[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Skischuh, welcher in gegenüberliegenden
seitlichen, vorderen Schuhabschnitten jeweils eine Öffnung aufweist, wobei die Öffnungen
eine Öffnungsachse definieren, entlang welcher Lagerbolzen einer Skibindung in die
Öffnungen eingeführt werden können, um den Skischuh um die Öffnungsachse verschwenkbar
an der Skibindung zu halten. Ferner betrifft die Erfindung ein Bindungssystem umfassend
einen solchen Skischuh und eine Skibindung. Besondere Anwendung findet die Erfindung
im Bereich des Tourenskisports und mit speziellen Vorteilen im Tourenski-Rennsport.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung fallen unter den Begriff "Ski" jedoch auch Splitboards,
d.h. in Längsrichtung teilbare Snowboards, deren Einzelteile in der Art von Skiern
zum Aufstieg verwendet werden können.
[0002] Im Tourenskisport hat sich ein Bindungssystem etabliert, welches den Skischuh an
zwei seitlichen Lagerbolzen einer Tourenskibindung um eine zur Skiachse orthogonale
Schwenkachse verschwenkbar hält, indem die Lagerbolzen in entsprechende seitliche
Öffnungen des Skischuhs eingeführt werden. Ein gattungsgemäßer Skischuh mit einem
entsprechenden Bindungssystem ist beispielsweise in der
EP 0 199 098 A2 offenbart. Die am Skischuh vorgesehenen seitlichen Öffnungen sind als kegelförmige
Vertiefungen ausgebildet, so dass sie an die kegelförmigen Spitzen der Lagerbolzen
angepasst sind und sowohl ein leichtes Hineingleiten der Lagerbolzen in die Öffnung
beim Einsteigen in die Bindung als auch ein Herausgleiten der Bolzen beim Auslösen
der Bindung, d.h. die Freigabe des Skischuhs, im Falle eines Sturzes zu ermöglichen.
[0003] Während des Aufstiegs, wenn die Skibindung in einen Tourenskimodus gestellt ist,
so dass ein Fersenautomat die Ferse des Skischuhs freigibt und der Skischuh um die
Lagerbolzen herum verschwenken kann, ist ein Auslösen des Vorderbackens generell unerwünscht.
Im Tourenskimodus ist häufig eine Skibremse des Skis deaktiviert, so dass beim Verlust
des Skis die Gefahr besteht, dass der Ski am Hang davon rutscht. Im Rennsportbereich
bedeutet ein unbeabsichtigtes Auslösen des Vorderbackens zudem Zeitverlust. Um das
Auslösen der Bindung während des Anstiegs zu vermeiden, ist es bekannt, den Vorderbacken
in der Tourenstellung zu verriegeln, wobei Klemmhebel, welche die Lagerbolzen tragen,
durch einen Verriegelungshebel so blockiert werden, dass sie auch bei einer Belastung
der Bindung in Querrichtung nicht bewegt werden können und die Lagerbolzen nicht aus
den Öffnungen des Skischuhs herausgleiten können. Nachteilig an dieser Lösung ist
jedoch die Notwendigkeit des Verriegelungsmechanismus, der den Konstruktionsaufwand
sowie das Gewicht der Skibindung erhöht. Außerdem ist eine manuelle Betätigung der
Bindung zur Verriegelung notwendig. Insbesondere im Bereich des Wettkampfsports sind
jedoch die Verringerung des Gewichts der Ausrüstung sowie die Verkürzung der für die
Bedienung der Ausrüstung notwendigen Zeitdauer von besonderer Bedeutung.
[0004] Weiterer Verbesserungsbedarf für das aus der
EP 0 199 098 A2 bekannte Bindungssystem hat sich auch im Abfahrtsmodus bei sportlicher Abfahrt, insbesondere
im Rennsportbereich, gezeigt. Die als kegelförmige Vertiefungen ausgebildeten Öffnungen
des Skischuhs erlauben zwar im Sturzfall ein zuverlässiges Herausgleiten des Skischuhs
aus der Bindung, so dass Verletzungen des Skifahrers vermieden werden können, jedoch
kommt es bei anspruchsvollen Manövern und damit verbundenen hohen Belastungen zwischen
Skischuh und Ski häufig zu unerwünschten Fehlauslösungen während der Abfahrt, was
unvermeidlich zum Sturz des Skifahrers führt. Um solche Fehlauslösungen zu verhindern,
wurde daran gedacht, die Bindung auch während der Abfahrt mit dem oben beschriebenen
Verriegelungsmechanismus zu verriegeln, so dass jegliche Auslösung und damit auch
jede Fehlauslösung verhindert wird. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch, dass auch im
Falle eine Sturzes keine Auslösung der Bindung erfolgt, was beträchtliches Verletzungsrisiko
für den Skifahrer birgt.
[0005] Weiterhin ist aus der
EP 1 224 958 A1 ein Verriegelungssystem für einen Schneeschuh bekannt, mit welchem ein Stiefel schwenkbar
auf dem Schneeschuh gehalten wird. Das Verriegelungssystem umfasst zwei seitliche
Lagerbolzen, welche in an die Lagerbolzen angepasste seitliche Öffnungen des Stiefels
eingreifen. Beide Lagerbolzen sind axial verschiebbar und durch eine Spiralfeder in
Eingriffsstellung vorgespannt und weisen an ihren axialen Enden Betätigungshebel auf.
Diese bekannte Anordnung nutzt die bei Schneeschuhen beiderseits der Stiefel vorhandene
Fläche des Schneeschuhs -anders als bei Skiern - um die Bolzen und deren Betätigungsmechanismen
zu montieren.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Skischuh sowie ein Bindungssystem
für Ski bereitzustellen, welche einerseits kostengünstig und mit geringem Gewicht
hergestellt werden können und andererseits eine einfache und sichere Verriegelung
zwischen Skischuh und Skibindung ermöglichen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung nach einem ersten Aspekt einen Skischuh
bereit, welcher in gegenüberliegenden seitlichen, vorderen Schuhabschnitten jeweils
eine Öffnung aufweist, wobei die Öffnungen eine Öffnungsachse definieren, entlang
welcher Lagerbolzen einer Skibindung in die Öffnungen eingeführt werden können, um
den Skischuh um die Öffnungsachse verschwenkbar an der Skibindung zu halten, wobei
mindestens eine der Öffnungen mindestens einen Anlageabschnitt aufweist, der dazu
ausgebildet ist, mit einer Oberseite oder/und einer Unterseite des zugeordneten Lagerbolzens
in Anlagekontakt zu gelangen, um ein Herausgleiten des Lagerbolzens aus der Öffnung
in vertikaler Richtung zu blockieren.
[0008] Darauf hinzuweisen ist an dieser Stelle, dass im Zusammenhang mit der vorliegenden
Offenbarung, Richtungsangaben wie "vertika!", "horizontal", "seittich", "lateral",
"oben", "unten", "vorn", "hinten" und dergleichen aus der Sicht des Skifahrers zu
verstehen sind und sich auf einen Skischuh beziehen, der in abfahrtsbereiter Betriebsposition
in einer am Ski montierten Skibindung eingesetzt ist, wobei der Ski auf einer horizontalen
Ebene aufliegt und der Skifahrer aufrecht im Skischuh steht.
[0009] In Testversuchen an herkömmlichen Tourenskibindungen hat sich gezeigt, dass Fehlauslösungen,
insbesondere bei sportlicher Talabfahrt bei hohen Belastungen, vornehmlich dadurch
verursacht werden, dass die Lagerbolzen im Wesentlichen in vertikaler Richtung aus
den Öffnungen des Skischuhs herausgleiten. In den herkömmlichen, mit kegelförmigen
Wänden ausgebildeten Öffnungen rutschen die Spitzen der Lagerbolzen entlang der oberen
oder unteren Abschnitte der kegelförmigen Wände und die Lagerbolzen werden gegen die
Federkraft des Auslösemechanismus der Skibindung gleichzeitig nach außen sowie nach
oben bzw. nach unten gedrängt, bis sie den Eingriff mit den Öffnungen verlassen, so
dass der Skischuh auslöst. Ferner wurde erkannt, dass im Falle eines Sturzes vornehmlich
Kräfte in Richtung einer Verdrehung des Skischuhs relativ zum Ski um eine zur Skiebene
vertikale Achse auftreten, so dass die Lagerbolzen entlang der kegelförmigen Wände
horizontal nach vorn bzw. nach hinten aus den Öffnungen herausgedrängt werden.
[0010] Die Erfindung nach dem ersten Aspekt trägt dieser Erkenntnis dahingehend Rechnung,
dass sie die Gestaltung der Öffnungen am Skischuh modifiziert und von der rotationssymmetrischen,
kegelförmigen Gestaltung der Öffnungen gemäß dem Stand der Technik abweicht und stattdessen
mindestens einen Anlageabschnitt vorschlägt, der ein Herausgleiten der Lagerbolzen
aus der zugeordneten Öffnung in vertikaler Richtung blockiert. Damit kann insbesondere
bei sportlicher Talabfahrt auch ohne zusätzlichen Verriegelungsmechanismus bzw. ohne
Verriegelung des Verriegelungsmechanismus ein ungewolltes Auslösen der Bindung verhindert
werden. Der Skischuh ist dann insbesondere auch im Rennsport zuverlässig einsetzbar
und kann mit sehr hohen Belastungen gefahren werden, ohne Fehlauslösungen zu riskieren.
