[0001] Die Erfindung betrifft eine Arretiereinheit für einen Türschließer zur Feststellung
einer Tür in einer gewünschten Öffnungsstellung. Die Erfindung betrifft ferner ein
Türschließsystem, welches zum Schließen eines geöffneten Türflügels ausgebildet ist,
die Verwendung einer Arretiereinheit in einem Türschließsystem und ein Verfahren zum
Arretieren einer Tür in einer geöffneten Position.
[0002] Eine bekannte Arretiereinheit für einen Türschließer ist beispielsweise in der
EP 0 321 649 B1 beschrieben. Derartige Türschließer sind zwischen einem Türflügel und einem Türrahmen
in der Weise angeordnet, dass sie die Tür in Schließrichtung mit einer Schließkraft
beaufschlagen und somit eine geöffnete Tür in ihre geschlossene Stellung bewegen.
Die Arretiereinheit ist dabei für die Feststellung der Tür in ihrer Öffnungsposition
vorgesehen. Dazu ist die Arretiereinheit in eine Führungsschiene des Türschließers
integriert. In der Führungsschiene gleitet ein Gleiter in eine Schließrichtung und
in einer dieser entgegengesetzten Öffnungsrichtung entlang. Der Gleiter ist mit einem
dem Hydraulikzylinder des Türschließers gegenüberliegenden Ende eines Türschließerschwenkarms
verbunden. Diese Anordnung mit Türschließer und Arretiereinheit ermöglicht es, eine
Tür in einem bestimmten Öffnungswinkel, üblicherweise zwischen 90° bis 120°, festzustellen.
Dies ist besonders dann gewünscht, wenn große und schwere Türen, die insbesondere
in öffentlichen Gebäuden häufig anzutreffen sind, das Öffnen erschweren.
[0003] Die Arretiereinheit ist dazu zur Blockade des in der Führungsschiene geführten Gleiters
ausgebildet. Der Grundgedanke einer solchen Arretiereinheit beruht darauf, den bei
einem Schließvorgang die Führungsschiene in Schließrichtung entlang gleitenden Gleiter
an einem Weitergleiten in Schließrichtung zu hindern. Die Arretiereinheit weist dazu
ein in den Gleitweg des Gleiters hineinragendes Sperrelement mit einem Gleiteranschlag,
beispielsweise einen Haltenocken, auf, gegen den der Gleiter bei einer Bewegung in
Schließrichtung anschlägt. Der Gleiteranschlag befindet sich an einem zwischen einer
Anschlagposition und einer Freigabeposition bewegbaren federbeaufschlagten, insbesondere
druckfederbeaufschlagten, Sperrelement, welches in seiner Anschlagposition zumindest
mit dem Gleiteranschlag in den Gleitweg des Gleiters hineinragt. Ferner ist eine Sperrelementblockierung
in Form eines wahlweise bestrombaren Elektromagneten und einer mit diesem zusammenwirkenden
Platte vorhanden, über die das Sperrelement in seiner Anschlagposition festgestellt
werden kann. Der Gleiteranschlag des in der Anschlagposition durch die aktivierte
Sperrelementblockierung festgestellten Sperrelements stellt sich somit dem (durch
den Türschließer angetrieben) in Schließrichtung durch die Führungsschiene gleitenden
Gleiter in den Weg und hindert ihn an einer Fortsetzung der Bewegung in Schließrichtung.
Auf diese Weise ist die Tür in einer geöffneten Stellung festgestellt. Zum Schließen
der Tür ist üblicherweise ein Taster oder ähnliches vorhanden, bei dessen Betätigung
beispielsweise die Bestromung der Arretiereinheit unterbrochen und die Sperrelementblockierung
somit desaktiviert wird. In diesem Zustand ist der Gleiter in Türschließrichtung somit
freigegeben und kann durch den Türschließer somit zugedrückt werden.
[0004] Ausgehend von der
EP 0 321 649 A2 ist es die Aufgabe der Erfindung, eine gattungsgemäße Arretiereinheit hinsichtlich
ihrer Einsatzflexibilität und gleichzeitig bezüglich ihrer Funktionszuverlässigkeit
zu verbessern.
[0005] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einer Arretiereinheit, einem Türschließsystem,
einer Verwendung einer Arretiereinheit gemäß einem der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0006] Ein wesentlicher Grundgedanke der Erfindung liegt in der Integration eines in den
Gleitweg des Gleiters hineinragenden Schaltelementes in die Arretiereinheit, das in
der Weise an der Arretiereinheit angeordnet ist, dass es bei seiner Betätigung, insbesondere
bei seiner Betätigung durch den die Arretiereinheit übergleitenden Gleiter, die Aktivierung
der Sperrelementblockierung auslöst. Unter der Aktivierung der Sperrelementblockierung
ist dabei ein Schaltzustand zu verstehen, in dem das Sperrelement in der Anschlagposition
festgestellt ist bzw. der Gleiteranschlag in einer Stellung festgestellt wird, in
der er in den Gleitweg des Gleiters hineinragt und diesen an einem Übergleiten der
Arretiereinheit in Türschließrichtung hindert. Erfindungsgemäß ist das Schaltelement
also derart ausgebildet und an der Arretiereinheit angeordnet, dass es durch den Gleiter
betätigt werden kann. Das Schaltelement ist ferner in der Weise angelegt, dass es
bei seiner Betätigung die Aktivierung der Sperrelementblockierung auslöst. Im Gegensatz
zu den bisher bekannten Arretiereinheiten ermöglicht es die erfindungsgemäße Arretiereinheit
somit, dass eine Gleiterblockade in der Führungsschiene bzw. eine Aktivierung der
Sperrelementblockierung und damit eine Feststellung des Sperrelements in der Anschlagposition
abhängig von der Position des Gleiters in der Führungsschiene erreicht wird. Die Aktivierung
der Türfeststellung erfolgt somit nicht, wie bisher üblich, allein über einen in Feststellaktivierungsstellung
befindlichen externen Taster (dessen Kernfunktion in der Desaktivierung der Feststellung
liegt, um eine festgestellte Tür zu schließen) oder ähnliche Schaltmittel, sondern
allein oder, je nach Ausführungsform, zusätzlich in Abhängigkeit von der Stellung
des Türschließers bzw. der Position des Gleiters im Türschließer respektive dem Gleiter
selbst, der das Schaltelement betätigt und damit letztendlich den Feststellmechanismus
der Arretiereinheit aktiviert. Vorzugsweise sind dazu der Taster und das Schaltmittel
in Reihe geschaltet, wie nachstehend noch näher erläutert werden wird. Allein in denjenigen
Positionen des Gleiters in der Führungsschiene, in denen er das Schaltelement betätigt,
wird somit die Aktivierung der Sperrblockierung ausgelöst (bzw., sofern eine Reihenschaltung
mit einem Taster oder einem ähnlichen Schaltmittel vorliegt, bei gleichzeitiger entsprechender
Positionierung des Tasters in der Stellung zur Aktivierung des Feststellmechanismus).
Auf diese Weise ist es daher möglich, durch eine Einstellung der Position der Arretiereinheit
entlang der Führungsschiene die Aktivierung der Arretiereinheit zur Feststellung der
Tür in Abhängigkeit vom Öffnungswinkel der Tür bzw. der Position des Gleiters in der
Führungsschiene zu gestalten. Gleichzeitig ist beispielsweise eine dauerhafte Bestromung
der Arretiereinheit nicht erforderlich.
[0007] Es ist erfindungsgemäß ferner vorgesehen, dass das Schaltelement in Öffnungsrichtung
hinter dem Sperrelement bzw. insbesondere hinter dem Gleiteranschlag des Sperrelementes
liegend angeordnet ist. "Hinter dem Sperrelement und insbesondere hinter dem Gleiteranschlag
des Sperrelementes liegend" ist dabei somit in dem Sinne zu verstehen, dass der Gleiteranschlag
und das Schalt-element in der Weise relativ zur Verschieberichtung des Gleiters in
der Gleitschiene bei einer Öffnung der Tür angeordnet sind, dass eine Aktivierung
der Sperrelementblockierung erst dann durch Betätigung des Mikroschalters (durch den
Gleiter) beginnt, wenn das Sperrelement bzw. das den Gleitanschlag bildende Teil des
Sperrelements, vom Gleiter zumindest teilweise überglitten bzw. aus dem Gleitweg geschoben
wurde. Der Gleiter übergleitet bei einer Öffnung der Tür in der Führungsschiene somit
zunächst das Sperrelement bzw. den den Gleiteranschlag tragenden Teil des Sperrelements
und erst anschließend das in Öffnungsrichtung hinter dem Sperrelement liegende Schalt-element.
Das Schaltelement wird somit erst dann vom Gleiter betätigt, wenn dieser zumindest
bereits auf dem Sperrelement aufliegt bzw. es dieses zumindest teilweise in Öffnungsrichtung
bereits passiert hat. Dabei schiebt der Gleiter in Türöffnungsrichtung vorzugsweise
den Gleitanschlag aus seinem Gleitweg. Diese Ausführungsform gewährleistet, dass eine
Auslösung der Sperrelementblockierung durch eine Betätigung des Schaltelements nur
bei einer wenigstens so weit geöffneten Tür erfolgt, dass der Gleiter in der Führungsschiene
die Arretiereinheit in Öffnungsrichtung zumindest teilweise bereits passiert hat bzw.
auf dem Gleitanschlag aufliegt. Dabei ist der Abstand zwischen dem Sperrelement und
dem Schaltelement im Rahmen der Erfindung selbstverständlich variabel. Um hier eine
besonders gute Anpassung der erfindungsgemäßen Arretiereinheit zu ermöglichen, betrifft
eine Weiterbildung der Erfindung eine Arretiereinheit, an der der Abstand zwischen
Sperrelement und Schaltelement eingestellt bzw. verändert werden kann.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Arretiereinheit ist die Sperrelementblockierung ferner
bevorzugt mit einem Elektromagneten, umfassend eine Spule und einen Anker, ausgestattet,
der zur Aktivierung der Sperrelementblockierung während seiner Bestromung ausgebildet
ist. Elektromagneten zeichnen sich durch ihren einfachen Aufbau, ihre hohe Funktionszuverlässigkeit
sowie ihren geringen Platzbedarf aus. Die Sperrelementblockierung ist erfindungsgemäß
dabei bevorzugt in der Weise ausgebildet, dass zu ihrer Aktivierung der Elektromagnet
bestromt werden muss. Bezüglich der Aktivierung der Sperrelementblockierung liegt
bevorzugt somit eine Ruhestromvariante vor. Dies ist insbesondere dann besonders günstig,
wenn die Arretiereinheit in sicherheitsrelevanten Bereichen, wie beispielsweise im
Bereich von Brandschutztüren etc., eingesetzt wird. Durch die Integration der Ruhestromvariante
in die Arretiereinheit ist gewährleistet, dass die Sperrelementblockierung nur während
der Bestromung (respektive nur während der Betätigung des Schaltelementes) aktiviert
wird. Bricht die Stromversorgung, beispielsweise in Folge eines Brandes, zusammen,
wird die Bestromung des Elektromagneten unterbrochen und die Sperrelementblockierung
wird deaktiviert. Die durch die Arretiereinheit hervorgerufene Feststellung der in
Öffnungsstellung befindlichen Tür wird dadurch aufgehoben, wodurch die Tür anschließend
durch den Türschließer geschlossen wird. Im Falle eines Brandes kann so beispielsweise
der Rauchverbreitung in einem Gebäude etc. besonders sicher entgegen gewirkt werden.
[0009] Als Schaltelemente kommen dabei grundsätzlich all diejenigen Elemente aus dem Stand
der Technik in Betracht, die derart ausgebildet sind, dass sie durch den Gleiter betätigt
werden können, und die bei einer Betätigung die Aktivierung der Sperrelementblockierung
auslösen können. Das Schaltelement ist dazu beispielsweise ein in den Gleitweg des
Gleiters (dahingehend somit vergleichbar mit dem Gleiteranschlag) hineinragendes Betätigungselement,
insbesondere in Form eines Mirkoschalters, welches in seiner Lage durch ein Übergleiten
des Gleiters verändert, insbesondere umgeklappt und/oder in die Arretiereinheit hineingedrückt,
wird. Dazu weist das Schaltelement ferner vorzugsweise entsprechende Anlauf- und Ablaufschrägen
auf, um ein hinderungsfreies Übergleiten des Schaltelements zu ermöglichen. Alternativ
oder ergänzend ist selbstverständlich auch die Verwendung anderer Schaltelemente,
wie beispielsweise einer Lichtschranke oder anderer optischer Sensoren, magnetischer
Sensoren (z. B. Hall-Sensoren) etc., zur Verwirklichung der Erfindung möglich. Die
zentrale Grundanforderung, die erfindungsgemäß an das Schaltelement zu stellen ist,
ist die Eignung des Schaltelementes, die Positionierung des Gleiters in einem bestimmten
Bereich der Führungsschiene zu erfassen. Gleichzeitig soll es ferner in die Arretiereinheit
integrierbar sein.
[0010] Besonders günstig ist es, das Schaltelement möglichst nah am Sperrelement anzuordnen,
um den Zeitpunkt, ab dem der Gleiter das Sperrelement in Öffnungsrichtung zumindest
teilweise überglitten hat, möglichst zeitnah mit dem Schaltelement sensieren zu können.
Je näher das Schaltelement neben dem Sperrelement an der Arretiereinheit angeordnet
ist, desto frühzeitiger wird die Sperrelementblockierung nach einem Übergleiten des
Sperrelements aktiviert. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind das
Sperrelement und das Schaltelement somit hintereinander und besonders bevorzugt unmittelbar
hintereinander in Bewegungsrichtung des Gleiters in der Führungsschiene an der Arretiereinheit
angeordnet, wobei das Schaltelement in Öffnungsrichtung gesehen hinter dem Sperrelement
liegt, damit der Gleiter das Sperrelement zumindest teilweise in Öffnungsrichtung
bereits überglitten hat, bevor das Schaltelement durch den Gleiter betätigt wird.
