeordnet wird. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass sich die erfindungsgemäße
Ausbildung wie gewünscht ergibt.
[0018] Die Verwendung einer entsprechenden Montageplatte ist besonders bevorzugt, weil so
auf einfachste Weise eine bevorzugte Montage gewährleistet ist. In einer besonders
bevorzugten Variante wird die Neigung der Schwenkachse gegen die Lotrechte über 3°,
bevorzugt über 5° betragen, jedoch weniger als 15°, bevorzugt nicht mehr als 10°,
wobei diese Angaben sich auf eine geneigte Schwenkachse beziehen und den Winkel der
Schwenkachse zur Lotrechten in einer Ebene angeben, die sowohl die Schwenkachse als
auch die Lotrechte enthält. Die angegebenen Größen sind bevorzugt, weil einerseits
die Neigung nicht zu gering sein darf, weil andernfalls bei einer nicht hinreichend
exakt gerade ausgerichteten Grundfläche die erfindungsgemäß bevorzugte Neigung der
Schwenkachse trotz Montageplatte nicht mehr erreicht werden kann. Ist hingegen die
Neigung der Schwenkachse zu groß, ist die Einstellung erschwert, weil dann eine Änderung
um die Schwenkachse zugleich eine starke Bildverkippung beziehungsweise -neigung zur
Folge hat. Solange die Schwenkachsenneigung nicht zu groß ist, treten diese Effekte
zwar gleichfalls auf, sind aber tolerierbar. Diese Betrachtungen lassen auch erkennen,
wie groß bei windschief zur Lotrechten liegender Schwenkachse die Neigung sein soll.
[0019] Es ist besonders bevorzugt, wenn die Kamera ein Korrekturmittel zur Korrektur auf
verkippt aufgenommene Bilder umfasst. Mit anderen Worten kann, wenn durch die Schräglage
der Schwenkachse ein schief stehendes Bild auf einem gerade stehenden Monitor angezeigt
würde, eine Drehung des Bildes vorgesehen werden. Dies kann elektronisch bereits in
der Kamera vorgenommen werden, damit unabhängig von einer Beobachtungsstelle stets
senkrecht stehende Bilder ausgegeben werden, was für Überwachungszwecke wesentlich
angenehmer ist.
[0020] Es sei darauf hingewiesen, dass dort, wo die Kamera wiederholt einen Überwachungsbereich
überstreicht, indem sie hin- und hergeschwenkt beziehungsweise -geneigt wird, der
Kippdetektor dazu ausgebildet sein kann, eine aufgetretene Veränderung der Verkippung
bei einem gegebenen Überstreichwinkel, beispielsweise der Mittellage, zu bestimmen.
Dies kann auf einfache Weise durch einen Mittelschalter oder Messen der Überstreichdauer
zwischen zwei Extrema und Halbieren des Wertes geschehen, so dass nicht zwingend ein
Winkelmesser erforderlich ist. Es sei darauf hingewiesen, dass bei Vorhandensein eines
Korrekturmittels zur Korrektur auf verkippt aufgenommene Bilder die Korrekturmittel
dazu ausgebildet sein können, die sich während einer Überstreichbewegung ändernde
Verkippung zu korrigieren.
[0021] Der Kippdetektor kann als elektromechanisches Bauelement ausgebildet sein. Insbesondere
kann er als elektronisch wirkende Wasserwaage beziehungsweise Libelle ausgebildet
werden. In einer bevorzugten Variante sind zwei Kippdetektoren vorgesehen, die zueinander
nichtparallele, bevorzugt orthogonal aufeinanderstehende Verkippungen erfassen. Besonders
bevorzugt sind drei Kippdetektoren vorgesehen, die bevorzugt paarweise nichtparallel
zueinander sind und bevorzugt ein karthesisches Koordinatensystem aufspannen. Dies
vereinfacht die Detektorsignalauswertung.
