[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Holzstoff mit einer Hackschnitzelwäsche,
einer imprägnierung, einer Mahlung und einer Bleiche, insbesondere Peroxidbleiche.
[0002] Holzstoffe mit unterschiedlichen Qualitätsmerkmalen werden heute in der Papier- und
Kartonherstellung auf vielfache Weise eingesetzt. Zur Erzielung von hohen Weißgraden
werden die Holzstoffe nach verschiedenen Verfahren gebleicht, abhängig von der Art
des verwendeten Holzes, des Herstellungsprozesses und den Anforderungen an den Weißgrad.
Bei hohen Weißgraden kommt fast ausschließlich die Bleiche mit Wasserstoffperoxid
(H202) oder eine kombinierte Bleiche mit Wasserstoffperoxid und Natriumdithionit (Na2S2O5)
zum Einsatz.
[0003] Bei der Verwendung von Nadelhölzem ("Softwood"; TMP, CTMP) erfolgt die Bleiche nach
dem Stand der Technik nach der Mahlung ("Nachbieiche"). Die Bleiche kann dabei 1-stufig
oder 2-stufig als Peroxidbleiche oder als Kombinationsbleiche (P-Y) ausgeführt sein.
Die Mahlung erfolgt nach dem TMP-Verfahren ohne zusätzlichen Einsatz von Chemikalien,
oder beim CTMP Prozess mit Einsatz von Chemikalien (z. B. Natriumsulfit, Na2S03, oder
Natriumbisulfit, NaHSO3) in einer Vorbehandlungsstufe (Imprägnierung). Die Mahlung
selbst kann einstufig oder mehrstufig mit Hochkonsistenz und/oder Niederkonsistenz-Refinern
ausgeführt sein. In neueren Verfahren ist auch eine Dosierung von Peroxid vor dem
oder im Refiner oder nach dem Refiner vorgesehen.
[0004] Faserstoffe aus Laubhölzem ("Hardwood", wie z. B. Pappel, Aspe, Birke, Eukalyptusarten,
etc.) werden nach dem chemi - mechanischen Verfahren unter Zugabe von Chemikalien
vor der Mahlung hergestellt. Dabei sind heute zwei wesentliche Verfahren bekannt:
1. (B)CTMP....Bleached Chemi-Thermo Mechanical Pulp
2. P-RC APMP...Pre-treatment Refiner Chemical Alkaline Peroxide Mechanical Pulp
[0005] Bei den bisherigen Verfahren besteht das Problem, dass das zugeführte Bleichmittel,
z.B. Peroxid (H2O2) in Gegenwart von Störstoffen, wie zum Beispiel Schwermetallen,
zersetzt wird und es zu einer verminderten Bleichwirkung und einem erhöhten Verbrauch
des Bleichmittels (z.B. Peroxid) kommt. Als Schwermetalle sind hier besonders Mangan,
Eisen und Kupfer zu nennen, die zum Zerfall von Bleichmitteln, insbesondere Peroxid
beitragen.
[0006] Ziel der Erfindung ist es daher diesen als "katalytische Zersetzung" bekannten Zerfall
des Bleichmittels, insbesondere Peroxids zu verhindern und ein optimales Profil an
Schwermetallen im Prozess einzustellen.
[0007] Dies erfolgt erfindungsgemäß dadurch, dass eine saure Waschstufe mit und/oder ohne
Zugabe von Komplexbildner in der Imprägnierung und/oder in der Hackschnitzelwäsche
eingesetzt wird.
[0008] Ziel dieser sauren Wäsche ist die Entfernung von Schwermetallen vor der ersten Bleichstufe
und vor der ersten Mahlung. Dadurch kommt es zu einer Erhöhung der Effizienz der Bleiche
(höherer Weißgrad und reduzierter Bleichmittelverbrauch, insbesondere Peroxidverbrauch).
Die Wasserkreisläufe der Hackschnitzelwäsche und der Imprägnierstufe(n) sind weitgehend
von dem Wasserkreislauf der Bleichstufen (nach der Mahlung) getrennt. Außerdem sind
die Wassermengen in der Imprägnierung gering, sodass es einfacher wird, den Wasserkreislauf
optimal zu gestalten.
