[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Uhr, insbesondere eine Armbanduhr, mit einem
Uhrgehäuse, das eine zu einem Beobachter gerichtete Sichtöffnung aufweist, mit einem
Uhrwerk und mit einem oder mehreren Bauteilen mit lichtempfangenden Bereichen auf
ihrer Oberfläche, wobei das Uhrwerk und die Bauteile mit Bereichen lichtempfangender
Oberfläche in dem Uhrgehäuse angeordnet und von einem lichtdurchlässigen Abdeckteil
zur Beobachterseite hin abgedeckt sind.
[0002] Bei einer derartigen solarbatteriegespeisten Uhr ist es bekannt das Abdeckteil aus
einer Keramik auszubilden, die darauf fallendes Licht durchläßt, so daß eine hinter
dem Abdeckteil angeordnete Solarbatterie ohne Probleme geladen werden kann. Dabei
ist das Abdeckteil auch für das für den Menschen sichtbare Licht durchlässig.
[0003] Dies führt dazu, daß das durch das Abdeckteil auf dessen einem Beobachter abgewandten
Seite hindurchgetretene Licht an hinter der Abdeckscheibe befindlichen Bauteilen reflektiert
werden kann und das Abdeckteil erhellend wieder zur Beobachterseite durch das Abdeckteil
hindurchtritt.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher eine Uhr der eingangs genannten Art zu schaffen,
bei der den Bauteilen mit lichtempfangenden Bereichen von außen durch das Abdeckteil
unter zumindest weitgehender Vermeidung eines für einen Menschen sichtbaren Aufhellens
des Abdeckteils Licht gut zugeführt wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Abdeckteil für ultraviolettes
Licht durchlässig und für Licht sichtbaren Spektrums zumindest weitgehend undurchlässig
ist.
[0006] Durch diese Ausbildung gelangt ultraviolettes Licht ohne wesentliche Dämpfung und
somit mit hoher Intensität seiner Lichteinstrahlung durch das Abdeckteil zu den lichtempfangenen
Bereichen hinter dem Abdeckteil.
[0007] Da das Licht mit einem für den Menschen sichtbaren Spektrums bereits an einem Durchtritt
von außen durch das Abdeckteil in das Innere des Uhrgehäuses gehindert wird, kann
es nicht zu einem Aufhellen des Abdeckteils durch im Inneren des Uhrgehäuses reflektierten
Lichts mit für den Menschen sichtbaren Spektrums kommen.
[0008] Die Bereiche lichtempfangender Oberfläche können je nach Verwendungszweck unterschiedlich
ausgebildet sein.
[0009] So ist es möglich, daß die Oberflächen Teile von Solarbatterien sind.
[0010] Bestehen die Bereiche lichtempfangener Oberfläche aus einem lange nachleuchtenden
Leuchtstoff, insbesondere aus phosphoreszierenden Pigmenten, so wird der Leuchtstoff
durch die ultravioletten Lichtanteile des durch das Abdeckteil von außen hindurchtretenden
Tageslichts oder Kunstlichts aktiviert und führt zu einem Nachleuchten mit hoher Leuchtdichte.
[0011] Dieses Nachleuchten kann dann bei Dunkelheit und nicht mehr vorhandener Lichtbeaufschlagung
von außen zu bestimmten Beleuchtungszwecken genutzt werden.
[0012] Einfach und kostengünstig herstellbar ist es, wenn das Abdeckteil aus einem plattenartigen
Trägerteil aus einem lichtdurchlässigen Material besteht, auf dem eine oder mehrere
Beschichtungen aufgebracht sind, die für ultraviolettes Licht durchlässig und für
Licht sichtbaren Spektrums zumindest weitgehend undurchlässig sind.
[0013] Dabei können die vorzugsweise beobachterseitig auf das Trägerteil aufgebrachten Beschichtungen
auf unterschiedlichste Art auf das Trägerteil aus lichtdurchlässigem Material aufgebracht
werden. Vorteilhafte Möglichkeiten dazu sind z.B. Bedampfen, Sputtern oder Drucken.
[0014] Das Trägerteil kann dabei aus jedem geeigneten Material bestehen.
[0015] Vorzugsweise besteht das Trägerteil des Abdeckteils aus Glas, insbesondere aus Saphirglas.
[0016] Besteht zumindest eine der Beschichtungen aus Silber oder enthält einen Silberanteil,
so erhält man ein kontraststarkes Abdeckteil dunkler Färbung.
[0017] Besteht zumindest eine der Beschichtungen aus Titanoxid oder enthält einen Titanoxidanteil,
so erhält das Abdeckteil nicht nur eine kontrastreiche dunkle Färbung sondern wirkt
zusätzlich noch entspiegelnd.
[0018] Um eine ausreichende Undurchlässigkeit für Licht des für den Menschen sichtbaren
Spektrums zu erreichen, besitzt die Beschichtung aus Titanoxid eine Dicke zwischen
65 nm und 100 nm.
[0019] Vorzugsweise weist die Beschichtung aus Titanoxid eine Dicke zwischen 75 nm und 90
nm, insbesondere von 80 nm auf.
