[0001] Die Erfindung betrifft eine Kippaufbau-Baugruppe für ein Spielfahrzeug.
[0003] Es ist eine Aufgabe der vorgesehenen Erfindung, eine Kippaufbau-Baugruppe der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, dass deren Spielmöglichkeiten bei einfacher Handhabung
erweitert sind.
[0004] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß gelöst durch eine Kippaufbau-Baugruppe mit den
in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen.
[0005] Der erfindungsgemäße Kipprichtungsgeber ermöglicht eine auch für Kinder begreifbare
und intuitive Umstellung der Kippachse der Kippbrücke relativ zum Fahrgestell. Bei
der ersten Kippvorgabe-Schwenkstellung kann es sich beispielsweise um eine solche
handeln, bei der ein Verschwenken der Kippbrücke um eine Kippachse längs einer Ladeflächen-Stirnwand,
beispielsweise längs einer heckseitigen Bordwand, ermöglicht ist. Bei der zweiten
Kippvorgabe-Schwenkstellung kann es sich um eine Schwenkstellung des Kipprichtungsgebers
handeln, bei der ein Verschwenken der Kippbrücke relativ zum Fahrgestell längs einer
Ladeflächen-Seitenwand ermöglicht ist. Der Kipprichtungsgeber kann ein Sicherungselement,
zum Beispiel einen Sicherungsfinger, aufweisen, sodass der Kipprichtungsgeber gegen
ein Umstellung von diesem in einer verkippten Position der Kippbrücke gesichert ist.
Die Kippbrücke kann eine Kulisse zur Führung einer Verlagerungsbewegung des Kipprichtungsgebers
bei der Umstellung zwischen den Kippvorgabe-Schwenkstellungen aufweisen. Gelenkkomponenten
der Kippgelenke, die die mindestens zwei Kippachsen der Kippbrücke relativ zum Fahrgestell
vorgeben, können gleichzeitig Bestandteile des Kippgelenks zum Verkippen der Kippbrücke
relativ zum Fahrgestell um die erste Kippachse und Bestandteile des Kippgelenks zum
Verkippen der Kippbrücke relativ zum Fahrgestell um die zweite Kippachse sein. Die
dritte Kippvorgabe-Schwenkstellung erweitert die Spielmöglichkeiten für ein Spielfahrzeug,
das mit der Kippaufbau-Baugruppe ausgerüstet ist.
[0006] Eine Ausführung von Gelenkkomponenten nach Anspruch 2 führt zur Möglichkeit einer
kompakten Gestaltung der Kippgelenke um die verschiedenen Kippachsen. Bei den für
mehrere Kippgelenke genutzten Gelenkkomponenten kann es sich um eine Gelenkkugel und/oder
zumindest um Teile einer Gelenkpfanne handeln.
[0007] Die Möglichkeit, ein und dieselbe Gelenkkomponente zur Verkippung um zwei Kippachsen
als Bestandteil eines Kippgelenks zu nutzen, stellt unabhängig von der Gestaltung
der Kippaufbau-Baugruppe mit drei Kippachsen ein wesentliches Element der Erfindung
dar. Diese Gestaltung der Gelenkkomponenten kann auch bei einer Kippaufbau-Baugruppe
mit genau zwei Kippachsen zum Einsatz kommen.
[0008] Mindestens ein Kippvorgabefinger des Kipprichtungsgebers nach Anspruch 3 stellt eine
konstruktiv einfache Möglichkeit zur je nach Schwenkstellung des Kipprichtungsgebers
erfolgenden Freigabe eines Kippgelenks zum Wechsel der Kippachse dar. Der Kipprichtungsgeber
kann zwei solche Kippvorgabefinger in gegenüberliegender Anordnung aufweisen. Als
Gelenkkörper kann beispielsweise eine Gelenkkugel am Fahrgestell ausgebildet sein.
[0009] Entsprechende Vorteile hat ein Kippvorgabefinger nach Anspruch 4. Der Kipprichtungsgeber
kann zwei derartige Kippvorgabefinger in einander gegenüberliegender Anordnung aufweisen.
[0010] Ein Teleskopträger nach Anspruch 5 orientiert sich am realen Vorbild der Kippaufbau-Baugruppe.
