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EP 2 339 332 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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05.12.2018 Patentblatt 2018/49 |
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Anmeldetag: 06.12.2010 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Röntgenoptischer Aufbau mit zwei fokussierenden Elementen
X-ray optical arrangement with two focussing elements
Montage optique radiographique doté de deux éléments focalisant
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
08.12.2009 DE 102009047672
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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29.06.2011 Patentblatt 2011/26 |
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Patentinhaber: Bruker AXS GmbH |
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76187 Karlsruhe (DE) |
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Erfinder: |
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- Ollinger, Christoph
76133 Karlsruhe (DE)
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Vertreter: Kohler Schmid Möbus Patentanwälte |
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Partnerschaftsgesellschaft mbB
Gropiusplatz 10 70563 Stuttgart 70563 Stuttgart (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A1-2011/002037 US-B2- 6 807 251
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DE-A1- 10 141 958
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Röntgenoptischen Aufbau, welcher
- eine Position für eine Röntgenquelle,
- eine Position für eine Probe,
- ein erstes fokussierendes Element, mit dem Röntgenlicht von der Position der Röntgenquelle
über einen Zwischenfokus auf die Position der Probe gerichtet wird, und
- einen Röntgendetektor, der auf einem Kreisbogen mit Radius R um die Position der Probe
bewegbar ist,
umfasst.
[0002] Ein solcher Röntgenoptischer Aufbau ist aus
US 6,807,251 B2 und der Broschüre Bruker AXS Gmbh; Karlsruhe, Deutschland, "Diffraction Solutions
D8 Advance", 2002, bekannt.
[0003] Röntgendiffraktometrie kann für vielfältige analytische Aufgabenstellungen verwendet
werden, wobei verschiedene Messgeometrien zum Einsatz kommen, z.B. Bragg-Brentano
oder Parallelstrahl-Geometrie. Hierfür werden jedoch verschiedene röntgenoptische
Elemente im Strahlengang benötigt. Um ein schnelles Wechseln zwischen den verschiedenen
Messgeometrien zu ermöglichen, ist es wünschenswert, die hierfür nötigen Umbaumaßnahmen
so gering wie möglich zu halten.
[0004] Aus
US 6,807,251 B2 ist ein Röntgendiffraktometer mit einem Parabolspiegel zur Verwendung des Diffraktometers
in der Parallelstrahlgeometrie, sowie eine Schlitzplatte mit zwei Schlitzenbekannt;
einer der Schlitze dient zur Begrenzung des Röntgenstrahls in der Bragg Brentano-Geometrie
bekannt. Der Spiegel und die Schlitzplatte sind starr miteinander verbunden. Eine
drehbare Pfadselektionsscheibe mit einem weiteren Schlitz ist hinter der Blenden/Spiegeleinheit
angeordnet und kann durch Rotation den für die entsprechende Geometrie benötigten
Röntgenstrahl (parallel oder divergent) auswählen.
[0005] Aus
DE 101 41 958 A1 ist ein Röntgendiffraktometer bekannt, bei dem die Röntgenstrahlung für verschiedene
Aufgabenstellungen abschnittsweise auf unterschiedlichen Strahlpfaden geführt werden
kann, von denen der eine geradlinig von der Probe durch ein Blendensystem mit einstellbaren
und/oder austauschbaren Blenden zum Röntgen-Detektor verläuft, während der andere
Strahlpfad geknickt verläuft und zwar zunächst von der Probenposition zu einem dispersiven
oder reflektierenden röntgenoptischen Element, und von dort zum Röntgendetektor. Mittels
einer Verschlussblende kann der abgeknickte Strahlpfad gegenüber dem Detektor ausgeblendet
werden. Die Blende und das dispersive oder reflektierende röntgenoptische Element
sind starr zueinander justiert und können zusammen gegenüber der Probe verschwenkt
werden.
