Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Durchführung der Polymerasen-Kettenreaktion
(PCR).
Stand der Technik
[0002] Die PCR ist eine für die Molekularbiologie grundlegende Methode, die der Vervielfältigung
von DNA-Molekülen dient und den schnellen, empfindlichen Direktnachweis kleinster
Mengen von DNA oder RNA erlaubt. In den vergangenen Jahren hat diese Methode die Labors
erobert, da ihre Anwendung sehr breit und vielschichtig ist. Die PCR hat in fast allen
Bereichen der Wissenschaft und Medizin, einschließlich der forensischen Medizin, der
pränatalen Diagnostik, der Onkologie und nicht zuletzt in der mikrobiologischen Diagnostik
Einzug gehalten. Beispielsweise ist die PCR auf dem Sektor der klinischen Diagnostik
meist die Methode der Wahl um z. B. Krankheitserreger nachzuweisen. Ebenso wird sie
in der Lebensmittelindustrie als Nachweismethode für belastende Keime angewandt.
[0003] Bei der PCR handelt es sich um eine enzymatische Reaktion zur Amplifikation von Nukleinsäuremolekülen,
die im Wesentlichen in einem wässrigen bzw. flüssigen Reaktionsgemisch mit sehr kleinen
Volumina abläuft. Im Reaktionsgemisch befindet sich eine Nukleinsäure enthaltende
Probe und die für die Reaktion notwendigen Primer, Nukleotide und eine Polymerase.
Durch Zugabe von Puffern und vorzugsweise zweiwertigen Ionen wie z. B. Mg
2+ wird das Reaktionsgemisch so eingestellt, dass die für die jeweilige Anwendungsart
optimalen Reaktionsbedingungen herrschen.
[0004] Die Polymerase-Kettenreaktion beruht auf einem Zyklus aus drei, bei unterschiedlichen
Temperaturen ablaufenden Schritten, nämlich Denaturierung, Hybridisierung und Verlängerung.
[0005] Bei der Denaturierung wird das Reaktionsgemisch auf eine Temperatur größer 90°C,
vorzugsweise 94°C bis 95°C erhitzt. Dadurch trennen sich die beiden komplementären
Stränge einer doppelsträngigen DNA, die DNA wird "aufgeschmolzen" bzw. denaturiert
und liegt in Einzelsträngen vor. Die Denaturierung ist ein sehr schneller Prozess
und ist in der Regel innerhalb von Sekunden abgeschlossen.
[0006] Bei der Hybridisierung (auch "Annealing") wird die Temperatur auf eine sogenannte
"Annealing-Temperatur" herabgesetzt. Bei dieser Temperatur verbinden sich die Primer
mit der DNA, sie hybridisieren. Die "Annealing-Temperatur" richtet sich dabei nach
Länge und Sequenz der Primer und kann aus diesen Eigenschaften spezifisch für jeden
Primer bestimmt werden. In der Regel liegen die "Annealing-Temperaturen" in einem
Temperaturbereich von 55°C bis 65°C, können anwendungsspezifisch jedoch auch niedriger
oder höher eingestellt werden. Die Hybridisierung hat einen geringen Zeitbedarf und
erfolgt innerhalb von Sekunden.
[0007] Für die Verlängerung, dem an das "Annealing" anschließenden Schritt, wird die Temperatur
weiter erhöht, vorzugsweise auf 70°C bis 74°C. Dies ist die ideale Arbeitstemperatur
für die in der Regel verwendeten Polymerasen, welche beginnend an den gebundenen Primern
weitere Nukleotide an die entstehenden DNA-Stränge anbauen. Im angegebenen Temperaturbereich
brechen zudem lose Verbindungen zwischen Primern und solchen Template-DNA-Abschnitten
wieder auf, die nicht vollständig komplementär sind.
[0008] Der Verlängerungsschritt ist derjenige Schritt der PCR, der in der Regel den größten
Zeitbedarf mit sich bringt. So ist beispielsweise die Arbeits- bzw. Reaktionsgeschwindigkeit
der Polymerase zeitlimitierend, das heißt je kürzer die optimale Temperatur von etwa
70°C bis 74°C herrscht, desto kürzer bleiben auch die neu synthetisierten DNA-Stränge.
In der Regel reichen auch im Verlängerungsschritt mehrere Sekunden (15 bis 60 Sekunden)
aus, jedoch wird in Standard-PCR-Verfahren bei sehr langen zu synthetisierenden DNA-Molekülen
eine Zeitspanne im Minutenbereich (von einer bis zu mehreren Minuten) zur DNA-Verlängerung
gewählt.
[0009] Bei jeder Wiederholung obiger drei Schritte verdoppelt sich die Anzahl an kopierten
DNA-Molekülen. Nach 20 Zyklen entstehen auf diese Weise aus einem einzigen DNA-Doppelstrang
etwa eine Million Moleküle.
[0010] Die Anzahl der Zyklen kann je nach Anwendungsart, Beschaffenheit der Probe und den
spezifischen Anforderungen und Reaktionsbedingungen entsprechend gewählt werden. Ebenso
wird die Einstellung der Zeitspannen für die einzelnen Schritte an die spezifischen
Anforderungen bestimmter Anwendungsarten angepasst.
[0011] Die oben aufgeführten Angaben beziehen sich im Wesentlichen auf Standard-PCR-Verfahren,
in denen von einer doppelsträngig vorliegenden Proben-DNA Kopien erstellt werden.
Es gibt jedoch eine ganze Reihe besonderer PCR-Verfahren, für die im Einzelfall die
Bedingungen angepasst werden müssen. Ein Beispiel einer ganz speziellen PCR-Anwendung
stellt die sogenannte RT-PCR (Reverse Transkriptase PCR) dar. Hierbei erfolgt mit
Hilfe einer Reversen Transkriptase eine Amplifikation ausgehend von einer Proben-RNA.
Dabei wird in einem ersten Schritt ein Hybrid-Doppelstrang RNA/DNA erzeugt, indem
die Reverse Transkriptase einen zur vorliegenden Proben-RNA komplementären DNA-Strang
synthetisiert. In einem zweiten Schritt, einer "gewöhnlichen" PCR, kann die so entstandene
DNA nach Denaturierung des Hybrids wieder als Matrize verwendet werden.
[0012] Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch eine besondere Art der PCR, die Real-Time-PCR.
Diese quantitative PCR Methode erfreut sich in den molekularbiologischen Labors immer
größerer Beliebtheit, da sie eine Detektion der Proben-DNA bzw. der Amplifikationsprodukte
in Echtzeit und zugleich die Bestimmung der Menge einer Proben-DNA erlaubt.
[0013] Die Bestimmung der DNA-Menge am Ende einer PCR lässt aus vielerlei Gründen nicht
direkt Rückschlüsse auf die Zahl der ursprünglich vorliegenden Moleküle zu, da z.B.
am Anfang wie auch am Ende der PCR die Bedingungen für die Polymerasen nicht unbedingt
optimal sind und daher die Amplifikation nicht über die ganze Reaktionszeit gleichmäßig
abläuft. Daher kann die Quantifizierung am Ende einer PCR sehr ungenau sein. Wesentlich
genauere Quantifizierungen sind möglich, wenn die Anzahl gebildeter DNA-Moleküle schon
während der Reaktion, also nach jedem einzelnen Zyklus, erfasst wird. Diese Quantifizierung
geschieht in der Regel über eine Fluoreszenzmarkierung der neu synthetisierten DNA-Moleküle.
Besonders in der medizinischen Diagnostik aber auch in der Targetsuche und in der
Grundlagenforschung ist eine Mengenbestimmung der Proben-DNA unumgänglich, weshalb
in diesen Bereichen eine Quantifizierungsmöglichkeit in Echtzeit sehr gefragt ist.
[0014] Bei einer herkömmlichen PCR-Anwendung wird das Reaktionsgemisch, nämlich eine Nukleinsäure
enthaltende Probe ("Template-DNA"), Primer, Nukleotide, Polymerase und Puffer in einem
Reaktionsgefäß gemischt, wobei üblicherweise zwischen 10 µl und 100 µl Reaktionsgemisch
im Reaktionsgefäß eingesetzt werden. Das Reaktionsgefäß wird in einer Aufnahmeeinheit
fixiert und einer Anzahl an Temperaturzyklen ausgesetzt. Bei den Aufnahmeeinheiten
handelt es sich in der Regel um temperierbare Metallblöcke, die mit Vertiefungen zur
Aufnahme der Reaktionsgefäße ausgestattet sind. Bei den Reaktionsgefäßen, deren Fassungsvermögen
in einem Bereich von etwa 200 µl bis 500 µl Volumen liegt, handelt es sich in der
Regel um einzelne, verschließbare Gefäße oder um Streifen oder Platten mit mehreren
Vertiefungen, sogenannte Multi-Well-Streifen bzw. - Platten. Anzahl und relative Abstände
der Vertiefungen der Multi-Well-Platten oder -Streifen sind dabei auf die Vertiefungen
der temperierbaren Metallblöcke abgestimmt, so dass eine Fixierung in den Metallblöcken
möglich ist.
[0015] Bei allen in diesen herkömmlichen PCR-Anwendungen in der Regel eingesetzten Vorrichtungen
werden die Temperaturzyklen durch ein immer wiederkehrendes Aufheizen und Abkühlen
der temperierbaren Blöcke generiert, wobei die Steuerung meist über Peltier-Elemente
erfolgt. Ein großer Nachteil an diesen sich wiederholenden Aufheiz- und Abkühlphasen
ist der dafür notwendige Zeitaufwand.
[0016] Je nach Anbieter, Qualität und Preisklasse weisen die erhältlichen Vorrichtungen
deutliche Unterschiede in Heiz- und Kühlraten der temperierbaren Blöcke auf. Als Faustwert
für die Aufheizphase kann eine Rate von ca. 1°C bis 10°C pro Sekunde angegeben werden,
die Kühlraten liegen noch etwas niedriger. Für das Erreichen der jeweilig gewünschten
Zieltemperaturen pro Zyklus ist also ein Zeitaufwand zwischen 15 Sekunden und 2 Minuten
erforderlich, womit sich bei 30 Zyklen für das Heizen und Kühlen ein Zeitbedarf von
bis zu einer Stunde ergibt. Gerade für Labors mit hohem Probendurchsatz stellt dieser
Zeitaufwand eine Limitierung ihrer Effizienz dar.
[0017] Bestrebungen zur Entwicklung alternativer, vor allem schnellerer und effizienterer
Vorrichtungen zur Temperatur-Zyklisierung haben zum Beispiel dazu geführt, mehrere
Temperiereinheiten bereitzustellen und die Proben zwischen den Temperiereinheiten
zu bewegen. So offenbart beispielseise die
WO 90/05023 ein Gerät zum wahlweisen Einstellen der Temperatur einer Probe auf verschiedene Werte
umfassend einen Probenaufnahmeblock mit hoher Wärmeleitfähigkeit und eine Vorrichtung
zur Einstellung der Temperatur mit mindestens zwei thermostatisierbaren Körpern. Der
Probenaufnahmeblock wird über eine Transporteinrichtung in Kontakt mit einem der Körper
gebracht. Die Bewegung des Probenaufnahmeblockes erfolgt in Form einer Verschiebung,
so dass zu einer definierten Zeit jede Probe einer bestimmten Temperatur ausgesetzt
ist.
