[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Sitzeinrichtung mit einem Sitz, mit einem Rückenträger
und mit einem Träger für den Rückenträger und/oder den Sitz, wobei der Rückenträger
und/oder der Sitz am Träger schwenkbar angeordnet ist, sodass eine Schwenkbewegung
des Rückenträgers und/oder des Sitzes um eine Drehachse ausführbar ist, und wobei
die Sitzeinrichtung mindestens ein Elastomer-Torsionsfederelement zur Übertragung
einer Kraft zwischen dem Rückenträger und dem Träger und/oder zur Übertragung einer
Kraft zwischen dem Sitz und dem Träger umfasst.
[0002] Es sind beispielsweise Elastomer-Torsionsfederelemente bekannt, welche ein Innengehäuse,
ein das Innengehäuse umgebendes Aussengehäuse und einen in einem Zwischenraum zwischen
dem Innengehäuse und dem Aussengehäuse angeordneten Elastomer-Körper umfassen. Dabei
weist das Innengehäuse in der Regel mindestens eine Kontaktfläche auf, an welcher
der Elastomer-Körper mit dem Innengehäuse in Kontakt ist, während das Aussengehäuse
mindestens eine Kontaktfläche aufweist, an welcher der Elastomer-Körper mit dem Aussengehäuse
in Kontakt ist. Weiterhin ist das Innengehäuse und/oder das Aussengehäuse des jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelements um eine Drehachse drehbar angeordnet und eine Drehung
des Innengehäuses und/oder des Aussengehäuses um einen Drehwinkel um die Drehachse
derart ausführbar, dass bei der jeweiligen Drehung das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse
bewegt und dabei eine Deformation des Elastomer-Körpers erzeugt wird, sodass der Elastomer-Körper
zwischen dem Aussengehäuse und dem Innengehäuse ein Rückstelldrehmoment erzeugt, welches
der Drehung entgegengerichtet ist.
[0003] Ein derartiges Elastomer-Torsionsfederelement wird beispielsweise in Vorrichtungen
zur Kraftübertragung zwischen relativ zueinander bewegbaren Körpern verwendet, um
bei einer Bewegung eines ersten Körpers relativ zu einem zweiten Körper eine Rückstellkraft
zu erzeugen, welche der jeweiligen Bewegung entgegenwirkt. Die jeweilige Vorrichtung
zur Kraftübertragung bewirkt beispielsweise, dass - falls eine erste Kraft auf den
ersten Körper wirkt und demzufolge den ersten Körper relativ zum zweiten Körper bewegt
- die Vorrichtung zur Kraftübertragung eine Rückstellkraft erzeugt, welche der ersten
Kraft entgegenwirkt, sodass der erste Körper eine Gleichgewichtslage relativ zum zweiten
Körper annehmen kann, wobei in der Gleichgewichtslage die erste Kraft durch die jeweilige
Rückstellkraft kompensiert ist.
[0004] Eine derartige Vorrichtung zur Kraftübertragung zwischen einem ersten Körper und
einem zweiten, relativ zum ersten Körper bewegbaren Körper kann mit mindestens einem
Elastomer-Torsionsfederelement der vorstehend genannten Art und mit einem ersten Kopplungsmittel
zum Koppeln des ersten Körpers an das Aussengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
und einem zweiten Kopplungsmittel zum Koppeln des zweiten Körpers an das Innengehäuse
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements realisiert werden. Zu diesem Zweck
können das erste Kopplungsmittel und das zweite Kopplungsmittel beispielsweise derart
ausgebildet sein, dass der erste Körper derart an das Aussengehäuse des jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelements koppelbar ist und der zweite Körper derart an das
Innengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements koppelbar ist, dass bei
einer Bewegung des ersten Körpers relativ zum zweiten Körper eine Drehung des Innengehäuses
und/oder des Aussengehäuses um einen Drehwinkel um die Drehachse ausgeführt wird,
bei welcher Drehung das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse bewegt und dabei eine
Deformation des Elastomer-Körpers erzeugt wird. Dabei erzeugt der Elastomer-Körper
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements zwischen dem jeweiligen Aussengehäuse
und dem jeweiligen Innengehäuse ein Rückstelldrehmoment, welches der Drehung des Innengehäuses
bzw. des Aussengehäuses entgegengerichtet ist. Das von dem jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelement
erzeugte Rückstelldrehmoment entspricht dabei einer Rückstellkraft, welche der jeweiligen
Bewegung des ersten Körpers relativ zum zweiten Körper entgegenwirkt.
[0005] Vorrichtungen zur Kraftübertragung gemäss der vorstehend genannten Art werden auf
vielen technischen Gebieten im Bereich des Maschinenbaus angewendet.
[0006] Ein Anwendungsgebiet derartiger Vorrichtungen zur Kraftübertragung sind u.a. Sitzeinrichtungen,
beispielsweise Stühle.
[0007] Sitzeinrichtungen sind häufig nicht starr ausgebildet, sondern umfassen meist eine
ortsfest angeordnete Tragstruktur und einen relativ zu der Tragstruktur schwenkbaren
Rückenteil und/oder einen relativ zu der Tragstruktur schwenkbaren Sitz, um beispielsweise
zu ermöglichen, dass einerseits die räumliche Anordnung des Rückenteils und/oder des
Sitzes an die jeweilige Körperhaltung einer auf der jeweiligen Sitzeinrichtung sitzenden,
ihre Körperhaltung ständig ändernde Person angepasst werden kann, oder um beispielsweise
zu erreichen, dass dieselbe Sitzeinrichtung auf unterschiedliche Bedürfnisse verschiedener
Personen, welche beispielsweise eine unterschiedliche Körpergrösse oder ein unterschiedliches
Gewicht aufweisen oder unterschiedliche Gewohnheiten hinsichtlich ihrer bevorzugten
Körperhaltung haben können, abgestimmt werden kann. In diesem Fall kann eine Vorrichtung
zur Kraftübertragung der vorstehend genannten Art vorteilhaft verwendet werden, um
den Rückenteil über das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement an die Tragstruktur
zu koppeln und damit zu erreichen, dass der Rückenteil bei Einwirkung einer auf den
Rückenteil wirkenden Kraft relativ zu einer vorbestimmten Grundstellung schwenkbar
ist und das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement bei der jeweiligen Schwenkbewegung
des Rückenteils eine auf den Rückenteil wirkende Rückstellkraft bzw. ein auf den Rückenteil
wirkendes Rückstelldrehmoment erzeugt, um den Rückenteil jeweils in einer stabilen
Gleichgewichtslage zu halten. Letzteres verbessert den Sitzkomfort. Entsprechend kann
eine Vorrichtung zur Kraftübertragung der vorstehend genannten Art verwendet werden,
um einen Sitz der Sitzeinrichtung über das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement
an die Tragstruktur zu koppeln.
[0008] Die
EP 1486142 A1 zeigt einen Stuhl mit einer Elastomer-Elastomer-Torsionsfederelement 258 der vorstehend
genannten Art, welches dazu dient, ein Rückstelldrehmoment zu erzeugen, welches einer
Schwenkbewegung eines Sitzträgers um eine Drehachse entgegenwirkt. Das Elastomer-Torsionsfederelement
258 enthält ein Innengehäuse 260 und ein Aussengehäuse 264, wobei in einem Zwischenraum
zwischen dem Innengehäuse 260 und dem Aussengehäuse 264 ein Elastomer-Körper 262 eingebracht
ist. Das Innengehäuse 260 weist auf seiner Aussenseite eine Kontaktfläche auf, an
welcher der Elastomer-Körper 262 mit dem Innengehäuse 260 in Kontakt ist, und das
Aussengehäuse 264 weist auf seiner Innenseite eine Kontaktfläche auf, an welcher der
Elastomer-Körper 262 mit dem Aussengehäuse 264 in Kontakt ist. Dabei ist der Elastomer-Körper
262 mit der jeweiligen Kontaktfläche des Innengehäuses 260 und der jeweiligen Kontaktfläche
des Aussengehäuses 264 fest verbunden, sodass der Elastomer-Körper 262 weder an der
Kontaktfläche des Innengehäuses 260 noch an der Kontaktfläche des Aussengehäuses 264
relativ zu dem Innengehäuse oder zu dem Aussengehäuse verrutschen kann.
[0009] Das Aussengehäuse 264 und das Innengehäuse 260 sind zylindrisch ausgebildet und koaxial
zueinander angeordnet. Das Aussengehäuse 264 ist an einer Tragstruktur des Stuhls
gehalten, während das Innengehäuse 260 drehfest auf einer Welle 250 sitzt, welche
um ihre Längsachse drehbar ist. Ein Sitz 32 des Stuhls ist derart an die Welle 250
gekoppelt, dass, falls der Sitz 32 durch das Gewicht einer Person belastet wird, die
Welle 250 um ihre Längsachse gedreht und der Sitz 32 aus einer vorgegebenen Grundstellung
geschwenkt wird. Infolge der Drehung der Welle 250 wird das Innengehäuse 260 um ihre
Längsrichtung gedreht und dabei relativ zum Aussengehäuse 264 verdreht, mit der Folge,
dass das Elastomer-Torsionsfederelement 258 ein auf die Welle 250 bzw. den Sitz 32
wirkendes Rückstelldrehmoment erzeugt, welches der Drehbewegung der Welle 250 bzw.
der Schwenkbewegung des Sitzes 32 entgegenwirkt und mit wachsendem Drehwinkel grösser
wird. Im Falle des Elastomer-Torsionsfederelements 258 kann die Grösse des minimalen
Drehmoments, welches auf die Welle 250 wirkt, wenn der Sitz 32 aus der genannten Grundstellung
geschwenkt wird (im Folgenden "Mindest-Rückstelldrehmoment" genannt), verändert werden,
beispielsweise abhängig vom Gewicht einer auf dem Stuhl sitzenden Person. Zu diesem
Zweck kann das Aussengehäuse 264 mit Hilfe eines an der Tragstruktur des Stuhls angeordneten
Drehmechanismus um seine Längsachse gedreht werden und somit um die Längsachse der
Welle 250 gedreht werden, wobei das Aussengehäuse 264 relativ zur Tragstruktur des
Stuhls und relativ zum Innengehäuse 260 bzw. zur Welle 250 verdreht wird. Mittels
der Verdrehung der des Aussengehäuses 264 relativ zum Innengehäuse 260 wird das Elastomer-Torsionsfederelement
258 vorgespannt, wobei der Drehwinkel, um den das Aussengehäuse 264 relativ zum Innengehäuse
260 verdreht ist, wenn sich der Sitz 32 in der Grundstellung befindet, die Grösse
des "Mindest-Rückstelldrehmoments" bestimmt.
[0010] Wegen der zylindrischen Form des Aussengehäuses 264 und des Innengehäuses 260 sind
die jeweils an den Elastomer-Körper 262 angrenzenden Kontaktflächen des Aussengehäuses
264 und des Innengehäuses 260 - jeweils in einer zur Welle 250 senkrechten Schnittebene
- jeweils kreisförmig. Bei einer Drehung der Welle 250 um ihre Längsrichtung wird
der Elastomer-Körper 262 derart deformiert, dass es jeweils auf Zug belastet wird.
[0011] Das Elastomer-Torsionsfederelement 258 hat den Nachteil, dass das Rückstelldrehmoment,
welches bei einer Drehung der Welle 250 um einen bestimmten Drehwinkel erzeugt wird,
einen relativ geringen Anstieg als Funktion des jeweiligen Drehwinkels zeigt, insbesondere
dann, wenn das Elastomer-Torsionsfederelement 258 nicht oder nur geringfügig vorgespannt
ist. Daraus resultiert als weiterer Nachteil, dass die Elastomer-Torsionsfederelement
258 sehr stark vorgespannt werden muss, wenn ein grosses Mindest-Rückstelldrehmoment
eingestellt werden soll, um z.B. Personen mit hohem Gewicht einen angemessenen Sitzkomfort
bieten zu können. Weiterhin nimmt das Rückstelldrehmoment als Funktion des Drehwinkels
der Welle 250 stark nichtlinear (progressiv) zu, wenn die Welle 250 beispielsweise
um einen Drehwinkel im Bereich von 0 bis ca. 70° gedreht werden soll. Eine grosse
Nichtlinearität des Rückstelldrehmoments in dem genannten Drehwinkelbereich ist im
Hinblick auf Anwendungen im Zusammenhang mit Sitzeinrichtungen unerwünscht, da derartige
Nichtlinearitäten von einem Benutzer in der Regel als unangenehm empfunden werden.
Somit wird der zur Verfügung stehende Drehwinkelbereich verkleinert, was unkomfortabel
ist. Zudem wird der Elastomer-Körper 262 durch die hohe Vorspannung dauerhaft und
stark belastet, wodurch er schneller ermüdet. Hierdurch hat das Elastomer-Torsionsfederelement
258 eine geringe Lebensdauer und muss häufig ausgetauscht werden. Ein weiterer Nachteil
besteht darin, dass eine Einstellung der jeweiligen Vorspannung des Elastomer-Torsionsfederelements
258 mühsam und zeitaufwendig ist, zumal das Aussengehäuse 264 um einen grossen Winkel
relativ zum Innengehäuse 260 verstellt werden muss, um ein bestimmtes Mindest-Rückstelldrehmoment
einzustellen.
[0012] Aus
GB 2070727 A ist ein weiteres Elastomer-Torsionsfederelement der oben genannten Art bekannt. Dieses
Elastomer-Torsionsfederelement wird in einer Vorrichtung zur Kraftübertragung zwischen
einer Basisplatte und einem relativ zu der Basisplatte bewegbar gelagerten Motor verwendet.
Dieses Elastomer-Torsionsfederelement weist ebenfalls ein Innengehäuse und ein das
Innengehäuse umgebendes Aussengehäuse auf, wobei das Innengehäuse und/oder des Aussengehäuse
um eine Drehachse drehbar angeordnet ist. Die Aussenfläche des Innengehäuses und die
Innenfläche des Aussengehäuses weisen in einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene
einen Querschnitt mit der Form eines Quadrats auf. Zwischen dem Innengehäuse und dem
Aussengehäuse ist ein Zwischenraum ausgebildet. Das Innengehäuse des Elastomer-Torsionsfederelements
ist in einer "Grundstellung" relativ zum Aussengehäuse um 45° um die Drehachse verdreht,
sodass sich in diesem Fall der Zwischenraum im Wesentlichen aus vier Teilbereichen
zusammensetzt, welche im Bereich der vier Ecken des Aussengehäuses ausgebildet sind
und - in einem Querschnitt senkrecht zur Drehachse - die Form eines Dreiecks aufweisen.
