[0001] Die Erfindung betrifft einen Flachbodentank mit einem mit einer Abdeckung versehenen
Flüssigkeitsbehälter und mit einem diesen umgebenden, mit Abstand zum Flüssigkeitsbehälter
durch eine Wand begrenzten Überwachungsraum.
[0002] Bei Flachboden-Großtanks, die Durchmesser bis zu 60 Metern und Höhen von bis zu 25
Meter aufweisen und damit einen Inhalt von mehreren Millionen Litern haben können,
ist es vorgeschrieben, dass ein oder mehrere Tank in einer Auffangwanne stehen, die
unter anderem so groß sein muss, dass sie den Inhalt des größten darin befindlichen
Tanks aufnehmen kann. Da die Erstellung einer solchen Wanne aufwändig ist und darüber
hinaus sich bei Einzeltanks nicht lohnt, werden auch Behälter zugelassen, die von
einem Auffangraum mit reduziertem Volumen umgeben und bei denen im Leckagefall besondere
Maßnahmen einzuleiten sind. Hierbei handelt es sich bei einem zylindrischen Tank um
einen ringförmigen Auffangraum, der auf einem sich weiter nach außen radial erstreckenden
verbreiterten Boden durch Anordnung einer Wand um den eigentlichen Behälter herum
gebildet ist. Der Auffangraum ist dabei Niederschlag ausgesetzt und muss daher eine
beträchtliche Größe aufweisen, so dass er sowohl maximale Niederschlagsmengen als
auch bei einem Leck im Tank zunächst als Zwischenspeicher einen erheblichen Teil des
Tankinhalts aufnehmen kann. Da darüber hinaus bei einem größeren Leck von beispielsweise
1 cm
2 Durchmesser die Flüssigkeit des Tanks je nach Höhe in weitem Bogen herausspritzen
kann, muss auch der Abstand der umgebenden Wandung des Auffangraums mit beträchtlichem
Abstand zur Tankwandung angeordnet sein.
[0003] Der Abstand von Behälterwand eines in einer Wanne stehenden Behälters zur Wannenwand
ist nicht vorgeschrieben. Er sollte aber so groß sein, dass man dazwischen gehen kann.
Ist dies nicht möglich, so muss eine Leckagesonde (wie bei unserem System) verlegt
werden. Die Auffangräume müssen den Inhalt des größten darin befindlichen Behälters
(bei einem sehr kurzen Abstand zwischen Behälter- und Wannenwand also 100%) mindestens
aber 10% eines Gesamtlagervolumens aller darin befindlichen Behälter aufnehmen können.
Eine enganliegende Wanne muss so dimensioniert sein, dass die Wannenwand dem hydrostatischen
Druck der Flüssigkeitssäule Stand hält. Es muss mit hohen Kosten im Prinzip ein zweiter
Tank um den "inneren" herum gebaut werden.
[0004] Weiterhin kann, wie gesagt, durch Niederschlag die im Auffangraum zurückhaltende
Flüssigkeitsmenge beträchtlich erhöht werden. Nach den derzeit gültigen Zulsassungsgründen
stellt der für die Bemessung des Rückhaltevorlumens zu berücksichtigende Niederschlag
sogar eine erheblich größere Menge dar, als jene durch die Leckage. Der im Boden des
Auffangraumes angeordnete Leckagesensor kann üblicherweise zwischen Niederschlagswasser
und gelagerter Flüssigkeit unterscheiden und wird daher bei Detektion von Lagergut
das Absperrorgan der Entwässerungsleitung des Auffangraumes schließen. Da die Menge
an Niederschlag, wie bereits ausgeführt, erheblich sein kann, Leitung und Absperrarmatur
daher in einer großen Nennweite verlegt werden müssen, wird eine beträchtliche Menge
von mit Lagergut kontaminiertem Niederschlagswasser von dieser Absperrarmatur nicht
zurückgehalten. Die im Auffangraum zurückgehaltene Flüssigkeit, bestehend aus Lagergut
und gegebenenfalls Niederschlagswasser, muss dann schnellstmöglich abgepumpt werden.