[0020] Das Abdeckteil kann für jeden Wellenlängenbereich des ultravioletten Lichtspektrums
durchlässig sein.
[0021] Es ist dabei von Vorteil, wenn die Absoptionskurve der phosphoreszierenden Pigmente
einen Absorptionspeak aufweisen, der in, insbesondere etwa in der Mitte des Wellenlängenbereichs
liegt, für den das Abdeckteil für das Licht ultravioletten Spektrums durchlässig ist.
[0022] Vorzugsweise ist das Abdeckteil für ultraviolettes Licht mit einer Wellenlänge zwischen
250 nm und 430 nm lichtdurchlässig. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die
Absorptionskurve der phosphoreszierenden Pigmente einen Absorptionspeak bei einer
Wellenlänge in der Nähe von 370 nm haben.
[0023] Darüber hinaus ist dieser Wellenlängenbereich ausreichend zu dem für den Menschen
sichtbaren Lichtspektrum beabstandet, um einen Durchtritt diesen Lichts zu vermeiden.
[0024] Weist das Abdeckteil ein oder mehrere durchgehende Fenster auf und sind die Bauteile
mit den lichtempfangenden Bereichen von dem Uhrwerk bewegbar antreibbare Trägerelemente
sowie die lichtempfangenden Bereiche Anzeigeelemente, die in einem durch den Antrieb
des Uhrwerks bestimmten Rhythmus in den Bereich der Fenster gelangen und durch diese
für den Beobachter sichtbar sind, so werden die Anzeigeelemente nicht nur während
ihrer Positionierung im Bereich der Fenster sondern auch dann, wenn sie von dem Abdeckteil
bedeckt sind, von ultraviolettem Licht beaufschlagt, so daß bei Tages- oder Kunstlicht
immer eine ausreichend starke Anregung des lange nachleuchtenden Leuchtstoffs, der
insbesondere aus anorganischen phosphoreszierenden Pigmenten besteht, erfolgt.
[0025] Bei Dunkelheit kommt es dann zu einem langen Nachleuchten der Anzeigeelemente mit
hoher Leuchtintensität.
[0026] Das Abdeckteil kann dabei ein Zifferblatt der Uhr bilden.
[0027] Die Anzeigeelemente können Zahlen- und/oder Ziffern- und/oder Buchstaben- und/oder
Symbolscheiben und/oder -ringe sein, durch die eine digitale Anzeige der Zeit und/oder
des Datums und/oder des Wochentags und/oder des Monats erfolgen kann.
[0028] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine Uhr
- Figur 2
- eine Draufsicht auf die Uhr nach Figur 1 mit entferntem Zifferblatt
- Figur 3
- einen Schnitt entlang der Linie I - I in Figur 1 des Bereichs von Anzeigescheiben
und Zeitbrücke der Uhr nach Figur 1.
[0029] Die Uhr ist eine Armbanduhr mit mehreren Ziffernscheiben 1, 3, 5 zur digitalen Anzeige
der Uhrzeit.
[0030] Dabei ist in einem topfartigen Uhrgehäuse 2 eine Zehnerziffernscheibe 1 parallel
vor eine Einerziffernscheibe 3 angeordnet.
[0031] Die koaxial zueinander angeordneten Zehnerziffernscheibe 1 und Einerziffernscheibe
3 sind innerhalb der äußeren Kontur 4 einer ringartig ausgebildeten Stundenziffernscheibe
5 angeordnet, die sich in einer zu der Zehnerziffernscheibe 1 und der Einerziffernscheibe
3 parallelen Ebene befinden.
[0032] Auf dem Umfang gleichmäßig verteilt sind auf der Zehnerziffernscheibe 1 die Zehnerziffern
10, 0 bis 5, auf der Einerziffernscheibe 3 die Einerziffern 11, 0 bis 9 und auf der
Stundenziffernscheibe 5 die Stundenziffern 12, 1 bis 12 angeordnet.
[0033] Diese Ziffern 10, 11, 12 bilden lichtempfangende und lichtemittierende Bereiche aus
einem langen nachleuchtenden Leuchtstoff. Dieser Leuchtstoff besteht vorzugsweise
aus phosphoreszierenden anorganischen Pigmenten.
[0034] Das Zifferblatt 6 selbst besteht aus einem transparenten Trägerteil aus Saphirglas,
dessen beobachterseitige Oberfläche durch Bedampfen mit einer Beschichtung aus Titanoxid
in einer Dicke von 80 nm versehen ist.
[0035] Dadurch ist das Zifferblatt 6 für ultraviolettes Licht einer Wellenlänge zwischen
250 nm und 430 nm durchlässig, für Licht des für einen Menschen sichtbaren Spektrums
aber undurchlässig.
[0036] Somit ist das Zifferblatt 6 für einen Menschen undurchsichtig. Damit kann ein Beobachter
von der Beobachterseite her die hinter dem Zifferblatt 6 liegenden Bauteile der Uhr,
insbesondere die Ziffernscheiben 1, 3 und 5 nicht sehen.