Der Teleskopträger kann am Fahrgestell kardanisch aufgehängt sein. Der Teleskopträger
kann an der Kippbrücke kardanisch aufgehängt sein.
[0011] Ein Gestaltung des Teleskopträgers nach Anspruch 6 in konstruktiv einfach. Der Teleskopträger
kann insbesondere mehrere Teleskophülsen, die ineinander liegen, und eine innerste
Teleskopstange aufweisen und eine entsprechende Anzahl von Teleskopstufen vorgeben.
[0012] Eine Verriegelung nach Anspruch 7 ermöglicht es beispielsweise, soweit die Kippbrücke
einerseits um eine Kippachse längs einer Ladeflächen-Stirnwand und andererseits um
eine Kippachse längs einer Ladeflächen-Seitenwand verkippbar gestaltet ist, die Ausziehweite
des Teleskopträgers an die jeweilige Kippmöglichkeit anzupassen. Beim Verkippen um
eine Achse längs der Seitenwand kann über die Verriegelung die Ausziehweite dann geringer
gestaltet sein als bei einer Verkippung um eine Kippachse längs der Ladeflächen-Stirnwand.
Die so erreichbare Hubbegrenzung hinsichtlich der Ausziehweite des Teleskopträgers,
abhängig von der jeweils vorgegebenen Kippachse, kann auch dann zum Einsatz kommen,
wenn die Kippaufbau-Baugruppe lediglich zwei Kippachsen der Kippbrücke relativ zum
Fahrgestell aufweist, ist also nicht auf die Gestaltung mit drei Kippachsen beschränkt.
[0013] Die Schwenkbarkeit nach Anspruch 8 orientiert sich am realen Vorbild.
[0014] Dies gilt entsprechend für eine Schwenk-Umstelleinheit zur Ermöglichung einer Schwenkbarkeit
nach Anspruch 9.
[0015] Eine Schwenk-Umstelleinheit nach Anspruch 10 lässt sich kompakt und unauffällig in
die Kippbrücke integrieren.
[0016] Die Vorteile eines Spielfahrzeugs nach Anspruch 11 entsprechen denen, die vorstehend
unter Bezugnahme auf die Kippaufbau-Baugruppe bereits erläutert wurden.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- perspektivisch ein Spielfahrzeug am Beispiel eines Spielzeuganhängers mit einer Kippaufbau-Baugruppe
und aufgesetztem Bordwand-Aufsatz;
- Fig. 2
- einen Vertikalschnitt durch das Spielfahrzeug mit weggelassenem Bordwand-Aufsatz,
der einen Blick auf eine parallel zur Schnittebene angeordnete hintere Bordwand des
Anhängers freigibt, wobei eine Bord-Seitenwand ein Stück weit um eine ladeflächenseitige
Bodenachse ausgeschwenkt dargestellt ist;
- Fig. 3
- eine bodenseitige Ansicht des Spielfahrzeugs;
- Fig. 4
- eine frontseitige Ansicht des Spielfahrzeugs;
- Fig. 5
- eine zu Figur 3 ähnliche Ansicht des Spielfahrzeugs mit im vergleich zu Figur 3 umgestellter
Schwenk-Umstelleinheit;
- Fig. 6
- in einer zu Figur 2 ähnlichen Darstellung das Spielzeug mit aufgesetztem weiteren
Bordwand-Aufsatz und ein Stück weit um eine horizontal oberhalb der Bodenachse angeordnete
Deckenachse ausgeschwenkter Bord-Seitenwand;
- Fig. 7
- perspektivisch das Spielfahrzeug ohne aufgesetzten weiteren Bordwand-Aufsatz;
- Fig. 8
- das Spielfahrzeug nach Figur 7 in einem vertikalen Längsschnitt;
- Fig. 9
- das Spielfahrzeug mit um eine heckseitige Kippachse verkippter Kippbrücke und um eine
Bodenachse ausgeklappter heckseitiger Bordwand;
- Fig. 10
- eine Aufsicht auf eine Montagegruppe der Kippaufbau-Gruppe mit einem Fahrgestell sowie
mit dem Kipprichtungsgeber;
- Fig. 11
- eine Unteransicht einer Montagegruppe der Kippaufbau-Baugruppe mit dem Kipprichtungsgeber
und der Kippbrücke;
- Fig. 12
- eine Aufsicht auf eine Montagegruppe der Kippaufbau-Baugruppe mit dem Fahrgestell,
dem Kipprichtungsgeber und einer Ladefläche der Kippbrücke;
- Fig. 13
- perspektivisch das Spielfahrzeug nach Figur 7 mit um eine seitliche Kippachse verschwenkter
Kippbrücke und um die Bodenachse ausgeklappter Bord-Seitenwand;
- Fig. 14
- das Spielfahrzeug in der Stellung nach Figur 13 aus einer anderen Perspektive;
- Fig. 15
- die Montagegruppe nach Figur 10 mit zur Vorgabe einer seitlichen Kippachse für die
Kippbrücke umgestelltem Kipprichtungsgeber;
- Fig. 16
- die Montagegruppe nach Figur 11 mit der Stellung des Kipprichtungsgebers nach Figur
15;
- Fig. 17
- die Montagegruppe nach Figur 12 in der Stellung des Kipprichtungsgebers nach Figur
15.