[0011] Vorzugsweise ist mindestens eine der Öffnungen des Skischuhs in horizontaler Richtung
(in Skilängsrichtung vor oder/und hinter der Öffnung) durch einen Auslöseabschnitt
begrenzt, welcher eine schräg zur Öffnungsachse verlaufende Auslösefläche aufweist,
an der ein in die Öffnung eingeführter Lagerbolzen abgleiten und in horizontaler Richtung
aus der Öffnung herausgleiten kann. In einer solchen Ausführungsform ist einerseits
die Häufigkeit von Fehlauslösungen durch Blockierung der Lagerbolzen in vertikaler
Richtung verringert, andererseits ist jedoch eine Auslösung in horizontaler Richtung
weiterhin möglich, so dass im Sturzfall, insbesondere bei einer Verdrehung der Skier
relativ zum Skischuh, der Skischuh von der Bindung gelöst werden kann, um Verletzungen
des Skifahrers zu vermeiden.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann der mindestens eine Anlageabschnitt
eine im Wesentlichen horizontal verlaufende Anlagefläche aufweisen. An dieser horizontalen,
insbesondere ebenen Anlagefläche kann dann der Lagerbolzen abgestützt werden, wenn
eine Kraft mit vertikaler Komponente zwischen Lagerbolzen und Skischuh wirkt, so dass
der Lagerbolzen in vertikaler Richtung nicht aus der Öffnung herausgleiten kann. Gleichzeitig
kann beim Auftreten einer im Wesentlichen horizontalen Kraft zwischen Lagerbolzen
und Skischuh der Lagerbolzen entlang der horizontalen Anlagefläche verschoben werden
und - im Falle, dass beispielsweise der oben erwähnte Auslöseabschnitt vorgesehen
ist - in horizontaler Richtung nach vorn oder nach hinten aus der Öffnung herausgleiten.
[0013] Vorteilhaft kann die Öffnung einen oberen Anlageabschnitt sowie einen unteren Anlageabschnitt
aufweisen, wobei die Öffnung dann zwischen zwei einander zugewandten, im Wesentlichen
horizontal verlaufenden und insbesondere ebenen Anlageflächen der Anlageabschnitte
angeordnet sein kann. Auf diese Weise wird ein Herausgleiten des Lagerbolzens aus
der Öffnung sowohl nach oben als auch nach unten blockiert.
[0014] Zur Lösung Erfindungsaufgabe stellt die Erfindung ferner nach einem zweiten Aspekt
einen Skischuh bereit, welcher in gegenüberliegenden seitlichen, vorderen Schuhabschnitten
jeweils eine Öffnung aufweist, wobei die Öffnungen eine Öffnungsachse definieren,
entlang welcher Lagerbolzen einer Skibindung in die Öffnungen eingeführt werden können,
um den Skischuh um die Öffnungsachse verschwenkbar an der Skibindung zu halten, wobei
mindestens eine der Öffnungen mindestens einen inneren Anlageabschnitt zur Anlage
an einem Außenumfangsabschnitt des Lagerbolzens aufweist, wobei der Anlageabschnitt
eine Verschiebung des Lagerbolzens in Richtung der Öffnungsachse sowie eine Schwenkbewegung
des Lagerbolzens um die Öffnungsachse zulässt, jedoch eine Verschiebung oder Schwenkbewegung
des Lagerbolzens in anderen Richtungen im Wesentlichen verhindert.
[0015] Ein wichtiges Konzept der Erfindung nach dem zweiten Aspekt liegt demnach ebenfalls
darin, die Problematik der auslösesicheren Verriegelung zwischen Skischuh und Skibindung
durch eine Modifikation am Skischuh anzugehen, anstatt, wie im Stand der Technik bislang
ausschließlich vorgesehen, geeignete Verriegelungsmittel auf Seiten der Skibindung
bereitzustellen. Erfindungsgemäß wird die innere Geometrie der seitlichen Öffnungen
des Skischuhs so abgeändert, dass ein innerer Anlageabschnitt bereitgestellt wird,
der an einem Außenumfangsabschnitt des in die Öffnung eingeführten Lagerbolzen abstützbar
ist. Der Anlageabschnitt ist dabei entsprechend der Außengeometrie des Lagerbolzens
so eingerichtet, dass er den Lagerbolzen in Richtung der Öffnungsachse führt und auch
eine Schwenkbewegung des Lagerbolzens um die Öffnungsachse zum normalen Gebrauch der
Skibindung im Tourenskimodus ermöglicht. Gleichzeitig verhindert gemäß dem zweiten
Aspekt der Erfindung die Anlage des Anlageabschnitts am Lagerbolzen jedoch eine Verschiebung
des Lagerbolzens in irgendeiner anderen Richtung, d.h. quer zur Öffnungsachse, und
verhindert außerdem eine Schwenkbewegung des Lagerbolzens um eine andere Achse als
die Öffnungsachse. Somit kann der Lagerbolzen auch bei Querbelastung des Skischuhs
im Bezug auf den Ski bzw. die Skibindung nicht aus der Öffnung herausgleiten oder
herausgehebelt werden, so dass die Bindung auch bei hohen Belastungen sicher verriegelt
bleibt. Der Konstruktionsaufwand sowie das Gewicht für eine Verriegelungseinrichtung
an der Skibindung können eingespart werden und gleichzeitig kann ein unbeabsichtigter
Verlust des Skis beim Aufstieg verhindert werden.
[0016] Alternativ oder zusätzlich zum zweiten Aspekt wird die oben genannte Erfindungsaufgabe
nach einem dritten Aspekt der Erfindung durch einen Skischuh gelöst, welcher in gegenüberliegenden
seitlichen, vorderen Schuhabschnitten jeweils eine Öffnung aufweist, wobei die Öffnungen
eine Öffnungsachse definieren, entlang welcher Lagerbolzen einer Skibindung in die
Öffnungen eingeführt werden können, um den Skischuh um die Öffnungsachse verschwenkbar
an der Skibindung zu halten, wobei mindestens eine der Öffnungen mindestens einen
inneren Anlageabschnitt zur Anlage an einem Außenumfangsabschnitt des Lagerbolzens
aufweist, wobei der Anlageabschnitt eine die Öffnungsachse umlaufende Zylindermantelfläche
definiert.
[0017] Auch nach dem dritten Aspekt wird somit die Problematik der Verriegelung des Bindungssystems
durch eine spezielle Gestaltung der Innengeometrie der seitlichen Öffnungen vermittels
eines inneren Anlageabschnitts zur Anlage an einem Außenumfangsabschnitts des Lagerbolzens
realisiert, wobei nach dem dritten Aspekt der Anlageabschnitt eine die Öffnungsachse
umlaufende Zylindermantelfläche definiert. Die umlaufende Zylindermantelfläche im
Inneren der Öffnung können formschlüssig einen im Wesentlichen zylindrischen Außenumfang
des in die Öffnung eingeführten Lagerbolzens umschließen, so dass eine Querbewegung
oder Verkippung des Lagerbolzens in dem Anlageabschnitt blockiert ist und somit der
Lagerbolzen bei einer Querbelastung der Bindung nicht aus der Öffnung herausgleiten
kann. Auch mit einem nicht-zylindrischen Lagerbolzen wirken die erfindungsgemäßen
Öffnungen vorteilhaft zusammen, beispielsweise mit Lagerbolzen mit tonnenartig geformter
Außenumfangsfläche, welche so an die inneren Anlageabschnitte der Öffnungen angepasst
ist, dass zwar ein ungewolltes Auslösen der Bindung beim seitlichen Verdrehen des
Skischuhs verhindert ist, jedoch ein leichtes Verkippen der Lagerbolzen zum Zwecke
des beabsichtigten Öffnens und Schließens der Bindung ohne Verklemmen möglich ist.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung nach dem zweiten oder/und dem
dritten Aspekt ist der Anlageabschnitt durch eine die Öffnungsachse im Wesentlichen
vollständig umlaufende Zylindermantelfläche gebildet, so dass der Anlageabschnitt
mit einfachen Mitteln beispielsweise durch eine Bohrung herstellbar ist und gleichzeitig
den Lagerbolzen in Umfangsrichtung um die Öffnungsachse vollständig umschließen kann
und somit gegen ein Verkippen oder Herausrutschen aus der Öffnung sichern kann. Denkbar
sind jedoch ebenfalls Varianten, in denen der Anlageabschnitt mehrere voneinander
getrennte Anlagezonen (Anlageflächen, Anlagelinien oder Anlagepunkte) umfasst, die
die beschriebene Blockierung des Lagerbolzens gegen Verkippung oder Querverschiebung
sicherstellen oder zueinander so angeordnet sind, dass sie eine die Öffnungsachse
umlaufende Zylindermantelfläche definieren.
[0019] Der mindestens eine innere Anlageabschnitt der Öffnung sollte so gestaltet sein,
dass der Lagerbolzen in axialer Richtung auf einer Länge abgestützt ist, die gleich
oder größer ist als die Hälfte des Durchmessers des Lagerbolzens im Bereich seines
Außenumfangsabschnitts, vorzugsweise gleich oder größer ist als der Durchmesser des
Lagerbolzens im Bereich seines Außenumfangsabschnitts. Für gängige Dimensionen des
Lagerbolzens hat sich in Versuchen herausgestellt, dass die besagte axiale Länge,
über welche der Lagerbolzen durch den mindestens einen inneren Anlageabschnitt der
Öffnung abgestützt ist, vorzugsweise größer sein sollte als 1 mm. Zu kleine Längen
können den formschlüssigen Halt des Lagerbolzens gefährden und zu einer ungewollten
Auslösung der Bindung bei Querbelastung des Skischuhs führen.
