[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere
einer Papier- oder Kartonbahn, mittels einer Rollenwickelvorrichtung auf mindestens
einen Wickelkern, vorzugsweise eine Wickelhülse zu einer Wickelrolle mit Unterstützung
mindestens einer, mit der Wickelrolle einen Nip bildenden Walze, wobei die Rollenwickelvorrichtung
mit wenigstens einem elektronischen Mittel zum Ausgleich von Schwingungen der mindestens
einen Walze und/oder der Wickelrolle ausgestattet ist, wobei die mindestens eine Walze
durch mindestens einen Antriebsmotor um einen rotatorischen Freiheitsgrad angetrieben
wird.
[0002] Die Erfindung wird im Folgenden im Zusammenhang mit der Behandlung einer Papierbahn
erläutert. Sie ist jedoch auch bei anderen Bahnen entsprechend anwendbar, die ähnlich
zu handhaben sind. Dabei handelt es sich beispielsweise, jedoch nicht erschöpfend,
um Bahnen aus Karton, Kunststoff- oder Metallfolien.
[0003] Papierbahnen werden in relativ großen Breiten von bis zu über 11 m in einer Papiermaschine
produziert. Die Produktion erfolgt quasi endlos. Dabei definiert die Warenlaufrichtung
der Papiermaschine für alle in der Papierfabrik befindlichen Maschinen und Einrichtungen
die Längs- und in horizontaler Ebene senkrecht dazu die Querrichtung. Zur Vereinfachung
der vorliegenden Schrift wird im Weiteren an geeigneten Stellen die Längsrichtung
als X-Richtung, die Querrichtung als Y-Richtung und die auf einer durch diese beiden
Richtungen aufgespannten Ebene senkrecht stehende Höhenrichtung als Z-Richtung bezeichnet.
Am Ende der Papiermaschine wird die erzeugte Papierbahn in voller Breite auf einen
Wickelkern aufgewickelt. Dieser Wickelkern wird zyklisch, in aller Regel bei laufender
Produktion, ersetzt. Die auf diese Weise entstehende, bahnbreite Wickelrolle wird
üblicherweise als Mutterrolle oder Volltambour bezeichnet. Um für einen späteren Verwender,
beispielsweise eine Druckerei, handhabbar zu sein, muss die auf einer Mutterrolle
gewickelte Papierbahn in mehrere parallel verlaufende Teilbahnen geschnitten werden,
deren Breiten für den jeweiligen späteren Verwender geeignet sind. Diese Breiten können
fallweise stark variieren, so dass die Aufteilung der Papierbahn üblicherweise nach
einem individuell definierbaren Schnittmuster vorgenommen wird. Die Teilbahnen werden
dann zu Wickelrollen aufgewickelt, die man Teilbahn- oder Fertigrollen nennt und die
gemeinsam als sogenannter Rollenwurf ausgegeben werden. Das Schnittmuster ist von
Rollenwurf zu Rollenwurf änderbar. Das Längsschneiden und Aufwickeln erfolgt zweckmäßigerweise
in einer einzigen Maschine, der sogenannten Rollenschneidmaschine, die für die Zwecke
der vorliegenden Anmeldung allgemein als Rollenwickelvorrichtung bezeichnet wird,
da beispielsweise auch bei dem reinen Umrollen einer Mutterrolle, ohne Formatänderungen
mindestens ein Teil der möglichen Wickelprobleme auftreten kann.
Eine Rollenschneidvorrichtung besteht im Wesentlichen aus einer Abrolleinrichtung,
einer Schneidpartie und einer Aufrolleinrichtung, wobei die Schneidpartie eine entsprechend
der möglichen Teilungen angepassten Anzahl von meist scheibenförmig ausgebildeten
Schneiden aufweist.
Bei der Ausgestaltung einer Rollenschneidvorrichtung unterscheidet der Fachmann zwischen
zwei grundsätzlichen Bautypen, nämlich dem Tragwalzenroller und dem Stützwalzenroller.
Kennzeichnend für den Tragwalzenroller-Typ ist eine Aufrolleinrichtung, bei der der
gesamte Rollenwurf in einem Wickelbett, das in der Regel aus zwei Tragwalzen besteht,
auf Wickelhülsen aufgewickelt wird. Die Wickelhülsen des Rollenwurfes können achslos
durch Spann- beziehungsweise Führungsköpfe oder, in selteneren Fällen, durch in die
Wickelhülsen eingeführte Wickelwellen gehalten werden. Die Rollen werden gemeinsam,
als kompletter Wurf, aufgewickelt. In der Regel geschieht dies mittels einer Umfangswicklung,
wozu mindestens eine der beiden Tragwalzen antreibbar ist. Wird eine Wickelwelle verwendet
kann auch eine Zentrumswicklung oder eine Kombination von beidem stattfinden.
