[0001] Die Erfindung betrifft einen Palettencontainer mit einem dünnwandigen starren Innenbehälter
aus thermoplastischem Kunststoff für die Lagerung und den Transport von flüssigen
oder fließfähigen Füllgütern, mit einem den Kunststoffbehälter als Stützrahmen dicht
umschließenden Gitterrohrstützmantel und mit einer Bodenpalette, auf welcher der Kunststoffbehälter
aufliegt und mit welcher der Stützmantel fest verbunden ist. Der Gitterrohrstützmantel
(Außenbehälter) des Palettencontainers besteht aus miteinander verschweißten vertikalen
und horizontalen Rohren. Um einen geschlossenen Außenbehälter zu erhalten, sind die
umlaufenden horizontalen Rohre jeweils an wenigstens einer Stelle fest miteinander
verbunden.
Stand der Technik:
[0002] Derartige Palettencontainer mit geschweißtem Gitterrohrstützmantel sind allgemein
bekannt, so z. B. aus der
EP 0 734 967 A. Der Gitterrohrstützmantel des hieraus bekannten Palettenbehälters besteht aus einem
Rundrohr-Profil, das an den verschweißten Kreuzungsstellen stark zusammengedrückt
ist. Aus der
DE 297 19 830 U1 ist ein anderer Palettencontainer bekannt, dessen Gitterstäbe ein vom Kreisquerschnitt
abweichendes Rohrprofil aufweisen, das allerdings ausdrücklich einen über die gesamte
Länge hinweg gleichbleibenden Querschnitt ohne jegliche Eindellungen bzw. querschnittsvermindernde
Einformungen besitzen soll. Ein weiterer Palettencontainer mit einem Gitterrohrstützmantel
aus offenen Profilstäben ist aus der
DE 196 42 242 A bekannt. Weiterhin gehören verschiedene Palettencontainer mit quadratischem Gitterstab-Rohrquerschnitt
zum bekannten Stand der Technik.
[0003] Eine besondere Version eines Gitterrohr-Stützmantels wird in der
EP 1 939 108 A1 (OMC) beschrieben. Der hieraus bekannte Palettencontainer weist bei seinen vertikalen
Rohrstäben einen quadratischen Gitterstab-Rohrquerschnitt und bei seinen horizontalen
Rohrstäben einen kreisförmigen runden Gitterstab-Rohrquerschnitt und auf. Bei der
Verbindung der umlaufenden horizontalen Rundrohre ist das eine Rohrende verjüngt ausgebildet
und in das andere im Querschnitt unveränderte Rohrende eingesteckt. Um ein Auseinanderrutschen
der Rohrenden zu verhindern sind mehrere, vorzugsweise acht Verbindungsmittel wie
z. B. Schweißpunkte oder Schrauben vorgesehen, welche die Wandungen beider Rundrohre
durchdringen.
[0004] Die Befestigung des Gitterrohrstützmantels auf der Bodenpalette, diese kann als Flachpalette
aus Kunststoff, Holz, Stahlblech oder Teilen davon mit Stahlrohrrahmen (Composite-Palette)
ausgebildet sein, erfolgt üblicherweise mittels über oder durch das untere horizontal
umlaufende Gitterrahmenrohr greifende Befestigungsmittel wie z. B. Schrauben, Spangen,
Klammern oder Klauen. Die Befestigungsmittel sind auf der Oberplatte oder dem oberen
Außenrand der Palette eingenagelt, verstiftet, verschraubt oder angeschweißt. Bei
Stahlpaletten ist der Gitterrohrrahmen direkt aufgeschweißt. Für einen industriellen
Einsatz bzw. bei einer Verwendung der Palettencontainer in der chemischen Industrie
müssen diese eine amtliche Zulassungsbemusterung durchlaufen und dabei verschiedene
Qualitätskriterien erfüllen. So werden z.B. Innendrucktests sowie Fallprüfungen mit
gefüllten Palettencontainern aus bestimmten Fallhöhen durchgeführt. Palettencontainer
bzw. Kombinations-IBC's (IBC = Intermediate Bulk Container) der hier angesprochenen
Art - in einer Leichtbauweise ohne massive Eck-Stützpfosten mit einem Leergewicht
von ca. 60 bis 80 kg je nach Palettenart für einen 1000 Liter-IBC - werden vorzugsweise
für den Transport von Flüssigkeiten eingesetzt. Insbesondere beim LKW-Transport von
gefüllten Kombinations-IBCs entstehen durch die Transportstöße und Bewegungen des
Transportfahrzeugs - in besonderem Maße auf schlechten Wegstrecken - erhebliche Schwallbewegungen
des flüssigen Füllguts, wodurch ständig wechselnde Druckkräfte auf die Wandungen des
Innenbehälters ausgeübt werden, die wiederum bei rechteckförmigen Palettencontainern
zu radialen Schwingungsbewegungen des Gitterrohrstützmantels führen (dynamische Dauer-Schwingungsbelastung).