[0037] Sich diametral gegenüberliegend sind in der Zeitbrücke 7 zwei Fenster 8 und 9 ausgebildet.
[0038] Durch das erste Fenster 8 ist die jeweils darunter befindliche Stundenziffer 12 der
Stundenziffernscheibe 5 und durch das zweite Fenster 9 die jeweils darunter befindlichen
Zehnerziffern 10 und Einerziffern 11 der Zehnerziffernscheibe 1 und der Einerziffernscheibe
3 zu sehen.
[0039] Durch diese zu sehenden Ziffern erfolgt die Anzeige der Zeit. Im vorliegenden Fall
ist die Zeit 3 Uhr 21 Minuten.
[0040] Da das Zifferblatt 6 für ultraviolettes Licht durchlässig ist, werden die Zehnerziffern
10, Einerziffern 11 und Stundenziffern 12 nicht nur von ultraviolettem Licht beaufschlagt,
wenn sie sich gerade im Bereich eines der Fenster 8 oder 9 befinden, sondern auch
dann, wenn sie sich in einem von dem Zifferblatt 6 abgedeckten Bereich befinden.
[0041] Damit erfolgt auch in diesen von dem Zifferblatt 6 abgedeckten Positionen eine Aufladung
des lange nachleuchtenden Leuchtstoffs, dessen Absorptionskurve vorzugsweise einen
Absorptionspeak bei einer Wellenlänge in der Nähe von 370 nm aufweist, so daß dieser
bei Dunkelheit auch sehr lange nachleuchtend ist.
[0042] In der Zeitbrücke 7 ist weiterhin eine runde Ausnehmung ausgebildet, in die eine
Skalenscheibe 13 einer kreisförmigen Sekundenanzeige eingesetzt ist, die von einem
drehbar antreibbaren Sekundenzeiger 14 überstrichen wird.
[0043] Oberhalb der Zeitbrücke 7 durchragt eine Achse eines drehbar antreibbaren Gangreservezeigers
15 einer Gangreserveanzeige eine Öffnung des Zifferblatts 7.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Zehnerziffernscheibe
- 2
- Uhrgehäuse
- 3
- Einerziffernscheibe
- 4
- Kontur
- 5
- Stundenziffernscheibe
- 6
- Zifferblatt
- 7
- Zeitbrücke
- 8
- erstes Fenster
- 9
- zweites Fenster
- 10
- Zehnerziffern
- 11
- Einerziffern
- 12
- Stundenziffern
- 13
- Skalenscheibe
- 14
- Sekundenzeiger
- 15
- Gangreservezeiger
1. Uhr, insbesondere Armbanduhr, mit einem Uhrgehäuse, das eine zu einem Beobachter gerichtete
Sichtöffnung aufweist, mit einem Uhrwerk und mit einem oder mehreren Bauteilen mit
lichtempfangenden Bereichen auf ihrer Oberfläche, wobei das Uhrwerk und die Bauteile
mit Bereichen lichtempfangender Oberfläche in dem Uhrgehäuse angeordnet und von einem
lichtdurchlässigen Abdeckteil zur Beobachterseite hin abgedeckt sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdeckteil für ultraviolettes Licht durchlässig und für Licht sichtbaren Spektrums
zumindest weitgehend undurchlässig ist.
2. Uhr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Bereiche lichtempfangender Oberfläche aus einem lange nachleuchtenden Leuchtstoff
bestehen.
3. Uhr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdeckteil aus einem plattenartigen Trägerteil aus einem lichtdurchlässigen Material
besteht, auf dem eine oder mehrere Beschichtungen aufgebracht sind, die für ultraviolettes
Licht durchlässig und für Licht sichtbaren Spektrums zumindest weitgehend undurchlässig
sind.
4. Uhr nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Trägerteil des Abdeckteils aus Glas besteht.
5. Uhr nach einem der Ansprüche 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine der Beschichtungen aus Silber besteht oder einen Silberanteil enthält.
6. Uhr nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine der Beschichtungen aus Titanoxid besteht oder einen Titanoxidanteil
enthält.
7. Uhr nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung aus Titanoxid eine Dicke zwischen 65 nm und 100 nm besitzt.
8. Uhr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdeckteil für ultraviolettes Licht mit einer Wellenlänge zwischen 250nm und
430 nm lichtdurchlässig ist.
9. Uhr nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Abdeckteil ein oder mehrere durchgehende Fenster (8, 9) aufweist und die Bauteile
mit den lichtempfangenden Bereichen von dem Uhrwerk bewegbar antreibbare Trägerelemente
sowie die lichtempfangenden Bereiche Anzeigeelemente sind, die in einem durch den
Antrieb des Uhrwerks bestimmten Rhythmus in den Bereich der Fenster (8, 9) gelangen
und durch diese für den Beobachter sichtbar sind.
10. Uhr nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzeigeelemente Zahlen- und/oder Ziffern- und/oder Buchstaben- und/oder Symbolscheiben
(10, 11, 12) und/oder -ringe sind.