Alternativ ist es auch möglich, das Schaltelement in das Sperrelement zu integrieren,
insbesondere am Gleiteranschlag. Wesentlich für die vorstehend dargelegte hintereinander
liegende Anordnung ist, dass der Gleitanschlag in Türöffnungsrichtung vor dem Mikroschalter
zumindest teilweise-überlaufen wird. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass er vor
der Schaltelementbetätigung durch den Gleiter vom Gleiter aus dem Gleitweg geschoben/geschwenkt
wurde. Insbesondere in der Arretiereinheit innenliegende Teile des Sperrelements können
dabei durchaus auch neben innenliegenden Teilen des Schaltelements angeordnet sein.
[0011] Vorteilhafte Weiterbildungsmöglichkeiten der erfindungsgemäßen Arretiereinheit ergeben
sich ferner hinsichtlich des Aktivierungsablaufes der Sperrelementblockierung nach
einer Betätigung des Schaltelements. Im täglichen Gebrauch hat es sich gezeigt, dass
die Aktivierung der Sperrelementblockierung besonders bevorzugt nur bei betätigtem
Schaltelement aufrechterhalten wird. Bei dieser Ausführungsform ist es daher erforderlich,
dass der Gleiter das Schaltelement über den gesamten Zeitraum in einer betätigten
Stellung hält, in dem die Sperrelementblockierung aktiviert sein soll, und dadurch
das Sperrelement sperrt. Neben dieser Anordnung, bei der die Sperrelementblockierung
nur dann aktiviert ist, so lange der Gleiter das Schaltelement betätigt, ist es erfindungsgemäß
grundsätzlich allerdings auch möglich, nach einer einmaligen Aktivierung des betätigten
Schaltelements eine kontinuierliche Aktivierung der Sperrelementblockierung für ein
vorher festgelegtes Zeitintervall vorzusehen (Timerfunktion).
[0012] Wesentlich für die Erfindung ist ferner, dass die Sperrelementblockierung der Arretiereinheit
in der Weise ausgebildet ist, dass sie das Sperrelement allein in der Anschlagposition
feststellt. Solange das Sperrelement bzw. zumindest der Gleiteranschlag des Sperrelements
somit in der Freigabeposition ist, also beispielsweise in die Arretiereinheit hinein
gedrückt ist, wird die Sperrelementblockierung bei der Betätigung des Schaltelements
somit zwar aktiviert. Allerdings wird dadurch das Sperrelement nicht in dieser Freigabeposition
festgestellt. Die Sperrelementblockierung ist ferner in der Weise ausgebildet, dass
die Feststellung des Sperrelementes in der Anschlagposition auch dann erfolgt, wenn,
ausgehend von der Freigabeposition, das Sperrelement bei bereits aktivierter Sperrelementblockierung
in die Anschlagposition gelangt. Die wesentliche Aufgabe der Sperrelementblockierung
ist es, dass sie das Sperrelement in seiner Anschlagposition wahlweise feststellen
bzw. freigeben kann. Erfindungsgemäß weist die Sperrelementblockierung dazu vorzugsweise
ein schaltbares Sperrglied auf, das beispielsweise ein Sperrhebel ist, der zum wenigstens
teilweisen Hintergreifen des Sperrelements bei aktivierter Sperrelementblockierung
ausgebildet ist. Der Sperrhebel der Sperrelementblockierung ist dazu beispielsweise
schwenkbar in der Arretiereinheit gelagert und wenigstens zwischen einer Position,
in der er das Sperrelement wenigstens teilweise hintergreift, und einer Position,
in der der Sperrhebel das Sperrelement nicht hintergreift, verschwenkbar. Unter einem
Hintergreifen ist dabei im Sinne der Erfindung eine solche Stellung zu verstehen,
in der der Sperrhebel die Bewegung des Sperrelements von der Anschlagposition in die
Freigabeposition blockiert. Gleichzeitig oder alternativ kann das Sperrglied beispielsweise
auch ein Sperrbolzen sein, der in eine entsprechende Sperrausnehmung des Sperrelementes
zum Feststellen des Sperrelementes eingreift.
[0013] Dabei hat sich eine Arretiereinheit, deren Sperrhebel eine Blockierrolle umfasst,
die bei aktivierter Sperrelementblockierung das Sperrelement zumindest teilweise hintergreift,
als besonders günstig erwiesen. Neben zahlreichen Ausbildungsalternativen, wie beispielsweise
Rastnasen, Sperrhaken etc., weist der Sperrhebel bei dieser konkreten Ausführungsform
somit an der Stelle, die am Sperrhebel für das Hintergreifen des Sperrelementes bei
aktivierter Sperrelementblockierung verantwortlich ist, ein Rollenelement in Form
einer Blockierrolle auf. Die Blockierrolle hat den Vorteil, dass sie zur Freigabe
der Sperrelementblockierung, um eine Bewegung des Sperrelements von ihrer Anschlagposition
in ihre Freigabeposition zu ermöglichen, nur soweit aus dem Bewegungsweg des Sperrelements
herausgeführt werden muss, dass dieses die Blockierrolle zur Seite drücken kann. Zur
Freigabe des Sperrelementes sind somit lediglich vergleichsweise kleine Verstellwege
erforderlich. Im Übrigen zeichnet sich eine Blockierrolle durch eine besonders hohe
Funktionszuverlässigkeit aus, da ein Verklemmen etc. des Sperrmechanismus hier besonders
selten ist.
[0014] Vorzugsweise sind der Elektromagnet und das Schaltelement in einer Reihenschaltung
angeordnet. Auf diese Weise lässt sich besonders einfach und damit bevorzugt die Bedingung
erhalten, dass eine Betätigung des Schaltelements zur Aktivierung der Sperrelementblockierung
respektive des Elektromagneten erforderlich ist.
[0015] Weiterhin bevorzugt ist es, dass der Anker des Elektromagneten unmittelbar mit dem
Sperrhebel verbunden ist, so dass eine Bewegung des Ankers unmittelbar auf den Sperrhebel
übertragen wird. Neben einer vergleichsweise einfachen Steuermechanik ist diese Ausführungsform
im Übrigen sehr robust.
[0016] Besonders günstig ist es ferner, den Elektromagneten und das Sperrelement in der
Weise zueinander anzuordnen, dass die Richtung der vom Elektromagneten auf den Sperrhebel
übertragenen Hubbewegung quer und insbesondere senkrecht zur Bewegungsrichtung des
Sperrelements verläuft. Wesentliches Kriterium dieser Ausführungsform ist somit, dass
die Sperrhebelbewegung nicht koaxial bzw. nicht parallel zur Bewegungsrichtung des
Sperrelements orientiert ist. Diese Anordnung ist insbesondere dahingehend besonders
sicher, als dass auf das Sperrelement ausgeübte Kräfte im Wesentlichen in Form von
Querkräften auf den Sperrhebel übertragen werden. Dies ist besonders ausgeprägt, wenn
die beiden Bewegungsrichtungen senkrecht zueinander verlaufen. Im Ergebnis kann mit
dieser Ausführungsform einem unbeabsichtigten Schließen der Tür durch beispielsweise
auf das Türblatt wirkende Kräfte (Windlasten, manuelles Ruckeln etc.) besonders gut
vorgebeugt werden, da eine Krafteinwirkung auf das Sperrelement den Sperrhebel nicht
gleichzeitig in eine das Sperrelement freigebende Position drückt.
[0017] Grundsätzlich ist es möglich, dass das Sperrelement in der Weise an der Arretiereinheit
angeordnet ist, dass es in einer Linearbewegung, typischerweise senkrecht zur Gleitbewegung
des in der Gleitschiene geführten Gleiters und in Richtung der Arretiereinheit, zwischen
der Anschlagposition und der Freigabeposition bewegbar ist, um den Gleiter zu halten
oder freizugeben. Allerdings treten bei einer derartigen Linearführung des Sperrelements,
beispielsweise durch Verkanten etc., vergleichsweise hohe Reibungskräfte und/oder
eine hohe Streuung der für eine Verschiebung erforderlichen Kräfte auf, was letztendlich
die Betriebszuverlässigkeit negativ beeinflusst. Hier hat es sich als besonders vorteilhaft
herausgestellt, die Arretiereinheit in der Weise auszuführen, dass das Sperrelement
einen schwenkbar gelagerten Trägerkörper mit einer, bevorzugt relativ zum Trägerkörper
schwenkbeweglichen, Sperre aufweist, die den Gleiteranschlag bildet, und dass das
Sperrelement von der Anschlagposition in die Freigabeposition schwenkbar ist. Bei
dieser Ausführungsform schwenkt der Gleitanschlag zur Freigabe des vom Gleitanschlag
gehaltenen Gleiters eines Türschließers somit aus dem Gleitweg des Gleiters heraus,
vorzugsweise in einer zur Arretiereinheit hin orientierten Schwenkbewegung, und wird
nicht in einer linearen Bewegung aus dem Gleitweg des Gleiters herausbewegt. Ein wesentlicher
Aspekt dieses bevorzugten Ausführungsbeispiels liegt daher darin, dass das Sperrelement
wenigstens zwei unterschiedliche und miteinander funktionsmäßig verbundene schwenkbare
Bauteile umfasst, wobei das eine Bauteil (Trägerkörper) mit der Sperrelementblockierung
interagiert und das andere Bauteil (Sperre) den Gleitanschlag bildet.
[0018] Der Trägerkörper fungiert somit als zwischengeschaltetes Bauteil, dass den Gleitanschlag
trägt und gleichzeitig das Sperrelement über eine geeignete Lagereinrichtung an der
Arretiereinheit, insbesondere am Gehäuse der Arretiereinheit, schwenkbar lagert. Schwenkbar
bezieht sich dabei insbesondere auf Schwenkbewegungen relativ zur Gleitschiene. Es
hat sich dabei aus platztechnischen Gründen als besonders günstig herausgestellt,
wenn das schwenkbare Sperrelement in der Art einer Sperrwippe ausgebildet ist. In
der Gesamtheit ist die Sperrwippe dabei entlang der Gleitrichtung des Gleiters über
die Arretiereinheit gestreckt und im Vergleich dazu bezüglich seiner Breite und Höhe
verhältnismäßig schmal ausgebildet, vergleichbar mit einem Balken. Die Schwenkachse
der Sperrwippe liegt bezüglich der Längserstreckung ungefähr mittig und verläuft senkrecht
zur Längsachse der Sperrwippe. Um das Sperrelement in der Anschlagposition festzustellen,
greift die Sperrelementblockierung am Trägerkörper an, beispielsweise an eine vorstehende
Anschlagnase, und sperrt die Schwenkbewegung im aktivierten Zustand, insbesondere
durch Bestromung eines Elektromagneten.
[0019] Der Gleitanschlag ist bei dieser Ausführungsform als schwenkbar am Trägerkörper gelagerte
Sperre ausgebildet. Konkret handelt es sich bei der Sperre beispielsweise um einen
zweiarmigen Sperrhebel, dessen einer Arm den Gleitanschlag bildet und dessen anderer
Arm zur Schwenkbegrenzung der Sperre einen Anschlag aufweist, mit dem der Sperrhebel
bei maximal ausgestellter Stellung (bzw. in den Gleitweg des Gleiters hineinragender
Schwenkposition) gegen den Trägerkörper anschlägt. Der andere Arm fungiert somit als
Schwenk- bzw. Ausschwenkbegrenzung des Schwenkhebels. Der Anschlag ist dabei idealerweise
derart konstruiert, dass die Sperre dann gegen den Anschlag am Trägerkörper anschlägt,
wenn sie mit ihrer Anschlagsfläche für den Gleiter im wesentlichen senkrecht in den
Gleitweg des Gleiters hineinragt. Um diese aufgerichtete Positionierung der Sperre
im Betrieb der Arretiereinheit sicherzustellen, ist die Sperre idealerweise in Richtung
ihrer Sperrstellung federbeaufschlagt, insbesondere mit einer geeigneten Schenkelfeder.
[0020] Es ist weiterhin bevorzugt, wenn das Sperrelement insgesamt über den Trägerkörper
am Gehäuse der Arretiereinheit schwenkbar gelagert ist und die Sperre wiederum unmittelbar
oder zumindest mittelbar am Trägerkörper schwenkbar gelagert ist. Damit ist die Sperre
gleich in mehrfacher Hinsicht gegenüber dem Gehäuse bzw. im installierten Zustand
auch gegenüber der Gleitschiene beweglich, nämlich einerseits über die Schwenkverbindung
des Trägerkörpers und dem Gehäuse der Arretiereinheit bzw. der Gleitschiene und andererseits
durch die Schwenkverbindung der Sperre mit dem Trägerkörper. Dieser spezielle Aufbau
ermöglicht es, wie nachstehend noch weiter ausgeführt werden wird, ein besonders hohes
Funktionalitätsspektrum zu erhalten.