Je nach Ausführung des Gitterrohrstützmantels werden bei längeren Transporten auf
schlechten Wegstrecken die Belastungen so hoch, dass Schweißstellen in den Kreuzungsbereichen
und sogar einzelne Stäbe der Rohrgitter ermüden und brechen können.
[0005] Die umfangsseitigen Rohrverbindungen der horizontalen Rohre des Gitterrohrstützmantels
stellen insbesondere bei Transportbelastungen und Zulassungsprüfungen (Vibrationsprüfung
über 1 Stunde mit nachfolgender Innendruckprüfung von 100 kPa über 10 Min) eine besondere
Stelle dar, an der bevorzugt Ermüdungsrisse oder gar Rohrbrüche auftreten können.
Die horizontalen und vertikalen Rohrstäbe der heutzutage am meisten verbreiteten Kombinations-IBC's
weisen einen kreisförmigen oder quadratischen Rohrquerschnitt auf.
[0006] Bei den horizontalen Rohrverbindungen wird eine Rohrseite verkleinert und um ca.
50 mm in das andere offene Rohrende eingeschoben, danach wird die Verbindungsstelle
auf verschiedene Weise nachbearbeitet. Bei den bekannten Palettenbehältern mit kreisförmigem
Querschnitt der Gitterstäbe (
US 5,678,688) erfolgt diese Nachbearbeitung horizontal von der Innenseite her; die Rohrverbindung
wird radial von innen derart eingedrückt, dass die hintere Rohrhälfte eingestülpt
bündig innenseitig an der vorderen Rohrhälfte anliegt. und von außen her werden dann
Haltezungen/-löcher in Vierfach-Wandung dieser Rohrverbindung eingestanzt.
[0007] Bei einem anderen bekannten Palettencontainer mit quadratischem Rohrquerschnitt (
US 5,645,185) wird das äußere Rohrende nach Einführen des inneren Rohrendes mit mehreren in den
winkeligen Eckbereichen des Rohrquerschnittes eingepressten Umfangskerben versehen.
Zusätzlich werden bei den am meisten belasteten Rohrverbindungen zur Verstärkung noch
Befestigungsschrauben eingesetzt.
[0008] Bei einem weiteren bekannten Palettencontainer mit quadratischem Rohrquerschnitt
(
US 6,244,453) wird die äußere Hälfte der Rohrverbindung über eine gewisse Länge in Vertikalrichtung
zusammengedrückt und wellenförmig gegeneinander verclincht. Die innere Hälfte der
Rohrverbindung bleibt dabei unverformt. Um gegen auftretende Zugbeanspruchungen z.
B. bei der Innendruckprüfung zu bestehen, muss die Ineinander-Verclinchung jedoch
vergleichsweise tief bzw. scharfkantig ausgeführt werden, so daß an dieser außen liegenden
Stelle bei üblicher Belastung die Gefahr einer Materialüberbeanspruchung bestehen
kann. Alle bekannten Rohrverbindungen sind üblicherweise mittig in einer Linie übereinander
in der Gitterwandung des Gitterrohrstützmantels angeordnet, in der sich die mittig
im Bodenbereich des Kunststoff-Innenbehälters angeordnete Entnahmearmatur für das
flüssige Füllgut befindet.
Aufgabenstellung :
[0009] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik
zu vermeiden und eine verbesserte Rohrverbindung ohne zusätzliche Befestigungsmittel
wie z. B. Schrauben anzugeben, die eine höhere Widerstandsfähigkeit insbesondere gegen
dynamische Schwingungsbelastungen (z. B. Vibrationstest mit anschließender Innendruckprüfung)
und länger andauernde Rüttelbeanspruchungen unter gleichzeitiger Stapelbelastung (z.
