[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Gewinnung bzw. zur Anreicherung von Kupfer
oder Nickel, mit einem Schwebeschmelzofen und einem an den Schwebeschmelzofen angeschlossenen
Abhitzekessel zur Abführung und zur Kühlung von Abgasen aus dem Schwebeschmelzofen.
[0002] Derartige Vorrichtungen sind aus der Praxis grundsätzlich bekannt. Der Schwebeschmelzofen
dient zum Schwebeschmelzen von Kupferkonzentraten oder Nickelkonzentraten. Ein solcher
Schwebeschmelzofen weist in der Regel einen Reaktionsschacht, einen Steigschacht und
einen den Reaktionsschacht mit dem Steigschacht verbindenden Herd auf. In dem Herd
ist eine kupferhaltige oder nickelhaltige Schmelze aufgenommen. Bei diesen bekannten
Vorrichtungen ist an den vertikalen Steigschacht des Schwebeschmelzofens ein horizontal
angeordneter Abhitzekessel angeschlossen. Das Abgas bzw. Prozessgas aus dem Schwebeschmelzofen
durchströmt also zunächst den Steigschacht vertikal nach oben, wird dann um 90° umgelenkt
und durchströmt anschließend den horizontal orientierten Abhitzekessel. Dieser horizontale
Abhitzekessel weist an seinen Wänden von einem Kühlmedium durchströmte Kühlrohe zur
Abkühlung des Abgases auf. Der erste Teil des horizontalen Abhitzekessels besteht
aus einer Kammer, in der die Abkühlung bzw. der Wärmeübergang im Wesentlichen durch
Strahlung erfolgt (Strahlungsteil des Abhitzekessels). In diesem Strahlungsteil wird
das Abgas auf eine Temperatur von ca. 650°C bis 750°C abgekühlt. Der Abhitzekessel
weist stromabwärts dieser Kammer eine zweite Kammer auf, in der die Abkühlung bzw.
der Wärmeübergang durch Konvektion erfolgt (Konvektionsteil des Abhitzekessels). Nach
Durchströmen dieses Konvektionsteils hat das Abgas eine Temperatur von ca. 350°C.
Diese bekannte Vorrichtung hat den Nachteil, dass es in dem horizontalen Abhitzekessel
leicht zu unerwünschten Ablagerungen aus dem Abgas in dem Übergang Steigschacht /
Abhitzekessel an den Kühlflächen kommt. Solche Ablagerungen verschlechtern aber den
Wärmeübergang an den Kühlflächen maßgeblich. Außerdem werden insbesondere die Kühlflächen
im unteren Bereich der ersten horizontalen Kammer (Strahlungsteil) kaum vom Abgas
angeströmt und deshalb haben diese Kühlflächen nur einen geringen Anteil an der Abkühlung
des Abgases. In diesem Abhitzekessel der bekannten Vorrichtung erfolgt also nur eine
relativ schlechte Ausnutzung der Kühlflächen. Zur besseren Anströmung und Ausnutzung
der Kühlflächen wurde bereits ein Strömungshindernis in Form einer Trennwand in solche
Abhitzekessel eingebaut. Diese Maßnahmen sind aber relativ aufwendig. Im Ergebnis
ist bei der bekannten Vorrichtung eine effektive Abkühlung des Abgases nur mit verhältnismäßig
großen Kühlflächen möglich. Diese bedingen jedoch nachteilhaft hohe Material- und
Herstellungskosten.
[0003] Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art anzugeben, mit der die vorstehend erläuterten Nachteile
wirksam vermieden bzw. minimiert werden können.
[0004] Zur Lösung dieses technischen Problems lehrt die Erfindung eine Vorrichtung zur Gewinnung
bzw. zur Anreicherung von Kupfer oder Nickel, mit einem Schwebeschmelzofen und einem
an den Schwebeschmelzofen angeschlossenen Abhitzekessel zur Abführung und Abkühlung
von Abgasen bzw. Prozessgasen aus dem Schwebeschmelzofen,
wobei der Schwebeschmelzofen einen Reaktionsschacht, einen vertikalen Steigschacht
und einen den Reaktionsschacht mit dem Steigschacht verbindenden Herd zur Aufnahme
einer kupferhaltigen oder nickelhaltigen Schmelze aufweist
und wobei der Abhitzekessel einen ersten an den Steigschacht angeschlossenen vertikal
orientierten bzw. im Wesentlichen vertikal orientierten Kesselabschnitt aufweist.