[0021] In einem weiteren Aspekt der Erfindung ist die als Sperrhebel ausgebildete Sperre
von ihrer aufgerichteten bzw. ausgestellten und in den Gleitweg des Gleiters hineinragenden
Position in Türöffnungsrichtung zum Trägerkörper hin einschwenkbar ausgebildet. Sofern
der Sperrhebel federbeaufschlagt ist, verläuft die Einschwenkbewegung somit entgegen
der Federkraftbeaufschlagung. Bewegt sich der Gleiter beim Öffnen der Tür über die
Arretiereinheit, muss bei dieser Ausführungsform lediglich der Sperrhebel aus dem
Gleitweg des Gleiters einschwenken und nicht auch der gesamte Trägerkörper bzw. das
gesamte Sperrelement. Zur Erleichterung der Einschwenkbewegung des Sperrhebels zum
Trägerkörper hin ist daher bevorzugt eine entsprechende Ausnehmung am Trägerkörper
vorgesehen, in die der Sperrhebel beim durch den die Arretiereinheit übergleitenden
Gleiter ausgelösten Einklappen hineinschwenkt. Diese Ausführungsform ist insofern
besonders vorteilhaft, als das einerseits der Sperrhebel verhältnismäßig groß und
stabil ausgebildet werden kann und gleichzeitig aber problemlos aus dem Gleitweg des
Gleiters zum Trägerkörper hin schwenken kann.
[0022] Der Effektivität einer erfindungsgemäßen Arretiereinheit mit Sperrwippe lässt sich
ferner noch weiter steigern, wenn zwischen dem Trägerkörper und der Sperre eine Sperraufnahme
vorhanden ist, die schwenkbar mit dem Trägerkörper verbunden ist und an der wiederum
die Sperre schwenkbeweglich gelagert ist, wobei der Trägerkörper, die Sperre und die
Sperraufnahme jeweils federbeaufschlagt sind. Zwischen der Sperre und dem Trägerkörper
ist bei dieser Ausführungsform somit noch ein weiteres bewegliches Glied angeordnet,
so dass die Sperrwippe Insgesamt dreigliedrig ausgebildet ist. Die drei Glieder sind
in Reihe zueinander angeordnet und jeweils gegenüber dem/den benachbartem/n Glied/ern,
zumindest in begrenztem Ausmaß, schwenkbar, wobei die Schwenkachsen idealerweise parallel
und insbesondere zumindest teilweise koaxial zueinander liegen. Besonders günstig
ist es, wenn die Schwenkachse der Sperraufnahme und die Schwenkachse des Trägerkörpers
koaxial verlaufen. In ihrer Gesamtheit wirken die Federbeaufschlagungen der drei Glieder
in der Weise, dass sie die Sperrwippe in Anschlagposition bewegen, wobei jeweils entsprechende
Schwenkbegrenzungen am Sperrhebel (gegenüber der Sperraufnahme), an der Sperraufnahme
(gegenüber dem Trägerkörper) und am Trägerkörper (gegenüber dem Gehäuse der Arretiereinheit)
vorhanden sind, die insgesamt dafür Sorge tragen, dass die Federbeaufschlagungen die
Sperrwippe nicht über die aufgestellte Anschlagposition, in der die Arretiereinheit
den Gleiter in der Gleitschiene festhalten kann, hinaus bewegt.
[0023] Auch bei einer Verwendung der vorstehend beschriebenen Sperrwippe ist es bevorzugt,
dass der Trägerkörper eine Ausweicheinrichtung zum Überdrücken der in Sperrstellung
befindlichen Arretiereinheit umfasst, die derart ausgebildet ist, dass die Sperre
oder die Sperre zusammen mit der Sperraufnahme zur Freigabe des Gleiters entgegen
einer Stellkraft einschwenkbar ist, ohne dass die Bestromung des Elektromagneten aufgehoben
wird. Bei dieser Ausführungsform ist es somit möglich, die durch die Arretiereinheit
offen gehaltene Tür manuell zu schließen, ohne dass dazu die Bestromung der Arretiereinheit
unterbrochen wird. Die Ausweicheinrichtung ermöglicht es dazu, dass die Sperre, bevorzugt
die Sperraufnahme zusammen mit der Sperre, entgegen der auf das betreffende Element
durch die Federbeaufschlagung wirkenden Stellkraft durch manuelles Überwinden dieser
Stellkrah durch den Gleiter aus dem Gleitweg geschoben wird. Es versteht sich dabei
von selbst, dass die Stellkraft erheblich größer ist, als es zum bloßen Halten des
Gleiters in der Anschlagposition (entgegen der durch den Türschließer auf den Gleiter
ausgeübten Türschließkraft) erforderlich ist. Ein Vorteil dieser Ausführungsform liegt
darin, dass zum manuellen Zudrücken der mit der erfindungsgemäßen Arretiereinheit
festgestellten Tür nicht der Anker aus der bestromten Spule (sofern die Sperrelementblockierung
einen Elektromagneten umfasst) herausgerissen werden muss (was üblicherweise eine
vergleichsweise hohe Geräuschentwicklung zur Folge hat). Die erfindungsgemäße Ausweicheinrichtung
ermöglicht vielmehr beim Überdrücken der aktivierten Arretiereinheit in Türschließrichtung
ein Ausweichen des Gleitanschlages aus dem Gleitweg des Gleiters in Türschließrichtung,
ohne dass dazu die Stellung der (bestromten) Sperrelementblockierung beeinflusst wird.
[0024] Wirkt die Ausweicheinrichtung in der bevorzugten Ausführungsform auf die Sperraufnahme,
ist dazu beispielsweise als Teil der Ausweicheinrichtung einen Schwenkarm an der Sperraufnahme
vorhanden, der gegen ein am Trägerkörper gelagertes Druckfederelement anschlägt. Die
durch das Druckfederelement auf die Sperraufnahme ausgeübte Kraft drückt die Sperraufnahme
dabei in ihre Position in der Anschlagposition des Sperrelementes und muss dementsprechend
zum Überdrücken des Gleiters überwunden werden. Wird eine ausreichende Kraft auf die
Sperraufnahme ausgeübt (beim Zudrücken der festgestellten Tür über das Türschließergestänge,
den Gleiter und die an der Sperraufnahme angeordnete Sperre), wird die Sperraufnahme
zusammen mit der Sperre durch den Gleiter in die Arretiereinheit hineingedrückt (bzw.
die Sperraufnahme schwenkt zusammen mit der Sperre ein) und der Gleiter kann in Türschließrichtung
über die Arretiereinheit hinweg geschoben werden, ohne dass dazu die Bestromung der
Arretiereinheit bzw. die Aktivierung der Sperrelementblockierung gelöst wurde. Es
ist weiter bevorzugt, bei dieser Ausführungsform eine Stellschraube vorzusehen, über
die die Stellkraft des Ausweicheinrichtung, insbesondere einer geeigneten Druckfeder,
regulierbar ist.
[0025] Grundsätzlich ist es zwar möglich, die vorstehend beschriebene Arretiereinheit mit
Sperrwippe ohne ein durch den Gleiter betätigbares Schaltelement auszubilden und zu
verwenden. Es hat sich jedoch aus den oben angegebenen Gründen als vorteilhaft herausgestellt,
auch die Arretiereinheit mit Sperrwippe mit einem erfindungsgemäßen Schaltelement
auszubilden. Dazu ist es möglich das Schaltelement beispielsweise am Trägerkörper
anzuordnen, so dass bei einer Verschwenkung des Trägerkörpers auch das Schaltelement
mitschwenkt. Bevorzugt ist es jedoch, das Schaltelement, wie auch bei den vorherstehenden
Ausführungsbeispielen, unmittelbar am Gehäuse der Arretiereinheit anzubringen. Das
Schaltelement sitzt bei dieser Ausführungsform somit nicht am drehend beweglichen
bzw. schwenkbaren Teil der Arretiereinheit, sondern ist, insbesondere linear verschieblich,
am Gehäuse gelagert. Damit wird das Schaltelement nicht mit der Sperrwippe im Betrieb
der Arretiereinheit mitbewegt, sondern lediglich am Gehäuse, was letztendlich beispielsweise
die Belastung etwaiger vom Schaltelement ausgehender Kabelverbindungen erheblich reduziert,
so dass Kabelbrüche oder vergleichbare Verschleißerscheinungen wesentlich seltener
auftreten, und zugleich ist eine unmittelbare Führung von Kabelverbindungen auf gegebenenfalls
vorhandene Platinen etc. möglich.
[0026] Aus platztechnischen Gründen ist es dabei bevorzugt das Schaltelement vergleichsweise
schmal auszubilden und relativ zur Türöffnungsrichtung bzw. zur Längserstreckung der
Arretiereinheit neben der Sperrwippe anzuordnen, ganze besonders in Türöffnungsrichtung
möglichst nah hinter der Schwenkachse des Trägerkörpers. Damit ist eine kompakte Bauweise
der Arretiereinheit möglich und gleichzeitig kann die Aktivierung des Elektromagneten
(abhängig von der Betätigung des Schaltelementes) besonders sinnvoll auf die Gleiterposition
abgestimmt werden. Entscheidend ist auch hier, dass der Gleiteranschlag und das Schaltelement
in Türöffnungsrichtung hintereinander liegend angeordnet sind, so dass sicher gestellt
ist, dass zunächst der Gleiteranschlag durch den bei einer Öffnung der Tür die Arretiereinheit
übergleitenden Gleiter zumindest teilweise überlaufen wird und erst anschließend das
Schaltelement betätigt wird. Damit ist sichergestellt, dass der Gleiter nicht in Türöffnungsrichtung
gegen einen im Gleitweg des Gleiters festgestellten (durch beispielsweise Bestromung
eines Elektromagneten) Gleiteranschlag anschlägt.
[0027] Die Einsatzvielfalt einer erfindungsgemäßen Arretiereinheit lässt sich zudem noch
erhöhen, wenn der Gleiteranschlag zur Einstellung der Haltekraft höhenverstellbar
und in Form einer Steuerkurve ausgebildet ist. Die grundsätzliche Höhenverstellbarkeit
des Gleiteranschlags kann beispielsweise über entsprechende Schraubgewinde erhalten
werden. Dabei ist vorliegend unter einer Höhenverstellbarkeit eine Justierung des
Gleiteranschlags des Sperrelements hinsichtlich seines Hineinragens in den Gleitweg
des Gleiters zu verstehen bzw. eine Einstellbarkeit bezüglich der Höhe, die der Gleiteranschlag
von der an diesen angrenzenden Oberfläche der Arretiereinheit vorsteht. Ist der Gleiteranschlag
bzw. das Sperrelement höhenverstellbar ausgebildet, kann das Ausmaß, wie weit der
Gleiteranschlag über die Oberfläche der Arretiereinheit vorsteht, variiert werden.
Dazu ist es beispielsweise möglich, ein Sperrelement in der Arretiereinheit vorzusehen,
das einen Träger und den relativ zu diesem Träger verstellbaren Gleiteranschlag umfasst.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist allein der Träger des Sperrelementes mit der Druckfeder
beaufschlagt, so dass das Ausmaß der Druckfederbeaufschlagung durch eine Höhenverstellung
des Gleiteranschlags nicht verändert wird. Bei einer alternativen Ausführungsform
zur Höhenverstellung ist es dagegen vorgesehen, ein höhenverstellbares Sperrelement
in die erfindungsgemäße Arretiereinheit zu integrieren, dessen Relativposition zur
Druckfeder variabel ist. Diese Ausführungsform ermöglicht ergänzend zur Höhenverstellung
somit die Variierung der Kraft der Druckfederbeaufschlagung auf das Sperrelement.
[0028] Eine weitere-erfindungsgemäße justiermöglichkeit ergibt sich durch die Ausbildung
des Gleiteranschlags in Form einer Steuerkurve. Die Steuerkurve ist dabei in der Weise
ausgelegt, dass die Schräge des Gleiteranschlags je nach Höhenverstellung variiert.
So ist die Steuerschräge in einer bevorzugten Ausführungsform beispielsweise in der
Weise ausgebildet, dass der Gleiteranschlag zu seinem von der Arretiereinheit vorstehenden
Spitzenbereich hin immer weiter abflacht. Je weiter der Gleiteranschlag bzw. das Sperrelement
bei dieser Ausführungsform somit in den Gleitweg des Gleiters hineinragt, desto steiler
ist der Anschlagwinkel bzw. der Winkel des Gleiteranschlags in seinem Fußbereich gegenüber
der an diesen angrenzenden Oberfläche der Arretiereinheit, entlang derer der Gleiter
entlang fährt. In seiner maximal in den Gleitweg des Gleiters hineinragenden Stellung
steht der Gleiteranschlag bei dieser Ausführungsform besonders bevorzugt nahezu senkrecht
über die Oberfläche der Arretiereinheit vor. Zur Spitze des Gleiteranschlags hin verflacht
sich die Steuerkurve immer weiter. Durch eine Justierung der Höheneinstellung des
Gleiteranschlags mit Steuerkurve lässt sich somit der Anschlagwinkel variieren. Dies
ermöglicht eine Anpassung der durch den Gleiteranschlag ausgeübten Haltekraft auf
die jeweiligen Umgebungsbedingungen, wie bspw. die durch den Türschließer ausgeübte
Schließkraft, das Gewicht der Türen etc.. Alternativ ist es selbstverständlich auch
möglich, den Gleiteranschlag gradlinig bzw. als gleichmäßige Schräge auszubilden.
Eine Höhenverstellung der Sperrelementes hat bei dieser Ausführungsform keine Änderung
des Anschlagwinkels zur Folge.
[0029] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die einen Elektromagneten umfassende
erfindungsgemäße Arretiereinheit zur Einstellung der Haltekraft spannungsregulierbar,
insbesondere mittels einer Strombegrenzung, einer Spannungsbegrenzung, einer Pulsbreitenmodulation
oder einer Phasenanschnittssteuerung, ausgebildet. Der Vorteil dieser Ausführungsform
liegt darin, dass hier eine Justierung der Haltekraft der Arretiereinheit nicht mechanisch
(wie beispielsweise mit der Steuerkurve und/oder der Einstellung der auf das Sperrelement
wirkenden Druckfederkraft), sondern über eine Einstellung wenigstens einer der vorstehend
genannten spannungsbezogenen Größen erfolgt. Diese Ausführungsform ist insofern besonders
vorteilhaft, da die Einstellungsschrittweiten sehr fein gewählt werden können. Dadurch
ist eine besonders selektive Anpassung der Arretiereinheit an die entsprechenden Umgebungsbedingungen
möglich.