B. Transportbelastungen) aufweist.
Lösung:
[0010] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Verbindung der horizontalen Rohre durch
eine auf der inneren Seite der Horizontalrohre angeordnete formschlüssige Verclinchung
bewirkt wird, wobei die äußere Seite der Horizontalrohre frei von jeglichen Deformationen
sind. Die Verclinchung ist nur auf der inneren Hälfte der Horizontalrohre durch eine
vertikale Einpressung von oben und unten mittels entsprechender Preßstempel als wellenförmig
ineinandergreifende Formschlußverbindung ausgeführt. Durch die erfindungsgemäße innenseitige
Anordnung der formschlüssigen Verclinchung der horizontalen Rohre in ihrem Verbindungsbereich
wird also ausschließlich die innere Hälfte der Rohrenden verformt und die äußere Hälfte
der Horizontalrohre mit quadratischem Rohrquerschnitt bleibt frei von jeglichen Einformungen.
Da jede Kaltverformung wie z. B. eine Verclinchung eine Festigkeitssteigerung des
Materialgefüges bewirkt, bedeutet dies auch gleichzeitig eine Verminderung der vorherigen
Elastizität. Die formschlüssige Materialanhäufung und gegenseitige Abstützung von
Rohrober- und - unterseite (Doppelrohr) stellt gleichfalls eine Rohrversteifung dar.
[0011] Beim Vibrationstest schwingen die Seitenwandungen des Gitterrahmens aus der normalen
ebenen Position durch die Bewegung des flüssigen Füllgutes wechselweise elastisch
nach innen und außen. Die elastische Deformation der Seitenwandungen ist im mittleren
Bereich am größten, wobei die "Ausbeulung" nach außen etwa doppelt so groß ist wie
die "Einbeulung" nach innen. Dadurch treten bei einer Deformation nach außen auf der
äußeren Seite der Horizontalstäbe etwa doppelt so hohe Zugspannungen auf wie bei einer
Deformation nach innen auf der inneren Seite der Horizontalstäbe. Zugspannungen sind
im Gegensatz zu Druckspannungen insbesondere bei dynamischen Druckwechselbelastungen
äußerst kritisch und können ab einer bestimmten Höhe materialschädigend sein. Sie
bewirken eine Rißbildung zumeist an Übergangsstellen von Rohrquerschnittsveränderungen.
Durch die erfindungsgemäße Ausführung der Rohrverbindung liegt nun in vorteilhafter
Weise die undeformierte äußere Hälfte der Horizontalrohre im Bereich der größeren
Durchbiegung (nach außen) mit höheren Zugspannungen und die innere Hälfte der Horizontalstäbe
mit formschlüssiger Verclinchung (und höherer Steifigkeit mit geringerer Elastizität)
liegt im Bereich der geringeren Rohrstabdurchbiegung (nach innen) mit den dort niedrigeren
Zugspannungen.
[0012] Dadurch ist eine tragfähige Verbindung geschaffen, bei der keine zusätzlichen Hilfsmittel
wie Schrauben benötigt werden, die eine deutlich höhere Belastbarkeit und Widerstandsfähigkeit
gegen Biegewechselbeanspruchungen und insbesondere gegen lang andauernde dynamische
Schwingungsbelastungen aufweist.
[0013] Weitere erfindungsgemäße Ausführungsvarianten sehen folgendermaßen aus :
In einer abgewandelten Ausführung der Erfindung kann die Anordnung der Rohrverbindung
mit Verclinchung der horizontalen Rohre des Gitterrohrstützmantels bei gleicher Umfangsposition
mit wechselweise unterschiedlichen Einschubrichtungen ausgeführt sein. Dabei wird
bei einem Horizontalstab einmal das rechtsseitige Rohrende verkleinert und in das
linksseitige Rohrende eingesteckt und zum anderen bei dem nächsten Horizontalstab
das linksseitige Rohrende verkleinert und in das rechtsseitige Rohrende eingesteckt
usw. Auf diese Weise wird eine Vergleichmäßigung des Verbindungsbereiches bewirkt,
wobei keine Einsteckrichtung bevorzugt ist.