[0018] Ein insgesamt in der Figur 1 dargestelltes Spielfahrzeug 1 in Form eines Spielzeuganhängers
hat eine Kippaufbau-Baugruppe 2 mit einem Fahrgestell 3, einer Kippbrücke 4 und einem
Kipprichtungsgeber 5. Das Spielfahrzeug 1 ist insgesamt aus Kunststoff gefertigt.
Bei den Bauteilen des Spielfahrzeugs 1 handelt es sich um Spritzgussbauteile.
[0019] Das Fahrgestell 3 hat zwei Achsen mit vier Laufrädern 6 und eine Anhängerdeichsel
7. Über die Anhängerdeichsel 7, die zusammen mit der Vorderachse des Spielfahrzeugs
1 um eine Hochachse schwenkbar ist, ist das Spielfahrzeug 1 lenkbar. Die Kippbrücke
4 hat eine relativ zum Fahrgestell 3 wahlweise um drei verschiedene Kippachsen kippbare
Ladefläche 8, die in der Figur 12 in einer Aufsicht dargestellt ist. Weiterhin hat
die Kippbrücke 4 zwei Bord-Seitenwände, nämlich eine in Fahrtrichtung linke Bord-Seitenwand
9 und eine in der Fahrtrichtung rechte Bord-Seitenwand 10 sowie eine frontseitige
Bordwand 11 und eine heckseitige Bordwand 12.
[0020] Die Kippbrücke 4 kann wahlweise einen Bordwand-Aufsatz 13 umfassen, der auf die vier
Bordwände 9 bis 12 aufsetzbar ist und weitere vier Bordwände aufweist. Eine linke
Bord-Seitenwand 14 des Bordwand-Aufsatzes 13 ist dabei auf die linke Bord-Seitenwand
9 aufgesetzt. Eine rechte Bord-Seitenwand 15 des Bordwand-Aufsatzes 13 ist dabei auf
die rechte Bord-Seitenwand 10 aufgesetzt. Eine frontseitige Bordwand 16 des Bordwand-Aufsatzes
13 ist dabei auf die frontseitige Bordwand 11 aufgesetzt. Eine heckseitige Bordwand
17 des Bordwand-Aufsatzes 13 ist dabei auf die heckseitige Bordwand 12 aufgesetzt.