[0018] Daneben stellt die
WO 2008/034896 A2 eine Vorrichtung zur Durchführung einer real-time PCR zur Verfügung, bei der jede
Probe sequentiell mit unterschiedlichen Temperaturzonen in Kontakt gebracht werden
kann, indem das Probengefäß, nämlich die Reaktionskammer, mittels eines Schrittmotors
schrittweise von einer Temperaturzone zu einer anderen Temperaturzone bewegt wird.
[0019] Ferner beschreibt die
US 2002/0110899 A1 einen "Rotations-Thermocycler" mit mehreren Stationen zur Aufnahme von Probengefäßen,
wobei die Stationen zur Einstellung verschiedener Temperaturen ausgelegt sind. Die
Proben können mit Mitteln zur Bewegung der Probengefäße schrittweise von einer Station
zur nächsten bewegt werden. Damit kann jede Probe aufeinander folgend den verschiedenen
Temperaturen ausgesetzt werden.
[0020] Die
US 6,875,602 B2 offenbart einen tragbaren Thermocycler, bei dem mehrere Heizblöcke auf einer rotierenden
Platte angeordnet sind. Die Probengefäße können in Form von Kapillarröhrchen ausgebildet
und in Kassetten angeordnet sein und werden schrittweise zu den Heizblöcken bewegt.
Die Kapillarröhrchen mit den aufgenommenen Proben werden durch die schrittweise Bewegung
der Kassetten von einer Temperaturzone zu einer anderen Temperaturzone bewegt und
damit aufeinanderfolgend den verschiedenen Temperaturen ausgesetzt.
[0021] Zwar geht bei allen genannten Vorrichtungen zur Durchführung einer PCR die Temperierung
der Proben aufgrund des Transfers der Proben von einer Temperiereinheit zur nächsten
schneller als bei herkömmlichen Vorrichtungen, bei denen ein wiederholtes Aufheizen
und Abkühlen einer einzigen Temperiereinheit vorgesehen ist, jedoch stellt sich durchwegs
das Problem, dass der Wärmeübertrag von der Temperiereinheit in das Probengefäß und
damit auf die Probe nicht optimal ist. Durch die meist geringen Kontaktflächen zwischen
Probengefäß und Temperiereinheit, beispielsweise bei Flachbodengefäßen, die auf einer
temperierbaren Station abgestellt werden, sind längere Inkubationszeiten notwendig,
um einen Temperaturübertrag auf die Probe zu gewährleisten, damit an jeder Stelle
des Probenvolumens die gewünschte Temperatur erreicht wird und für die Dauer der gewünschten
Reaktionszeit vorherrrscht. Letztlich führen die beschriebenen Vorrichtungen also
zu keiner deutlich spürbaren Zeitersparnis gegenüber herkömmlicher PCR-Geräte.
[0022] Bei einem weiteren alternativen Verfahren zur Durchführung einer PCR wird das Reaktionsgemisch
durch einen Kanal bewegt, der wiederholt verschiedene Temperaturzonen durchläuft.
Ein derartiges PCR-Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung wird beispielsweise
in der
EP 1 584 692 B1 offenbart. Hier werden Scheiben beschrieben, auf denen konzentrische Temperaturzonen
z. B. mittels zweier Infrarot-Ringheizgeräte definiert werden. Ein Kanal durchläuft
diese Temperaturzonen in Zick-Zack-Form. Das Reaktionsgemisch wird durch Rotation
der Scheibe mittels Fliehkraft durch den Kanal bewegt und passiert somit die verschiedenen
Temperaturzonen.
[0023] Nachteilig an der in der
EP 1 584 692 B1 beschriebenen Vorrichtung ist, dass die Flussrate des Reaktionsgemisches und somit
die Verweildauer in den einzelnen Temperaturzonen über die Rotationsgeschwindigkeit
der Scheibe eingestellt wird. Diese Flussrate kann jedoch je nach Viskosität der eingesetzten
Probe sehr unterschiedlich ausfallen, wodurch eine sinnvolle und gleichmäßige Thermozyklisierung
für jede Probe neu ermittelt werden müsste. Die beschriebenen Scheiben stellen zudem
ein sehr aufwändiges und damit teueres Verbrauchsmaterial dar.
[0024] In der
DE 694 29 038 T2 wird eine Vorrichtung zur Nukleinsäurevervielfältigung offenbart, die eine Kapillarröhren-Reaktionskammer,
eine erste und zweite Heizeinrichtung sowie eine Positioniervorrichtung umfasst. Das
Inkontaktbringen der Probe mit unterschiedlichen Temperaturbereichen erfolgt u.a.
durch ein "Hindurchpumpen" der Probe durch die Kapillarröhre oder durch eine Bewegung
der Heizeinrichtung. Sowohl ein Hindurchpumpen der Probe durch die Kapillarröhrchen
als auch eine Bewegung der Heizeinrichtung ist umständlich und erfordert einen relativ
hohen technischen Aufwand.
[0025] Aus der
WO 2008/146754 A1 ist eine Vorrichtung zur Durchführung eines PCR-Verfahrens mit einer scheibenförmigen
Probenzelle bekannt. Die Probenzelle weist einen Hohlraum zur Aufnahme einer Probe
auf. Die Vorrichtung umfasst drei unabhängig voneinander regulierbare temperierbare
Blöcke, wobei in bestimmten Positionen der Hohlraum der Probenzelle mit zwei der temperierbaren
Blöcke in Kontakt steht. Nachteilig am Gegenstand der
WO 2008/146754 A1 sind die relativ langen Zeiträume, die zur Anpassung der am Ort der Probe herrschenden
Temperatur erforderlich sind.
[0026] Schließlich offenbart auch die
US 2002/081669 A1 eine Vorrichtung zur Durchführung eines PCR-Verfahrens mit einer scheibenförmigen
Probenzelle. Die Probenzelle weist eine Mehrzahl von Reaktionskammern auf. Die Vorrichtung
umfasst drei unabhängig voneinander regulierbare temperierbare Blöcke, wobei in bestimmten
Positionen eine Reaktionskammer der Probenzelle mit zwei der temperierbaren Blöcke
in Kontakt steht. Nachteilig am Gegenstand der
US 2002/081669 A1 sind wiederum die relativ langen Zeiträume, die zur Anpassung der am Ort der Probe
herrschenden Temperatur erforderlich sind.
Darstellung der Erfindung
[0027] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung zur Durchführung
einer PCR zur Verfügung zu stellen, die eine sehr schnelle Thermozyklisierung erlaubt
und dabei einfach in der Handhabung und zugleich kostengünstig und universell einsetzbar
ist.
[0028] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Vorrichtung gemäß dem unabhängigen Patentanspruch
1 gelöst. Weitere vorteilhafte Details, Aspekte und Ausgestaltungen der vorliegenden
Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung, den Figuren
und den Beispielen.
[0029] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden folgende Abkürzungen und Begriffe benutzt:
- PCR
- Polymerase-Kettenreaktion
- A
- Adenin
- G
- Guanin
- C
- Cytosin
- T
- Thymin
- U
- Uracil
- Base
- A, G, T, C oder U
- bp
- Basenpaar
- dNTP
- Desoxyribonukleosidtriphosphat; eine Mischung aus dATP (Desoxyadenosintriphosphat),
dCTP (Desoxycytosintriphosphat), dGTP (Desoxyguanintriphosphat) und dTTP (Desoxythymintriphosphat)
als Bausteine für die DNA-Synthese; äquivalent zu Nukleotide
- Nukleinsäure-
- Nukleinsäure nicht näher spezifizierter Basenlänge (z.B.
- Oligomer
- Nukleinsäure-Oktamer: Eine Nukleinsäure mit beliebigem Rückgrat, bei der 8 Pyrimidin-
oder Purin-Basen kovalent aneinander gebunden sind).
- ns-Oligomer
- Nukleinsäure-Oligomer
- Oligomer
- Äquivalent zu Nukleinsäure-Oligomer.
- Oligonukleotid
- Äquivalent zu Oligomer oder Nukleinsäure-Oligomer, also z.B. ein DNA-, PNA- oder RNA-Fragment
nicht näher spezifizierter Basenlänge.
- Oligo
- Abkürzung für Oligonukleotid.
- Basenabfolge
- Äquivalent zu Sequenz.
- Nukleotide
- Äquivalent zu dNTP.
- Sequenz
- Genaue Abfolge der einzelnen Basen A, C, G, T (oder U) innerhalb eines Nukleinsäuremoleküls.
- Nukleinsäure
- Wenigstens zwei kovalent verbundene Nukleotide oder wenigstens zwei kovalent verbundene
Pyrimidin- (z.B. Cytosin, Thymin oder Uracil) oder Purin-Basen (z.B. Adenin oder Guanin).
Der Begriff Nukleinsäure bezieht sich auf ein beliebiges "Rückgrat" der kovalent verbundenen
Pyrimidin- oder Purin-Basen, wie z.B. auf das Zucker-Phosphat Rückgrat der DNA, cDNA
oder RNA, auf ein Peptid-Rückgrat der PNA oder auf analoge Strukturen (z.B. Phosphoramid-,
Thio-Phosphat- oder Dithio-Phosphat-Rückgrat). Wesentliches Merkmal einer Nukleinsäure
im Sinne der vorliegenden Erfindung ist es, dass sie natürlich vorkommende cDNA oder
RNA sequenzspezifisch binden kann.
- Matrize
- Als "Vorlage" dienendes Nukleinsäuremolekül; äquivalent zu Probe, Proben-Nukleinsäure,
Proben-DNA oder Template.
- DNA
- Desoxyribonukleinsäure
- RNA
- Ribonukleinsäure
- Template
- Proben-Nukleinsäure, die mittels der PCR amplifiziert wird; äquivalent zu Matrize
- Primer
- Kurzes, einzelsträngiges Oligonukleotid mit einer Basenabfolge komplementär zu einem
Abschnitt der Proben-Nukleinsäure, das der Polymerase als Startpunkt für die Synthese
dient; der Primer lagert sich in einem sog. Hybridisierungsschritt (auch: Annealing)
an komplementäre Abschnitte der in Einzelsträngen vorliegenden Proben-Nukleinsäure
an, wodurch ein kurzer, doppelsträngiger DNA-Abschnitt zur Verfügung steht, an dem
die Polymerase ansetzt und durch Anfügen weiterer komplementärer Nukleotide den zweiten
DNA-Strang synthetisiert.
- Polymerase
- Enzym, das doppelsträngige Nukleinsäuremoleküle synthetisiert, indem es einen vorliegenden
Einzelstrang als Matrize nutzt und nach dessen Sequenz die Nukleotide für den komplementären
Strang aneinanderfügt. In der PCR Methode wird eine thermostabile Polymerase, z.B.
Taq-Polymerase (die ursprünglich aus einem thermophilen Organismus Thermus aquaticus isoliert wurde) eingesetzt, deren optimale Arbeitstemperatur in einem Bereich von
70°C bis 74°C liegt und die auch gegenüber Temperaturen von bis zu 100°C und mehr
tolerant ist.
- Mismatch
- Zur Ausbildung der Watson Crick Struktur doppelsträngiger Oligonukleotide hybridisieren
die beiden Einzelstränge derart, dass die Base A (bzw. C) des einen Strangs mit der
Base T (bzw. G) des anderen Strangs Wasserstoffbrücken ausbildet (bei RNA ist T durch
Uracil ersetzt). Jede andere Basenpaarung bildet keine Wasserstoffbrücken aus, verzerrt
die Struktur und wird als "Mismatch" bezeichnet.