In jeden dieser vier Teilbereiche ist jeweils ein Elastomer-Körper (vorzugsweise aus
Gummi) eingesetzt. Der jeweilige Elastomer-Körper hat im undeformierten Zustand die
Form eines Zylinders. Die Elastomerkörper werden vor dem Einbringen in die jeweiligen
Teilbereiche des Zwischenraums jeweils komprimiert und - im komprimierten Zustand
- in den jeweiligen Teilbereich des Zwischenraums derart eingesetzt, dass jeder der
Teilbereiche im Wesentlichen von einem der Elastomer-Körper ausgefüllt ist und jeder
der Elastomer-Körper mit einem gewissen Druck an der Aussenfläche des Innengehäuses
und der Innenfläche des Aussengehäuses anliegt, wobei die Elastomer-Körper weder mit
dem Innengehäuse und noch mit dem Aussengehäuse fest verbunden sind. Die vier Elastomer-Körper
dieses Elastomer-Torsionsfederelements sind jeweils identisch, sodass das Innengehäuse
des Elastomer-Torsionsfederelements von den Elastomerkörpern in der genannten Grundstellung
gehalten wird, sofern auf das Aussengehäuse bzw. das Innengehäuse keine äusseren Kräfte
wirken, welche das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse um die Drehachse drehen
könnten. Wird allerdings das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse um die Drehachse
gedreht, so erzeugen die vier Elastomer-Körper ein Rückstelldrehmoment zwischen dem
Innengehäuse und dem Aussengehäuse, welches der jeweiligen Drehbewegung entgegenwirkt
und mit wachsendem Drehwinkel wächst. Dieses Elastomer-Torsionsfederelement hat verschiedene
Nachteile. Das Innengehäuse kann um die Drehachse maximal um ca. 30° relativ zum Aussengehäuse
verdreht werden, und zwar in beide Drehrichtungen in gleichem Masse. Verdrehungen
um mehr als 30° im Vergleich zur Grundstellung sind nicht praktikabel. Zum einen wächst
das Rückstelldrehmoment dieses Elastomer-Torsionsfederelement bei einer Verdrehung
des Innengehäuses um einen Drehwinkel (relativ zu der genannten Grundstellung bezüglich
des Aussengehäuses) als Funktion des Drehwinkels im Bereich von 0 bis 30° mit einer
grossen Nichtlinearität an. Weiterhin besteht die Gefahr, dass die Elastomer-Körper
bei einer Verdrehung des Innengehäuses um mehr als 30° gegenüber dem Innengehäuse
bzw. dem Aussengehäuse verrutschen. Dabei kann das Innengehäuse in eine instabile
Lage geraten, sodass die Elastomer-Körper nicht mehr in der Lage sind, ein Rückstelldrehmoment
zu erzeugen, welches das Innengehäuse mit Sicherheit wieder in die jeweilige Grundstellung
relativ zum Aussengehäuse bringen kann. Eine derartige Instabilität ist in vielen
Anwendungen unerwünscht und muss gegebenenfalls verhindert werden, beispielsweise
durch Sicherheitsmassnahmen, welche eine weitere Verdrehung des Innengehäuses blockieren,
wenn die Verdrehung des Innengehäuses gegenüber der Grundstellung eine kritische Grenze
von ca. 30° gegenüber der Grundstellung erreicht.
[0013] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile
zu vermeiden und eine Sitzeinrichtung mit einem Elastomer-Torsionsfederelement zu
schaffen, welches eine Verdrehung des Innengehäuses gegenüber dem Aussengehäuse um
mehr als 30° ermöglicht und ein Rückstelldrehmoment erzeugt, welches einen relativ
steilen Anstieg als Funktion des jeweiligen Drehwinkels und in einem möglichst grossen
Drehwinkelbereich einen im Wesentlichen linearen Verlauf als Funktion des Drehwinkels
zeigt.
[0014] Die genannte Aufgabe wird durch eine Sitzeinrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst oder alternativ durch eine Sitzeinrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
2 gelöst.
[0015] Die jeweilige erfindungsgemässe Sitzeinrichtung umfasst einen Sitz, einen Rückenträger,
einen Träger für den Rückenträger und/oder den Sitz, wobei der Rückenträger und/oder
der Sitz am Träger derart schwenkbar angelenkt ist, dass eine Schwenkbewegung des
Rückenträgers und/oder des Sitzes um eine Drehachse (6) ausführbar ist. Die jeweilige
Sitzeinrichtung umfasst weiterhin mindestens ein Elastomer-Torsionsfederelement.
[0016] Das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement umfasst ein Innengehäuse, ein das Innengehäuse
umgebendes Aussengehäuse und einen in einem Zwischenraum zwischen dem Innengehäuse
und dem Aussengehäuse angeordneten Elastomer-Körper. Das Innengehäuse weist mindestens
eine Kontaktfläche auf, an welcher der Elastomer-Körper mit dem Innengehäuse in Kontakt
ist, und das Aussengehäuse weist mindestens eine Kontaktfläche auf, an welcher der
Elastomer-Körper mit dem Aussengehäuse in Kontakt ist, wobei der Elastomer-Körper
mit der Kontaktfläche des Innengehäuses und der Kontaktfläche des Aussengehäuses fest
verbunden ist. Weiterhin ist das Innengehäuse und/oder das Aussengehäuse des jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelements um die Drehachse drehbar angeordnet.
[0017] Gemäss einer ersten Variante ist der Träger mit dem Aussengehäuse des jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelements und der Rückenträger und/oder der Sitz mit dem Innengehäuse
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements derart gekoppelt, dass bei der jeweiligen
Schwenkbewegung des Rückenträgers (44) und/oder des Sitzes (5) eine Drehung des Innengehäuses
um einen Drehwinkel um die Drehachse ausgeführt wird, bei welcher Drehung das Innengehäuses
relativ zum Aussengehäuse bewegt und dabei eine Deformation des Elastomer-Körpers
erzeugt wird, sodass der Elastomer-Körper zwischen dem Aussengehäuse und dem Innengehäuse
ein Rückstelldrehmoment erzeugt, welches der Drehung entgegengerichtet ist.
[0018] In einer zweiten Variante (d.h. in einer Alternative zu der vorstehend genannten
ersten Variante) ist der Träger mit dem Innengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
und der Rückenträger und/oder der Sitz mit dem Aussengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
derart gekoppelt, dass bei der jeweiligen Schwenkbewegung des Rückenträgers (44) und/oder
des Sitzes (5) eine Drehung des Aussengehäuses um einen Drehwinkel um die Drehachse
ausgeführt wird, bei welcher Drehung das Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse bewegt
und dabei eine Deformation des Elastomer-Körpers erzeugt wird, sodass der Elastomer-Körper
zwischen dem Aussengehäuse und dem Innengehäuse ein Rückstelldrehmoment erzeugt, welches
der Drehung entgegengerichtet ist.
[0019] Gemäss der Erfindung sind die jeweiligen Kontaktflächen des Innengehäuses und/oder
des Aussengehäuses derart ausgebildet, dass die Kontaktfläche des Innengehäuses in
einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene einen nicht kreisförmigen Querschnitt
aufweist und/oder die Kontaktfläche des Aussengehäuses in einer zur Drehachse senkrechten
Schnittebene einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweist.
[0020] Der Elastomer-Körper kann beispielsweise aus Gummi gefertigt sein.
[0021] Dieses Elastomer-Torsionsfederelement unterscheidet sich gemäss der Erfindung von
dem oben genannten, aus
EP 1486142 A1 bekannten Elastomer-Torsionsfederelement im Wesentlichen dadurch, dass die Kontaktfläche
des Innengehäuses in einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene und/oder die Kontaktfläche
des Aussengehäuses in einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene nicht kreisförmig
ist, während im Falle des aus
EP 1486142 A1 bekannten Elastomer-Torsionsfederelements die Kontaktfläche des Innengehäuses in
einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene und/oder die Kontaktfläche des Aussengehäuses
jeweils Querschnitte in Form von zwei konzentrischen Kreisen aufweisen. Im Falle des
aus
EP 1486142 A1 bekannten Elastomer-Torsionsfederelements sind die Kontaktflächen des Innengehäuses
und des Aussengehäuses folglich rotationssymmetrisch zur Drehachse des Elastomer-Torsionsfederelements
ausgebildet. Dies hat u.a. zur Folge, dass der Elastomer-Körper dieses Elastomer-Torsionsfederelements
bei einer Drehung des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse ausschliesslich auf
Zug belastet und derart deformiert wird, dass die räumliche Verteilung der mechanischen
Spannung im Elastomer-Körper jeweils rotationssymmetrisch zur Drehachse des Elastomer-Torsionsfederelements
ist. Im Unterschied hierzu ist im Falle des erfindungsgemässen Elastomer-Torsionsfederelements
zumindest eine der Kontaktflächen des Innengehäuses bzw. des Aussengehäuses nicht
rotationssymmetrisch zur Drehachse ausgebildet. Als Resultat dieses Unterschieds werden
die jeweiligen Elastomer-Körper des erfindungsgemässen Elastomer-Torsionsfederelements
und des aus
EP 1486142 A1 bekannten Elastomer-Torsionsfederelements auf unterschiedliche Weise deformiert,
wenn das Innengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements relativ zum Aussengehäuse
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements um die jeweilige Drehachse gedreht
wird. Bedingt durch die Querschnittsform des Innengehäuses bzw. des Innengehäuses
erzeugt das erfindungsgemässe Elastomer-Torsionsfederelement ein Rückstelldrehmoment,
welches grundsätzlich (im Vergleich zu dem aus
EP 1486142 A1 bekannten Elastomer-Torsionsfederelement) einen steileren Anstieg als Funktion des
jeweiligen Drehwinkels aufweist (insbesondere im Bereich kleiner Drehwinkel). Bei
diesem Vergleich ist vorausgesetzt, dass die Elastomer-Körper der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelement
aus demselben Elastomer, beispielsweise Gummi, gefertigt sind. Demnach hat das erfindungsgemässe
Elastomer-Torsionsfederelement den Vorteil, dass das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse
um einen kleineren Drehwinkel um die Drehachse gedreht werden muss, um den Elastomer-Körper
derart vorzuspannen, dass das Elastomer-Torsionsfederelement ein vorgegebenes Mindest-Rückstelldrehmoment
erzeugt. Auf diese Weise bietet das erfindungsgemässe Elastomer-Torsionsfederelement
den Vorteil, dass der Elastomer-Körper in geringerem Masse gedehnt werden muss und
folglich weniger anfällig für Verschleiss- und Ermüdungserscheinungen ist.
[0022] Das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement der erfindungsgemässen Sitzeinrichtung
unterscheidet sich von dem oben genannten, aus
GB 2070727 A bekannten Elastomer-Torsionsfederelement u.a. dadurch, dass der Elastomer-Körper
mit der Kontaktfläche des Innengehäuses und der Kontaktfläche des Aussengehäuses fest
verbunden ist. Daraus resultiert der Vorteil, dass sich der Elastomer-Körper im Bereich
der genannten Kontaktflächen weder gegenüber der Kontaktfläche des Innengehäuses noch
gegenüber der Kontaktfläche des Aussengehäuses verschieben kann, selbst wenn das Innengehäuse
relativ zum Aussengehäuse um die Drehachse gedreht und der Elastomer-Körper dabei
deformiert wird. Dadurch, dass der Elastomer-Körper mit dem Innengehäuse und dem Aussengehäuse
fest verbunden ist, ist es im Falle des erfindungsgemässen Elastomer-Torsionsfederelements
möglich, den Elastomer-Körper derart in den Zwischenraum zwischen dem Innengehäuse
und dem Aussengehäuse einzubringen, dass der Elastomer-Körper (zumindest in einer
bestimmten Stellung des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse) nicht vorgespannt
und insbesondere nicht komprimiert ist. Daraus resultiert - insbesondere im Vergleich
mit dem aus
GB 2070727 A bekannten Elastomer-Torsionsfederelement - dass das Innengehäuse (ausgehend aus einer
bestimmten Grundstellung relativ zu dem Aussengehäuse) über einen Drehwinkelbereich
von mehr als 30°, z.B. um Drehwinkel im Bereich von 0° - 80°, relativ zu dem Aussengehäuse
verdreht werden kann, ohne den Elastomer-Körper zu beschädigen. Weiterhin kann der
Elastomer-Körper derart ausgebildet werden, dass das erfindungsgemässe Elastomer-Torsionsfederelement
bei einer Verdrehung des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse ein Rückstelldrehmoment
erzeugt, welches für Drehwinkel im Bereich von beispielsweise 0° - 80° einen im Wesentlichen
linearen Verlauf als Funktion des Drehwinkels zeigt.
[0023] In einer Weiterentwicklung der vorstehend genannten ersten Variante ist das Aussengehäuse
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements mit dem Träger verbunden und das Innengehäuse
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements ist mit einer um die Drehachse drehbaren
Lagerwelle verbunden, welche drehstarr mit dem Rückenträger und/oder dem Sitz verbunden
ist.
[0024] Alternativ ist - in einer Weiterentwicklung der vorstehend genannten zweiten Variante
- das Innengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements mit dem Träger verbunden
und das Aussengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements ist mit einer
um die Drehachse drehbaren Lagerwelle verbunden, welche drehstarr mit dem Rückenträger
und/oder dem Sitz verbunden ist.
[0025] Eine Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung ist dadurch charakterisiert, dass die Kontaktfläche
des Innengehäuses und die Kontaktfläche des Aussengehäuses derart relativ zueinander
angeordnet sind, dass bei der Drehung des Innengehäuses und/oder des Aussengehäuses
um die Drehachse zumindest in einem vorbestimmten Drehwinkelbereich eine Reduktion
einer Distanz zwischen einem definierten Punkt des Innengehäuses und einem definierten
Punkt des Aussengehäuses hervorrufbar ist. In diesem Fall wird - wegen der erwähnten
Reduktion der Distanz zwischen den jeweiligen Punkten des Innengehäuses und des Aussengehäuses
- der Elastomer-Körper bei einer Drehung des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse
nicht ausschliesslich auf Zug belastet, sondern in bestimmten Bereichen des Elastomer-Körpers
auch auf Druck belastet. Demgemäss wird die jeweilige Deformation des Elastomer-Körpers
durch Überlagerungen von Zug- und Druckspannungen bestimmt. Die Druckbelastung in
bestimmten Bereichen des Elastomer-Körpers kompensiert eine Zugbelastung in anderen
Bereichen des Elastomer-Körpers. Hierdurch wird das gesamte Material des Elastomer-Körpers
nicht-homogen belastet. Diese Ausführungsform ermöglicht es, ein Rückstelldrehmoment
zwischen dem Aussengehäuse und dem Innengehäuse zu erzeugen, welches einen besonders
steilen Anstieg als Funktion des jeweiligen Drehwinkels und in einem besonders grossen
Drehwinkelbereich einen im Wesentlichen linearen Verlauf als Funktion des Drehwinkels
zeigt.
[0026] Eine Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung ist dadurch charakterisiert, dass die Kontaktfläche
des Innengehäuses und die Kontaktfläche des Aussengehäuses in einer zur Drehachse
senkrechten Schnittebene einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweisen und derart
relativ zueinander angeordnet sind, dass mittels der Drehung des Innengehäuses und/oder
des Aussengehäuses um die Drehachse eine Druckbelastung in zumindest einem Bereich
des Elastomer-Körpers hervorrufbar ist. Im Falle dieser Ausführungsform wird der Elastomer-Körper
bei einer Drehung des Innengehäuses und/oder des Aussengehäuses um die Drehachse zumindest
in einem bestimmten Drehwinkelbereich derart deformiert, dass der Elastomer-Körper
in bestimmten Bereichen auf Zug und anderen Bereichen auf Druck belastet wird. Zug
und Druck sind dabei innerhalb des Elastomer-Körpers derart verteilt, dass der Elastomer-Körper
nicht-homogen belastet wird und die jeweiligen Druckspannungen die jeweiligen Zugspannungen
zumindest teilweise kompensieren. Diese Ausführungsform ermöglicht es, ein Rückstelldrehmoment
zwischen dem Aussengehäuse und dem Innengehäuse zu erzeugen, welches einen besonders
steilen Anstieg als Funktion des jeweiligen Drehwinkels und in einem besonders grossen
Drehwinkelbereich einen im Wesentlichen linearen Verlauf als Funktion des Drehwinkels
zeigt.
[0027] Bei einer Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung sind die Kontaktfläche des Innengehäuses und die
Kontaktfläche des Aussengehäuses derart ausgebildet, dass die jeweilige Drehung des
Innengehäuses und/oder des Aussengehäuses um die Drehachse um einen Drehwinkel in
einem vorbestimmten Drehwinkelbereich ein mit dem jeweiligen Drehwinkel linear ansteigendes
Rückstelldrehmoment hervorruft. Da die Kontaktfläche des Innengehäuses bzw. die Kontaktfläche
des Aussengehäuses nicht rotationssymmetrisch zur Drehachse sind, wird die Abhängigkeit
des Rückstelldrehmoments vom Drehwinkel wesentlich bestimmt von der Lage, die das
Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse einnimmt, wenn sich das Innengehäuse in einer
vorgegebenen Grundstellung befindet. Die Grundstellung des Innengehäuses relativ zum
Aussengehäuse kann derart gewählt werden, dass das Rückstellmoment als Funktion des
Drehwinkels in dem jeweils vorbestimmten Drehwinkelbereich einen linearen Verlauf
zeigt.
