[0001] Die Erfindung geht von einer Legierung mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmalen aus. Eine solche Legierung ist aus der
DE 29 36 312 C3 bekannt. Die bekannte Legierung besteht aus 0,3 bis 3 Gewichts-% Silizium, 0,2 bis
3 Gewichts-% Aluminium, 0,2 bis 3 Gewichts-% Chrom, 0 bis 0,5 Gewichts-% Mangan und
0,01 bis 0,1 Gewichts-% Yttrium und zum Rest aus Nickel.
[0002] Legierungen auf der Basis von Nickel sind besonders als Elektrodenwerkstoff für den
Einsatz in Zündkerzen geeignet. Elektroden in Zündkerzen werden auf vielfältige Weise
besonders beansprucht, nämlich
- durch hohe Temperaturen, typisch von 800°C bis 950°C,
- durch die Wechselwirkung mit einer Atmosphäre, welche abwechselnd oxidierend und reduzierend
ist,
- durch chemische Angriffe, z. B. durch Schwefel, Halogene und Kohlenwasserstoffe und
deren Radikale,
- durch elektrische Funkenerosion,
- durch Temperaturwechsel,
- und durch Motorschwingungen.
[0003] Die genannten Belastungen begrenzen die Lebensdauer der Zündkerze vor allem durch
Heißgaskorrosion, Hochtemperaturoxidation und Abbrand.
[0004] Die
DE 29 36 312 C3 lehrt aus diesem Grund, dass man einer herkömmlichen Nickelbasislegierung aus 0,3
bis 3 Gewichts-% Silizium, bis zu 0,5 Gewichts-% Mangan, 0,2 bis 3 Gewichts-% Chrom
und/oder 0,2 bis 3 Gewichts-% Aluminium, Rest Nickel, einen Yttriumgehalt von 0,01
bis 1 Gewichts-% zufügt. Yttrium soll die Beständigkeit der Nickellegierung gegen
Oxidation sowie gegen durch Bleioxid hervorgerufene Korrosion verbessern. Der Mangangehalt
ist bei der bekannten Nickellegierung auf das zum Gewährleisten einer hinreichenden
Desoxidation sowie einer hinreichenden Entschwefelung benötigte Mindestmaß beschränkt.
[0005] Aus der
DE 102 24 891 A1 ist eine Legierung auf Nickelbasis für Zündkerzenelektroden bekannt, welche 1,8 bis
2,2 Gewichts-% Silizium, 2 bis 2,4 Gewichts-% Aluminium, 0,05 bis 0,1 Gewichts-% Yttrium
und/oder Hafnium und/oder Zirkon enthält und zum Rest aus Nickel besteht. Nach der
Lehre der
DE 102 24 891 A1 soll insbesondere der geringe Yttriumanteil zu einem guten Hochtemperatur-Oxidationsschutz
führen, der besonders in Kombination mit Aluminium und Silizium eine besonders gute
Oxidationsbeständigkeit der Legierung nach der Erfindung ergebe. Mangan soll die bekannte
Legierung möglichst nicht enthalten, da Mangan zu einer wesentlichen Verschlechterung
der Oxidationsbeständigkeit der Legierung führe.
[0006] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Nickellegierung anzugeben, die
bei Verwendung für Zündkerzen in Ottomotoren noch weniger Abbrand zeigt als bekannte
Nickellegierungen. Darüber hinaus sollen aus der Nickellegierung gefertigte Elektroden
eine hohe Warmfestigkeit und eine hohe Temperatur-Dauerstandsfestigkeit aufweisen.
Außerdem muss sich die neue Legierung für den Einsatz in Zündkerzenelektroden durch
einen ausreichend hohen Schmelzpunkt und Siedepunkt auszeichnen und muss sich gut
verformen und schweißen lassen, um die Zündkerzenelektroden kostengünstig großtechnisch
in Serienfertigung herstellen zu können.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Legierung mit den im Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Die erfindungsgemäße Legierung auf Nickelbasis enthält 1,5 bis 2,5 Gewichts-% Silizium,
1,5 bis 3 Gewichts-% Aluminium, 0 bis 0,5 Gewichts-% Mangan und 0,05 bis 0,2 Gewichts-%
Yttrium in Kombination mit 0,05 bis 0,3 Gew.-% Lanthan.
