[0001] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Tabakvorbereitung im Rahmen der Herstellung
von Rauchartikeln, insbesondere Zigaretten. Speziell betrifft die Erfindung eine modulare
Tabakvorbereitung zur Verarbeitung von Rohtabak, um rauchfähigen Schnitttabak bzw.
Zigaretten herzustellen.
[0002] Bei der herkömmlichen Tabakverarbeitung werden die meisten Prozessschritte, wie das
Konditionieren, Sossieren, Schneiden, Trocknen und Expandieren in separaten Standardapparaten
wie Trommeln, Dämpftunneln, Luftstromtrocknern, Bandtrocknern usw. ausgeführt. All
diesen Apparaten wird der Tabak als Schüttgut zugeführt. Während der Prozesse wird
der Tabak im Allgemeinen keiner besonderen Kompression unterzogen; eine Ausnahme bildet
hier lediglich das Tabakschneiden. Der Tabak wird also weitgehend mit seiner natürlichen
Füllfähigkeit verarbeitet, und daraus ergeben sich großvolumige Apparate zur Verarbeitung,
die in entsprechenden Gebäuden aufgestellt sein müssen.
[0003] Aus der
DE 10 2004 043 833 ist es bekannt, Aufbereitungseinrichtungen übereinander anzuordnen ("vertikale Tabakvorbereitung"),
um den Platzbedarf zu reduzieren. Natürlich müssen hierzu entsprechend hohe Gebäude
bereitgestellt werden. Weiterhin ist es gängige Praxis, Pufferboxen zur Entkopplung
von Prozessen zu verwenden, was wiederum den Platzbedarf insgesamt erhöht.
[0004] Ein typisches Beispiel einer spezialisierten Standardtabakvorbereitung gemäß dem
Stand der Technik ist der Figur 5 zu entnehmen. Die verschiedenen Tabake haben einzelne
Verarbeitungslinien, und jedes Kästchen in Figur 5 stellt einen Prozessschritt mit
dazugehörigem Apparat dar. Die unterschiedlichen Apparate sind mit Förderelementen
wie Rinnen oder Bändern verbunden. Ein Prozessschritt kann oftmals durch unterschiedliche
Apparate abgebildet werden, d.h. der Arbeitsschritt Trocknung kann beispielsweise
in einem Trommeltrockner oder Luftstromtrockner ausgeführt werden. Die teilweise beobachtete
und durch Evolution entstandene Vielseitigkeit von Tabakvorbereitungen steht grundsätzlich
dem Anliegen einer Standardisierung entgegen.
[0005] In der Regel sind Tabakvorbereitungsanlagen bei einer Konsolidierung von Werkstrukturen
schwierig zu verlagern, da oftmals maßgeschneiderte Lösungen nicht ohne weiteres auf
andere Standorte übertragen werden können.
[0006] Aus der
DE 10 2004 059 388 B4 ist ein Verfahren zur Herstellung von zerkleinertem Tabakmaterial bekannt, wobei
hier aufgezeigt wird, wie aus Tabakrippenmaterial mit Hilfe eines Schneckenextruders
ein zerkleinertes, faseriges Material hergestellt wird, das unmittelbar in Rauchprodukten
verwendet werden kann.
[0007] Weiterhin ist in der
DE 10 2005 006117.6 ein Verfahren offenbart, das erlaubt, Mischungen aus Tabakrippenmaterialien unter
Zusatz von beispielsweise Tabakstäuben zur Herstellung von geschmacklich aufgewerteten
faserförmigen Materialien, vergleichbar Schnitttabak und geeignet zur direkten Herstellung
von Rauchprodukten, zu extrudieren.
[0008] Die
WO 2006/061117 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von zerkleinertem Tabakmaterial, bei dem
ein Tabak-Ausgangsmaterial erwärmt und unter Druck gesetzt wird und das erwärmte und
unter Druck gesetzte Material unter Entspannung durch eine Scherspalt geführt und
zerfasert wird.
[0009] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Tabakvorbereitung zu optimieren.