In einer für den Stützwalzenroller-Typ kennzeichnenden Aufrolleinrichtung wird jede
einzelne zu wickelnde Rolle in einer eigenen Wickelstation gewickelt. Die Rollen stützen
sich während des Wickelvorgangs auf einer Stützwalze ab. Je nach Bauart werden ein
bis zwei Stützwalzen und fallweise zusätzliche Stützrollen verwendet. Die Teilbahn-
beziehungsweise Fertigrollen werden in ihren Wickelstationen auf Wickelhülsen gewickelt,
die jeweils von einem eingeführten Paar Spann- beziehungsweise Führungsköpfen gehalten
werden. Die Rollen werden entweder über diese Spann- beziehungsweise Führungsköpfe
mit Zentrumswicklung oder über die mindestens eine Stützwalze mit Umfangswicklung
oder kombiniert angetrieben.
Im Sinne der vorliegenden Schrift werden auch mit einem Band umschlungene und/oder
um die sich bildenden Wickelrollen aus einer Trag- in eine Stützposition bewegbare
Wickelwalzen als Trag- oder Stützwalzen verstanden.
Beide Maschinentypen verwenden im Allgemeinen zusätzliche Andruckwalzen, die insbesondere
im Anfangsstadium jeder Wicklung für ein gewünschtes Maß an Wickelhärte sorgen.
[0004] Die Typenfestlegung der zu verwendenden Rollenwickelvorrichtungen ist in der Regel
von der herzustellenden Papiersorte und der gewünschten Wickelqualität abhängig. Unabhängig
davon steht der Betreiber einer Papierfabrik einer anderen, grundsätzlichen Problematik
gegenüber:
Zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Erreichung einer hohen Produktivität
ist man bestrebt, hohe Produktionsgeschwindigkeiten zu erreichen. Dabei haben sich
alle in der Produktionskette einer Papierfabrik befindlichen Vorrichtungen beziehungsweise
Maschinen an der durch die Papiermaschine vorgegebenen Produktionsgeschwindigkeit
beziehungsweise deren Produktionsausstoß zu orientieren. Da eine Papiermaschine, von
Störungsfällen einmal abgesehen, kontinuierlich arbeitet, ist es für eine diskontinuierlich
arbeitende Rollenwickelvorrichtung schwierig, der vorgelegten Geschwindigkeit zu folgen,
da Rüst-, Beschleunigungs- und Verzögerungszeiten entsprechend der Aufgabe der Formatreduzierung
relativ häufig anfallen und deshalb nur durch deutlich höhere Produktionsgeschwindigkeiten
auszugleichen sind.
[0005] Solche hohen Anforderungen an die Wickelgeschwindigkeiten bergen jedoch ein hohes
Gefährdungspotential auf Grund auftretender Schwingungen.
Der zu erzeugende Wickel nimmt kaum eine ideale runde Form an. Kleine Wickelfehler,
beispielsweise auf Grund leichter Profilschwankungen der zu wickelnden Papierbahn,
addieren sich bei jeder vollen Umwicklung. Im weiteren Verlauf bilden die Wickelrollen
in diesen Bereichen Verhärtungen aus. Auf Grund der periodischen Wiederkehr der jeweiligen
Wickelfehler des rotierenden Wickels, bilden sich in Abhängigkeit von dessen Umfang
und Umfangsgeschwindigkeit Schwingungen entsprechender Frequenz aus.
[0006] Mit zunehmender Produktionsgeschwindigkeit wird die Erregerfrequenz immer größer
(bei steigender Umfangsgeschwindigkeit durchläuft dieselbe Position des Wickels immer
häufiger denselben Wickelspalt) und die Erregeramplitude wird immer heftiger (gleichzeitig
wächst mit zunehmendem Wickelrollendurchmesser auch dessen Unebenheit und das wirksames
Gewicht). Dabei nimmt die Wahrscheinlichkeit stark zu, dass sich während dieses komplexen
Prozesses Schwingungen ausbilden, die (über ganzzahlige Harmonische) geeignet sind,
mit den Tragwalzen der Rollenwickelvorrichtung Resonanzen auszubilden, die zu einem
heftigen, teilweise raschen "Aufschaukeln" der gesamten Maschine führen können. Wie
bekannt, können dabei im Extremfall Wickel aus dem Wickelbett ausgeworfen werden.
[0007] Bei heute angestrebten Produktionsgeschwindigkeiten von 3000 m/min besteht kaum noch
die wirtschaftlich nutzbare Möglichkeit die Eigenfrequenzen der beteiligten Tragwalzen
derart auszulegen, dass eine mögliche Eigenstimmulierung des Systems zuverlässig ausgeschlossen
werden kann.
[0008] Überlagernd dazu treten noch weitere Schwingungsproblematiken auf. Beispielsweise
nimmt die sich bildende Wickelrolle den Zustand eines anisotropen Rotors an. Ursächlich
dafür sind Querprofilschwankungen der Papierbahn, die sich bei jeder Umwicklung addieren.
Es kann dann bei jeder Umdrehung auch zu Kontaktverlusten oder mindestens unterschiedlichen
Linienlasten kommen. Über papiertechnologische Zusammenhänge, wie Kompressibilität
oder Reibwert der Bahn, bilden sich dann inhomogene Rollen aus.