[0020] An sich ist es bekannt, Öffnungen gattungsgemäßer Skischuhe in einem Metallinsert
bereitzustellen, welches in einem Sohlenabschnitt des Skischuhs integriert ist, so
dass die Lagerungspunkte aus ausreichend stabilem Material und somit verschleißfest
hergestellt werden können. In Kombination mit einem Skischuh der vorliegenden Erfindung
kann durch die Verwendung eines Inserts, insbesondere eines Metallinserts zusätzlich
eine besonders stabile und verschleißfeste Führung des Lagerbolzens erreicht werden,
so dass nur die besagten Bewegungen entlang oder um die Öffnungsachse möglich sind.
Insbesondere die teils erheblichen Kippmomente, welche bei einer Querbelastung des
Skischuhs relativ zum Ski von den Lagerbolzen in die inneren Anlageabschnitte der
Öffnungen eingebracht werden, können besonders stabil und verschleißresistent von
der Öffnung aufgenommen werden, wenn die Anlageabschnitte an einem solchen Insert,
insbesondere aus Metall, bereitgestellt sind.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Skischuhs des zweiten Aspekts oder/und
des dritten Aspekts der Erfindung weist mindestens eine Öffnung an ihrer Mündung eine
Einweisungsfläche auf, entlang welcher ein Lagerbolzen vor dem Eintreten in die Öffnung
in einer quer zur Öffnungsachse verlaufenden Richtung verschiebbar ist, wobei die
Einweisungsfläche den Lagerbolzen zur Öffnungsachse hinführt. Die Merkmale dieser
Ausführungsform erlauben ein leichteres Einsteigen in die Skibindung, wobei die Einweisungsfläche
einen Positionieranschlag bereitstellt, an welchem der Benutzer zum Einsteigen in
die Bindung den Skischuh abstützen kann und von welcher der Lagerbolzen zuverlässig
in die Öffnung gleitet.
[0022] Nach einem vierten Aspekt der Erfindung wird die oben genannte Erfindungsaufgabe
gelöst durch ein Bindungssystem umfassend einen Skischuh nach dem ersten oder/und
dem zweiten oder/und dem dritten Aspekt der Erfindung sowie eine Skibindung, wobei
die Skibindung zwei Klemmhebel umfasst, welche jeweils einen Lagerbolzen aufweisen,
der in eine zugeordnete der Öffnungen des Skischuhs einführbar ist. Der Skischuh kann
dabei gemäß einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen ausgestaltet sein,
um die in Zusammenhang mit der jeweiligen Ausführungsform beschriebenen Vorteile und
Effekte auch für das Bindungssystem des vierten Aspekts bereitzustellen.
[0023] Ein besonderes synergistisches Zusammenspiel ergibt sich zwischen einem erfindungsgemäßen
Skischuh und einer Skibindung, in welcher die Klemmhebel am Ski oder an einem Element
des Bindungssystem befestigbar sind, oder am Bindungssystem fest ausgebildet sind,
so dass eine Bewegung der Lagerbolzen in Bezug auf den Ski oder das Bindungssystem
mit einer elastischen Verformung mindestens eines der Klemmhebel einhergeht. Eine
solche, speziell für den Rennsport geeignete Skibindung ist äußerst leicht und weist
eine geringst mögliche Anzahl an Bauteilen auf, da die die Lagerbolzen haltenden Klemmhebel
unmittelbar skifest montiert sind und somit der gesamte Öffnungs- und Schließmechanismus
zur schwenkbaren Bewegung der Klemmhebel zwischen Öffnungs- und Schließstellung eingespart
werden kann. Zum Einsteigen in die Bindung werden die Klemmhebel durch die Druckkraft
des Schuhs oder/und durch zusätzliche manuelle Kraftausübung etwas nach außen verbogen
bis die Lagerbolzen in die Öffnungen einrasten. Zum Lösen der Bindung wird einer der
Hebel manuell nach außen gebogen, wozu der Hebel vorzugsweise einen Griffabschnitt
aufweist, insbesondere ein Griffhebel, an welchem der Klemmhebel manuell bewegt werden
kann, bis der Lagerbolzen aus der Öffnung herausgezogen ist. Die Verwendung einer
solchen Skibindung mit einem herkömmlichen Skischuh mit herkömmlich geformten Öffnungen
hätte den Nachteil, dass aufgrund der für die Öffnung und Schließung der Bindung erforderlichen
Elastizität der Klemmhebel ein ungewolltes Auslösen der Bindung im Tourenskimodus,
beispielsweise bei einer Querbelastung der Bindung beim Aufstieg, kaum zu verhindern
wäre. Für eine solche Skibindung lassen sich bekannte Verriegelungssysteme nicht anwenden
und zudem soll für den spezialisierten Einsatzzweck im Rennsportbereich jede Gewichtszunahme
sowie jeder zusätzliche Bedienaufwand vermieden werden.
[0024] Auch dieses Problem wird durch einen erfindungsgemäßen Skischuh in überraschend einfacher
Weise durch die spezielle Gestaltung der Öffnungen, d.h. durch die Bereitstellung
der inneren Anlageabschnitte zur Anlage an einem Außenumfangsabschnitt der Lagerbolzen,
gelöst. Durch die Führung der Lagerbolzen in der Öffnung wird die Bewegung der Lagerbolzen
auf Bewegungen entlang und um die Öffnungsachse beschränkt und eine ungewollte Auslösung
der Bindung durch Querbelastung, d.h. Verkippung oder Querbewegung der Lagerbolzen
wird sicher verhindert. Es hat sich in Versuchen der Erfinder gezeigt, dass trotz
einer gewissen Elastizität der Klemmhebel die Lagerbolzen auch bei größeren Belastungen
wie sie beim Skitourengehen im Leistungsport auftreten können, ein Herausgleiten der
Lagerbolzen aus den Öffnungen und damit ein ungewolltes Auslösen der Bindung vermieden
werden kann.
[0025] Grundsätzlich könnten die Lagerbolzen der Skibindung des Bindungssystems nach dem
vierten Aspekt der Erfindung eine von einer Zylinderform abweichende Außenumfangsform
aufweisen, solange eine ein Herausgleiten des Skischuhs aus der Skibindung ermöglichendes
Verkippen der Lagerbolzen in den Öffnungen des Skischuhs verhindert wird. So könnten
die Lagerbolzen beispielsweise einen balligen oder tonnenartigen Außenumfangsabschnitt
aufweisen, wodurch die geringfügige Schwenkbewegung der Lagerbolzen zum Öffnen oder
Schließen der Skibindung beim beabsichtigten Aussteigen aus der Bindung bzw. Einsteigen
in die Bindung erleichtert wird. Um ein unbeabsichtigtes Auslösen der Bindung bei
Querbelastung des Skischuhs jedoch mit besonders hoher Zuverlässigkeit zu erreichen,
wird vorgeschlagen, dass die Lagerbolzen zumindest abschnittsweise einen zylindermantelförmigen
Außenumfang aufweisen. Zur Spitze hin kann diese Zylinderfläche in eine spitzzulaufende
Kegelfläche übergehen.
[0026] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird ein Bindungssystem der vorstehend
genannten Art in Verbindung mit einem Skischuh nach dem ersten Aspekt der vorliegenden
Erfindung vorgeschlagen, wobei die Skibindung einen Auslösemechanismus aufweist, der
auf die Klemmhebel in einer geschlossenen Stellung der Skibindung eine vorbestimmte
Spannkraft ausübt, die die Lagerbolzen in die zugeordneten Öffnungen des Skischuhs
presst, wobei mindestens eine der Öffnungen des Skischuhs in horizontaler Richtung
(nach vorn oder/und nach hinten) durch einen Auslöseabschnitt und in vertikaler Richtung
durch den Anlageabschnitt begrenzt wird, wobei in einer geschlossenen Gebrauchsstellung
der Skibindung, bei Wirkung einer horizontalen Kraft zwischen Öffnung und darin eingeführtem
Lagerbolzen, welche Kraft horizontal und orthogonal zur Öffnungsachse verläuft und
einen Absolutwert aufweist, der gleich oder größer ist als eine vorbestimmte Sturzauslösekraft,
der Lagerbolzen gegen die Spannkraft der Skibindung in horizontaler Richtung aus der
Öffnung herausgleitet, und wobei in einer geschlossenen Gebrauchsstellung der Skibindung,
bei Wirkung einer vertikalen Kraft zwischen Öffnung und darin eingeführtem Lagerbolzen,
welche Kraft vertikal und orthogonal zur Öffnungsachse verläuft und einen Absolutwert
aufweist, der gleich oder größer ist als die vorbestimmte Sturzauslösekraft, der Lagerbolzen
in vertikaler Richtung an dem Anlageabschnitt anliegt und am Herausgleiten aus der
Öffnung gehindert wird.