Insbesondere soll Tabakvorbereitung insgesamt kompakter werden und zwar bezüglich
des Raumbedarfs und/oder des Zeitbedarfs. Unter anderem soll die Tabakvorbereitung
als Verfahrensablauf aber auch als apparative Anordnung besser handhabbar werden.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Tabakvorbereitungsverfahren gemäß dem
Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche definieren bevorzugte Ausführungsformen der
Erfindung.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Tabakvorbereitungsverfahren wird ein Tabakmaterial durch
mindestens einen Extrusionsprozess aufbereitet, welcher eine Verdichtung mit Druck
und Temperaturerhöhung sowie eine mechanische Bearbeitung und schlagartige Entspannungstrocknung
des Materials an einem Extruderauslass umfasst. Das Tabakmaterial, das hier als Eingangsmaterial
dient, umfasst erfindungsgemäß ein Tabaklaminamaterial. Mit anderen Worten kann die
vorliegende Erfindung ein Extrusionsverfahren benutzen, um damit im Wesentlichen den
gesamten Tabakvorbereitungsablauf durchzuführen, der für ein Laminamaterial, also
das hochwertigste Tabakmaterial, benötigt wird. Die Erfindung hat also erkannt, dass
eine Extrusion nicht nur für die Aufbereitung von Tabak-Nebenprodukten, wie Staub,
Winnowings, Cutter-Knockouts, Stem Fibres, Scraps, Short Stems, sondern auch als attraktive
und kompakte Lösung für eine Lamina-Tabakvorbereitung geeignet ist, insbesondere für
einen kompletten Ersatz einer herkömmlichen Tabakvorbereitung. Mit der vorliegenden
Erfindung wird also die Erkenntnis umgesetzt, dass eine solche Extrusion gleichwertig
zu einer klassischen Tabakvorbereitung in Linien anzusehen ist, wobei ein großer Vorteil
darin besteht, dass Platz und Energie gespart werden und damit eine umweltfreundliche
Betriebsweise mit erhöhter Prozessflexibilität bereitgestellt werden kann. Insbesondere
kann die Erfindung eine integrierte Produktionsweise verwirklichen, ohne das Tabak-Nebenprodukte
anfallen und mit garantiert hohen Materialausbeuten. Die praktizierte Linienspezialisierung
(Virginia, Burley, Orient, Rippen) kann aber grundsätzlich beibehalten werden.
[0012] Was die Kompaktheit des erfindungsgemäßen Verfahrens und seiner apparativen Umsetzung
betrifft, so ergibt sich diese speziell aus der Verarbeitung eines komprimierten Produkts
im Extruder, weil dadurch mehr Produkt in geringerer Zeit und auf einem geringeren
Stellraum verarbeitet werden kann. Als kennzeichnende Größe für die Auslegung von
Produktionsstätten und Behandlungsapparaten sind die Schüttdichte der Tabakmischung
sowie die jährliche Sollkapazität anzusehen. Die Durchsatzleistung und damit die jährliche
Kapazität ist eine festgelegte Größe, wohingegen die Schüttdichte, die in der Regel
im Bereich von ca. 200 kg/m
3 liegt, erfindungsgemäß beeinflusst werden kann. Weil es der Erfindung gelingt, durch
die Extrusionsverarbeitung die Tabakverarbeitungsprozesse in einer "verdichteten Tabakphase"
(bei ca. 800 kg/m
3) laufen zu lassen, wird das Bearbeitungsvolumen auf ein Viertel reduziert. Weil in
einem Extruder auch weitere Prozessschritte am verdichteten Tabakvolumen quasi gleichzeitig
verrichtet werden können (z.B. Konditionierung), entstehen auch zeitliche Vorteile.
[0013] Es kann also erfindungsgemäß das Tabaklaminamaterial oder ein Tabakmaterial, das
ein solches Tabaklaminamaterial umfasst, kompakter und schneller verarbeitet werden,
und die wirtschaftliche Bedeutung dieser erfindungsgemäßen Erkenntnis ist beträchtlich,
da riesige Anlagen zum Konditionieren, Dreschen, Trocknen usw. überflüssig werden
können.
[0014] Das Tabakmaterial, das dem erfindungsgemäßen Verfahren als Eingangsmaterial zugeführt
wird, kann ein Tabaklaminamaterial und ein Tabakrippenmaterial umfassen, insbesondere
ein Gemisch aus einem Tabaklaminamaterial und einem Tabakrippenmaterial, speziell
im Wesentlichen auch ganze Tabakblätter. Hier zeigt sich einer der größten Vorteile
der vorliegenden Erfindung, insbesondere bei der Gemischverarbeitung. Dem Verfahren
kann nämlich entweder gereifter (curing) Rohtabak direkt nach der Ernte als Ganzblatt
oder nach dem Dreschen in einer "Green Leaf Threshing Plant" (GLT), getrennt als Lamina
(Strips) und Rippe zugeführt werden. Orienttabake finden grundsätzlich den Weg als
Ganzblatt in die Tabakindustrie. Die Vorteile der möglichen Zuführung von Mischungen
aus Lamina (Tabakblatt) und Rippen liegen klar auf der Hand und betreffen die Zusammenführung
von separaten Prozessschritten. Wenn Ganzblatt verwendet wird, ergibt sich ein hohes
Einsparungspotential, weil sich das Dreschen, also das Trennen von Rippe und Blatt,
praktisch erübrigt.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst mehrere Extrusionsprozesse, von denen mindestens
einer als Eingangsmaterial bzw. aufzubereitendes Material ein Tabaklaminamaterial
verwendet, wobei die durch die jeweiligen Extrusionsprozesse erzeugten Extrusionsprodukte
zusammen bzw. im Gemisch ein Tabakvorbereitungsprodukt bilden. Der Vorteil einer solchen
Anordnung liegt darin, dass die verschiedenen Tabakmaterialien auch in üblicher Weise
unterschiedlich aufbereitet werden können.