[0022] Es ist möglich, den Verlauf eines Kippdetektorsignals zu bewerten. So wird eine geringfügige,
aber dauerhafte Verkippung kritischer zu beurteilen sein als etwa kurzfristige Vibrationen
aufgrund von Wind oder Hagel. Es ist im übrigen möglich, den Kippdetektorsignalverlauf
abzugleichen gegen den Signalverlauf eines Detektors, der ortsfest bei der Kameraanbringung
befestigt ist, also bei einer Schwenk- oder Neigebewegung der Kamera nicht mitbewegt
wird. Dies ist dort besonders vorteilhaft, wo die Kamera insgesamt stark bewegt wird
und durch diese Bewegung Neigungen ausgesetzt sein kann, beispielsweise auf Schiffen,
wo Laderäume zu überwachen sind. Hier kann durch Abgleich der Kippdetektorsignale
zwischen Schiffsrumpf und Kamera festgestellt werden, ob sich die Kamera gemeinsam
mit dem Schiffsrumpf aufgrund der Schiffsbewegung neigt oder ob eine Neigung relativ
zum Schiff erfolgt. Ähnliches gilt für Kraftfahrzeuge, Schienenfahrzeuge und Flugzeuge.
[0023] Es ist möglich, vorhandene Kameras erfindungsgemäß nachzurüsten. Dazu können Montagesets
mit einer eine Schwenkachsenneigung bewirkenden Grundplatte und Kippdetektoren vorgesehen
werden. Zur Nachrüstung geeignete Kippdetektoren können zum Beispiel ihre Signale
über geeignete Schnittstellen an die nachzurüstende Kamera selbst oder unmittelbar
auf eine auch von der Kamera angesprochene Datenleitung speisen.
[0024] Die Erfindung wird im Folgenden nur beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben.
In dieser ist dargestellt durch:
- Fig. 1
- eine Überwachungskameraanordnung gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- Veranschaulichungen der Einstellung eines Kamerasichtpunktes im Sichtfeld der Überwachungskameraanordnung
von Fig. 1.
[0025] Nach Fig. 1 umfasst eine allgemein mit 1 bezeichnete Überwachungskameraanordnung
zumindest eine Einstellachse 2 zur Einstellung eines Überwachungsbereiches 3 und ein
Erfassungsmittel 4, um Veränderungen des Überwachungsbereiches erfassen und signalisieren
zu können, wobei das Erfassungsmittel 4 mindestens einen überwachungsbildunabhängigen
Kippdetektor 4a umfasst, um im Ansprechen auf erfasste Kippveränderungen eine Überwachungsbereichsveränderung
signalisieren zu können.
[0026] Die Überwachungskameraanordnung 1 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine fest
installierte Überwachungskamera, die an einer allgemein waagerechten Gebäudedecke
5 mit einer Montageplatte 6 montiert ist. Die Überwachungskameraanordnung 1 ist über
eine Datenleitung mit einer entfernt liegenden Zentrale zur Lieferung von Bildern
verbunden, um eine permanente Überwachung des Überwachungsbereiches 3, der hier bewusst
aus Gründen der Anschaulichkeit extrem verkleinert dargestellt ist, gewährleisten
zu können. Die Überwachungskameraanordnung umfasst dazu geeignete Signalübertragungsmittel,
beispielsweise eine TCP/IP-Schnittstelle oder dergleichen, über welche auch Kippdetektorsignale,
vergleiche 4b1, 4b2, übertragen werden können.
[0027] Die Schwenkachse 2 dient dazu, die Kamera zu schwenken, also etwa längs der Linie
A-A von Fig. 2 zu bewegen. Die Schwenkachse 2 hat dazu entsprechende Gelenkverbindungen
2a an der Montageplatte. Die Schwenkachse 2 ist nun gegen die Lotrechte 7 um einen
Winkel α geneigt. Dies wird auf einfach Weise dadurch erreicht, dass die Achse nichtlotrecht
auf die Montageplatte 6 steht. In einer besonders bevorzugten Variante der Erfindung
wird dazu eine keilförmige Montageplatte verwendet, die auch zweiteilig gebildet sein
kann; es ist dann möglich, ein keilförmiges Unterstück zu verwenden, das unter einer
herkömmlichen Montageplatte (mit senkrecht davon abstehender Schwenkachse) montiert
wird, um insgesamt eine nichtorthogonal auf eine Decke stehende Schwenkachse zu erhalten.
[0028] Bei Drehung der Kamera um die Schwenkachse 2 um einen Winkel ϕ wird sich, wie in
Fig. 2 veranschaulicht, der Sichtbereich 3 der Kamera demgemäß nicht entlang der horizontalen
Linie A-A, sondern entlang der gekrümmten Linie ϕ-ϕ bewegen.
[0029] Beabstandet von der Montageplatte 6 ist an der Schwenkachse ein Neigegelenk 8 angeordnet,
so dass die Kamera 1b der Überwachungskameraanordnung 1 nicht nur entlang der Linie
ϕ-ϕ geschwenkt, sondern auch entlang der Linie ψ-ψ geneigt werden kann.