[0027] In dieser Ausführungsform wirkt ein Auslösemechanismus der Skibindung vorteilhaft
zusammen mit einem Skischuh des ersten Aspekts der Erfindung, so dass der Skischuh
bei Auftreten einer hohen Belastung in seitlicher Richtung oder eines hohen Drehmoments
um eine vertikale Achse, beispielsweise im Falle eines Sturzes, zuverlässig auslöst,
während Fehlauslösungen durch Herausgleiten der Lagerbolzen aus den Öffnungen in vertikaler
Richtung verhindert werden. Der Auslösemechanismus der Skibindung kann dabei durch
jedes Mittel bereitgestellt sein, das in der Lage ist, auf die Lagerbolzen der Skibindung
eine vorbestimmte Spannkraft in Richtung des Eingriffs mit den Öffnungen auszuüben,
wobei diese vorbestimmte Spannkraft die vorbestimmte Sturzauslösekraft bestimmt, welche
zwischen den Lagerbolzen und den Öffnungen des Skischuhs in horizontaler Richtung
(horizontal und orthogonal zur Öffnungsachse) mindestens wirken muss, damit die Lagerbolzen
in horizontaler Richtung aus den Öffnungen herausgleiten. Bei Wirkung einer betragsmäßig
vergleichbaren Kraft in vertikaler Richtung wird dagegen erfindungsgemäß ein Auslösen
der Skibindung durch den mindestens einen Anlageabschnitt verhindert.
[0028] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
[0029] Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines Skischuhs sowie eines Bindungssystems nach einem
ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Figur 2
- eine Querschnittsansicht des Skischuhs sowie des Bindungssystems des ersten Ausführungsbeispiels
der Erfindung,
- Figur 3
- eine Ausschnittsvergrößerung eines Ausschnitts III aus Figur 2,
- Figuren 4a und 4b
- Querschnittsansichten gemäß einer Linie IV-IV in Figur 3 für zwei Ausführungsvarianten
der Erfindung,
- Figur 5
- eine perspektivische Ansicht einer Tourenskibindung eines Bindungssystems nach einem
zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Figur 6
- eine Seitenansicht der in Figur 5 dargestellten Tourenskibindung,
- Figur 7
- eine perspektivische Ansicht eines Skischuhs des Bindungssystems des zweiten Ausführungsbeispiels
der Erfindung, einschließlich einer Ausschnittsvergrößerung eines linken, vorderen
Abschnitts des Skischuhs, und
- Figur 8
- eine vergrößerte Ansicht des Bindungssystems des zweiten Ausführungsbeispiels der
Erfindung in einer grob schematisierten Darstellung, welche die Funktion des Bindungssystems
illustriert.
[0030] Figur 1 zeigt ein Bindungsystem 10 nach einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
umfassend einen Skischuh 12 und eine Tourenskibindung 14. Von dem Skischuh 12 ist
in Figur 1 aus Illustrationsgründen nur ein vorderer Schuhabschnitt dargestellt. Eine
Sohle 16 des Skischuhs 12 weist in gegenüberliegenden seitlichen, vorderen Abschnitten
jeweils eine Öffnung 18a, 18b auf, wobei die Öffnungen 18a, 18b entlang einer gemeinsamen
Öffnungsachse Q verlaufen und von gegenüberliegenden Seiten her in die Sohle 16 des
Skischuhs 12 eingebracht sind.
[0031] Wie insbesondere in Figur 2 zu erkennen ist, sind die Öffnungen 18a, 18b in einem
Metallinsert 20 vorgesehen, welches in die Sohle 16 des Skischuhs 12 integriert, insbesondere
eingegossen, ist und sich zwischen den Öffnungen 18a, 18b über die gesamte Breite
des vorderen Sohlenabschnitts der Sohle 16 erstreckt.
[0032] Die Tourenskibindung 14 umfasst zwei Klemmwinkel 22a, 22b, welche mit einem Winkelabschnitt
24a, 24b mittels Befestigungsschrauben 26a, 26b an einem Ski 28 befestigt sind, und
welche an ihren zweiten Winkelabschnitten 30a, 30b jeweils einen Lagerbolzen 32a,
32b tragen. Die Lagerbolzen 32a, 32b, erstrecken sich auf einer gemeinsamen Achse,
welche in einem Benutzungszustand, in welchem der Skischuh 12 in die Tourenskibindung
14 eingesetzt ist und die Lagerbolzen 32a, 32b in den Öffnungen 18a, 18b eingerastet
sind, mit der Öffnungsachse Q der Öffnungen 18a, 18b zusammenfällt, wie in Figuren
1 und 2 dargestellt ist. Wenn die Tourenskibindung 14 am Ski 28 montiert ist, so verläuft
die gemeinsame Achse der Lagerbolzen 18a, 18b im Wesentlichen parallel zu einer Oberfläche
34 des Skis 28 und im Wesentlichen orthogonal zu einer Skimittelachse M des Skis 28.
[0033] Im Bereich der Mündung jeder Öffnung 18a, 18b ist der Metallinsert 20 radial zur
Öffnungsachse Q erweitert und bildet jeweils eine Einweisungsfläche 36a, 36b. Entlang
der Einweisungsflächen 36a, 36b verbreitert sich der Schuh allmählich bei Annäherung
an die Öffnungsachse Q. Beim Einsteigen in die Tourenskibindung 14 wird der Skischuh
12 so an die Lagerbolzen 32a, 32b herangeführt, dass konisch zulaufende Spitzen 38a,
38b der Lagerbolzen 32a, 32b zunächst die Einweisungsfläche 36a, 36b kontaktieren.
Bei Druckausübung des Skischuhs 12 in Richtung der Lagerbolzen 32a, 32b gleiten die
Spitzen 38a, 38b der Lagerbolzen 32a, 32b an den Einweisungsflächen 36a, 36b ab, wodurch
die Lagerbolzen 32a, 32b und damit die zweiten Winkelabschnitte 30a, 30b der Klemmwinkel
22a, 22b allmählich an außen gedrückt werden. Die Klemmwinkel 22a, 22b werden dabei
elastisch nach außen gebogen. Diese Bewegung kann manuell unterstützt werden, indem
der zweite Winkelabschnitt 30a des Klemmwinkels 22a an einem den zweiten Winkelabschnitt
30a nach oben verlängernden Griffhebel 40 ergriffen und ebenfalls nach außen gedrückt
wird.
[0034] Wenn die Lagerbolzen 38a, 38b in ausreichende Nähe zur Öffnungsachse Q gelangen,
so tauchen die Lagerbolzen 32a, 32b in die Öffnungen 18a, 18b ein, wobei sie unter
der Vorspannung der elastisch zurückfedernden zweiten Winkelabschnitte 30a, 30b in
die Öffnungen 18a, 18b hinein gedrückt und dort gehalten werden. Zum Öffnen der Skitourenbindung
14, d.h. um den Skischuh 12 aus seinem Eingriff mit den Lagerbolzen 32a, 32b zu lösen,
wird der Griffhebel 40 manuell nach außen gedrückt, so dass sich der zweite Winkelabschnitt
30a des Klemmhebels 22a wieder elastisch nach außen verbiegt und dabei der Lagerbolzen
32a aus der Öffnung 18a zurückgezogen wird.
[0035] Nachfolgend wird eine erfindungsgemäße Verriegelung des Eingriffs der Lagerbolzen
32a, 32b in den Öffnungen 18a, 18b unter Bezugnahme auf die Figuren 3, 4a, und 4b
am Beispiel der Öffnung 18a bzw. des Lagerbolzens 32a beschrieben. Im Ausführungsbeispiel
ist die zweite Öffnung 18b analog zur Öffnung 18a ausgebildet, weist insbesondere
das gleiche Verriegelungssystem auf, so dass die Beschreibung der Öffnung 18a in entsprechender
Weise auch auf die zweite Öffnung 18b übertragbar ist.
[0036] Wie in Figur 3 zu erkennen ist, weist die Öffnung 18a eine zylindermantelförmige
innere Begrenzungswand oder Zylindermantelfläche 42 auf, welche die Öffnungsachse
Q koaxial umläuft. Die Zylindermantelfläche 42 reicht in axialer Richtung der Öffnungsachse
Q von einer Mündung 44 der Öffnung 18a über eine axiale Länge I von ungefähr ... mm
bis in einen inneren Endabschnitt 46 der Öffnung 18a, an welchem die Zylindermantelfläche
42 in eine kegelförmig vertiefte Bodenfläche 48 übergeht. Eine derartige Öffnung 18a
kann in einfacher Weise beispielsweise durch eine Bohrung mittels eines Spiralbohrers
entlang der Öffnungsachse Q ausgebildet werden und ist im Ausführungsbeispiel vollständig
in dem Metallinsert 20 aufgenommen.
[0037] In den Figuren 3 und 4a ist ferner zu erkennen, dass die Zylindermantelfläche 42
der Öffnung 18a an einen zylinderförmigen Außenumfangsabschnitt 50 des Lagerbolzens
32a angepasst ist, insbesondere etwas größeren Durchmesser aufweist, als der Lagerbolzen
32a an seinem Außenumfangsabschnitt 50, so dass der Lagerbolzen 32a mit etwas Spiel
in der Öffnung 18a sitzt. Am freien Ende des Lagerbolzens 32a geht der zylinderförmige
Außenumfangsabschnitt 50 in die kegelförmige Spitze 38a über, deren Kegelwinkel kleiner
ist, als der Kegelwinkel der Bodenfläche 48 (allenfalls gleich groß ist), so dass
die Spitze 38a des Lagerbolzens 32a nahezu punktförmig am tiefsten Punkt der Bodenfläche
48 anliegt und somit eine möglichst reibungsarme Rotation zwischen Lagerbolzen 32a
und Skischuh 12 ermöglicht wird.