[0009] Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen beispielhaft beschrieben, wobei
Fig. 1 ein (B)CTMP....Bleached Chemi-Thermo Mechanical Pulp Verfahren gemäß dem Stand
Technik
Fig. 2 ein P-RC APMP...Pre-treatment Refiner Chemical Alkaline Peroxide Mechanical
Pulp Verfahren gemäß dem Stand der Technik,
Fig. 3 eine erste Variante des Verfahrens gemäß der Erfindung
Fig. 4 eine zweite Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens und
Fig. 5 eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens
darstellen.
[0010] Beim (B)CTMP Verfahren gemäß Fig. 1, werden die Hackschnitzel nach der Hackschnitzelwäsche
in eine sogenannte Imprägnierstufe geführt und mit Chemikalien für die Vorbehandlung
versetzt, wobei in bestimmten Fällen die Hackschnüzelwäsche auch entfallen kann oder
als Teil der Imprägnierung ausgeführt ist. Als Chemikalien kommen in erster Linie
Natriumsulfit (Na2SO3) und Natronlauge (NaOH) oder Gemische von beiden zum Einsatz.
Eventuell sind noch weitere Hilfschemikalien erforderlich. Nach der lmprägnierstufe
und einer kurzen Reaktionszeit, werden die imprägnierten Hackschnitzel der ersten
Mahlstufe zugeführt. Die Zerfaserung erfolgt in einer oder mehreren Mahlstufen, entsprechend
den Anforderungen an die Qualität des Faserstoffes. In diesen Anlagen erfolgt eine
allfällige Bleiche des Faserstoffes im Allgemeinen am Fertigstoff, jedenfalls aber
nach der ersten Mahlstufe oder nach einer der Mahlstufen. Die Bleiche kann als einstufige
oder mehrstufige Bleiche ausgeführt sein, abhängig vom erforderlichen Weißgrad. Vor
und zwischen den Bleichstufen sind ein oder mehrere Waschstufen vorgesehen, um vorhandene
organische und anorganische Störstoffe auszuwaschen, die die Bleiche beeinträchtigen
und zu einem erhöhten Chemikalienverbrauch und / oder schlechterem Weißgrad führen.
[0011] Als Bleiche wird meist eine Peroxidbleiche eingesetzt. Das vorrangige Ziel der Peroxidbleiche
ist die Erreichung des erforderlichen Weißgrades mit dem geringst möglichen Peroxidverbrauch.
Es ist eine Eigenschaft der Peroxidbleiche, dass das zugeführte Peroxid (H2O2) in
Gegenwart von Störstoffen, wie zum Beispiel Schwermetallen, zersetzt wird und es zu
einer verminderten Bleichwirkung und einem erhöhten Verbrauch des Bleichmittels (Peroxid)
kommt. Als Schwermetalle sind hier besonders Mangan, Eisen und Kupfer zu nennen, die
zum Zerfall von Peroxid beitragen, Um diesen als "katalytische Zersetzung" bekannten
Zerfall des Peroxids zu verhindern, ist es notwendig ein optimales Profil an Schwermetallen
im Prozess einzustellen. Dazu werden verschiedene Maßnahmen getroffen.
[0012] Beim P-RC APMP Verfahren gemäß Fig. 2, werden die Hackschnitzel nach der Wäsche der
Imprägnierung zugeführt. Auch hier kann in bestimmten Fällen die Hackschnitzelwäsche
als Teil der Imprägnierung ausgeführt sein. In der Imprägnierstufe werden die Hackschnitzel
zuerst in einer sogenannten Hackschnitzelpresse (Impressafiner) kompaktiert und ausgepresst,
wobei Wasser und Störstoffe entfernt werden. Nach dem Auspressen werden Chemikalien
zugeführt. Als Chemikalien kommen hier hauptsächlich Natronlauge (NaOH), Peroxid (H2O2)
und Hilfschemikalien zur Stabilisierung des Peroxids zum Einsatz (z. B. Silikat, DTPA
oder ähnliche). NaOH kann auch durch andere Alkali oder Erdalkali ersetzt werden,
z. B. Mg(OH)2 oder Na2C03 und ähnliche. Die imprägnierten Hackschnitzel werden einem
Reaktionsbehälter zugeführt und nach einer Reaktionszeit zur ersten Refinerstufe geführt.