[0016] Einer der Extrusionsprozesse kann Tabakrippenmaterial aufbereiten, während mehrere
Extrusionsprozesse des Tabakvorbereitungsverfahrens als Eingangsmaterial bzw. aufzubereitendes
Material ein Tabaklaminamaterial verwenden können, insbesondere zwei oder drei Prozesse,
wobei:
- bei zwei Prozessen insbesondere Burley-Tabaklaminamaterial einerseits und ein Gemisch
von Virginia- und Orient-Tabaklaminamaterial andererseits getrennt aufbereitet werden,
und
- bei drei Prozessen insbesondere Burley-Tabaklaminamaterial, Virginia-Tabaklaminamaterial
und Orient-Tabaklaminamaterial getrennt aufbereitet werden.
[0017] Die aufgezeigten Extrusionsprozesse finden parallel zueinander statt (zeitlich und
räumlich), und es besteht die Möglichkeit, dass ein, zwei, drei- oder mehr Extrusionsprozesse
für Tabaklaminamaterial mit einem Extrusionsprozess für Tabakrippenmaterial gekoppelt
werden, wobei das Tabakvorbereitungsprodukt sich aus den Produkten dieser Extrusionsprozesse
ergibt.
[0018] Ein offenbartes Tabakvorbereitungsaggregat weist mindestens die folgenden Komponenten
auf: einen Dosierförderer und einen Extruder, der eine Verdichtung eines Tabakmaterials
mit Druck- und Temperaturerhöhung sowie eine mechanische Bearbeitung und schlagartige
Entspannungstrocknung des Materials am Extruderauslass vornimmt. Die Komponenten sind
insgesamt als modular abgrenzbare Einheit zur Verarbeitung eines Tabakmaterials ausgebildet,
welches ein Tabaklaminamaterial umfasst. Mit anderen Worten stellt das Tabakvorbereitungsaggregat
einerseits in seiner kleinstnotwendigen Form, andererseits aber auch mit optionalen
Zusatzkomponenten ein Modul, also eine separate, in sich geschlossene Einheit dar,
welche einen flexiblen Einsatz und eine flexible Handhabung, auch räumliche Versetzung
gestattet. Durch diese modulare Ausgestaltung entstehen kompakte und überall einsetzbare,
insbesondere auch verschiffbare Tabakvorbereitungsaggregate.
[0019] In einer erweiterten Ausführungsform, aber noch immer in Modul-Zusammenstellung (in
zusammengehörigen einzelnen Einheiten, die immer in gleicher oder ähnlicher Weise
kombiniert werden können und so eine räumliche Einheit bilden) umfasst das Tabakvorbereitungsaggregat
noch mindestens eine der folgenden Komponenten:
- einen dem Dosierförderer vorgeschalteten Tabakmaterialspeicher (1); und
- eine dem Extruder nachgeschaltete Kühlvorrichtung (4) für das extrudierte Tabakvorbereitungsprodukt.
[0020] Natürlich kann das Tabakvorbereitungsaggregat so ausgestaltet sein, dass es zur Durchführung
eines Tabakvorbereitungsverfahrens geeignet ist, wie es oben in verschiedenen Ausführungsformen
beschrieben worden ist. Insbesondere werden dazu die entsprechenden Aggregatsteile
bzw. Vorrichtungsteile bereitgestellt, die zum Ausführen der Verfahrensschritte notwendig
sind.
[0021] Im gleichen Sinne ist eine Anordnung von mehreren Tabakvorbereitungsaggregaten zur
Durchführung eines der Verfahren geeignet auszugestalten, wie sie oben im Hinblick
"auf mehrere Extrusionsprozesse" erläutert wurden. Dabei ist es möglich, für jeden
Extrusionsprozess ein Aggregat vorzusehen und die Tabakvorbereitungsprodukte der Aggregate
zur Weiterverarbeitung im Rauchartikelherstellungsprozess zu sammeln, insbesondere
auf einem Förderer zu sammeln (Bandförderer, Rinnenförderer etc.).