[0038] Durch die beschriebene Konfiguration der inneren Begrenzung der Öffnung 18a in Bezug
auf den Lagerbolzen 32a ist der Lagerbolzen 32a formschlüssig in der Öffnung 18a geführt
und kann sich in der Öffnung 18a im Wesentlichen nur entlang der Öffnungsachse Q verschieben
oder um die Öffnungsachse Q drehen. Somit kann durch Drehung zwischen Lagerbolzen
32a und Skischuh 12 um die Öffnungsachse Q der Skischuh 12 nach vorn verschwenken,
um das Bindungssystem 10 im Tourenskimodus zu verwenden. Ferner kann bei einer Betätigung
des Griffhebels 40 und einem Verbiegen des zweiten Winkelabschnitts 30a des Klemmwinkels
22a nach außen der Lagerbolzen 32 entlang der Öffnungsachse Q aus der Öffnung 18a
herausgezogen werden.
[0039] Dabei ist zu beachten, dass das Spiel zwischen dem Lagerbolzen 32a und der Zylindermantelfläche
42 ausreichend groß sein sollte, um die streng genommen auf einer Kreisbahn großen
Durchmessers verlaufende Bewegung des Lagerbolzens 32a beim Öffnen der Skitourenbindung
14 zu erlauben. Gleichzeitig ist die Zylindermantelfläche 42 der Öffnung 18a jedoch
in soweit an den zylindrischen Außenumfangsabschnitt 50 des Lagerbolzens 32a angepasst,
dass der Skischuh 12 gegenüber dem Lagerbolzen nicht derart verkippt oder verschwenkt
werden kann, dass der Lagerbolzen 32a aus der Öffnung 18a herausrutscht.
[0040] Wirkt in einer bestimmten Nutzungsituation auf den Skischuh 12 eine Querbelastung,
beispielsweise ein Drehmoment um eine senkrecht zur Oberfläche 34 des Skis 28 verlaufende
Achse T (Figur 2), so verkanten die Bolzen 32a, 32b allenfalls einen geringfügigen
Winkelbetrag entsprechend dem Spiel zwischen ihren zylindrischen Außenumfangsabschnitten
50 und den Zylindermantelflächen 42 der Öffnungen 18a, 18b, werden dann jedoch formschlüssig
in den Zylindermantelflächen 42 festgehalten. Die dabei auf die Lagerbolzen 32a, 32b
übertragenen Kräfte können allenfalls zu einer Entstehung eines Drehmoments Ta bzw.
Tb in den zweiten Winkelabschnitten 30a, 30b der Klemmwinkel 22a, 22b um eine zur
Skioberfläche 34 orthogonale Achse oder zu einer parallel zur Skimittelachse M verlaufenden
Kraft auf die zweiten Winkelabschnitte 30a, 30b führen. Damit wirkt im Wesentlichen
keine Kraft- oder Drehmomentkomponente im Sinne einer Verbiegung der zweiten Winkelabschnitte
30a, 30b nach außen, d.h. im Sinne einer Bewegung der Lagerbolzen 32a, 32b aus den
Öffnungen 18a, 18b heraus. Folglich bleibt auch bei einer Querbelastung des Skischuhs
12 die Skitourenbindung 14 sicher verriegelt.
[0041] Figur 4b zeigt eine Ausführungsvariante der Erfindung in einer der Figur 4a entsprechenden
Schnittdarstellung, wobei im folgenden nur die Unterschiede zur Ausführungsvariante
der Figuren 1 bis 3, 4a erläutert werden und in Bezug auf die übrige Konfiguration
ausdrücklich auf die Beschreibung der Figuren 1 bis 3, 4a verwiesen wird, welche auch
für die zweite Ausführungsvariante Gültigkeit hat.
[0042] In der zweiten Ausführungsvariante ist die Öffnung 18b nicht von einer vollständig
umlaufenden Zylindermantelfläche begrenzt, sondern weist drei separate Anlageabschnitte
42a, 42b, 42c auf, welche jeweils Umfangsabschnitte einer die Öffnungsachse Q umlaufenden
Zylindermantelfläche bilden und durch axiale Nuten 54 voneinander getrennt sind. Die
Nuten 54 können Schnee aufnehmen, welcher beim Einführen des Lagerbolzens 32b aus
der Öffnung 18b verdrängt wird.
[0043] Die Breite der Nuten 54 in Umfangsrichtung der gedachten Zylindermantelfläche ist
deutlich kleiner als der Durchmesser des Lagerbolzens 32b, so dass der Lagerbolzen
32b bei jedem Belastungswinkel formschlüssig und sicher an den Anlageabschnitten 42a,
42b, 42c abgestützt ist und somit eine Bewegung der Lagerbolzen 32b nur um oder entlang
der Öffnungsachse Q möglich ist. Trotz der Unterbrechung der geschlossenen Zylindermantelfläche
an den Nuten 54 definieren somit die Anlageabschnitte 42a, 42b, 42c eine die Öffnungsachse
Q umlaufende Zylindermantelfläche aufgrund ihrer an den Außenumfangsabschnitt 50 des
Lagerbolzens 32 angepassten Formgebung.
[0044] Das erste Ausführungsbeispiel ist nicht auf die vorstehend genannten Ausführungsvarianten
beschränkt. Beispielsweise sind für den Fachmann weitere Formen von Anlageabschnitten
im Inneren der Öffnungen 18a, 18b denkbar, mit welchen die Lagerbolzen 32a, 32b geeignet
geführt bzw. abgestützt werden können, so dass diese sich im Wesentlichen nur entlang
und um die Öffnungsachse Q der Öffnungen 18a, 18b bewegen können. So könnten die Öffnungen
18a, 18b anstatt eines im Wesentlichen kreisförmigen Querschnitts auch einen eckigen
Querschnitt, beispielsweise einen quadratischen Querschnitt, aufweisen.
[0045] Unter Bezugnahme auf Figuren 5 bis 8 wird nachfolgend ein zweites Ausführungsbeispiel
der Erfindung erläutert. Ein Bindungssystem des zweiten Ausführungsbeispiels umfasst
eine Tourenskibindung 110 sowie einen daran montierbaren Skischuh 112.
[0046] Ein Basisabschnitt 113 der Tourenskibindung 110 weist Befestigungsmittel auf, um
die Tourenskibindung 110 an der Oberfläche eines nicht dargestellten Skis zu befestigen.
Die Befestigungsmittel können durch eine Mehrzahl von Löchern 114 gebildet sein, durch
welche in den Ski einzuschraubende Schrauben 116 geführt werden können. Die Befestigungsmittel
definieren eine Anbringungsposition der Tourenskibindung 110 an einem Tourenski und
legen damit eine X-Richtung entlang einer horizontalen Längsachse L, die einer Skilängsachse
entspricht, eine Y-Richtung, die horizontal und orthogonal zur X-Richtung verläuft,
sowie eine Z-Richtung, welche in vertikaler Richtung, d. h. orthogonal zur X-Richtung
und zur Y-Richtung verläuft, fest.
[0047] An dem Basisabschnitt 113 sind ein linker Lagerwinkel 118I und ein rechter Lagerwinkel
118r auf unterschiedlichen Seiten einer die Längsachse L enthaltenden und parallel
zur Z-Richtung verlaufenden, vertikalen Mittelebene durch jeweils in X-Richtung verlaufende
Schwenkachsen 1201, 120r schwenkbar gelagert. An ihren oberen freien Enden weisen
die Lagerwinkel 1181, 118r Lagerbolzen 1221, 122r auf, welche zusammen eine quer zur
X-Richtung verlaufende Schwenkachse für den Skischuh 112 definieren und welche dafür
eingerichtet sind, mit entsprechenden Öffnungen 123 in vorderen seitlichen Abschnitten
eines Sohlenbereichs des Skischuhs 112 in Eingriff zu treten, um den Skischuh 112
um die gemeinsame Schwenkachse verschwenkbar an der Tourenskibindung 110 zu halten.
[0048] Von den Lagerbolzen 1221, 122r entfernt liegende Betätigungsschenkel 124I, 124r der
Lagerwinkel 118I, 118r verlaufen im Wesentlichen aufeinander zu und stehen an Endkappen
1261, 126r der Betätigungsschenkel 1241, 124r miteinander in Kontakt. Die Länge der
Betätigungsschenkel 1241, 124r von ihrer jeweiligen Schwenkachse 120I, 120r bis zu
den Endkappen 1261, 126r ist durch eine bewegliche Lagerung der Endkappen 126I, 126r
in Bezug auf die Lagerwinkel 1181, 118r veränderlich. Spannfedern 1281, 128r wirken
jeweils zwischen den Endkappen 1261, 126r und den Lagerwinkeln 1181, 118r, um die
Endkappen 1261, 126r in Kontakt miteinander vorzuspannen. Die Spannfedern 128I, 128r
halten die Lagerwinkel 118I, 118r auf diese Weise in zwei stabilen Zuständen, nämlich
einem ersten Zustand, in welchem der Kontaktpunkt zwischen den Endkappen 126I, 126r
unterhalb einer Verbindungslinie zwischen den Schwenkachsen 120I, 120r angeordnet
ist, so dass die Lagerbolzen 122I, 122r durch die Spannfedern 128I, 128r in Richtung
einer gegenseitigen Annäherung vorgespannt sind und in Eingriff mit den Gegenlagerelementen
des Skischuhs gespannt sind, und einem zweiten Zustand, in welchem der Kontaktpunkt
zwischen den Endkappen 126I, 126r oberhalb einer Verbindungslinie zwischen den Schwenkachsen
120I, 120r angeordnet ist, so dass die Lagerwinkel 118I, 118r in die entgegengesetzte
Richtung gespannt werden, so dass die beiden Lagerbolzen 122I, 122r voneinander weg
gedrückt werden und den Skischuh freigeben. Der erste Zustand bildet eine geschlossene
Stellung der Tourenskibindung 110, während der zweite Zustand einer Öffnungsstellung
der Tourenskibindung 110 entspricht.