- ss
- single strand (Einzelstrang)
- ds
- double strand (Doppelstrang)
- Zyklus
- Aufeinanderfolge von Denaturierung, Hybridisierung (auch Annealing) und Verlängerung
[0030] Die vorliegende Erfindung stellt eine Vorrichtung zur Durchführung eines PCR-Verfahrens
zur Verfügung, wobei die Vorrichtung wenigstens eine im Wesentlichen die Form einer
Scheibe aufweisende Probenzelle mit einem Hohlraum zur Aufnahme einer Probe aufweist.
Der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum erstreckt sich über einen Kreissektor
der Probenzelle mit einem Mittelpunktswinkel von zumindest 180°. Die Vorrichtung umfasst
außerdem mindestens eine erste, eine zweite und eine dritte unabhängig voneinander
regulierbare Temperiereinheit und mindestens ein Mittel zur Durchführung einer Drehbewegung
der Probenzelle, wobei die drei Temperiereinheiten drei räumlich voneinander getrennte
Temperaturzonen definieren. Der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum kann aufgrund
der Drehbewegung der Probenzelle durch die drei Temperaturzonen bewegt werden, wobei
der Hohlraum unabhängig von der Position der Probenzelle mit zumindest zwei Temperaturzonen
in Kontakt steht.
[0031] Aufgrund der Drehbewegung der Probenzelle und der damit verbundenen Bewegung der
im Hohlraum aufgenommenen Probe durch die drei Temperaturzonen werden die zeitraubenden,
wiederholten Aufheiz- und Abkühlschritte während einer PCR vermieden. Bei dem Mittel
zur Durchführung einer Drehbewegung handelt es sich bevorzugt um eine Achse, die durch
einen entsprechenden Antrieb in Rotation versetzt wird. Die Probenzelle wird bevorzugt
so auf der Achse fixiert, dass die Achse in einer im Wesentlichen senkrechten Richtung
die Probenzelle durchdringt. Ganz besonders bevorzugt durchdringt die Achse die Probenzelle
näherungsweise in einem Bereich um deren Mittelpunkt. Durch eine beispielsweise rotationssymmetrische
Anordnung der einzelnen Temperiereinheiten um diese rotierbare Achse wird die Probenzelle
mittels einer Drehbewegung gleichmäßig durch die Temperaturzonen hindurch bewegt.
[0032] Der erfindungsgemäße gleichzeitige Kontakt des zur Aufnahme der Probe vorgesehenen
Hohlraumes mit zumindest zwei Temperaturzonen wirkt sich positiv auf Effektivität
und Schnelligkeit einer PCR-Reaktion aus. Einzelne Abschnitte des Hohlraumes, welche
jeweils ein Teilvolumen der Probe aufnehmen, stehen mit je einer Temperaturzone in
Kontakt. Der Temperaturangleich dieser geringeren Teilvolumina an die zur Durchführung
der PCR-Reaktion notwendigen Temperaturen erfolgt aufgrund des verminderten Volumens
sehr schnell. Zudem können sich in verschiedenen Hohlraumabschnitten gleichzeitig
unterschiedliche Temperaturen einstellen. Die Verminderung des zu temperierenden Volumens
und die Parallelisierung der Heiz- und Kühlschritte für einzelne Teilvolumina führen
zu einer Zeitersparnis von bis zu zwei Minuten pro PCR-Zyklus.
[0033] Aufgrund der schnellen Temperaturwechsel können zudem unerwünschte Nebenreaktionen
minimiert werden. So werden beispielsweise die bei langsamer Abkühlung immer wieder
auftretenden, "zufälligen" Hybridisierungen von Primern und/oder Template-DNA drastisch
reduziert, was dazu führt, dass die PCR während der gesamten Reaktionszeit gleichmäßig
abläuft. Ebenso wird durch die schnellen Temperaturwechsel die Fehlerhäufigkeit der
Polymerase vermindert, da sich bei langsamen Temperaturübergängen über längere Zeiträume
vorherrschende Temperaturen ergeben, bei denen die Polymerase zwar aktiv ist, aber
nicht optimal arbeiten kann und daher fehleranfällig ist.
[0034] Erfindungsgemäß steht der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum unabhängig
von der Position der Probenzelle mit zumindest zwei Temperaturzonen in Kontakt. Dadurch
wird gewährleistet, dass die PCR-Reaktion zu jedem Zeitpunkt und bei jeder Umdrehungsposition
der Probenzelle aufgrund der oben erwähnten positiven Effekte effektiver und schneller
abläuft.
[0035] Erfindungsgemäß weist die Probenzelle im Wesentlichen die Form einer Scheibe auf
und der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum erstreckt sich über einen Kreissektor
mit einem Mittelpunktswinkel von zumindest 180°. Bevorzugt erstreckt sich der Hohlraum
über einen Kreissektor mit einem Mittelpunktswinkel von näherungsweise 360°. Ebenso
bevorzugt sind Ausführungsformen bei denen sich der zur Aufnahme der Probe vorgesehene
Hohlraum über einen Kreissektor mit einem Mittelpunktswinkel von rund 225° oder rund
270° erstreckt. Durch die flache Grundform der Scheibe und dem in der Scheibe angeordneten
Hohlraum, welcher beispielsweise über ein spanendes Fertigungsverfahren, wie z. B.
Fräsen in die Scheibe eingebracht ist, ist das Oberfläche/Volumen-Verhältnis für einen
möglichst schnellen Wärmeübertrag optimal ausgelegt.
[0036] Besonders vorteilhaft weist der zur Aufnahme der Probe in der Probenzelle vorgesehene
Hohlraum in den Ausführungsformen, in denen er sich über einen Kreissektor mit einem
Mittelpunktswinkel von näherungsweise 360° erstreckt, im Wesentlichen die Form eines
Hohlzylinders auf. Unter dem Ausdruck "im Wesentlichen die Form eines Hohlzylinders
aufweisend" ist zu verstehen, dass die Form des zur Aufnahme der Probe vorgesehenen
Hohlraums von einem idealen Hohlzylinder abweicht, da zumindest eine, in der Regel
aber zwei Öffnungen zum Einfüllen der Probe vorgesehen sind. Der Hohlraum weist also
zwei Enden auf und ist nicht zu einem idealen Hohlzylinder geschlossen. In Ausführungsformen,
in denen sich der Hohlraum über einen Kreissektor mit einem Mittelpunktswinkel kleiner
360° erstreckt, nimmt der Hohlraum entsprechend bevorzugt die Form von Teilen eines
Hohlzylinders ein.
[0037] Durch die Wahl eines Hohlzylinders bzw. von Teilen eines Hohlzylinders wird ein gutes
Verhältnis von Oberfläche zu Volumen erreicht. Die Radien des Hohlzylinders sind dabei
so gewählt, dass das für eine PCR notwendige Reaktionsvolumen vom Hohlzylinder aufgenommen
werden kann. Der Hohlzylinder endet in der Regel in zwei öffnungen, die dem Einfüllen
der Proben dienen. Bei Einfüllen der Probe durch eine Öffnung kann die im Hohlzylinder
enthaltene Luft durch die zweite Öffnung entweichen und die Probe wird dadurch gleichmäßig
verteilt. Nach dem Befüllen können die Öffnungen durch geeignete Stopfen oder durch
Laborfett und Cyanoacrylat flüssigkeitsdicht verschlossen werden.
[0038] Besonders bevorzugt sind Ausführungsformen, bei denen mehrere Hohlzylinder konzentrisch
in der Probenzelle ausgebildet sind, oder aber mehrere Teile eines Hohlzylinders konzentrisch
und/oder auf einer Kreislinie in der Probenzelle angeordnet sind. Dadurch können mehrere
PCR-Anwendungen parallel mittels einer einzigen Probenzelle durchgeführt werden.
[0039] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
die Probenzelle zweiteilig in Form einer Haltevorrichtung für eine Kapillare und einer
Kapillare zur Aufnahme der Probe ausgebildet ist, wobei die Kapillare im Klemmsitz
mit der Haltevorrichtung verbunden ist. Insbesondere bevorzugt weist die Haltevorrichtung
dabei im Wesentlichen die Form einer Scheibe mit einer Oberseite, einer Unterseite
und einem Scheibenrand auf und zur Aufnahme der Kapillare ist eine Ausnehmung an der
Oberseite, an der Unterseite oder am Scheibenrand vorgesehen. Besondere Vorteile ergeben
sich, wenn es sich um eine umlaufende Ausnehmung handelt, da sich in diesem Fall die
Möglichkeit bietet, beispielsweise eine längere Kapillare oder aber zwei oder mehrere
kürzere Kapillaren in beliebiger Anordnung einzuklemmen, wodurch wiederum mehrere
PCR-Anwendungen parallel mittels einer einzigen Probenzelle durchgeführt werden können.
[0040] Die Kapillare ist im günstigsten Fall so im Klemmsitz in der Ausnehmung der Haltevorrichtung
befestigt, dass lediglich höchstens der halbe Umfang der Kapillarenwand von der Ausnehmung
aufgenommen ist. Dadurch ist gewährleistet, dass zumindest der halbe Umfang der Kapillarenwand
an der Oberseite, an der Unterseite oder am Scheibenrand der Haltevorrichtung mit
deren Oberfläche bzw. deren Rand abschließen oder darüber hinausragen, wodurch ein
ausreichender Kontakt zu den Temperiereinheiten und der damit verbundene optimale
Wärmeübertrag sichergestellt wird.
[0041] Die mit der Haltevorrichtung verbundenen Kapillaren sind beispielsweise aus Polypropylen,
aus Polycarbonat oder aus Teflon hergestellt und können zum Beispiel nach dem Befüllen
mit der Probe dicht verschlossen werden, indem sie an beiden Enden über einer kleinen
Flamme zugeschmolzen werden.
[0042] Vorteilhaft weisen die erste, die zweite und die dritte Temperiereinheit jeweils
mindestens einen temperierbaren Block auf. Die temperierbaren Blöcke sind dabei aus
einem gut wärmeleitfähigen Material, vorzugsweise aus Metall, besonders bevorzugt
aus Aluminium, gefertigt. Diese Blöcke können mittels eines geeigneten Bauteils zur
Energieübertragung, bevorzugt z.B. mittels einer Heizmatte oder eines Peltierelementes
und mittels eines geeigneten Bauteils zur Temperaturmessung, z.B. mittels eines Platinwiderstands
mit Hilfe einer geeigneten Regelelektronik (z.B. einem PID-Regler) auf die gewünschten
Temperaturen gebracht werden.
[0043] Die mittels der Temperiereinheiten definierten Temperaturzonen können mit geeigneten,
isolierenden Materialien ausgedehnt oder erweitert werden. So kann beispielsweise
über einen, über zwei oder über alle drei temperierbaren Blöcke ein größer dimensionierter,
offener Hohlkörper aus Polystyrolschaumstoff (Styropor), gestülpt sein, wodurch eine
gewünschte Temperatur in nahezu dem gesamten Hohlkörperinnenraum mittels des temperierbaren
Blockes eingestellt werden und damit die Temperaturzone erweitert werden kann. Gleichzeitig
werden die einzelnen Temperaturzonen dadurch gegeneinander isoliert. Neben Styropor
eignen sich als isolierende Materialien etliche aus der Wärmedämmung bekannte Stoffe
wie zum Beispiel mineralische Fasern in Form von Steinwolle oder Glaswolle, aber auch
Holzwolle, Hanf, Filz oder Kork.