Bereits bei einer halbkritischen Geschwindigkeit, die etwa der halben Resonanzdrehzahl
der Rolle entspricht, kommt es zu starken Verformungen der Rolle. Diese Verformungen
werden auch als s2-Schlag oder 2f-Schlag bezeichnet. Sie stehen abermals in massiver
Wechselwirkung mit den anderen am gesamten Wickelsystem beteiligten Komponenten und
können mitverantwortlich für einen exzentrischen Rollenaufbau sein.
[0009] Zur Bekämpfung der daraus resultierenden Schwingungen und der dann folgenden Schäden
ist es bekannt eine auf den oder die zu wickelnden Wickel einwirkende Walze zu dämpfen
um einem, sich bildenden Schwingungsprozess Energie zu entziehen. Ferner ist es bekannt
mittels der Auflagewalze beruhigend auf die Wickelrollen einzuwirken. Dabei verfolgt
man meist das durch Verlagerung der Auflagewalze die Wickelrollen geometrisch zu stabilisieren.
Die noch unveröffentlichte Patentanmeldung
DE 10 2008 053 931 der Anmelderin, sieht zudem eine Einflussnahme mittels in die Auflagewalze integrierten
Tilgern auf die Wickelrollen vor.
Insbesondere bei wickelkritischen Papiersorten, also bei Papiersorten deren Reibbeiwert
über 0,55 und im Besonderen über 0,7 liegt, ist unter hohen Produktionsgeschwindigkeiten
der Wickelaufbau im Ergebnis häufig immer noch nicht zufrieden stellend. Daraus abgeleitet
ist die Produktivität, das heißt in erster Linie die Wickelgeschwindigkeit, kaum über
ein sicher umsetzbares Maß von 2800 m/min steigerbar.
[0010] Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Wickeln von Materialbahnen zur
Verfügung zu stellen, mittels dessen insbesondere wickelkritische Papiersorten ruhiger
und produktiver behandelt werden können.
[0011] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass mindestens eine Walze in der Bewegungsrichtung wenigstens eines
weiteren Freiheitsgrades gesteuert- und/oder geregelt wird.
[0012] Auf diese Weise wird es möglich, mittels ein und desselben Nips, Schwingungszuständen
entgegenzuwirken, die aus zwei sich überlagernden Schwingungsarten, beispielsweise
Drehschwingungen und Vertikalschwingungen, bestehen. Entsprechend sind unter den Freiheitsgraden
der Walzen die translatorischen Bewegungsrichtungen in X-, Y-, und Z- Richtung sowie
die Rotationsrichtungen um diese Achsen zu verstehen.
[0013] Bevorzugt wird mindestens eine angetriebene Walze in der Bewegungsrichtung wenigstens
eines weiteren Freiheitsgrades gesteuert und/oder geregelt.
[0014] Auf diese Weise erweitert sich das Einflusspektrum erheblich, da der Steuerungs-Regelungsbereich
bezogen auf den rotatorischen Freiheitsgrad der Walze um die Y-Richtung nicht auf
eingespeiste Fremdenergie angewiesen ist und die im Nip wirkenden Umfangskräfte stets
autark beeinflusst werden können.
[0015] Es ist von großem Vorteil, wenn mindestens eine, der mindestens einen Walze in wenigstens
zwei weiteren Freiheitsgraden gesteuert- und/oder geregelt wird.
[0016] Auf diese Weise wird es möglich, mittels ein und desselben Nips, Schwingungszuständen
entgegenzuwirken, die aus mehr als zwei sich überlagernden Schwingungsarten bestehen.
Dabei lassen sich auch Spannungsdivergenzen in der zu wickelnden Materialbahn flächig
vergleichmäßigen. Dieser Effekt ist insbesondere bei den viskoelastischen Papierbeziehungsweise
Kartonbahnen recht wirkungsvoll einzusetzen.
[0017] Weiter ist es von Vorteil, wenn mindestens eine, der mindestens einen Walze in der
Bewegungsrichtung wenigstens eines der Freiheitsgrade in einem statischen und einem
periodischen Anteil gesteuert- und/oder regelt wird.
[0018] Unter dem Begriff "statisch" soll hier selbstverständlich kein dauerhaft unveränderter
Zustand verstanden werden. Der statische Anteil ist hier regelungstechnisch zu verstehen
und gibt beispielsweise die planmäßige Steuerung an Hand der vorgesehenen Regelungskurve
wieder. Bezogen auf die Walze einer Rollenwickelvorrichtung beinhaltet eine solche
Kurve meist eine Beschleunigungsphase, eine Phase konstanter Geschwindigkeit und eine
Verzögerungsphase. Bezogen auf eine Dämpfungseinrichtung bezieht sich der statische
Anteil auf die aktive oder passive Dämpfung der momentan anliegenden resultierenden
Schwingung, während der periodische Anteil einer, dieser Schwingung überlagerten,
meist höherfrequenten, Schwingung entspricht.
Auf Grund dieses Verhältnisses spricht die vorliegende Schrift auch von Makroschwingungsbereichen
und Mikroschwingungsbereichen, wobei die Makroschwingungsbereiche die üblicherweise
wahrgenommenen, resultierenden Schwingungen beschreiben sollen, während unter den
Mikroschwingungen überlagerte Schwingungen, meist höherer Frequenz und geringerer
Amplitude, verstanden werden.