[0022] Für jedes Aggregat kann ein Tabakmaterialspeicher mit jeweils einem anderen Eingangsmaterial
oder einer anderen Eingangsmaterialkombination vorgesehen sein, wobei das Eingangsmaterial
oder die Eingangsmaterialkombination insbesondere eines oder eine Kombination der
folgenden Materialien umfasst:
- Burley-Tabaklaminamaterial;
- Virginia-Tabaklaminamaterial;
- Orient-Tabaklaminamaterial;
- Tabakrippenmaterial.
[0023] Das genannte Aggregat oder die Aggregate einer Aggregatsanordnung sind gemäß vorteilhaften
Ausführungsformen durch mindestens eines der folgenden Merkmale gekennzeichnet:
- mindestens einer der Tabakmaterialspeicher ist ein Silo, speziell ein hochgestellter
Silo, aus dem das Tabakmaterial nach unten durch Schwerkrafteinwirkung abgegeben wird;
- der Dosierförderer ist ein Schneckenförderer;
- der Extruder ist ein Schneckenextruder mit verstellbarem Scherspaltauslass;
- die Kühlvorrichtung ist ein Förderbandkühler;
- das Tabakvorbereitungsprodukt wird durch ein Förderband vom jeweiligen Aggregat abtransportiert,
und gegebenenfalls werden die Produkte mehrerer Aggregate auf einem Förderband gesammelt.
[0024] Ferner ist eine Rauchartikel- bzw. Zigarettenherstellungsvorrichtung mit einem Aggregat
oder einer Aggregatsanordnung offenbart, wie sie oben in verschiedenen Ausführungsformen
beschrieben worden sind. Das Aggregat oder die Aggregatsanordnung ist dabei als Tabakvorbereitungsmodul
(Primary-Modul) einem Zigarettenmaker (Secondary-Einheit oder Zigarettenherstellungsmaschine)
vorgeschaltet, insbesondere unmittelbar an einer Schnittstelle vorgesetzt. Hier wird
die universelle und optimale Einsetzbarkeit bzw. Handhabbarkeit der modularen Tabakvorbereitung
mit all ihren Vorteilen ersichtlich. Die modulare Tabakvorbereitung kann wegen ihres
geringen Platzbedarfs und ihres hohen Durchsatzes und insbesondere auch wegen der
breiten Einstellungsmöglichkeiten was die Qualität und Quantität des Endproduktes
betrifft (Konditionierung im Extruder) überallhin verschifft und anstelle der bisher
notwendigen großflächigen Tabakvorbereitungsanlagen eingesetzt werden. Insbesondere
kann sie z.B. schon in Tabak-Herstellungsländer verschifft werden, wo man - aus den
oben angegebenen Gründen - auch noch die Drescheinrichtung einsparen kann, so dass
erheblich schneller, günstiger und platzsparender produziert werden kann.
[0025] In ihrer Grundkonzeption und in ihren verschiedenen Ausführungsformen setzt die Tabakvorbereitung
also die folgenden Merkmale um:
Prozessschritte herkömmlicher Tabakvorbereitungen werden kombiniert oder ganz eliminiert,
und zusätzlich wird durch eine "verdichtete Arbeitsweise" umschlossenes Gebäudevolumen
(Gebäudefläche) eingespart. Das Feuchteprofil kann beim Durchlauf zwischen Anlieferungsfeuchte
und Verarbeitungsfeuchte auf maximal 25% einmalig variiert werden, was natürlich den
Energieverbrauch und den Anfall von Brüden und Abgasen beträchtlich reduziert. Darüber
hinaus entfallen bestehende Einschränkungen bezüglich der Wahl der Ausgangsmaterialien;
es kann sogar Ganzblatt verwendet werden. Prozessschritte, die eingespart bzw. ersetzt
werden können, sind im Wesentlichen mindestens einige der folgenden:
- Entrippungsprozess in der "Green Leaf Threshing Plant", weil eine Ganzblattverarbeitung
grundsätzlich möglich ist;
- typische Konditionier- und Schneiderlinien;
- Burley-Prozess-Toasten (Doppeltrocknung);
- Tabaktrocknung durch Kontakt an warmen (heißen) Oberflächen in Trommeln bzw. durch
Konvektion in Luftstromtrocknern, Wirbelschichttrocknern oder durch kapazitive Trocknung
in Schneckenförderelementen wie Extrudern; und
- Apparate zur Flavourisierung.
[0026] Die Infrastruktur der Zigarettenfabrik wird im Wesentlichen kapazitätsmäßig von Anlagen
entlastet, die der Emissionsgesetzgebung unterliegen, wie z.B. Entstaubungsanlagen,
Brüdenaufbereitungsanlagen und Abwasseraufbereitungsanlagen.
[0027] Die Erfindung wird im Weiteren mit Bezug auf die beiliegenden Figuren näher erläutert.