[0028] Bei einer Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung sind die Kontaktfläche des Innengehäuses und/oder
die Kontaktfläche des Aussengehäuses - jeweils in einer zur Drehachse senkrechten
Schnittebene - polygonal oder zumindest abschnittsweise geradlinig ausgebildet. Eine
solche Ausgestaltung der Kontaktflächen des Innengehäuses und des Aussengehäuses erlaubt
eine anwendungsspezifische, nicht-homogene Deformation des Elastomer-Körpers in Abhängigkeit
von dem jeweiligen Drehwinkel.
[0029] Bei einer Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung ist die Kontaktfläche des Aussengehäuses zumindest
abschnittsweise zylindrisch ausgebildet. Hierdurch wird der Elastomer-Körper bei einer
Drehung des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse nicht-homogen belastet.
[0030] Bei einer Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung ist die Kontaktfläche des Aussengehäuses - jeweils
in einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene - rechteckig ausgebildet, wobei zumindest
zwei paarweise gegenüberliegende Ecken abgerundet sind. Eine solche Ausgestaltung
der Innenfläche des Aussengehäuses erlaubt ebenfalls eine anwendungsspezifische, nicht-homogene
Belastung des Elastomer-Körpers in Abhängigkeit von dem jeweiligen Drehwinkel.
[0031] Bei einer Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung enthält die Kontaktfläche des Aussengehäuses zwei
paarweise gegenüberliegende, gleichschenklige Winkelsegmente und zwei paarweise gegenüberliegende
Halbkreissegmente, deren Enden jeweils mit den Enden der Rechteck-Winkelsegmente verbunden
sind. Anhand von Messreihen hat sich herausgestellt, dass das Elastomer-Torsionsfederelement
mit einer derart ausgebildeten Kontaktfläche des Aussengehäuses eine Kennlinie aufweist,
bei welcher der Verlauf des Rückstelldrehmoments in Relation zum Drehwinkel linear
ist.
[0032] Bei einer Ausführungsform des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements der jeweiligen
erfindungsgemässen Sitzeinrichtung ist die Kontaktfläche des Innengehäuses - jeweils
in einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene - rechteckig ausgebildet. Eine solche
Ausgestaltung der Kontaktfläche des Innengehäuses erweist sich als besonders vorteilhaft,
da hierdurch bestimmte Bereiche des Elastomer-Körpers bei einer Drehung des Innengehäuses
relativ zum Aussengehäuse mit Druckkräften belastet werden, welche Zugkräfte in dem
Elastomer-Körper kompensieren. Durch diese nicht-homogene Belastung des Elastomer-Körpers
zeigt das von dem Elastomer-Torsionsfederelement erzeugte Rückstelldrehmoment als
Funktion Drehwinkels in einem besonders grossen Drehwinkelbereich einen linearen Verlauf
mit einem besonders steilen Anstieg. Beispielsweise kann die Kontaktfläche des Innengehäuses
- in einer zur Drehachse senkrechten Schnittebene - quadratisch ausgebildet sein.
[0033] Hinsichtlich der Form und der Grösse des Aussengehäuses und des Innengehäuses des
jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements ist es vorteilhaft, wenn ein Innenquerschnitt
des jeweiligen Aussengehäuses und ein Aussenquerschnitt des jeweiligen Innengehäuses
des Elastomer-Torsionsfederelements so ausgebildet sind, dass das Verhältnis des Flächeninhalts
des Innenquerschnitts des jeweiligen Aussengehäuses zum Flächeninhalt des Aussenquerschnitts
des jeweiligen Innengehäuses grösser als 7/3 ist. In diesem Fall ist gewährleistet,
dass das von dem jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelement erzeugte Rückstelldrehmoment
als Funktion des Drehwinkels in einem besonders grossen Drehwinkelbereich einen linearen
Verlauf zeigt. Unter den genannten Voraussetzungen ist beispielsweise für den Fall,
dass der Elastomer-Körper des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements aus Gummi
gefertigt ist, ein linearer Verlauf des Rückstelldrehmoments als Funktion des Drehwinkels
über einen Drehwinkelbereich von mindestens 70° realisierbar.
[0034] Im Falle der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente ist es vorteilhaft, wenn
der Elastomer-Körper ein oder mehrere durch den Elastomer-Körper durchgehende Löcher
aufweist, wobei sich das jeweilige Loch entlang der Drehachse erstreckt. Diese Massnahme
ist mit mehreren Vorteilen verbunden. Wird der jeweilige Elastomer-Körper beispielsweise
mittels Vulkanisieren hergestellt, so ist es insbesondere vorteilhaft, die jeweiligen
Löcher bereits vor dem Vulkanisieren in den jeweiligen Werkstoffen auszubilden, welche
- als Ergebnis des Vulkanisierens - den Elastomer-Körper bilden. In diesem Fall hat
die Ausbildung der jeweiligen Löcher den Effekt, dass der jeweilige Elastomer-Körper
unmittelbar nach dem Vulkanisieren keine oder nur geringe elastische Spannungen im
Innern aufweist, sodass das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement unmittelbar nach
dem Vulkanisieren einsatzbereit ist, ohne dass eine Nachbehandlung des Elastomer-Körpers
erforderlich ist. Wird der Elastomer-Körper allerdings jeweils ohne die genannten
Löcher hergestellt, so kann der Elastomer-Körper unmittelbar nach dem Vulkanisieren
relativ grosse elastische Spannungen im Innern aufweisen, selbst wenn zwischen dem
Aussengehäuse und dem Innengehäuse kein Drehmoment angelegt ist. Diese elastischen
Spannungen können dazu führen, dass das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement unmittelbar
nach dem Vulkanisieren nicht den jeweils erwünschten Verlauf des Rückstelldrehmoment
als Funktion des Drehwinkels zeigt: In der Regel kann in diesem Fall das Innengehäuse
relativ zu dem Aussengehäuse nur um einen relativ kleinen Drehwinkel verdreht werden,
sodass mit dem jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelement unmittelbar nach dem Vulkanisieren
nur ein relativ kleines Rückstelldrehmoment erzeugbar wäre. Falls der Elastomer-Körper
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelement nach dem Vulkanisieren - wie vorstehend
beschrieben - relativ grosse elastische Spannungen im Innern aufweist, dann kann dieses
Elastomer-Torsionsfederelement in der Regel durch geeignete Nachbehandlungen, welche
zu einer Reduktion der jeweiligen Spannungen im Innern des Elastomer-Körper führen,
optimiert werden, beispielsweise durch Zusammenquetschen des jeweiligen Elastomer-Körpers
in bestimmte Richtungen. Diese Nachbehandlungen sind aufwändig und somit unerwünscht.
Diese Nachbehandlungen können allerdings vermieden werden, wenn der jeweilige Elastomer-Körper
- wie erwähnt - vor dem Vulkanisieren mit einem oder mehreren Löchern versehen wird:
Ein derartiger (mit einem oder mehreren Löchern versehener) Elastomer-Körper weist
unmittelbar nach dem Vulkanisieren keine oder geringe elastische Spannungen im Innern
auf, ermöglicht - ohne die vorstehend genannten Nachbehandlungen - eine Verdrehung
des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse über einen relativ grossen Drehwinkelbereich
und ermöglicht es somit, relativ grosse Rückstelldrehmomente zu erzeugen.
[0035] Falls der Elastomer-Körper des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelement ein oder
mehrere durch den Elastomer-Körper durchgehende Löcher aufweist, so hat dies den Effekt,
dass sich die Form und die Grösse eines Querschnitts des jeweiligen Lochs verändert,
wenn dass Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse um einen bestimmten Drehwinkel verdreht
wird und der jeweilige Elastomer-Körper dabei deformiert wird. Dieser Effekt kann
ausgenutzt werden, um einen Verschleiss des Elastomer-Körper, welcher bei Verdrehungen
des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse bei relativ grossen Drehwinkel erwartet
werden kann, weitgehend zu reduzieren und somit die Lebensdauer des jeweiligen Elastomer-Körpers
zu verlängern. Wie bereits erwähnt, wird der Elastomer-Körper des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelement
einer Sitzeinrichtung gemäss der Erfindung in bestimmten Bereichen des Elastomer-Körpers
auch auf Druck belastet, wenn das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse um einen
bestimmten Drehwinkel verdreht wird. Diese Belastung auf Druck in bestimmten Bereichen
des Elastomer-Körpers hat den Effekt, dass der Elastomer-Körper lokal in den Bereichen,
welche auf Druck belastet werden, in Richtung der Drehachse des Elastomer-Torsionsfederelements
um eine bestimmte Distanz expandiert, welcher umso grösser ist, je grösser der Drehwinkel
ist. Diese Expansion des Elastomer-Körpers bewirkt beispielsweise, dass der Elastomer-Körper
an seiner Oberfläche (in den Bereichen des Elastomer-Körpers, welche weder mit der
Kontaktfläche des Aussengehäuses noch mit der Kontaktfläche des Innengehäuses verbunden
sind) Deformationen in Form von lokalen Erhebungen oder Falten ausbildet, welche umso
grösser sind, je grösser der Drehwinkel ist. Bei grossen Drehwinkeln können beispielsweise
benachbarte Bereiche der Oberfläche aufgrund der Deformationen miteinander in Kontakt
geraten, sodass Reibung zwischen diesen Bereichen der Oberfläche entsteht. Derartige
Deformationen können, beispielsweise wegen der genannten Reibung, einen Verschleiss
des Elastomer-Körpers beschleunigen und somit die Lebensdauer des Elastomer-Körpers
reduzieren, insbesondere dann, wenn das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse häufig
und gegebenenfalls mit einer grossen Geschwindigkeit um relativ grosse Drehwinkel
verdreht wird. Ein Verschleiss der vorstehend genannten Art kann wirkungsvoll verhindert
werden, falls der Elastomer-Körper des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
ein oder mehrere durch den Elastomer-Körper durchgehende Löcher aufweist. Die jeweiligen
Löcher können im Elastomer-Körper bevorzugt so angeordnet sein, dass sich die Querschnittsfläche
des jeweiligen Lochs mit wachsendem Drehwinkel jeweils verkleinert. Diese Verkleinerung
der Querschnittsfläche des jeweiligen Lochs hat zur Folge, dass der Elastomer-Körper
mit wachsendem Drehwinkel in den Bereichen des Elastomer-Körpers, welche auf Druck
belastet werden, weniger stark in Richtung der Drehachse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
expandiert, sodass die Oberfläche des Elastomer-Körpers weniger stark deformiert wird.
Die Expansion des Elastomer-Körpers in Richtung der Drehachse wird demnach durch die
Verkleinerung der Querschnittsfläche der jeweiligen Löcher zumindest teilweise kompensiert.
Die Löcher verbessern somit die Belastbarkeit des Elastomer-Körpers und ermöglichen
eine Erzeugung relativ grosser Rückstelldrehmomente, ohne den Elastomer-Körper zu
zerstören. Die jeweiligen Löcher können einen runden Querschnitt oder einen Querschnitt
mit einer beliebigen anderen Form haben.
[0036] Eine Weiterentwicklung der vorstehend genannten Ausführungsformen des Elastomer-Torsionsfederelements
umfasst ein Halteelement, welches dazu ausgelegt ist, (i) das Innengehäuse in einer
vorgegebenen Grundstellung relativ zum Aussengehäuse zu halten, in welcher Grundstellung
der Elastomer-Körper eine vorgegebene elastische Verformung aufweist und zwischen
dem Aussengehäuse und dem Innengehäuse ein Rückstelldrehmoment erzeugt, welches gleich
einem vorgegebenen Mindest-Wert ist, und (ii) eine Drehung des Innengehäuses relativ
zum Aussengehäuse um einen Drehwinkel um die Drehachse in eine Drehrichtung freizugeben,
in welcher das Rückstelldrehmoment mit wachsendem Drehwinkel zunimmt.
[0037] Bei dieser Variante kann das Innengehäuse, falls es sich in der Grundstellung befindet,
nur in einer Drehrichtung um die Drehachse gedreht und somit relativ zum Aussengehäuse
verdreht werden: Das Halteelement blockiert eine Drehung in die andere Drehrichtung,
wenn sich das Innengehäuse in der Grundstellung befindet. Im vorliegenden Fall weist
der Elastomer-Körper immer eine elastische Deformation auf, sodass das Elastomer-Torsionsfederelement
bei einer Drehung des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse ein Rückstelldrehmoment
erzeugt, dessen Grösse immer grösser Null ist. Wenn sich das Innengehäuse in der Grundstellung
befindet, dann wird das von dem Elastomer-Körper erzeugte Rückstelldrehmoment von
dem Halteelement aufgenommen. Wird das Innengehäuse, ausgehend von der Grundstellung,
relativ zum Aussengehäuse verdreht, dann erzeugt der Elastomer-Körper zwischen dem
Aussengehäuse und dem Innengehäuse ein Rückstelldrehmoment, welches mit wachsendem
Drehwinkel stetig anwächst, und zwar beginnend bei dem genannten Mindest-Wert. Dieser
Mindest-Wert definiert somit das minimale Rückstelldrehmoment, welches mit dem Elastomer-Torsionsfederelement
erzeugbar ist. Der Mindest-Wert wird bestimmt durch die Grösse der elastischen Spannung
(im Folgenden auch "Vorspannung des Elastomer-Körpers" genannt), welche der Elastomer-Körper
aufweist, wenn sich das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse in der Grundstellung
befindet. Dieser Mindest-Wert kann je nach Bedarf eingestellt werden. Diese Variante
des Elastomer-Torsionsfederelements kann vorteilhaft eingesetzt werden in Vorrichtungen
zur Kraftübertragung zwischen zwei Körpern, wenn bei einer Relativbewegung zwischen
den beiden Körpern ein Rückstelldrehmoment erzeugt werden soll, welches stets grösser
oder gleich einem Mindestwert (grösser 0) ist.
[0038] Die Vorspannung des Elastomer-Körpers kann beispielsweise derart realisiert werden,
dass das jeweilige Elastomer-Torsionsfederelement zunächst so gefertigt wird, dass
der jeweilige Elastomer-Körper derart mit den Kontaktflächen des jeweiligen Innengehäuses
und den Kontaktflächen des jeweiligen Aussengehäuses fest verbunden wird, dass der
Elastomer-Körper zunächst undeformiert ist und somit keine mechanischen Spannungen
aufweist, wenn sich das Innengehäuse in einer Ausgangsstellung relativ zum Aussengehäuse
befindet. Anschliessend wird das Innengehäuse und/oder das Aussengehäuse um die Drehachse
in eine vorbestimmte Drehrichtung um einen Drehwinkel gedreht, bis der Drehwinkel
gegenüber der Ausgangsstellung einen vorbestimmten Wert (im Folgenden "Winkelversatz
relativ zur Ausgangstellung" genannt") erreicht, so dass der Elastomer-Körper deformiert
wird und eine vorgegebene mechanische Spannung aufweist. Anschliessend kann das Halteelement
derart installiert werden, dass eine weitere Drehung des Innengehäuses bzw. des Aussengehäuses
in die vorbestimmte Drehrichtung möglich, eine entsprechende Drehung in die entgegengesetzte
Richtung aber blockiert wird, sobald der jeweilige Drehwinkel relativ zur Ausgangstellung
gleich dem genannten "Winkelversatz" ist.
[0039] Das erfindungsgemässe Elastomer-Torsionsfederelement hat den Vorteil, dass der "Winkelversatz"
relativ klein gewählt werden kann, um zu erreichen, dass das Rückstelldrehmoment einen
bestimmten Mindest-Wert annimmt (beispielsweise im Vergleich zu dem aus
EP 1486142 A1 bekannten Elastomer-Torsionsfederelement). Das ist schonend für den Elastomer-Körper
und somit förderlich für eine lange Lebensdauer des Elastomer-Körpers.