[0019] Auf diese Weise lässt sich mittels ein und desselben Nips zusätzlich in einem Makro-
oder einem Mikroschwingungsbereich auf den Wickelaufbau einwirken. Somit lassen sich
entweder bereits kleinste Anfangserregungen oder kritische Schwingbewegungen wirksam
bekämpfen.
Werden in bevorzugter Weise mehrere Freiheitsgrade in statischen und periodischen
Anteilen gesteuert/geregelt, ist es möglich, mittels ein und desselben Nips, zusätzlich
in wenigstens einem Makro- und/oder wenigstens einem Mikrobereich auf den Wickelaufbau
einzuwirken. Somit lassen sich verschiedenste Erregungen wirksam bekämpfen.
Insbesondere lassen sich sowohl bereits kleinste Anfangserregungen wie auch kritische
Schwingbewegungen wirksam bekämpfen.
Auch können im weiteren Verlauf des Wickel prozesses sowohl auf die besonders einflussreichen
Makroschwingungen Einfluss genommen werden, von denen die üblicherweise wahr genommenen
Qualitätseinbußen beziehungsweise Beschädigungen an der Wickelrolle sowie Gefährdungen
oder Beschädigungen an der Rollenwickelvorrichtung und ihren Umfeldes ausgehen. Ebenso
kann gleichzeitig auf sich diesen Schwingungen überlagernden Mikroschwingungen Einfluss
genommen werden, die maßgeblich für die weitere Entwicklung der Schwingungen sind.
Auf diese Weise kann also einem aktuellen Gefahrenstand entgegengewirkt werden und
gleichzeitig keimende Schwingungsentwicklungen gestört werden.
[0020] Mit Vorteil wird mindestens eine, der mindestens einen Walze mittels eines feedback-
und/oder eines feedforward Einflusses gesteuert und/oder geregelt wird.
[0021] Somit lassen sich Aktion und Reaktion in geeigneter Weise im Wickelprozess einsetzen,
um Schwingungen je nach Phasenlage zu dämpfen.
[0022] Bevorzugt wird wenigstens der periodische Anteil hochfrequent gesteuert- und/oder
geregelt.
[0023] Mikroerregungen treten meist hochfrequent und mit minimalen Amplituden auf. Ihnen
läßt sich mit hochfrequenten Regelungsmechanismen am besten begegnen. Dabei kann es
durchaus bevorzugt sein, Frequenzen größergleich 8Hz, insbesondere Frequenzen größergleich
10Hz einzusetzen.
[0024] Auch ist es von Vorteil, wenn mindestens eine der Walzen, insbesondere die Andruckwalze,
zur Beruhigung der Wickelrolle um ihre eigene Achse derart angetrieben wird, dass
der statische Anteil der Umfangsgeschwindigkeit der sich ausbildenden Wickelrolle
entspricht, und der periodische Anteil einer, durch eine Schaukelbewegung der Wickelrolle
induzierten, überlagerten Drehschwingung der Andruckwalze entspricht.
[0025] Dies hat sich in Versuchen als besonders geeignete Maßnahme erwiesen, um auch aus
wickel kritischen Papieren Wickelrollen von hoher Qualität unter hohen Geschwindigkeiten
prozesssicher wickeln zu können, da ein derartiges Wickelverfahren den, insbesondere
durch die sich bildenden Wickelrollen induzierten, Erregungsprozess widerspiegelt.
Somit lassen sich die vorliegenden Schwingungen sehr gut eliminieren und Schaukelbewegungen
der Wickelrollen werden wirksam unterbunden.
[0026] Mit besonderem Vorteil wird der periodische Anteil phasenverschoben eingesteuert
und/oder eingeregelt.
[0027] Auf diese Weise lässt sich einem weiteren Aufkeimen der Mikroschwingungen, insbesondere
einem Übergang aus Mikro- zu Makroschwingungen, besonders wirksam entgegnen.
[0028] Auch kann es von bevorzugt sein, dass mindestens die periodischen Anteile der Bewegungssteuerung
/-regelung mindestens zweier Walzen gegenphasig zueinander gerichtet sind.
[0029] Versuche haben in ganz überraschender Weise bei einer derartigen Konstellation besonders
gute Dämpfungswirkungen gezeigt, obwohl theoretisch eine der Walzen zum weiteren Aufschaukeln
des Schwingungssystems beitragen müsste.
[0030] Von besonderem Vorteil kann es auch sein, wenn mindestens eine der Walzen, insbesondere
mindestens die Andruckwalze mittels eines elastischen Bezuges auf die Materialbahn,
beziehungsweise die sich bildende Wickelrolle einwirkt.
[0031] Auf diese Weise lässt sich eine besonders gute Übertragung und eine hohe Kontaktsicherheit
im Nip sicherstellen. Da die Andruckwalze mit besonders großem Hebelarm auf die sich,
um die Wickelkerne oder um eine imaginäre Achse im Wickelbett bewegenden, insbesondere
schaukelnden, Wickelrollen einwirkt und die Andruckwalze auch das geringste Trägheitsmoment
aufweist, eignet sie sich besonders gut zur Einflussnahme.