Im Refiner erfolgt die Zerfaserung der Hackschnitzel. Im oder nach dem Refiner werden
weitere Bleichchemikalien zugemischt und die Fasern in einem Bleichturm auf die erforderliche
Weiße gebleicht. Die weitere Mahlung der Fasern erfolgt in weiteren Hochkonsistenz-
oder Niederkonsistenz- Refinem.
[0013] Die Imprägnierung kann auch 2-stufig ausgeführt sein, um die Effizienz der Vorbehandlung
und der Bleiche zu verbessern und / oder den Energieverbrauch im Refiner zu reduzieren
und / oder die Faserqualität zu verbessern. Dies ist bei manchen Holzarten und für
bestimmte Anwendungen besonders wichtig. Dabei werden die imprägnierten Hackschnitzel
nach dem ersten Reaktionsbehälter nicht zum Refiner sondern einer weiteren Hackschnitzelpresse
zugeführt. Nach dem Auspressen werden wiederum Chemikalien (wie in der 1. Imprägnierstufe)
dosiert und die imprägnierten Hackschnitzel einem zweiten Reaktionsbehälter zugeführt.
Nach der vorgegebenen Reaktionszeit werden die Hackschnitzel in der ersten Mahlstufe
gemahlen und anschließend in einem Bleichturm gebleicht, wie oben beschrieben.
[0014] Bei Vorhandensein von zwei Imprägnierstufen wird oft die erste lmprägnierstufe zum
Auswaschen von Störstoffen, wie z. B. Harz oder Schwermetallen, verwendet. Deshalb
wird in der ersten Stufe nur Wasser und Komplexbildner (DTPA) dosiert. Die Schwermetalle,
wie z. B. Mangan (Mn) oder Eisen (Fe), werden in der ersten Reaktionsstufe gebunden,
indem sie lösliche Komplexe mit dem DTPA bilden (komplexiert) und in der anschließenden
Hackschnitzelpresse gemeinsam mit dem Filtrat aus den Hackschnitzeln ausgepresst und
entfernt. Sie stellen daher weiterhin kein Problem für die Bleichreaktion und den
Zerfall von Peroxid dar.
[0015] Erfindungsgemäß werden die Hackschnitzel in einer Hackschnitzelwäsche gewaschen und
anschließend einer 1-stufigen oder 2-stufigen Imprägnierung zugeführt. Das Verfahren
ist auf Nadelholz und Laubhölzer anwendbar. Fig, 3 zeigt ein erfindungsgemäßes Verfahren.
[0016] Bei Anlagen nach dem APMP-Verfahren oder P-RC APMP Verfahren werden die Hackschnitzel
nach der Hackschnitzelwäsche (HS-Wäsche) in einer Hackschnitzelpresse 1 als erster
Entwässerungsstufe ausgepresst. Anschließend wird unmittelbar nach der Entwässerung
eine Säure, wie zum Beispiel Schwefelsäure (H2S04) zugesetzt um einen pH-Wert von
ca. 2 - 5 einzustellen. Als Säure können auch andere bekannte Säuren verwendet werden,
wie z. B. Kohlensäure (Na2CO3, CO2) oder Natriumbisulfit oder andere. Die imprägnierten
Hackschnitzel mit einem pH-Wert von 2 - 5 werden anschließend in einem Reaktionsbehälter
bei einer Temperatur von 40 - 100°C für eine Verweilzeit von 10 - 60 Minuten gelagert,
um ein Auslaugen der Schwermetalle zu ermöglichen. Anschließend werden die imprägnierten
Hackschnitzel der 2. Imprägnierstufe zugeführt. In der Hackschnitzelpresse 2 (Impressafiner)
werden die Hackschnitzel entwässert und damit auch die gelösten Schwermetalle entfernt.