- Dieser Kesselabschnitt wird nachfolgend auch kurz als erster vertikaler Kesselabschnitt
bezeichnet.
[0005] Zweckmäßigerweise wird für die erfindungsgemäße Vorrichtung ein an sich üblicher
Schwebeschmelzofen mit Reaktionsschacht, Steigschacht und Herd eingesetzt. Vorzugsweise
sind dabei Reaktionsschacht und Steigschacht vertikal orientiert und der Herd bildet
eine horizontale Verbindung von Reaktionsschacht und Steigschacht. Es liegt im Rahmen
der Erfindung, dass in dem Reaktionsschacht Kupferkonzentrat oder Nickelkonzentrat
eingebracht und mit Sauerstoff zur Reaktion gebracht wird. Verunreinigungen wie Schwefel
und dergleichen werden in Zwischenprodukten abgetrennt. Im Herd wird die kupferhaltige
oder nickelhaltige Schmelze aufgenommen. Die Abgase bzw. Prozessgase aus diesem Prozess
werden über den vertikalen Steigschacht abgesaugt.
[0006] Erfindungsgemäß ist an den vertikalen Steigschacht ein (erster) vertikal angeordneter
Kesselabschnitt des Abhitzekessels angeschlossen. Das heiße Abgas bzw. Prozessgas
steigt im vertikalen Steigschacht vertikal nach oben und anschließend weiter im (ersten)
vertikal angeordneten Kesselabschnitt vertikal nach oben. Der erste vertikal orientierte
Kesselabschnitt bildet gleichsam die vertikale Verlängerung des vertikalen Steigschachtes.
[0007] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass das aus dem Steigschacht in den ersten vertikal
orientierten Kesselabschnitt übergehende heiße Abgas bzw. Prozessgas eine Temperatur
von 1100°C bis 1500°C, insbesondere eine Temperatur von 1200°C bis 1400°C aufweist.
In dem Abhitzekessel wird dieses heiße Abgas abgekühlt. Es empfiehlt sich, dass an
den Innenwänden des Abhitzekessels von einem Kühlmedium durchströmte Kühlrohre angeordnet
sind, bzw. dass die Innenwände des Abhitzekessels von Kühlrohren gebildet werden,
die von einem Kühlmedium durchströmt werden. Bei dem Kühlmedium handelt es sich vorzugsweise
um Siedewasser. Das Siedewasser hat zweckmäßigerweise eine Temperatur höher 200°C.
[0008] Nach besonders empfohlener Ausführungsform ist der erste vertikale Kesselabschnitt
mit der Maßgabe ausgelegt, dass das Abgas auf eine Temperatur von 800°C bis 1000°C,
bevorzugt auf eine Temperatur von 850°C bis 950°C abkühlbar ist. Das Abgas ist in
dem ersten vertikalen Kesselabschnitt insbesondere auf eine Temperatur von ca. 900°C
abkühlbar. Bei den vorstehend angegebenen Temperaturen handelt es sich um die Temperatur
des Abgases im oberen Bereich des ersten vertikalen Kesselabschnittes, insbesondere
vor bzw. im Bereich einer vorzugsweise vorgesehenen und nachfolgend noch erläuterten
Umlenkung bzw. horizontalen Umlenkung des Abgases. Es liegt im Rahmen der Erfindung,
dass die Abkühlung des Abgases bzw. der Wärmeübergang im ersten vertikalen Kesselabschnitt
zumindest im Wesentlichen durch Wärmestrahlung erfolgt. Insoweit bildet der erste
vertikale Kesselabschnitt zweckmäßigerweise den ersten Strahlungsteil des Abhitzekessels.
Die Abkühlung des Abgases in dem ersten vertikalen Kesselabschnitt erfolgt empfohlenermaßen
mittels von einem Kühlmedium durchströmten Kühlrohren an den Innenwänden des Kesselabschnittes.
Zweckmäßigerweise bilden die Kühlrohre die Wände bzw. Innenwände des ersten vertikalen
Kesselabschnittes. Wie oben bereits dargelegt wird bevorzugt Siedewasser als Kühlmedium
eingesetzt.