In einer anderen Ausführung der Erfindung kann die Rohrverbindung der horizontalen
Gitterrohre außermittig linienförmig übereinander in einer Seitenwandung des Gitterrohrstützmantels
angeordnet sein. Da in der Mitte der Gitterwandungen die größte Deformation auftritt,
wird durch diese vorteilhafte Maßnahme eine Verlagerung der Rohrverclinchungen in
Bereiche mit niedrigeren Spitzenspannungen bewirkt.
In einer weiteren Ausführung der Erfindung kann die Rohrverbindung der horizontalen
Gitterrohre außermittig wechselweise übereinanderliegend in einer Seitenwandung des
Gitterrohrstützmantels angeordnet sein. Da die Verclinchung der Horizontalrohre im
Verbindungsbereich immer auch eine Versteifung an dieser Stelle verursacht, wird durch
diese Ausführungsvariante eine Vergleichmäßigung des Elastizitätsverhaltens der gesamten
Seitenwandung mit Verbindungsbereich im Vergleich zu den anderen Seitenwandungen des
Gitterrahmens ohne Verbindungsbereiche der Horizontalstäbe erzielt.
Vorteile:
[0014]
- die Anordnung der Rohrverbindungen der horizontalen Rohre des Gitterrohrstützmantels
nach innen zum Innenbehälter hin bewirkt eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen
Langzeit-Biegewechselbeanspruchungen;
- die Anordnung der Rohrverbindungen der horizontalen Rohre nach innen zum Innenbehälter
hin ist optisch vorteilhafter, weil man die wellenförmige Verclinchung bei Betrachtung
von außen nicht sieht bzw. nicht direkt darauf schaut;
- ein Einreißen der Horizontalrohre bei den Clinchverbindungen als Kerb-Schwachstelle
von der Außenseite her wird verhindert, weil die Rohrverbindungen nun im innenseitigen
Bereich der erträglichen Zugspannungen von Biegewechselbelastungen liegen, die üblicherweise
bei langen Transporten oder bei Vibrationsprüfungen entstehen.
[0015] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Clinchverbindungen nicht mehr
im mittigen Bereich einer Seitenwandung (= dem Bereich der größten Durchbiegung),
sondern in einem außermittigen Bereich der Seitenwandung angeordnet ist. Eine Verlegung
der Rohrverbindungen in außermittige Bereiche der Seitenwandungen des Gitterrohrstützmantels
hat den großen Vorteil, daß dort nur noch geringere Durchbiegungen der Seitenwandungen
mit geringeren Spitzenwerten an Zug/Druck-Wechselbelastungen auftreten.
[0016] Die äußeren bzw. außenseitigen Querschnittsbereiche der Horizontalstäbe (mit höchster
Zugbelastung) sind in den Außenrohren (die im Verbindungsbereich über das eingesteckte
andere Rohrende geschoben sind) vorteilhafterweise durch das Clinchen nicht deformiert,
das Innenrohr ist außen nur in Längsrichtung verformt, so daß die inneren Rohrbereiche
(mit der Clinchdeformation) überwiegend durch unschädliche Druckspannungen beansprucht
werden.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Zeichnungen schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert und beschrieben. Es zeigen :
- Figur 1
- einen erfindungsgemäßen Palettencontainer,
- Figur 2
- in Teilansicht die auftretende elastische Deformation des Gitterrohrstützmantels bei
Transportbelastungen,
- Figur 3
- die Deformation des Gitterrohrstützmantel in Draufsicht auf die Gitterwand,
- Figur 4
- den Clinchbereich eines horizontalen Rohres von der Innenseite her,
- Figur 5
- den Clinchbereich eines horizontalen Rohres von der Außenseite her,
- Figur 6
- den Clinchbereich eines horizontalen Rohres mit Innenbehälter im statischen Ruhezustand
von oben her betrachtet,
- Figur 7
- den Clinchbereich eines horizontalen Rohres mit Innenbehälter im Zustand einer Deformation
nach außen ebenfalls von oben her betrachtet,
- Figur 8
- Schnitt durch den Verbindungsbereich (Verclinchung) gem. Fig. 7,
- Figur 9
- eine andere Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Palettencontainers mit Clinchbereichen
in unterschiedlicher Anordnungsrichtung,
- Figur 10
- das Prinzip einer Rissfortbildung bei Innendruckprüfung mit Verclinchung in gleicher
Umfangsposition,
- Figur 11
- eine weitere Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Palettencontainers mit Clinchbereichen
in unterschiedlicher Anordnungspositionierung,
- Figur 12
- das Prinzip einer Rissabstützung bei einem Gitterrohrstützmantel mit Clinchbereichen
in unterschiedlichen Umfangspositionen und
- Figur 13
- eine weitere Ausführungsvariante des Palettencontainers mit Clinchbereichen an Stellen
geringerer Biegewechselspannungen.