[0009] Nickel alleine bildet eine poröse Oxidschicht, durch welche Sauerstoff hindurchdiffundiert
und das darunter liegende Nickel angreift, so dass dieses weiterhin oxidiert wird.
Aluminium und Silizium bilden stabile Oxide, Al
2O
2 und SiO
2. Silizium oxidiert ab ca. 500°C zu SiO
2 und verbessert dadurch die Beständigkeit der Nickellegierung gegen Korrosionsangriffe.
Bei einem Siliziumanteil von weniger als 1,5 Gewichts-% wird die Wirkung der angestrebten
Oxidbildung noch als mangelhaft erachtet. Ein Siliziumanteil von mehr als 2,5 Gewichts-%
führt zu einer Erhöhung des Abbrandes. Die erfindungsgemäße Legierung soll deshalb
1,5 bis 2,5 Gewichts-% Silizium enthalten, vorzugsweise 2 Gewichts-%.
[0010] Das Aluminium erhöht als Legierungsbestandteil die Festigkeit der Nickellegierung
und verbessert durch die Bildung des stabilen Al
2O
2 den Korrosionswiderstand der Legierung. Bei den erhöhten Temperaturen, welchen die
Legierung bei der Verwendung in Zündkerzen ausgesetzt ist, wird eine spürbare Verbesserung
der Korrosionsbeständigkeit ab einem Aluminiumgehalt von 1,5 Gewichts-% erzielt. Bei
einem Aluminiumgehalt von mehr als 3 Gewichts-% wird die Bearbeitbarkeit der Nickellegierung
so erschwert, dass ein Kaltumformen, wie es im Zuge der Herstellung einer Verbundelektrode
mit einem Kupferkern und einem Mantel aus der Nickellegierung für eine Zündkerze üblich
ist, nur mit hohem Werkzeugverschleiß durchführbar ist. Daher soll der Anteil des
Aluminiums in der erfindungsgemäßen Legierung 1,5 bis 3 Gewichts-% betragen, vorzugsweise
2 Gewichts-%.
[0011] Mangan hat die Aufgabe, die Legierung beim Erschmelzen zu desoxidieren. Ein zu hoher
Mangangehalt führt zu einer Verschlechterung der Oxidationseigenschaften der Legierung,
weshalb der Anteil des Mangans in der erfindungsgemäßen Legierung nicht mehr als 0,5
Gewichts-% betragen soll. Vorzugsweise beträgt der Mangangehalt 0,2 bis 0,45 Gewichts-%.
[0012] Chrom ist ein häufiger Bestandteil von Nickellegierungen für Zündkerzenelektroden,
weil es zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit beiträgt. Bei Temperaturen oberhalb
von 900°C, welche bei den Zündkerzen durch Funkenüberschlag in den Elektrodenoberflächen
entstehen, tritt ein verstärktes Abdampfen des Chroms als Chromoxid auf, was einen
verstärkten Abbrand der Nickellegierung zur Folge hat. Darüber hinaus hat Chrom als
Legierungsbestandteil den Nachteil, dass es die Bearbeitung der Legierung bei der
Anfertigung von Elektroden, insbesondere bei Verbundelektroden, wie sie in Zündkerzen
verwendet werden, erschwert. Außerdem erschwert ein hoher Chromanteil das Schweißen
der Elektroden. Vorzugsweise verzichtet die vorliegende Erfindung deshalb völlig auf
Chrom als Legierungsbestandteil.