[0006] Mit Diffraktometern sollen oftmals nicht nur Proben in Reflexionsgeometrie (wie etwa
Pulverproben) gemessen werden, sondern auch Proben in Transmissionsgeometrie (wie
etwa Folien oder Kapillaren). Dazu muss bei handelsüblichen Röntgendiffraktometern
der röntgenoptische Aufbau, wie etwa in der erwähnten Broschüre der Bruker AXS GmbH
auf Seite 13 bzw. 14 schematisch angedeutet, manuell umgebaut werden.
[0007] Der Umbau röntgenoptischer Elemente erweist sich in der Praxis als nachteilig, da
die umgebauten Röntgenoptischen Elemente jedesmal neu justiert werden müssen. Dies
ist ein extrem zeitaufwändiger Vorgang, der zudem noch von fachkundigem Personal durchgeführt
werden muss.
[0008] Zudem müssen meist einige röntgenoptische Komponenten, wie etwa Fokuskristalle oder
Halterungen, ausgetauscht werden, was eine sorgfältige Lagerung der momentan nicht
benötigten röntgenoptischen Komponenten erfordert. Während des Umbaus und der Lagerung
besteht somit eine erhöhte Gefahr der Beschädigung oder gar des eines Abhandenkommens
der teuren röntgenoptischen Komponenten.
Aufgabe der Erfindung
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, einen röntgenoptischen Aufbau
vorzuschlagen, bei dem ein Wechseln zwischen Reflexions- und Transmissionsgeometrie
erleichtert ist, insbesondere wobei Umbau- und Justagearbeiten minimiert oder überflüssig
sind..
Kurze Beschreibung der Erfindung
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß auf ebenso überraschend einfache wie wirkungsvolle
Weise durch einen röntgenoptischen Aufbau der eingangs genannten Art gelöst, der dadurch
gekennzeichnet ist, dass der Aufbau weiterhin umfasst:
[0011] Durch das zweite fokussierende Element wird das vom Zwischenfokus ausgehende Röntgenlicht
in zwei Strahlengänge aufgespalten. Durch das Blendensystem kann derjenige Strahlengang
ausgewählt werden, der für die Beleuchtung der Position der Probe für die jeweilige
Messmethode notwendig ist. Dabei wird der jeweils nicht benötigte Strahlengang vom
Blendensystem abgeschattet. Dadurch kann zwischen Transmissions- und Reflexionsmessung
auf einfache Weise umgeschaltet werden, ohne dass ein zeitintensiver Umbau nötig ist.
Zudem lässt sich die Umschaltung derart einfach gestalten, dass kein Fachpersonal
mehr zugegen sein muss.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Röntgenoptischen Aufbaus
entspricht der Abstand zwischen der Position der Probe und dem Zwischenfokus dem Radius
R des Kreisbogens. Bei dieser Ausführungsform kann der erste Strahlengang sehr gut
für Reflexionsmessungen eingesetzt werden; das Röntgenlicht ist am Detektor bereits
gut fokussiert, so dass gute Intensität und Auflösung der Messung erreicht werden.
[0013] Bei einer anderen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen röntgenoptischen Aufbaus
ist im Strahlengang des Röntgenlichts eine Fokusblende angeordnet, die einen Abstand
zur Position der Probe entsprechend dem Radius R des Kreisbogens aufweist. Die Fokusblende
ist hierbei zwischen erstem fokussierenden Element und Probenposition angeordnet.
Diese Ausführungsform wird vor allem eingesetzt, wenn der Zwischenfokus nicht auf
dem Kreisbogen mit Radius R um die Position der Probe liegt, sondern beispielsweise
weiter weg von der Probenposition. Durch die Fokusblende wird insbesondere für den
ersten Strahlengang bei Reflexionsmessungen die Intensität und Auflösung der Messung
verbessert.
