[0001] Die Erfindung betrifft eine Häkelgalonmaschinennadel, d.h. eine Flottiernadel, die
speziell zum Einsatz in einer Häkelgalonmaschine vorgesehen ist.
[0002] Häkelgalonmaschinen sind Spezialmaschinen zur Herstellung von Textilbändern, wie
beispielsweise Gurtbändern, Matrazenbändern, Reißverschlussbändern, Trägerbändern,
beispielsweise von Büstenhaltern, elastischen Binden, Mullbinden oder dergleichen.
[0003] Eine Häkelgalonmaschine zur Herstellung von Textilbändern ist beispielsweise aus
der
DE 44 17 692 A1 und der
DE 29 30 824 A1 bekannt. Die Maschine umfasst eine Gruppe im Gleichtakt längs vor und zurück bewegter
Nadeln, die endseitig jeweils einen Haken mit federndem Schenkel tragen. Die Nadeln
erzeugen jeweils eine Maschenware, die z.B. aus Maschenstäbchen bzw. Maschenketten
besteht, die auch als "geschlossene Franse" bezeichnet werden. Eine Gruppe im Gleichtakt
bewegter Lochnadeln legt dazu mindestens einen Grundfaden und gegebenenfalls auch
zusätzlich einen elastischen Faden vor. Außerdem ist ein Fadenführer vorgesehen, der
quer zu dem die Maschenkette bildenden Faden einen sogenannten Schussfaden unterlegt
bzw. hin und her gehend einlegt. Dieser Schussfaden bindet sich in die Maschenketten.
[0004] Eine derartige Häkelgalonmaschine erfordert hohe Abzugskräfte um ordnungsgemäß zu
arbeiten. Die Abzugskräfte ziehen das Textilband von den Nadeln weg und strecken somit
die noch in den Nadeln hängenden Halbmaschen, um genügend Raum für das sichere Einlegen
des Schussfadens zu schaffen und um das Abwerfen neu gebildeter Maschen sicherzustellen.
Mit steigender Warendichte muss die Warenabzugsspannung reduziert werden, um die kleinen
Maschen, die zur Erzeugung einer hohen Warendichte notwendig sind, herzustellen. Bei
textilen Flächen mit hoher Warendichte ist der Abstand des Maschenkopfes einer erzeugten
Masche zu dem Maschengrund der Halbmasche die sich im Nadelhaken befindet sehr klein
in besonderen Fällen nahezu gleich null. Dies erschwert das gesicherte Unterlegen
eines Schussfadens zwischen Maschenkopf der erzeugten Masche und Maschengrund der
Halbmasche. Abhängig von der Musterung des herzustellenden textilen Bandes kann ein
Schussfaden alle Maschenketten oder nur einen Teil der Maschenketten eines Bandes
verbinden. Im letzteren Falle wird der Schussfaden als Teilschussfaden bezeichnet.
[0005] Weiter ist aus der
US 2,318,566 eine Nadel bekannt, die zum Verbinden eines Gestricks mit einem Gewebe eingerichtet
ist. Dazu ist die Nadel mit einem rückwärts gerichteten Haken versehen, der einen
langen, schlanken Federschenkel aufweist. An ihre Spitze weist die Nadel einen gebogenen
Schnabel auf.
[0006] Weiter ist aus der
DE 34 47 281 A1 eine Kettelnadel bekannt, an deren Haken vorn ein Vorsprung ausgebildet ist, dessen
Spitze auf Höhe der Mitte des Hakens liegt.
[0007] Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, verbesserte Systemteile anzugeben,
welche die prozesssichere Herstellung von Textilbändern mit hoher Warendichte ermöglichen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 1 gelöst:
Die erfindungsgemäße Häkelgallonenmaschinennadel weist einen Haken auf, der einen
Hakeninnenraum begrenzt. An der vom Schaft weg weisenden Hakenaußenseite ist ein Flottiervorsprung
ausgebildet. Dieser erstreckt sich wie eine Nase von der Hakenaußenseite weg und weist
eine gerade ausgebildete Oberseite auf. Er dient dazu, den Schussfaden beim Einlegen
desselben in die ihm zu kommende Position in der Maschenware zu führen. Aufgrund des
erfindungsgemäßen Flottiervorsprungs an der Häkelgalonmaschinennadel kann die Fadenspannung
des Schussfadens reduziert und trotzdem ein prozesssicheres Unterlegen des Schussfadens
gewährleistet werden.