[0013] Es hat sich überraschenderweise gezeigt, dass der Verzicht auf einen Gehalt an Chrom
durch die gemeinsame Verwendung von Yttrium und Lanthan als Legierungsbestandteile
überkompensiert werden kann. Lanthan und Yttrium wirken als Oxidbildner und verbessern
die Korrosionsbeständigkeit der Legierung bei hohen Temperaturen. Yttrium schmilzt
bei 1547°C, Lanthan bei 920°C, führt aber nicht zu einer kritischen Herabsetzung des
Schmelzpunktes der Legierung. Beide bilden stabile Oxide, das Y
2O
3 und das La
2O
3. Unter einem Gehalt von 0,05 Gewichts-% Yttrium und 0,05 Gewichts-% Lanthan ist die
Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit der Legierung nicht signifikant. Mit zunehmendem
Yttriumgehalt steigt die Warmfestigkeit der Legierung stark an. Verbundelektroden
mit einem Kern aus Kupfer und einem Mantel aus einer Nickelbasislegierung mit zu hohem
Yttriumgehalt können deshalb nicht mehr im Drahtziehverfahren hergestellt werden.
Der Gehalt an Yttrium sollte in der erfindungsgemäßen Legierung deshalb nicht mehr
als 0,2 Gewichts-% betragen. Lanthan erhöht die Warmfestigkeit der Legierung weniger
stark und kann deshalb bis zu 0,3 Gewichts-% in der erfindungsgemäßen Legierung enthalten
sein.
[0014] Die Kombination der Legierungszusätze Lanthan und Yttrium führt in der erfindungsgemäßen
Legierung in Kombination mit den weiteren Legierungsbestandteilen Aluminium und Silizium
in einem überraschenden Ausmaß zu einer Verringerung des Abbrandes, obwohl die dünnen
Oxidschichten durch den bei Zündkerzen auftretenden Funkenüberschlag immer wieder
durchschlagen werden.
[0015] Der Fortschritt, den die Erfindung bringt, wird anhand von vergleichenden Untersuchungen
deutlich, deren Ergebnis in der beigefügten Figur 1 dargestellt ist, welche den Abbrand
von Zündkerzenelektroden unterschiedlicher Zusammensetzung in Abhängigkeit von der
Motorlaufzeit wiedergibt.
[0016] Folgende Legierungen wurden vergleichend untersucht:
- 1. Ni Al 1,8 Si 2,0 Mn 0,4 Y 0,1
- 2. Ni Al 1,8 Si 2,0 Mn 0,4 Y 0,15
- 3. Ni Al 1,8 Si 2,0 Mn 0,4 Y 0,05 Hf 0,04 Zr 0,04
- 4. Ni Al 2 Si 2 Mn 0,4 Y 0,07 La 0,07
- 5. Ni Al 2 Si 2 Cr 2 Mn 0,5
- 6. Inconel 600 (Ni 72 Cr 14 bis 17 Mn 1 Si 0,5)
[0017] Die erste Legierung unterscheidet sich durch Fehlen des Chroms von der Legierung,
die aus der
DE 29 36 312 C3 bekannt ist und unterscheidet sich durch einen kleinen Mangananteil von der Legierung,
die aus der
DE 102 24 891 A1 bekannt ist.
[0018] Die zweite Legierung unterscheidet sich von der ersten Legierung durch einen erhöhten
Yttriumgehalt.
[0019] Die dritte Legierung enthält als Oxidbildner Yttrium, Hafnium und Zirkon und ähnelt
damit der Legierung, die aus der
DE 102 24 891 A1 bekannt ist und unterscheidet sich von dieser durch ihren Mangangehalt.
[0020] Die vierte Legierung ist eine Legierung gemäß Patentanspruch 1.
[0021] Die fünfte Legierung ist eine in der Praxis viel verwendete und als besonders abbrandfest
und verschleißfest bewährte Legierung mit 2 % Chrom.
[0022] Die sechste Legierung ist Inconel 600. Es handelt sich dabei um eine auch bei hohen
Temperaturen besonders oxidations- und korrosionsbeständige Superlegierung, welche
deshalb für Zündkerzenelektroden benutzt wird.