[0009] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der erste vertikale
Kesselabschnitt eine Höhe von 30 bis 50m, vorzugsweise eine Höhe von 35 bis 45m und
besonders bevorzugt eine Höhe von etwa 40m auf. Höhe meint dabei die vertikale Erstreckung
des Kesselabschnittes in Längsrichtung. - Eine Ausführungsform der Erfindung die sich
besonders bewährt hat ist dadurch gekennzeichnet, dass der erste vertikale Kesselabschnitt
eine Innenquerschnittsfläche von 8 bis 16m
2, vorzugweise von 10 bis 14m
2 und bevorzugt von 11 bis 13m
2 aufweist. Der vertikale Kesselabschnitt weist beispielsweise eine Innenquerschnittsfläche
von 12m
2 bzw. von etwa 12m
2 auf. Innenquerschnittsfläche meint im Übrigen die Querschnittsfläche, die von den
Innenwänden des Kesselabschnittes gebildet wird. Die vorstehend spezifizierten Innenquerschnittsflächen
haben sich im Hinblick auf eine effektive Abkühlung des Abgases besonders bewährt.
- Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass der Innenquerschnitt des ersten vertikalen
Kesselabschnittes rechteckig ausgebildet ist.
[0010] Gemäß einer empfohlenen Ausführungsvariante der Erfindung ist im unteren Bereich
des ersten vertikalen Kesselabschnittes eine Mehrzahl von Einblasdüsen zur Einblasung
eines sauerstoffhaltigen Gases in den Innenraum des ersten Kesselabschnittes vorgesehen.
Zweckmäßigerweise sind die Einblasdüsen in der Kesselwandung angeordnet und vorzugweise
in gegenüberliegenden Bereichen der Kesselwandung. Bei dem eingeblasenen sauerstoffhaltigen
Gas handelt es sich insbesondere um Luft. Das sauerstoffhaltige Gas bzw. die Luft
wird als Nachverbrennungsgas zur Förderung der Oxidationsreaktionen eingesetzt. Der
Erfindung liegt hier die Erkenntnis zugrunde, dass aufgrund der erfindungsgemäßen
Ausbildung der Vorrichtung bzw. des Abhitzekessels eine optimale Durchmischung und
eine optimale Nachverbrennung stattfindet.
[0011] Wie oben bereits beschrieben strömt das Abgas bzw. Prozessgas in dem vertikalen Steigschacht
des Schwebeschmelzofens vertikal aufwärts und dann durch den ersten vertikalen Kesselabschnitt
vertikal aufwärts. Nach besonders bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist zwischen
dem vertikalen Steigschacht des Schwebeschmelzofens und dem ersten vertikalen Kesselabschnitt
ein auswechselbares vertikales Zwischenstück zwischengeschaltet. Vertikales Zwischenstück
meint hier ein Übergangsteil zwischen dem vertikalen Steigschacht und dem ersten vertikalen
Kesselabschnitt, das von dem Abgas (ebenfalls) vertikal nach oben durchströmt wird.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass beim Betrieb der Vorrichtung Spritzer
bzw. Schmelzespritzer aus dem im Herd des Schwebeschmelzofens aufgenommenen Schmelzebad
durch den vertikalen Steigschacht nach oben gelangen können. Diese Schmelzespritzer
können an den Kühlflächen nachteilhafte Ablagerungen bilden, die den Wärmeübergang
maßgeblich verschlechtern. Zweckmäßigerweise ist das vertikale Zwischenstück mit der
Maßgabe ausgelegt, dass die Spritzer zumindest im Wesentlichen die Innenwandungen
bzw. Kühlflächen des vertikalen Zwischenstückes beaufschlagen. Der Erfindung liegt
insoweit weiterhin die Erkenntnis zugrunde, dass ein solches vertikales Zwischenstück
einfacher auswechselbar ist, als der mit Schmelzespritzern beaufschlagte erste vertikale
Kesselabschnitt. Empfohlenermaßen weist das vertikale Zwischenstück eine Höhe von
1,5 bis 8m, vorzugweise von 2 bis 7,5 m und bevorzugt eine Höhe von 2 bis 6 m auf.
Höhe bezieht sich dabei auf die vertikale Erstreckung des vertikalen Zwischenstücks
im eingebauten Zustand. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass das vertikale Zwischenstück
von einem separaten Kühlkreislauf gekühlt wird. Dieser Kühlkreislauf ist zweckmäßigerweise
unabhängig von dem Kühlkreislauf des ersten vertikalen Kesselabschnittes und somit
unabhängig vom ersten vertikalen Kesselabschnitt austauschbar. Vorzugweise hat das
vertikale Zwischenstück einen rechteckigen Innenquerschnitt.