[0018] In
Figur 1 ist mit der Bezugsziffer 10 ein erfindungsgemäßer Palettencontainer bezeichnet, mit
einem dünnwandigen starren Innenbehälter 12 aus thermoplastischem Kunststoff für die
Lagerung und den Transport von insbesondere gefährlichen flüssigen Füllgütern, mit
einem den Kunststoffbehälter 12 als Stützrahmen dicht umschließenden Gitterrohrstützmantel
14 und mit einer Bodenpalette 16, auf welcher der Kunststoffbehälter 12 aufliegt und
mit welcher der Stützmantel 14 fest verbunden ist. Der Gitterrohrstützmantel 14 (Außenbehälter)
des Palettencontainers 10 besteht aus miteinander verschweißten vertikalen und horizontalen
Rohren 18, 20. Um einen geschlossenen Außenbehälter zu erhalten, sind die umlaufenden
horizontalen Rohre 18 jeweils miteinander verbunden. Hier liegt der Verbindungsbereich
der Horizontalrohre 18 - wie bisher allgemein üblich - mittig in einer der beiden
kürzeren Seitenwandungen des Palettencontainers 10 genau über der mittig im Bodenbereich
des Innenbehälters 12 angeschlossenen Entnahmearmatur 22. Im vorliegenden Fall ist
durch die in die Horizontalrohre 18 eingezeichneten, nach links weisenden Pfeilspitzen
angedeutet, daß das rechtsseitige Rohrende verkleinert ausgebildet und in das unveränderte
linksseitige Rohrende eingesteckt ist. Dabei ist die Verclinchung der Horizontalrohre
innenseitig ausgeführt und somit von außen nicht sichtbar.
[0019] Um das eine Rohrende im Querschnitt zu verkleinern und in das andere Rohrende einstecken
zu können, werden bei dem einzusteckenden Rohrende die zuvor unverformten, jeweils
paarweise zueinander parallel verlaufenden Seitenwandungen des quadratförmigen Rohrquerschnittes
über eine Länge von ca. 50 mm derart nach innen eingedrückt bis ein nahezu X-förmiger
Rohrquerschnitt entsteht, dessen Eckkanten dabei auch etwas nach innen gezogen werden,
so daß sie in den unverformten quadratförmigen Rohrquerschnitt des anderen Rohrendes
eingeschoben werden können.
[0020] Zur Erläuterung des elastischen Durchbiegeverhaltens der Seitenwandungen eines Palettencontainers
10 bei Transportbelastungen ist in
Figur 2 schematisch dargestellt, daß die maximale Durchbiegung der Gitterrohrwandungen an
der Stelle des Masseschwerpunktes "S" eines befüllten Palettencontainers auftritt
und etwa in 33% der Höhe - von der Palette 16 aus gemessen - der Seitenwandung liegt,
wobei die Durchbiegung "Da" nach außen etwa doppelt so groß ist wie die Durchbiegung
"Di" nach innen. Dazu zeigt die Draufsicht in
Figur 3, daß die maximale Durchbiegung jeweils in der Mitte einer Seitenwandung liegt.
[0021] Figur 4 zeigt in Draufsicht auf die Innenseite eines Horizontalrohres 18 den erfindungsgemäßen
Verbindungsbereich, die innenseitige Verclinchung des Horizontalrohres 18. Dabei wurden
drei Beißzähne des Clinchwerkzeuges senkrecht von oben und vier versetzt dazu angeordnete
Beißzähne senkrecht von unten in die innere Hälfte des Horizontalrohres 18 derartig
eingeformt, daß eine feste unlösbare, wellenförmige Formschlussverbindung beider Rohrenden
26, 28 entstanden ist.