[0009] Der Flottiervorsprung stellt auch bei verringerter Abzugsspannung sicher, dass der
Schussfaden, wenn er vorgelegt wird und die Nadeln ausgetrieben werden, in die gewünschte
Schussfadenposition gelangt. Dies gilt insbesondere bei sehr dichten Textilien, die
sonst aufgrund der prozessbedingten Reduzierung der Abzugsspannung nicht mehr gesichert
hergestellt werden können.
[0010] Durch die notwendige Reduzierung der Abzugsspannung zur Herstellung von Maschenware
mit erhöhter Maschendichte vermindern sich die auf die Häkelgalonmaschinennadel wirkenden
Kräfte erheblich. Entsprechend sind auch die Fadenzugkräfte bei der Fadenzuführung
an die veränderten Bedingungen anzupassen, so dass die auf die Lochnadeln oder sonstige
am Maschenbildungsvorgang beteiligten Elemente (Systemteile) wirkenden Kräfte verändert
werden.
[0011] Bei einer speziellen Ausführungsform ist die Hakeninnenseite um einen Mittelpunkt
kreisförmig gekrümmt, der im Hakeninnenraum liegt. Die Außenkontur an der Hakenaußenseite
weicht jedoch von der Kreisbogenform ab. Der hier angeordnet Flottiervorsprung weist
vorzugsweise zumindest eine gerade Rampe auf, die von seiner Spitze zu einer Hakenunterseite
hin verläuft, die auch als Nadelrücken angesehen werden kann. Die am Flottiervorsprung
vorhandene Rampe ist vorzugsweise gerade. Sie kann aber auch abweichende Formen, beispielsweise
eine S-Form oder dergleichen aufweisen. In Querrichtung ist die Rampe vorzugsweise
gerundet, so dass sie ohne scharfe Kanten in die Flanken des Flottiervorsprungs und
des Hakens übergeht.
[0012] Vorzugsweise ist sowohl die Oberseite wie auch die Rampe gegen eine mit der Nadellängsrichtung
übereinstimmende Mittelachse jeweils in einem Winkel geneigt. Der von der Oberseite
mit der Mittelachse eingeschlossene Winkel ist dabei vorzugsweise geringer als der
von der Rampe mit der Mittelachse eingeschlossen Winkel.
[0013] Der Flottiervorsprung weist unabhängig von seiner sonstigen Form eine von dem Schaft
weg weisende Spitze auf. Diese Spitze ist vorzugsweise gerundet. Vorzugsweise ist
eine sphärische Rundung vorgesehen. Der Rundungsradius ist vorzugsweise geringer als
der Rundungsradius der Hakeninnenseite. Die Spitze ist oberhalb der durch den Krümmungsmittelpunkt
der Hakeninnenseite gehenden Mittelachse angeordnet. Dadurch erhält der Flottiervorsprung
eine ausgeprägte Leitwirkung für den Schussfaden.
[0014] Die Oberseite und die Rampe können, wie erwähnt, beide gerade ausgebildet sein. Die
gedachte Verlängerung dieser Kanten schneidet sich vorzugsweise in einem Punkt, der
oberhalb der durch den Krümmungsmittelpunkt der Hakeninnenkontur laufenden Mittelachse
liegt. Dadurch erhält die Rampe einen großen Fangbereich, innerhalb dessen sie einen
auftreffenden Schussfaden an die Nadelunterseite leiten kann.
[0015] Die Flanken des Flottiervorsprungs können parallel zueinander oder aufeinander zu
konvergierend ausgebildet sein. Sie können außerdem eben ausgebildet sein oder eine
von der ebenen Kontur abweichende Form haben. Vorzugsweise hat der Flottiervorsprung
eine Dicke von mindestens etwa 20% bis 30% der Nadeldicke.
[0016] Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus
der Zeichnung, der nachfolgenden Beschreibung oder Ansprüchen. Die Beschreibung beschränkt
sich dabei auf wesentliche Aspekte der Erfindung und einige sonstige Gegebenheiten.