[0012] Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass ein zweiter vertikaler Kesselabschnitt an
den ersten vertikalen Kesselabschnitt angeschlossen ist und dass der zweite vertikale
Kesselabschnitt von dem Abgas vertikal nach unten durchströmt wird. Zweiter vertikaler
Kesselabschnitt meint insbesondere auch, dass dieser zweite Kesselabschnitt im Wesentlichen
vertikal orientiert bzw. angeordnet ist. Zweckmäßigerweise erfolgt die Abkühlung des
Abgases in dem zweiten vertikalen Kesselabschnitt mittels von einem Kühlmedium durchströmten
Kühlrohren, die die Wand des zweiten vertikalen Kesselabschnittes bilden. Empfohlenermaßen
weist der zweite vertikale Kesselabschnitt einen rechteckigen, insbesondere einen
quadratischen Innenquerschnitt auf. Es empfiehlt sich, dass der zweite vertikale Kesselabschnitt
mit der Maßgabe ausgelegt ist, dass das Abgas darin auf eine Temperatur von 500 bis
800°C, vorzugsweise auf eine Temperatur von 620 bis 780°C und bevorzugt auf eine Temperatur
von 650 bis 750°C abkühlbar ist. Dabei handelt es sich um die Temperatur des Abgases
im unteren Bereich des zweiten vertikalen Kesselabschnittes, insbesondere vor bzw.
im Bereich einer vorzugsweise vorgesehenen und nachfolgend noch erläuterten Umlenkung
des Abgases. Die Abkühlung des Abgases bzw. der Wärmeübergang erfolgt im zweiten vertikalen
Kesselabschnitt zweckmäßigerweise zumindest im Wesentlichen über Strahlung. Der zweite
vertikale Kesselabschnitt bildet dann gleichsam den zweiten Strahlungsteil des erfindungsgemäßen
Abhitzekessels.
[0013] Zweckmäßigerweise ist der erste vertikale Kesselabschnitt über einen horizontalen
Umlenkungsabschnitt des Abhitzekessels an den zweiten vertikalen Kesselabschnitt angeschlossen.
Horizontaler Umlenkungsabschnitt meint hier, dass das Abgas zumindest einen Bereich
dieses Umlenkungsabschnittes horizontal bzw. im Wesentlichen horizontal durchströmt.
Das in dem ersten vertikalen Kesselabschnitt abgekühlte Abgas weist im Bereich der
Umlenkung vorzugsweise eine Temperatur von 800 bis 1000°C und bevorzugt eine Temperatur
von 850 bis 950°C auf.
[0014] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass im
unteren Bereich des zweiten vertikalen Kesselabschnittes ein horizontaler Kesselabschnitt
an den zweiten vertikalen Kesselabschnitt angeschlossen ist und dass das Abgas von
dem zweiten vertikalen Kesselabschnitt in den horizontalen Kesselabschnitt umgelenkt
wird. Horizontaler Kesselabschnitt meint hier insbesondere auch, dass der Kesselabschnitt
im Wesentlichen horizontal angeordnet sein kann. Das abzukühlende Abgas strömt also
im zweiten vertikalen Kesselabschnitt vertikal nach unten und wird dann um 90° bzw.
um etwa 90° in den horizontalen Kesselabschnitt umgelenkt. Bei dieser Umlenkung weist
das Abgas zweckmäßigerweise eine Temperatur von 620 bis 780°C auf, vorzugsweise eine
Temperatur von 640 bis 760°C und bevorzugt eine Temperatur von 650 bis 750°C. Es liegt
im Rahmen der Erfindung, dass das Abgas in dem horizontalen Kesselabschnitt weiter
abgekühlt wird. Zweckmäßigerweise wird die Abkühlung des Abgases mittels von einem
Kühlmedium durchströmter Kühlrohre verwirklicht. Diese Kühlrohre bilden die Wand des
horizontalen Kesselabschnittes. Es liegt fernerhin im Rahmen der Erfindung, dass die
Abkühlung des Abgases bzw. der Wärmeübergang in dem horizontalen Kesselabschnitt zumindest
im Wesentlichen durch Konvektion erfolgt. Von daher handelt es sich bei dem horizontalen
Kesselabschnitt gleichsam um den Konvektionsteil des erfindungsgemäßen Abhitzekessels.