[0021] Die Kippbrücke 4 hat eine Schwenk-Umstelleinheit 18 in Form eines in der Ladefläche
8 geführten Schiebers mit von außen manuell erfassbarem Schiebeelement 19. Jeder der
bei den Bord-Seitenwände 9, 10 ist eine der Schwenk-Umstelleinheiten 18 zugeordnet,
die beide gleich aufgebaut sind, sodass es nachfolgend ausreicht, eine der Schwenk-Umstelleinheiten
18 zu beschreiben. Beispielsweise die Figuren 1 und 3 zeigen die Schwenk-Umstelleinheit
18 in einer ersten Schwenk-Vorgabestellung. In dieser ersten Schwenk-Vorgabestellung
der Schwenk-Umstelleinheit 18 vervollständigt die Schwenk-Umstelleinheit 18 ein Gelenk
zum Verschwenken der zugehörigen Bord-Seitenwand 9 um eine ladeflächenseitige Bodenachse
20. Hierzu hat die Schwenk-Umstelleinheit 18 Achsenzylinderabschnitte 21 (vergleiche
Figur 5), die sich längs der Bodenachse 20 erstrecken. Die beiden Schwenk-Umstelleinheiten
18 verlaufen insgesamt jeweils längs der Bodenachse 20. In der ersten Schwenk-Vorgabestellung
werden die Achsenzylinderabschnitte 21 der Schwenk-Umstelleinheit 18 von Bordwandklauen
22 zur Vervollständigung des Gelenks zum Verschwenken der Bord-Seitenwand 9 um die
Bodenachse 20 umgriffen. Die bei den Bord-Seitenwände 9, 10 haben jeweils vier dieser
Bordwandklauen 22, die mit ihnen zugeordneten Achsenzylinderabschnitten 21 der jeweiligen
Schwenk-Umstelleinheit 18 zusammenwirken. Im Bereich der Bordwandklauen 22 sind in
der Ladefläche 8 der Kippbrücke 4 entsprechende Aussparungen ausgeführt.
[0022] Ein Verschwenken der Bord-Seitenwände 9, 10 ist nur bei abgenommenem Bordwand-Aufsatz
13 möglich, wie beispielsweise in der Figur 2 dargestellt. Dort ist die linke Bord-Seitenwand
9 teilweise um die Bodenachse 20 ausgeklappt gezeigt. Bei aufgesetztem Bordwand-Aufsatz
13 verhindern Arretierstege 23, die an die Bord-Seitenwände 14, 15 des Bordwand-Aufsatzes
13 angeformt sind, ein Ausklappen der Bord-Seitenwände 9, 10 um die Bodenachsen 20.
Dies wird zusätzlich verhindert durch Laschenaufnahmen 24 der Bord-Seitenwände 14,
15 des Bordwand-Aufsatzes 13, die bei aufgestecktem Bordwand-Aufsatz 13 von Laschen
25 der Bord-Seitenwände 9, 10 durchstoßen werden. Die Laschen 25 sind im Bereich der
halben Längserstreckung der Bord-Seitenwände 9, 10 angeordnet, sodass über die Steckverbindung
zwischen den Laschen 25 und den Laschenaufnahmen 24 eine zusätzliche Stabilität der
Bord-Seitenwände 14, 15 des Bordwand-Aufsatzes 13 gegen ein seitliches Durchbiegen
bei entsprechender Beladung der Kippbrücke verhindert ist. Dieses seitliche Durchbiegen
wird zudem durch eine Kette 26 verhindert, die gegenüberliegende Mittelstege 27 der
Bord-Seitenwände 14, 15 des Bordwand-Aufbaus 13 miteinander verbindet.
[0023] Figur 5 zeigt die der linken Bord-Seitenwand 9 zugeordnete Schwenk-Umstelleinheit
18 in einer zweiten Schwenk-Vorgabestellung, in der die linke Bord-Seitenwand 9 im
Bereich der Bodenachse 20 von der Ladefläche 8 freigegeben ist, sodass die linke Bord-Seitenwand
9 um eine horizontal oberhalb der Bodenachse 20 angeordnete Deckenachse 28 schwenkbar
ist, was in der Figur 6 dargestellt ist. In dieser zweiten Schwenk-Vorgabestellung
der Schwenk-Umstelleinheit 18 sind die Achsenzylinderabschnitte 21 längs der Bodenachse
20 so weit verlagert, dass die Bordwandklauen 22 der linken Bord-Seitenwand 9 von
den Achsenzylinderabschnitten 21 der Schwenk-Umstelleinheit 18 freikommen.
[0024] Um die Bord-Seitenwände 9, 10 um die Bodenachsen 20 zu verschwenken, muss eine Rast-Verriegelung
der Bord-Seitenwände 9, 10 überwunden werden. Hierzu haben die Bord-Seitenwände 9,
10 jeweils eine seitliche obere Arretiernase 29, die mit einer hierzu komplementär
ausgeführten Arretieraufnahme 30 in der frontseitigen Bordwand 11 und der heckseitigen
Bordwand 12 verriegelnd zusammenwirkt. Zum Entriegeln der Bord-Seitenwände 9, 10 wird
Druck auf die Bord-Seitenwände 9, 10 von einer Innenseite der Kippbrücke 4 her ausgeübt.
