HINTERGRUND DER ERFINDUNG
GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Maske für das kinetische Kaltgaskompaktieren
mit einem Körper zur Abdeckung eines nicht zu beschichtenden Bereichs eines zu beschichtenden
Substrats mit einer dem Beschichtungsstoff ausgesetzten Arbeitsseite, sowie ein Verfahren
zum kinetischen Kaltgaskompaktieren bei dem eine entsprechende Maske eingesetzt wird.
STAND DER TECHNIK
[0002] Das kinetische Kaltgaskompaktieren bzw. kinetische Kaltgasspritzen ist aus dem Stand
der Technik zur Beschichtung von Materialien und insbesondere auch von Bauteilen von
Gasturbinen bzw. Flugturbinen bekannt. Das kinetische Kaltgaskompaktieren ist beispielsweise
in der
US 5,302,414 beschrieben. Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass der Beschichtungswerkstoff
in Form eines Pulvers mit Hilfe eines Trägergases mit hoher Geschwindigkeit, aber
Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes des Beschichtungsstoffes auf das zu beschichtende
Substrat bewegt wird, wobei beim Auftreffen der Beschichtungspartikel aufgrund der
hohen Geschwindigkeit die Partikel genauso wie der Oberflächenbereich des zu beschichtenden
Substrats verformt werden, so dass es zu einem Ineinanderfließen der Materialien und
zu einer Haftung des Beschichtungsmaterials auf dem Substrat kommt.
[0003] Aus der
DE 10 2006 037 532 A1 ist ein Verfahren zur Erzeugung einer elektrischen Funktionsschicht auf einer Oberfläche
eines Substrats bekannt, wobei hier eine elastische Maske verwendet wird und es zum
Anhaften der Partikel auf dieser Oberfläche kommt.
[0004] Entsprechend sind herkömmliche Abdeckungen, wie Klebebandabdeckungen oder Silikonmaskierungen,
wie sie beispielsweise beim thermischen Spritzen Verwendung finden nicht ausreichend,
da sie den hohen Partikelgeschwindigkeiten nicht standhalten können.
[0005] Andererseits werden stabile Materialien, wie beispielsweise Metalle oder Kunststoffe
selbst beschichtet, so dass sich auf der Maske eine fest anhaftende Beschichtung ergibt
und dazu führt, dass diese Masken entsorgt werden müssen.
[0006] Dieses Problem ist in der
WO 2009/143817 A1 aufgegriffen worden. Die dort vorgeschlagene Lösung sieht vor, die Abdeckvorrichtung
mit einer strukturierten Oberfläche zu versehen, wobei die Oberfläche der Maske so
ausgebildet ist, dass die Oberfläche mit der Auftreffrichtung der Partikel einen spitzen
Winkel einschließt, so dass die auftreffenden Partikel nicht auf der Maske anhaften,
sondern lediglich abgelenkt werden.
[0007] Obwohl diese Lösung bereits gute Ergebnisse liefert, besteht ein weiterer Bedarf
an Alternativlösungen für entsprechende Masken für das kinetische Kaltgaskompaktieren,
welche möglicherweise einfacher herzustellen sind.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0008] Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Maske für das kinetische
Kaltgaskompaktieren bzw. ein entsprechendes Verfahren zum kinetischen Kaltgaskompaktieren
bereitzustellen, bei welchen die Probleme des Standes der Technik überwunden werden
und insbesondere mehrfach verwendbare Masken bereitgestellt werden, die eine einfache
Herstellung sowie Verwendung ermöglichen.
TECHNISCHE LÖSUNG
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Maske mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie
ein Verfahren zum kinetischen Kaltgaskompaktieren mit den Merkmalen des Anspruchs
2.
[0010] Die vorliegende Erfindung geht aus von der Erkenntnis, dass eine Anhaftung des Beschichtungsstoffs,
also der im nicht aufgeschmolzenen Zustand mit hoher Geschwindigkeit auf das zu beschichtende
Substrat auftreffenden Partikel an der Maske nur erfolgt, wenn der dem kinetischen
Kaltgaskompaktieren zugrunde liegende Haftungsmechanismus stattfinden kann. Dieser
setzt voraus, dass sowohl die auftreffenden Partikel als auch die Oberfläche plastisch
deformiert werden, um ein gegenseitiges Inelnanderfließen der Materialien und damit
Haftung der Materialien zu gewährleisten. Entsprechend setzt die Erfindung hier an
und schlägt eine Maske vor, die an der der Beschichtungsquelle zugewandten Seite,
d. h. der Arbeitsseite, derart hart ausgebildet ist, dass bei der verwendeten kinetischen
Kaltgaskompaktierung keine Oberflächendeformation, d. h. keine plastische Verformung
der Arbeitsseite stattfinden kann. Damit wird vermieden, dass das Oberflächenmaterial
der Maske und die auftreffenden Beschichtungspartikel sich verformen und ineinander
fließen und so eine haftende Schicht ausbilden.