[0040] Das Halteelement kann in einer einfachen Ausgestaltung ein Stab sein, welcher an
einer Stirnseite des Innengehäuses und senkrecht zur Drehachse angeordnet ist und
weiterhin mit dem Innengehäuse fest verbunden ist. Ferner kann an dem Aussengehäuse
ein mechanischer Anschlag für den Stab angebracht sein, welcher derart angeordnet
ist, dass der Stab bei einer Drehung des Innengehäuses in einer bestimmten Drehrichtung
an den Anschlag stösst, sodass eine weitere Drehung in dieselbe Drehrichtung blockiert
wird. Eine Drehung des Innengehäuses in die entgegengesetzte Drehrichtung ist dabei
freigegeben. Die Position des Anschlags bestimmt in diesem Fall die Grundstellung
des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse. Der mechanische Anschlag bzw. das Aussengehäuse
nimmt jeweils die Vorspannung des Elastomer-Körpers auf, wenn sich das Innengehäuse
in der Grundstellung befindet.
[0041] Das Innengehäuse kann in der vorgegebenen Grundstellung relativ zum Aussengehäuse
von dem Halteelement beispielsweise derart gehalten sein, dass das Rückstelldrehmoment
bei der jeweiligen vom Halteelement freigegebenen Drehung des Innengehäuses relativ
zum Aussengehäuse linear mit wachsendem Drehwinkel zunimmt.
[0042] In einer Variante der vorstehend genannten Ausführungsform umfasst das Halteelement
zumindest ein Spannelement, welches einen ersten Abschnitt aufweist, der mit dem Innengehäuse
in einem festen Eingriff steht, und einen zweiten Abschnitt aufweist, der - wenn sich
das Innengehäuse in der vorgegebenen Grundstellung relativ zum Aussengehäuse befindet
- gegen einen Abschnitt des Aussengehäuses anschlägt und eine Drehung des Innengehäuses
und des Aussengehäuses in Relation zueinander um die Drehachse in diejenige Drehrichtung
freigibt, in welche das Rückstelldrehmoment zunimmt. In einer Alternative zu dieser
Variante kann das Halteelement auch zumindest ein Spannelement umfassen, welches einen
ersten Abschnitt aufweist, der mit dem Aussengehäuse in einem festen Eingriff steht,
und einen zweiten Abschnitt aufweist, der - wenn sich das Innengehäuse in der vorgegebenen
Grundstellung relativ zum Aussengehäuse befindet - gegen einen Abschnitt des Innengehäuses
anschlägt und eine Drehung des Innengehäuses und des Aussengehäuses in Relation zueinander
um die Drehachse in diejenige Drehrichtung freigibt, in welche das Rückstelldrehmoment
zunimmt. Das Spannelement kann in den vorstehend genannten Varianten jeweils als "Werkzeug"
verwendet werden, um - mittels einer Drehbewegung des Spannelements um die Drehachse
des Elastomer-Torsionsfederelements - das Innengehäuse relativ zum Aussengehäuse zu
drehen und dabei den Elastomer-Körper mit derjenigen mechanischen Spannung (Vorspannung)
zu versehen, welche mittels des Halteelements aufrechterhalten wird, wenn das Innengehäuse
mithilfe des Halteelements in der Grundstellung relativ zum Aussengehäuse gehalten
wird. Dieses Elastomer-Torsionsfederelement hat den Vorteil, dass das Halteelement
mit einfachen Mitteln realisierbar ist: Da erfindungsgemäss das Innengehäuse und/oder
dass Aussengehäuse einen nicht kreisförmigen Querschnitt haben, kann entweder das
Aussengehäuse oder das Innengehäuse als mechanischer Anschlag für das jeweilige Spannelement
dienen, wobei das Spannelement bei einer Drehung des Aussengehäuses bzw. des Innengehäuses
um die Drehachse jeweils einer Kreisbahn um die Drehachse folgt. Um eine vorgegebene
Vorspannung zu erzielen, muss das Spannelement lediglich in eine geeignete Position
relativ zum Aussengehäuse oder zum Innengehäuse gebracht werden.
[0043] In einer Variante des Elastomer-Torsionsfederelements umfasst das Innengehäuse eine
Ausnehmung, wobei der erste Abschnitt des Spannelements drehstarr in diese Ausnehmung
im Innengehäuse gesteckt ist und der zweite Abschnitt des Spannelements - wenn sich
das Innengehäuse in der vorgegebenen Grundstellung relativ zum Aussengehäuse befindet
- gegen einen Abschnitt des Aussengehäuses anschlägt. Letzterer Abschnitt des Aussengehäuses
kann beispielsweise auf einer äusseren Seite des Aussengehäuses angeordnet sein. Hierdurch
wird der Winkel zwischen dem Innengehäuse und dem Aussengehäuse in Relation zueinander
um einen vorbestimmten "Winkelversatz" versetzt gehalten.
[0044] Die Verwendung der Spannelemente hat mehrere Vorteile. Das jeweilige Spannelement
ist mit einem geringen Materialeinsatz kostengünstig herstellbar. Auch lässt sich
die Montage des Spannelements am Innengehäuse und am Aussengehäuse des Elastomer-Torsionsfederelements
sehr einfach und in kurzer Zeit vornehmen. Zudem müssen keine Bauteile fest mit dem
Innengehäuse oder dem Aussengehäuse verbunden werden. Vorteilhafterweise lassen sich
mehrere Elastomer-Torsionsfederelemente durch jeweils zugehörige Spannelemente parallel
in einem Arbeitsschritt vorspannen, wodurch die Montagezeit weiter verkürzt wird.
[0045] Vorzugsweise werden das Innengehäuse und das Aussengehäuse derart zueinander angeordnet,
dass der Elastomer-Körper bei einer vorbestimmten Ausrichtung des Aussengehäuses relativ
zum Innengehäuse eine Vorspannung aufweist. Es können auch mehrere Elastomer-Torsionsfederelemente
parallel zueinander, beispielsweise auf eine Lagerwelle aufgesteckt, angeordnet werden.
Die Elastomer-Torsionsfederelemente können dabei unterschiedlich stark vorgespannt
sind, wobei die jeweiligen Aussengehäuse dennoch zueinander fluchtend ausgerichtet
sein können.
[0046] Die jeweilige erfindungsgemässe Sitzeinrichtung kann eine Mehrzahl des jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelements umfassen, wobei die jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
derart nebeneinander angeordnet sind, dass die Innengehäuse und/oder die Aussengehäuses
der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente um dieselbe Drehachse drehbar angeordnet
sind. In diesem Fall erzeugt die Gesamtheit aller Elastomer-Torsionsfederelemente
ein Rückstelldrehmoment, welches sich aus der Überlagerung derjenigen Rückstelldrehmomente
ergibt, welche von den einzelnen (jeweils an den ersten und den zweiten Körper gekoppelten)
Elastomer-Torsionsfederelementen erzeugt werden.
[0047] Die Sitzeinrichtung kann modular aufgebaut sein. Die Gesamtheit aller Elastomer-Torsionsfederelemente
können beispielsweise eine Baugruppe bilden, die jeweils als Ganzes transportiert
oder montiert werden kann. Dies vereinfacht die Herstellung und die Wartung der Sitzeinrichtung.
Die Gesamtheit aller Elastomer-Torsionsfederelemente kann beispielsweise in einer
Baugruppe vormontiert werden und anschliessend zusammen mit anderen Bauteilen kombiniert
werden.
[0048] Um mehrere Elastomer-Torsionsfederelemente zu einer Baugruppe zu kombinieren, können
beispielsweise die Innengehäuse der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente starr
miteinander verbunden werden und/oder die Aussengehäuse der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
starr miteinander verbunden werden. Zu diesem Zweck können die jeweiligen Innengehäuse
beispielsweise auf eine gemeinsame Lagerwelle gesetzt und an dieser fixiert werden.
[0049] Die Elastomer-Torsionsfederelemente der jeweiligen Baugruppe können gegebenenfalls
unterschiedliche Charakteristiken aufweisen: Die verschiedenen Elastomer-Torsionsfederelemente
können sich beispielsweise hinsichtlich des Verlaufs des Rückstelldrehmoments als
Funktion des Drehwinkels unterscheiden. Verschiedene Elastomer-Torsionsfederelemente
können beispielsweise Elastomer-Körper umfassen, welche unterschiedlich vorgespannt
sein können, sodass verschiedene Elastomer-Torsionsfederelemente unterschiedlich grosse
Rückstelldrehmomente bereitstellen, wenn sich das Innengehäuse des jeweiligen Torsionsfederelements
in der Grundstellung relativ zum Aussengehäuse befindet. Durch eine Kombination verschiedener
Elastomer-Torsionsfederelemente mit unterschiedlichen Charakteristiken können deshalb
auf eine einfache, kostengünstige Weise Vorrichtungen zur Kraftübertragung mit unterschiedlichen
Eigenschaften je nach Bedarf hergestellt oder, z.B. durch Austausch einzelner Elastomer-Torsionsfederelemente,
geeignet modifiziert werden.
[0050] Weitere Einzelheiten der Erfindung und insbesondere beispielhafte Ausführungsformen
der erfindungsgemässen Sitzeinrichtung werden im Folgenden anhand der beigefügten
Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemässen Sitzeinrichtung in Form eines Stuhls;
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht eines Elastomer-Torsionsfederelements in einer ersten
beispielhaften Ausführungsform;
- Fig. 3A
- ein Diagramm mit zwei Kennlinienverläufen von Rückstelldrehmomenten als Funktion des
Drehwinkels für ein Elastomer-Torsionsfederelement in einer beispielhaften Ausführungsform
der Erfindung (Kurve K1) und ein herkömmliches Elastomer-Torsionsfederelement (Kurve
K2);
- Fig. 3B
- ein Diagramm mit Kennlinienverläufen von Rück- stelldrehmomenten als Funktion des
Drehwinkels für verschiedene Ausführungsformen von Elastomer-Torsionsfederelementen
gemäss der Erfindung;
- Fig. 3C
- eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform eines Elastomer-Torsionsfederelements
gemäss der Erfindung;
- Fig. 4
- das Elastomer-Torsionsfederelement in der ersten beispielhaften Ausführungsform, welches
durch ein Halteelement vorgespannt ist;
- Fig. 5
- eine beispielhafte Verwendung von vier Elastomer-Torsionsfederelementen in der ersten
beispielhaften Ausführungsform, welche in einem Kraftsystem eines Stuhls eingebaut
sind;
- Fig. 6
- ein Elastomer-Torsionsfederelement in einer zweiten beispielhaften Ausführungsform,
welches durch ein Halteelement vorgespannt ist;
- Fig. 7A-7C
- eine weitere beispielhafte Verwendung von drei Elastomer-Torsionsfederelementen in
der zweiten beispielhaften Ausführungsform, welche jeweils durch ein Halteelement
vorgespannt sind und welche in ein Kraftsystem eines Stuhls eingebaut sind;
- Fig. 8A-8C
- ein Elastomer-Torsionsfederelement in der zweiten beispielhaften Ausführungsform,
mit verschiedenen Stellungen des Innengehäuses relativ zum Aussengehäuse, wobei das
Innengehäuse und das Aussengehäuse in Relation zueinander um unterschiedliche Drehwinkel
verdreht sind;
- Fig. 9
- die Elastomer-Torsionsfederelemente in der zweiten beispielhaften Ausführungsform,
welche zu einem Kraftsystem zusammengesetzt sind, welches in einen Träger eines Stuhls
montiert ist; und
- Fig. 10A-10E
- eine Spannvorrichtung zum Herstellen des in Fig. 7A-7C dargestellten Kraftsystems.
[0051] In den jeweiligen Figuren und im folgenden Text werden für jeweils identische Objekte
jeweils identische Bezugszeichen verwendet.
[0052] Figur 1 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform einer Sitzeinrichtung in Form eines
Stuhls 1. Der Stuhl 1 ist als ein Bürodrehstuhl ausgebildet und auf einer Tragsäule
2 gelagert, über welche der Stuhl 1 höhenverstellbar und um 360° drehbar ist. Am oberen
Ende der Tragsäule 2 ist ein Träger 42 montiert, welcher im Wesentlichen waagerecht
angeordnet ist. Der Träger 42 dient als Gehäuse zum Unterbringen von mechanischen
Elementen, welche später beschrieben werden. An dem Träger 42 ist ein Rückenträger
44 über eine Lagerwelle 26 schwenkbar angelenkt. Am anderen Ende des Rückenträgers
44 ist ein Rückenteil 3 verbunden, welches zur Aufnahme einer im Wesentlichen senkrecht
angeordneten Rückenlehne 4 dient. Das Rückenteil 3 kann an der Verbindung zum Rückenträger
44 verschiebbar sein. Ebenfalls kann die Rückenlehne 4 in ihrer Höhe verstellbar sein.
[0053] Der Träger 42 enthält einen in der Figur nicht gezeigten Sitzträger, auf welchem
ein im Wesentlichen waagerecht angeordneter Sitz 5 angebracht ist. Der Sitzträger
kann ebenfalls schwenkbar an dem Träger 42 angelenkt sein. Durch die schwenkbare Anlenkung
des Rückenträgers 44 und des Sitzträgers am Träger 42 ist es möglicht, dass sich eine
auf dem Stuhl 1 sitzende Person mit der Rückenlehne 4 zurücklehnen kann und zugleich
synchron dazu der Sitzträger und somit auch der Sitz 5 geschwenkt werden können. Hierzu
legt ein im Träger 42 angeordnetes Elastomer-Torsionsfederelement (nicht gezeigt)
ein Rückstelldrehmoment zwischen dem Träger 42 und dem Rückenträger 44 an, wobei das
Rückstelldrehmoment in eine Richtung gerichtet ist, welche der Schwenkrichtung beim
Schwenken des Rückenträgers 44 in Relation zum Träger 42 entgegengesetzt ist.
[0054] Figur 2 zeigt eine schematische Seitenansicht des Elastomer-Torsionsfederelements
10, welches in einer ersten Ausführungsform ausgeführt ist, wobei gemäss dieser Ansicht
eine Drehachse 6 senkrecht zur Zeichenebene steht. Das Elastomer-Torsionsfederelement
10 enthält ein Innengehäuse 12 und ein Aussengehäuse 14. In einem Zwischenraum zwischen
dem Innengehäuse 12 und dem Aussengehäuse 14 ist ein Elastomer-Körper 16 angeordnet.
[0055] Das Innengehäuse 12 weist auf seiner Aussenseite eine Kontaktfläche 12a auf, an welcher
der Elastomer-Körper 16 mit dem Innengehäuse in Kontakt ist. Weiterhin weist das Aussengehäuse
14 auf seiner Innenseite eine Kontaktfläche 14a auf, an welcher der Elastomer-Körper
16 mit dem Aussengehäuse 14 in Kontakt ist. Die Kontaktfläche 12a des Innengehäuses
12 und die Kontaktfläche 14a des Aussengehäuses 14 umschliessen die Drehachse 6 jeweils
ringförmig. Entsprechend bildet der Elastomer-Körper 16 im vorliegenden Beispiel einen
die Drehachse 6 umgebenden, geschlossenen Ring.
[0056] Der Elastomer-Körper 16 besteht aus einem Elastomer, d.h. einem festen und elastisch
verformbaren Material. Der Elastomer-Körper 16 ist derart ausgebildet, dass er mit
der Kontaktfläche 12a des Innengehäuses 12 und der Kontaktfläche 14a des Aussengehäuses
14 fest verbunden ist, d.h. bei einer Bewegung des Innengehäuses 12 relativ zum Aussengehäuse
14 (z.B. bei einer Drehung des Innengehäuses 12 oder des Aussengehäuses 14 um die
Drehachse 6) findet keine Verschiebung der an die Kontaktflächen 12a und 14a angrenzenden
Flächen des Elastomer-Körpers 16 relativ zu den Kontaktflächen 12a und 14a statt.
Der Elastomer-Körper 16 kann beispielsweise materialschlüssig oder formschlüssig an
den Kontaktflächen 12a bzw. 14a mit dem Innengehäuse 12 und dem Aussengehäuse 14 verbunden
sein.