[0032] Es ist von Vorteil, wenn die Auflagewalze segmentiert angetrieben und insbesondere
auch gesteuert und/oder geregelt wird.
[0033] Bei heute üblicherweise zu bearbeitenden Materialbahnbreiten von 6 Metern bis über
11 Metern ist es zur Erreichung drehsteifer Antriebseinheiten, die auch zur hochfrequenten
Steuerung oder Regelung geeignet sind, sinnvoll, mehrere kleinere Antriebe entlang
der Y-Achse zu verteilen. Ist die Andruckwalze segmentiert, ist es sinnvoll, wenn
jedes einzelne Element durch einen eigenen Antrieb angetrieben wird, um besonders
gute Voraussetzungen für ein ideales Wirkungsfeld bereit zu stellen.
[0034] Ferner ist es von großem Vorteil, wenn mittels mindestens eines Sensors das Vorhandenensein
von Nipkontakt ermittelt wird.
[0035] Zwischen den sich im Wickelprozess ausbildenden Wickelrollen und den auf sie einwirkenden
Walzen kann es während des Wickelprozesses zu Kontaktverlust kommen. Dieser Kontaktverlust
kann periodisch wiederkehrend auftreten und ist dann schwingungsinduziert und häufig
auch nur latent. Insbesondere zwischen Wickelrolle und Andruckwalze kann es aber auch
ab einem gewissen Wickelrollendurchmesser beziehungsweise ab einer gewissen Anzahl
von Materialbahnlagen auf der Wickelrolle zu, in Y-Richtung zumindest abschnittsweise
längerem Verlust des Nipkontakts kommen.
Walze und Wickelrolle stehen jedoch nur bei Nipkontakt in Wechselwirkung zueinander.
Deshalb ist es insbesondere bei schwingungsreduzierenden Maßnahmen wichtig, über das
Vorhandensein von Nipkontakt diskret oder kontinuierlich informiert zu werden.
Somit lassen sich beispielsweise "Bremsspuren" auf der Materialbahnoberfläche" verhindern.
[0036] Bevorzugt wird mindestens eine, der mindestens einen Walze mit einer aktiven oder
passiven Dämpfungseinrichtung gedämpft.
Ebenso bevorzugt kann mindestens eine, der mindestens einen Walze mit einer aktiven
oder passiven Tilgungseinrichtung () gedämpft werden.
[0037] Dabei kann es von Vorteil sein, wenn die Auflagewalze segmentweise mittels der Dämpfungseinrichtung
oder der Tilgungseinrichtung gedämpft wird.
[0038] Während es bei zuvor genannten Ausführungsformen in der Praxis in bevorzugter Weise,
jedoch nicht erschöpfend, um schwingungsreduzierende Maßnahmen ging, die mittels der
Antriebseinrichtung erzielt werden können, stellen die letztgenannten drei Ausgestaltungen
Möglichkeiten zur überlagerten Einwirkung mittels insbesondere um einen linearen Freiheitsgrad
bewegbaren Dämpfungsbeziehungsweise Tilgungseinrichtungen dar. Auch hier können alle
vorhandenen Nips wirksam genutzt werden.
Diese Maßnahmen bieten deshalb ein besonders hohes Potenzial nutzbarer Synergieeffekte,
weil sich die zunächst um Rotationsachsen bewegenden Schwingungen aus Niprichtung
auf die Lager der Walzen durchstellen und sich hier lineare Wirkungskomponenten ergeben,
denen, sowohl im Makro- , wie im Mikrobereich, massebehaftet also hauptsächlich im
niederfrequenten, wie im hochfrequenten Schwingungsbereich, wirksam begegnet werden
kann.
[0039] Auch kann es fallweise von zusätzlichem Vorteil sein, wenn eine Walze, insbesondere
die Auflagewalze im Verlauf des Wickelprozesses gesamtheitlich und/oder segmentweise
entlang der Umfangsrichtung der sich bildenden Wickelrolle bewegt wird.
[0040] Auf diese Weise ist eine zusätzliche geometrische Stabilisierung der Wickelrollen
möglich, wobei die sich daraus ergebenden Synergieeffekte zum prozesssicheren Betreiben
des Wickelprozesses genutzt werden können.
[0041] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
[0042] Nachstehend wird die Erfindung in einem Ausführungsbeispiel anhand der einzigen Figur
näher beschrieben.
[0043] Als Ausschnitt einer Rollenwickelvorrichtung R ist ein Aufwickelbereich dargestellt,
der zwei Tragwalzen 1, 2 aufweist, von denen mindestens eine angetrieben ist. Die
Tragwalzen 1, 2 bilden ein Walzenbett, in dem mehrere in Y-Richtung neben einander
liegende Wickelrollen 5 während des Aufwickelns auf den Tragwalzen 1, 2 aufliegen.