[0011] Da lediglich die entsprechende Arbeitsseite der Maske die erforderliche Härte aufweisen
muss, kann die Maske entweder so ausgebildet sein, dass eine harte Beschichtung an
der Arbeitsseite oder ein entsprechend ausgebildeter Randbereich vorliegt oder dass
die Maske insgesamt mit einer entsprechenden Härte ausgebildet ist, wobei die Maske
dann über die Dicke homogen ausgebildet sein kann.
[0012] Zur Erzielung einer ausreichenden Härte auf der Arbeitsseite ist ein einsatz- oder
nitriergehärteter Stahl vorgesehen.
[0013] Die Maske ist an der Arbeitsseite einsatz- und/oder nitriergehärtet. Da die Maske
nicht durchgehärtet ist, liegt im Bereich des Grundkörpers ein für die Einsatz- oder
Nitrierhärtung geeigneter Stahl vor, während der Oberflächenbereich der Arbeitsseite
entsprechend ausgehärtet ist.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0014] Weitere Vorteile, Kennzeichen und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden bei
der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
beigefügten Zeichnungen deutlich. Die Zeichnungen zeigen hierbei in rein schematischer
Weise in
- Figur 1
- eine Querschnittsansicht einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Maske;
und in
- Figur 2
- eine Querschnittsansicht einer zweiten jedoch nicht erfindungsgemäßen Maske beim Einsatz
beim kinetischen Kaltgaskompaktieren.
AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0015] Die Figur 1 zeigt in einer Querschnittsansicht eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Maske 1, welche einen Grundkörper 2 aufweist, In dem eine Durchgangsöffnung 4 vorgesehen
ist. Die Durchgangsöffnung 4 ermöglicht eine Beschichtung in diesem Bereich der Maske
1, während in den übrigen Bereichen 5 und 6 eine Abschirmung des Beschichtungsmaterials
gegenüber einem unter der Maske angeordneten, zu beschichtenden Substrat vorliegt.
Entsprechend ist die mit dem Bezugszeichen 7 bezeichnete Seite der Maske 1 die Arbeitsseite,
also die Seite, die der Beschichtungsquelle zugewandt ist.
[0016] Auf dieser Arbeitsseite 7 kann eine Beschichtung 3 vorgesehen sein, die aus einem
gegenüber dem Grundkörper 2 härteren Material gebildet ist.
[0017] Anstelle einer Beschichtung 3, die auf den Grundkörper 2 aufgebracht ist, kann es
sich auch um einen modifizierten Randbereich 3 handeln, der gegenüber dem Grundkörper
2 eine viel höhere Härte aufweist. Hierbei besteht der Grundkörper aus einem für die
Einsatz- oder Nitrierhärtung vorgesehenen, aber nicht gehörteten Stahl, wobei der
Randbereich 3 durch Einsatzhärten oder Nitrierhärten entsprechend gehärtet ist.
[0018] Wesentlich ist, dass die Arbeitsseite 7 eine ausreichend hohe Härte aufweist, um
die auf die Maske auftreffenden Beschichtungspartikel nicht an der Maske 1 anhaften
zu lassen.
[0019] Die Figur 2 zeigt eine zweite Ausführungsform einer Maske 10, welche homogen ausgebildet
ist, also über ihre gesamte Dicke den gleichen Werkstoff aufweist. Es handelt sich
hierbei um einen durchgehärteten Einsatz- oder Nitrierstahl. Die Maske 10 weist wiederum
eine Durchgangsöffnung 11 auf, welche den Beschichtungsbereich für das darunter angeordnete
Substrat 20 definiert. Nur in diesem Beschichtungsbereich, der durch die Durchgangsöffnung
11 definiert ist, wird bei der Beschichtung des Substrats 20 eine Oberflächenschicht
21 aus dem Beschichtungsstoff gebildet.
[0020] Der Beschichtungsstoff wird durch eine nicht näher dargestellte Vorrichtung zum kinetischen
Kaltgaskompaktieren bzw. kinetischen Kaltgasspritzen in Richtung des Substrats 20
beschleunigt, wobei von der entsprechenden Vorrichtung lediglich die Düse 12 dargestellt
ist. Die Partikelstrahlen 13 werden von den Abschattungsbereichen 15 und 16 der Maske
10 daran gehindert, auf das Substrat 20 zu gelangen. Durch die harte Ausbildung der
Maske 10 wird in den Auftreffbereichen 14 der Partikelstrahlen 13 keine Verformung
der Partikel auf der harten Arbeitsseite 17 und somit keine Abscheidung einer haftenden
Schicht stattfinden.