[0044] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
weisen die temperierbaren Blöcke der ersten, der zweiten und der dritten Temperiereinheit
jeweils eine Einkerbung zur wenigstens teilweisen Aufnahme der Probenzelle auf. Durch
die Einkerbungen werden zumindest die Randbereiche der Probenzelle von den temperierbaren
Blöcken derart aufgenommen, dass sie von drei Seiten vom temperierbaren Block umgeben
sind und der Hohlraum mit der Probe zwischen die Blöcke eingeschoben vorliegt. In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Hohlraum so im Randbereich der
Probenzelle angeordnet, dass die den Hohlraum umgebende Wand der Probenzelle sowohl
auf der Oberseite der vorzugsweise scheibenförmigen Probenzelle, als auch auf der
Unterseite und am Scheibenrand eine Dicke von weniger als 500 µm aufweist. Die Probe
steht somit auf drei Seiten in engem Kontakt mit dem jeweiligen temperierbaren Block,
was zu einer schnellen Temperaturanpassung der im Hohlraum befindlichen Probe führt.
[0045] Besonders bevorzugt kann die Spaltbreite der Einkerbung durch eine geeignete Verstelleinheit
wie z.B. Langlöcher variiert und dadurch der Kontakt zwischen Probenzelle und Block
optimal eingestellt werden. Dadurch wird zum einen ein guter Wärmeübertrag gewährleistet,
zum anderen können Probenzellen unterschiedlicher Abmessungen und Geometrien verwendet
werden. Zusätzliches Einbringen von Schmiermittel, vorzugsweise Mineralöl ermöglicht
eine reibungsarme Bewegung der Probenzelle und führt zudem zu einer verbesserten Wärmeübertragung.
[0046] Besonders bevorzugt weist die einer Temperiereinheit zugewandte Wand der Probenzelle
zumindest im Bereich des zur Aufnahme der Probe vorgesehenen Hohlraums eine Dicke
von weniger als 500 µm, ganz besonders bevorzugt von weniger als 300 µm und insbesondere
bevorzugt von weniger als 200 µm auf. Die Dicke der Wand der Probenzelle nimmt Einfluss
auf die Rate der Wärmeübertragung, das heisst, je dünner die Wand, desto schneller
wird die Wärme von den Temperiereinheiten auf die Probe übertragen. Gleichzeitig kann
aber aus Stabilitätsgründen die Wanddicke nicht beliebig reduziert werden. Sowohl
Wärmeübertrag als auch Stabilität sind wiederum abhängig von der Art des verwendeten
Materials, weshalb die Wanddicke je nach Material und Geometrie der Probenzelle festgelegt
wird.
[0047] Bevorzugt weist die Probenzelle einen Durchmesser zwischen 10 mm und 50 mm, besonders
bevorzugt einen Durchmesser zwischen 20 mm und 30 mm auf. Die Dicke der Probenzelle
beträgt bevorzugt zwischen 0,2 mm und 1,5 mm, besonders bevorzugt rund 1 mm. Der zur
Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum besitzt bevorzugt eine Tiefe von 0,1 mm bis
0,8 mm, besonders bevorzugt eine Tiefe von 0.5 mm, und endet in zwei Öffnungen. Der
Hohlraum 8 weist bevorzugt ein Volumen zwischen 1 µl und 50 µl, besonders bevorzugt
ein Volumen von 20 µl auf und kann somit das benötigte Reaktionsvolumen eines PCR
Ansatzes aufnehmen.
[0048] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist in dem zur Aufnahme der Probe vorgesehenen Hohlraum der Probenzelle ein zur Detektion
von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen eingerichteter und ausgelegter
Sensor, insbesondere ein zur oberflächensensitiven Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
eingerichteter und ausgelegter Sensor vorgesehen. Der Sensor besteht dabei im Wesentlichen
aus einer modifizierten Oberfläche, wobei die Modifikation in der Anbindung wenigstens
einer Art von Sonden-Nukleinsäureoligomeren besteht. Mit dem Begriff "Oberfläche"
wird jedes Trägermaterial bezeichnet, das geeignet ist direkt oder nach entsprechender
chemischer Modifizierung derivatisierte oder nicht-derivatisierte Sonden-Nukleinsäureoligomere
kovalent oder über andere spezifische Wechselwirkungen zu binden. Der feste Träger
kann aus leitfähigem oder nicht leitfähigem Material bestehen. Verfahren zur Immobilisierung
von Nukleinsäureoligomeren an einer Oberfläche sind dem Fachmann bekannt.
[0049] Vorteilhaft handelt es sich um einen zur spektroskopischen, elektrochemischen oder
elektrochemolumineszenten Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
eingerichteten und ausgelegten Sensor. Eine oberflächensensitive Detektion ermöglicht
die Detektion von ausschließlich an die Oberfläche gebundenen Signal-Nukleinsäureoligomeren.
[0050] Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Sensor um einen zur elektrochemischen
Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen eingerichteten und ausgelegten
DNA-Chip. In diesem Fall weist die modifizierte Oberfläche zumindest 2 räumlich im
Wesentlichen abgetrennte Bereiche, bevorzugt zumindest 4 und insbesondere zumindest
12 räumlich im Wesentlichen abgetrennte Bereiche auf. Besonders bevorzugt weist die
modifizierte Oberfläche zumindest 32, insbesondere zumindest 64, ganz besonders bevorzugt
zumindest 96 räumlich im Wesentlichen abgetrennte Bereiche auf.
[0051] Unter "räumlich im Wesentlichen abgetrennten Bereichen" werden Bereiche der Oberfläche
verstanden, die ganz überwiegend durch Anbindung einer bestimmten Art von Sonden-Nukleinsäureoligomeren
modifiziert sind. Lediglich in Gebieten, in denen zwei solche räumlich im Wesentlichen
abgetrennte Bereiche aneinander grenzen, kann es zu einer Vermischung von verschiedenen
Arten von Sonden-Nukleinsäureoligomeren kommen.
[0052] Ein ganz besonderer Vorteil ergibt sich dadurch, dass zusätzlich eine vierte Temperiereinheit
vorgesehen ist, wobei die vierte Temperiereinheit eine vierte räumlich von den drei
Temperaturzonen getrennte Temperaturzone definiert.
[0053] Durch das Bereitstellen einer vierten, durch eine vierte Temperiereinheit definierten
und räumlich von den drei Temperaturzonen der erfindungsgemäßen Vorrichtung getrennten
Temperaturzone wird es ermöglicht, Teilbereiche der Probenzelle, insbesondere den
Innenbereich der Probenzelle einer Temperatur auszusetzen, die sich von den zur Durchführung
der PCR erforderlichen Temperaturen unterscheidet. Durch die Wahl der Geometrie des
temperierbaren Blocks der vierten Temperiereinheit und durch die Wahl der Anordnung
in der Vorrichtung kann der Bereich der Probenzelle, der sich in der vierten Temperaturzone
befindet, festgelegt werden. Ebenso kann die Dauer und die Häufigkeit der Inkubation
in der vierten Temperaturzone durch die Einstellung der Drehgeschwindigkeit der Probenzelle,
frei gewählt werden.
[0054] Die vierte Temperaturzone erweist sich als besonders vorteilhaft für eine Detektion
von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen mittels eines Sensors. Dabei wird
der Bereich der Probenzelle, in dem sich der Sensor befindet, in der vierten Temperaturzone
positioniert, wodurch optimale Temperaturbedingungen für eine Detektion geschaffen
werden. Insbesondere bei der Verwendung eines DNA-Chips als Sensor kann eine für diese
Art der Detektion günstige Temperatur von rund 50°C eingestellt werden.
[0055] Die vorliegende Erfindung umfasst auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Durchführung einer PCR, insbesondere zur Durchführung einer Real-Time PCR.
[0056] Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung einer PCR, kann
besonders vorteilhaft ein Analyseverfahren in einem externen Detektionssystem an die
PCR angeschlossen werden. Als externes Detektionssystem kommt beispielsweise eine
miniaturisierte Gelelektrophorese-Kapillare in Frage. Um Kontaminationsgefahren durch
einen Flüssigkeitstransfer von der Probenzelle zur Gelelektrophorese-Kapillare weitestgehend
auszuschließen, ist es sinnvoll ein "quasi geschlossenes" System auszubilden. Zu diesem
Zweck weist die Wand der Probenzelle in einem Bereich, in dem der Hohlraum ausgebildet
ist, bevorzugt eine kreisförmige Sollbruchstelle auf. Die Sollbruchstelle ist dabei
genau an den Durchmesser der Kapillare angepasst, so dass durch Aufdrücken der Kapillare
auf die Sollbruchstelle die Wand der Probenzelle an dieser Stelle durchbrochen wird,
die Kapillare dadurch flüssigkeitsdicht in die Wand der Probenzelle eindringen kann
und die im Hohlraum befindliche Flüssigkeit durch Kapillarkräfte in die Kapillare
gezogen wird.
[0057] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung einer PCR kann in ganz besonders
vorteilhafter Weise in Kombination mit einem Verfahren zur Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
als Endpunktanzeige und/oder in Echtzeit eingesetzt werden. Die Detektion der PCR-Produkte
erfolgt dabei durch einen zur Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
eingerichteten und ausgelegten Sensor, der in dem zur Aufnahme der Probe vorgesehenen
Hohlraum der Probenzelle vorgesehen ist. Besonders bevorzugt handelt es sich um einen
zur oberflächensensitiven Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
eingerichteten und ausgelegten Sensor.
[0058] Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Verfahren zur Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
um ein Endpunktverfahren zur Detektion der PCR-Produkte umfassend die Schritte Bereitstellen
einer modifizierten Oberfläche, wobei die Modifikation in der Anbindung wenigstens
einer Art von Sonden-Nukleinsäureoligomeren besteht, Bereitstellen wenigstens einer
Art von Signal-Nukleinsäureoligomeren, wobei die Signal-Nukleinsäureoligomere mit
zumindest einem Detektionslabel modifiziert sind und die Signal-Nukleinsäureoligomere
einen zu den Sonden-Nukleinsäureoligomeren komplementären oder weitgehend komplementären
Abschnitt besitzen, Bereitstellen einer Probe mit Target-Nukleinsäureoligomeren, Inkontaktbringen
einer definierten Menge der Signal-Nukleinsäureoligomere mit der modifizierten Oberfläche
und Inkontaktbringen der Probe und der darin enthaltenen Target-Nukleinsäureoligomere
mit der modifizierten Oberfläche, Detektion der Signal-Nukleinsäureoligomere und Vergleich
der bei der Detektion der Signal-Nukleinsäureoligomere erhaltenen Werte mit Referenzwerten.
Die Signal-Nukleinsäureoligomere besitzen dabei eine größere Anzahl an Basen als die
Sonden-Nukleinsäureoligomere und weisen zumindest einen Andockabschnitt auf, wobei
der Andockabschnitt keine zu einem Abschnitt der Sonden-Nukleinsäureoligomere komplementäre
oder weitgehend komplementäre Struktur aufweist und wobei die Target-Nukleinsäureoligomere
einen zu dem Andockabschnitt komplementären oder weitgehend komplementären Abschnitt
besitzen.