[0030] Die Kippdetektoren 4a1 und 4a2 sind im Gehäuse der Kamera 1b angeordnet und machen
somit jede Bewegung des Kameragehäuses 1b mit. Sie sind lediglich aus Gründen der
Veranschaulichung in Fig. 1 herausgezeichnet. Dabei ist schematisch dargestellt, dass
die Kippdetektoren als Wasserwaagenanordnung verbildlicht sind, und zwar aus zwei
orthogonal zueinander stehenden Wasserwaagen 4a1 und 4a2.
[0031] Eine praktische Realisierung der als Wasserwaagen dargestellten Kippdetektoren kann
durch Beschleunigungssensoren üblicher Bauart erreicht werden. Diese Beschleunigungssensoren
sprechen nämlich in der Regel nicht nur dann an, wenn sich ihr Bewegungszustand merklich
ändert, sondern sind empfindlich genug, die mit Veränderungen ihrer Schräglage einhergehenden
Unterschiede in der Einwirkung des Erdgravitationsfeldes zu erfassen. Die Verwendung
von Beschleunigungssensoren ist im Übrigen auch deshalb bevorzugt, weil mit diesen
kurze, harte Stöße, Schläge usw. nachweisbar sind; dies hilft, bei der Überwachung
der Kamerafunktion nicht nur Manipulationen vorzubeugen, sondern auch Defekte durch
- eine Einstellung nicht verändernde - Schläge zu erkennen usw.
[0032] Jeder der hier als elektromechanisch ausgebildete Wasserwaage gezeichneten Kippdetektoren
kann in einer Soll-Position, in welcher die Kamera einmal eingerichtet worden ist,
eingenullt werden, das heißt so eingestellt, dass kein Verkippsignal erzeugt wird,
sondern die Mittellage erkannt wird. Die elektromechanischen Wasserwaagen beziehungsweise
Kippdetektoren sind so präzise, dass störende Auslenkungen des Kameragehäuses erfasst
werden können. Den Kippdetektoren 4a1 und 4a2 ist eine Signalkonditionierung 4c zugeordnet,
um die Signale 4b1 beziehungsweise 4b2 der Kippdetektoren zu konditionieren und im
Ansprechen auf mit den Kippdetektoren erfasste Veränderungen des Kippgrades ein Warnsignal
4d an eine Warneinheit 4e auszugeben, was über eine TCP/IP- oder eine andere Schnittstelle
geschehen kann, über welche die Kamera zum Beispiel auch Bilder überträgt. Die eigentliche
Warnung erfolgt dann in der Auswertezentrale, kann alternativ aber auch auf andere
Weise geschehen, wie durch die Benachrichtigung eines Administrators durch SMS oder
dergleichen.
[0033] Im Betrieb wird nun zunächst eine Soll-Position 3', vergleiche Fig. 2, des Blickbereiches
eingestellt und beide Kippdetektoren 4a1 und 4a2 werden so eingestellt, dass sie bei
der sich ergebenden Kipplage (vergleiche insbesondere Gerade B-B in Fig. 2 für die
Veranschaulichung der Schräglage von Kippdetektor 4a2) nicht ansprechen, also "genullt"
sind. Dies kann beispielsweise auf mechanische Art geschehen oder auch auf elektronische
Weise. Bei Beschleunigungssensoren, die bevorzugt verwendet werden, kann etwa die
aktuelle g-Wertkomponente in der Soll-Position gespeichert werden.
[0034] Solange nun keine Veränderung der Einstellung erfolgt, wird auch der Kippdetektor
4a2 nicht ansprechen. Wird jedoch die Kamera um die Achse 2 verdreht, so ändert sich
zugleich die Schräglage des Kippdetektors 4a2, der beispielsweise aus seiner eingestellten
Position zu einer Position 3 " auf Linie ϕ-ϕ von Fig. 2 bewegt wird und damit eine
Neigung c entsprechend Linie C-C aufweist. Dies ist ohne weiteres detektierbar in
der Kippdetektorsignalauswertestufe 4c, so dass ein Kippsignal über Leitung 4d an
die Warneinheit 4e ausgegeben werden kann.
[0035] Auf diese Weise kann eine Verstellung der Schwenkrichtung ohne weiteres detektiert
werden. Auch bei leicht geneigtem oder unebenem Deckenuntergrund 5 wird dabei durch
die hinreichend große Neigung α der Schwenkachse 2 gegen die Lotrechte 7 stets ein
hinreichend starkes Kippsignal mit dem Detektor 4a2 zu erfassen sein.