[0023] Für die Versuche wurden Zündkerzen auf der Basis der BERU-Zündkerze 14F-7HUR2 mit
Massivkörperelektrode hergestellt und in einem 1,0 Liter 4 Zylinder Reihenmotor für
eine Dauer von 500 Stunden betrieben. Zum Vergleich wurde eine Serienzündkerze BERU
14F-7HUR2 mit Ni Al 2 Si 2 Cr 2 Mn 0,5 als Nickellegierung herangezogen. Nach jeweils
125 Betriebsstunden wurde der Abbrand der Elektroden gemessen. Er ist in Figur 1 in
relativen Einheiten dargestellt.
[0024] Das Ergebnis überzeugt: Elektroden, die mit der erfindungsgemäßen Legierung hergestellt
waren, liegen im Abbrand um einen Faktor 4,5 bis 6,5 günstiger als die übrigen untersuchten
Legierungen. Zündkerzen, für deren Elektroden Nickellegierungen gemäß der Lehre der
DE 29 36 312 C3 und der
DE 102 24 891 A1 verwendet wurden, verhalten sich im Abbrand ähnlich wie die Serienzündkerze 14F-7HUR2,
so dass die Erfindung auch gegenüber diesen deutlich vorteilhaft ist.
1. Legierung auf Nickelbasis mit Zusätzen von Silizium und Aluminium,
dadurch gekennzeichnet, dass sie
1,5 bis 2,5 Gewichts-% Silizium,
1,5 bis 3 Gewichts-% Aluminium,
0 bis 0,5 Gewichts-% Mangan und
0,05 bis 0,2 Gewichts-% Yttrium in Kombination mit 0,05 bis 0,3 Gewichts-% Lanthan
und außer üblichen Spurenelementen als Rest Nickel enthält.
2. Legierung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie kein Chrom enthält.
3. Legierung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an Mangan 0,2 bis 0,45 Gewichts-% beträgt.
4. Legierung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an Silizium 2 Gewichts-% beträgt.
5. Legierung nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt an Aluminium 2 Gewichts-% beträgt.
6. Die Verwendung einer Legierung nach einem der vorstehenden Ansprüche für die Herstellung
von Elektroden für Zündkerzen.
7. Elektrode für Zündkerzen, bestehend aus einer Legierung nach einem der Ansprüche 1
bis 5.
1. Alloy on the basis of nickel with additions of silicon and aluminium,
characterized in that it includes
1.5 to 2.5 wt-% of silicon,
1.5 to 3 wt-% of aluminium,
0 to 0.5 wt-% of manganese,
0.05 to 0.2 wt-% of yttrium in combination with 0.05 to 0.3 wt-% of lanthanum, the
remainder being nickel and usual trace elements.
2. Alloy according to claim 1, characterized in that it does not contain chromium.
3. Alloy according to any of the preceding claims, characterized in that the manganese content is 0.2 to 0.45 wt-%.
4. Alloy according to any of the preceding claims, characterized in that the silicon content is 2 wt-%.
5. Alloy according to any of the preceding claims, characterized in that the aluminium content is 2 wt-%.
6. The use of an alloy according to any of the preceding claims for the manufacture of
electrodes for spark plugs.
7. Electrode for spark plugs, the electrode consisting of an alloy according to any of
the claims 1 to 5.
1. Alliage à base de nickel, avec des ajouts de silicium et d'aluminium,
caractérisé en ce qu'il contient
1,5 à 2,5 % en poids de silicium,
1,5 à 3 % en poids d'aluminium,
0 à 0,5 % en poids de manganèse et
0,05 à 0,2 % en poids d'yttrium, en combinaison avec 0,05 à 0,3 % en poids de lanthane,
le reste étant du nickel, mis à part les oligoéléments habituels.
2. Alliage selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il ne contient pas de chrome.
3. Alliage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en manganèse est comprise entre 0,2 et 0,45 % en poids.
4. Alliage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en silicium s'élève à 2 % en poids.
5. Alliage selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la teneur en aluminium s'élève à 2 % en poids.
6. Utilisation d'un alliage selon l'une des revendications précédentes, pour la fabrication
d'électrodes pour bougies d'allumage.
7. Électrode pour bougies d'allumage, constituée d'un alliage selon l'une des revendications
1 à 5.