Alternativ oder zusätzlich können die Bord-Seitenwände 9, 10 leicht angehoben werden.
[0025] Ein Gelenk zum Verschwenken der Bord-Seitenwände 9, 10 um die Deckenachsen 28 ist
jeweils gebildet durch Gelenklaschen 31 der Bord-Seitenwände 9, 10, die Gelenkvorsprünge
32 der Bord-Seitenwände 14, 15 des Bordwand-Aufsatzes 13 umgreifen (vergleiche Figur
6).
[0026] Zwischen dem Fahrgestell 3 und der Kippbrücke 4 ist ein zentraler Teleskopträger
33 zum Tragen der Kippbrücke 4 in einer der Kippstellungen angeordnet. Der Teleskopträger
33 hat insgesamt drei Teleskopstufen, die vorgegeben werden von einer äußersten Teleskophülse,
die über ein Kardangelenk 35 (vergleiche Figur 14) am Fahrgestell 3 angelenkt ist,
einer innersten Teleskopstange 36, die über ein Kardangelenk 37 an der Kippbrücke
4 angelenkt ist, und eine zwischenliegende Teleskophülse 38.
[0027] Der Kipprichtungsgeber 5 ist schwenkbar zwischen einer beispielsweise in den Figuren
1 und 9 dargestellten ersten Kippvorgabe-Schwenkstellung zur Vorgabe einer ersten,
hinteren Kippachse 39 (vergleiche Figur 9) der Kippbrücke 4 relativ zum Fahrgestell
3, einer zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung zur Vorgabe einer in Fahrtrichtung des
Spielfahrzeugs 1 linken Kippachse 40 der Kippbrücke 4 relativ zum Fahrgestell 3 (vergleiche
Figur 13) und einer entsprechend spiegelsymmetrisch angeordneten und in der Zeichnung
nicht dargestellten dritten Kippvorgabe-Schwenkstellung zur Vorgabe einer rechten
Kippachse 41 der Kippbrücke 4 relativ zum Fahrgestell 3. Die zweite Kippvorgabe-Schwenkstellung
ist beispielsweise in der Figur 13 dargestellt.
[0028] Die linke Kippachse 40 und die rechte Kippachse 41 verlaufen längs der Seitenwände
9, 10 der Kippbrücke 4 nahe benachbart zu den Bodenachsen 20. Die hintere Kippachse
39 verläuft längs der heckseitigen Bordwand 12.
[0029] Zum Verschwenken hat der Kipprichtungsgeber 5 einen Schwenkhebel 42, der nach vorne
über die frontseitige Bordwand 11 übersteht und manuell erfassbar ist. Zum Kippen
der Kippbrücke 4 um die hintere Kippachse 39 wird der Schwenkhebel 42 mittig in Bezug
auf eine vertikale und längsverlaufende Spiegelsymmetrieachse des Spielfahrzeugs 1
positioniert, wie beispielsweise in den Figuren 3 und 4 dargestellt. In dieser ersten
Kippvorgabe-Schwenkstellung umgreifen zwei im Bereich der hinter den Kippachse 39
angeordnete Kippvorgabefinger 43, 44 zwei Gelenkkugeln 45, 46 des Fahrgestells 3.
Hierdurch bilden die beiden Kippvorgabefinger 43, 44 einen Teil jeweils einer Gelenkpfanne
47, 48, die ansonsten von der Kippbrücke gebildet wird. Zusammen mit den Gelenkkugeln
45, 46 stellen die so vervollständigten Gelenkpfannen 47, 48 dann das Kippgelenk zur
Verkippung der Kippbrücke 4 relativ zum Fahrgestell 3 um die hintere Kippachse 39
dar.