Von einer nicht dargestellten Längsschneideinrichtung wird eine Materialbahn M, insbesondere
eine Papier- oder Kartonbahn, vor dem Aufwickeln in mehrere Einzelbahnen geschnitten,
die anschließend durch den Nip zwischen den Tragwalzen 1, 2 oder seitlich um den Mantel
einer der beiden Tragwalzen 1, 2 herum in das Walzenbett geführt werden, wo sie auf
fluchtend aufgereihte Hülsen 4 aufgewickelt werden. Die Tragwalzen 1, 2 bilden jeweils
einen Nip mit der Wickelrolle 5.
[0044] Eine Auflagewalze 3 bildet, im dargestellten Fall über einen elastischen Bezug 8,
einen zusätzlichen Nip mit der Wickelrolle 5 aus. Dabei ist die Auflagewalze 3 in
Y- Richtung segmentiert und jedes einzelne Segment wird durch einen eigenen, drehsteifen
Antriebsmotor 6 angetrieben. Im dargestellten Beispiel sind auch die Tragwalze 1 und
die Tragwalze 2 durch einen innerhalb ihres Walzenmantels angeordneten Antriebsmotor
6 angetrieben. Zur Erfüllung des erfinderischen Gedankens ist es jedoch vollkommen
ausreichend, wenn mindestens eine der Walzen 1,2,3 angetrieben ist. Beispielsweise
lässt sich die Erfindung nämlich auch dann einsetzen, wenn lediglich eine einzige
Walze als Stützwalze für die in Längsrichtung geschnittenen Papier-Teilbahnen eingesetzt
wird. In diesem Fall stützen sich die einzelnen Wickelrollen 5 üblicherweise im Wechsel
in einer Elf-Uhr- und in einer Ein-Uhr-Position gegenüber der als Stützwalze fungierenden
Walze 1,2,3 ab. Anstelle der Elf-Uhr- und der Ein-Uhr-Positionen können sich die Wickelrollen
5 aber natürlich auch an anderen, jeweils einander symmetrisch gegenüberliegenden
Positionen im Bereich der beiden oberen Quadranten der Stützwalze befinden.
Es ist auch denkbar, dass eine Walze 1,2,3 mittels eines externen Antriebsmotors angetrieben
wird. Wichtig ist lediglich, dass die Anbindung des Antriebsmotors an die Walze von
hoher Steifigkeit ist, Änderungen in der Antriebsleistung (Motorstrom, Drehmoment,
Drehzahl) schnell und unverfälscht an die Walze durchgestellt werden.
[0045] Ferner können im Bereich der Walzenachse und/oder innerhalb des Walzenmantels der
Tragwalzen 1, 2 Sensoren zur Erfassung von Vertikalschwingungen der Wickelrolle 5,
von Schwingungen in Niprichtung und von Torsionsschwingungen, d. h. in tangentialer
Richtung der Tragwalzen 1, 2, vorhanden sein. Bevorzugt ist wenigstens eine Walze
1,2,3 mit wenigstens einem Sensor 7 zur Erfassung vorhandenen Nipkontakts ausgestattet.
Der Sensor 7 kann als optischer Sensor ausgelegt sein. Im dargestellten Beispiel ist
er jedoch als Belastungssensor ausgelegt und steht mit den jeweiligen Walzenmänteln
in Kontakt. Hierbei ist es denkbar, dass der Sensor 7 umfänglich mehrere diskrete
Abschnitte überwachen kann. Es ist jedoch bevorzugt, dass der Sensor derart gestaltet
ist, dass er zur Erfassung der gesamten Walzenoberfläche geeignet ist und so jeden
Kontaktverlust, wie er in der Figur zur Veranschaulichung durch den offenen Spalt
h dargestellt ist, im jeweiligen Nip zwischen den einzelnen Walzen und den Wickelrollen
5 erfassen kann. Durch geeigneten Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens sind derartige
Kontaktverluste weitgehend vermeidbar. Im Speziellen sind schwingungsinduzierte Kontaktverluste
vermeidbar oder wenigstens reduzierbar. Kontaktverluste der Auflagewalze 3 auf Grund
von Querprofilschwankungen sind schwerer zu verhindern. Ein Feststellen eines Kontaktverlustes
im Nip zwischen Andruckwalze 3 beziehungsweise einem Segment der Andruckwalze 3 und
der Wickelrollen 5 kann dann aber wichtige Informationen für die weitere Regelungsstrategie
liefern. Dazu steht der mindestens eine Sensor mit einer Steuer- / Regelungseinheit
9 in Kontakt.
[0046] Bevorzugt steht die Steuer-/Regeleinheit auch, direkt oder über zwischengeschaltete
weitere Steuer-/Regeleinrichtungen, auch mit den Antriebsmotoren und optional vorhandenen
Dämpfungs- oder Tilgungseinrichtungen in Wirkverbindung. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Tragwalze 1, die hier auch als erste von der einlaufenden Materialbahn M umschlungen
wird, mit einem aktiven Dämpfungssystem 10 ausgestattet, während die Tragwalze 2 ein
passives Dämpfungssystem 11 aufweist.