Sie kann die hierin beschriebenen Merkmale einzeln sowie in jedweder Kombination umfassen
und als Verfahren den entsprechenden zuordnungsfähigen Merkmalen verstanden werden.
In den beiliegenden Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Extrusions-Tabakvorbereitungsmoduls;
- Figur 2
- Varianten einer Aggregatsanordnung in Tabellenform;
- Figur 3
- mehrere Tabakvorbereitungsaggregate für unterschiedliche Tabakmaterialien, zusammengeschaltet
zu einem Produktionsmodul;
- Figur 4
- die Zusammenschaltung eines Tabakvorbereitungsmoduls mit einem Zigarettenmaker, zu
einer Zigarettenherstellungsanlage bzw. Zigarettenfabrik in schematischer Darstellung;
und
- Figur 5
- die herkömmliche Tabakvorbereitung für verschiedene Tabakmaterialien als Ablaufdiagramm,
auf das einleitend bei der Erörterung des Stand des Technik Bezug genommen wurde.
[0028] Bei der Ausführungsform, die in der Figur 1 dargestellt worden ist, weist eine Bearbeitungseinheit,
d.h. ein Extrusionsmodul die folgenden Komponenten auf: einem Mischsilo 1, in dem
Tabakmaterial als Batch zusammengestellt und dabei ein Rezept formuliert wird; eine
Dosierschnecke 2, die eine Volumendosierung bzw. Massendosierung vornimmt und das
Tabakmaterial aus dem Silo 1 abtransportiert; einen Extruder 3, zu dem das dosierte
Tabakmaterial geliefert wird und in dem die folgenden Schritte ausgeführt werden:
- Konditionierung mit Wasser/Dampf ggfs. zusätzlich Casing;
- Verdichtung, Mischen, Erhitzen, Verweilen, Geschmacksbildung, Aromatisierung;
- Formgebung von in der Länge geschnittenen Tabakfasern zu einem Tabakhaufwerk unter
Entspannungstrocknung bei gleichzeitiger Wiederherstellung der natürlichen Füllfähigkeit
durch Expansion auf Umgebungsdruck.
[0029] Schließlich weist das gesamte Modul noch die Kühleinheit 4 auf, die der Fixierung
der Struktur und der Extraktion von anhaftendem Dampf dient. Was den Mischsilo 1 betrifft,
so kann das Beschicken dieses Silos mit ganzen Packstücken entweder mit Hilfe eines
Slicers oder eines Brechers vor Eintritt in das Mischbehältnis durchgeführt werden.
Ferner kann das so vorgebrochene Schüttgut dann mit einem Silo-Mischwerk homogenisiert
und weiter verarbeitet werden.
[0030] Zu dem Extruder ist anzumerken, dass er eine beheizbare Druckkammer aufweisen kann,
die einen Tabakmaterial-Einlass auf der Niederdruckseite und einen Tabakmaterial-Auslass
auf der Druckseite sowie eine Förderrichtung (Stopfschnecke zum Fördern des Tabakmaterials
vom Einlass zum Auslass) aufweisen kann. Der Tabakmaterial-Auslass weist einen Strömungskanalquerschnitt
(definiert durch Spalt+Profilierung) für den Durchgang des Tabakmaterials unter Entspannung
auf, und der Strömungskanalquerschnitt hat vorzugsweise gegeneinander bewegbare Spaltwände,
die Aufrauhungen oder Profilierungen aufweisen können. Die Spaltwände können ferner
voneinander weg und aufeinander zu bewegbar, zum geschlossenen Zustand des Spalts
hin vorgespannt und im festen oder fest einstellbaren Abstand gegeneinander beweglich
sein (0,01 mm bis 2mm). Die Aufrauungen können Rillen oder Kreuzprofilierungen sein,
und der Spalt kann einen Ringspalt, Zylinderspalt oder ein Kegelspalt sein, dessen
Spaltwände insbesondere gegeneinander kontinuierlich oder intermittierend hin- und
herbewegbar sind. Die Extruderschnecke kann zum Bereich des Auslasses hin das Kammervolumen
mindernde Maßnahmen aufweisen, insbesondere degressive Schneckensteigungen oder progressive
Extruderwellen, und es besteht die Möglichkeit in der Druckkammer mechanische Vorzerkleinerungsmittel
bzw. Vorzerfaserungsmittel anzuordnen. An der Druckkammer können Einlässe für Konditionierungs-
oder Casingmittel bzw. Dampf vorhanden sein.