[0030] Im Bereich der hinteren Kippachse 39 hat das Fahrgestell 3 einen Sicherungsfinger
49. Dieser taucht in der in der Figur 9 dargestellten, um die hintere Kippachse 39
hochgestellten Kippstellung der Kippbrücke 4 in ein Fenster 50a des Kipprichtungsgebers
5 ein. Hierdurch ist in dieser hochgekippten Stellung eine Umstellung des Kipprichtungsgebers
5 aus der ersten Kippvorgabe-Schwenkstellung verhindert. In dieser in der Figur 9
dargestellten hochgekippten Stellung sind sowohl die zwischen liegende Teleskophülse
38 als auch die innerste Teleskopstange 36 vollständig ausgefahren. In dieser jeweils
ausgefahrenen Endstellung verrasten die Teleskopstange 36 und die Teleskophülse 38.
Durch Druck in Einschubrichtung kann diese Verrastung zum Zurückkippen der Kippbrücke
4 auf das Fahrgestell 3 überwunden werden.
[0031] Zur schwenkbaren Festlegung des Kipprichtungsgebers 5 an der Kippbrücke 4 dient ein
fest mit der Bodenseite der Ladefläche 8 verbundener Kippbrückenboden 50, der benachbart
zum Schwenkhebel 42 angeordnet ist. Zusammen mit der Bodenseite der Ladefläche 8 bildet
der Kippbrückenboden 50 ein Fenster zum Durchtritt des Kipprichtungsgebers 5. Eine
Umstellung des Kipprichtungsgebers 5 zwischen den Kippvorgabe-Schwenkstellungen ist
geführt durch eine in der Bodenseite der Ladefläche 8 ausgeführte Kulisse 51, in der
ein Gegenkörper 52 des Kipprichtungsgebers 5 läuft.
[0032] In der zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung (vergleiche Figur 13) hintergreift ein
auf Höhe des Schwenkhebels 42 am Kipprichtungsgeber 5 ausgebildeter weiterer Vorgabefinger
53 einen Teil eines Achskörpers 54 des Kippgelenks, um welches ein Kippen der Kippbrücke
4 um die linke Kippachse 40 ermöglicht wird. Hierdurch wird dieses Kippgelenk vervollständigt,
welches einerseits durch den Kippvorgabefinger 53 und den Achskörper 54 und andererseits
durch die Gelenkpfanne 47 und die Gelenkkugel 45 gebildet wird. Die Gelenkkugeln 45
und (in der dritten Kippvorgabe-Schwenkstellung) 46 stellen also gleichzeitig Gelenkkomponenten
der Kippgelenke um verschiedene Kippachsen dar. Im Falle der Gelenkkugel 45 sind dies
die erste und die zweite und im Falle der Gelenkkugel 46 sind dies die erste und die
dritte Kippachse. Auch Teile der Gelenkpfannen sind gleichzeitig Bestandteile der
Kippgelenke um verschiedene Kippachsen. In dieser zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung
des Kipprichtungsgebers 5 ist der Kippvorgabefinger 44 so weit von der Gelenkkugel
46 zurückgezogen (vergleiche Figur 15), dass die Gelenkkugel 46 von der Gelenkpfanne
48 frei kommt und somit das seitliche Verkippen der Kippbrücke 4 um die gegenüberliegende
linke Kippachse 40 ermöglicht ist. In der zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung zum
Verkippen um die linke Kippachse 40 bleibt die Position des Kippvorgabefingers 43
relativ zur Gelenkkugel 45 verglichen mit der ersten Kippvorgabe-Schwenkstellung nahezu
unverändert, sodass weiterhin ein Kippgelenk durch die Gelenkkugel 45 und die Gelenkpfanne
47 gebildet ist, aus dem die Gelenkkugel 45 nicht frei kommt.
[0033] Die zwischen liegende Teleskophülse 38 des Teleskopträgers 33 trägt an ihrem oberen
Ende zwei Verriegelungsholme 55 (vergleiche auch Figur 9). Die Verriegelungsholme
55 stellen Verriegelungsfinger dar, die in der zweiten und der dritten Kippvorgabe-Schwenkstellung
die Stege 56 als Verriegelungs-Gegenkörper des Kipprichtungsgebers 5 hintergreifen.