[0036] Es sei auch darauf hingewiesen, dass, obwohl vorstehend nicht beschrieben, eine elektronische,
das heißt softwaretechnische Kompensierung einer anfänglichen Bildschräglage in Position
3' vorgenommen werden kann. Sofern diese, was bevorzugt ist, bei der Montage eingestellt
wird, ändert sich diese Voreinstellung nicht mehr durch das - unerwünschte und gegebenenfalls
durch Sabotage bedingte - Verschwenken des Kameragehäuses 1b um die Schwenkachse 2
aus dem Blickbereich 3' in den Blickbereich 3" mit. Damit lässt sich die unerwünschte
Schräglage auch optisch besonders gut erfassen, weil ein zuvor gerade dargestellter
Horizont jetzt verkippt erscheint.
[0037] Es sei darauf hingewiesen, dass die Kippsignalauswertestufe 4c kurzfristige Verkippungen,
etwa vibrationsbedingte Schwankungen der Mittellage ignorieren kann oder aber allenfalls
eine Warnung ausgibt, die Probleme bei der Befestigung anzeigen, was vor zukünftigen
bleibenden Veränderungen des Sichtbereiches frühzeitig warnt.
[0038] Es sei im Übrigen erwähnt, dass die Anordnung der Kippdetektoren auch benutzt werden
kann, um bei insbesondere elektromotorisch schwenk- und/oder neigbaren Kameras eine
aktuelle Ausrichtung bestimmen zu können. Damit ist eine Unabhängigkeit von Winkelgebern
beziehungsweise des (Schritt-)Motors der Kameraverstellung möglich; dies wird als
für sich vorteilhaft und erfinderisch angesehen, auch wenn zum Beispiel eine entsprechende
Schwenkachse lotrecht angeordnet ist.
1. Überwachungskameraanordnung (1)
mit zumindest einer Einstellachse (2)
zur Einstellung eines Überwachungsbereiches durch Schwenken
um die Einstellachse (2),
wobei die Einstellachse (2)
nach Montage
nichtlotrecht sein kann,
und mit einem Kippdetektor (4A),
um kippbedingte Veränderungen des Überwachungsbereiches Erfassen und signalisieren
zu können,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Einstellachse (2) so angeordnet ist, dass sie nach nach Montage der Überwachungskamera
an einer ebenen Fläche nichtnormal zu deren Anliegeebene ist,
und der Kippdetektor (4A) dazu ausgebildet ist, im Ansprechen auf erfasste Kippveränderungen
eine Veränderung des horizontalen Überwachungsbereiches als auf Manipulationen hindeutend
signalisieren zu können.
2. Überwachungskameraanordnung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ermöglichung einer Neige- und einer Schwenkeinstellung zwei Einstellachsen (2,8)
vorgesehen sind.
3. Überwachungskameraanordnung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Neigegelenk (8) zwischen (2) und Kamera angeordnet ist.
4. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Einstellachse (2) im Montagezustand windschief gegen die Lotrechte
ist.
5. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer Montageplatte
(6) zur Anbringung der Kamera an einer ebenen Fläche, wobei die nach Montage nichtlotrechte
Einstellachse (2) nichtnormal zur Anliegeebene der Montageplatte (6) angeordnet ist.
6. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Einstellachse
(2), gegen die Lotrechte geneigt beziehungsweise zu dieser windschief ist, worin die
Neigung über 3°, aber nicht mehr als 15°, bevorzugt nicht mehr als 10° beträgt.
7. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Korrekturmittel zur Korrektur auf verkippt aufgenommene Bilder umfasst.
8. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Antrieb zum wiederholten Überstreichen eines Überwachungsbereichs umfasst,
wobei der Kippdetektor (4A) dazu ausgebildet ist, eine Kippveränderung bei einem gegebenen
Überstreichwinkel zu bestimmen.
9. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kippdetektor (4A) als elektromechanisches Bauelement gebildet ist.
10. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei zueinander nichtparallele Verkippungen erfassende Kippdetektoren
(4A,4B) vorgesehen sind, bevorzugt drei zueinander paarweise nichtparallele Verkippungen
erfassende Kippdetektoren.
11. Überwachungskameraanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche mit einem Bewertungsmittel
zur Bewertung eines Kippdetektorsignalverlaufs.