[0031] Die beiliegende Figur 2 zeigt Varianten in Tabellenform zusammen mit der Anzahl der
notwendigen Extruder (Extruderzellen bzw. Extrudermodule). Wenn Ganzblatt ohne Tabakspezialisierung
verwendet wird, ist minimal nur ein Extruder notwendig. Dann wird, wie in Figur 1
gezeigt, das Mischungsrezept in einem Silo des Extrusionsmoduls realisiert, und es
wird beispielsweise nicht nach Virginia, Burley, Orient und Rippen prozesstechnisch
unterschieden. Im Falle der Verwendung von Ganzblatt entspricht der Anteil des Gerüstbildners
Cellulose dem natürlichen Gehalt im Blatt und wird deshalb als besonders vorteilhaft
bezüglich der Produkteigenschaften eingeschätzt.
[0032] Es sind Ausführungsformen beansprucht, bei denen eine getrennte Extruder-Behandlung
unterschiedlicher Tabakmaterialien bzw. Lamina-Sorten stattfindet, und in der zweiten
Zeile zeigt die Figur 1 eine Variante, in der gedroschener Tabak verwendet also Rippe
und Lamina getrennt behandelt werden. Hierzu sind minimal zwei Extruder notwendig,
und es können unterschiedliche Schnittbreiten für Rippe und Lamina eingestellt bzw.
unterschiedliche Casingvariationen gewählt werden.
[0033] Wenn gemäß der dritten und vierten Variante in Figur 2 die klassische Spezialisierung
der Linien beibehalten werden soll, werden drei bis vier Extrusionsmodule benötigt,
nämlich für Burley, Virginia, Orient und Rippe. Der Vorteil dieser Verfahrensweise
ist, dass eine Spezialisierung durch unterschiedliche Prozessparameter und Casing-Applikationen
sowie andere Parameter vorgesehen werden kann (Burley-Extruder-Toasting, etc.) Wenn
Rippe und Burley getrennt aufbereitet werden, Virginia und Orient aber zusammen, sind
minimal drei Extruder notwendig, wenn Rippe, Burley, Virginia und Orient getrennt
aufbereitet werden, braucht man mindestens vier Extruder und die Erfindung wird zu
einer Abbildung einer Standardtabak-Aufbereitung, jedoch mit Extrudermodulen und der
zugehörigen Platzersparnis und allen anderen Vorteilen, die schon beschrieben wurden.
[0034] Es sind natürlich Kombinationen möglich, wie beispielsweise die getrennte Verarbeitung
nach Rippe und Blatt, wobei Burley, Virginia und Orient gemeinsam in einem Extrusionsmodul
prozessiert werden.
[0035] Eine der vorgenannten Versionen ist in der Figur 3 dargestellt, wobei ein Rippenbearbeitungsmodul
10, ein Virginia/Burley-Bearbeitungsmodul 20 und ein Orient-Modul 30 jeweils eine
Extrusions-Tabakvorbereitung durchführen und das extrudierte Produkt dann jeweils
über die Förderer 15, 25 und 35 zu einem gemeinsamen Förderer 50 liefern, der dann
die Schnittstelle zur weiteren Zigarettenherstellung bzw. zum Zigarettenmaker bildet.
[0036] Die Figur 4 zeigt im Ganzen eine Zigarettenherstellungsvorrichtung bzw. eine "kleine
Zigarettenfabrik" mit einem Extrusionsmodul 40 (Silo 1, Dosierschnecke 2, Extruder
3, Förderer 55, Trockner 4), welches unmittelbar einem Zigarettenmaker 60 vorgeschaltet
ist. Dabei gehört das Tabakvorbereitungsmodul 40 also zu einer (oder einer kleinen
Gruppe von) Zigarettenmaschine(n) in quasi einer 1:1-Beziehung. Mit der Einführung
einer solchen Konzeption bzw. der modularen Tabakvorbereitung wird es möglich, unabhängige
Fabrikationsmodule für Tabakvorbereitung und Zigarettenherstellung zu schaffen, und
eine zukünftige Fabrik könnte aus ganzzahligen Vielfachen solcher Minifabriken bestehen,
wie sie in der Figur 4 dargestellt sind. Mit diesem Konzept wird eine weitgehende
Flexibilisierung der Zigarettenherstellung bzw. der Rauchartikelherstellung erreicht.
[0037] Eine Leistungsanpassung hinsichtlich des Tabak-Durchsatzes an den Zigarettenmaschinenbedarf
(Maker-Bedarf) kann entweder mit dem Dosierförderer des Extruders selbst (kleiner
Stellbereich durch Drehzahlvariationen) oder mit der Anzahl der Extruder pro Silo
(großer Stellbereich durch Vervielfachung der Grundeinheit) durchgeführt werden. Auch
die Aromatisierung kann hiermit einbezogen werden, beispielsweise als bewährte Online-Aromatisierung
während der Zigarettenherstellung. Sie kann aber auch vorab in einer Flavourtrommel
zusammen mit einem Mischen des Materials geführt werden, bevor es an den Tabaksilo
weitergegeben wird.