[0022] Entsprechend dazu zeigt
Figur 5 den gleichen Verbindungsbereich des Horizontalrohres 18 aus Fig. 4. Es ist deutlich
ersichtlich, daß die Außenseite des äußeren Rohrendes 26 keine Clinchverformungen
aufweist und damit frei von jeglichen Eindellungen ist.
[0023] In
Figur 6 ist in Teilquerschnitts-Draufsicht der Verbindungsbereich eines Horizontalrohres
18 mit innen anliegendem Kunststoffbehälter 12 im statischen Ruhezustand dargestellt.
Hierbei weist die Seitenwandung des Palettencontainers so gut wie keine Durchbiegung
auf. Dagegen zeigt
Figur 7 den gleichen Verbindungsbereich im Zustand einer Schwallbelastung durch das hin-
und herschwappende flüssige Füllgut mit entsprechender Durchbiegung der Seitenwandung
nach außen. Gemäß Schnittlinie VIII-VIII ist in
Figur 8 eine Querschnittsdarstellung des verclinchten Verbindungsbereiches 24 dargestellt.
Auf der linken Seite wird deutlich, wie die beiden Rohrenden 26, 28 formschlüssig
miteinander verclincht sind. Dabei ist die Außenwandung des äußeren Rohrendes 26 auf
der rechte Seite der Darstellung völlig frei von Einformungen. Genau diese unverformte
Außenwandung, die noch ihre ursprüngliche höhere Elastizität aufweist (im Gegensatz
zu den durch Kaltumformung versteiften Clinchbereichen mit verminderter Elastizität),
nimmt unbeschadet die höchsten Werte der kritischen Zugspannungen auf. Die erfindungsgemäße
Art der wellenförmigen Formschlußverbindung nur auf der Innenseite der Horizontalrohre
stellt im Gegensatz zu anderen Rohrverbindungen (mit Schrauben und Schraublöchern
oder eingestanzten Hakenösen) eine optimale Lösung dar, weil nur Materialverfaltungen
eingebracht werden, aber kein Aufreißen oder Durchbrechen der Materialstruktur erfolgt,
denn das sind in aller Regel die Keimzellen für eine Rissbildung.
[0024] In
Figur 9 ist eine Ausführungsvariante dargestellt, bei der die beiden Rohrenden 26, 28 der
horizontalen Gitterrohre jeweils wechselweise ineinander gesteckt und verclincht sind.
Einmal ist das linke Rohrende verkleinert (= Pfeilspitze) und in das rechte unverformte
Rohrende eingesteckt, beim nächsten Horizontalrohr ist die Rohrverbindung entsprechend
umgekehrt ausgebildet.
[0025] Figur 10 veranschaulicht eine Rißbildung an einer kritischen Rohrverbindung und ein nachfolgendes
Aufreißen weiterer benachbarter Verclinchungen. Üblicherweise startet eine Rißbildung
an der Stelle der höchsten Belastung. Dies erfolgt in aller Regel im mittleren Bereich
des zweit-untersten horizontalen Stabes Nr. 3 zwischen den senkrechten Stäben B und
C. Ist dort die Verclinchung im Stab 3 gerissen bzw. ganz aufgebrochen, erfolgt eine
zusätzliche Belastung über die Stäbe B und C auf die Verclinchungen der horizontalen
Stäbe 4 und 2, die dann durch die zusätzliche Belastung aufgrund des Versagens der
aufgerissenen Rohrverbindung auch in ihrem Verbindungsbereich aufreißen.
[0026] In
Figur 11 ist eine andere vorteilhafte Anordnung der Verclinchungen gemäß der vorliegenden
Erfindung auf unterschiedlichen Umfangspositionen dargestellt. Dabei sind die Rohrverbindungen
jeweils abwechselnd außermittig in der Gitterwandung einmal nach der rechten Seite
und einmal nach der linken Seite versetzt angeordnet. Bei einer derartigen Ausführungsvariante
werden dagegen keine Zugkräfte durch aufgerissene Verclinchungen auf andere benachbarte
Verclinchungen übertragen und müssen von denen auch nicht aufgenommen werden.