Die hierfür benötigte Infrastruktur bestehend aus einem oder mehreren anderen Behältern,
Eisenbahnkessel- oder Tankwagen bereitzuhalten ist problematisch, ebenso wie das Entsorgen
der Flüssigkeit. Es bedarf eine beträchtliche Zeit, um diese in einen anderen Tank
oder einen weiteren Behälter umzupumpen. Darüber hinaus kann die Nutzflüssigkeit des
Behälters durch das Wasser kontaminiert sein, so dass sie entweder aufwändig wieder
vom Wasser getrennt werden muss oder aber die Entsorgung ein beträchtliches Problem
darstellt.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Flachbodentank zu schaffen,
bei dem die vorgenannten Nachteile vermieden sind.
[0006] Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe bei einem Flachbodentank der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass zumindest von der zulässigen Füllhöhe des Behälters bis zumindest
über die Oberkante des Auffangraums ein den Flüssigkeitsbehälter umgebender Mantel
vorgesehen ist.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Lösung wird erreicht, dass einerseits keinerlei oder zumindest
sehr viel weniger Niederschlag in den dem Behälter umgebenden Auffangraum fallen kann,
zum anderen wird durch den Mantel darüber hinaus vermieden, dass bei einem Leck im
Behälter die Flüssigkeit zu weit und über den Auffangraum hinausspritzt, da sie durch
den Mantel begrenzt wird und daher im Zwischenraum zwischen Behälterwandung und mit
Abstand zu diesem angeordneten Mantel nach unten in den Auffangraum abgeleitet wird
bzw. an den Seiten des Mantels in diesen Raum hinunterläuft.
[0008] In bevorzugter Ausgestaltung ist dabei vorgesehen, dass die Abdeckung den Auffangraum
überdeckt, wobei weiterhin der Mantel im Bereich der Oberkante der Wand des Auffangraums
zwei Wandungsteile aufweist, durch die der Mantel die Wand übergreift.
[0009] Eine äußerst bevorzugte Ausgestaltung sieht vor, dass der Flüssigkeitsbehälter einen
doppelten Boden mit zwei Bodenplatten aufweist, die mit Abstand zueinander angeordnet
sind und beide die Mantelwandung des Behälters überragen und dass die Wand des Auffangraums
durch ein den Behälter umgebendes Ausgleichselement mit einem inneren und einem äußeren
Wandungsteil umgeben ist, wobei das freie Ende des inneren Wandungsteils mit dem oberen
Boden des Behälters und das äußere Wandungsteil des Ausgleichselements mit dem unteren
Boden des Behälters verbunden sind.
[0010] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sehen vor, dass am Boden des Auffangraums
mindestens ein Sensor angeordnet ist und/oder in den Auffangraum eine mit einer Pumpe
versehene Leitung ragt, mittels derer Flüssigkeit aus dem Auffangraum abpumpbar ist.
[0011] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Bodentanks unter Bezugnahme auf die Zeichnung im Einzelnen erläutert ist. Dabei zeigt
die einzige Figur
einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Flachbodentank, teilweise geschnitten.
[0012] Der Flachbodentank weist einen Flüssigkeitsbehälter 1 mit einem Innenboden 2, einer
Mantelwandung 3 und einer Abdeckung 4 auf. Der Behälter ist zylindrisch ausgebildet.
Unterhalb des Innenbodens 2 ist ein Außenboden 5 vorhanden, so dass der Flachbodentank
insgesamt einen doppelwandigen Boden 2,5 aufweist. Innen- und Außenboden 2, 5 sind
außerhalb des Flüssigkeitsbehälters 1 durch ein dieses umgebendes flexibles Ausgleichselement
8 miteinander verbunden. Das flexible Ausgleichselement 8 ist bogenförmig oder in
Form eines auf dem Kopf stehenden V oder U ausgebildet, es kann auch spitzwinklig
ausgebildet sein. Mit dem freien Ende eines Schenkels ist es mit dem Innenboden 2
und mit dem freien Ende des anderen Schenkels mit dem Außenboden 5 verbunden. Zwischen
den Böden 2, 5 und/oder innerhalb des Ausgleichselements 8 können Flüssigkeitssensoren
zur Überwachung dieser Räume angeordnet sein.