[0049] In an sich bekannter Weise kann die Schwenkbewegung der Lagerwinkel 1181, 118r zwischen
der geschlossenen Stellung und der Öffnungsstellung mit einer Schwenkbewegung eines
Betätigungshebels 130 gekoppelt sein, indem ein erstes Ende 132 des Betätigungshebels
130 mit den beiden Endkappen 126I, 126r bewegungsgekoppelt ist, und der Betätigungshebel
30 an einer quer zur X-Richtung verlaufenden Lagerachse 134 schwenkbar am Basisabschnitt
113 gelagert ist, so dass eine Schwenkbewegung des Hebels 130 um die Lagerachse 134
in eine im Wesentlichen vertikale Bewegung der beiden Endkappen 126I, 126r und damit
eine Schwenkbewegung der Lagerwinkel 118I, 118r um die Schwenkachsen 120I, 120r umgesetzt
wird. Andererseits führt die Kopplung zwischen dem Betätigungshebel 130 und den Endkappen
126I, 126r dazu, dass eine Schwenkbewegung der Lagerwinkel 1181, 118r in eine Schwenkbewegung
des Hebels 130 umgesetzt wird.
[0050] An einem zweiten Ende 136 des Betätigungshebels 130 ist um eine quer zur X-Richtung,
insbesondere im Wesentlichen in Y-Richtung verlaufende Schwenkachse 138 ein Verriegelungshebel
140 schwenkbar gelagert, so dass dieser zwischen einer in Figuren 5 und 6 gezeigten
Entriegelungsstellung (Abfahrtsstellung) und einer in den Figuren nicht dargestellten
Verriegelungsstellung (Gehstellung) verschwenkbar ist. An einem Bedienabschnitt 142
kann der Verriegelungshebel 140 manuell durch die Hand des Skifahrers oder die Spitze
eines Skistocks betätigt werden, um den Verriegelungshebel 140 zwischen der Entriegelungsstellung
und der Verriegelungsstellung zu bewegen. Ferner weist der Verriegelungshebel einen
Verriegelungsabschnitt 144 auf, der in der Verriegelungsstellung des Verriegelungshebels
140 eine Schwenkbewegung des Betätigungshebels 130 blockiert und in der Entriegelungsstellung
die Schwenkbewegung des Betätigungshebels 130 erlaubt.
[0051] In den Figuren 5 und 6 ist die Tourenskibindung 110 jeweils in der geschlossenen
Stellung gezeigt, in welcher bei einer Benutzung der Bindung der Skischuh 112 mit
den Lagerbolzen 1221, 122r in Eingriff steht. Ist der Verriegelungshebel 140 gemäß
Figuren 5 und 6 in die Entriegelungsstellung verschwenkt, so liegt der Verriegelungshebel
140 an einem Anschlag am Betätigungshebel 130 an. Eine weitere Betätigung des Verriegelungshebels
140 in Richtung Entriegelungstellung wird somit in eine Schwenkbetätigung des Betätigungshebels
130 um die Lagerachse 134 umgesetzt, so dass das erste Ende 132 des Betätigungshebels
130 die Endkappen 126I, 126r nach oben bewegt und die Lagerwinkel 1181, 118r nach
außen verschwenkt werden, um die Tourenskibindung 110 in die Öffnungsstellung zu verstellen.
[0052] Umgekehrt kann in der entriegelten geschlossenen Stellung gemäß den Figuren ein Auslösemechanismus
der Tourenskibindung 110 wirksam werden, der durch die Lagerwinkel 118I, 118r mit
den Spannfedern 128I, 128r, den Betätigungshebel 130 sowie den Verriegelungshebel
140 gebildet wird. Bei der später noch detaillierter zu beschreibenden Auslösung der
Tourenskibindung 110 werden die Lagerwinkel 118I, 118r gegen die Spannung der Spannfedern
1281, 128r nach außen verschwenkt. Die erzwungene Bewegung der Lagerwinkel 1181, 118r
bei der Auslösung führt zu einer erzwungenen Schwenkbewegung des Betätigungshebels
130.
[0053] Wie in Figuren 5 und 6 zu sehen ist, ist bei einer Auslösung der Tourenskibindung
110 eine Auslösebewegung des Betätigungshebels 130 (hier eine Abwärtsbewegung des
zweiten Endes 136 des Betätigungshebels 130 zum Ski hin) möglich, da der Verriegelungsabschnitt
144 des Verriegelungshebels 140 diese Schwenkbewegung nicht blockiert. Wird dagegen
der Verriegelungshebel 140 in die Verriegelungsstellung verschwenkt (in Fig. 6 im
Uhrzeigersinn), so schiebt sich der Verriegelungsabschnitt 144 auf einen bindungs-
oder skifesten Abschnitt, hier einen Vorsprung 148 des Basisabschnitts 113, so dass
der Betätigungshebel 130 blockiert ist und in einer Verriegelungsposition festgehalten
ist. Auch bei Einwirkung einer hohen Kraft zwischen Skischuh 112 und Tourenskibindung
110, die in der Entriegelungsstellung zu einer Auslösung der Tourenskibindung 110
führen würde, kann der Betätigungshebel 130 nicht mehr in die Öffnungsstellung verschwenken,
so dass auch die Lagerbolzen 122I, 122r sich nicht mehr aus dem Eingriff mit den Öffnungen
123 des Skischuhs 112 lösen können. Eine Auslösung kann dann nur noch bei Überschreitung
einer signifikant höheren Verriegelungs-Auslösekraft, z.B. aufgrund elastischer Verformung
der Klemmwinkel 118I, 118r oder des Betätigungshebels 130, erfolgen oder eine Auslösung
ist ohne Beschädigung der Bindung oder des Schuhs überhaupt nicht mehr möglich. In
dieser Verriegelungsstellung kann die Tourenskibindung 110 insbesondere für den Aufstieg
am Berg verwendet werden, wenn eine Auslösung aus Sicherheitsgründen nicht notwendig
ist und stattdessen sogar jegliche Auslösung verhindert werden soll.
[0054] Wie vorstehend beschrieben, wird in der Entriegelungsstellung der Tourenskibindung
110 durch die schwenkbare Lagerung der Lagerwinkel 118I, 118r sowie die Kraft der
Spannfedern 128I, 128r ein Auslösemechanismus bereitgestellt, welcher die Lagerbolzen
122I, 122r mit einer vorbestimmten Spannkraft in die Öffnungen 123 des Skischuhs 112
presst. Die vorbestimmte Spannkraft wird dabei maßgeblich durch die Spannkraft der
Spannfedern 1281, 128r bestimmt. Abhängig von der Geometrie der Öffnungen 123 des
Skischuhs, insbesondere der Formgebung der Wandungen der Öffnungen 123, kann der Auslösemechanismus
derart wirken, dass bei Ausübung einer Kraft zwischen Skischuh und Tourenskibindung
110, welche eine vorbestimmte Sturzauslösekraft überschreitet, die Lagerbolzen 122I,
122r entlang der Wandungen der Öffnungen 123 abgleiten und dabei gleichzeitig nach
außen, d.h. aus den Öffnungen 123 heraus gedrängt werden, wobei letztere Bewegung
gegen die Spannkraft des Auslösemechanismus, insbesondere gegen die Spannkraft der
Spannfedern 128I, 128r erfolgt. Die vorbestimmte Spannkraft des Auslösemechanismus
legt somit eine vorbestimmte Sturzauslösekraft fest, die zwischen Skischuh 112 und
Tourenskibindung 110 wirken muss, damit die Lagerbolzen 1221, 122r aus den Öffnungen
123 des Skischuhs 112 herausgleiten und die Tourenskibindung 110 auslöst.
[0055] Erfindungsgemäß wird diese Auslösung jedoch eingeschränkt. Die folgende, unter Bezugnahme
auf Figuren 7 und 8 beschriebene Gestaltung der Öffnung 123 des Skischuhs 112 erlaubt
nämlich das Herausgleiten der Lagerbolzen 122I, 122r im Wesentlichen nur in horizontaler
Richtung, während die Auslösung in vertikaler Richtung blockiert wird. Wenn dabei
in der vorliegenden Offenbarung von einer Blockierung bzw. Auslösung in vertikaler
Richtung die Rede ist, so ist darunter eine Bewegung bzw. Kraft in einer Richtung
zu verstehen, die eine nicht unwesentliche vertikale Komponente aufweist, vorzugsweise
eine Richtung, die mit der vertikalen Z-Achse einen Winkel ≤ 45° einschließt. Dementsprechend
ist unter einer Auslösung, einer Kraftwirkung oder einer Bewegung in horizontaler
Richtung eine entsprechende Wirkung in einer solchen Richtung zu verstehen, die eine
nicht unwesentliche Komponente in horizontaler Richtung, d.h. in X-Richtung, aufweist,
vorzugsweise eine Richtung, die mit der X-Richtung einen Winkel von ≤ 45° einschließt.