[0030] Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung liegt in der Integration einer erfindungsgemäßen
Arretiereinheit in einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen in ein Türschließsystem,
welches zum Schließen eines geöffneten Türflügels ausgebildet ist. Gattungsgemäße
Türschließsysteme umfassen, wie vorstehend bereits erwähnt, einen Türschließer und
einen zwischen dem Türflügel und einem Türrahmen angeordneten Türschließerschwenkarm,
der an seinem einen Ende mit dem Türschließer verbunden ist und an seinem anderen
Ende einen in einer Führungsschiene verschiebbar geführten Gleiter aufweist, der mit
einem zwischen dem Türflügel und dem Türrahmen angeordneten Türschließerschwenkarm
verbunden ist, wobei der Gleiter bei einem Schließen des geöffneten Türflügels in
eine Schließrichtung und in eine der Schließrichtung entgegengesetzte Öffnungsrichtung
entlang der Führungsschiene bewegbar ist. Ein solches Türschließsystem kann ferner
geeignete Einrichtungen, wie beispielsweise Taster etc., umfassen, die eine manuelle
Freigabe der Arretiereinheit ermöglichen.
[0031] Bevorzugt ist die erfindungsgemäße Arretiereinheit entlang der Führungsschiene des
Türschließsystems verstellbar ausgebildet. Diese Ausführungsform ermöglicht es somit,
den Öffnungswinkel der Tür bzw. auch das Türschließsystem an sich an individuelle
Umgebungsbedingungen besonders vielseitig anpassen zu können. So kann beispielsweise
der Öffnungswinkel der Tür durch ein einfaches Verschieben und anschließendes Feststellen
der Arretiereinheit entlang der Führungsschiene erfolgen. Die Feststellung der Arretiereinheit
in der Führungsschiene erfolgt dabei mit bereits aus dem Stand der Technik bekannten
Maßnahmen, wie beispielsweise durch die Verwendung entsprechender Schraubverbindungen
etc..
[0032] Ein bevorzugter Einsatzbereich bzw. eine bevorzugte Verwendung der erfindungsgemäßen
Arretiereinheit liegt in Türschließsystemen für zweiflügelige Türen, wobei hier jeder
Türflügel einen entsprechenden Türschließer, einen Türschließerschwenkarm und eine
erfindungsgemäße Arretiereinheit aufweist. Ein wesentliches Merkmal dieser Ausführungsform
liegt in der Integration einer Schließfolgeregelung in das Türschließsystem, die in
der Weise ausgebildet ist, dass sie den zeitlichen Ablauf des Schließvorgangs beider
Türflügel zueinander steuert. Auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass die
beiden Türflügel im geschlossenen Zustand immer in einer bestimmten Stellung zueinander
vorliegen. Eine erfindungsgemäße Schließfolgeregelung kann beispielsweise in einer
entsprechend ausgebildeten Steuereinheit bestehen, die die Positionierung bzw. zeitliche
Auslösung der beiden Arretiereinheiten zueinander überwacht und steuert. Alternativ
oder ergänzend ist es ferner möglich, eine weitere erfindungsgemäße Arretiereinheit
vorzusehen, die in der Weise angeordnet ist, dass sie den Gangflügel einer zweiflügeligen
Tür bei einem Schließvorgang beider Türen bei kleinem Öffnungswinkel (zumindest übergangsweise)
blockiert. Dadurch kann ein Vorlauf des Standflügels erreicht werden, so dass dieser
vor dem Gangflügel schließen kann und die Schließreihenfolge beider Flügel zueinander
korrekt abläuft bzw. zuverlässig geregelt ist.
[0033] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Türschließsystems
ist ein Stromkreis vorhanden, der in der Weise ausgebildet ist, dass er im geschlossenen
Zustand die Sperrelementblockierung zur Feststellung des Sperrelements in der Anschlagposition
aktiviert, wobei dieses Türschließsystem ein Energiesparmodul aufweist, das feststellt,
ob die Tür geschlossen oder geöffnet ist, und wobei das Energiesparmodul den Stromkreis
unterbricht, wenn es feststellt, dass die Tür geschlossen ist. Im Gegensatz zu den
bisher aus dem Stand der Technik bekannten Türschließsystemen, bei denen der Strom
bis auf eine kurze Unterbrechung zur Türschließung immer an ist bzw. der Stromkreis
immer geschlossen ist, zeichnet sich diese Ausführungsform der Erfindung somit dadurch
aus, dass unnötige Bestromungszeiten, insbesondere bei geschlossener Tür, vermieden
werden. Dadurch ist der Energiebedarf dieser Ausführungsform erheblich gesenkt. Das
Energiesparmodul ist in seinen Einzelheiten dazu in geeigneter Weise ausgebildet und
umfasst beispielsweise Mittel, wie entsprechende Kontakte oder Schalter, die zur Detektion
des Türschließzustandes in der Lage sind. Derartige Einrichtungen sind im Stand der
Technik beschrieben. Darüber hinaus sind im Energiesparmodul geeignete Unterbrechungseinrichtungen
vorgesehen, wie beispielsweise Schalter etc., umfassen, die eine Unterbrechung des
Stromflusses bzw. des Stromkreises bei geschlossener Tür ermöglichen.
[0034] Die Vorteile einer erfindungsgemäßen Arretiereinheit in einem Türschließsystem, insbesondere
einem Türschließsystem mit den vorstehenden Merkmalen, treten besonders deutlich bei
der Integration einer Brandschutztür in ein erfindungsgemäßes Türschließsystem hervor.
Dies betrifft insbesondere die Ruhestromvariante, bei der die Sperrung des Sperrelements
und damit die Fixierung der Tür in einer Öffnungsstellung solange aufrecht erhalten
wird, solange die Bestromung der Sperrelementblockierung aufrecht erhalten wird. Diese
Ausführungsform stellt somit die Schutzziele nach DIN EN 1155 "geschlossener und sicherer
Brandabschnitt" sicher und gewährleistet, dass bei einem Abschalten der Versorgungsspannung
ein Drahtbruch, ein Kurzschluss etc. die Türarretierung unverzüglich aufgehoben wird.
[0035] Ein weiterer Aspekt der Erfindung liegt schließlich in einem Verfahren zum Arretieren
einer Tür in einer geöffneten Position mittels eines mit der Tür in Wirkverbindung
stehenden Türschließers und einer Arretiereinheit, insbesondere einer der vorstehend
beschriebene Ausführungsformen einer Arretiereinheit, wobei zur Einstellung der gewünschten
Türöffnungsstellung die in einer Führungsschiene verschiebbare Arretiereinheit in
der Führungsschiene justiert und festgestellt wird, und wobei sich bei einem Öffnungsvorgang
ein am Türschließer angeordneter und in der Führungsschiene geführter Gleiter an der
Arretiereinheit vorbeibewegt und dabei durch Betätigen eines in Gleitrichtung des
Gleiters bei dem Öffnungsvorgang der Tür hinter dem Sperrelement angeordneten Schaltelements
eine Aktivierung einer Sperrelementblockierung auslöst. Kernelement dieses Verfahrens
ist es, dass letztendlich die Positionierung des Gleiters in einem bestimmten Bereich
innerhalb der Führungsschiene für eine Auslösung des Feststellvorgangs verantwortlich
ist. Auf diese Weise kann besonders gut gewährleistet werden, dass der Gleiter in
einer zur Auslösung der Feststellung geeigneten Position in der Gleitschiene ist.
Dieses erfindungsgemäße Verfahren zum Arretieren einer Tür in einer geöffneten Position
beugt somit beispielsweise Fehlfunktionen (wie unter anderem einer Auslösung der Arretierung
im geschlossenen Zustand der Tür etc.) besonders gut vor.
[0036] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele
weiter erläutert. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- ein Türschließsystem mit einer erfindungsgemäßen Arretiereinheit;
- Fig. 2
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Arretiereinheit in einer perspektivischen
Schrägansicht;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die in Fig. 2 dargestellte Arretiereinheit;
- Fig. 4
- eine Schnittansicht der Arretiereinheit gemäß der Figuren 2 und 3 entlang der Linie
a-a in Fig. 3;
- Fig. 5
- eine seitliche Querschnittsansicht auf eine Arretiereinheit in einer zweiten Ausführungsform
mit einem Gleiter und einem Sperrelement in Freigabeposition;
- Fig. 6a
- eine Arretiereinheit aus Fig. 5 in einer seitlichen Querschnittsansicht mit dem Sperrelement
in Anschlagposition und aktivierter Sperrelementblockierung; und
- Fig. 6b
- eine alternative seitliche Querschnittsansicht auf das Ausführungsbeispiel gemäß Fig.
6a.
- Fig. 7a
- Schnittansicht auf eine dritte Ausführungsform einer Arretiereinheit in Sperrstellung;
- Fig. 7b
- Schnittansicht auf die Arretiereinheit aus Fig. 7a in Freigabestellung durch Lösen
der Sperrelemeritblockierung;
- Fig. 7c
- Schnittansicht auf die Arretiereinheit aus Fig. 7a während des Übergleitens der Arretiereinheit
durch den Gleiter beim Öffnen der Tür;
- Fig. 7d
- Schnittansicht auf die Arretiereinheit aus Fig. 7a beim Überdrücken des Sperrelementes;
- Fig. 7e
- perspektivische Schrägansicht auf die Arretiereinheit aus Fig. 7a in einer Gleitschiene;
und
- Fig. 7f
- perspektivische Schrägansicht auf die Arretiereinheit aus Fig. 7e.
[0037] Gleiche Bauteile und funktionsgleiche Bauteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen
angegeben. Der Übersichtlichkeit halber sind ferner sich in den Figuren wiederholende
Bauteile nicht durchgehend in sämtlichen Figuren durch die entsprechende Bezugszeichen
extra angegeben.
[0038] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Türschließsystem 1. Dieses weist einen an einer
Tür 2 (nur teilweise dargestellt) angebrachten Türschließer 3 mit einer Schließerwelle
4 auf. Die Schließerwelle 4 ist mit einem Gleitarm 5 drehfest verbunden. An dem der
Schließerwelle 4 abgewandten Ende des Gleitarm 5 ist ein in Fig. 1 nicht näher dargestellter
Gleiter angeordnet, der in einer am Türrahmen 6 (nur teilweise dargestellt) angebrachten
Führungsschiene 7 des Türschließsystems 1 längsverschieblich geführt ist. Dabei bewegt
sich der Gleiter in eine Öffnungsrichtung B entlang der Führungsschiene 7, wenn die
Tür 2 geöffnet wird, und in eine Schließrichtung A, wenn die Tür 2 geschlossen wird.
In der Führungsschiene 7 ist ferner eine in Fig. 1 nicht näher dargestellte erfindungsgemäße
Arretiereinheit angeordnet. Diese ist, wie nachfolgend noch näher beschrieben werden
wird, in der Weise ausgebildet, dass sie die Bewegung des Gleiters in Schließrichtung
A in der Führungsschiene 7 bei einem bestimmten Öffnungswinkel der Tür 2 wahlweise
blockieren oder freigeben kann. Blockiert die Arretiereinheit den Gleiter bzw. schlägt
dieser in Schließrichtung gegen einen in den Gleitweg des Gleiters hineinragenden
Gleiteranschlag (in Fig. 1 nicht dargestellt) an, wird die Tür 2 in einer geöffneten
Stellung gehalten (entgegen der vom Türschließer 3 ausgeübten Schließkraft). Nur der
Vollständigkeit halber wird festgehalten, dass vorliegend selbstverständlich auch
eine umgekehrte Montage des Türschließsystems 1 möglich ist, bei dem die Führungsschiene
7 (inklusive Arretiereinheit) an der Tür 2 und der Türschließer 3 am Türrahmen 6 angebracht
ist.
[0039] Die Figuren 2 bis 4 veranschaulichen den Aufbau und die Funktionsweise einer Arretiereinheit
8 in einer ersten Ausführungsform. Die Arretiereinheit 8 umfasst ein Gehäuse 9, ein
Sperrelement 10, ein Schaltelement 11, Gleitflächen 12 und einen Anschlussblock 13.
Die Arretiereinheit 8 ist in die Führungsschiene 7 des Türschließsystems 1 gemäß Fig.
1, ausgehend von der in Fig. 2 dargestellten perspektivischen Ansicht auf die Arretiereinheit
8, kopfüber eingebaut, sodass das Sperrelement 10 und das Schaltelement 11 in der
in Fig. 2 dargestellten Positionierung in Fig. 1 in der Führungsschiene 7 nach unten
über das Gehäuse 9 der Arretiereinheit 8 vorstehen. Das Gehäuse 9 der Arretiereinheit
8 weist ferner einen Deckel 14 auf, über den der Gleiter des Türschließers aus Fig.
1 bei einem Schließvorgang in Richtung A bzw. bei einem Öffnungsvorgang in Richtung
B über die Arretiereinheit 8 hinweg bewegt wird.
[0040] Die Arretiereinheit 8 ist ferner bezüglich ihrer Positionierung in der Führungsschiene
7 aus Fig. 1 längsverschieblich. Dazu weist die Arretiereinheit 8 die beiden spiegelbildlich
ausgebildeten, parallel zueinander verlaufenden stufenförmigen Gleitflächen 12 auf.
Die Gleitflächen 12 ermöglichen eine Führung und Justierung der Arretiereinheit 8
innerhalb der Führungsscheine 7. Zur Feststellung der Arretiereinheit 8 in der Führungsschiene
7 sind die beiden Schraubverbindungen 15 (Fig. 3) vorhanden. Über eine Einstellung
der Position der Arretiereinheit 8 in Längsrichtung der Führungsschiene 7 gelingt
letztendlich die Arretierung der Tür 2 in einer gewünschten Öffnungsstellung bzw.
einem bestimmten Öffnungswinkel.