[0047] Die Auflagewalze 3 beziehungsweise ihre einzelnen Segmente sind mit Tilgungseinrichtungen
12 ausgerüstet, die hier symbolisch durch einen Ring um die angetriebene Achse dargestellt
sind. Auch die Tilgungseinrichtungen 12 stehen mit der Steuer-/Regelungseinrichtung
über Kontaktleitungen oder drahtlos in Wirkkontakt.
Die Tragwalze 1 wird von der Steuer-/Regeleinrichtung 9 über ihren Antriebsmotor 8
um ihren rotatorischen Freiheitsgrad angetrieben. Der Pfeil S
1-1 deutet dabei den statischen Anteil an, während das Pfeilepaar P
1-1 den überlagert eingesteuerten periodischen Anteil wiedergibt. Der sich in Niprichtung
ausbildende lineare Freiheitsgrad der Tragwalze 1 wird durch den Pfeil S
1-2 angedeutet. Dabei wird die zugelassene Bewegung mittels der aktiven Dämpfungseinrichtung
10 geregelt. Auch hier werden überlagerte periodische, also schwingende, Anteile eingebracht,
die durch das Pfeilepaar P
1-2 dargestellt sind und deren Einfluss insbesondere bei aktiv eingeleiteter Gegenbewegung
der Tragwalze 1 von Bedeutung sind.
Die Benennung der Pfeile ergibt sich dabei wie folgt: S für statischer Anteil, P für
periodischer Anteil, der erste Index benennt jeweils die Walze, der zweite Index den
Freiheitsgrad. Der periodische Anteil ist dabei vorzugsweise hochfrequent gesteuert
beziehungsweise geregelt und bewegt sich vorteilhaft in Frequenzbereichen über 8 Hz.
Für die Tragwalze 2 gilt das gleiche, wie für die Tragwalze 1. Lediglich fehlen auf
Grund der passiven Dämpfungseinrichtung hier die aktiv überlagerbaren periodischen
Anteile im zweiten Freiheitsgrad.
Die Andruckwalze 3 ist mit einer Tilgereinrichtung 12 ausgerüstet, wobei im vorliegenden
Fall nur das erste der in Y-Richtung fluchtend aneinander gereihten Segmente der Andruckwalze
3 sichtbar ist. Gleiches gilt für die Wickelhülsen 4 und die sich auf ihnen bildenden
Wickelrollen 5.
Die Andruckwalze 3 wird im dargestellten Fall mindestens zeitweise über den Wickelprozess
in insgesamt 3 Freiheitsgraden in statischen und periodischen Anteilen gesteuert und/oder
geregelt. Sie ist deshalb in der Lage sich im Raum ausbreitenden Schwingungszuständen
in statischen und periodischen Anteilen entgegen zuwirken und die sich komplex überlagernden
Schwingungszustände im Idealfall zu eliminieren. Dabei kommen fallweise die Synergieeffekte
aus der gemeinsamen Einwirkung auf die sich bildenden Wickelrollen über mehrere Nips,
hier über alle 3 Nips, besonders zum tragen.
Ist die Andruckwalze 3 nur in 2 Freiheitsgraden steuer- oder regelbar, bewegt sich
die den Schwingungen entgegenwirkende Bahn der Andruckwalze auf einem Orbit. Auch
dies ist häufig schon ausreichend um erhebliche Verbesserungen des Wickelprozesses
zu erreichen, da sich die einzelnen Wickelrollen 5 nur in seltenen Fällen auch um
ihre Stirnseiten verkippen oder in Querrichtung (Y-Richtung) hin- und herschaukeln.
Die den Schwingungsprozess initiierenden Bewegungen der Wickelrollen 5 sind durch
die Pfeile S
5-1 und P
5-1 sowie S
5-2 dargestellt. S
5-1 bildet die gewünschte Wickelgeschwindigkeit ab, P
5-1 den schwingungserzeugenden periodischen Mirkoanteil auf Grund von Unebenheiten des
Wickelrollenumfangs und S
5-1 eine beispielhafte Schaukelbewegung, wie sie auftritt, wenn sich (über ganzzahlige
Harmonische) Resonanzbereiche der einzelnen Schwingungspartner treffen. Der Drehpunkt
der Schaukelbewegung kann sich dabei kritischer Weise auf Grund des wachsenden Rollendurchmessers,
Vibrationen und Wickelbewegungen beziehungsweise temporären Verlustes von Nipkontakt,
dynamisch ändern.
Für die gesteuerte/geregelte Einflussnahme der Walzen über die Nips ist es deswegen
häufig von entscheidender Bedeutung, ob die Einflussnahmen in Phase, oder phasenverschoben,
reagierend oder vorausschauend (Feedback / Feedforward) eingebracht werden.