[0059] Durch den Andockabschnitt erfolgt die Assoziation der Target-Nukleinsäureoligomere
an die Signal-Nukleinsäureoligomere mit sehr hoher Rate. In anderen aus dem Stand
der Technik bekannten Verdrängungsassays zur Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
liegen Sonden-Nukleinsäureoligomere und Signal-Nukleinsäureoligomere bei Zugabe der
Target-Nukleinsäureoligomere bzw. Sonden-Nukleinsäureoligomere und Target-Nukleinsäureoligomere
bei Zugabe der Signal-Nukleinsäureoligomere als hybridisierter Doppelstrang vor. Vor
einer Bindung der zugegebenen Nukleinsäureoligomer-Komponente müssen entsprechend
die Bindungen des hybridisierten Doppelstrangs gelöst werden.
[0060] Im Gegensatz dazu besitzen die beiden Nukleinsäureoligomer-Komponenten Sonden-Nukleinsäureoligomere
und Signal-Nukleinsäureoligomere gemäß dem oben beschriebenen Verfahren eine unterschiedliche
Anzahl an Basen. Die Signal-Nukleinsäureoligomere weisen eine größere Zahl an Basen
auf und stellen einen Andockabschnitt zur Verfügung, der in einem nicht-hybridisierten
Zustand vorliegt, da er keine zu einem Abschnitt der Sonden-Nukleinsäureoligomere
komplementäre oder weitgehend komplementäre Struktur aufweist.
[0061] Gleichzeitig weisen nun aber die Target-Nukleinsäureoligomere einen zu dem Andockabschnitt
komplementären oder weitgehend komplementären Abschnitt auf. Bei Zugabe der Target-Nukleinsäureoligomere
können diese direkt ohne vorherige Verdrängung einer hybridisierten Komponente an
diesen Andockabschnitt binden. Im Zuge der nachfolgenden Hybridisierung mit den Signal-Nukleinsäureoligomeren
muss zwar die hybridisierte Nukleinsäureoligomer-Komponente verdrängt werden, allerdings
erfolgt diese Verdrängung aufgrund der bereits erfolgten Hybridisierung mit dem Andockabschnitt
mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit.
[0062] Ein weiteres Verfahren zur Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen,
das in besonders vorteilhafter Weise unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Durchführung einer PCR, insbesondere einer real-time PCR durchgeführt werden kann,
umfasst die Schritte Bereitstellen einer modifizierten Oberfläche, wobei die Modifikation
in der Anbindung wenigstens einer Art von Sonden-Nukleinsäureoligomeren besteht, Bereitstellen
einer Probe mit Target-Nukleinsäureoligomeren, Bereitstellen einer Lösung mit wenigstens
einer Art von Signal-Nukleinsäureoligomeren, wobei die Signal-Nukleinsäureoligomere
mit zumindest einem Detektionslabel modifiziert sind, die Signal-Nukleinsäureoligomere
einen zu den Sonden-Nukleinsäureoligomeren komplementären oder weitgehend komplementären
Abschnitt besitzen und die Signal-Nukleinsäureoligomere einen zu den Target-Nukleinsäureoligomeren
komplementären oder weitgehend komplementären Abschnitt besitzen, Vermischen der Lösung
mit Signal-Nukleinsäureoligomeren und der Probe mit Target-Nukleinsäureoligomeren,
Inkontaktbringen des Gemisches von Signal-Nukleinsäureoligomeren und Target-Nukleinsäureoligomeren
mit der modifizierten Oberfläche, Detektion der Signal-Nukleinsäureoligomere durch
eine oberflächensensitive Detektionsmethode, Amplifizierung der Target-Nukleinsäureoligomere,
Detektion der Signal-Nukleinsäureoligomere durch eine oberflächensensitive Methode,
Vergleich der bei den beiden Detektionen der Signal-Nukleinsäureoligomere erhaltenen
Werte.
[0063] Unter einer "weitgehend komplementären Struktur" werden im Rahmen der vorliegenden
Erfindung Sequenzabschnitte verstanden, bei denen maximal 20% der Basenpaare Mismatches
ausbilden. Bevorzugt handelt es sich bei einer "weitgehend komplementären Struktur"
im Rahmen der vorliegenden Erfindung um Sequenzabschnitte, bei denen maximal 15% der
Basenpaare Mismatches ausbilden. Besonders bevorzugt handelt es sich bei einer "weitgehend
komplementären Struktur" um Sequenzabschnitte, bei denen maximal 10% der Basenpaare
Mismatches ausbilden und ganz besonders bevorzugt um Sequenzabschnitte, bei denen
maximal 5% der Basenpaare Mismatches ausbilden.
[0064] Die Detektion der Signal-Nukleinsäureoligomere erfolgt besonders bevorzugt durch
eine oberflächensensitive Detektionsmethode, da in diesem Fall ausschließlich die
an die Oberfläche gebundenen Signal-Nukleinsäureoligomere detektiert werden. Besonders
bevorzugt sind in diesem Zusammenhang spektroskopische, elektrochemische und elektrochemolumineszente
Methoden. Als spektroskopisches Verfahren wird besonders eine Detektion der Fluoreszenz,
insbesondere der Total Internal Reflection Fluorescence (TIRF) der Signal-Nukleinsäureoligomere
bevorzugt.
[0065] Zur oberflächensensitiven elektrochemischen Detektion werden bevorzugt Cyclovoltametrie,
Amperometrie, Chronocoulometrie, Impedanzmessung oder Scanning Electrochemical Microscopy
(SECM) eingesetzt.
[0066] Die vorliegende Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Durchführung einer PCR unter
Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung, wobei die Probenzelle durch die räumlich
voneinander getrennten Temperaturzonen mittels einer Drehbewegung bewegt wird. Mit
der Wahl der Drehgeschwindigkeit der Probenzelle und deren Abstimmung auf die Geometrie
der temperierbaren Blöcke wird die Verweildauer der Probe in den verschiedenen Temperaturzonen
und damit die Dauer der Schritte eines PCR-Zyklus festgelegt. Da die verschiedenen
Temperaturen bereits durch die Temperiereinheiten vorgegeben sind, können mit einer
einzigen Parametereinstellung, nämlich der Einstellung der Drehgeschwindigkeit der
Probenzelle alle notwendigen Parameter für die PCR-Zyklen festgelegt werden. Dies
führt zu einer anwenderfreundlichen Benutzung der Vorrichtung, da eine komplizierte
und aufwändige Programmierung entfällt. Bevorzugt wird die Probenzelle mit konstanter
Geschwindigkeit bewegt.
[0067] Insbesondere bevorzugt wird ein Verfahren zur Durchführung einer PCR unter Verwendung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung bereitgestellt, in dem sich der DNA-Chip während
der Durchführung einer elektrochemischen Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
in der vierten Temperaturzone befindet. Die zur elektrochemischen Detektion mit Hilfe
eines DNA-Chips günstigen Temperaturen unterscheiden sich in der Regel von den für
die PCR-Schritte erforderlichen Temperaturen. Durch die vierte Temperaturzone können
PCR und Detektion bei den jeweils vorteilhaften Temperaturen ablaufen.
[0068] Ein besonderer Vorteil ergibt sich aus der Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
in einem der oben dargestellten Verfahren dadurch, dass PCR-Reaktion und z. B. die
Detektion von DNA-Molekülen in einer einzigen Probenzelle durchgeführt werden können
und kein Pipettierschritt zum Probentransfer, also kein sogenanntes "liquid handling"
notwendig ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0069] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Figuren näher erläutert werden. Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen,
dass die Erfindung nicht auf die angegebenen Beispiele beschränkt sein soll. Es zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Durchführung einer PCR,
- Fig. 2a
- eine schematische Darstellung einer Probenzelle mit vier Temperiereinheiten,
- Fig. 2b
- eine schematische Darstellung mehrerer Probenzellen mit Temperiereinheiten zur parallelen
Durchführung mehrerer getrennter PCR-Reaktionen,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform einer Probenzelle,
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung einer Probenzelle mit integriertem Sensor,
- Fig. 5a
- in Draufsicht eine Ausführungsform einer zweiteiligen Probenzelle,
- Fig. 5b
- eine schematische Darstellung eines vertikalen Schnittes der Probenzelle aus Figur
5a,
- Fig. 5c
- eine schematische Darstellung eines vertikalen Schnittes einer weiteren Ausführungsform
einer zweiteiligen Probenzelle und
- Fig. 6
- das Ergebnis einer vergleichenden PCR in einem Standard-PCR-Thermocycler und der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
[0070] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 zur Durchführung einer PCR. Im vorliegenden Beispiel umfasst die erfindungsgemäße
Vorrichtung 1 eine erste 2a, eine zweite 2b und eine dritte 2c unabhängig voneinander
regulierbare Temperiereinheit, wodurch drei Temperaturzonen, im vorliegenden Beispiel
96°C, 55°C und 72°C, definiert werden. Die drei Temperiereinheiten 2a, 2b, 2c weisen
jeweils einen temperierbaren Block 6 auf. Die drei Blöcke 6 sind aus einem gut wärmeleitfähigen
Material, vorzugsweise Aluminium gefertigt, sie können aber auch aus anderen geeigneten
Metallverbindungen bestehen. Zur Einstellung der gewünschten Temperatur eines jeden
Blockes 6 weist die Vorrichtung 1 ein geeignetes Mittel zum Energieübertrag 13, vorzugsweise
eine Heizmatte oder ein Peltierelement und ein Mittel zur Temperaturmessung, vorzugsweise
einen Platinwiderstand oder ein Digitalthermometer auf. Mittels einer geeigneten Regelelektronik
(z.B. Pl- oder PID-Regler) können die drei Blöcke 6 exakt temperiert und damit die
Temperaturzonen so definiert werden, dass die für eine PCR-Reaktion günstigen Temperaturen
herrschen.
[0071] Die Temperiereinheiten 2a, 2b, 2c sind auf einer Bodenplatte 10 so angeordnet, dass
sie im Wesentlichen die Eckpunkte eines Dreiecks beschreiben und ihr relativer Abstand
und/oder ihre relative Position zueinander frei einstellbar ist. Grundsätzlich können
die Temperiereinheiten aber auch in beliebigen anderen Geometrien angeordnet sein.
Mittig zwischen den Temperiereinheiten 2a, 2b, 2c ist ein Mittel 3, 4 zur Durchführung
einr Drehbewegung der Probenzelle 5 vorgesehen. Im dargestellten Beispiel umfasst
das Mittel zur Durchführung einer Drehbewegung eine Achse 4, die mit der Probenzelle
5 verbunden ist, und einen Elektromotor 3. Die Probenzelle 5 des dargestellten Beispieles
ist, wie es beispielhaft aus der Figur 3 ersichtlich ist, im Wesentlichen scheibenförmig
ausgebildet, wobei sich der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum 8 über einen
Kreissektor mit einem Mittelpunktswinkel von annähernd 360° erstreckt.