[0014] Das vom Zwischenfokus direkt ausgehende oder von der Fokusblende durchgelassene Röntgenlicht
wird bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsformen von der Probe reflektiert und
auf den Kreisbogen fokussiert. Auf diese Weise lassen sich Reflexionsmessungen an
der Probe durchführen.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Röntgenoptischer Aufbaus
wird das vom zweiten fokussierenden Element ausgehende Röntgenlicht durch die Position
der Probe auf den Kreisbogen fokussiert. Auf diese Weise lassen sich Transmissionsmessungen
mit der mit einer durchlässigen Probe, wie etwa Polymerfolien, durchführen. Alternativ
läßt sich mit dem vom zweiten fokussierenden Element ausgehenden Röntgenlicht die
Ausleuchtung der Probe optimieren.
[0016] Bevorzugt wird auch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen röntgenoptischen Aufbaus,
bei welcher der Kreisbogen, auf dem der Detektor verfahrbar ist, wenigstens 50°, vorzugsweise
wenigstens 100°, besonders bevorzugt wenigstens 140° umfasst. Mit einem vom Detektor
überfahrbaren Bereich von 50° können übliche Messaufgaben aus dem Bereich der Pharmazie
abgedeckt werden. Größere überfahrbare Bereiche machen den röntgenoptischen Aufbau
universeller einsetzbar.
[0017] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen röntgenoptischen
Aufbaus ist das erste und/oder zweite fokussierende Element als Johansson-Monochromator
oder Multischicht-Gradienten-Spiegel (=Göbelspiegel) ausgebildet. Diese Art von Monochromatoren
bzw. Röntgenspiegeln haben sich in der Praxis als vorteilhaft erwiesen.
[0018] Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Röntgenoptischen
Aufbaus, bei der ein Motor vorgesehen ist, mit welchem eine Umschaltung zwischen dem
ersten Strahlengang und dem zweiten Strahlengang erfolgen kann. Mit dem Motor wird
zumindest ein Teil des Blendensystems verfahren; üblicherweise sind den beiden Strahlengängen
zugeordnete Endanschläge vorgesehen. Die Motorisierung vereinfacht den Umschaltprozess.
Der Motor kann auch computergesteuert betrieben werden. Alternativ kann auch ein manuelles
Umschalten des Blendensystems vorgesehen sein.
[0019] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Röntgenoptischen
Aufbaus ist die Blendenweite des Blendensystems für mindestens einen der beiden Strahlengänge
variabel. Dadurch kann der Röntgenstrahl, insbesondere bezüglich der Gesamtintensität,
an die Anforderungen eines konkreten Experiments angepasst werden.
[0020] Besonders vorteilhaft ist auch eine Ausführungsform der Erfindung, bei der für jeden
der beiden Strahlengänge jeweils eine eigene Vorrichtung zum Abschatten des Röntgenlichts
vorgesehen ist. Damit lässt sich jeder der Strahlengänge unabhängig vom anderen abschatten.
Ein solcher Aufbau ist auch vergleichsweise einfach zu realisieren, und die Umschaltung
der Strahlengänge kann unkompliziert erfolgen.
[0021] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen röntgenoptischen
Aufbaus ist für jeden der beiden Strahlengänge jeweils eine eigene feste Blende vorgesehen.
Auch dies ist ein einfach zu realisierender Aufbau; bei Umschaltung der Strahlengänge
sind die jeweiligen Blenden stets in der korrekten Position.
[0022] Bei einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Röntgenoptischen
Aufbaus umfasst das Blendensystem einen um eine Achse, welche senkrecht zur Kreisbogenebene
verläuft, rotierbaren, geschlitzten Blendenblock, durch welchen in einer ersten Drehstellung
der zweite Strahlengang vom Körper des Blendenblocks blockiert wird, wobei der erste
Strahlengang im Bereich des Schlitzes des Blendenblocks verläuft, und in einer zweiten
Drehstellung des Blendenblocks wird der erste Strahlengang vom Körper des Blendenblocks
blockiert, wobei der zweite Strahlengang am Körper des Blendenblocks vorbei verläuft.