[0041] Die Funktionsweise der Arretiereinheit 8 beruht im Wesentlichen darauf, dass das
zwischen einer Anschlagposition (gemäß der Figuren 2-4) und einer Freigabeposition
(in den Figuren 1 bis 4 nicht dargestellt) bewegbare Sperrelement 10 die Tür 2 in
einer Öffnungsstellung feststellen kann. Dies gelingt in der Anschlagstellung des
Sperrelements 10, in der dieses über die Oberfläche des Deckels 14 der Arretiereinheit
8 mit der Höhe H1 (Fig. 4) hinausragt. Das Sperrelement 10 ist mit einer Druckfeder
16 (Fig. 4) in der Weise federbeaufschlagt, dass die Druckfeder 16 das Sperrelement
10 in die Anschlagposition aus dem Gehäuse 9 herausdrückt. Solange das Sperrelement
10 nicht festgestellt ist, kann es somit entgegen der durch die Druckfeder 16 ausgeübten
Kraft in das Gehäuse 9 der Arretiereinheit 8 eingedrückt werden. Dieser Vorgang läuft
beispielsweise dann ab, wenn die Tür 2 (Fig. 1) geöffnet wird und der Gleiter des
Gleitarms 5 die Führungsschiene 7 entlang gleitet und die Arretiereinheit 8 in Öffnungsrichtung
B entlang des Deckels 14 passiert. Nähert sich der Gleiter dem Sperrelement 10, schlägt
es gegen eine Anlaufschräge 17 am Sperrelement 10 an. Wird die Bewegung des Gleiters
in Öffnungsrichtung B fortgesetzt, drückt der Gleiter durch Überlaufen der Anlaufschräge
17 das Sperrelement 10 immer weiter in Richtung des Gehäuses 9 bzw. in das Gehäuse
9 hinein. Hat der Gleiter das Sperrelement 10 in Öffnungsrichtung B vollständig passiert,
drückt die Druckfeder 16 das Sperrelement 10 wieder aus dem Gehäuse 9 heraus.
[0042] Solange das Sperrelement 10 nicht festgestellt ist, kann der Gleiters beim Passieren
des Sperrelements 10 dieses selbstverständlich auch bei einem ("Rück"-)Übergleiten
in Schließrichtung A entsprechend ins Gehäuse 9 verschieben. Trifft der Gleiter in
dieser Richtung auf das Sperrelement 10, schlägt er gegen die Steuerschräge 18 an,
welche gemäß Fig. 4 im Längsschnitt ein bogenförmiges Profil aufweist, das von einer
steilen Anfangssteigung mit dem Anschlagswinkel α (gemäß Fig. 4 der Winkel in Schließrichtung
A zwischen der Oberfläche des Deckels 14 und der an die Oberfläche des Deckels 14
anschließenden Steuerschräge 18) zu einem im Spitzenbereich des Sperrelements 10 nahezu
waagerechten Bereich ausläuft. Der Anschlagswinkel α vergrößert sich somit von zirka
90° auf zirka 180°, je weiter das Sperrelement 10 in das Gehäuse 9 der Arretiereinheit
8 geschoben wird. Das Sperrelement 10 umfasst ferner ein nicht näher dargestelltes
Innengewinde, welches sich teilweise im Eingriff mit einem Außengewinde befindet.
Diese Anordnung ermöglicht eine Höhenverstellung des Sperrelementes 10 relativ zur
Oberfläche des Deckels 14 (über eine entsprechende Stellschraube, deren Schraubschlitz
zum Eingriff eines Schraubenziehers in Fig. 3 mit 30 angegeben ist). Die Höhe H1 ist
somit variabel. Durch die bogenförmige Ausbildung der Steuerschräge 18 des Sperrelementes
10 kann durch die Höhenverstellung somit der (Anfangs-)Anschlagswinkel und damit letztendlich
die vom Sperrelement ausgeübte Haltekraft variiert werden. Wird diese Haltekraft überwunden,
beispielsweise durch aktives Zudrücken der Tür, wird das Sperrelement 10 auch entgegen
der aktivierten Sperrelementblockierung in das Gehäuse hineingedrückt, so dass der
Gleiter das Sperrelement 10 übergleiten kann und die Tür geschlossen werden kann,
ohne dass die Sperrelementblockierung unterbrochen wurde (sogenanntes Überdrücken).
[0043] Die Arretiereinheit 8 ist bestrombar ausgebildet und weist zur Feststellung des Sperrelements
10 in der Anschlagposition einen Elektrohubmagneten 19 auf mit einer Spule 20 und
einem Stößel 21. Der Elektrohubmagnet 19 ist dabei in der Weise ausgebildet, dass
der Stößel 21 bei einer Bestromung der Spule 20 zum Sperrelement 10 hin (in Fig. 4
somit nach rechts) verschoben wird. Damit greift ein im Kopfbereich des Stößels 21
vorhandener Sperrvorsprung 28 seitlich in eine Sperrausnehmung 29 des gemäß den Figuren
2 bis 4 in der Anschlagposition befindlichen Sperrelements 10 ein und stellt dieses
in der Anschlagposition fest. Solange der Elektrohubmagnet 19 somit bestromt ist,
ist das Sperrelement 10, so weit es sich in der Anschlagposition befindet, festgestellt
und kann damit auch nicht mehr von einem in Öffnungsrichtung B bzw. in Schließrichtung
A die Arretiereinheit 8 passierenden Gleiter überglitten werden. Schlägt der Gleiter
nun gemäß den Figuren 3 und 4 von rechts kommend (angetrieben durch den Türschließer)
gegen die Steuerschräge 18 an, ist die Tür somit in dieser Öffnungsposition festgestellt.
Wird die Bestromung des Elektrohubmagneten 19 dagegen unterbrochen, wird die Sperrung
des Sperrelements 10 aufgehoben, der Sperrvorsprung 28 wird nicht weiter in die Sperrausnehmung
29 gedrückt und gelangt durch eine Verschiebung des Stößels 21 außer Eingriff mit
der Sperrausnehmung 29, und der Gleiter kann das freigegebene Sperrelement 10 in das
Gehäuse 9 hineindrücken und entsprechend passieren.
[0044] Zur Auslösung der Bestromung des Elektrohubmagneten 19 weist die Arretiereinheit
8 das Schaltelement 11 (vorliegend in Form eines Mikroschalters) auf, das in Öffnungsrichtung
B hinter dem Sperrelement 10 liegend und über die Oberfläche des Deckels 14 mit der
Höhe H2 vorstehend angeordnet ist. Das Schaltelement 11 ragt dabei zwar ebenfalls
in den Gleitweg des Gleiters. Allerdings ist die Höhe H2 wesentliche kleiner als die
Höhe H1. Das Schaltelement 11 hat ein dachgiebelartiges Profil und weist sowohl in
Öffnungsrichtung B als auch in Schließrichtung A eine Auflaufschräge 22 auf. Vergleichbar
mit dem Sperrelement 10 wird somit auch das Schaltelement 11 in das Gehäuse 9 hineingeschoben,
wenn es von dem Gleiter überfahren wird. Das Sperrelement 10 und das Schaltelement
11 liegen in Bewegungsrichtung des Gleiters hintereinander und nahezu unmittelbar
nebeneinander.
[0045] Der Elektrohubmagnet 19 und das Schaltelement 11 sind ferner in Reihenschaltung zueinander
angeordnet, so dass eine Bestromung der Spule 20 nur bei betätigtem Schaltelement
11, d. h. bei in das Gehäuse 9 eingedrücktem Schaltelement 11, erfolgt. Auf diese
Weise ist gewährleistet, dass die Bestromung des Elektrohubmagneten 19 nur dann erfolgt,
wenn der Gleiter über dem Schaltelement 11 liegt. Die Feststellung des Sperrelements
10 in der Anschlagposition erfolgt daher auch nur dann, wenn der Gleiter sich neben
dem Sperrelement 10 befindet und dabei gleichzeitig das Schaltelement 11 betätigt
(gemäß den Figuren 3 und 4 somit rechts vom Sperrelement 10 ist). Diese Anordnung
bedingt, dass der Elektrohubmagnet 19 nur dann bestromt, wenn es zur Feststellung
der Tür auch erforderlich ist.
[0046] Die Figuren 5, 6a und 6b zeigen eine Arretiereinheit 8' in einer weiteren Ausführungsform.
Dabei wird im Folgenden im Wesentlichen auf die Unterschiede zur Arretiereinheit 8
eingegangen werden. Die grundsätzlich Funktionsweise der Arretiereinheit 8' ist mit
der der Arretiereinheit 8 vergleichbar. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den
beiden Arretiereinheiten 8 und 8' liegt allerdings in der Ausbildung der Sperrelementblockierung,
die bei der Arretiereinheit 8' einen schwenkbaren Sperrhebel 23 und einer Blockierrolle
24 umfasst. Der Sperrhebel 23 kann von einer das Sperrelement 10' hintergreifenden
Position, wie es beispielsweise in den Figuren 6a und 6b gezeigt ist, und einer das
Sperrelement 10' freigebenden Position (gemäß Fig. 5) verschwenkt werden. Dazu ist
der Sperrhebel 23 schwenkbeweglich zwischen dem Elektromagneten 19 und dem Sperrelement
10 in der Arretiereinheit 8' gelagert. Die Bewegung des Sperrhebels 23 von der das
Sperrelement 10' freigebenden Position gemäß Fig. 5 in die das Sperrelement 10' hintergreifende
Position gemäß der Figuren 6a und 6b wird durch eine Hubbewegung des Elektrohubmagneten
19 ausgelöst. Dazu ist am Sperrhebel ein Anschlagnocken 31 vorhanden, gegen den die
Spitze des Stößels 21 bei einer Hubbewegung des Elektrohubmagneten 19 anschlägt, wodurch
der Sperrhebel 23 in Richtung des Sperrelements 10' entsprechend ausschwenkt.
[0047] Die Orientierung der Bewegungen des Sperrelements 10', des Sperrhebels 23 und des
Stößels 21 zueinander sind durch die Bewegungspfeile C (bzgl. des Sperrelements 10'),
D (bzgl. des Sperrhebels 23) und E (bzgl. des Stößels 21) wiedergegeben. Wesentlich
für die Ausführung der Arretiereinheit 8' ist, dass die Bewegungsrichtung C des Sperrelements
10' quer zur Schwenkrichtung E des Stößels 21 verläuft. Fig. 6a entspricht Fig. 6b,
wobei in Fig. 6a die vordere seitliche Hebelstrebe des Sperrhebels 23 abgenommen ist,
um den Blick auf die Blockierrolle 24 freizugeben.
[0048] Die Figuren 5-6b veranschaulichen ferner das Wechselspiel zwischen dem Sperrelement
10, dem Schaltelement 11 und dem Gleiter 25, der am Ende einer Schließerwelle (in
den Figuren 5 bis 6b nicht dargestellt) angeordnet ist und in der Führungsschiene
(in den Figuren 5 bis 6b nicht dargestellt) eines entsprechenden Türschließsystems
geführt ist. In Fig. 5 ist der Gleiter freigegeben und drückt in der dort gezeigten
Stellung das Sperrelement 10' und das Schaltelement 11 in das Gehäuse 9 der Arretiereinheit
8. Zur Arretiereinheit 8' ist somit festzustellen, dass eine Feststellung des Sperrelements
durch die Sperrelementblockierung allein in der Anschlagposition des Sperrelements
10' möglich ist. Gemäß Fig. 5 betätigt der Gleiter 25 sowohl das Sperrelement 10'
und das Schaltelement 11. Durch die Betätigung des Schaltelements 11 ist der Elektrohubmagnet
19 somit bestromt und der Stößel 21 schlägt gegen den Anschlagnocken 25, sodass eine
Kraft in Richtung des Sperrelements 10' auf den Sperrhebel 23 ausgeübt wird. Dieser
schwenkt Allerdings nicht um, da er in seiner Schwenkbewegung durch das niedergedrückte
Sperrelement 10' blockiert wird. Trotz Bestromung des Elektrohubmagneten 19 ist es
daher möglich, dass das Sperrelement 10' von seiner Freigabeposition in die Anschlagposition
ausfährt. Durch die Betätigung des Schaltelementes 11 wird der Elektromagnet 19 zwar
bestromt. Allerdings kann der Sperrhebel 23 nicht in seine das Sperrelement 10' sperrende
Position ausfahren, da die Blockierrolle 24 gegen die Außenwand des Sperrelementes
10' anschlägt und auf diese Weise nicht in eine das Sperrelement 10' hintergreifende
Position schwenken kann.
[0049] In den Figuren 6a und 6b schlägt der Gleiter 25 gegen das in Anschlagposition befindliche
Sperrelement 10' an, womit eine Tür (nicht dargestellt) in einer Öffnungsstellung
festgehalten wird. Dadurch, dass der Türschließer (in den Figuren 6a und 6b nicht
dargestellt) letztendlich den Gleiter 25 in Schließrichtung A drückt, drückt der Gleiter
25 in Schließrichtung A gegen das Sperrelement 10'. Da dieses in der Anschlagposition
durch den das Sperrelement 10' hintergreifenden Sperrhebel 23 bzw. dessen Blockierrolle
24 festgestellt ist, kann der Gleiter 25 das Sperrelement 10' nicht übergleiten. Erst
wenn die Bestromung des Elektrohubmagneten 19 unterbrochen wird (beispielsweise durch
Stromausfall, durch Betätigung eines geeigneten externen Tasters/Schalters, etc.),
womit der Sperrhebel 23 zum Elektrohubmagneten 19 hin schwenkt, gelangt der Sperrhebel
23 aus seinem Hintergriff des Sperrelements 10', womit dieses wieder in das Gehäuse
9 gedrückt werden kann. Drückt der Gleiter 25 somit weiter gegen die Anschlagschräge
18' des Sperrelements 10', wird dieses in das Gehäuse 9 hineingedrückt.