Die Zeichnung ist zur Beschreibung ergänzend heranzuziehen. Es zeigen:
Figur 1 eine mit der Häkelgalonmaschine erzeugte einfache unplattierte Maschenware,
Figur 2 eine Häkelgalonmaschine bei der Herstellung plattierter Maschenware nach dem
grundsätzlichen Vorbild der Maschenware nach Figur 1, in ausschnittsweiser perspektivischer
Darstellung,
Figur 3 eine Häkelgalonmaschinennadel der Häkelgalonmaschine nach Figur 2, in Seitenansicht,
Figur 4 die Häkelgalonmaschinennadel nach Figur 3, in ausschnittsweiser Draufsicht,
Figur 5 und 6 vereinfachte Detaildarstellungen der Häkelgalonmaschine nach Figur 2,
in perspektivischer Darstellung, in verschiedenen Arbeitspositionen zur Erläuterung
des Maschenbildungsprozesses, und
Figur 7 eine weitere Detaildarstellung des Maschenbildungsprozesses zur Erläuterung
des Einlegens eines Schussfadens bei geringer Abzugspannung.
[0017] In Figur 1 ist ein einfaches Beispiel einer mit einer Häkelgalonmaschine erzeugten
bandförmigen Maschenware 10 ausschnittsweise dargestellt. Die Maschenware 10 umfasst
mehrere als "geschlossene Fransen" bezeichnete, miteinander nicht vermaschte Maschenketten
11, 12, 13, 14, die nebeneinander angeordnet sind und jeweils durch einen eigenen
Grundfaden 15, 16, 17, 18 gebildet werden. Die Längsrichtungen der jeweiligen Maschenketten
11, 12, 13, 14 stimmen mit der Längsrichtung des zu erzeugenden Textilbandes überein.
Quer dazu ist ein Schussfaden 19 vorgesehen, der die Maschenreihen 11 bis 14 alternierend
von einem Rand zum anderen durchquert und in die einzelnen Maschen eingebunden ist.
Der Schussfaden 19 kann dabei näherungsweise rechtwinklig zur Längsrichtung der bandförmigen
Maschenware beziehungsweise der Maschenketten 11 bis 14 verlaufen. Der Schussfaden
19 läuft deshalb immer nacheinander durch die gleichzeitig erzeugten, auf gleicher
Höhe liegenden Maschen jeder Maschenkette 11 bis 14.
[0018] Es kann, wie Figur 2 anhand der ersten Maschenreihe 11 zeigt, zusätzlich zu dem Grundfaden
15 ein weiterer Kettfaden 20 in die Maschenware eingebunden werden. Zum Beispiel ist
der Grundfaden 15 ein nicht elastischer (harter) Faden während der Kettfaden 20 ein
elastischer (weicher) Faden sein kann. Außerdem können die einzelnen Maschenketten
11, 12 usw. untereinander vermascht sein, wie es in Figur 2 ebenfalls angedeutet ist.
Welche Bindungsart und welches Maschenbild letztendlich dabei genau erzielt werden,
hängt von der Relativbewegung der am Maschenbildungsprozess beteiligten Systemteile
ab, die nachfolgend erläutert werden.
[0019] Zu dem Maschenbildungssystem gehören Lochnadeln 21, die in einer ersten Barre 22
gehalten sind, sowie gegebenenfalls weitere Lochnadeln 23, die in einer zweiten Barre
24 gehalten sind. Die erste der Lochnadeln 21 kann zum Beispiel zur Führung des Grundfadens
15 vorgesehen sein. Weitere an der gleichen Barre gehaltene Lochnadeln führen die
Grundfäden der anderen Maschenketten. Die Lochnadel 23 ist dagegen zur Führung eines
weiteren Kettfadens 20 vorgesehen. Weitere Lochnadeln der Barre 24 führen entsprechende
Kettfäden.
[0020] Weiter ist zur Einlegung des Schussfadens 19 ein Fadenführer 25 vorgesehen, der während
des Maschenbildungsprozesses für jede Maschenreihe einmal von einem Textilrand zum
anderen traversiert und dabei den Schussfaden auf die soeben gebildeten Halbmaschen
legt.
[0021] Zu dem Maschenbildungssystem gehören weiter Häkelgalonmaschinennadeln, die nachfolgend
kurz als Nadel(n) 26 bezeichnet werden. Die Nadeln 26 sind endseitig in einer nicht
weiter veranschaulichten Barre gefasst. Zusätzlich sind sie in einem Nadelbett 27
in Nadellängsrichtung verschiebbar gelagert. Die Nadeln 26 stützen sich in dem Nadelbett
27 in entsprechenden Nadelkanälen 54 ab, auf deren Boden sie beim Maschenbildungsprozess
axial hin und her gleiten.