Mit einem solchen Blendenblock kann zwischen den beiden Strahlengängen schnell umgeschaltet
werden; weitere bewegliche Teile sind nicht erforderlich. Die Drehung des Blendenblocks
kann auf geringem Raum erfolgen. Zudem wirkt der Blendenblock für den ersten Strahlengang
als Blende; durch eine Variation des Drehwinkels kann bei geeigneter Ausbildung auch
die Blendenweite verstellt werden. Die Drehung des Blockes kann auf baulich einfache
Weise mit Hilfe eines Motors erfolgen.
[0023] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung umfasst das Blendensystem eine
geschlitzte Blende, welche zwischen zwei Schiebestellungen verschiebbar ist. Dabei
wird in jeder der beiden Schiebestellung einer der Strahlengänge vom Körper der Blende
blockiert und der jeweils andere der Strahlengänge verläuft im Bereich des Schlitzes
der Blende. In dieser Ausführungsform kann über eine einfache Verschiebung der geschlitzten
Blende zwischen den Strahlengängen umgeschaltet werden.
[0024] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die weiter aufgeführten Merkmale je für
sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigten
und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen,
sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung der Erfindung.
Zeichnungen und detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen röntgenoptischen Aufbaus;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines rotierbaren, geschlitzten Blendenblocks für einen
erfindungsgemäßen röntgenoptischen Aufbau in einer ersten Drehstellung;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung des geschlitzten Blendenblocks von Fig. 2 in der zweiten
Drehstellung;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer verschiebbaren, geschlitzten Blende für einen
erfindungsgemäßen röntgenoptischen Aufbau in einer ersten Schiebestellung;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung des verschiebbaren, geschlitzten Blendenblocks von Fig.
4 in einer zweiten Schiebestellung;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines aus jeweils einer Blende und jeweils einer Vorrichtung
zur Abschattung pro Strahlengang bestehendem Blendensystems für einen erfindungsgemäßen
röntgenoptischen Aufbau;
- Fig. 7
- wie Fig. 6, jedoch mit einer anderen Einstellung der Vorrichtungen zur Abschattung.
[0026] Ein erfindungsgemäßer
Röntgenoptischer Aufbau 1 ist in
Fig. 1 schematisch dargestellt. Röntgenlicht geht von einer
Röntgenquelle 2 mit einem
Quellfokus 2a aus und trifft auf ein
erstes fokussierendes Element 4, welches das Röntgenlicht zunächst auf einen
Zwischenfokus 5 fokussiert. Dieser ist bevorzugt auf einem
Kreisbogen 7 mit Radius R positioniert, auf welchem auch ein
Detektor 6 verfahrbar angeordnet ist.
[0027] Ein Teil des vom Zwischenfokus 5 ausgehenden Röntgenlichts trifft in Form eines
ersten Strahlengangs 10' direkt auf die
Position der Probe 3, wo es von der Probe reflektiert und auf den Kreisbogen 7 fokussiert wird.
[0028] Ein anderer Teil des vom Zwischenfokus 5 ausgehenden Röntgenlichts trifft zunächst
auf ein
zweites fokussierendes Element 8 und wird von dort in Form eines
zweiten Strahlengangs 10" durch die Position der Probe 3 auf den Kreisbogen 7 fokussiert.
[0029] Ein umschaltbares
Blendensystem 9 schattet dabei je nach Messmethode einen der beiden Strahlengänge 10' oder 10" ab.
In Fig. 1 ist beispielhaft die Abschattung durch das Blendensystem 9 so gewählt, dass
der zweite Strahlengang 10" abgeschattet wird, so dass die
Transmission 11" durch die Probe nicht stattfindet.
[0030] Ein
rotierbarer, geschlitzter Blendenblock 9a als Ausführungsbeispiel des Blendensystems 9 ist in
Fig. 2 schematisch dargestellt. Der Blendenblock 9a befindet sich dabei in einer ersten
Drehstellung bezüglich einer
Drehachse 12, bei der das direkt vom Zwischenfokus 5 ausgehende Röntgenlicht im Bereich des Schlitzes
des Blendenblocks 9a verläuft. Man beachte, dass die effektive Blendenweite durch
Rotation des Blendenblocks in gewissem Umfang variiert werden kann. Der Teil des Röntgenlichts,
der zunächst auf das zweite fokussierende Element 8 trifft, wird dabei vom Körper
des Blendenblocks 9a abgeschattet. Zur Position der Probe 3 (hier nicht gezeigt) gelangt
folglich nur das dem ersten Strahlengang 10' folgende Röntgenlicht.