[0057] Ein für die Herstellung des Elastomer-Körpers 16 besonders gut geeignetes Elastomer
ist beispielsweise Gummi, welches nicht nur ein elastisch verformbarer und hochfester
Werkstoff ist, sondern auch auf einfache Weise mit den Kontaktflächen 12a und 14a
fest verbunden werden kann, beispielsweise mittels Vulkanisieren.
[0058] Das Innengehäuse 12 und das Aussengehäuse 14 sind aus einem festen Material, beispielsweise
Stahl, erstellt. Die jeweils an den Elastomer-Körper16 angrenzenden Kontaktflächen
12a und 14a des Innengehäuses 12 bzw. des Aussengehäuses 14 weichen - in einer zur
Drehachse 6 senkrechten Schnittebene - zumindest abschnittsweise von einer Kreisform
ab. Durch diese besondere Form treten in einigen Bereichen des Elastomer-Körpers 16,
beim Drehen des Innengehäuses 12 um die Drehachse 6 in Relation zum Aussengehäuse
14, Druckbelastungen auf, welche Zugbelastungen darin kompensieren. Somit wird der
Elastomer-Körper 16 vorteilhafterweise nicht-homogen belastet.
[0059] In der Figur 2 ist das Innengehäuse 12 in einem "unverdrehten" Zustand (durchgezogene
Linie) und in einem "verdrehten Zustand" (gestrichelte Linie) gezeigt, wobei das Innengehäuse
12 im verdrehten Zustand im Vergleich zum unverdrehten Zustand um einen Drehwinkels
im Uhrzeigersinn um die Drehachse 6 gedreht ist, während die Lage des Aussengehäuses
14 dabei unverändert bleibt. Es wird angenommen, dass der Elastomer-Körper 16 im Falle
des unverdrehten Zustands nicht vorgespannt ist, d.h. keine mechanischen Spannungen
aufweist. In dem unverdrehten Zustand sind jeweils die Distanzen von der oberen rechten
Ecke bzw. der unteren linken Ecke des Innengehäuses 12 zu jeweils definierten Punkten
an der Innenseite des Aussengehäuses 14 mit Pfeilen x1 bzw. y1 gezeigt. In dem verdrehten
Zustand sind jeweils die Distanzen von der oberen rechten Ecke bzw. der unteren linken
Ecke des Innengehäuses 12 zu jeweils definierten Punkten an der Innenseite des Aussengehäuses
14 mit Pfeilen x2 bzw. y2 gekennzeichnet. Wie in der Figur 2 zu erkennen, ist die
Distanz x2 geringer als x1 und ist die Distanz y2 geringer als y1. In diesen Bereichen
wird somit der Elastomer-Körper 16 komprimiert, wenn das Innengehäuse 12 um die Drehachse
6 gedreht und dabei relativ zum Aussengehäuse 14 gedreht wird. Aus diesen jeweiligen
Komprimierungen resultieren die oben genannten Druckbelastungen.
[0060] Nach einer Drehung des Innengehäuses 12 um den Drehwinkel ϕ um die Drehachse 6 ist
der Elastomer-Körper 6 deformiert und erzeugt zwischen dem Aussengehäuse 14 und dem
Innengehäuse 12 ein Rückstelldrehmoment D, welches der Drehung entgegengerichtet ist
und mit dem Drehwinkel ϕ anwächst.
[0061] Die Tatsache, dass die Distanzen x2-x1 und y2-y2 bei einer Drehung des Innengehäuses
12 um den Drehwinkels reduziert werden, ist eine Folge davon, dass der Querschnitt
der Kontaktfläche 12a bzw. der Kontaktfläche 14a (in einer Schnittfläche senkrecht
zur Drehachse 6) nicht kreisförmig ist. Die geometrische Abweichung der genannten
Querschnitte der Kontaktflächen 12a bzw. 14a von einer Kreisform hat zur Folge, dass
bei einer Drehung des Innengehäuses 12 um den Drehwinkel ϕ eine räumliche Verteilung
der mechanischen Spannung im Elastomer-Körper 6 resultiert, welche nicht rotationssymmetrisch
zur Drehachse 6 ist, im Gegensatz zur räumlichen Verteilung der mechanischen Spannungen
in einem Elastomer-Torsionsfederelement gemäss
EP 1486142 A1, welche jeweils rotationssymmetrisch zur Drehachse 6 ist. Diese Unterschiede hinsichtlich
der Spannungsverteilungen führen zu deutlichen Unterschieden hinsichtlich der Abhängigkeiten
des Rückstelldrehmoments D als Funktion des Drehwinkels ϕ. Insbesondere führen diese
Unterschiede dazu, dass das erfindungsgemässe Elastomer-Torsionsfederelement einen
wesentlich grösseren Anstieg des Rückstelldrehmoments D als Funktion des Drehwinkels
ϕ zeigt als das Elastomer-Torsionsfederelement gemäss
EP 1486142 A1 (was im Folgenden noch näher erläutert wird).
[0062] In der in Figur 2 dargestellten Ausführungsform ist die an den Elastomer-Körper 16
angrenzende Kontaktfläche 12a des Innengehäuses 12 quadratisch geformt. Hierbei ist
das Innengehäuse 12 als eine quadratische Hülse (Vierkant) ausgebildet, welche einen
parallel zur Drehachse 6 verlaufenden, durchgehenden Kanal 12.1 mit quadratischem
Querschnitt aufweist. Dies hat den Vorteil, dass eine mit gleichen Dimensionen ausgebildete
quadratische Lagerwelle (nicht gezeigt) radial formschlüssig in dem Kanal 12.1 des
Innengehäuses 12 aufgenommen werden kann.
[0063] Wie in der Figur 2 zu erkennen, liegt zwischen dem Innengehäuse 12 und dem Aussengehäuse
14 im unverdrehten Zustand des Innengehäuses 12 (durchgezogene Linie) ein Drehversatz
vor. Genauer gesagt, sind die Aussenflächen des Innengehäuses 12 und die (linear verlaufenden)
Aussenflächen des Aussengehäuses 14 nicht parallel zueinander ausgerichtet (Drehversatz).
Die Grösse dieses Drehversatzes ist ein weiterer Parameter, welcher einen Einfluss
auf den Verlauf des Rückstelldrehmoments D als Funktion des Drehwinkels ϕ hat.
[0064] An der Aussenfläche des Aussengehäuses 14 ist ein Aussengehäuse-Nocken 18 angeformt,
welcher zur Ineingriffnahme mit einem (in Fig. 2 nicht gezeigten) Sperrelement, welches
im Folgenden im Zusammenhang mit den Figuren 5 und 9 noch erläutert wird, dienen kann.
[0065] Die an den Elastomer-Körper 16 angrenzende Kontaktfläche 14a des Aussengehäuses 14
hat eine Kontur, welche als eine Kombination aus einem Rechteck und einem Kreis anzusehen
ist. Genauer gesagt, ist die Kontur des Aussengehäuses 14 zusammengesetzt aus zwei
paarweise gegenüberliegenden gleichschenkligen Winkelsegmenten, welche im vorliegenden
Beispiel einen Winkel von 90° einschliessen, und aus zwei paarweise gegenüberliegenden
Halbkreissegmenten, deren Enden jeweils mit den Enden der genannten Winkelsegmente
verbunden sind. Es wurde anhand von mehreren durchgeführten Messreihen herausgefunden,
dass diese "zitronenförmig" anmutende Kontur des Aussengehäuses 14, in Kombination
mit der quadratischen Kontur des Innengehäuses 12, besonders vorteilhaft ist, um ein
Elastomer-Torsionsfederelement 10 zu schaffen, dessen Kennlinie des Rückstelldrehmoments
D in Relation zum Drehwinkel ϕ in nahezu allen Bereichen des Drehwinkels ϕ linear
verläuft.
[0066] Figur 3A zeigt ein Diagramm, in welchem jeweils der oben genannte Kennlinienverlauf
K1 (Rückstelldrehmoment D in Relation zum Drehwinkel ϕ) des Elastomer-Torsionsfederelements
in der Ausführungsform der vorliegenden Erfindung und ein Kennlinienverlauf K2 eines
herkömmlichen Elastomer-Torsionsfederelements (wie aus
EP 1486142 A1 bekannt) eingetragen sind, wobei die Kurven K1 und K2 jeweils für Elastomer-Torsionsfederelemente
bestimmt wurden, bei welchen die jeweiligen Elastomere aus demselben Material (Gummi)
bestehen, sodass sich die den Kurven K1 und K2 zugeordneten Elastomer-Torsionsfederelemente
im Wesentlichen nur hinsichtlich der Formen der jeweiligen Innengehäuse und der Formen
der jeweiligen Aussengehäuse unterscheiden. Die Verläufe K1 und K2 zeigen zunächst,
dass sich das Rückstelldrehmoment D bei steigendem Drehwinkel ϕ erhöht. Der maximale
Drehwinkel beträgt in diesem Beispiel 70°. Der Kennlinienverlauf K1 des Elastomer-Torsionsfederelements
wurde anhand von Messreihen ermittelt, welche mit dem in Figur 2 dargestellten Elastomer-Torsionsfederelement
(Zitronenform) durchgeführt wurden. In Fig. 3A sind unterhalb des genannten Diagramms
die Querschnitte derjenigen Elastomer-Torsionsfederelemente dargestellt, für welche
die genannten Kurven K1 und K2 bestimmt wurden: Die beiden durchgezogenen Linien 14a
bzw. 12a geben (in dieser Reihenfolge) die Kontur der Kontaktfläche des Aussengehäuses
bzw. die Kontur der Kontaktfläche des Innengehäuses des Elastomer-Torsionsfederelements
an, welchem die Kennlinie K1 zugeordnet ist; die beiden gestrichelten Linien 14a bzw.
12a geben (in dieser Reihenfolge) die Kontur der Kontaktfläche des Aussengehäuses
bzw. die Kontur der Kontaktfläche des Innengehäuses des Elastomer-Torsionsfederelements
an, welchem die Kennlinie K2 zugeordnet ist. Um einen Vergleich zwischen den Querschnittsformen
und den Abmessungen der beiden Elastomer-Torsionsfederelemente zu ermöglichen, sind
in Fig. 3A die jeweiligen Querschnitte der beiden Elastomer-Torsionsfederelemente
aufeinandergelegt dargestellt.
[0067] Wie dem Diagramm zu entnehmen ist, verläuft der Kennlinienverlauf K1 des Elastomer-Torsionsfederelements
gemäss der Ausführungsform der vorliegenden Erfindung vorteilhafterweise in nahezu
allen Drehwinkelbereichen linear. Im Gegensatz dazu ist der Kennlinienverlauf K2 des
herkömmlichen Elastomer-Torsionsfederelements insbesondere im anfänglichen Drehwinkelbereich
nicht-linear (progressiv) ansteigend. Dem Diagramm ist ebenfalls zu entnehmen, dass
der Kennlinienverlauf K1 des Elastomer-Torsionsfederelements gemäss der Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung im Vergleich zum Kennlinienverlauf K2 des herkömmlichen
Elastomer-Torsionsfederelements eine grössere Steilheit hat. Somit wirkt schon bei
geringen Drehwinkeln ϕ ein grösseres Rückstelldrehmoment D. Hierdurch wird das Elastomer-Material
im Vergleich zu dem Elastomer-Material des herkömmlichen Elastomer-Torsionsfederelements
bei einem gleichen Rückstelldrehmoment D weniger deformiert. Vorteilhafterweise wird
das Elastomer-Material somit geringer belastet und ermüdet daher weniger. Daraus resultiert
eine längere Lebensdauer.
[0068] Es ist bekannt, dass Elastomer-Torsionsfederelemente nur bis zu einem bestimmten
maximalen Drehwinkel verdreht werden können. Ein weiteres Drehen über diesen maximalen
Drehwinkel hinweg würde zu starken Nicht-Linearitäten und schliesslich zu einem Zerreissen
des Elastomer-Materials führen. Bei den Messreihen zum Auftragen der Kennlinienverläufe
K1 und K2 wurden die zu vergleichenden Elastomer-Torsionsfederelemente bis zu einem
Drehwinkel ϕ von maximal 70° verdreht.
[0069] Fig. 3B zeigt Messwerte, welche den Verlauf des Rückstelldrehmoments D als Funktion
des Drehwinkels ϕ für sechs verschiedene Ausführungsformen des Elastomer-Torsionsfederelements
gemäss der Erfindung darstellen. Die den verschiedenen Ausführungsformen entsprechenden
Kurven für den Verlauf des Rückstelldrehmoments D sind jeweils nummeriert (1-6). Allen
Ausführungsformen ist gemeinsam, dass das Aussengehäuse 14 des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
10 ein quadratisches Profil aufweist, wobei der Querschnitt der Kontaktfläche 14a
des jeweiligen Aussengehäuses 14 ein Quadrat mit der Seitenlänge 60 mm ist (bezogen
auf eine Schnittfläche senkrecht zur Drehachse 6). Die verschiedenen Ausführungsformen
unterscheiden sich dadurch, dass der Querschnitt der Kontaktfläche 12a des Innengehäuses
12 für die verschiedenen Ausführungsformen unterschiedliche Formen und unterschiedliche
Grössen aufweisen. Im Falle der Kurven 1 und 2 ist der Querschnitt der Kontaktfläche
12a des Innengehäuses 12 ein Kreis mit dem Durchmesser 10mm bzw. 20mm (in dieser Reihenfolge).
Im Falle der Kurven 3-6 ist der Querschnitt der Kontaktfläche 12a des Innengehäuses
12 ein Quadrat mit der Seitenlänge 20mm bzw. 25mm bzw. 30mm bzw. 40mm (in dieser Reihenfolge).
Im Falle der Kurven 3-6 ist vorausgesetzt, dass die Kontaktflächen 12a des Innengehäuses
12 parallel zu entsprechenden Kontaktflächen 14a des Aussengehäuses 14 angeordnet
sind, falls der Drehwinkel ϕ=0 und das Rückstelldrehmoment D=0 beträgt. In allen Fällen
ist vorausgesetzt, dass der jeweilige Elastomer-Körper 16 aus demselben Material (Gummi)
besteht. Ein Vergleich der Kurven 1-6 zeigt, dass das Rückstelldrehmoment D im Bereich
"kleiner" Drehwinkel umso stärker mit dem Drehwinkel ϕ anwächst, je grösser im Fall
der Kurven 1 und 2 der jeweilige Durchmesser und im Falle der Kurven 3-6 die jeweilige
Seitenlänge des Querschnitts der Kontaktfläche 12a des Innengehäuses 12 ist. Weiterhin
zeigt sich, dass ein quadratisches Profil des Innengehäuses 12 zu einem steileren
Anstieg des Rückstelldrehmoments D als Funktion des Drehwinkels ϕ führt als ein rundes
Profil des Innengehäuses 12 mit einem entsprechend grossen Durchmesser. Weiterhin
zeigt sich, dass die Kurven 1-5 im Bereich 0-70° linear verlaufen, während die Kurve
6 oberhalb 40° einen progressiven Anstieg zeigt. Falls im Hinblick auf eine bestimmte
Anwendung ein Interesse daran besteht, dass das Rückstelldrehmoment D als Funktion
des Drehwinkels ϕ über einen möglichst grossen Drehwinkelbereich (z.B. 0-70°) einen
linearen Verlauf zeigt, dann ist es vorteilhaft, wenn die Querschnittsfläche des Innengehäuses
12 im Verhältnis zur Querschnittsfläche des Aussengehäuses 14 einen bestimmten Wert
nicht überschreitet.