[0022] Die Nadeln 26 sind untereinander gleich ausgebildet, so dass die nachfolgende Beschreibung
einer Nadel 26 für alle anderen Nadeln 26 entsprechend gilt.
[0023] Bei der Erfindung gilt besonderes Augenmerk der Ausbildung der Nadel 26. Diese ist
in den Figuren 3 und 4 gesondert veranschaulicht. Die Nadel 26 weist einen Schaft
28 auf, der, wie in Figur 3 veranschaulicht, gerade oder auch zu seinem in Figur 3
nicht links abgeschnittenen und somit nicht mehr dargestellten Ende gebogen oder gekröpft
oder anderweitig ausgebildet sein kann. Der Schaft 28 geht zu seinem in Figur 3 rechten
Ende hin, in einem Maschenbildungsteil 29 über. Entlang des Maschenbildungsteils 29
hat die Nadel 26 eine beispielsweise gerade ausgebildete auch als Nadelrücken bezeichnete
untere schmale Seite 30.
[0024] Die schmale Nadeloberseite 31 verläuft vom Schaft her kommend zunächst zum Beispiel
parallel zu der schmalen unteren Seite 30 oder in geringer Neigung zu dieser. An einer
Übergangsstelle 32 grenzt die Nadeloberseite 31 an einen Nadelkopf, der als Haken
33 ausgebildet ist und zu dem Maschenbildungsteil 29 gehört.
[0025] Der Haken 33 umschließt einen Innenraum 34, der zu der schmalen unteren Seite 30
hin von einem geraden Fortsatz 35 des Schafts 28 begrenzt wird. Der Fortsatz 35 geht
in einen Hakenkopf 36 über, dessen Innenkontur eine z.B. kreisbogenförmige Hakeninnenseite
37 festlegt. Diese ist beispielsweise kreisbogenförmig um einen Mittelpunkt 38 gekrümmt.
Die Mittelachse A ist durch diesen Mittelpunkt 38 verlaufend angenommen und verläuft
durch eine gedachte Hakenmitte. Auch im Falle einer nichtkreisbogenförmigen Hakeninnenseite
37 verläuft die Mittelachse A mittig auf halber Höhe durch die Hakeninnenseite 37
oder mittig auf halber Höhe durch den Innenraum 34.
[0026] Der Hakenkopf 36 einer in Figur 3 dargestellten Häkelgalonmaschinennadel weist an
seiner gedachten in Figur 3 gestrichelt eingetragenen zu der Hakeninnenseite 37 in
konstantem Abstand verlaufenden Hakenaußenseite 39 einen Flottiervorsprung 40 auf,
der sich von dem Schaft 28 und dem Haken 33 weg erstreckt. Der Flottiervorsprung 40
ist nach unten, d.h. zu der unteren Seite 30 hin durch eine zum Beispiel gerade Rampe
41 und nach oben hin durch eine zum Beispiel gerade Oberseite 42 begrenzt. Die Rampe
41 und Oberseite 42 gehen an einer vorzugsweise gerundeten Spitze 43 ineinander über.
Diese Spitze 43 ist vorzugsweise oberhalb der Mittelachse A angeordnet. Der Krümmungsradius
der Spitze ist dabei vorzugsweise deutlich geringer als der Krümmungsradius der Innenseite
37.
[0027] Außerdem liegt ein Schnittpunkt 44 zweier gedachter in Figur 3 gepunktet eingetragener
Verlängerungen der Rampe 41 und der Oberseite 42 vorzugsweise oberhalb der Mittelachse
A und außerdem vorzugsweise oberhalb einer Stelle 45, bei der die Hakeninnenseite
37 in die gerade Kontur eines vorzugsweise elastisch ausgebildeten Schenkels 46 übergeht.
Mit anderen Worten, die Entfernung der Stelle 45 zu der Mittelachse A ist geringer
als die Entfernung des Schnittpunkts 44 zu der Mittelachse A. Weiter ist der Schenkel
46 an seinem Ende vorzugsweise gerundet. Diese Rundung ist vorzugsweise in Übereinstimmung
mit der Rundung der Spitze 43 ausgebildet.