[0072] Jeder Block 6 der drei Temperiereinheiten 2a, 2b, 2c weist eine Einkerbung 7 auf,
die zur wenigstens teilweisen Aufnahme der Probenzelle 5 ausgebildet ist. In der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 liegt die an der Achse 4 fixierte Probenzelle 5 in jeden Block 6 teilweise
eingeschoben vor, so dass die Probenzelle 5 in jeweils einem oder mehreren Teilbereichen
in den drei Temperaturzonen angeordnet ist und der Hohlraum 8 unabhängig von der Position
der Probenzelle 5 mit drei Temperaturzonen in Kontakt steht.
[0073] Die Temperiereinheiten 2a, 2b, 2c weisen eine geeignete Verstelleinheit 15, vorzugsweise
Langlöcher auf, über die die Spaltbreite der Einkerbungen 7 variiert und genau an
die Dicke der Probenzelle 5 angepasst werden kann. Durch die geeignete Wahl der Geometrie
der Blöcke 6 und durch die freie Einstellung des Abstandes der Blöcke 6 zueinander
kann der Einschubbereich und die Einschubtiefe der Probenzelle 5 in die einzelnen
Einkerbungen 7 reguliert werden. Dadurch kann die Größe und Anzahl der Teilbereiche
der Probenzelle 5, die sich in den einzelnen Temperaturzonen befinden, festgelegt
werden. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wurde ein Verhältnis 2:1 des Bereiches
der Temperaturzone mit 72°C zu den Bereichen der Temperaturzonen mit 96°C bzw. 55°C
gewählt. Zwischen den Blöcken 6 ist jeweils ein Luftspalt vorgesehen, um einen Wärmeübertrag
zwischen den Blöcken 6 zu verhindern.
[0074] Über den Antrieb 3 und die Achse 4 wird die Probenzelle 5 in Rotation versetzt, so
dass die einzelnen Teilbereiche der Probenzelle 5 durch die drei Temperaturzonen geführt
werden. Das Einbringen eines Schmiermittels (z.B. Mineralöl) bewirkt eine reibungsarme
Rotation der Probenzelle 5 sowie einen verbesserten Wärmeübertrag.
[0075] Durch Variation der Drehgeschwindigkeit bzw. Rotationsfrequenz kann die Zeit, in
der die kritischen Temperaturen für die PCR-Reaktion an den einzelnen Teilbereichen
der Probenzelle 5 anliegen, variiert werden.
[0076] Die in Figur 2a dargestellte Ausführungsform weist eine vierte Temperiereinheit 2d
auf, wodurch eine vierte, räumlich von den drei Temperaturzonen getrennte Temperaturzone
definiert wird. Die vierte Temperiereinheit 2d kann einen in der Probenzelle 5 enthaltenen
Sensor 12 (siehe Figur 4), vorzugsweise einen DNA-Chip auf einer bestimmten Temperatur
halten. Eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung 1 mit mehreren Einkerbungen 7
in jedem temperierbaren Block 6 ist in der Figur 2b gezeigt. Mittels dieser Ausführungsform
können mehrere getrennte PCR-Reaktionen parallel in einer Vorrichtung durchgeführt
werden.
[0077] Die Figur 3 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform einer Probenzelle
5. Die Probenzelle 5 weist eine flächige Grundform, vorzugsweise eine Zylinderform
auf und besteht aus einem Kunststoff, der eine Temperaturbeständigkeit bis zumindest
100°C aufweist. Zur Beobachtung des Probenverhaltens ist es vorteilhaft, wenn es sich
um einen transparenten Kunststoff handelt.
[0078] Die Probenzelle 5 weist bevorzugt einen Durchmesser d zwischen 10 mm und 50 mm und
eine Dicke b zwischen 0,2 mm und 1,5 mm auf. Der zur Aufnahme der Probe vorgesehene
Hohlraum 8 erstreckt sich über einen Kreissektor mit einem Mittelpunktswinkel von
annähernd 360° und besitzt im Wesentlichen die Form eines Hohlzylinders mit einer
bevorzugten Tiefe t von 0,1 mm bis 0,8 mm, welcher in zwei Öffnungen 11 endet. Der
Hohlraum 8 weist ein Volumen zwischen 1 µl und 50 µl, bevorzugt 20 µl auf und kann
somit das benötigte Reaktionsvolumen eines PCR Ansatzes aufnehmen.
[0079] Die Probenzelle 5 weist eine Bohrung 9 auf, mittels derer die Probenzelle 5 in der
erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 an einem Mittel 3,4 zur Durchführung einer Drehbewegung
der Probenzelle 5, bevorzugt an einer rotierbaren Achse 4, befestigt ist.
[0080] Zum Abdichten der Probenzelle 5 werden die Öffnungen 11 des Hohlraumes 8 nach Befüllen
mit dem PCR-Reaktionsgemisch mit Laborfett, z.B. glisseal
®N und Cyanoacrylat oder durch einen geeigneten Stopfen 16, vorzugsweise aus Gummi
oder Kunststoff verschlossen.
[0081] Die Figur 4 zeigt eine perspektivische Darstellung einer weiteren Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Probenzelle 5 mit einem integrierten Sensor 12. Die zylinderförmige
Probenzelle 5 weist einen Hohlraum 8 zur Aufnahme der Proben auf. Daneben ist eine
Bohrung 9 vorgesehen, mittels derer die Probenzelle 5 in der erfindungsgemäßen Vorrichtung
an einem Mittel zur Durchführung einer Drehbewegung der Probenzelle, bevorzugt an
einer rotierbaren Achse, befestigt ist. Bei dem Sensor 12 handelt es sich im vorliegenden
Ausführungsbeispiel um einen DNA-Chip. Der das PCR-Reaktionsgemisch enthaltende, im
Wesentlichen die Form eines Hohlzylinders aufweisende Hohlraum 8, ist durch einen
abzweigenden Kanal 8.1, der mit der Sensoroberfläche in Verbindung steht, erweitert.
Dadurch gelangt die zu analysierende Probe, das PCR-Reaktionsgemisch, zu dem Sensor
12. Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird mit Hilfe des integrierten Sensors 12
eine elektrochemische Detektion der PCR-Produkte durchgeführt und der Sensor 12 dazu
über eine herausgeführte PCB-Leiterplatte 17 kontaktiert.
[0082] In den Figuren 5a, 5b und 5c sind weitere Ausführungsformen einer Probenzelle 5 mit
Hohlraum 8, nämlich zweiteilige Ausführungsformen dargestellt. In der zweiteiligen
Ausführungsform ist die Probenzelle 5 als Haltevorrichtung für eine Kapillare ausgebildet
und der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum 8 ist durch eine Kapillare gebildet.
Die Haltevorrichtung 5 weist zur Aufnahme der Kapillare 8 eine Ausnehmung 18 auf,
in welche die Kapillare 8 zur klemmschlüssigen Verbindung eingeklemmt ist. Die Figur
5a zeigt eine Draufsicht auf eine zweiteilige Ausführungsform während die Figur 5b
einen vertikalen Schnitt durch die in Figur 5a gezeigte Probenzelle darstellt, bei
der eine umlaufende Ausnehmung 18 zur klemmschlüssigen Aufnahme der Kapillare 8 auf
der Oberseite der scheibenförmigen Haltevorrichtung 5 verläuft. Die im Klemmsitz mit
der Haltevorrichtung 5 verbundene Kapillare 8 nimmt einen Kreissektor mit einem Mittelpunktswinkel
α von rund 170° ein. Die Figur 5c zeigt einen vertikalen Schnitt durch eine weitere
zweiteilige Ausführungsform, bei der eine umlaufende Ausnehmung 18 zur klemmschlüssigen
Aufnahme der Kapillare 8 am Scheibenrand der Haltevorrichtung 5 verläuft.
Beispiel 1: Herstellung einer Probenzelle
[0083] Die Probenzelle wird aus zwei Kunststoffteilen, nämlich einem den zur Aufnahme der
Probe vorgesehenen Hohlraum enthaltenden, unteren Teil und einem oberen Teil aufgebaut.
[0084] Durch ein spanendes Fertigungsverfahren wie zum Beispiel Fräsen wird aus einem Polymethylmethacrylat-Rohling
das untere, den Hohlraum enthaltende Kunststoffteil einer Probenzelle mit einem ungefähren
Durchmesser von 15 mm und einer Dicke von rund 1 mm gefertigt, wobei ein ungefähr
0,5 mm tiefer Hohlraum 8 in Form eines Hohlzylinders eingefräst wird, welcher in zwei
durchgehenden Öffnungen 11 endet. Im Zentrum des unteren Teils der Probenzelle wird
eine Bohrung 9 eingebracht.
[0085] Zur Fertigstellung der Probenzelle wird eine Acrylglasscheibe mit einem geeigneten
Klebstoff auf das untere Kunststoffteil aufgeklebt. Die Acrylglasscheibe wird dabei
flüssigkeitsdicht mit dem unteren, formgebenden Acrylglasteil verbunden. Als Klebstoff
für Acrylglas kann z.B. Cyanoacrylat oder Dichlormethan verwendet werden, für andere
Polymere können z.T. andere Klebstoffe notwendig sein. Nach Befüllen der Zelle mit
dem PCR-Reaktionsgemisch können die Öffnungen 11 des Hohlraumes 8 durch Laborfett
(z.B. glisseal
®N) und Cyanoacrylat oder durch einen geeigneten Gummistopfen verschlossen werden.
[0086] Für Ausführungsformen mit verbesserter Wärmeübertragung von den Temperiereinheiten
2a, 2b, 2c auf die Probenzelle 5 können Materialien mit höherer Wärmeleitfähigkeit
verwendet oder die Wandstärken der Materialien reduziert werden. Ebenso sind andere
Verfahren zur Verbindung des unteren, formgebenden Kunststoffteiles der Probenzelle
5 mit der oberen Kunststoffscheibe wie z.B. Schweißverfahren wie Laser-Kunststoffschweißen
denkbar.
[0087] Alternative Hohlraum-Geometrien mit gegebenenfalls eingebauten Sensoren 12 können
in spanenden Fertigungsverfahren, über urformende Verfahren (z.B. Spritzgusstechnik),
durch stereolithographische oder andere geeignete Verfahren hergestellt werden. Ein
integrierter Sensor 12 kann beispielsweise über eine herausgeführte PCB-Leiterplatte
17 kontaktiert werden, wie in Figur 4 dargestellt ist. Daneben können in eine Probenzelle
5 mehrere getrennte Hohlräume 8 mit mehreren separaten Öffnungen 11 eingebracht werden,
wodurch mehrere PCR-Reaktionen in einer Probenzelle 5 parallel ablaufen können. Auch
in diesem Fall ist es möglich über einen gemeinsamen oder mehrere Sensoren 12, (z.B.
pro Hohlraum 8 ein Sensor 12) die Proben zu analysieren.
[0088] Weitere alternative Ausführungsformen einer Probenzelle 5 ermöglichen einen kontaminationsfreien
"quasi geschlossenen" Flüssigkeitstransfer vom Hohlraum 8 der Probenzelle 5 zu einem
externen Detektionssystem, beispielsweise einer miniaturisierten Gelelektrophorese-Kapillare.
Dazu weist die Wand der Probenzelle in einem Bereich, in dem der Hohlraum 8 ausgebildet
ist, eine im Wesentlichen kreisförmige Sollbruchstelle auf. Die Sollbruchstelle kann
z.B. durch passgenaue Verringerung der Wandstärke eingeführt werden. Durch Aufdrücken
der Kapillare an dieser Stelle wird die Wand der Probenzelle 5 durchstoßen und die
Kapillare gelangt in Verbindung mit dem Hohlraum 8 und der darin befindlichen Probe,
welche durch Kapillarkräfte in die Kapillare gesogen wird.