In der zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung des Kipprichtungsgebers 5, die beispielsweise
auch in der Figur 15 dargestellt ist, hintergreifen diese beiden Verriegelungsholme
55 randseitige Stege 56 eines im Kipprichtungsgeber 5 ausgebildeten Fensters 57 für
den Teleskopträger 33 (vergleiche auch Figur 14). Dies bewirkt, dass der Teleskopträger
33 in der zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung lediglich mit der zwischenliegenden
Teleskophülse 38 aus der äußeren Teleskophülse 34 ausgefahren werden kann. Ein Ausfahren
der innersten Teleskopstange 36 aus der zwischenliegenden Teleskophülse 38 ist dann
nicht möglich, da die zwischenliegende Teleskophülse 38 über die Verriegelungsholme
55 am Kipprichtungsgeber 5 und damit an der Kippbrücke 4 festgehalten bleibt.
[0034] Die dritte Kippvorgabe-Schwenkstellung des Kipprichtungsgebers 5 ist genau spiegelsymmetrisch
zur im Zusammenhang insbesondere mit den Figuren 13 bis 17 erläuterten zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung.
In dieser dritten Kippvorgabe-Schwenkstellung gibt ein Kippvorgabefinger 58 (vergleiche
Figur 13) des Kipprichtungsgebers 5 mit einem auf der rechten Kippachse 41 angeordneten
Achskörper 59 einerseits und die Gelenkpfanne 48 zusammen mit der Gelenkkugel 46 andererseits
ein Kippgelenk zum Verkippen der Kippbrücke 4 relativ zum Fahrgestell 3 um die in
der Fahrtrichtung des Spielfahrzeugs 1 rechte Kippachse 41 vor. In dieser dritten
Kippvorgabe-Schwenkstellung des Kipprichtungsgebers 5 kommt der Kippvorgabefinger
53 vom Achskörper 54 einerseits und andererseits der Kippvorgabefinger 43 von der
Gelenkkugel 45 frei.
[0035] Der Abstand zwischen dem bei den rechts und links des Schwenkhebels 42 angeordneten
Kippvorgabefingern 53 und 58 zueinander ist so bemessen, dass in der ersten Kippvorgabe-Schwenkstellung
beide Kippvorgabefinger 53, 58 von den ihnen zugeordneten Achskörpern 54, 59 frei
kommen.
[0036] Auch in der jeweiligen Freigabestellung der Kippvorgabefinger 43 bzw. 44 bleiben
freie Enden dieser Kippvorgabefinger 43, 44 in Führungsaufnahmen 60 an der Kippbrücke
4, sodass der Kipprichtungsgeber 5 auf der dem Kippbrückenboden 50 gegenüberliegenden
Seite zusätzlich an der Kippbrücke 4 fixiert ist.
[0037] In der zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung und auch in der dritten Kippvorgabe-Schwenkstellung
hintergreift jeweils ein Sicherungsfinger 61 (vergleiche Figur 16) des Kipprichtungsgebers
5 einen Gegenkörper 62 der Ladefläche 8 der Kippbrücke 4, sodass beim Verkippen der
Kippbrücke 4 relativ zum Fahrgestell 3 um die Kippachsen 40 bzw. 41 ein Abheben der
Kippbrücke 4 vom Kipprichtungsgeber 5 im Frontbereich des Spielfahrzeugs 1 verhindert
ist.
[0038] Das Spielfahrzeug 1 hat unter anderem folgende Spielfunktionen:
[0039] Bei aufgesetztem Bordwand-Aufsatz 13 ist je nach der Kippvorgabe-Schwenkstellung
des Kipprichtungsgebers 5 ein Verkippen der Kippbrücke 4 um eine der drei Kippachsen
39, 40 bzw. 41 möglich. In der jeweiligen Kippstellung kann die jeweils dann am weitesten
unten liegende Bordwand über die Schwenk-Umstelleinheiten 18 oder über eine entsprechend
vorhandene Schwenk-Umstelleinheit für die heckseitige Bordwand 12 entriegelt werden,
sodass entsprechend der Darstellung nach Figur 6 ein Verschwenken dieser Bordwand
um die jeweilige Deckenachse 28 möglich ist. Schüttgut, das mit der Kippbrücke 4 bis
zum Verkippen transportiert wurde, kann dann wie beim realen Vorbild abgekippt werden.