[0038] Eine Extrusionszelle, die in den Figuren 3 und 4 beispielsweise mit 20, 30 bzw. 40
aufgezeigt wurde, kann einen Stellplatz von 15 x 15m bei einer Leistungsfähigkeit
von bis zu 1000kg/h benötigen. Zusammenfassend ist festzustellen, dass eine Ressourcen
schonende Tabakaufbereitung bereitgestellt und (Energie, Brüdenanfall etc.), und zwar
ohne Vorbehandlung des Tabakmaterials mit einer nahezu 100%-igen Rohstoffausbeute
in einem kompakten Extrusionsmodul.
[0039] Bei einem Verfahrensbeispiel für die Tabakaufbereitung werden verschiedene Virginia-Grades
in Form von Strips bereitgestellt und in einem Silo 1 mit schneidenden Mischorganen
für faserförmige Pflanzenmaterialien ohne Feuchtung entsprechend eines Rezeptes gemischt.
Die Batchgröße wird dabei auf 4000 kg festgelegt. Während des Mischens wird zusätzlich
eine Zerkleinerung des bruchempfindlichen Blattmaterials bewusst in Kauf genommen.
Der dabei entstehende Staub dient zur Stabilisierung des Prozessablaufes. Es kann
durchaus vorteilhaft sein, noch Tabakstaub oder andere Tabakkleinmaterialien aus weiteren
Quellen zum Rezeptbestandteil zu machen.
[0040] Das so vorbereitete Batch wird mit Hilfe einer Dosierschnecke 2 dem Extruder 3 zugeführt
und dort wie bereits beschrieben, zu einem faserförmigen Tabakprodukt ausgeformt.
[0041] Die Ausbeute beträgt dabei nahezu 100%. Durch die schlagartige Expansion entstehen
ansprechende Füllfähigkeiten von z.B. 5,1 ml/g und das Produkt ist visuell vom klassischen
Produkt nicht unterscheidbar. Der Staub bzw. andere Tabakkleinteile werden während
des Verdichtungs- und Extrusionsprozesses an das entstehende faserige Tabakmaterial
gebunden, was zu der hohen Materialausbeute führt. Die gefertigten Zigaretten sind
qualitativ hochwertig und liegen ohne weiteres im Bereich der Qualität der klassischen
Tabakaufbereitung. Darüber hinaus sind sie visuell nicht von Zigaretten zu unterscheiden,
bei denen eine klassische Tabakaufbereitung verwendet worden ist. Die Härte der Zigaretten
wird bei der erfindungsgemäßen Tabakvorbereitung sogar verbessert, nämlich verringert.
[0042] Die vorliegende Erfindung ermöglicht also die Erzeugung eines einwandfreien Rauchproduktes
mit allen genannten Vorteilen hinsichtlich der Handhabbarkeit der Tabakvorbereitung,
ihrer Produktivität, sowie der Ersparnis an Stellplatz, Energie- und Anlagenaufwand.
1. Tabakvorbereitungsverfahren bei dem ein Tabakmaterial durch mindestens einen Extrusionsprozess
aufbereitet wird, welcher eine Verdichtung mit Druck- und Temperaturerhöhung sowie
eine mechanische Bearbeitung und schlagartige Entspannungstrocknung des Materials
an einem Extruderauslass umfasst, wobei das Tabakmaterial ein Tabaklaminamaterial
umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Tabakvorbereitungsverfahren mehrere Extrusionsprozesse für verschiedene Tabakmaterialien
umfasst, von denen mindestens einer als Eingangsmaterial bzw. aufzubereitendes Material
ein Tabaklaminamaterial verwendet, wobei die durch die jeweiligen Extrusionsprozesse
erzeugten Extrusionsprodukte zusammen bzw. im Gemisch ein Tabakvorbereitungsprodukt
bilden, wobei die Extrusionsprozesse parallel stattfinden.
2. Tabakvorbereitungsverfahren nach Anspruch 1, bei dem das Tabakmaterial ein Tabaklaminamaterial
und ein Tabakrippenmaterial umfasst, insbesondere ein Gemisch aus einem Tabaklaminamaterial
und einem Tabakrippenmaterial umfasst, speziell im Wesentlichen ganze Tabakblätter
umfasst.
3. Tabakvorbereitungsverfahren nach Anspruch 1, bei dem einer der Extrusionsprozesse
ein Tabakrippenmaterial aufbereitet.
