[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Brechen von Fliesen, mit einem mindestens
eine Brechkante aufweisenden Grundkörper.
[0002] Das Brechen von Fliesen erfolgt in der Praxis in zwei aufeinanderfolgenden Arbeitsgängen.
In einem ersten Arbeitsgang wird die glasierte Oberfläche der Fliese entlang der zu
brechenden Linie angeritzt. Das eigentliche Brechen der Fliese erfolgt im nachfolgenden
zweiten Arbeitsschritt, in dem die Fliese entlang dieser angeritzten Linie auf Maß
gebrochen wird.
[0003] Wenn die abzutrennenden Stücke groß sind, wie beispielsweise beim Längs- oder Diagonal-Halbieren
der Fliese, wird, beispielsweise mit einem Fliesenhammer, ein schneller heftiger Schlag
auf die Fliese ausgeübt wird, um diese entlang der angeritzten Linie zu brechen. Sobald
die abzuteilenden Stücke aber klein sind im Verhältnis zur restlichen Fliese ist dieses
Brechen der Fliese durch einen Schlag kaum noch möglich. In diesem Fall werden Zangen
verwendet, um das abzuteilende Fliesenstück abzubrechen.
[0004] Aus der
DE 10 2007 048 139 A1 ist eine gattungsbildende Vorrichtung zum Brechen von Fliesen ist bekannt, die verwendbar
ist, um große Stücke schnell und sauber brechen zu können. Diese bekannte Vorrichtung
besteht aus zwei dachförmig zueinander angeordneten rechteckigen Platten, die an ihrer
gemeinsamen Firstkante eine scharfe Brechkante zum Teilen der angeritzten Fliesen
aufweist. Mit dieser bekannten Vorrichtung ist es aber praktisch nicht möglich, kleine
Stücke von einer Fliese abzubrechen.
[0005] Davon ausgehend liegt der Erfindung die A u f g a b e zugrunde, eine Vorrichtung
zum Brechen von Fliesen zu schaffen, die bei einfacher Handhabung das exakte Brechen
auch kleiner Fliesenstücke ermöglicht.
[0006] Die L ö s u n g dieser Aufgabenstellung ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
dass am Grundkörper mindestens eine aus zwei parallel zueinander angeordneten Klemmbacken
bestehende Aufnahme für die zu brechende Fliese angeordnet ist.
[0007] Durch die Ausbildung der aus zwei parallelen Klemmbacken bestehenden Aufnahme am
Grundkörper ist es erstmalig möglich, bei kleine abzubrechenden Stücken das abzubrechende
Fliesenstück auf seiner gesamten Länge, oder aber zumindest über einen wesentlichen
Teil seiner Länge zu erfassen und so zu fixieren, dass durch Druckausübung auf den
restlichen Fliesenteil die Fliese exakt und einfach zu brechen ist.
[0008] Gemäß einer praktischen Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die
zu brechende Fliese mit einer Längsseite so in die Aufnahme einsetzbar ist, dass die
Fliese an jeder der beiden Klemmbacken der Aufnahme zumindest linienförmig anliegt.
Durch die zweiseitige zumindest linienförmige Anlage der Klemmbacken an der Fliese
erhält das abzubrechende Fliesenstück ein festes und stabilisierendes Widerlager gegenüber
der Restfliese, auf die der Druck zum Brechen der Fliese ausgeübt wird. Vorteilhafterweise
ist der Abstand der parallelen Klemmbacken zueinander so ausgebildet, dass das zu
brechende Fliesenstück beidseitig vollflächig an den Klemmbacken der Aufnahme anliegt.
[0009] Um eine einfache und bequeme Handhabung der Vorrichtung zu gewährleisten, sind die
parallelen Klemmbacken der mindestens einen Aufnahme horizontal am Grundkörper angeordnet.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird vorgeschlagen, dass am
Grundkörper mehrere Aufnahmen angeordnet sind, wobei sich die einzelnen Aufnahmen
im parallelen Abstand der Klemmbacken zueinander und/oder in der Einstecktiefe der
Klemmbacken voneinander unterscheiden, um mit einer Vorrichtung unterschiedlich dicke
Fliesen bearbeiten zu können und/oder verschieden große Fliesenstücke abbrechen zu
können.
[0011] Gemäß einer alternativen Ausführungsform wird vorgeschlagen, dass der parallele Abstand
der Klemmbacken zueinander und/oder in die Einstecktiefe der Klemmbacken der mindestens
einen Aufnahme einstellbar ist. Gemäß dieser Ausgestaltungsform sind die Klemmbacken
der mindestens einen Aufnahme an die Dicke der zu brechenden Fliese und/oder an die
breite des abzubrechenden Fliesenstücks anpassen.