Ferner lässt sich eine Regelungssoftware verwenden, die auch auf maschinenbedingte
Störeinflüsse vorausschauend agiert und insbesondere als selbstlernendes System ausgebildet
ist.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Tragwalze
- 2
- Tragwalze
- 3
- Auflagewalze
- 4
- Wickelhülse
- 5
- Wickelrolle
- 6
- Antriebsmotor
- 7
- Sensor
- 8
- Bezug
- 9
- Steuer-/Regelungseinrichtung
- 10
- aktive Dämpfungseinrichtung
- 11
- passive Dämpfungseinrichtung
- 12
- Tilgereinrichtung
- S 1-1
- statischer Anteil - Walze 1 - Freiheitsgrad 1
- P 1-1
- periodischer Anteil - Walze 1 - Freiheitsgrad 1
- S 1-2
- statischer Anteil - Walze 1 - Freiheitsgrad 2
- P 1-2
- periodischer Anteil - Walze 1 - Freiheitsgrad 2
- S 2-1
- statischer Anteil - Walze 2 - Freiheitsgrad 1
- P 2-1
- periodischer Anteil - Walze 2 - Freiheitsgrad 1
- S 2-2
- statischer Anteil - Walze 2 - Freiheitsgrad 2
- S 3-1
- statischer Anteil - Walze 3 - Freiheitsgrad 1
- P 3-1
- periodischer Anteil - Walze 3- Freiheitsgrad 1
- S 3-2
- statischer Anteil - Walze 3 - Freiheitsgrad 2
- P 3-2
- periodischer Anteil - Walze 3 - Freiheitsgrad 2
- S 3-3
- statischer Anteil - Walze 3 - Freiheitsgrad 3
- P 3-3
- periodischer Anteil - Walze 3- Freiheitsgrad 3
- M
- Materialbahn
- R
- Rollenwickelvorrichtung
- h
- (offener) Spalt
- X
- X-Richtung
- Y
- Y-Richtung
- Z
- Z-Richtung
1. Verfahren zum Aufwickeln einer Materialbahn, insbesondere einer Papier- oder Kartonbahn
(M), mittels einer Rollenwickelvorrichtung (R) auf mindestens einen Wickelkern, vorzugsweise
eine Wickelhülse (4), zu einer Wickelrolle (5) mit Unterstützung mindestens einer,
mit der Wickelrolle (5) einen Nip bildenden Walze (1, 2, 3), wobei die Rollenwickelvorrichtung
(R) mit wenigstens einem elektronischen Mittel zum Ausgleich von Schwingungen der
mindestens einen Walze (1, 2, 3) und/oder der Wickelrolle (5) ausgestattet ist, wobei
die mindestens eine Walze (1, 2, 3) durch mindestens einen Antriebsmotor (6) um einen
rotatorischen Freiheitsgrad angetrieben wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Walze (1,2,3) in der Bewegungsrichtung wenigstens eines weiteren
Freiheitsgrades gesteuert- und/oder geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine angetriebene Walze (1,2,3) in der Bewegungsrichtung wenigstens eines
weiteren Freiheitsgrades gesteuert und/oder geregelt wird.
3. Verfahren einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Walze (1,2,3) in wenigstens zwei weiteren Freiheitsgraden gesteuert-
und/oder geregelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Walze (1,2,3) in der Bewegungsrichtung wenigstens eines der Freiheitsgrade
in einem statischen (S) und einem periodischen (P) Anteil gesteuert- und/oder regelt
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Walze (1,2,3) mittels eines feedback- und/oder eines feedforward
Einflusses gesteuert und/oder geregelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens der periodische Anteil (P) hochfrequent gesteuert- und/oder geregelt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine der Walzen (1,2,3), insbesondere die Andruckwalze (3) zur Beruhigung
der Wickelrolle (5) um ihre eigene Achse derart angetrieben wird, dass der statische
Anteil (S) der Umfangsgeschwindigkeit der sich ausbildenden Wickelrolle (5) entspricht,
und der periodische Anteil (P) einer, durch eine Schaukelbewegung der Wickelrolle
(5) induzierten, überlagerten Drehschwingung der Andruckwalze (3) entspricht.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
der periodische Anteil (P) phasenverschoben eingesteuert oder eingeregelt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
mindestens die periodischen Anteile (P) der Bewegungssteuerung /-regelung mindestens
zweier Walzen (1,2,3) gegenphasig zueinander gerichtet sind.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
mindestens eine der Walzen (1,2,3), insbesondere mindestens die Andruckwalze (3) mittels
eines elastischen Bezuges (8) auf die Materialbahn (M), beziehungsweise die sich bildende
Wickelrolle (5) einwirkt.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auflagewalze (3) segmentiert angetrieben und insbesondere auch gesteuert und/oder
geregelt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels mindestens eines Sensors (7) das Vorhandenensein von Nipkontakt ermittelt
wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Walze (1, 2, 3) mit einer aktiven oder passiven Dämpfungseinrichtung
(10,11) gedämpft wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Walze (1,2,3) mit einer aktiven oder passiven Tilgungseinrichtung
(12) gedämpft wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Auflagewalze (3) segmentweise mittels der Dämpfungseinrichtung (10,11) oder der
Tilgungseinrichtung (12) gedämpft wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Walze (1,2,3), insbesondere die Auflagewalze (3), im Verlauf des Wickelprozesses
gesamtheitlich und/oder segmentweise entlang der Umfangsrichtung der sich bildenden
Wickelrolle (5) bewegt wird.