1. Monitoring camera arrangement (1)
having at least one setting axis (2) for setting a monitoring region
by pivoting
about the setting axis (2),
wherein the setting axis (2)
can be non-vertical
after mounting,
and having a tilt detector (4A),
in order to be able to detect and signal tilt-induced variations in the monitoring
region,
characterized in that
the setting axis (2) is arranged such that, after mounting the monitoring camera on
a level surface, it is not normal to the bearing plane thereof,
and the tilt detector (4A) is designed to the effect that in response to detected
tilt variations
it is possible to signal a variation in the horizontal monitoring region as indicating
manipulations.
2. Monitoring camera arrangement according to the preceding claim, characterized in that two setting axes (2,8) are provided to enable an inclined setting and a pivot setting.
3. Monitoring camera arrangement according to the preceding claim, characterized in that an inclination joint (8) is arranged between setting axis (2) and camera.
4. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that in the mounted state the at least one setting axis (2) is skewed in relation to the
vertical.
5. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, having a mounting
plate (6) for fitting the camera on a level surface, wherein the setting axis (2),
which is not vertical after mounting, is arranged in a fashion not normal to the bearing
plane of the mounting plate (6).
6. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, wherein the
setting axis (2) is inclined relative to the vertical or is skewed in relation thereto,
in which the inclination is above 3°, but not more than 15°, preferably not more than
10°.
7. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that it comprises a correction means for correcting images recorded at a tilt.
8. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that it comprises a drive for repeatedly scanning a monitoring region, the tilt detector
(4A) being designed to determine a variation in tilt for a given scanning angle.
9. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that the tilt detector (4A) is formed as an electromechanical component.
10. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, characterized in that two tilt detectors (4A, 4B) detecting at least mutually nonparallel tilts are provided,
preferably three tilt detectors detecting mutually nonparallel tilts in pairs.
11. Monitoring camera arrangement according to one of the preceding claims, having an
evaluating means for evaluating a tilt detector signal characteristic.
1. Système de caméra de surveillance (1) comprenant au moins un axe de réglage (2) pour
le réglage d'une zone de surveillance par pivotement autour de l'axe de réglage (2),
dans lequel l'axe de réglage (2) peut ne pas être perpendiculaire après le montage,
et comprenant un détecteur d'inclinaison (4A), afin de pouvoir détecter et signaler
les modifications induites par l'inclinaison de la zone de surveillance,
caractérisé en ce que l'axe de réglage (2) est agencé de telle manière qu'il ne soit pas normal à son plan
de butée après le montage de la caméra de surveillance sur une surface plane,
et en ce que le détecteur d'inclinaison (4A) est conçu, en réponse à des modifications d'inclinaison
détectées, pour pouvoir signaler une modification de la zone de surveillance horizontale
comme étant représentative de manipulations.
2. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il est prévu deux axes de réglage (2, 8) pour permettre un réglage en inclinaison
et en pivotement.
3. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'une articulation pivotante (8) est disposée entre l'axe de réglage (2) et la caméra.
4. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'au moins un axe de réglage (2) est incliné par rapport à la verticale à l'état
monté.
5. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
comprenant une plaque de montage (6) destinée au montage de la caméra sur une surface
plane, dans lequel l'axe de réglage (2) non vertical après le montage est agencé de
manière non normale au plan de butée de la plaque de montage (6).
6. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel l'axe de réglage (2) est incliné par rapport à la verticale, ou est oblique
par rapport à celle-ci, dans lequel l'inclinaison est de plus de 3°, mais n'est pas
supérieure à 15°, et de préférence, n'est pas supérieure à 10°.
7. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il comprend un moyen de correction destiné à corriger les images acquises à l'état
incliné.
8. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il comprend un dispositif d'entraînement destiné à effectuer un balayage répété d'une
zone de surveillance, dans lequel le détecteur d'inclinaison (4A) est conçu pour déterminer
une modification d'inclinaison pour un angle de balayage donné.
9. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le détecteur d'inclinaison (4A) est réalisé sous la forme d'un composant électromécanique.
10. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'il est prévu au moins deux détecteurs d'inclinaison (4A, 4B) détectant des inclinaisons
et non parallèles l'un à l'autre, et de préférence trois détecteurs d'inclinaison
détectant des inclinaisons et non parallèles l'un à l'autre par paires.
11. Système de caméra de surveillance selon l'une quelconque des revendications précédentes,
comprenant un moyen de traitement destiné à traiter une forme d'onde des signaux des
détecteurs d'inclinaison.