[0031] Die zweite Drehstellung des rotierbaren, geschlitzten Blendenblocks 9a ist in
Fig. 3 schematisch dargestellt. Dabei ist der Blendenblock 9a gegenüber Fig. 2 um die Drehachse
12 verschwenkt; zur Verschwenkung wird ein
Motor 13 eingesetzt. Dadurch schattet der Körper des Blendenblocks 9a nunmehr den Strahlengang
10' des vom Zwischenfokus 5 direkt ausgehenden Röntgenlichts ab. Das über das zweite
fokussierende Element 8 verlaufende Röntgenlicht kann dagegen an dem Körper des Blendenblocks
9a vorbei zur Position der Probe 3 (hier nicht gezeigt) gelangen.
[0032] Ein alternatives Ausführungsbeispiel des Blendensystems 9 ist in
Fig. 4 schematisch dargestellt. Dabei ist das Blendensystem als
verschiebbare, geschlitzte Blende 9b ausgeführt. In der ersten Schiebestellung von Fig. 4 verläuft das direkt vom Zwischenfokus
5 ausgehende Röntgenlicht im Bereich des Schlitzes der Blende 9b. Der Teil des Röntgenlichts,
der zunächst auf das zweite fokussierende Element 8 trifft, wird dabei vom Körper
der Blende 9b abgeschattet.
[0033] In einer zweiten Schiebestellung, schematisch dargestellt in
Fig. 5., schattet der Körper der Blende 9b nunmehr den Strahlengang 10' des vom Zwischenfokus
5 direkt ausgehenden Röntgenlichts ab. Der Teil des Röntgenlichts, der zunächst auf
das zweite fokussierende Element 8 trifft, also dem zweiten Strahlengang 10" zugehört,
verläuft in dieser Schiebestellung im Bereich des Schlitzes der Blende 9b.
[0034] Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in
Fig. 6 gezeigt. Hier ist in jedem der beiden Strahlengänge 10', 10" jeweils eine feste Blende
9c', 9c" und ein Abschatter 9d', 9d" angeordnet. In der in Fig. 6 gezeigten Einstellung
verläuft der erste Strahlengang 10' vom Zwischenfokus 5 aus zunächst durch die Blende
9c' und dann am geöffneten Abschatter 9d' vorbei in Richtung der Position der Probe
3 (nicht gezeigt). Der zweite Strahlengang 10" verläuft vom Zwischenfokus 5 aus zunächst
durch die Blende 9c", trifft dann auf das zweite fokussierende Element 8 und wird
danach durch den Abschatter 9d" abgeschattet.