[0089] Ebenso möglich sind Ausführungsformen, die an der Sollbruchstelle zusätzlich eine
"weibliche" Verbindungsseite (Innenkegel) einer Luer-Lock Verbindung aufweisen. Durch
Aufbringen der "männlichen" Gegenseite (Außenkegel) einer Luer-Lock-Verbindung, beispielsweise
einer Spritze oder Kanüle, kann die Sollbruchstelle durchstoßen und ein "quasi geschlossenes"
System zwischen Hohlraum der Probenzelle und Innenraum der Spritze geschaffen werden.
Beispiel 2: Durchführung einer vergleichenden PCR
[0090] Die PCR (= Polymerase Chain Reaction) stellt eine Standardmethode der Molekularbiologie
dar, die 1984 von Kary Mullis entwickelt wurde. Sie erlaubt es, durch einfache Versuchsanordnungen
spezifische DNA-Sequenzen zu amplifizieren (= vermehren). Somit kann aus einem großen
Gen eine bestimmte Sequenz (die z.B. für ein Stoffwechsel-Protein codiert) isoliert
und vermehrt werden. Als Marker, die diese spezifische Sequenz eingrenzen, werden
Primer verwendet, an die die DNA-Polymerase andocken kann.
[0091] Für eine Standard PCR Reaktion wird ein sog. Mastermix vorbereitet. Dazu wird ein
Reaktionsgefäß, z.B. ein 2 ml Mikro-Schraubdeckel-Röhrchen entsprechend gekennzeichnet
und in einem Kühlrack (0°C - 4°C) platziert. Die Primer (Konzentration meist 10 µM),
der dNTP-Mix (c je dNTP 25 µM; dNTP = Desoxyribonukleosidtriphosphate, i.e. DNA-Bausteine),
Standard PCR-Puffer und MgAc (100 mM) werden in den Röhrchen vorgelegt und gründlich
durchmischt.
[0092] Das zu vervielfältigende DNA-Template (i.e. das isolierte, aufgereinigte und zur
Vervielfältigung vorgesehene DNA-Material) wird in 0,2 ml oder 0,5 ml fassende PCR-Reaktionsgefäße,
auch PCR-Tubes (im Kühl-Rack bei ca. 0°C - 4°C) vorgelegt (i.d.R. 5 bis 10 µl) und
mit Mastermix auf i.d.R. 20 µl bis 50 µl ergänzt. Für eine Negativprobe wird in einem
PCR-Tube statt des DNA-Templates (DNAfreies) Wasser vorgelegt und mit Mastermix auf
das entsprechende Endvolumen aufgefüllt.
[0093] Unmittelbar vor Start der PCR-Reaktion wird die Polymerase in die bereitgestellten
PCR-Tubes (mit Template und Mastermix bzw. mit Wasser und Mastermix im Falle der Negativprobe)
gegeben und durch mehrmaliges Ansaugen und Entleeren der Pipette durchmischt.
[0094] Im Thermocycler werden die Schritte Denaturierung, Annealing (Primerhybridisierung)
und Elongation wiederholt durchgeführt. Zur Denaturierung werden die doppelsträngigen
DNA-Templates auf 94 - 96°C erhitzt, um die Stränge zu trennen. Im ersten Zyklus wird
die DNA oft für längere Zeit erhitzt (Initialisierung), um sicherzustellen, dass sich
sowohl die Ausgangs-DNA als auch die Primer vollständig voneinander getrennt haben
und nur noch Einzelstränge vorliegen. Bei der Primerhybridisierung wird ca. 30 Sekunden
lang eine Temperatur eingestellt, die eine spezifische Anlagerung der Primer an die
DNA erlaubt. Die genaue Temperatur wird hierbei durch die Länge und die Sequenz der
Primer bestimmt (meist im Temperaturbereich von ca. 55 - 65°C). Die DNA-Polymerase
füllt die fehlenden Stränge mit freien Nukleotiden auf. Sie beginnt am 3'-Ende des
angelagerten Primers und folgt dann dem DNA-Template-Strang. Der Primer wird nicht
wieder abgelöst, er bildet den Anfang des neuen Einzelstrangs. Die Temperatur hängt
vom Arbeitsoptimum der verwendeten DNA-Polymerase ab (in der Regel ca. 68 - 72°C).
Dieser Schritt dauert etwa 30 Sekunden je 500 Basenpaare, variiert aber in Abhängigkeit
von der verwendeten DNA-Polymerase.
[0095] Für den hier beschriebenen Vergleich der Standard-PCR wurde ein BioRad Thermocycler
(Modell iCycler) verwendet. Es wurden 100 µl gemeinsamer Mastermix für alle durchgeführten
Reaktionen angesetzt, wie in der unten stehenden Tabelle 1 aufgeführt. 20 µl Template
(DNA-Extrakt von
Legionella pneumophila, ca. 100 DNA-Kopien / 5 µl) wurden mit 80µl Mastermix, versetzt mit Taq-Polymerase
(BioTaq von BIOLINE), gemischt und in 4 Ansätze zu je 25 µl aufgeteilt (einer für
die PCR im Standard-PCR Thermocycler, drei für die PCR unter Verwendung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung). Daneben wurde eine Negativ-Kontrolle (5µl Wasser plus 20 µl Mastermix
mit Polymerase, Standard-Thermocycler) angesetzt. Sämtliche PCR Bedingungen sind in
Tabelle 1 angegeben. Die verwendete Vorrichtung zur Durchführung der PCR und die Probenzelle
sind im Zusammenhang mit den Figuren 1 bis 4 und dem Beispiel 1 beschrieben.
Tabelle 1:
| Mastermix |
| |
Volumen [µl] |
|
| Foreward Primer (10 µM) |
6,30 |
|
| Reverse Primer (10 µM) |
6,30 |
|
| PCR-Puffer* |
21,00 |
|
| MgAc (100 mM) |
2,63 |
|
| DNTP-Mix (25 mM) |
0,84 |
|
| Taq-Polymerase (BioTaq) |
0,53 |
|
| H20 |
62,40 |
|
| Gesamt |
100,00 |
|
| |
|
|
| Parameter der PCR unter Verwendung eines Standard-Thermocyclers |
| Temperatur [°C] |
Zeit [s] |
Zyklenzahl |
| 96 |
300 |
1 |
| 96 |
10 |
40 |
| 55 |
15 |
40 |
| 72 |
15 |
40 |
| 72 |
60 |
1 |
| 4 |
hold |
|
| |
|
|
| Parameter der PCR unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung |
| A) Denaturierung |
| Block |
Temperatur [°C] |
Zeit [s] |
Zyklen |
| A |
96 |
300 |
Rotation mit ca. 5 Umdrehungen/min. |
| B |
96 |
300 |
| C |
96 |
300 |
| B) PCR |
| A |
96 |
Abhängig von Rotations-geschwindigkeit und Block-geometrie |
40 |
| B |
55 |
40 |
| C |
72 |
40 |
| * (5 x Bicine Puffer, 250 mM bicine/KOH, pH 8.2; 575 mM K-acetate, 40% glycerol (v/v),
Bicine = N,N-Bis(2-hydroxyethyl) Glycine) |
[0096] Durch Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung konnte die Reaktionszeit der PCR
von ca. 45 min (Standard-PCR) auf 25 min verkürzt werden. Optimierte Heizblockgeometrien
und minimierte Wanddicken der Probenzelle sollten eine weitere Reduktion der Reaktionszeit
für eine PCR auf ca. 10 min oder darunter erlauben.
[0097] Das Ergebnis der PCR wurde anhand einer Agarose-Gelelektrophorese überprüft. Die
Agarose-Gelelektrophorese ist ein Verfahren, bei dem DNA-Fragmente, im speziellen
Beispiel die PCR-Produkte, anhand ihrer Größe identifiziert werden können. Die DNA
wird dabei in ein Agarosegel eingebracht und anschließend eine Spannung angelegt.
Daraufhin bewegen sich kürzere DNA-Fragmente schneller auf den Pluspol zu als längere
DNA-Fragmente. Die Länge des PCR-Produkts kann durch einen Vergleich mit einer DNA-Leiter,
die DNA-Fragmente bekannter Größe enthält und parallel zur Probe im Gel mitläuft,
bestimmt werden.
[0098] Die Figur 6 zeigt eine Fotografie der mittels Gelelektrophorese analysierten PCR-Produkte,
die in den in Tabelle 1 zusammengefassten Versuchen erhalten wurden. In der Figur
6 ist die gelelektrophoretische Analyse mittels Standard-PCR Reaktion in einem Standard
Cycler erhaltenen PCR Produkte mit A bezeichnet. Die in einem Standard Cycler durchgeführte
Negativkontrolle mittels Standard-PCR Reaktion ist mit B bezeichnet. Die gelelektrophoretische
Analyse der PCR Produkte, die unter Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung erhalten
wurden, sind in Abhängigkeit von der Rotationsgeschwindigkeit der Probenzelle mit
C (0,5 Umdrehungen pro Minute), D (1 Umdrehung pro Minute) und E (2 Umdrehungen pro
Minute) bezeichnet. Mit F ist eine DNA-Leiter gekennzeichnet.
[0099] Aus der Figur 6 geht eindeutig hervor, dass durch eine Standard-PCR Reaktion in einem
Standard Cycler das selbe erwartete ca. 150 Basen lange PCR-Produkt erhalten wie bei
Durchführung der PCR in einer erfindungsgemäßen Vorrichtung bei drei verschiedenen
Rotationsgeschwindigkeiten der Probenzelle.
Bezugszeichenliste
[0100]
- 1
- Vorrichtung zur Durchführung einer PCR
- 2a
- erste Temperiereinheit
- 2b
- zweite Temperiereinheit
- 2c
- dritte Temperiereinheit
- 2d
- vierte Temperiereinheit
- 3
- Elektromotor
- 4
- Achse
- 5
- Probenzelle
- 6
- temperierbarer Block
- 7
- Einkerbung
- 8
- Hohlraum
- 8.1
- abzweigender Kanal
- 9
- Bohrung
- 10
- Bodenplatte
- 11
- Öffnungen
- 12
- Sensor
- 13
- Mittel zum Energieübertrag
- 14
- Mittel zur Temperaturmessung
- 15
- Verstelleinheit
- 16
- Stopfen
- 17
- PCB-Leiterplatte
- 18
- Ausnehmung
- d
- Durchmesser
- b
- Dicke der Probenzelle
- t
- Tiefe des Hohlraums
1. Vorrichtung (1) zur Durchführung eines PCR-Verfahrens umfassend
- wenigstens eine im Wesentlichen die Form einer Scheibe aufweisende Probenzelle (5)
mit einem Hohlraum (8) zur Aufnahme einer Probe, wobei der zur Aufnahme der Probe
vorgesehene Hohlraum (8) sich über einen Kreissektor der Probenzelle (5) mit einem
Mittelpunktswinkel von zumindest 180° erstreckt,
- mindestens eine erste (2a), eine zweite (2b) und eine dritte (2c) unabhängig voneinander
regulierbare Temperiereinheit (2a, 2b, 2c), wobei die drei Temperiereinheiten (2a,
2b, 2c) drei räumlich voneinander getrennte Temperaturzonen definieren und
- mindestens ein Mittel (3, 4) zur Durchführung einer Drehbewegung der Probenzelle
(5), wobei der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum (8) aufgrund der Drehbewegung
der Probenzelle (5) durch die drei Temperaturzonen bewegt werden kann und der Hohlraum
(8) unabhängig von der Position der Probenzelle (5) mit zumindest zwei Temperaturzonen
in Kontakt steht.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Aufnahme der Probe vorgesehene Hohlraum (8) sich über einen Kreissektor der
Probenzelle (5) mit einem Mittelpunktswinkel von annähernd 360° erstreckt.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Aufnahme der Probe in der Probenzelle (5) vorgesehene Hohlraum (8) näherungsweise
die Form eines Hohlzylinders aufweist.