4. Tabakvorbereitungsverfahren nach Anspruch 1, bei dem mehrere seiner Extrusionsprozesse
als Eingangsmaterial bzw. aufzubereitendes Material ein Tabaklaminamaterial verwenden,
insbesondere zwei oder drei Prozesse, wobei:
- bei zwei Prozessen insbesondere Burley-Tabaklaminamaterial einerseits und ein Gemisch
von Virginia- und Orient-Tabaklaminamaterial andererseits getrennt aufbereitet werden,
und
- bei drei Prozessen insbesondere Burley-Tabaklaminamaterial, Virginia-Tabaklaminamaterial
und Orient-Tabaklaminamaterial getrennt aufbereitet werden.
5. Tabakvorbereitungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem ein, zwei, drei
oder mehr Extrusionsprozesse für Tabaklaminamaterial mit einem Extrusionsprozess für
Tabakrippenmaterial gekoppelt werden und das Tabakvorbereitungsprodukt sich aus den
Produkten dieser Extrusionsprozesse ergibt.
1. Tobacco preparation method in which a tobacco material is treated by at least one
extrusion process, which process comprises compacting with an increase in pressure
and temperature and also mechanical processing and abrupt flash drying of the material
at an extruder outlet, wherein the tobacco material comprises a tobacco lamina material,
characterised in that the tobacco preparation method comprises a plurality of extrusion processes for different
tobacco materials, at least one of which uses a tobacco lamina material as the starting
material or material to be treated, wherein the extrusion products produced by the
respective extrusion processes form, together or in mixture, a tobacco preparation
product, wherein the extrusion processes take place in parallel.
2. Tobacco preparation method according to claim 1, in which the tobacco material comprises
a tobacco lamina material and a tobacco stem material, in particular comprises a mixture
of a tobacco lamina material and tobacco stem material, especially substantially whole
tobacco leaves.
3. Tobacco preparation method according to claim 1, in which one of the extrusion processes
treats a tobacco stem material.
4. Tobacco preparation method according to claim 1, in which a plurality of its extrusion
processes use a tobacco lamina material as the starting material or material to be
treated, in particular two or three processes, wherein:
- in two processes, in particular Burley tobacco lamina material on the one hand and
a mixture of Virginia and Oriental tobacco lamina material on the other are treated
separately, and
- in three processes, in particular Burley tobacco lamina material, Virginia tobacco
lamina material and Oriental tobacco lamina material are treated separately.
5. Tobacco preparation method according to one of claims 1 to 4, in which one, two, three
or more extrusion processes for tobacco lamina material are coupled with an extrusion
process for tobacco stem material and the tobacco preparation product is produced
from the products of these extrusion processes.
1. Procédé de préparation de tabac dans lequel un matériau à base de tabac est préparé
à l'aide d'au moins un processus d'extrusion, qui comprend une compression avec une
augmentation de la pression et de la température ainsi qu'un traitement mécanique
et un séchage de détente brusque du matériau au niveau d'une sortie de l'extrudeuse,
le matériau à base de tabac comprenant un matériau à base de tabac laminé, caractérisé en ce que le procédé de préparation de tabac comprend plusieurs processus d'extrusion pour
différents matériaux à base de tabac, dont au moins un matériau de départ ou un matériau
à traiter utilise un matériau à base de tabac laminé, les produits d'extrusion générés
par les différents processus d'extrusion constituant ensemble ou en mélange un produit
de préparation de tabac, les processus d'extrusion ayant lieu en parallèle.
2. Procédé de préparation de tabac selon la revendication 1, dans lequel le matériau
à base de tabac comprend un matériau à base de tabac laminé et un matériau à base
de côtes de tabac, plus particulièrement un mélange constitué d'un matériau à base
de tabac laminé et d'un matériau à base de côtes de tabac, plus spécifiquement il
comprend des feuilles de tabac essentiellement entières.
3. Procédé de préparation de tabac selon la revendication 1, dans lequel un des processus
d'extrusion prépare un matériau à base de côtes de tabac.
4. Procédé de préparation de tabac selon la revendication 1, dans lequel plusieurs de
ses processus d'extrusion utilisent, en tant que matériau de départ ou que matériau
à traiter, un matériau à base de tabac laminé, plus particulièrement deux ou trois
processus :
- pour deux processus, plus particulièrement un matériau à base de tabac laminé Burley
d'une part et un mélange de matériau à base de tabac laminé Virginia et Orient d'autre
part, étant préparés séparément et
- pour trois processus, plus particulièrement un matériau à base de tabac laminé Burley,
un matériau à base de tabac laminé Virginia et un matériau à base de tabac laminé
Orient sont préparés séparemment.
5. Procédé de préparation de tabac selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel
un, deux, trois processus d'extrusion ou plus pour le matériau à base de tabac laminé
sont couplés avec un processus d'extrusion pour un matériau à base de côtes de tabac
et le produit de préparation de tabac est constitué des produits de ces processus
d'extrusion.