[0035] Fig. 7 zeigt das Ausführungsbeispiel aus Fig. 6 mit umgekehrt geschalteten Abschattern 9d'
und 9d". Hierbei verläuft nunmehr der erste Strahlengang 10' vom Zwischenfokus 5 aus
durch die Blende 9c' und wird vom Abschatter 9d' abgeschattet. Der zweite Strahlengang
10" verläuft vom Zwischenfokus 5 aus durch die Blende 9c", trifft dann auf das zweite
fokussierende Element 8 und läuft dann am Abschatter 9d" vorbei in Richtung der Position
der Probe 3 (nicht gezeigt). Zusätzlich zu den in Fig. 6 und Fig. 7 gezeigten Betriebsstellungen
können auch zum Beispiel beide Abschatter 9d', 9d" den jeweiligen Strahlengang 10',
10" blockieren.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 1
- Röntgenoptischer Aufbau
- 2
- Röntgenquelle
- 2a
- Quellfokus
- 3
- Position der Probe
- 4
- Erstes fokussierendes Element
- 5
- Zwischenfokus
- 6
- Röntgendetektor
- 7
- Kreisbogen mit Radius R
- 8
- Zweites fokussierendes Element
- 9
- Blendensystem
- 9a
- Rotierbarer, geschlitzter Blendenblock
- 9b
- Verschiebbare, geschlitzte Blende
- 9c'
- Feste Blende für den ersten Strahlengang
- 9c"
- Feste Blende für den zweiten Strahlengang
- 9d'
- Abschatter für den ersten Strahlengang
- 9d"
- Abschatter für den zweiten Strahlengang
- 10'
- Erster Strahlengang
- 10"
- Zweiter Strahlengang
- 11'
- Reflexion von der Probe
- 11"
- Transmission durch die Probe
- 12
- Drehachse des rotierbaren, geschlitzten Blendenblocks
- 13
- Motor
1. Röntgenoptischer Aufbau (1), umfassend
• eine Position für eine Röntgenquelle (2),
• eine Position für eine Probe (3),
• ein erstes fokussierendes Element (4), mit dem Röntgenlicht von der Position der
Röntgenquelle (2) über einen Zwischenfokus (5) auf die Position der Probe (3) gerichtet
wird, und
• einen Röntgendetektor (6), der auf einem Kreisbogen (7) mit Radius R um die Position
der Probe (3) bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aufbau weiterhin umfasst:
• ein zweites fokussierendes Element (8), mit welchem ein Teil des vom Zwischenfokus
(5) ausgehenden Röntgenlichts auf die Position der Probe (3) gerichtet wird, und
• ein Blendensystem (9), mit welchem zwischen einer Beleuchtung der Position der Probe
(3)
∘ ausschließlich vom Zwischenfokus (5) direkt (= erster Strahlengang (10')) oder
∘ ausschließlich über das zweite fokussierende Element (8) (= zweiter Strahlengang
(10"))
ausgewählt werden kann.
2. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen der Position der Probe (3) und dem Zwischenfokus (5) dem Radius
R des Kreisbogens (7) entspricht.
3. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Strahlengang des Röntgenlichts eine Fokusblende angeordnet ist, die einen Abstand
zur Position der Probe (3) entsprechend dem Radius R des Kreisbogens (7) aufweist.
4. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das vom Zwischenfokus (5) direkt ausgehende oder von der Fokusblende durchgelassene
Röntgenlicht von der Probe reflektiert und auf den Kreisbogen (7) fokussiert wird.
5. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das vom zweiten fokussierenden Element (8) ausgehende Röntgenlicht durch die Position
der Probe (3) auf den Kreisbogen (7) fokussiert wird.
6. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kreisbogen (7), auf dem der Detektor (6) verfahrbar ist, wenigstens 50°, vorzugsweise
wenigstens 100°, besonders bevorzugt wenigstens 140° umfasst.
7. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und/oder zweite fokussierende Element (4, 8) als Johansson-Monochromator
oder Göbelspiegel ausgebildet ist.
8. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Motor (13) vorgesehen ist, mit welchem eine Umschaltung zwischen dem ersten Strahlengang
(10') und dem zweiten Strahlengang (10") erfolgen kann.
9. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Blendenweite des Blendensystems (9) für mindestens einen der beiden Strahlengänge
(10', 10") variabel ist.
10. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden der beiden Strahlengänge (10', 10") jeweils eine eigene Vorrichtung zum
Abschatten (9d', 9d") des Röntgenlichts vorgesehen ist.
11. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden der beiden Strahlengänge (10', 10") jeweils eine eigene feste Blende (9c',
9c") vorgesehen ist.
12. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Blendensystem (9) einen um eine Achse (12), welche senkrecht zur Kreisbogenebene
verläuft, rotierbaren, geschlitzten Blendenblock (9a) umfasst,
dass in einer ersten Drehstellung der zweite Strahlengang (10") vom Körper des Blendenblocks
(9a) blockiert wird, wobei der erste Strahlengang (10') im Bereich des Schlitzes des
Blendenblocks (9a) verläuft, und
dass in einer zweiten Drehstellung der erste Strahlengang (10') vom Körper des Blendenblocks
(9a) blockiert wird, wobei der zweite Strahlengang (10") am Körper des Blendenblocks
(9a) vorbei verläuft.
13. Röntgenoptischer Aufbau (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Blendensystem (9) eine geschlitzte Blende (9b) umfasst, dass die Blende (9b)
zwischen zwei Schiebestellungen verschiebbar ist, und dass in jeder der beiden Schiebestellung
einer der Strahlengänge (10', 10") vom Körper der Blende (9b) blockiert wird und der
jeweils andere der Strahlengänge (10', 10") im Bereich des Schlitzes der Blende (9b)
verläuft.
1. An X-ray optical configuration (1), comprising
- a position for an X-ray source (2)
- a position for a sample (3)
- a first focussing element (4) by means of which X-ray radiation is directed from
the position of the X-ray source (2) via an intermediate focus (5) onto the position
of the sample (3), and
- an X-ray detector (6) which can be moved on a circular arc (7) with radius R about
the position of the sample (3),
characterized in that the configuration further comprises:
- a second focusing element (8) by means of which part of the X-ray radiation emanating
from the intermediate focus (5) is directed onto the position of the sample (3), and
- an aperture system (9) by means of which one can select between illumination of
the position of the sample (3)
- exclusively directly from the intermediate focus (5) (=first optical path (10'))
or
- exclusively via the second focusing element (8) (=second optical path (10")).
2. The X-ray optical configuration (1) according to claim 1, characterized in that the separation between the position of the sample (3) and the intermediate focus
(5) corresponds to the radius R of the circular arc (7).
3. The X-ray optical configuration (1) according to claim 1, characterized in that a focus aperture is disposed in the optical path of the X-ray radiation, which has
a separation from the position of the sample (3) which corresponds to the radius R
of the circular arc (7).
4. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the claims 2 or 3, characterized in that the X-ray radiation directly emanating from the intermediate focus (5) or having
passed the focus aperture is reflected by the sample and focused onto the circular
arc (7).
5. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the claims 1 to 3, characterized in that the X-ray radiation emanating from the second focusing element (8) is focused through
the position of the sample (3) onto the circular arc (7).
6. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the preceding claims,
characterized in that the circular arc (7), on which the detector (6) can be moved, comprises an angle
of at least 50°, preferably of at least 100°, with particular preference of at least
140°.
7. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the preceding claims,
characterized in that the first and/or the second focusing element (4, 8) is designed as a Johansson monochromator
or a Goebel mirror.
8. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the preceding claims,
characterized in that a motor (13) is provided for switching over between the first optical path (10')
and the second optical path (10").
9. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the preceding claims,
characterized in that the aperture width of the aperture system (9) is variable for at least one of the
two optical paths (10', 10").
10. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the preceding claims,
characterized in that each of the two optical paths (10', 10") has a dedicated device for shading (9d',
9d") the X-ray radiation.
11. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the preceding claims,
characterized in that each of the two optical paths (10', 10") has a dedicated fixed aperture (9c', 9c").
12. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the preceding claims,
characterized in that the aperture system (9) comprises a slotted aperture block (9a) which can be rotated
about an axis (12) that extends perpendicularly with respect to a plane of the circular
arc,
the second optical path (10") being blocked by the body of the aperture block (9a)
in a first rotary position, wherein the first optical path (10') extends in an area
of the slot of the aperture block (9a) and, in a second rotary position, the first
optical path (10') is blocked by the body of the aperture block (9a), wherein the
second optical path (10") extends past the body of the aperture block (9a).