[0070] Eine detaillierte Analyse der in Fig. 3B dargestellten Verläufe des Rückstelldrehmoments
D als Funktion des Drehwinkels ϕ für verschiedene Elastomer-Torsionsfederelemente,
welche sich hinsichtlich der Form ihres Querschnitts senkrecht zur Drehachse 6 unterscheiden,
zeigt nämlich, dass für die Elastomer-Torsionsfederelemente gemäss der Erfindung einerseits
der Flächeninhalt Fa eines Innenquerschnitts des Aussengehäuses 14 und der Flächeninhalt
Fi eines Aussenquerschnitts des Innengehäuses 12 Parameter sind, welche bestimmen,
über welchen Bereich des Drehwinkels ϕ das Rückstelldrehmoment D als Funktion des
Drehwinkels ϕ einen linearen Verlauf zeigen. Der Innenquerschnitt des jeweiligen Aussengehäuses
14 ist im vorliegenden Fall eine ebene, senkrecht zur Drehachse 6 angeordnete Fläche
mit einem äusseren Rand, welcher durch die Kontaktfläche 14a begrenzt ist. Entsprechend
ist der Aussenquerschnitt des jeweiligen Innengehäuses 12 eine ebene, senkrecht zur
Drehachse 6 angeordnete Fläche mit einem äusseren Rand, welcher durch die Kontaktfläche
12a begrenzt ist.
[0071] Eine Analyse der in Fig. 3B dargestellten Messwerte führt zu dem Ergebnis, dass die
den jeweiligen Messwerten entsprechenden Elastomer-Torsionsfederelemente im Drehwinkelbereich
0≤ ϕ ≤70° jeweils einen linearen Verlauf des Rückstelldrehmoments D als Funktion des
Drehwinkels ϕ zeigen, sofern für das Verhältnis des Flächeninhalts Fa zum Flächeninhalt
Fi die folgende Bedingung B1 gilt:

[0072] Falls die Abmessungen des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements derart gewählt
sind, dass Fa / Fi < 7/3, so nimmt das von dem Elastomer-Torsionsfederelement erzeugte
Rückstelldrehmoment D progressiv als Funktion des Drehwinkels ϕ zu (wie Fig. 6 in
Fig. 3B andeutet), wobei das Rückstelldrehmoment D umso progressiver als Funktion
des Drehwinkels ϕ zunimmt, je kleiner das Verhältnis Fa / Fi ist.
[0073] Wie bereits erwähnt, beziehen sich die in Fig. 3A dargestellten Messdaten jeweils
auf Elastomer-Torsionsfederelemente, deren Aussengehäuse 14 jeweils einen Innenquerschnitt
mit einer quadratischen Form aufweist. Experimente zeigen allerdings, dass die Bedingung
B1 auf andere erfindungsgemässe Elastomer-Torsionsfederelemente analog anwendbar ist,
selbst wenn das Aussengehäuse des jeweilige Elastomer-Torsionsfederelements derart
geformt ist, dass der Innenquerschnitt des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
keine quadratische Form aufweist: Beispielsweise zeigen die in Fig. 2 und 4-8 dargestellten
Elastomer- Torsionsfederelemente im Drehwinkelbereich 0≤ ϕ ≤70° jeweils einen linearen
Verlauf des Rückstelldrehmoments D als Funktion des Drehwinkels ϕ, sofern das Verhältnis
des Flächeninhalts Fa eines Innenquerschnitts des jeweiligen Aussengehäuses zum Flächeninhalt
Fi eines Aussenquerschnitts des jeweiligen Innengehäuses gemäss der Bedingung B1 jeweils
grösser als 7/3 ist. Letzteres wurde insbesondere für Elastomer-Körper 16 aus Gummi
experimentell verifiziert.
[0074] Fig. 3C zeigt eine Seitenansicht eines Elastomer-Torsionsfederelements 10, welches
sich von dem Elastomer-Torsionsfederelements 10 gemäss Fig. 2 ausschliesslich dadurch
unterscheidet, dass der Elastomer-Körper 16 des Elastomer-Torsionsfederelements 10
gemäss Fig. 3C vier Löcher 17 umfasst, welche sich jeweils entlang der Drehachse 6
derart erstrecken, dass sie durch den Elastomer-Körper 16 durchgehend sind. Im vorliegenden
Beispiel ist jedes der vier Löcher 17 in der Nähe einer von vier Kanten 13.1, 13.2,
13.3 und 13.4 4 des Innengehäuses 12 platziert. Wie Fig. 3C andeutet, sind die Kanten
13.1, 13.2, 13.3 und 13.4 auf der Kontaktfläche 12a des Innengehäuses 12 ausgebildet
und jeweils parallel zur Drehachse 6 angeordnet. Die mit 6.1 gekennzeichnete gestrichelte
Linie in Fig. 3C markiert eine Ebene, in welcher sowohl die Drehachse 6 als auch die
Kanten 13.1 und 13.3 verlaufen. Entsprechend markiert die mit 6.2 gekennzeichnete
gestrichelte Linie in Fig. 3C eine Ebene, in welcher sowohl die Drehachse 6 als auch
die Kanten 13.2 und 13.4 verlaufen. Die Fig. 3C zeigt das Elastomer-Torsionsfederelements
10 in einem Zustand, in welchem der Elastomer-Körper 16 keine mechanische Spannung
aufweist und somit zwischen dem Innengehäuse 12 und dem Aussengehäuse 14 kein Rückstelldrehmoment
erzeugt. Der mit ϕ bezeichnete, von der Kante 13.1 ausgehende Pfeil kennzeichnet den
Verlauf eines Weges, den die Kante 13.1 zurücklegt, wenn das Innengehäuse 12 um einen
Drehwinkel ϕ (in Fig. 3C im Uhrzeigersinn) um die Drehachse 6 gedreht und relativ
zum Aussengehäuse 14 verdreht wird, um ein Rückstelldrehmoment zwischen dem Innengehäuse
12 und dem Aussengehäuse 14 zu erzeugen. Die Ebenen 6.1 und 6.2 unterteilen den Elastomer-Körper
16 in vier verschiedene Bereiche, wobei jeweils zumindest ein Teilbereich jedes dieser
vier Bereiche auf Druck belastet wird, wenn das Innengehäuse 12 um den Drehwinkels
ϕ um die Drehachse 6 gedreht und relativ zum Aussengehäuse 14 verdreht wird. Wenn
das Innengehäuse 12 um die Drehachse 6 gedreht und relativ zum Aussengehäuse 14 verdreht
wird, dann wird der Elastomer-Körper 16 deformiert, wobei die Querschnittsfläche des
jeweiligen Lochs 17 kontinuierlich mit wachsendem Drehwinkel ϕ reduziert wird. Wie
bereits erwähnt, hat diese Veränderung der Form der Löcher 17 den Effekt, dass eine
Expansion des Elastomer-Körpers 16, die aufgrund der vorstehend genannten Druckbelastung
entlang der Drehachse 16 erzeugt wird, zumindest teilweise kompensiert wird. Dadurch
wird verhindert, dass der Elastomer-Körper 16 beschädigt wird oder verschleisst, wenn
das Innengehäuse 12 relativ zum Aussengehäuse 14 um einen relativ grossen Drehwinkel
ϕ verdreht wird.
[0075] Figur 4 zeigt das in Figur 2 dargestellte Elastomer-Torsionsfederelement 10 in einer
ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit einem Halteelement 19 in einer
Perspektivdarstellung. Das Halteelement 19 dient dazu, das Innengehäuse 12 und das
Aussengehäuse 14 in einer "Grundstellung" relativ zueinander zu halten, in welcher
der Elastomer-Körper 16 eine mechanische Spannung (Vorspannung) aufweist und somit
zwischen dem Innengehäuse 12 und dem Aussengehäuse 14 ein Rückstelldrehmoment D erzeugt,
welches von Null verschieden ist. In dieser "Grundstellung" ist das Innengehäuse gegenüber
der "unverdrehten" Stellung (ohne Vorspannung) gemäss Fig. 2 um einen Drehwinkel Δϕ
(im Folgenden "Vorspannwinkel" genannt) verdreht, und zwar in Bezug auf Fig. 2 im
Uhrzeigersinn und in Bezug auf Fig. 4 im Gegenuhrzeigersinn. Das Halteelement 19 enthält
in diesem Beispiel zwei Spannelemente 20, welche jeweils auf einer der Stirnseiten
des Elastomer-Torsionsfederelements 10 aufgesteckt sind. Das Spannelement 20 ist eine
im Wesentlichen ebene Platte, welche im Mittenbereich derart ausgestanzt ist, dass
zwei gegenüberliegende Flansche 22 zurückbleiben. Diese Flansche 22 sind jeweils um
90° nach innen (in die Figurenebene hinein) gebogen. An einem Aussenbereich des Spannelements
20 sind Laschen 24', 24" ausgebildet, welche ebenfalls um 90° nach innen gebogen sind.
[0076] Zur Montage des Spannelements 20 an das Elastomer-Torsionsfederelement 10 werden
die Flansche 22, welche derart ausgebildet sind, dass deren Aussenbereiche formschlüssig
mit der Innenfläche des Innengehäuses 12 verbindbar sind, um eine erste Distanz in
das Innengehäuse 12 gesteckt. Dann werden das Spannelement 20 und das damit radial
formschlüssig verbundene Innengehäuse 12, bei fixiertem Aussengehäuse 14, entgegen
dem Uhrzeigersinn um einen bestimmten Winkel (beispielsweise 20°) in Relation zu dem
Aussengehäuse 14 verdreht.
[0077] Anschliessend wird das Spannelement 20 mit seinen Flanschen 22 vollständig in den
Kanal 12.1 des Innengehäuses 12 gedrückt, wobei gleichzeitig die Laschen 24', 24"
eine formschlüssige Verbindung mit der Aussenfläche des Aussengehäuses 14 einnehmen.
Derart montiert, hält das Spannelement 20 die Vorspannung bei. Genauer gesagt, lässt
sich der Vorspannwinkel Δϕ nicht mehr unterschreiten, da die Laschen 24', 24" an die
Aussenfläche des Aussengehäuses 14 anschlagen. Es ist jedoch eine Erhöhung des Drehversatzes
(ebenfalls entgegen dem Uhrzeigersinn) zwischen dem Innengehäuse 12 und Aussengehäuse
14 möglich. Bei einer Erhöhung dieses Drehversatzes schleifen die Innenbereiche der
Laschen 24', 24" entlang der Aussenfläche des Aussengehäuses oder werden davon abgehoben.
Um eine Zerstörung des Elastomer-Torsionsfederelements 10 zu vermeiden, kann in diesem
Beispiel ein maximaler Drehwinkel zwischen dem Innengehäuse 12 und Aussengehäuse 14
(beispielsweise 70°) nicht überschritten werden. Bei dem maximalen Drehwinkel ϕ stösst
nämlich die Lasche 24' gegen den Aussengehäuse-Nocken 18 an, wodurch eine weitere
Umdrehung vorteilhafterweise verhindert wird.
[0078] Figur 5 zeigt drei Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' mit jeweils stirnseitig
aufgesetzten Spannelementen, wie detailliert in Figur 4 gezeigt. Diese Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' sind über ihr Innengehäuse auf eine Lagerwelle 26 aufgesteckt. Die Lagerwelle
26 und die jeweiligen Bereiche der Innengehäuse der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' sind derart dimensioniert, dass eine radial formschlüssige Verbindung hergestellt
ist. Die Lagerwelle 26 ist ebenfalls in ein Innengehäuse eines Basis-Elastomer-Torsionsfederelements
28 radial formschlüssig eingesteckt. Diese Anordnung bildet eine Vorrichtung 30 zur
Kraftübertragung für einen (in Fig. 5 nicht gezeigten, jedoch in Fig. 1 dargestellten)
Stuhl, im Folgenden "Kraftsystem 30 genannt. Dieses Kraftsystem 30 dient prinzipiell
zum Anlegen eines Rückstelldrehmoments auf einen Rückenträger bzw. einen Sitz des
Stuhls für den Fall, dass der Rückenträger bzw. der Sitz gegenüber einem Träger für
den Rückenträger bzw. den Sitz geschwenkt wird. Das Kraftsystem 30 ist über das Aussengehäuse
des Basis-Elastomer-Torsionsfederelements 28 mit dem im Wesentlichen starren Träger
(nicht gezeigt) des Stuhls verbunden. Die Lagerwelle 26 ist an ihren axialen Endabschnitten
drehfest mit dem Rückenträger verbunden. Lehnt sich eine auf dem Stuhl sitzende Person
mit dem Rückenteil zurück, so wird der Rückenträger und ein eventuell damit synchron
angelenkter Sitzträger geschwenkt. Da der Rückenträger drehfest mit der Lagerwelle
26 verbunden ist, wird die Lagerwelle 26 gedreht (in diesem Beispiel erfolgt die Umdrehung
entgegen dem Uhrzeigersinn). Dieser Umdrehung wirkt stets zumindest ein Rückstelldrehmoment
entgegen, welches durch das Basis-Elastomer-Torsionsfederelements 28 hervorgerufen
wird.
[0079] In der Figur 5 sind ferner Sperrelemente 32'-32"' gezeigt, welche an einer parallel
zur Lagerwelle 26 verlaufenden Welle angelenkt sind. Die Sperrelemente 32'-32"' sind
über Arretiernocken 34'-34"' ansteuerbar, welche radial an einer Nockenwelle 36 angebracht
sind. Bei der Ansteuerung werden die Sperrelemente 32'-32"' jeweils separat voneinander
diskret in zwei unterschiedliche Positionen geschwenkt. Bei dem in der Figur 5 dargestellten
Beispiel sind alle Sperrelemente 32'-32"' momentan derart angeordnet, dass sie mit
den Aussengehäuse-Nocken 18'-18"', welche auf den jeweiligen Aussengehäusen der Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' angeformt sind, nicht in Kontakt gebracht sind, sodass sich die Sperrelemente
32'-32"' und die Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' in einem entkoppelten Zustand
befinden. Die parallel zur Lagerwelle 26 verlaufende Nockenwelle 36 kann derart gedreht
werden, dass die einzelnen Arretiernocken 34'-34"' eine geänderte Position derart
einnehmen, bei welcher ein oder mehrere Sperrelemente 32' bzw. 32" bzw. 32"' (abhängig
von der jeweiligen Stellung der Nockenwelle 36 nach der jeweiligen Drehung) in eine
Position geschwenkt werden, in welcher diejenigen Sperrelemente 32' bzw. 32" bzw.
32"', welche bei der jeweiligen Drehung der Nockenwelle 36 geschwenkt wurden, mit
den jeweiligen Aussengehäuse-Nocken 18' bzw. 18" bzw. 18"' der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' in Kontakt gebracht und somit mit den jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelementen
10'-10"' gekoppelt werden (in Fig. 5 nicht gezeigt). In diesem gekoppelten Zustand
fixieren diejenigen Sperrelemente 32' bzw. 32" bzw. 32"', welche bei der jeweiligen
Drehung der Nockenwelle 36 geschwenkt wurden, die Aussengehäuse der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' in einer vorgegebenen Stellung.
[0080] Bei dem in Fig. 5 gezeigten Beispiel liegt keine Kopplung zwischen den Sperrelementen
32'-32"' und den Aussengehäuse-Nocken 18'-18"' vor, sodass sich bei dem oben geschilderten
Zurücklehnen einer auf dem Stuhl sitzenden Person die Lagerwelle 26 entgegen dem Uhrzeigersinn
drehen würde und die Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' als Ganzes der Drehung
der Lagerwelle 26 folgen würden. Wie oben beschrieben, ist das gesamte vom dem Kraftsystem
30 bereitgestellte Rückstelldrehmoment D in diesem Beispiel identisch mit dem Rückstelldrehmoment,
welches ausschliesslich durch das Basis-Elastomer-Torsionsfederelement 28 hervorgerufen
wird. Die Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' tragen dementsprechend nicht zu
dem vom dem Kraftsystem 30 bereitgestellten Rückstelldrehmoment D bei.
[0081] Bei einer geänderten Umdrehung der Nockenwelle 36 kann beispielsweise eine Kopplung
zwischen einem oder mehreren Sperrelementen 32'-32"' und einem oder mehreren Aussengehäuse-Nocken
18'-18"' realisiert werden. Somit sind diejenigen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"', welche an eines der jeweiligen Sperrelemente 32'-32"' gekoppelt sind, an
ihren Aussengehäusen arretiert. Dies hat zur Folge, dass das gesamte Rückstelldrehmoment,
welches vom dem Kraftsystem 30 bereitgestellt wird, aus der Summe aller Rückstelldrehmomente
besteht, welche durch das Basis-Elastomer-Torsionsfederelement 28 und diejenigen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"', welche jeweils mittels der jeweiligen Sperrelemente 32'-32"' arretiert sind,
hervorgerufen werden. Genauer gesagt, lässt sich das gesamte Rückstelldrehmoment in
Abhängigkeit von der Umdrehung der Nockenwelle 36 einstellen.