[0056] Figur 7 zeigt einen vorderen linken Abschnitt des Skischuhs 112 im Bereich der linken
Öffnung 123, welche für den Eingriff mit dem linken Lagerbolzen 122I bestimmt ist.
Eine entsprechende rechte Öffnung 123 ist am vorderen rechten Abschnitt des Skischuhs
112 ausgebildet. Beide Öffnungen 123 sind, vorzugsweise als Sacklöcher, von außen
entlang einer gemeinsamen, in Y-Richtung verlaufenden Öffnungsachse Q in den Skischuh
eingebracht. Die Öffnungsachse Q fällt mit der oben erwähnten Schwenkachse zusammen,
um welche der Skischuh 112 schwenkbar an den Lagerbolzen 122I, 122r der Tourenskibindung
110 gelagert ist.
[0057] An ihrer Oberseite ist die Öffnung 123 durch einen oberen Anlageabschnitt 152a in
Form einer im Wesentlichen horizontalen, ebenen, nach unten weisenden Fläche begrenzt,
während die Öffnung 123 an ihrer Unterseite durch einen unteren Anlageabschnitt 152b
in Form einer im Wesentlichen horizontalen, ebenen, nach oben weisenden Fläche begrenzt
ist. Die Öffnung 123 befindet sich somit zwischen zwei im Wesentlichen parallel zueinander
verlaufenden ebenen Flächen der Anlageabschnitte 152a bzw. 152b.
[0058] In X-Richtung ist die Öffnung 123 von einer hinteren, zylinderabschnittsförmigen
Wandung 154 begrenzt, die durch einen zur Öffnungsachse Q konzentrischen Zylinder
definiert ist. Die hintere Wandung 154 erstreckt sich vorzugsweise soweit um die Öffnungsachse
Q herum, dass sie oben in die Fläche des oberen Anlageabschnitts 152a übergeht und
unten in die Fläche des unteren Anlageabschnitt 152b übergeht.
[0059] In X-Richtung ist die Öffnung 123 ferner an ihrer Vorderseite durch eine Auslösefläche
156 begrenzt, welche schräg zur Öffnungsachse Q nach vorn verläuft. Im Ausführungsbeispiel
ist die Auslösefläche 156 oben und unten durch die Flächen des oberen bzw. unteren
Anlageabschnitts 152a, 152b begrenzt. Die Auslösefläche 156 bildet somit den Boden
einer in X-Richtung verlaufenden Nut, deren Nutwände durch die oberen und unteren
Anlageabschnitte 152a, 152b gebildet werden und deren Tiefe im Verlauf der Nut in
Richtung nach hinten zunimmt.
[0060] Zwischen der Öffnung 123 und einer Sohle 158 des Skischuhs 112 verläuft ferner ein
Einweisungsabschnitt 160 in Form einer im Wesentlichen in Z-Richtung verlaufenden
Nut 162. Die Nut 162 ist zur Sohle 158 hin offen, so dass beim Einsetzen des Skischuhs
112 in die Bindung der Skischuh 112 von oben an den Lagerbolzen 1221 herangeführt
werden kann, bis der Lagerbolzen 1221 von der Sohle 158 her in die Nut 162 eindringt.
Die Nut 162 führt bis zur Öffnung 123 und passiert dabei den unteren Anlageabschnitt
152b.
[0061] Im Bereich der Nut 162 kann der untere Anlageabschnitt 152b entsprechend der Form
der Nut 162 etwas ausgespart sein (Figur 7), so dass die Breite der Fläche des unteren
Anlageabschnitt 152b in Y-Richtung etwas reduziert ist, wobei jedoch auch in dem Bereich
der Nut 162 die Fläche des unteren Anlageabschnitts 152b eine Mindestbreite in Y-Richtung
aufweist, um ein Herausgleiten des Lagerbolzens 122I aus der Öffnung 123 vertikal
nach unten zu verhindern. Alternativ kann die Tiefe der Nut 162 von der Sohle 158
bis zur Fläche des unteren Anlageabschnitts 152b bis auf Null abfallen, so dass die
Breite der Fläche des unteren Anlageabschnitts 152b in Y-Richtung durch die Nut 162
nicht beeinträchtigt wird.
[0062] Im Betrieb der Tourenskibindung 110 tritt der Lagerbolzen 1221 in Eingriff mit der
Öffnung 123, wie in Figur 8 illustriert ist. Für eine Talabfahrt ist die Tourenskibindung
110 in die Entriegelungsstellung gestellt, in welcher beide Lagerbolzen 122I, 122r
durch die Spannkraft der Spannfedern 128I, 128r in die jeweiligen Öffnungen 123 auf
beiden Seiten des Skischuhs 112 vorgespannt sind. Der Verriegelungshebel 40 ist dabei
in die Entriegelungsstellung gemäß Figuren 5 und 6 verschwenkt, so dass er eine Abspreizbewegung
der Klemmwinkel 1181, 118r gegen die Spannung der Spannfedern 128I, 128r nicht verriegelt,
d.h. eine Sturzauslösung zulässt.
[0063] Wirkt nun bei der Talabfahrt, beispielsweise während eines Sturzes des Skifahrers,
zwischen Skischuh 112 und Tourenskibindung 110 ein Drehmoment um die Z-Achse, welches
den Skischuh 112 in Bezug auf den Ski von oben betrachtet entgegen dem Uhrzeigersinn
verdreht, so führt dies zu einer Kraftwirkung in X-Richtung (horizontale Kraftwirkung)
zwischen dem linken Lagerbolzen 1221 und der linken Öffnung 123, wodurch der Lagerbolzen
122I in horizontaler Richtung zur vorderen Auslösefläche 156 hin gepresst wird. Ist
diese Kraft größer als eine vorbestimmte Sturzauslösekraft, welche abhängt von der
Steigung der Auslösefläche 156 sowie von der Spannkraft der Spannfedern 128I, 128r,
so gleitet der Lagerbolzen 122I an der Auslösefläche 156 ab und verdrängt dabei den
Lagerbolzen 122I gegen die Vorspannung der Spannfedern 128I, 128r aus der Öffnung
123, bis der Lagerbolzen 1221 nach vorne von der Auslösefläche 156 abgleitet und der
Skischuh 112 von der Tourenskibindung 110 freigegeben oder ausgelöst ist. Ist die
vorstehend beschriebene Kraft in X-Richtung dagegen kleiner als die vorbestimmte Sturzauslösekraft,
so hält die Spannkraft der Spannfedern 1281, 128r den Lagerbolzen 122I im Eingriff
mit der Öffnung 123.
[0064] Wirkt in einem anderen Falle in der Abfahrtsstellung der Tourenskibindung 110 zwischen
dem Skischuh 112 und der Tourenskibindung 110 ein Drehmoment bzw. eine Kraft in solcher
Weise, dass der in die Öffnung 123 eingesetzte Lagerbolzen 1221 in Z-Richtung nach
oben oder nach unten oder schräg nach oben bzw. schräg nach unten gedrückt wird (vertikale
Kraftwirkung), so stößt die Oberseite bzw. die Unterseite des Lagerbolzens 122 an
den oberen Anlageabschnitt 152a oder den unteren Anlageabschnitt 152b an und wird
von diesen blockiert. Da die Anlageabschnitte 152a, 152b jeweils im Wesentlichen horizontal
verlaufende Anlageflächen aufweisen, kann der Lagerbolzen 122I an diesen Flächen nicht
derart abgleiten, dass er aus der Öffnung 123 herausgedrängt wird. Auch wenn die in
Z-Richtung wirkende Kraft betragsmäßig größer ist als die zuvor erwähnte Sturzauslösekraft,
d.h. auch dann, wenn die vertikale Kraft betragsmäßig so groß ist, dass eine Kraft
gleichen Betrags in X-Richtung eine Auslösung des Lagerbolzens 1221 über die vordere
Auslösefläche 156 bewirken würde, so bleibt die Tourenskibindung 110 bei vertikaler
Kraftwirkung sicher verriegelt und eine unerwünschte Fehlauslösung kann vermieden
werden.
[0065] Wirkt auf den Skischuh ein Drehmoment, welches den Skischuh von oben gesehen im Uhrzeigersinn
relativ zum Ski verdreht, so wird der Lagerbolzen 1221 gegen die hintere, zylinderabschnittsförmige
Wandung 154 der Öffnung 123 gepresst und dort ebenfalls blockiert, so dass er nicht
aus der Öffnung 123 herausgleiten kann. Gleichzeitig wird jedoch der rechte Lagerbolzen
122r an der entsprechend symmetrisch gestalteten rechten Öffnung 123 des Skischuhs
nach vorne gedrückt und gleitet über die entsprechende rechte Auslösefläche (gestaltet
nach dem Vorbild der Auslösefläche 156) aus der rechten Öffnung 123 heraus, so dass
die Tourenskibindung 110 ebenfalls auslöst.