Es empfiehlt sich, dass der horizontale Kesselabschnitt mit der Maßgabe ausgelegt
ist, dass eine Abkühlung des Abgases auf eine Temperatur von 200 bis 500°C, vorzugsweise
auf eine Temperatur von 250 bis 450°C und bevorzugt auf eine Temperatur von 300 bis
400°C stattfindet. Das Abgas wird insbesondere auf eine Temperatur von 350°C bzw.
auf eine Temperatur von ca. 350°C abgekühlt.
[0015] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
und insbesondere mit dem erfindungsgemäßen Abhitzekessel nachteilhafte Ablagerungen
aus dem Abgas auf den Kühlflächen weitgehend vermieden bzw. minimiert werden können.
Somit kann im Gegensatz zu den eingangs beschriebenen aus dem Stand der Technik bekannten
Vorrichtungen quasi an allen Kühlflächen, insbesondere im ersten vertikalen Kesselabschnitt
aber auch in den anderen Kesselabschnitten ein optimaler Wärmeübergang sichergestellt
werden. Der Erfindung liegt insbesondere auch die Erkenntnis zugrunde, dass die nach
bevorzugter Ausführungsform vorgesehene Umlenkung des Abgases in einen horizontalen
Umlenkungsabschnitt erst bei einer wesentlich geringeren Temperatur (beispielsweise
900°C) stattfindet, als bei den bekannten Vorrichtungen und dadurch die Gefahr von
Ablagerungen vermieden bzw. minimiert werden kann. Weiterhin werden bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung bzw. bei dem erfindungsgemäßen Abhitzekessel quasi alle Kühlflächen gleichmäßig
angeströmt bzw. genutzt und somit ergibt sich im Rahmen der Erfindung eine optimale
Ausnutzung der Kühlflächen. Deshalb können im Vergleich zu den bekannten Vorrichtungen
die Kühlflächen im Abhitzekessel, insbesondere die Kühlflächen in dem ersten vertikalen
Kesselabschnitt bei gleichem Temperaturabbau geringer bemessen sein. Mit anderen Worten
ermöglicht die Erfindung gegenüber den bekannten Vorrichtungen eine Einsparung von
Kühlflächen und dementsprechend eine Einsparung von Material- und Herstellungskosten.
Auch bedeutet dies eine Verringerung der Anlagenbetriebskosten, da Stromverbraucher
wie z.B. Pumpen kleiner dimensioniert werden können. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
kann auch im Vergleich zu den bekannten Vorrichtungen bei gleicher Effizienz mit einem
geringeren Bauvolumen realisiert sein. Hervorzuheben ist insbesondere, dass die vorstehend
erläuterten Vorteile speziell bei Vorrichtungen erreicht werden, die mit einem Schwebeschmelzofen
zur Gewinnung bzw. zur Anreicherung von Kupfer oder Nickel arbeiten.
[0016] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung und
- Fig. 2
- einen Schnitt B-B durch den Gegenstand gemäß Fig. 1.
[0017] Die Figuren zeigen eine Vorrichtung zur Anreicherung von Kupfer oder Nickel mit einem
Schwebeschmelzofen 1 und einem an den Schwebeschmelzofen 1 angeschlossenen Abhitzekessel
2 zur Abführung und Abkühlung von Abgasen aus dem Schwebeschmelzofen 1. Der Schwebeschmelzofen
1 weist in an sich bekannter Weise einen vertikal orientierten Reaktionsschacht 3,
einen vertikal orientierten Steigschacht 4 und einen den Reaktionsschacht 3 mit dem
Steigschacht 4 verbindenden Herd 5 auf.
[0018] In den Reaktionsschacht 3 wird Kupferkonzentrat oder Nickelkonzentrat eingeführt
und das in dem Reaktionsschacht herabfallende bzw. schwebende Konzentrat wird mit
Sauerstoff zur Reaktion gebracht. Nebenprodukte wie Schwefel werden dabei abgetrennt.