[0013] Das Ausgleichselement 8 bildet gleichzeitig eine äußere Wandung eines Auffangraums
6 zum Auffangen von aus einem Leck austretender Flüssigkeit und demgemäß auch zur
Überwachung des Flüssigkeitsbehälters auf Undichtigkeiten der Wand. Der Auffangraum
6 umgibt den Behälter 1 ringförmig. Seine weitere Wandung wird durch den unteren Bereich
der Wand 3 des Behälters 1 und der Boden durch einen radial überragenden Bereich des
Innenbodens 2 gebildet. In den Auffangraum 6 ragt eine mit einer Leitung 7 versehene
Pumpe 9, mittels derer durch Leckage aus dem Behälter 1 in den Auffangraum 6 gelangende
Flüssigkeit abgepumpt werden kann.
[0014] Die Abdeckung 4 des Behälters 1 überragt die Umfangswandung 3 des Behälters mindestens
um ein Maß, dass der Schutzmantel 10 darunter angebracht werden kann und auf die Abdeckung
4 herabfallendes Niederschlagswasser über den Schutzmantel 10 hinweg geleitet wird.
[0015] Zwischen der Abdeckung 4 bis in den Bereich des Ausgleichselements 8 hinunter ist
ebenfalls mit Abstand zur Umfangswandung 3 des Behälters 1 ein Schutzmantel 10, der
durch Abstandshalter 10.1 mit Abstand zur Umfangswandung 3 gehalten wird.
[0016] Am unteren Ende des Schutzmantels 10 befindet sich eine dachförmige Abkantung 10.2
nach außen hin, die die durch das Ausgleichselement 8 gebildete Wandung des Auffangraums
6 überdeckt und von der beidseitig des Ausgleichselement 8 parallel zu diesem zwei
Wandungsteile 10.3, 10.4 nach unten reichen. Am Boden des Auffangraums 6 finden sich
ein oder mehrere Flüssigkeitssensoren 6.1.
[0017] Der Schutzmantel 10 als solcher kann und soll einen möglichst geringen Abstand zu
Behälterwand 3 haben. Es sollte möglichst dünnes Blech verwendet werden. Der Abstand
vom Tank sollte nicht zu groß sein, damit das Blech nicht vom Wind oder Regen eingebeult
wird. Er beträgt vorzugsweise 20 bis 50 mm. Erst knapp über dem Ausgleichselement
8, welches die Außenwand des Auffangraumes bildet, wird der Schutzmantel 10 breiter
und zwar derart, dass er das Ausgleichselement überragt. Damit im Falle eines Lecks
aus dem Behälter entweichende Flüssigkeit auch wirklich in den Auffangraum gelangt
und nicht am Schutzmantel entlang ins Freie gelangt, ist es wichtig, dass der Schutzmantel
eine umlaufende (innere) Abtropfkante 10.3 als Unterkante des Wandungsteils 10.3 hat.
Demgegenüber umgibt das äußere Wandungsteil 10.4 das Ausgleichselement und hält Niederschlag
vom Auffangraum 6 ab.
[0018] Durch die Gabelung des Schutzmantels 10 wird erreicht, dass der Regen über das äußere
Wandungsteil 10.4 abgeleitet wird und die wassergefährende Flüssigkeit aus dem Behälter
im Falle der Leckage über das innere Wandungsteil 10.3 in den Auffangraum geleitet
wird und auch nicht darüber hinaus spritzen kann. Da der Auffangraum die enormen Niederschlagsmengen
nicht mehr aufnehmen muss, kann er dann wesentlich kleiner ausgeführt werden als bisher
bekannt und üblich.
[0019] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Auffangraums 6 und den Schutzmantel 8 bewirkt
dabei, dass aus einem Leck der Wandung austretende Flüssigkeit des Behälters, die,
wenn sie nicht daran gehindert wird, je nach Höhe innerhalb des Tanks aufgrund des
einwirkenden Druckes sehr weit spritzen kann (unten weiter als oben) durch den Mantel
aufgehalten wird und daher nicht frei herausspritzen kann. Austretende Flüssigkeit
läuft daher zwischen der Wandung 3 und dem Mantel 10 nach unten in den Auffangraum
6.