[0027] Dazu ist für diese Ausführungsvariante in
Figur 12 schematisch dargestellt worden, daß ein Rohrbruch - selbst wenn er hier auftreten
würde - vergleichsweise unkritisch ist, weil durch den Ausfall einer gebrochenen Rohrverbindung
die anderen benachbarten Rohrverbindungen nicht zusätzlich belastet und damit überbelastet
werden. Das liegt daran, daß hierbei jede Rohrverbindung rundherum von jeweils sechs
fest verschweißten Kreuzungsstellen von vertikalen und horizontalen Gitterstäben eingeschlossen
ist und in einem Gitterfeld (Gitterrechteck) liegt, in welchem die benachbarten Horizontalrohre
keine Rohrverbindung aufweisen. Die Rohrverbindungen der benachbarten Horizontalstäbe
sind demgegenüber immer in einem weiter abgelegenen Gitterfeld angeordnet und Biegespannungen
einer gebrochenen Rohrverbindung können sich nicht direkt auf die nächste Rohrverbindung
übertragen und diese belasten.
[0028] Schließlich zeigt
Figur 13 noch ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Rohrverbindungen 24 zwar übereinander aber
außermittig in der vorderen Seitenwandung des Palettencontainers 10 angeordnet sind.
Dabei können die Rohrverbindungen 24 rechtsseitig oder linksseitig von der Mitte der
Seitenwandung (genau über der Entnahmearmatur 22) vorgesehen sein. Dort befinden sie
sich in einem Bereich von geringerer Durchbiegung und unterliegen damit auch nicht
mehr den hohen kritischen Zugspannungen. Insgesamt wird also durch die vorliegende
Erfindung eine Lehre vermittelt, wie die Widerstandsfähigkeit eines Gitterrahmens
für einen Palettencontainer mit verschweißten horizontalen und vertikalen Rohren mit
quadratförmigem Rohrquerschnitt gegen dynamische Dauer-Schwingungsbelastung auf an
sich einfache Weise verbessert bzw. erhöht werden kann.
Bezugsziffernliste
[0029]
- 10
- Palettencontainer
- 12
- Kunststoffbehälter
- 14
- Gitterrahmen
- 16
- Bodenpalette
- 18
- horizontales Gitterrohr (14)
- 20
- vertikales Gitterrohr (14)
- 22
- Entnahmearmatur (12)
- 24
- Verbindungsbereich-Verclinchung (18)
- 26
- außenseitiges Rohrende (24)
- 28
- innenseitiges Rohrende (24)
1. Palettencontainer (10) mit einem dünnwandigen starren Innenbehälter (12) aus thermoplastischem
Kunststoff für die Lagerung und den Transport von flüssigen oder fließfähigen Füllgütern,
mit einem den Kunststoffbehälter (12) dicht umschließenden Gitterrohrstützmantel (14)
und mit einer Bodenpalette (16), auf welcher der Kunststoffbehälter (12) aufliegt
und mit welcher der Stützmantel (14) fest verbunden ist, wobei der Gitterrohrstützmantel
(14) aus miteinander verschweißten vertikalen und horizontalen Rohren (18, 20) besteht
und die umlaufenden horizontalen Rohre (18) jeweils fest miteinander verbunden sind,
wobei das eine Rohrende verkleinert ausgebildet und in das unveränderte andere Rohrende
eingesteckt ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Verbindung der horizontalen Rohre (18) durch eine auf der inneren Seite der Horizontalrohre
(18) angeordnete, formschlüssige Verclinchung (24) bewirkt wird, wobei die äußere
Seite der Horizontalrohre (18) frei von jeglichen Verclinchungsdeformationen ist.
2. Palettencontainer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Rohrverbindungen mit Verclinchung (24) der horizontalen Rohre (18) des Gitterrohr-stützmantels
(14) bei gleicher Umfangsposition wechselweise unterschiedliche Einschubrichtungen
aufweisen.
3. Palettencontainer nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Rohrverbindungen (24) der horizontalen Gitterrohre (18) außermittig linienförmig
übereinander in einer Seitenwandung des Gitterrohrstützmantels (14) angeordnet sind.
4. Palettencontainer nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Rohrverbindungen (24) der horizontalen Gitterrohre (18) außermittig wechselweise
übereinanderliegend in einer Seitenwandung des Gitterrohrstützmantels (14) angeordnet
sind.