[0050] Ein weiterer Unterschied zwischen der Fig. 5 und den Figuren 6a und 6b liegt in der
Höheneinstellung des Sperrelements 10'. Das Sperrelement 10' list an einem auf der
Druckfeder 16 gelagerten Außengewinde 26 (nicht im Einzelnen dargestellt) angeordnet,
welches in ein am Sperrelement 10' angeordnetes Innengewinde 27 eingreift. Gemäß den
Figuren 6a und 6b ist das Sperretement 10' nahezu vollständig in das Innengewinde
26 eingeschraubt, wogegen es in Fig. 5 zum Teil aus dem Innengewinde 26 herausgeschraubt
ist.
[0051] Bei den in den Figuren angegebenen Ausführungsbeispielen ist ferner eine elektrische
Veränderung der Haltekraft vorgesehen. Diese Justiermöglichkeit besteht somit für
sich oder ergänzend zu einer Höhenverstellung des Sperrelements 10, 10' und lässt
sich selbstverständlich auch beim Sperrelement 110 verwenden. Ferner sind auch weitere
Ausführungsformen vorgesehen, bei denen eine Höhenverstellung gar nicht mehr möglich
ist und die Haltekraftjustierung allein über eine Variation geeigneter elektrischer
Stellgrößen erfolgt. Bei diesen Ausführungsformen hat sich die Verwendung einer gradlinigen
Steuerschräge 18' gemäß der Figuren 5 bis 6b besonders bewährt (im Gegensatz zur kreisabschnittsartigen
Steuerschräge 18 aus den Figuren 2 bis 4). Die Steuerschräge 18' bzw. deren spezieller
Winkel ermöglicht ferner, dass auch das Sperrelemente 10' überdrückt werden kann.
[0052] Die Figuren 7a bis 7f veranschaulichen eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Arretiereinheit 108, deren wesentliche Unterschiede in der mehrgliedrigen Ausbildung
des Sperrelementes 110 und in der Anordnung des Mirkoschalters 11 relativ zum Sperrelement
110 liegen. Die Figuren 7a bis 7d zeigen dabei jeweils eine Querschnittsansicht durch
die in der Gleitschiene 7 angeordneten Arretiereinheit 108 in vier unterschiedlichen
Stellungen des Sperrelementes 110, wobei der Schnitt jeweils entlang der Linie I-I
(entlang der Übergleitrichtung) aus Fig. 7e und orthogonal zu den Schwenkachsen der
drei Glieder des Sperrelementes 110 liegt. Fig. 7e zeigt die Arretiereinheit 108 im
installierte Zustand in einer Gleitschiene 7 (lediglich teilweise dargestellt und
an den gewellten Schnittkanten abgekürzt) und Fig. 7f die Arretiereinheit 108 aus
Fig. 7e ohne Gleitschiene. Die Stellung der einzelnen Elemente innerhalb der Arretiereinheit
108 entspricht in beiden Figuren dabei der Schnittansicht aus Fig. 7a.
[0053] Ein wesentliches Element, in dem sich die Arretiereinheit 108 von den beiden vorhergehenden
Ausführungsformen unterscheidet, ist das in der Art einer Sperrwippe ausgebildete
Sperrelement 110. Dieses umfasst mehrere zueinander schwenkbare Glieder, konkret eine
Sperre 121, eine Sperraufnahme 122 und einen Trägerkörper 123. Der Trägerkörper 123
ist über eine Achse (die Schnittansicht in den Figuren 7a bis 7d verläuft senkrecht
zur dieser Achse und auch zu den weiteren Drehachsen des Sperrelementes 113, so dass
diese nachfolgend jeweils als Drehpunkte in den Figuren 7a bis 7d angegeben sind)
mit dem Gehäuse 9 der Arretiereinheit 108 schwenkbar verbunden. Der Trägerkörper 123
ist dementsprechend in der Schnittansicht um den Drehpunkt F gegenüber dem fest in
der Gleitschiene 7 installierten Gehäuse 9 schwenkbar und kann von der in Fig. 7a
gezeigten Stellung in Schwenkrichtung G einschwenken. Entgegen diese Schwenkrichtung
ist der Trägerkörper 123 mit einer Schenkelfeder 125 federkraftbeaufschlagt (nur teilweise
sichtbar). Die Schenkelfeder 125 drückt den Trägerkörper somit in die in Fig. 7a angegebene
Position. Mit seinem dem Gleiter 5 abgewandten Bereich schlägt der Trägerkörper 123
an eine Gehäuseinnenwand der Arretiereinheit 108 an (Anschlag 126) und wird auf dieser
Weise an einer weiteren Verschwenkung entgegen der Einschwenkrichtung G gehindert.
Anschlag 126 wirkt somit als Schwenkbegrenzung für den Trägerkörper 123. Der Trägerkörper
123 weist ferner einen Arretiervorsprung 124 auf, der von der Blockierrolle 24 des
bestromten Elektromagneten 19 in der in Fig. 7a gezeigten Anschlagposition des Sperrelements
110 untergriffen werden kann, womit ein Einschwenken des Sperrelementes 110 bzw. des
Trägerköpers 123 verhindert wird. Der Arretiervorsprung 124 weist ferner in seinem
Stirnbereich einen abgeflachten Sperranschlag auf, gegen den der Anschlagnocken 31
des Sperrhebels 23 anschlägt und somit in seiner Schwenkbewegung zum Sperrelement
110 hin bei einer Aktivierung des Elektromagneten begrenzt wird. Die grundsätzliche
Funktionsweise des Elektromagneten 19 , dem Sperrhebel 23 und der Blockierrolle 24
ist vergleichbar mit dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figuren 5 bis 6b, auf die in
diesem Zusammenhang hiermit Bezug genommen wird.
[0054] Am bzw. relativ zum Trägerkörper 123 ist wiederum die Sperraufnahme 122 schwenkbar
gelagert. Der Drehpunkt der Sperraufnahme entspricht dem Drehpunkt F des Trägerkörpers
123, so dass die beiden Schwenkachsen des Trägerkörpers 123 am Gehäuse 9 und der Sperraufnahme
122 am Trägerkörper 123 koaxial zueinander angeordnet sind. Die Sperraufnahme 122
ist in Pfeilrichtung H aus der in Fig. 7a gezeigten Position einschwenkbar. Darüber
hinaus ist auch die Sperraufnahme 122 federbeaufschlagt. Im Unterschied zum Trägerkörper
123 wirkt jedoch eine Schraubendruckfeder 127 auf die Sperraufnahme 122 und drückt
diese über das hülsenartig ausgebildete Druckstück 128 in die in Fig. 7a gezeigte
Anschlagposition des Sperrelements 110. Die Sperraufnahme 122 ist als zweiarmiger
Schwenkhebel ausgebildet, wobei der eine Arm 129a mit dem Druckstück 128 wechselwirkt
und der andere Arm 129b die nachstehend noch näher beschriebene Sperre 121 trägt (beide
Arme 129 a und b sind der Übersichtlichkeit halber lediglich in Fig. 7b gekennzeichnet).
Der Arm 129a ist dabei gabelförmig ausgebildet (nicht sichtbar) und umgreift mit seinen
beiden Schenkel eine die Schraubendruckfeder 127 in Axialrichtung durchlaufende Stellschraube
130, über die eine Einstellung der durch die Schraubendruckfeder 127 auf das Druckstück
128 ausgeübten Stellkraft möglich ist. Zur Einstellung weist die Stellschraube 130
einen Eingriffsbereich 131 in ihrem Kopfbereich für ein entsprechendes Stellwerkzeug
auf, der durch Eindrücken des Trägerkörpers 123 (wie in Fig. 7b) von außen leicht
zugänglich ist. Ferner ist eine nicht näher angegebene Innen- und Außengewindeverzahnung
vorhanden, so dass dei Komprimierung des Schraubendruckfeder 127 durch Drehen der
Stellschraube 130 justierbar ist. In Ausschwenkrichtung der Sperraufnahme 122 (bzw.
entgegen Schwenkrichtung H), d.h. in die Richtung, in die die Schraubendruckfeder
127 eine Stellkraft auf die Sperraufnahme 122 ausübt, ist die Schwenkbewegung der
Sperraufnahme 122 relativ zum Trägerkörper 123 durch einen Schwenkanschlag 132 am
Trägerkörper begrenzt, gegen den die Sperraufnahme 122 im in Fig. 7a gezeigten Zustand
anschlägt.
[0055] Am Arm 129b der Sperraufnahme 122 ist schließlich als weiteres schwenkbares Element
des Sperrelements 110 die Sperre 121 gelagert, die wiederum mit einer Schenkelfeder
(nicht sichtbar) federbeaufschlagt in die in Fig. 7a gezeigte Stellung gedrückt wird
(entgegen Schwenkrichtung K). Die Sperre 121 ist aus der in Fig. 7a gezeigten Stellung
in Pfeilrichtung K schwenkbar. Die Schwenkachse der Sperre 121 liegt parallel zur
Schwenkachse des Trägerkörpers 123 und der Sperraufnahme 122 und ist in den Fig. 7a
bis 7d als Drehpunkt J angegeben. Insgesamt verlaufen die drei Schwenkachsen der drei
zueinander schwenkbaren Elemente des Sperrelementes 110 (Sperre 121, Sperraufnahme
122 und Trägerkörper 123) somit parallel und teilweise koaxial zueinander; die drei
Elemente sind somit in einer gemeinsamen Schwenkebene schwenkbar (in der Schnittebene
der Figuren 7a bis 7d). Auch die Sperre 121 ist ein zweiarmiger Schwenkhebel, wobei
der eine Arm 133a den Gleiteranschlag 118 bildet und der andere Arm 133b am Anschlag
134 gegen die Sperraufnahme anschlägt und dadurch in seiner Schwenkbewegung in Richtung
K bzw. in Richtung der Federkraftbeaufschlagung begrenzt ist.
[0056] Insgesamt weist das Sperrelement bei dieser Ausführungsform somit eine mehrgliedrigen,
konkret dreigliedrigen, kaskadierten Aufbau auf, wobei die drei Glieder jeweils in
einem begrenzten Bereich zueinander schwenkbar (bzw. jeweils eine Schwenkbegrenzung
gegenüber dem/n benachbartem/n Glied/ern aufweisen) sind und jeweils eine Federbeaufschlagung
aufweisen. Wie nachstehend noch gezeigt wird, ermöglicht dieser spezielle Aufbau,
dass der Gleiteranschlag 118 (bzw. Teile des Sperrelements 110) von seiner Anschlagposition
in die Freigabeposition, sowohl mittels einer Freigabe durch Unterbrechung der Bestromung
des Elektromagneten als auch durch manuelles Überdrücken, verschwenkt und nicht linear
verschoben wird, was die Funktionszuverlässigkeit dieser Arretiereinheit, insbesondere
in einem Türschließsystem, speziell mit einer Brandschutztür, erheblich steigert.
[0057] Die Funktionsweise der Arretiereinheit wird anhand der vier in den Figuren 7a bis
7d gezeigten Stellungen näher erläutert. In Fig. 7a liegt die Arretiereinheit 108
in der eine Tür (nicht gezeigt) offen haltenden Stellung vor. Das Sperrelement 110
ist dazu in Anschlagposition. In der Anschlagposition ragt die Sperre 121 mit ihrem
Gleiteranschlag 118 in den Gleitweg des Gleiters 25 und hindert diesen daran, sich
weiter in Richtung der durch den Türschließer auf den Gleiter 25 übertragenen Kraft
in Türschließrichtung A weiter zu bewegen. Über das Türschließergestänge (nicht sichtbar)
wird die Tür dadurch letztendlich in einer geöffneten Stellung gehalten. In dieser
Stellung betätigt der Gleiter 25 gleichzeitig den in den Gleitweg ebenfalls hineinragenden
Mikroschalter 11, wodurch der Elektromagnet 19 bestromt wird und letztendlich die
Blockierrolle 24 unter den Rastvorsprung 124 des Sperrelementes 110 schiebt und dort
hält. Das Sperrelement 110 bzw. der Trägerkörper 123 wird auf diese Weise somit in
der in Fig. 7a angegebenen Position gehalten.
[0058] Fig. 7b gibt nun die Stellung der Arretiereinheit 108 wieder, wenn die Bestromung
des Elektromagneten 19, beispielsweise durch eine Tasterbetätigung, zum Schließen
der Tür unterbrochen wird. Die Blockierrolle 24 schwenkt bei einer Desaktivierung
des Elektromagneten 19 unter dem Rastvorsprung 124 weg (zum Elektromagneten hin) und
das gesamte Sperrelement 110 schwenkt durch den durch den Gleiter 25 ausgeübten Druck
in Türschließrichtung A inklusive Sperre 121, Sperraufnahme 122 und Trägerkörper 123
ein (entgegen der Stellkraft der Schenkelfeder 125; in den Figuren nur teilweise sichtbar).
Der Gleiter 25 kann dann vom Türschließer- angetrieben in der Gleitschiene weiter
in Türschließrichtung A gleiten, bis die Tür geschlossen ist. Für diesen Vorgang ist
es daher besonders wichtig, dass die vom Türschließer über den Gleiter 25 auf das
Sperrelement 110 ausgeübte Stellkraft größer ist als die auf den Trägerkörper in entgegengesetzter
Richtung wirkende Stellkraft der Schenkelfeder 125, damit das entsperrte Sperrelement
110 vom Gleiter 25 aus dem Gleitweg geschoben werden kann. Gleichzeitig ist es allerdings
für die Funktionsfähigkeit der Arretiereinheit 1ß8 wichtig, dass die auf die Sperraufnahme
122 wirkende Federbeaufschlagung mit der Druckfeder 127 ausreichend ist, um der vom
Türschließer über den Gleiter 25 auf das Sperrelement 110 wirkenden Kraft entgegen
zu wirken, da andernfalls ein Feststellen des Gleiters 25 per se nicht möglich wäre.