In der im Herd 5 aufgenommenen Schmelze wird Kupfer oder Nickel angereichert. Die
bei diesem Prozess entstehenden Abgase bzw. Prozessgase entweichen über den vertikalen
Steigschacht 4 in den Abhitzekessel 2 und werden dort abgekühlt. Dazu weist die Wand
des Abhitzekessels nicht näher dargestellte von einem Kühlmedium durchströmte Kühlrohre
auf. Als Kühlmedium wird dabei zweckmäßigerweise Siedewasser eingesetzt.
[0019] Erfindungsgemäß weist der Abhitzekessel 2 einen ersten an den vertikalen Steigschacht
4 angeschlossenen vertikal orientierten Kesselabschnitt 6 auf. Dieser erste vertikal
orientierte Kesselabschnitt 6 bildet gleichsam eine vertikale Verlängerung des vertikalen
Steigschachtes 4. Das heiße Abgas bzw. Prozessgas strömt in dem vertikalen Steigschacht
4 vertikal nach oben und tritt mit einer Temperatur von bis zu ca. 1400°C in den ersten
vertikal orientierten Kesselabschnitt 6 ein. In diesem ersten vertikalen Kesselabschnitt
6 wird das Abgas insbesondere auf eine Temperatur von ca. 900°C abgekühlt. Dabei handelt
es sich um die Temperatur des Abgases im oberen Bereich 7 vor der bzw. im Bereich
der Umlenkung des Abgases in den horizontalen Umlenkungsabschnitt 8. Die Höhe h des
ersten vertikalen Kesselabschnittes 6 mag im Ausführungsbeispiel 40m betragen. Die
Innenquerschnittsfläche dieses ersten vertikalen Kesselabschnittes 6 beträgt im Ausführungsbeispiel
ca. 12 m
2. Dieser Innenquerschnitt des ersten vertikalen Kesselabschnittes 6 ist im Ausführungsbeispiel
quadratisch ausgebildet.
[0020] Nach besonders bevorzugter Ausführungsform und im Ausführungsbeispiel nach den Figuren
ist zwischen dem vertikalen Steigschacht 4 des Schwebeschmeizofens 1 und dem ersten
vertikalen Kesselabschnitt 6 des Abhitzekessels 2 ein auswechselbares vertikales Zwischenstück
9 zwischengeschaltet. Dieses Zwischenstück 9 mag im Ausführungsbeispiel eine vertikale
Höhe z von 3 bis 5m aufweisen. Das austauschbare vertikale Zwischenstück 9 wird in
nicht näher dargestellter Weise von einem Kühlkreislauf gekühlt, der von dem Kühlkreislauf
bzw. von den Kühlkreisläufen des Abhitzekessels 2 bzw. des ersten vertikalen Kesselabschnittes
6 unabhängig ist. Aus diesem Grund ist das vertikale Zwischenstück 9 unabhängig bzw.
separat von dem ersten vertikalen Kesselabschnitt 6 austauschbar. Zweckmäßigerweise
hat auch das vertikale Zwischenstück 9 einen quadratischen Querschnitt.
[0021] Das Abgas steigt im ersten vertikalen Kesselabschnitt 6 vertikal aufwärts und wird
dann über den horizontalen Umlenkungsabschnitt 8 in den zweiten vertikalen Kesselabschnitt
10 umgelenkt. Im Ausführungsbeispiel strömt das Abgas dabei im Anschluss an den horizontalen
Umlenkungsabschnitt 8 über einen schräg angeordneten Kesselabschnitt 11 in den zweiten
vertikalen Kesselabschnitt 10. In dem zweiten vertikalen Kesselabschnitt 10 strömt
das Abgas vertikal abwärts und wird dabei insbesondere auf eine Temperatur von ca.
650°C bis 750°C abgekühlt. Hierbei handelt es sich um die Temperatur des Abgases vor
bzw. im Bereich der Umlenkung in den horizontalen Kesselabschnitt 12. In dem horizontalen
Kesselabschnitt 12 wird das Abgas dann auf eine Temperatur von ca. 350°C abgekühlt.
[0022] Sowohl im ersten vertikalen Kesselabschnitt 6 als auch im zweiten vertikalen Kesselabschnitt
10 erfolgt die Abkühlung des Abgases bzw. der Wärmeübergang zumindest im Wesentlichen
durch Strahlung. Der erste vertikale Kesselabschnitt 6 wird deshalb auch als erster
Strahlungsteil und der zweite vertikale Kesselabschnitt 10 als zweiter Strahlungsteil
des Abhitzekessels 2 bezeichnet. In dem horizontalen Kesselabschnitt 12 erfolgt die
Abkühlung des Abgases bzw. der Wärmeübergang zumindest im Wesentlichen durch Konvektion.