1. Maske (1) für das kinetische Kaltgaskompaktieren mit einem Körper zur Abdeckung eines
nicht zu beschichtenden Bereichs eines zu beschichtenden Substrats mit einer dem Beschichtungsstoff
ausgesetzten Arbeitsseite (7),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Arbeitsseite (7) aus einem einsatz- oder nitriergehärteten Stahl gebildet ist,
wodurch zumindest die Arbeitsseite (7) eine Härte aufweist, die so ausgelegt ist,
dass beim Auftreffen der Beschichtungspartikel keine plastische Verformung der Arbeitsseite
(7) erfolgt, wobei die Maske (1) einen Grundkörper (2) aufweist, der aus einem für
die Einsatz- oder Nitrierhärtung vorgesehenen, aber nicht gehärteten Stahl gebildet
ist, auf dem eine Beschichtung oder ein Randbereich (3) für die Arbeitsseite (7) angeordnet
ist.
2. Verfahren zum kinetischen Kaltgaskompaktieren, bei welchem Beschichtungspartikel mit
Hilfe eines Trägergases mit hoher Geschwindigkeit auf eine zu beschichtende Fläche
bewegt werden, wobei die Temperatur des Trägergases und/oder der Beschichtungspartikel
unter der Schmelztemperatur der Beschichtungspartikel liegt,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Maske (1) zur Abschattung nicht zu beschichtender Bereiche verwendet wird, welche
eine Arbeitsseite (7) aufweist, die aus einem einsatz- oder nitriergehärteten Stahl
gebildet ist und mit einen Grundkörper (2), der aus einem für die Einsatz- oder Nitrierhärtung
vorgesehenen, aber nicht gehärteten Stahl gebildet ist, auf dem eine Beschichtung
oder ein Randbereich (3) für die Arbeitsseite (7 ) angeordnet ist, wodurch die Arbeitsseite
(7) eine Härte aufweist, die so ausgelegt ist, dass beim Auftreffen der Beschichtungspartikel
keine plastische Verformung der Arbeitsseite (7) erfolgt.
1. A mask (1) for kinetic cold-gas compacting having a body to cover a region, which
is not to be coated, of a substrate, which is to be coated, having a working side
(7) exposed to the coating material,
characterised in that
the working side (7) is formed from a case-hardened or nitride-hardened steel, whereby
at least the working side (7) has a hardness that is designed to be such that in the
event of impact by the coating particles no plastic deformation of the working side
(7) occurs, wherein the mask (1) has a base body (2) which is formed from a steel
that is provided for case-hardening or nitride-hardening, but is not hardened, and
arranged on which there is a coating or an edge region (3) for the working side (7).
2. A method for kinetic cold-gas compacting, in which coating particles are moved with
the aid of a carrier gas at a high speed onto a surface that is to be coated, wherein
the temperature of the carrier gas and/or the coating particles lies below the melting
temperature of the coating particles,
characterised in that
in order to shield regions that are not to be coated use is made of a mask (1) which
has a working side (7) that is formed from a case-hardened or nitride-hardened steel
and having a base body (2) which is formed from a steel that is provided for case-hardening
or nitride-hardening, but is not hardened, and arranged on which there is a coating
or an edge region (3) for the working side (7), whereby the working side (7) has a
hardness that is designed to be such that in the event of impact by the coating particles
no plastic deformation of the working side (7) occurs.
1. Masque (1) pour le compactage cinétique par gaz froid, doté d'un corps destiné à recouvrir
une zone n'ayant pas à être revêtue d'un substrat à revêtir avec une face de travail
(7) exposée au matériau de revêtement,
caractérisé en ce que
la face de travail (7) est constituée d'un acier de cémentation ou nitruré, au moins
la face de travail (7) présentant par conséquent une dureté prévue pour qu'aucune
déformation plastique de la face de travail (7) ne se produise sous l'impact des particules
de revêtement, le masque (1) présentant un corps de base (2) constitué d'un acier
prévu pour la cémentation ou la nitruration, mais non trempé, sur lequel est présentée
un revêtement ou une zone de bord (3) pour la face de travail (7).
2. Procédé de compactage cinétique par gaz froid, où des particules de revêtement sont
déplacées à vitesse élevée sur une surface à revêtir au moyen d'un gaz porteur, la
température du gaz porteur et/ou des particules de revêtement étant inférieure à la
température de fusion des particules de revêtement,
caractérisé en ce que
un masque (1) est utilisé pour le masquage de zones n'ayant pas à être revêtues, lequel
présente une face de travail (7) constituée d'un acier de cémentation ou nitruré,
et avec un corps de base (2) constitué d'un acier prévu pour la cémentation ou la
nitruration, mais non trempé, sur lequel est présentée un revêtement ou une zone de
bord (3) pour la face de travail (7), la face de travail (7) présentant par conséquent
une dureté prévue pour qu'aucune déformation plastique de la face de travail (7) ne
se produise sous l'impact des particules de revêtement.