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Probenzelle (5) zweiteilig in Form einer Haltevorrichtung für eine Kapillare
und einer Kapillare zur Aufnahme der Probe ausgebildet ist, wobei die Kapillare im
Klemmsitz mit der Haltevorrichtung verbunden ist.
5. Vorrichtung (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung für die Kapillare im Wesentlichen in Form einer Scheibe mit
einer Unterseite, einer Oberseite und einem Scheibenrand ausgebildet ist, wobei zur
Aufnahme der Kapillare eine Ausnehmung an der Oberseite und/oder an der Unterseite
und/oder am Scheibenrand vorgesehen ist.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste (2a), die zweite (2b) und die dritte (2c) Temperiereinheit jeweils mindestens
einen temperierbaren Block (6) aufweisen.
7. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die temperierbaren Blöcke (6) der ersten (2a), der zweiten (2b) und der dritten (2c)
Temperiereinheit jeweils eine Einkerbung (7) zur wenigstens teilweisen Aufnahme der
Probenzelle (5) aufweisen.
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die einer Temperiereinheit (2a, 2b, 2c) zugewandte Wand der Probenzelle (5) zumindest
im Bereich des zur Aufnahme der Probe vorgesehenen Hohlraums eine Dicke von weniger
als 500 µm aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zur Aufnahme der Probe vorgesehenen Hohlraum (8) der Probenzelle (5) ein zur
Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen eingerichteter und ausgelegter
Sensor (12), insbesondere ein zur oberflächensensitiven Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
eingerichteter und ausgelegter Sensor (12) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um einen zur spektroskopischen, elektrochemischen oder elektrochemolumineszenten
Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen eingerichteten und ausgelegten
Sensor (12) handelt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich um einen zur elektrochemischen Detektion von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen
eingerichteten und ausgelegten DNA-Chip (12) handelt.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine vierte Temperiereinheit (2d) vorgesehen ist, wobei die vierte Temperiereinheit
(2d) eine vierte räumlich von den anderen Temperaturzonen getrennte Temperaturzone
definiert.
13. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zur Durchführung einer
PCR, insbesondere zur Durchführung einer Real-Time PCR.
14. Verfahren zur Durchführung einer PCR unter Verwendung einer Vorrichtung nach einem
der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Probenzelle (5) mit konstanter Geschwindigkeit durch die räumlich voneinander
getrennten Temperaturzonen bewegt wird.
15. Verfahren zur Durchführung einer PCR unter Verwendung einer Vorrichtung nach Anspruch
12, dadurch gekennzeichnet, dass sich der DNA-Chip (12) während der Durchführung einer elektrochemischen Detektion
von Nukleinsäureoligomer-Hybridisierungsereignissen in der vierten Temperaturzone
befindet.
1. A device (1) for carrying out a PCR method, comprising
- at least one test cell (5), substantially in the form of a disc, with a cavity (8)
for receiving a test sample, wherein the cavity (8) provided to receive the test sample
extends over a circular sector of the test cell (5) with a central angle of at least
180°,
- at least one first (2a), one second (2b) and one third (2c) independently controllable
temperature control unit (2a, 2b, 2c), wherein the three temperature control units
(2a, 2b, 2c) define three spatially separate temperature zones and
- at least one means (3, 4) for performing a rotary movement of the test cell (5),
wherein the cavity (8) provided to receive the test sample can be moved through the
three temperature zones due to the rotary movement of the test cell (5), and the cavity
(8) is in contact with at least two temperature zones irrespective of the position
of the test cell (5).
2. The device (1) according to claim 1, characterised in that the cavity (8) provided to receive the test sample extends over a circular sector
of the test cell (5) with a central angle of approximately 360°.
3. The device (1) according to claim 2, characterised in that the cavity (8) provided to receive the test sample in the test cell (5) has approximately
the form of a hollow cylinder.
4. The device (1) according to one of the preceding claims, characterised in that the test cell (5) is built in two parts in the form of a holding device for a capillary
and a capillary for receiving the test sample, said capillary being connected to said
holding device in a clamp seat.
5. The device (1) according to claim 4, characterised in that the holding device for the capillary has substantially the form of a disc with a
lower side, an upper side, and a disc edge, a recess being provided in the upper side
and/or in the lower side and/or in the disc edge to receive the capillary.
6. The device (1) according to one of the preceding claims, characterised in that the first (2a), the second (2b) and the third (2c) temperature control units each
have at least one temperature controllable block (6).
7. The device (1) according to claim 6, characterised in that the temperature controllable blocks (6) of the first (2a), the second (2b) and the
third (2c) temperature control units each have a notch (7) for at least partially
receiving the test cell (5).
8. The device (1) according to one of the preceding claims, characterised in that the wall of the test cell (5) facing toward a temperature control unit (2a, 2b, 2c),
has a thickness of less than 500 µm, at least in the region of the cavity provided
to receive the test sample.
9. The device according to one of the preceding claims, characterised in that a sensor (12) adapted and designed for detection of nucleic acid oligomer hybridising
events, in particular a sensor (12) adapted and designed for surface-sensitive detection
of nucleic acid oligomer hybridising events, is provided in the cavity (8) of the
test cell (5) provided to receive the test sample.
10. The device according to claim 9, characterised in that the sensor is a sensor (12) adapted and designed for spectroscopic, electrochemical
or electro-chemiluminescent detection of nucleic acid oligomer hybridising events.
11. The device according to claim 9, characterised in that the sensor is a DNA chip (12) adapted and designed for electrochemical detection
of nucleic acid oligomer hybridising events.
12. The device according to one of the preceding claims, characterised in that a fourth temperature control unit (2d) is provided, said fourth temperature control
unit (2d) defining a fourth temperature zone that is spatially separate from the other
temperature zones.
13. Use of a device according to one of claims 1 to 12 for carrying out PCR, in particular
for carrying out real-time PCR.
14. A method for carrying out PCR with use of a device according to one of claims 1 to
12, characterised in that the test cell (5) is moved at constant speed through the spatially separate temperature
zones.
15. A method for carrying out PCR with use of a device according to claim 12, characterised in that the DNA chip (12) is located in the fourth temperature zone during electrochemical
detection of nucleic acid oligomer hybridising events.
1. Dispositif (1) pour effectuer un procédé de PCR comprenant
- au moins une cellule d'échantillon (5) présentant essentiellement la forme d'un
disque, comprenant une cavité (8) pour recevoir un échantillon, sachant que la cavité
(8) prévue pour recevoir l'échantillon s'étend sur un secteur circulaire de la cellule
d'échantillon (5) avec un angle au centre d'au moins 180°,
- au moins une première (2a), une deuxième (2b) et une troisième (2c) unités tempérées
(2a, 2b, 2c) pouvant être réglées indépendamment l'une de l'autre, sachant que les
trois unités tempérées (2a, 2b, 2c) définissent trois zones de température séparées
physiquement l'une de l'autre et
- au moins un moyen (3, 4) pour effectuer une rotation de la cellule d'échantillon
(5), sachant que la cavité (8) prévue pour recevoir l'échantillon peut être déplacé
du fait de la rotation de la cellule d'échantillon (5) à travers les trois zones de
température et la cavité (8) est en contact avec au moins deux zones de température,
indépendamment de la position de la cellule d'échantillon (5).
2. Dispositif (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la cavité (8) prévue pour recevoir l'échantillon s'étend sur un secteur circulaire
de la cellule d'échantillon (5) avec un angle au centre s'approchant de 360°.
3. Dispositif (1) selon la revendication 2, caractérisé en ce que la cavité (8) prévue pour recevoir l'échantillon dans la cellule d'échantillon (5)
présente approximativement la forme d'un cylindre creux.
4. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la cellule d'échantillon (5) est formée en deux parties sous la forme d'un dispositif
de fixation pour un tube capillaire et sous la forme d'un tube capillaire pour recevoir
l'échantillon, sachant que le tube capillaire est relié au dispositif de fixation
en position serrée.
5. Dispositif (1) selon la revendication 4, caractérisé en ce que le dispositif de fixation pour le tube capillaire est formé essentiellement sous
forme d'un disque avec une face inférieure, une face supérieure et une bordure de
disque, sachant que pour recevoir le tube capillaire, un évidement est prévu sur la
surface supérieure et/ou sur la face inférieure et/ou sur la bordure de disque.
6. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la première (2a), la deuxième (2b) et la troisième (2c) unités tempérées présentent
respectivement au moins un bloc (6) pouvant être mis en température.
7. Dispositif (1) selon la revendication 6, caractérisé en ce que les blocs (6) pouvant être mis en température de la première (2a), la deuxième (2b)
et la troisième (2c) unités tempérées présentent respectivement une encoche (7) pour
recevoir la cellule d'échantillon (5) au moins partiellement.
8. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la paroi de la cellule d'échantillon (5) tournée vers une unité tempérée (2a, 2b,
2c) présente, au moins au niveau de la cavité prévue pour recevoir l'échantillon,
une épaisseur inférieure à 500 µm.
9. Dispositif (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que dans la cavité (8) de la cellule d'échantillon (5) prévue pour recevoir l'échantillon,
un capteur (12) installé et conçu pour la détection d'hybridations d'oligomères d'acide
nucléique est prévu, en particulier un capteur (12) installé et conçu pour la détection
sensible en surface d'hybridations d'oligomères d'acide nucléique.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'il s'agit d'un capteur (12) installé et conçu pour la détection spectroscopique, électrochimique
ou électrochimioluminescente d'hybridations d'oligomères d'acide nucléique.
11. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'il s'agit d'une puce à ADN (12) installée et conçue pour la détection électrochimique
d'hybridations d'oligomères d'acide nucléique.
12. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une quatrième unité tempérée (2d) est prévue, sachant que la quatrième unité de tempérée
(2d) définit une quatrième zone de température séparée physiquement des autres zones
de température.
13. Emploi d'un dispositif selon l'une des revendications 1 à 12 pour effectuer une PCR,
en particulier pour effectuer une PCR en temps réel.
14. Procédé pour effectuer une PCR en employant un dispositif selon l'une des revendications
1 à 12, caractérisé en ce que la cellule d'échantillon (5) est déplacée à vitesse constante à travers les zones
de température séparées physiquement les unes des autres.
15. Procédé pour effectuer une PCR en employant un dispositif selon la revendication 12,
caractérisé en ce que la puce à ADN (12) se trouve dans la quatrième zone de température pendant qu'une
détection électrochimique d'hybridations d'oligomères d'acide nucléique est effectuée.