Unmittelbar nach der Entwässerungspresse werden die Bleichmittel/Bleichchemikalien
(Peroxid, Alkali (w. z. B. NaOH, Na2CO3, Mg(OH)2 u. andere) zugesetzt und das Gemisch
dem 2. Reaktionsbehälter zugeführt. Weiters können Hilfschemikalien, wie z. B. Silikat
(Wasserglas) und Komplexbildner (DTPA), zugesetzt werden, um eine Stabilisierung des
Bleichmittels zu erreichen und den Zerfall zu verhindem. Anschließend gelangt der
Holzstoff zu einer Mahlung. Das ausgepresste Filtrat kann aus dem Prozess entfernt
und zur Abwasserbehandlungs-/Abwasserreinigungsanlage geführt werden. Es ist auch
möglich, das gesamte Filtrat oder einen Teil davon zur Hackschnitzelwäsche zu führen
und erst von dort zur Abwasserbehandlungsanlage zu schicken.
[0017] Fig. 4 zeigt ein Verfahren wie in Fig. 3 dargestellt und beschrieben, jedoch mit
gleichzeitiger Zugabe eines Komplexbildners, wie z. B. DTPA oder EDTA oder ähnlich,
zur 1. Imprägnierung, gemeinsam mit der Säure nach der Hackschnitzelpresse 1.
[0018] Fig. 5 zeigt ein Verfahren bei dem die Zugabe der Säure in der Hackschnitzelwäsche
(HS-Wäsche) erfolgt. Nach der Wäsche werden die Hackschnitzel bei einem pH-Wert von
2 - 5 in einem Zwischenbehälter bei einer Temperatur von 40 -100°C und einer Verweilzeit
von 10 - 60 Minuten gelagert. Anschließend werden die Hackschnitzel der 1. lmprägnierstufe
zugeführt. In der 1. Entwässerungspresse (Hackschnitzelpresse 1) werden die Schwermetalle
zusammen mit dem Filtrat ausgepresst und zur Abwasserbehandlung geführt. Es ist auch
möglich, das gesamte Filtrat oder einen Teil davon zur Hackschnitzelwäsche zurückzuführen
und erst von dort zur Abwasserbehandlung zu schicken. Nach der Entwässerungspresse
werden die Bleichchemikalien wie in Fig. 3 beschrieben dosiert und die imprägnierten
Hackschnitzel einem Reaktionsbehälter zugeführt. Fig.5 zeigt eine 2-stufige Imprägnierung,
wobei nach der Hackschnitzelpresse 1 Komplexbildner und nach der Hackschnitzelpresse
2 Bleichchemikalien zugegeben werden, bevor der so behandelte Holzstoff der Mahlung
zugeführt wird.
1. Verfahren zur Herstellung von Holzstoff mit einer Hackschnitzelwäsche, einer Imprägnierung,
einer Mahlung und einer Bleiche, insbesondere Peroxidbleiche, dadurch gekennzeichnet, dass eine saure Wäsche vor der ersten Mahlung vorgesehen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Mahlung eine Bleichstufe vorgesehen ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die saure Wäsche in der Imprägnierung eingesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die saure Wäsche in der Hackschnitzelwäsche eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Säure in der sauren Wäsche Schwefelsäure, Kohlensäure oder Natriumbisulfit eingesetzt
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die saure Wäsche bei einem pH-Wert von 2 bis 5 erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei der sauren Wäsche Komplexbildner, beispielsweise DTPA oder EDTA, zugegeben werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die saure Wäsche bei einer Temperatur von 40 bis 100 °C erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verweilzeit unter sauren Bedingungen in der sauren Wäsche 10 bis 60 Minuten beträgt.
10. Anlage zur Herstellung von Holzstoff mit einem Hackschnitzelwäscher, einem Imprägnator,
einem Mahlaggregat und einem Bleichbehälter, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem ersten Mahlaggregat eine Säurezugabe vorgesehen ist.
11. Anlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Säurezugabe in den Hackschnitzelwäscher mündet.
12. Anlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Säurezugabe in den Imprägnator mündet.