[0082] Wie in der Figur 5 gezeigt, sind die Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' unterschiedlich
dimensioniert. Dies hat zur Folge, dass sie jeweils unterschiedliche Rückstelldrehmomente
hervorrufen können. In diesem Beispiel ruft das Elastomer-Torsionsfederelement 10"'
ein grösseres Rückstelldrehmoment als das Elastomer-Torsionsfederelement 10" hervor,
welches ein grösseres Rückstelldrehmoment als das Elastomer-Torsionsfederelement 10'
hervorruft. Durch eine entsprechende separate Kopplung bzw. Entkopplung von einzelnen
Elastomer-Torsionsfederelementen 10'-10"' sind somit insgesamt acht unterschiedliche
Rückstelldrehmomente wählbar. Hierdurch sind Rückstelldrehmomente zuschaltbar, welche
jeweils dem individuellen Gewicht einer auf dem Stuhl sitzenden Person entsprechen.
Somit kann, durch eine geeignete Kopplung bzw. Entkopplung der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' und der jeweiligen Sperrelemente 32'-32"' eine Person mit beispielsweise
einem Gewicht von 45 kg eine ergonomisch angepasste Rückstellkraft erfahren, wie auch
eine Person mit einem Gewicht von beispielsweise 120 kg eine ergonomisch angepasste
Rückstellkraft erfahren kann. Aufgrund der oben geschilderten acht unterschiedlichen
Stufen, können auch Personen mit einem beispielsweise zwischen 45 kg und 120 kg liegenden
Gewicht ergonomisch optimal gestützt werden. Dadurch wird der Sitzkomfort stark erhöht.
[0083] Figur 6 zeigt ein Elastomer-Torsionsfederelement 10 in einer zweiten Ausführungsform.
In dieser Ausführungsform sind das Innengehäuse (nicht gezeigt) und das Aussengehäuse
14 in Relation zueinander durch ein Spannelement 38 vorgespannt. Zur genaueren Beschreibung
dieses Elastomer-Torsionsfederelements wird auf die Figuren 7A-7C verwiesen.
[0084] Figuren 7A-7C zeigen jeweils ein Kraftsystem 30 in unterschiedlichen Ansichten, welches,
ähnlich dem in Figur 5 dargestellten Beispiel, ebenfalls drei Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' enthält. Diese drei Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' sind jeweils
in der in Figur 6 dargestellten Ausführungsform ausgeführt. Das Kraftsystem 30 enthält
ferner ein Basis-Elastomer-Torsionsfederelement 28 und eine Welle 26. In dem dargestellten
Beispiel sind Spannelemente 38'-38"" enthalten, welche sich von den in den Figuren
4 und 5 gezeigten Spannelementen 20 unterscheiden. Die gezeigten Spannelemente 38'-38""
sind plattenähnliche Elemente, deren Innenbereiche rechteckig ausgestanzt sind. Hierbei
ist die Kontur der Ausstanzung formschlüssig an die Aussenkontur der (Vierkant-) Lagerwelle
26 angepasst. An den Aussenbereichen der Spannelemente 38'-38"" sind Wölbungen 39'-39""
angeformt, welche jeweils eine senkrechte Durchbohrung enthalten.
[0085] Bei der Montage des Kraftsystems 30 werden die Lagerwelle 26 und das Innengehäuse
des Basis-Elastomer-Torsionsfederelements 28 radial formschlüssig miteinander verbunden.
Nachfolgend wird ein erstes Spannelement 38' über seine Ausstanzung auf die Lagerwelle
26 aufgesteckt, sodass auch zwischen der Lagerwelle 26 und dem Spannelement 38' eine
radial formschlüssige Verbindung hergestellt ist. Anschliessend wird ein erstes Elastomer-Torsionsfederelement
10' auf die Lagerwelle 26 aufgesetzt. Diesem Schritt nachfolgend wird ein weiteres
Spannelement 38" aufgesetzt, usw. Nachdem alle drei Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' mit jeweils dazwischen gesetzten Spannelementen 38'-38"' auf die Lagerwelle
26 aufgesetzt sind, wird abschliessend das letzte Spannelement 38"" stirnseitig aufgesetzt.
[0086] Anschliessend werden die Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' entweder einzeln
oder gleichzeitig vorgespannt, indem beispielsweise ihre Aussengehäuse, bei radial
fixierter Lagerwelle 26, im Uhrzeigersinn um die Längsrichtung der Lagerwelle 26 gedreht
werden. Diese Drehung erfolgt bis zu einem Drehwinkel, bei welchem Stifte 40', 40"
durch die jeweiligen Bohrungen der Wölbungen 39'-39"" hindurch steckbar sind. Nachdem
die Stifte 40', 40" durch diese Bohrungen durchgesteckt sind, wird die Krafteinleitung
zum Umdrehen der Aussengehäuse beendet. In diesem Zustand verbleiben die einzelnen
Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' in dieser Position, da die jeweiligen Aussenflächen
der Aussengehäuse nun gegen einen Umfangsabschnitt der Stifte 40', 40" anstossen.
Somit ist es nicht mehr möglich, dass das jeweilige Aussengehäuse in den Anfangszustand
zurückgedreht wird.
[0087] Ein Vorteil der Anordnung und der Ausgestaltung der Spannelemente 38'-38"" besteht
darin, dass nunmehr, im Unterschied zu dem in den Figuren 4 und 5 gezeigten Beispiel,
kein Flansch in die jeweiligen Innengehäuse der Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"'
gesteckt ist. Somit steht die Lagerwelle 26 mit der gesamten Innenfläche der jeweiligen
Innengehäuse im radial formschlüssigen Eingriff. Dadurch wird ein Spiel zwischen der
Lagerwelle 26 und dem Innengehäuse der Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' vermieden.
Im Falle des in den Figuren 4 und 5 dargestellten Beispiels tritt hingegen ein Lagerspiel
auf, welches darauf beruht, dass die Einleitung der Rückstelldrehmomente der jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' in die Lagerwelle 26 abschnittsweise über
die Flansche 22 erfolgt und die Innengehäuse der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' demzufolge nicht mit der Lagerwelle 26 in mechanischem Kontakt stehen können
(siehe Figuren 4 und 5).
[0088] Ein weiterer Vorteil des in Figuren 7A-7C gezeigten Beispiels besteht darin, dass
die Montage gegenüber dem in den Figuren 4 und 5 dargestellten Beispiel, bei welchem
jedes Elastomer-Torsionsfederelement zuvor mit seinen Spannelementen 20 bestückt wurde,
sehr viel einfacher ist. Zudem wird die Montagezeit stark verkürzt. Ein weiterer Vorteil
besteht in der weitaus einfacheren und weniger zeitintensiven Herstellung der einzelnen
Spannelemente 38'-38"". Diese können lediglich mittels Ausstanzung kostengünstig hergestellt
werden.
[0089] Figuren 8A-8C zeigen jeweils ein Elastomer-Torsionsfederelement 10 in der zweiten
beispielhaften Ausführungsform, bei welchem das Innengehäuse 12 und das Aussengehäuse
14 in Relation zueinander in Abfolge der Figuren um einen zunehmenden Drehwinkel ϕ
gegeneinander verdreht sind. In Fig. 8A ist das Elastomer-Torsionsfederelement 10
in einem unverdrehten Anfangszustand dargestellt, wobei angenommen ist, dass der Elastomer-Körper
16 in diesem Zustand keine elastische Deformation aufweist und somit kein Rückstelldrehmoment
zwischen dem Innengehäuse 12 und dem Aussengehäuse 14 erzeugen (D=0) . Hierbei sind
das Innengehäuse 12 und das Aussengehäuse 14 in Relation zueinander bei einem Drehwinkel
ϕ von -40° entgegen dem Uhrzeigersinn verdreht angeordnet. In Fig. 8B ist das Elastomer-Torsionsfederelement
10 in einem im Uhrzeigersinn verdrehten Zustand dargestellt. Hierbei ist das Innengehäuse
12 relativ zum Aussengehäuse 14 bei einem Drehwinkel ϕ=0° angeordnet. Genauer gesagt,
sind das Innengehäuse 12 und das Aussengehäuse 14 in Relation zueinander, im Vergleich
zu dem in Fig. 8A gezeigten Anfangszustand, um Δϕ=40° verdreht. In Fig. 8C ist das
Elastomer-Torsionsfederelement 10 verdrehten Zustand gezeigt, wobei das Innengehäuse
12 im Vergleich zu den Zuständen gemäss Fig. 8A um Δϕ=70° verdreht ist.
[0090] Der Vorteil des Drehversatzes um -40° zwischen dem Innengehäuse 12 und Aussengehäuse
14 im Vergleich zum unverdrehten Anfangszustand (Fig. 8A) liegt darin, dass ein weiteres
Umdrehen zwischen dem Innengehäuse 12 und Aussengehäuse 14 in Relation zueinander
im Uhrzeigersinn (siehe Fig. 8B-8c) in einem Drehwinkelbereich erfolgt, in welchem
die Kennlinie des Rückstelldrehmoments als Funktion des Drehwinkels ϕ über einen grossen
Winkelbereich linear verläuft und eine besonders grosse Steigung als Funktion des
Drehwinkels aufweist.
[0091] Figur 9 zeigt das in Figuren 7A-7C dargestellte Kraftsystem 30, welches in einen
Träger 42 eines Stuhls (in Fig. 9 nicht gezeigt) eingebaut ist. Hierbei ist das Basis-Elastomer-Torsionsfederelement
28 über sein Aussengehäuse fest mit dem Träger 42 verbunden. Die Lagerwelle (nicht
gezeigt) kann durch eine Öffnung des Trägers 42 hindurch mit einem Abschnitt eines
Rückenträgers 44 drehfest gekoppelt sein. Der Rückenträger 44 wiederum dient zur Aufnahme
eines Rückenteils 3 gemäss Fig. 1 (in Fig. 9 nicht gezeigt), mit welchem eine im Wesentlichen
senkrecht verlaufende Rückenlehne 4 gemäss Fig. 1 verbunden ist. Die Rückenlehne 4
ist somit gegen das durch das Kraftsystem 30 eingeleitete Rückstelldrehmoment schwenkbar.
Ferner kann ein Sitzträger für einen Sitz 5 gemäss Fig. 1 mit dem Rückenträger 44
und/oder der Rückenlehne verbunden sein, sodass der Sitz 5 synchron zu der Rückenlehne
4 schwenkbar ist.
[0092] Wie bereits zur Beschreibung des in Figur 5 dargestellten Kraftsystems 30 beschrieben,
wird die Lagerwelle 26 gedreht, sobald sich eine auf dem Stuhl sitzende Person zurücklehnt.
Bei dem in Figur 9 gezeigten Beispiel würde sich die Lagerwelle beim Zurücklehnen
der Person im Uhrzeigersinn umdrehen. In einem Zustand, bei welchem die Aussengehäuse-Nocken
(nicht gezeigt) der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' des Kraftsystems
30 nicht über die Sperrelemente mit dem Träger 42 gekoppelt sind, würden die einzelnen
Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' dieser Drehung folgen.
[0093] In Abhängigkeit von einer jeweiligen Umdrehung der Nockenwelle 36 können die einzelnen
Sperrelemente 32'-32"', jeweils betätigt durch einzelne auf der Nockenwelle 36 angeordnete
Arretiernocken 34'-34"', derart geschaltet werden, dass sie mit den jeweiligen Aussengehäuse-Nocken
18'-18"' der Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' gekoppelt werden. Ist ein gekoppelter
Zustand mit einem beliebigen Aussengehäuse-Nocken 18'-18"' eines Elastomer-Torsionsfederelements
10', 10" oder 10"' hergestellt, so würde dieses gekoppelte Elastomer-Torsionsfederelement
10', 10" oder 10"' sein jeweiliges Rückstelldrehmoment, zusätzlich zu dem Rückstelldrehmoment
des Basis-Elastomer-Torsionsfederelements 28, auf die Lagerwelle 26 anlegen. Somit
sind die Elastomer-Torsionsfederelemente 10', 10" oder 10"' vorteilhaft derart ausgebildet
und angeordnet, dass sie, einzeln geschaltet, ein zu dem Drehwinkel lineares Rückstelldrehmoment,
welches dem Gewicht einer auf dem Stuhl sitzenden Person angepasst ist, auf den Rückenträger
anlegen. Hierdurch wird eine optimale Rückstellkraft gegen den Rücken der Person angelegt,
wodurch der Sitzkomfort erhöht wird.
[0094] Fig. 10A-10E zeigen unterschiedliche Ansichten einer Spannvorrichtung 46 zum Vorspannen
der in den Figuren 7A-7C gezeigten Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' mit den
dazwischen und stirnseitig aufgesetzten Spannelementen 38'-38"". In Fig. 10A und 10C
ist die Spannvorrichtung 46 jeweils in einer Vollansicht, von unterschiedlichen Richtungen
aus betrachtet, dargestellt. In Fig. 10B und 10D ist die Spannvorrichtung 46 jeweils
in einer Detailansicht, von unterschiedlichen Richtungen aus betrachtet, dargestellt.
Die Spannvorrichtung 46 dient zum einfachen und schnellen Vorspannen der einzelnen
Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' mit nur wenigen Schritten. Die Spannvorrichtung
46 enthält Fixiereinrichtungen 48', 48", welche die Lagerwelle 26 (in Fig. 10A-10E
nicht gezeigt) an ihren axialen Enden festgespannt fixieren. Auf die Lagerwelle 26
sind zuvor, wie zur Beschreibung der Figuren 7A-7C dargelegt, die einzelnen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' aufgesteckt, wobei die Spannelemente 38'-38"" jeweils dazwischen und stirnseitig
aufgesteckt sind. Diese Spannelemente 38'-38"" sind jeweils radial formschlüssig mit
der Lagerwelle verbunden.
[0095] Die Spannvorrichtung 46 enthält ferner einen Stab 50, welcher senkrecht zwischen
zwei Hebelarmen eines Hebels 52 verbunden ist. Die Hebelarme sind über Spannvorrichtungslager
54', 54" schwenkbar angelenkt. Der Hebel 52 lässt sich an seinem unteren Ende über
einen Antrieb 56 vor und zurück auslenken. Bei einer Auslenkung des unteren Abschnittes
des Hebels 52 in einer Richtung aus der Figurenebene der Fig. 10A heraus wird der
Stab 50 zu den Elastomer-Torsionsfederelementen 10'-10"' hin ausgelenkt, wie durch
einen Pfeil A angedeutet.
[0096] Wie besonders gut in Fig. 10C-10E zu erkennen, gelangt, bei einer ersten Stufe der
Auslenkung des Stabes 50 in Richtung des Pfeils A, ein Oberflächenbereich des Stabes
50 zunächst mit einem Bereich der Aussenfläche des Aussengehäuses eines ersten Elastomer-Torsionsfederelements
10"', beispielsweise über einen daran ausgeformten Aussengehäuse-Nocken 18'-18"',
in Eingriff.