Dieser horizontale Kesselabschnitt 12 wird deshalb auch als Konvektionsteil des Abhitzekessels
2 bezeichnet.
1. Vorrichtung zur Gewinnung bzw. zur Anreicherung von Kupfer oder Nickel, mit einem
Schwebeschmelzofen (1) und einem an den Schwebeschmelzofen (1) angeschlossenen Abhitzekessel
(2) zur Abführung und Abkühlung von Abgasen aus dem Schwebeschmelzofen (1),
wobei der Schwebeschmelzofen (1) einen Reaktionsschacht (3), einen vertikalen Steigschacht
(4) und einen den Reaktionsschacht (3) mit dem Steigschacht (4) verbindenden Herd
(5) zur Aufnahme einer kupferhaltigen oder nickelhaltigen Schmelze aufweist und
wobei der Abhitzekessel (2) einen (ersten) an den Steigschacht (4) angeschlossenen
vertikal orientierten bzw. im Wesentlichen vertikal orientierten Kesselabschnitt (6)
aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei der erste vertikale Kesselabschnitt (4) mit der
Maßgabe ausgelegt ist, dass das Abgas bzw. Prozessgas auf eine Temperatur von 800
bis 1000°C, bevorzugt auf eine Temperatur von 850 bis 950°C abkühlbar ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der erste vertikale Kesselabschnitt
(6) eine Höhe h von 30 bis 50m, vorzugsweise von 35 bis 45m aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der erste vertikale Kesselabschnitt
(5) eine Innenquerschnittsfläche von 8 bis 16m2, vorzugsweise von 10 bis 14m2 und bevorzugt von 11 bis 13m2 aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Innenquerschnitt des ersten
vertikalen Kesselabschnittes (6) rechteckig ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei im unteren Bereich des ersten
vertikalen Kesselabschnittes (6) eine Mehrzahl von Einblasdüsen zur Einblasung eines
sauerstoffhaltigen Gases in den Innenraum des Kesselabschnittes (6) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei zwischen dem Steigschacht (4)
des Schwebeschmelzofens (1) und dem ersten vertikalen Kesselabschnitt (6) ein auswechselbares
vertikales Zwischenstück (9) zwischengeschaltet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, wobei das vertikale Zwischenstück (9) eine Höhe von 1,5
bis 8m, vorzugsweise eine Höhe von 2 bis 7,5m und bevorzugt eine Höhe von 2 bis 6m
aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, wobei das vertikale Zwischenstück (9)
von einem von der Kühlung des ersten vertikalen Kesselabschnittes 6 unabhängigen Kühlkreislauf
gekühlt wird.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei ein zweiter vertikaler Kesselabschnitt
(10) an den ersten vertikalen Kesselabschnitt (6) angeschlossen ist und wobei der
zweite vertikale Kesselabschnitt (10) von dem Abgas vertikal nach unten durchströmt
wird.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei der zweite vertikale Kesselabschnitt (10) mit
der Maßgabe ausgelegt ist, dass das Abgas darin auf eine Temperatur von 500 bis 800°C,
vorzugsweise auf eine Temperatur von 620 bis 780°C und bevorzugt auf eine Temperatur
von 640 bis 760°C abkühlbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei der erste vertikale Kesselabschnitt
(6) über einen horizontalen Umlenkungsabschnitt (8) an den zweiten vertikalen Kesselabschnitt
(10) angeschlossen ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei im unteren Bereich des zweiten
vertikalen Kesselabschnittes (10) ein horizontaler Kesselabschnitt (12) an den zweiten
vertikalen Kesselabschnitt (10) angeschlossen ist und wobei das Abgas von dem zweiten
vertikalen Kesselabschnitt (10) in den horizontalen Kesselabschnitt (12) umgelenkt
wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei der horizontale Kesselabschnitt (12) mit der Maßgabe
ausgelegt ist, dass eine Abkühlung des Abgases auf eine Temperatur von 200 bis 500°C,
vorzugsweise auf eine Temperatur von 250 bis 450°C und bevorzugt auf eine Temperatur
von 300 bis 400°C stattfindet.