[0020] Sobald Flüssigkeit in den Auffangraum 6 eintritt, wird sie durch den oder die Sensoren
6.1 detektiert, durch die die Pumpe 9 in Betrieb gesetzt werden kann, so dass die
Flüssigkeit über die Rohrleitung 7 in einen separaten Auffangbehälter oder einen anderen
Tank gepumpt werden kann. Es können auch mehrere Leitungen 7 und Pumpen 9 vorgesehen
sein, insbesondere um durch Redundanz die Sicherheit des Abpumpens zu erhöhen. Der
Auffangraum 6 weist dadurch, dass er sich über beiden Bodenplatten 2, 5 befindet,
einen doppelten Boden auf und ist daher hierdurch mit geschützt.
[0021] Der Abstand des Mantels 10 von der Wandung 3 kann von wenigen bis beispielsweise
mehreren 100 mm reichen. Bei einer einfacheren Ausgestaltung kann statt den Sicherheitsraum
für den Boden des Behälters bildenden Ausgleichselement auch eine einfache zylindrische
Wandung vorgesehen sein und die Behälterwand 3 mit Abstand umgeben, wobei diese Wandung
dann ebenfalls von dem Mantel 10 in der beschriebenen Weise überdeckt ist.
[0022] Die beiden Böden 2, 5 sind mit Abstand zueinander angeordnet und werden durch Abstandhalter,
wie beispielsweise Stahlmatten auf Abstand zueinander gehalten.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Flüssigkeitsbehälter
- 2
- Innenboden
- 3
- Mantelwandung
- 4
- Abdeckung
- 5
- Außenboden
- 6
- Auffangraum
- 6.1
- Sensor
- 7
- Leitung
- 8
- Wand/Ausgleichselement
- 9
- Pumpe
- 10
- Mantel
- 10.1
- Abstandshalter
- 10.2
- Abkantung
- 10.3, 10.4
- Wandungsteile
- 10.3a
- Abdruckkante
1. Flachbodentank mit einem mit einer Abdeckung versehenen Flüssigkeitsbehälter (1) und
mit einem diesen umgebenden, mit Abstand zum Flüssigkeitsbehälter durch eine Wand
(8) begrenzten Auffangraum (6), dadurch gekennzeichnet, dass zumindest von der zulässigen Füllhöhe des Behälters bis zumindest über die Oberkante
des Auffangraums (6) ein den Flüssigkeitsbehälter (1) umgebender Mantel (10) vorgesehen
ist.
2. Tank nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckung (4) den Auffangraum (6) überdeckt.
3. Tank nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantel (10) im Bereich der Oberkante der Wand (8) des Auffangraums (6) zwei Wandungsteile
(10.3, 10.4) aufweist, durch die der Mantel die Wand übergreift.
4. Tank nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsbehälter einen doppelten Boden mit zwei Bodenplatten (2, 5) aufweist,
die mit Abstand zueinander angeordnet sind und beide die Mantelwandung (3) des Behälters
überragen und dass die Wand (8) des Auffangraums (6) durch ein den Behälter (1) umgebendes
Ausgleichselement mit einem inneren und einem äußeren Wandungsteil umgeben ist, wobei
das freie Ende des inneren Wandungsteils mit dem oberen Boden (2) des Behälters (1)
und das äußere Wandungsteil des Ausgleichselements mit dem unteren Boden (5) des Behälters
(1) verbunden sind.
5. Tank nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Boden des Auffangraums mindestens ein Sensor (6.1) angeordnet ist.
6. Tank nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in den Auffangraum eine mit einer Pumpe (9) versehene Leitung (7) ragt, mittels derer
Flüssigkeit aus dem Auffangraum abpumpbar ist.
7. Tank nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass von der Abdeckung (4) bis zumindest über die Oberkante des Auffangraums (6) ein den
Flüssigkeitsbehälter (1) umgebender Mantel (10) vorgesehen ist.