[0066] Aus der vorstehenden Darstellung im Zusammenhang insbesondere mit Figur 8 wird ersichtlich,
dass in dem Bindungssystem des zweiten Ausführungsbeispiels der Erfindung der Lagerbolzen
1221 zwischen dem oberen Anlageabschnitt 152a und dem unteren Anlageabschnitt 152b
in seiner Bewegung eingeschränkt ist, so dass er aus der Öffnung 123 nur entlang der
Öffnungsachse Q, entlang der X-Richtung nach vorn oder entlang einer zwischen Öffnungsachse
Q und X-Richtung verlaufenden Richtung austreten kann. Damit wird das Auslösen des
Skischuhs in vertikaler Richtung, was als Hauptursache für ungewolltes Auslösen bei
sportlicher Talabfahrt erkannt wurde, deutlich gehemmt, während bei einer zumeist
unter Sturzbedingungen auftretenden Verdrehung zwischen Skischuh 112 und Ski um eine
Drehachse in Z-Richtung eine Auslösung zuverlässig erfolgen kann, indem der Lagerbolzen
112I in X-Richtung nach vorne aus der Öffnung 123 herausgleitet. Auf diese Weise ist
das Bindungssystem auch für sportliches Fahren geeignet und bietet gleichzeitig ein
Mindestmaß an Sicherheit.
1. Skischuh (12; 112), welcher in gegenüberliegenden seitlichen, vorderen Schuhabschnitten
jeweils eine Öffnung (18a, 18b; 123) aufweist, wobei die Öffnungen (18a, 18b; 123)
eine Öffnungsachse (Q) definieren, entlang welcher Lagerbolzen (32a, 32b; 122I, 122r)
einer Skibindung (14; 110) in die Öffnungen (18a, 18b; 123) eingeführt werden können,
um den Skischuh (12; 112) um die Öffnungsachse (Q) verschwenkbar an der Skibindung
(14; 110) zu halten,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Öffnungen (18a, 18b; 123) mindestens einen Anlageabschnitt (42;
42a, 42b, 42c; 152a, 152b) aufweist, der dazu ausgebildet ist, mit einer Oberseite
oder/und einer Unterseite des zugeordneten Lagerbolzens (32a, 32b; 1221, 122r) in
Anlagekontakt zu gelangen, um ein Herausgleiten des Lagerbolzens (32a, 32b; 1221,
122r) aus der Öffnung (18a, 18b; 123) in vertikaler Richtung zu blockieren.
2. Skischuh (112) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Öffnungen (123) in horizontaler Richtung durch einen Auslöseabschnitt
begrenzt wird, welcher eine schräg zur Öffnungsachse (Q) verlaufende Auslösefläche
(156) aufweist, an der ein in die Öffnung (123) eingeführter Lagerbolzen (122I, 122r)
abgleiten und in horizontaler Richtung aus der Öffnung (123) herausgleiten kann.
3. Skischuh (112) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Anlageabschnitt (152a, 152b) eine im Wesentlichen horizontal
verlaufende Anlagefläche aufweist.
4. Skischuh (112) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (123) zwischen zwei einander zugewandten, im Wesentlichen horizontal
verlaufenden Anlageflächen (152a, 152b) angeordnet ist.
5. Skischuh (12), insbesondere nach Anspruch 1, welcher in gegenüberliegenden seitlichen,
vorderen Schuhabschnitten jeweils eine Öffnung (18a, 18b) aufweist, wobei die Öffnungen
(18a, 18b) eine Öffnungsachse (Q) definieren, entlang welcher Lagerbolzen (32a, 32b)
einer Skibindung (14) in die Öffnungen (18a, 18b) eingeführt werden können, um den
Skischuh (12) um die Öffnungsachse (Q) verschwenkbar an der Skibindung (14) zu halten,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Öffnungen (18a, 18b) mindestens einen inneren Anlageabschnitt
(42; 42a, 42b, 42c) zur Anlage an einem Außenumfangsabschnitt (50) des Lagerbolzens
(32a, 32b) aufweist, wobei der Anlageabschnitt (42; 42a, 42b, 42c) eine Verschiebung
des Lagerbolzens (32a, 32b) in Richtung der Öffnungsachse (Q) sowie eine Schwenkbewegung
des Lagerbolzens (32a, 32b) um die Öffnungsachse (Q) zulässt, jedoch eine Verschiebung
oder Schwenkbewegung des Lagerbolzens (32a, 32b) in anderen Richtungen im Wesentlichen
verhindert.
6. Skischuh (12), insbesondere nach Anspruch 5, welcher in gegenüberliegenden seitlichen,
vorderen Schuhabschnitten jeweils eine Öffnung (18a, 18b) aufweist, wobei die Öffnungen
(18a, 18b) eine Öffnungsachse (Q) definieren, entlang welcher Lagerbolzen (32a, 32b)
einer Skibindung (14) in die Öffnungen (18a, 18b) eingeführt werden können, um den
Skischuh (12) um die Öffnungsachse (Q) verschwenkbar an der Skibindung (14) zu halten,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Öffnungen (18a, 18b) mindestens einen inneren Anlageabschnitt
(42; 42a, 42b, 42c) zur Anlage an einem Außenumfangsabschnitt (50) des Lagerbolzens
(32a, 32b) aufweist, wobei der Anlageabschnitt (42; 42a, 42b, 42c) eine die Öffnungsachse
umlaufende Zylindermantelfläche definiert.
7. Skischuh (12) nach Anspruch 1 oder Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Anlageabschnitt (42) durch eine die Öffnungsachse (Q) im Wesentlichen vollständig
umlaufende Zylindermantelfläche gebildet ist.
8. Skischuh (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Öffnung (18a, 18b) in einem Insert (20), insbesondere Metallinsert,
ausgebildet ist, welches in einem Sohlenabschnitt (16) des Skischuhs (12) integriert
ist.
9. Skischuh (12) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Öffnung (18a, 18b) an ihrer Mündung (44) eine Einweisungsfläche (36a,
36b) aufweist, entlang welcher ein Lagerbolzen (32a, 32b) vor dem Eintreten in die
Öffnung (18a, 18b) in einer quer zur Öffnungsachse (Q) verlaufenden Richtung verschiebbar
ist, wobei die Einweisungsfläche (36a, 36b) den Lagerbolzen (32a, 32b) zur Öffnungsachse
(Q) hinführt.
10. Bindungssystem (10; 110, 112), umfassend einen Skischuh (12; 112) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche und eine Skibindung (14; 110), wobei die Skibindung (14; 110) zwei Klemmhebel
(22a, 22b; 118I, 118r) umfasst, welche jeweils einen Lagerbolzen (32a, 32b; 122I,
122r) aufweisen, der in eine zugeordnete der Öffnungen (18a, 18b; 123) des Skischuhs
(12; 112) einführbar ist.
11. Bindungssystem (10) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmhebel (22a, 22b) am Ski (18) oder an einem Element des Bindungssystems befestigt
sind oder am Bindungssystem fest ausgebildet sind, und
dass eine Bewegung der Lagerbolzen (32a, 32b) in Bezug auf den Ski (28) oder das Bindungssystem
(14) zur Verstellung der Skibindung (14) zwischen Schließstellung und Öffnungsstellung
mit einer elastischen Verformung mindestens eines der Klemmhebel (22a, 22b) einhergeht.
12. Bindungssystem (10) nach Anspruch 10 oder Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der beiden Klemmhebel (22a, 22b) einen Griffabschnitt (40), insbesondere
einen Griffhebel, aufweist, an welchem der Klemmhebel (22a) manuell bewegt werden
kann, um den Lagerbolzen (32a) des Klemmhebels (22a) in Öffnungsrichtung zu bewegen.
13. Bindungssystem (110, 112) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, umfassend einen Skischuh
(112) nach Anspruch 1 sowie eine Skibindung (110), wobei die Skibindung (110) einen
Auslösemechanismus aufweist, der auf die Klemmhebel (1181, 118r) in einer geschlossenen
Stellung der Skibindung (110) eine vorbestimmte Spannkraft ausübt, die die Lagerbolzen
(122I, 122r) in die zugeordneten Öffnungen (123) des Skischuhs (112) presst,
wobei mindestens eine der Öffnungen (123) des Skischuhs (112) in horizontaler Richtung
(X) durch einen Auslöseabschnitt (156) und in vertikaler Richtung (Z) durch den Anlageabschnitt
(152a, 152b) begrenzt wird,
wobei in einer geschlossenen Gebrauchsstellung der Skibindung (110), bei Wirkung einer
horizontalen Kraft zwischen Öffnung (123) und darin eingeführtem Lagerbolzen (1221,
122r), welche Kraft horizontal und orthogonal zur Öffnungsachse (Q) verläuft und einen
Absolutwert aufweist, der gleich oder größer ist als eine vorbestimmte Sturzauslösekraft,
der Lagerbolzen (122I, 122r) gegen die Spannkraft der Skibindung (110) in horizontaler
Richtung aus der Öffnung (123) herausgleitet, und
wobei in einer geschlossenen Gebrauchsstellung der Skibindung, bei Wirkung einer vertikalen
Kraft zwischen Öffnung (123) und darin eingeführtem Lagerbolzen (122I, 122r), welche
Kraft vertikal und orthogonal zur Öffnungsachse (Q) verläuft und einen Absolutwert
aufweist, der gleich oder größer ist als die vorbestimmte Sturzauslösekraft, der Lagerbolzen
(1221, 122r) in vertikaler Richtung an dem Anlageabschnitt (152a, 152b) anliegt und
am Herausgleiten aus der Öffnung (123) gehindert wird.