5. Palettencontainer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Tiefe der Verclinchung, die durch die Einformtiefe der Beißzähne des Verclinchungs-Werkzeuges
bestimmt wird, zur Mitte der Rohrverbindung (24) hin zunimmt und jeweils seitlich
nach außen hin abnimmt.
1. Pallet container (10) having a thin-walled rigid inner receptacle (12) made of thermoplastic
material for storing and transporting liquid or flowable charges, having a support
casing (14) in the form of a tubular grid, which closely surrounds the plastics receptacle
(12), and having a base pallet (16) on which the plastics receptacle (12) rests and
to which the support casing (14) is fixedly connected, wherein the tubular-grid support
casing (14) is made of vertical and horizontal tubes (18, 20) which are welded together
and the peripheral horizontal tubes (18) are each fixedly connected to one another,
wherein the one tube end is made smaller and is inserted into the unchanged other
tube end,
characterised in that
the horizontal tubes (18) are connected by form-fitting clinching (24) on the inner
side of the horizontal tubes (18), wherein the outer side of the horizontal tubes
(18) is free of any clinching deformation.
2. Pallet container according to Claim 1,
characterised in that
the tube connections with clinching (24) of the horizontal tubes (18) of the tubular-grid
support casing (14) have the same peripheral position and alternately different directions
of insertion.
3. Pallet container according to Claim 1 or 2,
characterised in that
the tube connections (24) of the horizontal grid tubes (18) are arranged eccentrically,
in a line one above the other in a side wall of the tubular-grid support casing (14).
4. Pallet container according to Claim 1, 2 or 3,
characterised in that
the tube connections (24) of the horizontal grid tubes (18) are arranged eccentrically
and alternately one above the other in a side wall of the tubular-grid support casing
(14).
5. Pallet container according to Claim 1,
characterised in that
the depth of the clinching, which is determined by the depth of penetration of the
biting teeth of the clinching tool, increases towards the centre of the tube connection
(24) and decreases in each case laterally outwards.
1. Conteneur sur palette (10) comportant un contenant intérieur rigide (12) à parois
minces en plastique thermoplastique pour le stockage et le transport de produits de
remplissage fluides ou coulants, comprenant une enveloppe de renfort à cadre en treillis
tubulaire (14) entourant hermétiquement le contenant en plastique (12) et une palette
de fond (16) sur laquelle repose le contenant en plastique (12) et à laquelle est
reliée fixement l'enveloppe de renfort (14), l'enveloppe de renfort à cadre en treillis
tubulaire (14) se composant de tubes verticaux et horizontaux (18, 20) soudés ensemble
et les tubes horizontaux circonférentiels (18) étant à chaque fois reliés fixement
les uns aux autres, une extrémité de tube étant réalisée de manière rétrécie et étant
enfoncée dans l'autre extrémité de tube non modifiée,
caractérisé en ce que
la liaison des tubes horizontaux (18) est réalisée par un clinchage (24) par engagement
par coopération de forme disposé sur le côté intérieur des tubes horizontaux (18),
le côté extérieur des tubes horizontaux (18) étant exempt de toutes déformations par
clinchage.
2. Conteneur sur palette selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les liaisons tubulaires avec clinchage (24) des tubes horizontaux (18) de l'enveloppe
de renfort à cadre en treillis tubulaire (14) présentent, pour une même position périphérique,
des sens d'enfoncement différents en alternance.
3. Conteneur sur palette selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
les liaisons tubulaires (24) des tubes de treillis horizontaux (18) sont disposées
de manière excentrée linéairement les unes au-dessus des autres dans une paroi latérale
de l'enveloppe de renfort à cadre en treillis tubulaire (14).
4. Conteneur sur palette selon la revendication 1, 2 ou 3,
caractérisé en ce que
les liaisons tubulaires (24) des tubes de treillis horizontaux (18) sont disposées
de manière excentrée en alternance les unes au-dessus des autres dans une paroi latérale
de l'enveloppe de renfort à cadre en treillis tubulaire (14).
5. Conteneur sur palette selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la profondeur du clinchage, qui est déterminée par la profondeur d'enfoncement des
dents de morsure de l'outil de clinchage, augmente vers le centre de la liaison tubulaire
(24) et diminue à chaque fois latéralement vers l'extérieur.