[0097] Ab einer zweiten Stufe der Auslenkung des Stabes 50 in Richtung des Pfeils A gelangt
ein weiterer Oberflächenbereich des Stabes 50 mit der Aussenfläche des Aussengehäuses
eines zweiten Elastomer-Torsionsfederelements 10" in Eingriff. Während der Auslenkung
des Stabes 50 zwischen der ersten Stufe und der zweiten Stufe, wird die zuvor in Eingriff
gebrachte Aussenfläche des Aussengehäuses des ersten Elastomer-Torsionsfederelements
10"' mitgeschwenkt bzw. gedreht. Bei einer dritten Stufe der Auslenkung des Stabes
50 in Richtung des Pfeils A wird ein Bereich der Aussenfläche des Aussengehäuses eines
dritten Elastomer-Torsionsfederelements 10' in Eingriff genommen. Während der Auslenkung
des Stabes 50 zwischen der zweiten Stufe und der dritten Stufe werden die Elastomer-Torsionsfederelemente
10"' und 10" ausgelenkt bzw. gedreht. Bei einer vierten Stufe der Auslenkung des Stabes
50 sind nun alle Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' parallel zueinander derart
ausgelenkt bzw. gedreht, dass die ebenfalls in Figuren 7A-7C dargestellten Stifte
40', 40" durch die Bohrungen der jeweiligen Wölbungen 39'-39"" der einzelnen Spannelemente
38'-38"" hindurch gesteckt werden können. Sobald die Stifte 40', 40" durch die genannte
Bohrungen gesteckt sind, wird die genannte Auslenkung des Stabes 50 rückgängig gemacht,
d.h. der Stab 50 wird entgegen der Pfeilrichtung A bewegt. Die eingesetzten Stifte
40', 40" liegen an den einzelnen Aussenflächen der Aussengehäuse der Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' an und sind aufgrund der Wirkung der Rückstelldrehmomente der Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' eingespannt. Ferner sind die Stifte 40', 40" jeweils durch die radial drehstarr
gekoppelten Spannelemente 38'-38"" gehalten. Somit können die einzelnen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' nicht mehr in den jeweils unausgelenkten Initialzustand (Fig. 10A-10E) zurückkehren.
[0098] Figur 10E zeigt die Spannvorrichtung 46 in einer axial zu den Spannvorrichtungslagern
54', 54" betrachteten Ansicht. In dieser Figur ist besonders deutlich zu erkennen,
dass die einzelnen Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' in ihrem Initialzustand
jeweils unterschiedlich ausgelenkt sind. Dies liegt daran, dass die jeweiligen Innengehäuse
der Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' in Relation zur Kontur ihrer jeweiligen
Aussengehäuse jeweils mit einem Drehversatz angeordnet sind, welcher für die Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' jeweils unterschiedlich gross ist. Die Drehversätze können für die Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' beispielsweise 20°, 25° und 40° betragen. Bedingt durch den jeweils unterschiedlichen
Drehversatz zwischen dem Innengehäuse und Aussengehäuse, werden die einzelnen Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' somit auch unterschiedlich stark vorgespannt. In diesem Beispiel wird somit
das Elastomer-Torsionsfederelement 10"' stärker vorgespannt als das Elastomer-Torsionsfederelement
10", welches wiederum stärker vorgespannt wird als das Elastomer-Torsionsfederelement
10'. Wie in den Figuren 10A und 10C-10E angedeutet, können die Stifte 40', 40" nach
dem Vorspannen durch die Bohrungen der Wölbungen 39'-39"" der jeweiligen Spannelemente
38'-38"" hindurch gesteckt werden. Somit wird die jeweilige Vorspannung der einzelnen
Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' durch die Stifte 40', 40" beibehalten.
[0099] Diese Vorspannung kann nicht unterschritten werden, jedoch können die Aussengehäuse
der einzelnen Elastomer-Torsionsfederelemente 10'-10"' relativ zu den entsprechenden
Innengehäusen in eine Drehrichtung derart weitergedreht werden, dass das von dem jeweiligen
Torsionsfederelement 10'-10"' erzeugte Rückstelldrehmoment mit wachsendem Drehwinkel
vergrössert wird, bis die an dem jeweiligen Aussengehäuse angeformten Aussengehäuse-Nocken
18'-18"' gegen den Stift 40' anstossen. In diesem Zustand sind die Elastomer-Torsionsfederelemente
10'-10"' an ihrem maximal zulässigen Drehwinkel angelangt und stellen jeweils das
grösstmögliche Rückstelldrehmoment bereit.
[0100] Die in den Figuren 10A-10E gezeigte Spannvorrichtung 46 und das hierzu beispielhaft
beschriebene Verfahren zeigen auf, dass das zuvor beschriebene Kraftsystem 30 auch
bei unterschiedlich vorgespannten Elastomer-Torsionsfederelementen 10'-10"' sehr schnell
und mit nur wenigen Handgriffen hergestellt werden kann.
1. Sitzeinrichtung (1),
mit einem Sitz (5),
mit einem Rückenträger (44),
mit einem Träger (42) für den Rückenträger (44) und/oder den Sitz (5), wobei der Rückenträger
(44) und/oder der Sitz (5) am Träger (42) derart schwenkbar angelenkt ist, dass eine
Schwenkbewegung des Rückenträgers (44) und/oder des Sitzes (5) um eine Drehachse (6)
ausführbar ist; und
mit mindestens einem Elastomer-Torsionsfederelement (10, 28), welches ein Innengehäuse
(12), ein das Innengehäuse (12) umgebendes Aussengehäuse (14) und einen in einem Zwischenraum
zwischen dem Innengehäuse (12) und dem Aussengehäuse angeordneten Elastomer-Körper
(16) umfasst,
welches Innengehäuse (12) mindestens eine Kontaktfläche (12a) aufweist, an welcher
der Elastomer-Körper (16) mit dem Innengehäuse (12) in Kontakt ist,
welches Aussengehäuse (14) mindestens eine Kontaktfläche (14a) aufweist, an welcher
der Elastomer-Körper (16) mit dem Aussengehäuse (14) in Kontakt ist,
wobei der Elastomer-Körper (16) mit der Kontaktfläche (12a) des Innengehäuses (12)
und der Kontaktfläche (14a) des Aussengehäuses (14) fest verbunden ist,
wobei das Innengehäuse (12) und/oder das Aussengehäuse (14) des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
(10, 28) um die Drehachse (6) drehbar angeordnet ist
und der Träger (42) mit dem Aussengehäuse (14) des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
(10, 28) und der Rückenträger (44) und/oder der Sitz (5) mit dem Innengehäuse (12)
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements (10, 28) derart gekoppelt ist, dass
bei der jeweiligen Schwenkbewegung des Rückenträgers (44) und/oder des Sitzes (5)
eine Drehung des Innengehäuses (12) um einen Drehwinkel (ϕ) um die Drehachse (6) ausgeführt
wird, bei welcher Drehung das Innengehäuse (12) relativ zum Aussengehäuse (14) bewegt
und dabei eine Deformation des Elastomer-Körpers (16) erzeugt wird, sodass der Elastomer-Körper
(16) zwischen dem Aussengehäuse (14) und dem Innengehäuse (12) ein Rückstelldrehmoment
erzeugt, welches der Drehung entgegengerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kontaktfläche (12a) des Innengehäuses (12) in einer zur Drehachse (6) senkrechten
Schnittebene einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweist und/oder die Kontaktfläche
(14a) des Aussengehäuses (14) in einer zur Drehachse (6) senkrechten Schnittebene
einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweist.
2. Sitzeinrichtung (1),
mit einem Sitz (5),
mit einem Rückenträger (44),
mit einem Träger (42) für den Rückenträger (44) und/oder den Sitz (5), wobei der Rückenträger
(44) und/oder der Sitz (5) am Träger (42) derart schwenkbar angelenkt ist, dass eine
Schwenkbewegung des Rückenträgers (44) und/oder des Sitzes (5) um eine Drehachse (6)
ausführbar ist; und
mit mindestens einem Elastomer-Torsionsfederelement (10, 28), welches ein Innengehäuse
(12), ein das Innengehäuse (12) umgebendes Aussengehäuse (14) und einen in einem Zwischenraum
zwischen dem Innengehäuse (12) und dem Aussengehäuse angeordneten Elastomer-Körper
(16) umfasst,
welches Innengehäuse (12) mindestens eine Kontaktfläche (12a) aufweist, an welcher
der Elastomer-Körper (16) mit dem Innengehäuse (12) in Kontakt ist,
welches Aussengehäuse (14) mindestens eine Kontaktfläche (14a) aufweist, an welcher
der Elastomer-Körper (16) mit dem Aussengehäuse (14) in Kontakt ist,
wobei der Elastomer-Körper (16) mit der Kontaktfläche (12a) des Innengehäuses (12)
und der Kontaktfläche (14a) des Aussengehäuses (14) fest verbunden ist,
wobei das Innengehäuse (12) und/oder das Aussengehäuse (14) des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
(10, 28) um die Drehachse (6) drehbar angeordnet ist
und der Träger (42) mit dem Innengehäuse (12) des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
(10, 28) und der Rückenträger (44) und/oder der Sitz (5) mit dem Aussengehäuse (14)
des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements (10, 28) derart gekoppelt ist, dass
bei der jeweiligen Schwenkbewegung des Rückenträgers (44) und/oder des Sitzes (5)
eine Drehung des Aussengehäuses (14) um einen Drehwinkel (ϕ) um die Drehachse (6)
ausgeführt wird, bei welcher Drehung das Innengehäuse (12) relativ zum Aussengehäuse
(14) bewegt und dabei eine Deformation des Elastomer-Körpers (16) erzeugt wird, sodass
der Elastomer-Körper (16) zwischen dem Aussengehäuse (14) und dem Innengehäuse (12)
ein Rückstelldrehmoment erzeugt, welches der Drehung entgegengerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kontaktfläche (12a) des Innengehäuses (12) in einer zur Drehachse (6) senkrechten
Schnittebene einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweist und/oder die Kontaktfläche
(14a) des Aussengehäuses (14) in einer zur Drehachse (6) senkrechten Schnittebene
einen nicht kreisförmigen Querschnitt aufweist.
3. Sitzeinrichtung (1) nach Anspruch 1, bei welcher das Aussengehäuse (14) des jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelements (10, 28) mit dem Träger (42) verbunden ist und das
Innengehäuse (12) des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements (10, 28) mit einer
um die Drehachse (6) drehbaren Lagerwelle (26) verbunden ist, welche drehstarr mit
dem Rückenträger (44) und/oder dem Sitz (5) verbunden ist.
4. Sitzeinrichtung (1) nach Anspruch 2, bei welcher das Innengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
mit dem Träger verbunden ist und das Innengehäuse des jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelements
mit einer um die Drehachse drehbaren Lagerwelle verbunden ist, welche drehstarr mit
dem Rückenträger und/oder dem Sitz verbunden ist.
5. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Kontaktfläche
(12a) des Innengehäuses (12) und die Kontaktfläche (14a) des Aussengehäuses (14) derart
relativ zueinander angeordnet sind, dass bei der Drehung des Innengehäuses (12) und/oder
des Aussengehäuses (14) um die Drehachse (6) zumindest in einem vorbestimmten Drehwinkelbereich
eine Reduktion (x1-x2, y1-y2) einer Distanz zwischen einem definierten Punkt des Innengehäuses
(12) und einem definierten Punkt des Aussengehäuses (14) hervorrufbar ist.
6. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Kontaktfläche
(12a) des Innengehäuses (12) und die Kontaktfläche (14a) des Aussengehäuses (14) in
einer zur Drehachse (6) senkrechten Schnittebene einen nicht kreisförmigen Querschnitt
aufweisen und derart relativ zueinander angeordnet sind, dass mittels der Drehung
des Innengehäuses (12) und/oder des Aussengehäuses (14) um die Drehachse (6) eine
Druckbelastung in zumindest einem Bereich des Elastomer-Körpers (16) hervorrufbar
ist.
7. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Kontaktfläche
(12a) des Innengehäuses (12) und/oder die Kontaktfläche (14a) des Aussengehäuses (14)
- jeweils in einer zur Drehachse (6) senkrechten Schnittebene - polygonal oder zumindest
abschnittsweise geradlinig ausgebildet sind.
8. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Kontaktfläche
(14a) des Aussengehäuses (14)
(a) zumindest abschnittsweise zylindrisch ausgebildet ist oder
(b) - jeweils in einer zur Drehachse (6) senkrechten Schnittebene - rechteckig ausgebildet
ist, wobei zumindest zwei paarweise gegenüberliegende Ecken abgerundet sind, oder
(c) zwei paarweise gegenüberliegende, gleichschenklige Winkelsegmente und zwei paarweise
gegenüberliegende Halbkreissegmente, deren Enden jeweils mit den Enden der Winkelsegmente
verbunden sind, enthält.
9. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Kontaktfläche
(12a) des Innengehäuses (12) - jeweils in einer zur Drehachse (6) senkrechten Schnittebene
- rechteckig ausgebildet ist.
10. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verhältnis
des Flächeninhalts (Fa) eines Innenquerschnitts des jeweiligen Aussengehäuses (14)
zum Flächeninhalt (Fi) eines Aussenquerschnitts des jeweiligen Innengehäuses (12)
grösser als 7/3 ist.
11. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Elastomer-Körper
(16) ein oder mehrere durch den Elastomer-Körper (16) durchgehende Löcher (17) aufweist,
wobei sich das jeweilige Loch (17) entlang der Drehachse (6) erstreckt.
12. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an dem jeweiligen
Elastomer-Torsionsfederelement (10)ein Halteelement (19, 20, 38, 38'-38"") angeordnet
ist, welches dazu ausgelegt ist,
(i) das Innengehäuse (12) in einer vorgegebenen Grundstellung relativ zum Aussengehäuse
(14) zu halten, in welcher Grundstellung der Elastomer-Körper (16) eine vorgegebene
elastische Verformung aufweist und zwischen dem Aussengehäuse (14) und dem Innengehäuse
(12) ein Rückstelldrehmoment erzeugt, welches gleich einem vorgegebenen Mindest-Wert
ist, und
(ii) eine Drehung des Innengehäuses (12) relativ zum Aussengehäuse um einen Drehwinkel
(ϕ) um die Drehachse (6) in eine Drehrichtung freizugeben, in welcher das Rückstelldrehmoment
mit wachsendem Drehwinkel (ϕ) zunimmt.
13. Sitzeinrichtung (1) nach Anspruch 12, bei welchem das Halteelement zumindest ein Spannelement
(19, 20, 38, 38'-38"") enthält, welches entweder
(i) einen ersten Abschnitt aufweist, der mit dem Innengehäuse (12) in einem festen
Eingriff steht, und einen zweiten Abschnitt aufweist, der - wenn sich das Innengehäuse
(12) in der vorgegebenen Grundstellung relativ zum Aussengehäuse befindet - gegen
einen Abschnitt des Aussengehäuses (14) anschlägt und eine Drehung des Innengehäuses
(12) und des Aussengehäuses (14) in Relation zueinander um die Drehachse (6) in diejenige
Drehrichtung freigibt, in welche das Rückstelldrehmoment zunimmt, oder
(ii) einen ersten Abschnitt aufweist, der mit dem Aussengehäuse (14) in einem festen
Eingriff steht, und einen zweiten Abschnitt aufweist, der - wenn sich das Innengehäuse
(12) in der vorgegebenen Grundstellung relativ zum Aussengehäuse (14) befindet - gegen
einen Abschnitt des Innengehäuses (12) anschlägt und eine Drehung des Innengehäuses
(12) und des Aussengehäuses (14) in Relation zueinander um die Drehachse (6) in diejenige
Drehrichtung freigibt, in welche das Rückstelldrehmoment zunimmt.
14. Sitzeinrichtung (1) nach Anspruch 13, bei welchem das Innengehäuse (12) eine Ausnehmung
(12.1) umfasst und der erste Abschnitt des Spannelements (20) drehstarr in diese Ausnehmung
(12.1) im Innengehäuse (12) gesteckt ist und der zweite Abschnitt des Spannelements
(20) - wenn sich das Innengehäuse (12) in der vorgegebenen Grundstellung relativ zum
Aussengehäuse (14) befindet - gegen einen Abschnitt des Aussengehäuses (14) anschlägt.
15. Sitzeinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, mit
einer Mehrzahl des Elastomer-Torsionsfederelements, wobei die jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
derart nebeneinander angeordnet sind, dass die Innengehäuse (12) und/oder die Aussengehäuse
(14) der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente um dieselbe Drehachse (6) drehbar
angeordnet sind.
16. Sitzeinrichtung (1) nach Anspruch 15, wobei die Innengehäuse der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
starr miteinander verbunden sind und/oder die Aussengehäuse der jeweiligen Elastomer-Torsionsfederelemente
starr miteinander verbunden sind.