[0012] Um zusätzlich zum Abbrechen von Fliesenstücken entlang einer der Längsseiten der
Fliese auch kleine Eckstücke abbrechen zu können, wird mit der Erfindung vorgeschlagen,
dass im Grundkörper zusätzlich mindestens eine Aussparung zur Aufnahme einer Ecke
einer zu brechenden Fliese ausgebildet ist. Ähnlich wie in den Klemmbacken der Aufnahme
wird die abzubrechende Fliesenecke so in die Aussparung im Grundkörper eingeschoben,
dass der obere und der untere Rand der Aussparung beidseitig linienförmig an der abzubrechenden
Fliesenecke anliegen und diese fixieren.
[0013] Zur Ausbildung des Grundkörpers der Fliesenbrechvorrichtung wird mit der Erfindung
vorgeschlagen, dass der Grundkörper aus einer ebenen Bodenplatte und zwei winklig
zueinander verlaufenden Seitenplatten bestehend dreieckig ausgebildet ist, wobei die
mindestens eine Aufnahme an mindestens einer der Seitenplatten angeordnet ist.
[0014] Weiterhin wird mit der Erfindung vorgeschlagen, dass die durch die beiden Seitenplatten
gebildete Kante des dreieckigen Grundkörpers als Brechkante ausgebildet ist, an der
große Fliesenstücke, wie beispielsweise beim Längs- oder Diagonal-Halbieren der Fliese,
einfach und exakt gebrochen werden können.
[0015] Schließlich wird mit der Erfindung vorgeschlagen, dass der Grundkörper zusammenlegbar
ausgebildet ist, um die erfindungsgemäße Vorrichtung möglichst einfach und platzsparend
transportieren und lagern zu können.
[0016] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich anhand der zugehörigen Zeichnungen,
in denen ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Brechen von
Fliesen nur beispielhaft dargestellt ist, ohne die Erfindung auf dieses Ausführungsbeispiel
zu beschränken. In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Brechen
von Fliesen und
- Fig. 2
- eine Ansicht gemäß Fig. 1 mit einer eingesetzten Fliese.
[0017] Die in den Abbildungen Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung zum Brechen von Fliesen
besteht aus einem Grundkörper 1, der aus einer Bodenplatte 2 sowie zwei mit der Bodenplatte
2 verbundenden, dachförmig angeordneten Seitenplatten 3 besteht, so dass der Grundkörper
1 einen innen hohlen Körper mit einem dreieckigen Querschnitt bildet.
[0018] Zum Brechen einer Fliese 4 sind auf beiden Seitenplatten 3 jeweils zwei parallele
Klemmbacken 5 aufweisende Aufnahmen 6 angeordnet, in die die zu brechende Fliese 4
mit einer Längsseite 7 so einsetzbar ist, dass die Klemmbacken 5 der Aufnahme 6 beidseitig
zumindest linienförmig an der Fliese 4 anliegen.
[0019] Bei der auf den Abbildungen Fig. 1 und 2 auf der linken Seitenplatte 3 angeordneten
Aufnahme 6 wird die zweite Klemmbacke 5 durch die Seitenplatte 3 gebildet, da die
Öffnung der Aufnahme 6 parallel zur Seitenplatte 3 ausgerichtet ist, wohingegen die
Öffnungen der anderen Aufnahmen 6 im Wesentlichen rechtwinklig von der Seitenplatte
3 fortweisend ausgerichtet sind.
[0020] Alternativ zu der dargestellten Ausführungsform ist es selbstverständlich auch möglich,
nur eine Seitenplatte 3 mit einer oder mehreren Aufnahmen 6 zu bestücken.
[0021] Wie aus den Abbildungen ersichtlich, unterscheiden sich die Aufnahmen 6 voneinander
durch den Abstand a der parallelen Klemmbacken 5 zueinander und/oder durch die Einstecktiefe
t der Klemmbacken 5.
[0022] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, eignen sich die mit den Klemmbacken 5 versehenen Aufnahmen
6 insbesondere dazu, kleine bzw. schmale Stücke von einer Fliese 4 abzubrechen.
[0023] Zu diesem Zweck wird die Oberfläche der Fliese 4 zunächst in üblicherweise mit einem
Fliesenschneider entlang der zu brechenden Linie angeritzt. Anschließend wird die
Fliese 4 mit dem abzubrechenden schmalen Stück voran längsseits in eine Aufnahme 6
eingesteckt, deren Abstand a der Klemmbacken 5 voneinander gerade so groß ist, dass
die Fliese 4 zwischen den Klemmbacken 5 Aufnahme findet. In dieser Position liegen
die Klemmbacken 5 beidseitig zumindest linienförmig, vorteilhafterweise vollflächig,
an der Ober- und Unterseite der Fliese 4 an und fixieren die Fliese 4 in der Aufnahme
6.