13. The X-ray optical configuration (1) according to any one of the claims 1 to 11, characterized in that the aperture system (9) comprises a slotted aperture (9b), that the aperture (9b)
is movable between two sliding positions, and that one of the optical paths (10',
10") is blocked by the body of the aperture (9b) in each of the two sliding positions
and the respective other optical path (10', 10") extends in an area of the slot of
the aperture (9b).
1. Montage optique à rayons X (1), comprenant
• une position pour une source de rayons X (2),
• une position pour un échantillon (3),
• un premier élément de focalisation (4) avec lequel un rayonnement X est dirigé de
la position de la source de rayons X (2) vers la position de l'échantillon (3) via
un foyer intermédiaire (5), et
• un détecteur de rayons X (6) qui est mobile sur un arc de cercle (7) de rayon R
autour de la position de l'échantillon (3),
caractérisé en ce que
le montage comprend en outre :
• un deuxième élément de focalisation (8) avec lequel une partie du rayonnement X
provenant du foyer intermédiaire (5) est dirigée vers la position de l'échantillon
(3), et
• un système de diaphragme (9) qui permet de choisir entre un éclairage de la position
de l'échantillon (3)
∘ exclusivement à partir du foyer intermédiaire (5) directement (= premier chemin
optique (10')) ou
∘ exclusivement via le deuxième élément de focalisation (8) (= deuxième chemin optique
(10")).
2. Montage optique à rayons X (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la distance entre la position de l'échantillon (3) et le foyer intermédiaire (5)
correspond au rayon R de l'arc de cercle (7).
3. Montage optique à rayons X (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un diaphragme de focalisation est disposé dans le chemin optique du rayonnement X
et présente une distance par rapport à la position de l'échantillon (3) qui correspond
au rayon R de l'arc de cercle (7).
4. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications 2 ou 3, caractérisé en ce que le rayonnement X provenant directement du foyer intermédiaire (5) ou transmis à travers
le diaphragme de focalisation est réfléchi par l'échantillon et focalisé sur l'arc
de cercle (7).
5. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le rayonnement X provenant du deuxième élément de focalisation (8) est focalisé sur
l'arc de cercle (7) par la position de l'échantillon (3).
6. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'arc de cercle (7) sur lequel le détecteur (6) peut être déplacé comprend au moins
50°, de préférence au moins 100°, particulièrement de préférence au moins 140°.
7. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le premier et/ou le deuxième élément de focalisation (4, 8) sont réalisés sous la
forme d'un monochromateur de Johansson ou d'un miroir de Göbel.
8. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il est prévu un moteur (13) qui permet d'effectuer une commutation entre le premier
chemin optique (10') et le deuxième chemin optique (10").
9. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la largeur de diaphragme du système de diaphragme (9) est variable pour au moins
un des deux chemins optiques (10', 10").
10. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un dispositif distinct (9d', 9d") pour occulter le rayonnement X est prévu pour chacun
des deux chemins optiques (10', 10").
11. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un diaphragme fixe distinct (9c', 9c") est prévu pour chacun des deux chemins optiques
(10', 10").
12. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le système de diaphragme (9) comprend un bloc de diaphragme à fente (9a) qui peut
tourner autour d'un axe (12) qui s'étend perpendiculairement au plan de l'arc de cercle,
que, dans une première position de rotation, le deuxième chemin optique (10") est bloqué
par le corps du bloc de diaphragme (9a), le premier chemin optique (10') passant dans
la zone de la fente du bloc de diaphragme (9a), et
que, dans une deuxième position de rotation, le premier chemin optique (10') est bloqué
par le corps du bloc de diaphragme (9a), le deuxième chemin optique (10") passant
à côté du corps du bloc de diaphragme (9a).
13. Montage optique à rayons X (1) selon l'une des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que le système de diaphragme (9) présente un diaphragme à fente (9b), que le diaphragme
(9b) peut être déplacé entre deux positions de coulissement, et que, dans chacune
des deux positions de coulissement, l'un des chemins optiques (10', 10") est bloqué
par le corps du diaphragme (9b) et l'autre chemin optique respectif (10', 10") passe
dans la zone du diaphragme (9b).
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