Da diese Kraft je nach Installationsbedingungen sehr unterschiedlich sein kann, ist
es besonders wichtig, dass die Stellkraft der Druckfeder 127 regulierbar ist. Zur
Einstellung ist es bei der Arretiereinheit 108 einfach möglich, manuell auf das (entsperrte,
da unbestromte) Sperrelement 110 im Bereich der Sperre 121 zu drücken, um den Trägerkörper
123 in die in Fig. 7b gezeigte Position zu bringen (ohne dass der Gleiter sich über
der Arretiereinheit befindet). Dies erfolgt lediglich entgegen der verhältnismäßig
kleinen Stellkraft der Schenkelfeder 125. Anschließend ist die Stellschraube 130 sehr
gut von außen zugänglich.
[0059] Fig. 7c gibt die Positionierung der einzelnen Elemente der Arretiereinheit 118 an,
wenn diese in Türöffnungsrichtung B vom Gleiter 25 überglitten wird. Der Gleiter trifft
dabei von links kommend zunächst auf eine rückseitig an der Sperre 121 angeordnete
Auflaufrundung 136 und schiebt dabei zunächst die Sperre 121 entgegen ihrer Federkraftbeaufschlagung
zur Sperraufnahme 122 hin. Diese weist eine entsprechende Ausnehmung 135 auf, in die
der Gleiteranschlag 118 bzw. der betreffende Arm 133a der Sperre 121 einschwenken
kann (gemäß Pfeil in Fig. 7c). Damit die Arretiereinheit 118 vom Gleiter 25 in der
Gleitschiene 7 beim Aufdrücken der Tür überlaufen werden kann, muss bei diesem Ausführungsbeispiel
somit nicht das gesamte Sperrelement 110 in die Arretiereinheit 118 einfahren, sondern
allein die vergleichsweise kleine und leichte Sperre 121 (und gleichermaßen muss auch
nur die Federkraft der Sperre 121 vom Gleiter 25 überwunden werden). Sobald der Gleiter
25 den Mikroschalter 11 überläuft, wird dieser durch den Gleiter 25 betätigt, wodurch
eine Bestromung des Elektromagneten 19 ausgelöst wird (und zumindest solange aufrecht
erhalten wird, solange der Gleiter 25 den Mikroschalter 11 betätigt). Erst wenn der
Gleiter 25 auch mit seinem in Türöffnungsrichtung B hinteren Ende die Sperre 121 passiert
hat, klappt die Sperre 121 aufgrund ihrer Federbeaufschlagung selbsttätig mit ihrem
Gleitanschlag 118 aus und versperrt dem Gleiter eine entgegengesetzte Bewegung in
Türschließrichtung A.
[0060] Fig. 7d schließlich veranschaulicht die Stellung der einzelnen Elemente der Arretiereinheit
108 beim sogenannten Überdrücken des Gleitanschlages 118. Dabei wird die Aktivierung
der Sperrelementblockierung durch den Elektromagneten 19 nicht aufgehoben. Dementsprechend
ist auch der Trägerkörper 123 in seiner gesperrten Stellung. Allerdings wird durch
das beispielweise gewaltsame Drücken des durch die Arretiereinheit 108 festgestellten
Türflügels in seine Schließposition die über den Gleiter 25 auf den Gleitanschlag
118 wirkende Kraft gegenüber dem Normalzustand bzw. dem regulären Offenhaltezustand
der Tür stark erhöht, wodurch im Ergebnis die Sperre 121 zusammen mit der Sperraufnahme
122 in die Arretiereinheit 108 ausweicht bzw. einschwenkt und den Gleiter 25 letztendlich
freigibt. Dies ermöglicht die im Sperrelement 110 untergebrachte und am Trägerkörper
123 gelagerte Ausweicheinrichtung, deren wesentliche Bestandteile insbesondere die
schwenkbare Sperraufnahme 122 ist, die in der in der vorstehend beschriebenen Weise
über den Arm 129a und über das Druckstück 128 in Wirkverbindung mit der Druckfeder
127 steht. Durch die schwenkbare Lagerung der Sperraufnahme 122 und die spezielle
Ausbildung der Schwenkbegrenzung der Sperre 121 schwenkt die Sperraufnahme 122 zusammen
mit der Sperre 121 ab dem Überschreiten einer von der von der Stellkraft abhängigen
maximalen Haltekraft trotz festgestelltem Trägerkörper 123 in die Arretiereinheit
108 ein und gibt den Gleiter 25 frei, ohne dass dazu die Bestromung des Elektromagneten
19 unterbrochen wurde bzw. der Anker gegenüber dem bestromten Elektromagneten gewaltsam
bewegt werden musste. Ein wesentlicher Aspekt dieser Ausweicheinrichtung liegt ferner
darin, dass sie in der Weise ausgebildet ist, dass die Schwenkbewegung der Sperraufnahme
122 in eine Linearverschiebung der Druckhülse 128 bzw. lineare Komprimierung des Druckfeder
127 umgesetzt wird (was durch die in Fig. 7d angegebenen Pfeile weiter verdeutlicht
ist).
[0061] Die Figuren 7e und 7f dienen letztendlich der weiteren Veranschaulichung der Funktionsweise
der Arretiereinheit 118 . Fig. 7e verdeutlicht die Führung des Gleiters in der Gleitschiene,
die Orientierung des Gleitweges GW (angedeutet durch die beiden Doppelpfeile GW in
Fig. 7e) des Gleiters 25 in den Gleitschienen und die Anordnung der Arretiereinheit
in der Weise, dass sie mit ihrem ausgestellten Gleiteranschlag 118 in den Gleitweg
des Gleiters 25 hineinragt. Fig. 7f hingegen gibt insbesondere die Positionierung
des Mikroschalters 11 relativ zur Spernwippe 110 bzw. im Verhältnis zum Gleiteranschlag
118 an. Bezogen auf die Türöffnungsrichtung B liegt der Mirkoschalter 11, wie auch
bei den vorhergehenden Ausführungsbeispielen, hinter dem Gleiteranschlag 118. Allerdings
ist der Mikroschalter in Axialrichtung der Schwenkachsen des Sperrelementes 110 neben
dem Sperrelement am Gehäuse 9 der Arretiereinheit angeordnet. Der Mikroschalter 11
schwenkt somit nicht zusammen mit dem Sperrelement 110, sondern kann lediglich in
Linearrichtung zur Arretiereinheit 108, beispielsweise vom Gleiter 25, eingedrückt
werden.
1. Arretiereinheit (8, 8', 108) für einen Türschließer (3) zur Feststellung einer Tür
(2) in einer gewünschten Öffnungsstellung,
- die zur Blockade eines in einer Führungsschiene (7) geführten Gleiters (25) ausgebildet
ist, der mit einem zwischen einem Türflügel (2) und einem Türrahmen (6) angeordneten
Türschließerschwenkarm (5) verbunden ist, wobei der Gleiter (25) in eine Schließrichtung
(A) bei einem Schließvorgang des Türschließers (3) und in eine der Schließrichtung
(A) entgegengesetzte Öffnungsrichtung (B) bei einem Öffnungsvorgang des Türschließers
(3) in der Führungsschiene (7) bewegbar ist,
- die ein zwischen einer Anschlagposition und einer Freigabeposition bewegbares federbeaufschlagtes
Sperrelement (10, 10', 110) mit einem Gleiteranschlag (18, 18', 118) aufweist, wobei
das Sperrelement (10, 10', 110) in seiner Anschlagposition mit dem Gleiteranschlag
(18, 18', 118) in den Gleitweg des Gleiters (25) hineinragt, und
- die eine Sperrelementblockierung aufweist, die im aktivierten Zustand zur Feststellung
des Sperrelements (10, 10', 110) in der Anschlagposition ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arretiereinheit (8, 8', 108) ein in den Gleitweg des Gleiters (25) hineinragendes
und durch den Gleiter (25) betätigbares Schaltelement (11) aufweist, das in der Weise
ausgebildet ist, dass es bei einer Betätigung die Aktivierung der Sperrelementblockierung
auslöst, dass das Schaltelement (11) in Öffnungsrichtung (B) hinter dem Sperrelement
(10, 10', 110) und insbesondere hinter dem Gleiteranschlag (18, 18', 118) des Sperrelementes
(10, 10', 110) angeordnet ist, und dass die Sperrelementblockierung einen Elektrohubmagneten
(19) umfasst, der zur Aktivierung der Sperrelementblockierung während seiner Bestromung
ausgebildet ist.
2. Arretiereinheit (8, 8', 108) gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie in der Weise ausgebildet ist, dass die Aktivierung der Sperrelementblockierung
nur beibetätigtem Schaltelement (11) aufrecht erhalten wird.
3. Arretiereinheit (8') gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrelementblockierung einen Sperrhebel (23) umfasst, der zum wenigstens teilweisen
Hintergreifen des Sperrelementes (10')bei aktivierter Sperrelementblockierung ausgebildet
ist.
4. Arretiereinheit (8', 108) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperrelementblockierung und insbesondere der Sperrhebel (23) eine Blockierrolle
(24) umfasst, die bei aktivierter Sperrelementblockierung das Sperrelement (10') zumindest
teilweise hintergreift.
5. Arretiereinheit (8, 8') nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektrohubmagnet (19) und das Schaltelement (11) in einer Reihenschaltung angeordnet
sind.
6. Arretiereinheit (8') gemäß einem vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektrohubmagnet (19) und das Sperrelement (10') in der Weise zueinander angeordnet
sind, dass die Richtung der vom Elektrohubmagneten (19) auf ein Sperrglied und insbesondere
den Sperrhebel (23) übertragenen Hubbewegung quer und insbesondere senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Sperrelementes (10') verläuft.
7. Arretiereinheit (108) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Sperrelement (110) einen schwenkbar gelagerten Trägerkörper (123) mit einer relativ
zum Trägerkörper (123) schwenkbeweglichen Sperre (121) aufweist, die den Gleiteranschlag
(118) bildet, und dass das Sperrelement (110) von der Anschlagposition in die Freigabeposition
schwenkbar ist.
8. Arretiereinheit (108) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Trägerkörper (123) und der Sperre (121) eine Sperraufnahme (122) vorhanden
ist, die schwenkbar mit dem Trägerkörper (123) verbunden ist und an der wiederum die
Sperre (121) schwenkbar gelagert ist, wobei der Trägerkörper (123), die Sperre (121)
und die Sperraufnahme (122) jeweils federbeaufschlagt sind.
9. Arretiereinheit (108) nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Trägerkörper (123) eine Ausweicheinrichtung zum Überdrücken der in Sperrstellung
befindlichen Arretiereinheit (108) umfasst, die derart ausgebildet ist, dass die Sperre
(121) oder die Sperre (121) zusammen mit der Sperraufnahme (122) zur Freigabe des
Gleiters (25) entgegen einer Stellkraft einschwenkbar ist, ohne dass die Bestromung
des Elektromagneten aufgehoben wird.
10. Arretiereinheit (108) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sperraufnahme (122) als Teil der Ausweicheinrichtung einen Schwenkarm (129a)
aufweist, der gegen ein am Trägerkörper (123) gelagertes Druckfederelement (127, 128)
anschlägt.
11. Arretiereinheit (8, 8') nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Gleiteranschlag zur Einstellung der Haltekraft höhenverstellbar und in Form einer
Steuerkurve (18) ausgebildet ist.
12. Arretiereinheit (8, 8', 108) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Arretiereinheit (8, 8', 108) zur Einstellung der Haltekraft spannungsregulierbar,
insbesondere mittels einer Strombegrenzung, einer Spannungsbegrenzung, einer Pulsweitenmodulation
oder eine Phasenanschnittsteuerung, ausgebildet ist.
13. Türschließsystem (1), welches zum Schließen eines geöffneten Türflügels (2) ausgebildet
ist, umfassend
- einen Türschließer (3),
- einen zwischen dem Türflügel (2) und einem Türrahmen (6) angeordneten Türschließerschwenkarm
(5), der an seinem einen Ende mit dem Türschließer (3) verbunden ist und an seinem
anderen Ende einen in einer Führungsschiene (7) verschiebbar geführten Gleiter (25)
aufweist, der mit einem zwischen dem Türflügel (2) und dem Türrahmen (6) angeordneten
Türschließerschwenkarm (5) verbunden ist, wobei der Gleiter (25) bei einem Schließen
des geöffneten Türflügels (2) in eine Schließrichtung (A) und in eine der Schließrichtung
entgegengesetzte Öffnungsrichtung (B) entlang der Führungsschiene (7) bewegbar ist,
und
- eine Arretiereinheit (8, 8', 108) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche.
14. Verwendung einer Arretiereinheit (8, 8', 108) nach einem der Ansprüche 1 bis 12 in
einem Türschließsystem(1), insbesondere einem Türschließsystem (1) nach Anspruch 13,
in Kombination mit einer Brandschutztür.
15. Verfahren zum Arretieren einer Tür (2) in einer geöffneten Position mittels eines
mit der Tür (2) in Wirkverbindung stehenden Türschließers (3) und einer Arretiereinheit
(8, 8', 108) gemäß einer der Ansprüche 1 bis 12,
- wobei zur Einstellung der gewünschten Türöffnungsstellung die in einer Führungsschiene
(7) verschiebbare Arretiereinheit in der Führungsschiene justiert und festgestellt
wird, und
- wobei sich bei einem Öffnungsvorgang ein am Türschließer (3) angeordneter und in
der Führungsschiene (7) geführter Gleiter (25) an der Arretiereinheit (8, 8', 108)
vorbeibewegt und dabei durch Betätigen eines in Gleitrichtung des Gleiters (25) bei
dem Öffnungsvorgang der Tür (2) hinter dem Sperrelement (10, 10', 110) angeordneten
Schaltelementes (11) eine Aktivierung einer Sperrelementblockierung auslöst, die das
in der Anschlagposition befindliche Sperrelement (10, 10', 110) feststellt.