[0024] Zum Brechen der Fliese 4 muss nachfolgend eine Druckkraft F in Richtung des Pfeils
auf den restlichen Teil der Fliese 4 ausgeübt werden. Dadurch, dass der abzubrechende
schmale Stück der Fliese 4 über seine gesamte Länge, oder zumindest den überwiegenden
Teil seiner Länge in der Aufnahme 6 fixiert ist, bietet diese Vorrichtung die Möglichkeit,
bei einfacher Handhabung auch kleine Fliesenstücke exakt brechen zu können.
[0025] Alternativ zu der dargestellten Ausführungsform, bei der die einzelnen Aufnahmen
6 jeweils einen festen Abstand a der Klemmbacken 5 voneinander aufweisen und auch
die Einstecktiefe t jeder Aufnahme 6 fest vorgegeben ist, ist es selbstverständlich
auch möglich, mindestens eine Aufnahmen 6 so auszugestalten, dass der parallele Abstand
a der Klemmbacken 5 zueinander und/oder in die Einstecktiefe t der Klemmbacken 5 einstellbar
ist.
[0026] Um auch große Fliesenstücke, wie beispielsweise beim Längs- oder Diagonal-Halbieren
der Fliese 4, mit dieser Vorrichtung einfach und exakt abbrechen zu können, ist die
durch die beiden Seitenplatten 3 gebildete Firstkante des dreieckigen Grundkörpers
1 als Brechkante 8 ausgebildet ist.
[0027] Zusätzlich zu den Aufnahmen 6 und der Brechkante 8 ist in einer Seitenplatte 3 des
Grundkörpers 1 eine Aussparung 9 zur Aufnahme einer Ecke 10 einer zu brechenden Fliese
4 ausgebildet ist. Ähnlich wie in den Klemmbacken 5 der Aufnahmen 6 wird die abzubrechende
Fliesenecke 10 so in die Aussparung 9 im Grundkörper 1 eingeschoben, dass der obere
und der untere Rand der Aussparung 9 beidseitig linienförmig an der abzubrechenden
Fliesenecke 10 anliegen und diese fixieren.
[0028] Das Abbrechen der Fliesenecke 10 erfolgt dann ebenfalls durch Ausüben einer Druckkraft
auf den restlichen Teil der Fliese 4.
[0029] Eine wie zuvor beschrieben ausgebildete Vorrichtung zum Brechen von Fliesen 4 zeichnet
sich dadurch aus, dass sie bei einfacher Handhabung das exakte Brechen auch kleiner
Fliesenstücke ermöglicht.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Grundkörper
- 2
- Bodenplatte
- 3
- Seitenplatte
- 4
- Fliese
- 5
- Klemmbacke
- 6
- Aufnahme
- 7
- Längsseite
- 8
- Brechkante
- 9
- Aussparung
- 10
- Ecke
- a
- Abstand t Einstecktiefe
- F
- Druckkraft
1. Vorrichtung zum Brechen von Fliesen, mit einem mindestens eine Brechkante (9) aufweisenden
Grundkörper (1),
dadurch gekennzeichnet,
dass am Grundkörper (1) mindestens eine aus zwei parallel zueinander angeordneten Klemmbacken
(5) bestehende Aufnahme (6) für die zu brechende Fliese (4) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zu brechende Fliese (4) mit einer Längsseite (7) so in die Aufnahme (6) einsetzbar
ist, dass die Fliese (4) an jeder der beiden Klemmbacken (5) der Aufnahme (6) zumindest
linienförmig anliegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden parallelen Klemmbacken (5) im Wesentlichen horizontal am Grundkörper (1)
angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Grundkörper (1) mehrere Aufnahmen (6) angeordnet sind, wobei sich die einzelnen
Aufnahmen (6) im parallelen Abstand (a) der Klemmbacken (5) zueinander und/oder in
der Einstecktiefe (t) der Klemmbacken (5) voneinander unterscheiden.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der parallele Abstand (a) der Klemmbacken (5) zueinander und/oder in die Einstecktiefe
(t) der Klemmbacken (5) der mindestens einen Aufnahme (6) einstellbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Grundkörper (1) zusätzlich mindestens eine Aussparung (9) zur Aufnahme einer Ecke
(10) einer zu brechenden Fliese (4) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) aus einer ebenen Bodenplatte (2) und zwei winklig zueinander
verlaufenden Seitenplatten (3) bestehend dreieckig ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Aufnahme (6) an mindestens einer der Seitenplatten (3) angeordnet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die durch die beiden Seitenplatten (3) gebildete Kante des dreieckigen Grundkörpers
(1) als Brechkante (8) ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (1) zusammenlegbar ausgebildet ist.