[0028] Der genannte Schenkel 46 ist im Wesentlichen gerade ausgebildet und liegt mit einem
zum Beispiel etwas abgebogenen Ende 47 federnd an dem Schaft 28 oder in einer an demselben
ausgebildeten Ausnehmung an.
[0029] Der Flottiervorsprung 40 weist zwei Flanken 48, 49 auf, die, wie Figur 4 zeigt, als
ebene Flächen ausgebildet sein können. Die Flächen konvergieren zum Beispiel zu der
Spitze 43 hin. Allerdings können die Flanken 48, 49 auch bogenförmig gekrümmt oder
anderweitig ausgebildet sein. Außerdem können sie parallel zueinander angeordnet sein.
Die Flanken 48, 49 gehen vorzugsweise mit gerundeten Kanten in die zum Beispiel ebenfalls
vorzugsweise ebenen Flächen der Oberseite 42 und der Rampe 41 über.
[0030] Jeder bekannte Haken einer Nadel kann unabhängig seiner Position, seiner Form und
seines Querschnitts mit einem erfindungsgemäßen Flottiervorsprung 40 versehen sein.
[0031] Der Prozess der Textilherstellung wird nachfolgend anhand der Figuren 5 bis 7 am
Beispiel der Maschenkette 11 und des Schussfadens 19 aus Figur 1 erläutert:
Zum Verständnis wird darauf hingewiesen, dass alle Nadeln 26 in dem Nadelbett 27 zueinander
synchron bewegt werden. Ebenso werden die an einer gemeinsamen Barre gehaltenen Lochnadeln
21 zueinander synchron bewegt. Der Maschenbildungsprozess läuft ab, indem die Nadeln
26 in bekannter Weise vorwärts und rückwärts bewegt werden, wobei die Lochnadeln 21
darauf abgestimmt den Grundfaden 15 in bekannter Weise um die Nadel schlingen, um
ihn zur Maschenbildung in den Haken 33 einzulegen, jeweils um eine neue Halbmasche
50 zu bilden. Wird die Nadel 26 danach ausgetrieben, läuft die Halbmasche 50 infolge
der hohen auf die Maschenkette 11 einwirkenden Abzugskraft aus dem Haken 33 heraus
auf den Schaft 28. Die Lochnadel 21 schlingt den Grundfaden 15 dann erneut um den
Haken 33 und legt ihn in diesem ein. Bei Rückzug der Nadel 26 gleitet die auf dem
Schaft 28 sitzende Halbmasche 50 über den Haken 33 ab wobei der von dem Haken 33 gefangene
Faden durch die bei diesem Vorgang entstehende Masche gezogen wird. Dadurch entsteht
im Innenraum 34 des Hakens 33 eine neue Halbmasche 50. Mit der neuen Halbmasche 50
ist wieder der in Figur 5 gezeigte Zustand erreicht.
[0032] Bei dem insoweit beschriebenen Vorgang muss die Abzugskraft, die auf die Maschenkette
11 einwirkt gerade so groß bemessen werden, dass der Maschenbildungsprozess fehlerfrei
vonstatten geht. Besonderes Augenmerk verdient in diesem Zusammenhang das Einlegen
des Schussfadens 19. Dieser wird wie Figur 5 und 6 zeigen, jeweils vor bzw. auf der
zuletzt erzeugten Halbmasche 50 abgelegt. Die spezielle Form der Nadel 26, insbesondere
die Wirkung ihres Flottiervorsprungs 40, stellt dabei sicher, dass der Schussfaden
19 an die gewünschte Stelle geleitet wird. Dies ist in Figur 7 nochmals gesondert
veranschaulicht. Der vom Fadenführer abgelegte Teil des Schussfadens 19 kann beispielsweise
etwa in Höhe der längs verlaufenden Mittelachse A oder auch leicht darüber, auf die
Rampe 41 des Flottiervorsprungs 40 auftreffen. Beim Austreiben der Nadel 26 in Richtung
des Pfeils 51 gleitet der Schussfaden 19 in seine Sollposition auf der Halbmasche
50. Diese Bewegung des Schussfadens 19 ist in Figur 7 durch einen Pfeil 52 angedeutet.
Die Sollposition des Schussfadens 19 ist durch einen gestrichelten Kreis 53 angedeutet.