1. Arresting unit (8, 8', 108) for a door closer (3) for securing a door (2) in a desired
opening position,
- designed for blocking a slider (25) which is guided in a guide rail (7), the slider
(25) being connected with a door closer swivel arm (5) located between a door leaf
(2) and a door frame (6), wherein the slider (25) may be moved in the guide rail (7)
in a closing direction (A) during the closing process of the door closer (3) and in
an opening direction (B), which is opposite to the closing direction (A), during the
opening process of the door closer (3),
- provided with a spring-loaded locking element (10, 10', 110) with a slider stop
(18, 18', 118), the locking element (10, 10', 110) being moveable between a stop position
and a release position, wherein the locking element (10, 10', 110) protrudes into
the sliding path of the slider (25) in its stop position with the sliding stop (18,
18', 118), and
- provided with a blocking device, which, in its activated state, is designed to secure
the locking element (10, 10', 110) in the stop position,
characterized in that
the arresting unit (8, 8', 108) is provided with a switching element (11) which protrudes
into the sliding path of the slider (25) and which may be actuated by the slider (25),
the switching element (11) being designed such that it activates the blocking device
when it is actuated, that the switching device (11) is located in the opening direction
(B) behind the locking element (10, 10', 110) and, in particular, behind the slider
stop (18, 18', 118) of the locking element (10, 10', 110) and that the blocking device
comprises an electric lifting magnet (19) which is designed to activate the blocking
device when current is supplied.
2. Arresting unit (8, 8', 108) according to claim 1,
characterized in that
it is configured such that the activation of the blocking device is only maintained
when the switching element (11) is actuated.
3. Arresting unit (8') according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the blocking device comprises a blocking lever (23) which is designed to at least
partially engage behind the locking element (10') when the blocking device is activated.
4. Arresting unit (8', 108) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the blocking device and in particular the blocking lever (23) comprises a locking
roller (24) which at least partially engages behind the locking element (10') when
the blocking device is activated.
5. Arresting unit (8, 8') according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the electric lifting magnet (19) and the switching element (11) are connected in series.
6. Arresting unit (8') according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the electric lifting magnet (19) and the locking element (10') are arranged in such
a manner relative to each other that the direction of the lifting movement transferred
from the electric lifting magnet (19) to a blocking member and in particular to the
blocking lever (23) is transverse and in particular perpendicular to the moving direction
of the locking element (10').
7. Arresting unit (108) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the locking element (110) is provided with a pivotally mounted carrier (123) with
a locking device (121) arranged so as to be pivotally movable relative to the carrier
(123), the locking device (121) forming the slider stop (118), and that the locking
element (110) may be pivoted from the stop position into the release position.
8. Arresting unit (108) according to claim 7,
characterized in that
a mounting (122) is arranged between the carrier (123) and the locking device (121),
the mounting (122) being pivotally connected to the carrier (123) and the locking
device (121) being in turn pivotally connected to the mounting (122), wherein the
carrier (123), the locking device (121) and the mounting (122) are each spring loaded.
9. Arresting unit (108) according to any one of claims 7 or 8,
characterized in that
the carrier (123) comprises a deflection unit for overriding the arresting unit (108)
in its blocking position, the deflection unit being designed such that the locking
device (121) or the locking device (121) together with the mounting (122) can pivot
against a positioning force for releasing the slider (25) without interrupting the
current supply of the electric lifting magnet.
10. Arresting unit (108) according to claim 9,
characterized in that
the mounting (122), as a part of the deflection unit, comprises a swivel arm (129a)
which strikes against a pressure spring element (127, 128) mounted on the carrier
(123).
11. Arresting unit (8, 8') according to any one of the preceding claims,
characterized in that
for adjustment of the retention force the slider stop is designed adjustable in height
and in the shape of a control cam (18).
12. Arresting unit (8, 8', 108) according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the arresting unit (8, 8', 108) is designed such that its voltage may be controlled
for adjusting the retention force, in particular by current limitation, voltage limitation,
pulse width modulation or phase angle control.
13. Door closing system (1) for closing an open door leaf (2), comprising
- a door closer (3),
- a door closer swivel arm (5) arranged between the door leaf (2) and a door frame
(6), the door closer swivel arm (5) being connected at its one end with the door closer
(3) and at its other end with a moveable slider (25) which is guided in a guide rail
(7), the slider (25) being connected with the door closer swivel arm (5) arranged
between the door leaf (2) and the door frame (6), wherein the slider (25) may be moved
along the guide rail (7) in a closing direction (A) when the open door leaf (2) is
closed and in an opening direction (B), which is opposite to the closing direction
(A), and
- an arresting unit (8, 8', 108) according to any one of the preceding claims.
14. Use of an arresting unit (8, 8', 108) according to any one of the preceding claims
1 to 12 in a door closing system (1), in particular in a door closing system (1) according
to claim 13, in combination with a fire door.
15. Method for arresting a door (2) in an open position via a door closer (3) being in
operative connection with the door (2) and an arresting unit (8, 8', 108) according
to any one of claims 1 to 12,
- wherein the arresting unit which is moveable in a guide rail (7) is adjusted and
secured in the guide rail for establishing the desired door opening position, and
- wherein a slider (25) located at the door closer (3) and guided in a guide rail
(7) moves past the arresting unit (8, 8', 108) during the opening process, thereby
triggering the activation of a blocking device by actuating a switching element (11)
located behind the blocking element (10, 10', 110) in the sliding direction of the
slider (25) during the opening process of the door (2), and the blocking device arrests
the blocking element (10, 10', 110) in its stop position.
1. Unité d'arrêt (8, 8', 108) pour un ferme-porte (3), destinée à bloquer une porte (2)
dans une position d'ouverture désirée,
- conçue pour bloquer un coulisseau (25) qui est guidé dans un rail de guidage (7),
le coulisseau (25) étant relié à un bras articulé (5) du ferme-porte situé entre un
vantail (2) de porte et un cadre (6) de porte, dans laquelle le coulisseau (25) peut
être déplacé dans le rail de guidage (7) dans une direction de fermeture (A) pendant
le processus de fermeture du ferme-porte (3) et dans une direction d'ouverture (B),
qui est opposée à la direction de fermeture (A), pendant le processus d'ouverture
du ferme-porte (3),
- munie d'un élément de verrouillage (10, 10', 110) soumis à l'action d'un ressort,
avec une butée (18, 18', 118) de coulisseau, l'élément de verrouillage (10, 10', 110)
étant mobile entre une position d'arrêt et une position de libération, où l'élément
de verrouillage (10, 10', 110) fait saillie dans le trajet de coulissement du coulisseau
(25) dans sa position d'arrêt avec la butée (18, 18', 118) du coulisseau, et
- munie d'un dispositif de blocage qui, dans son état actif, est conçu pour assujettir
l'élément de verrouillage (10, 10', 110) dans la position d'arrêt,
caractérisée en ce que l'unité d'arrêt (8, 8', 108) est pourvue d'un élément de commutation (11) qui fait
saillie dans le trajet de coulissement du coulisseau (25) et qui peut être actionné
par le coulisseau (25), l'élément de commutation (11) étant conçu de telle sorte qu'il
active le dispositif de blocage lorsqu'il est actionné,
en ce que l'élément de commutation (11) est situé, dans la direction d'ouverture (B), derrière
l'élément de verrouillage (10, 10', 110), et, en particulier, derrière la butée (18,
18', 118) du coulisseau de l'élément de verrouillage (10, 10', 110), et
en ce que le dispositif de blocage comprend un électro-aimant de levage (19) qui est conçu
pour activer le dispositif de blocage lorsque du courant est fourni.
2. Unité d'arrêt (8, 8', 108) selon la revendication 1,
caractérisée en ce qu'elle est configurée de telle sorte que l'activation du dispositif de blocage ne soit
maintenue que lorsque l'élément de commutation (11) est actionné.
3. Unité d'arrêt (8') selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le dispositif de blocage comprend un levier de blocage (23) qui est conçu pour s'engager,
au moins partiellement, derrière l'élément de verrouillage (10') lorsque le dispositif
de blocage est activé.
4. Unité d'arrêt (8', 108) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le dispositif de blocage, et en particulier le levier de blocage (23), comprend un
cylindre de verrouillage (24) qui s'engage, au moins partiellement, derrière l'élément
de verrouillage (10') lorsque le dispositif de blocage est activé.
5. Unité d'arrêt (8, 8') selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que l'électro-aimant de levage (19) et l'élément de commutation (11) sont raccordés en
série.
6. Unité d'arrêt (8') selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que l'électro-aimant de levage (19) et l'élément de verrouillage (10') sont agencés l'un
par rapport à l'autre de telle sorte que la direction du mouvement de levage transféré
de l'électro-aimant de levage (19) à un élément de blocage, et en particulier au levier
de blocage (23), soit transversale, et en particulier perpendiculaire, à la direction
de déplacement de l'élément de verrouillage (10').
7. Unité d'arrêt (108) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que l'élément de verrouillage (110) est pourvu d'un support (123) monté pivotant avec
un dispositif de verrouillage (121) agencé pour être mobile de manière pivotante par
rapport au support (123), le dispositif de verrouillage (121) formant la butée (118)
du coulisseau, et en ce que l'élément de verrouillage (110) peut être pivoté de la position d'arrêt jusqu'à la
position de libération.
8. Unité d'arrêt (108) selon la revendication 7,
caractérisée en ce qu'un support de montage (122) est placé entre le support (123) et le dispositif de
verrouillage (121), le support de montage (122) étant relié de manière pivotante au
support (123) et le dispositif de verrouillage (121) étant à son tour relié de manière
pivotante au support de montage (122), le support (123), le dispositif de verrouillage
(121) et le support de montage (122) étant chacun soumis à l'action d'un ressort.
9. Unité d'arrêt (108) selon l'une quelconque des revendications 7 ou 8,
caractérisée en ce que le support (123) comprend une unité de déviation pour outrepasser l'unité d'arrêt
(108) dans sa position de blocage, l'unité de déviation étant conçue de telle sorte
que le dispositif de verrouillage (121) ou, à la fois, le dispositif de verrouillage
(121) et le support de montage (122), puisse(nt) pivoter contre une force de positionnement,
pour libérer le coulisseau (25) sans interrompre l'alimentation électrique de l'électro-aimant
de levage.
10. Unité d'arrêt (108) selon la revendication 9,
caractérisée en ce que le support de montage (122), en tant que partie de l'unité de déviation, comprend
un bras oscillant (129a) qui vient heurter un élément de ressort de pression (127,
128) monté sur le support (123).
11. Unité d'arrêt (8, 8') selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le réglage de la force de rétention de la butée du coulisseau est conçu réglable
en hauteur et sous la forme d'une came de commande (18).
12. Unité d'arrêt (8, 8', 108) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que l'unité d'arrêt (8, 8', 108) est conçue de telle sorte que sa tension puisse être
contrôlée pour régler la force de rétention, en particulier par limitation du courant,
limitation de la tension, modulation d'impulsions en largeur ou réglage par déphasage.
13. Système (1) de fermeture de porte pour fermer un vantail ouvert (2) d'une porte, comprenant
:
- un ferme-porte (3),
- un bras articulé (5) de ferme-porte disposé entre le vantail (2) de la porte et
un cadre (6) de porte, le bras articulé (5) du ferme-porte étant relié à sa première
extrémité au ferme-porte (3) et à son autre extrémité à un coulisseau déplaçable (25)
qui est guidé dans un rail (7) de guidage, le coulisseau (25) étant relié au bras
articulé (5) du ferme-porte disposé entre le vantail (2) de la porte et le cadre (6)
de la porte, dans lequel le coulisseau (25) peut être déplacé le long du rail de guidage
(7) dans une direction de fermeture (A) lorsque l'on ferme le vantail ouvert (2) de
la porte, et dans une direction d'ouverture (B) qui est opposée à la direction de
fermeture (A), et
- une unité d'arrêt (8, 8', 108) selon l'une quelconque des revendications précédentes.
14. Utilisation d'une unité d'arrêt (8, 8', 108) selon l'une quelconque des revendications
1 à 12 précédentes dans un système (1) de fermeture de porte, en particulier dans
un système (1) de fermeture de porte selon la revendication 13, en combinaison avec
une porte coupe-feu.
15. Procédé pour arrêter une porte (2) dans une position ouverte au moyen d'un ferme-porte
(3) en relation opérationnelle avec la porte (2) et une unité d'arrêt (8, 8', 108)
selon l'une quelconque des revendications 1 à 12,
- dans lequel l'unité d'arrêt qui est déplaçable dans un rail de guidage (7) est ajustée
et bloquée dans le rail de guidage pour établir la position d'ouverture de porte désirée,
et
- dans lequel un coulisseau (25) situé sur l'ouvre-porte (3) et guidé dans un rail
de guidage (7) se déplace au-delà de l'unité d'arrêt (8, 8', 108) pendant le processus
d'ouverture, déclenchant ainsi l'activation d'un dispositif de blocage par actionnement
d'un élément de commutation (11) situé derrière l'élément de blocage (10, 10', 110)
dans la direction de coulissement du coulisseau (25) pendant le processus d'ouverture
de la porte (2), et le dispositif de blocage arrête l'élément de blocage (10, 10',
110) dans la position d'arrêt.