[0033] Damit ist das korrekte Arbeiten des Maschenbildungssystems auch dann sichergestellt,
wenn sehr dichte Maschenware hergestellt werden soll oder beispielsweise die Halbmasche
50 aufgrund nur geringer Abzugsspannung sehr klein ausfällt. Der Schussfaden 19 wird
durch den Flottiervorsprung 40 jedenfalls in seine Sollposition geleitet. Die Nadel
26 hat somit einen großen Schussfadenfangbereich was ein sicheres und verschleißarmes
Arbeiten der Häkelgalonmaschine ermöglicht.
[0034] Eine erfindungsgemäße Häkelgalonmaschinennadel 26 ist an ihrer Hakenaußenseite 39
mit einem Flottiervorsprung 40 versehen, dessen Spitze 43 vorzugsweise oberhalb der
Mittelachse A der Nadel 26 angeordnet ist. Diese Nadel 26 weist einen vergrößerten
Schussfadenfangbereich auf und eignet sich deshalb insbesondere zur Herstellung dichter
Maschenware. Außerdem ermöglicht sie das Arbeiten mit verringerter Abzugsspannung
und gegebenenfalls auch mit verringerter Schussfadenspannung. Dies trägt zur Erhöhung
der Standzeit aller Systemteile bei.
Bezugszeichenliste:
[0035]
- 10
- Maschenware
- 11
- Erste Maschenkette
- 12
- Zweite Maschenkette
- 13
- Dritte Maschenkette
- 14
- Vierte Maschenkette
- 15
- Erster Grundfaden
- 16
- Zweiter Grundfaden
- 17
- Dritter Grundfaden
- 18
- Vierter Grundfaden
- 19
- Schussfaden
- 20
- Kettfaden
- 21
- Lochnadeln
- 22
- Erste Barre
- 23
- Lochnadeln
- 24
- Zweite Barre
- 25
- Fadenführer
- 26
- Nadel(n)
- 27
- Nadelbett
- 28
- Schaft
- A
- Mittelachse
- 29
- Maschenbildungsteil
- 30
- Untere Schmalseite
- 31
- Nadeloberseite
- 32
- Übergangsstelle
- 33
- Haken
- 34
- Innenraum
- 35
- Fortsatz
- 36
- Hakenkopf
- 37
- Hakeninnenseite
- 38
- Mittelpunkt
- 39
- Hakenaußenseite
- 40
- Flottiervorsprung
- 41
- Rampe
- 42
- Oberseite
- 43
- Spitze
- 44
- Schnittpunkt
- 45
- Stelle
- 46
- Schenkel
- 47
- Ende
- 48
- Flanke
- 49
- Flanke
- 50
- Halbmasche
- 51
- Pfeil
- 52
- Pfeil
- 53
- Kreis - Schussfadensollposition
- 54
- Nadelkanal
1. Häkelgalonmaschinennadel (26)
mit einem Schaft (28), der an einem Ende einen Haken (33) mit einem Hakenkopf (36)
aufweist, der in einen federnden, einen Hakeninnenraum (34) abschließenden Schenkel
(46) übergeht,
wobei der Hakenkopf (36) eine dem Hakeninnenraum (34) zugewandte Hakeninnenseite (37)
und eine von dem Schaft (28) weg weisende Hakenaußenseite (39) aufweist,
wobei an der Hakenaußenseite (39) ein Flottiervorsprung (40) ausgebildet ist,
wobei der Flottiervorsprung (40) oberhalb einer Hakenmitte angeordnet ist
und der Flottiervorsprung (40) eine gerade Oberseite (42) aufweist, die von einer
Spitze (43) des Flottiervorsprungs (40) zu dem Schenkel (46) hin verläuft.
2. Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Hakeninnenseite (37) um einen Mittelpunkt (38) kreisbogenförmig gekrümmt ist.
3. Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flottiervorsprung (40) eine gerade Rampe (41) aufweist, die von der Spitze (43)
des Flottiervorsprungs (40) zu einer unteren Schmalseite (30) der Nadel (26) hin verläuft.
4. Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spitze (43) gerundet ist.
5. Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine an die Oberseite (42) angelegte Gerade und eine an die Rampe (41) angelegte
Gerade einander in einem Punkt (44) schneiden, der oberhalb einer durch den Mittelpunkt
(44) gehenden Mittelachse (A) liegt.
6. Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flottiervorsprung (40) ebene Flanken (48, 49) aufweist.
7. Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die ebenen Flanken (48, 49) zueinander parallel ausgerichtet sind.
8. Häkelgalonmaschinennadel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Flottiervorsprung (40) Flanken (48, 49) aufweist, die zu der Spitze (43) hin
und aufeinander zu konvergieren.
1. Crochet galloon machine needle (26)
with a blade (28), which at one end has a hook (33) with a hook head (36), which merges
into a resilient leg (46) terminating the hook inside space (34),
wherein the hook head (36) has a hook inner surface (37) facing the hook inside space
(34) and a hook outer surface (39) pointing away from the blade (28),
wherein a float projection (40) is configured on the hook outer surface (39),
wherein the float projection (40) is arranged above a hook centre and the float projection
(40) has a straight upper side (42), which extends from a tip (43) of the float projection
(40) towards the leg (46).
2. Crochet galloon machine needle according to claim 1, characterised in that the hook inner surface (37) is curved in a circular arc shape around a central point
(38).
3. Crochet galloon machine needle according to claim 1, characterised in that the float projection (40) has a straight ramp (41), which extends from the tip (43)
of the float projection (40) towards a lower narrow side (30) of the needle (26).
4. Crochet galloon machine needle according to claim 1, characterised in that the tip (43) is rounded.
5. Crochet galloon machine needle according to claim 2, characterised in that a straight line placed on the upper side (42) and a straight line placed on the ramp
(41) intersect one another at a point (44), which lies above a centre axis (A) passing
through the central point (44).
6. Crochet galloon machine needle according to claim 1, characterised in that the float projection (40) has plane flanks (48, 49).
7. Crochet galloon machine needle according to claim 6, characterised in that the plane flanks (48, 49) are oriented parallel to one another.
8. Crochet galloon machine needle according to claim 2, characterised in that the float projection (40) has flanks (48, 49), which converge towards the tip (43)
and towards one another.
1. Aiguille pour machines à crocheter des galons (26), comprenant un corps (28) qui comporte
à une extrémité un crochet (33) doté d'une tête de crochet (36), laquelle se prolonge
par une branche (46) élastique qui ferme un espace intérieur de crochet (34), la tête
de crochet (36) présentant un côté intérieur de crochet (37) tourné vers l'espace
intérieur de crochet (34) et un côté extérieur de crochet (39) opposé au corps (28),
une saillie flottante (40) étant formée sur le côté extérieur de crochet (39), la
saillie flottante (40) étant disposée au-dessus d'un centre de crochet et la saillie
flottante (40) présentant un côté supérieur rectiligne (42) qui s'étend d'une pointe
(43) de la saillie flottante (40) à la branche (46).
2. Aiguille pour machines à crocheter des galons selon la revendication 1, caractérisée en ce que le côté intérieur de crochet (37) est courbé en arc de cercle autour d'un centre
(38).
3. Aiguille pour machines à crocheter des galons selon la revendication 1, caractérisée en ce que la saillie flottante (40) présente une rampe rectiligne (41) qui s'étend de la pointe
(43) de la saillie flottante (40) à un petit côté inférieur (30) de l'aiguille (26).
4. Aiguille pour machines à crocheter des galons selon la revendication 1, caractérisée en ce que la pointe (43) est arrondie.
5. Aiguille pour machines à crocheter des galons selon la revendication 2, caractérisée en ce qu'une droite appliquée sur le côté supérieur (42) et une droite appliquée sur la rampe
(41) se coupent en un point (44) situé au-dessus d'un axe médian (A) passant par le
centre (44).
6. Aiguille pour machines à crocheter des galons selon la revendication 1, caractérisée en ce que la saillie flottante (40) présente des flancs plans (48, 49).
7. Aiguille pour machines à crocheter des galons selon la revendication 6, caractérisée en ce que les flancs plans (48, 49) sont orientés parallèlement l'un à l'autre.
8. Aiguille pour machines à crocheter des galons selon la revendication 2, caractérisée en ce que la saillie flottante (40) présente des flancs (48, 49) qui convergent vers la pointe
(43) et l'un vers l'autre.