[0040] Bei abgenommenem Bordwand-Aufsatz 13 können die Bord-Seitenwände 9, 10 und die heckseitige
Bordwand 12 durch Überwinden jeweiliger Rasteinrichtungen entsprechend der Arretiernase
29 und der Arretieraufnahme 30, die vorstehend im Zusammenhang mit der Figur 4 erläutert
wurden, in der jeweiligen Stellung der Schwenk-Umstellhebel 18 um die jeweiligen Bodenachsen
20 ausgeklappt werden, sodass auch dann ein Entladen der Ladefläche 8 entsprechend
dem realen Vorbild möglich ist.
[0041] Das Verkippen um die hintere Kippachse 39 kann entsprechend der Mehrstufigkeit des
Teleskopträgers 33 in eine halb ausgefahrene oder in eine ganz ausgefahrene Position,
wie in der Figur 9 dargestellt, erfolgen. Ein Verkippen um die seitlichen Kippachsen
40, 41 ist auf eine Teleskopstufe beschränkt.
[0042] Da die zweite und die dritte Kippvorgabe-Schwenkstellung eine Verkippung um die in
Richtung des dort hin verschwenkten Kipprichtungsgebers 5 befindlichen seitlichen
Kippachse 40 bzw. 41 ermöglicht, ist die Umstellung des Kipprichtungsgebers zur Ermöglichung
einer derartigen seitlichen Verkippung intuitiv.
1. Kippaufbau-Baugruppe (2) für ein Spielfahrzeug (1)
- mit einem Fahrgestell (3),
- mit einer Kippbrücke (4) mit einer relativ zum Fahrgestell (3) kippbaren Ladefläche
(8),
- mit einem Kipprichtungsgeber (5), der zwischen
-- einer ersten Kippvorgabe-Schwenkstellung zur Vorgabe einer ersten Kippachse (39)
der Kippbrücke (4) relativ zum Fahrgestell (3)
-- und mindestens einer zweiten Kippvorgabe-Schwenkstellung zur Vorgabe einer zweiten
Kippachse (40) der Kippbrücke (4) relativ zum Fahrgestell (3) schwenkbar ist,
- wobei der Kipprichtungsgeber (5) in mindestens eine dritte Kippvorgabe-Schwenkstellung
zur Vorgabe einer dritten Kippachse (41) der Kippbrücke (4) relativ zum Fahrgestell
(3) schwenkbar ist.
2. Kippaufbau-Baugruppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Gelenkkomponenten (45 bis 48) gleichzeitig Bestandteile von Kippgelenken um zwei
der drei Kippachsen (39 bis 41) darstellen.
3. Baugruppe nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kipprichtungsgeber mindestens einen Kippvorgabefinger (43, 44) aufweist, der
- in einer der Kippvorgabe-Schwenkstellungen einen Teil einer Gelenkpfanne (47, 48)
für einen Gelenkkörper (45, 46) eines Kippgelenks zwischen der Kippbrücke (4) und
dem Fahrgestell (3) bildet,
- in einer anderen der Kippvorgabe-Schwenkstellungen den Gelenkkörper (45, 46) frei
gibt.
4. Baugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kipprichtungsgeber (5) mindestens einen Kippvorgabefinger (53, 58) aufweist,
der
- in einer der Kippvorgabe-Schwenkstellungen einen Teil eines Achskörpers (54, 59)
eines Kippgelenks zwischen der Kippbrücke (4) und dem Fahrgestell (3) hintergreift,
- in einer anderen der Kippvorgabe-Schwenkstellungen den Achskörper (54, 59) frei
gibt.
5. Baugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen zwischen dem Fahrgestell (3) und der Kippbrücke (4) angeordneten Teleskopträger
(33) zum Tragen der Kippbrücke (4) in einer Kippstellung.
6. Baugruppe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Teleskopträger (33) eine äußere Teleskophülse (34) und eine innere Teleskopstange
(36) aufweist.
7. Baugruppe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Teleskophülse (34) am Fahrgestell (3) montiert ist und der Kipprichtungsgeber
(5) an der Kippbrücke (4) festgelegt ist, wobei die äußere Teleskophülse (34) mindestens
einen Verriegelungsfinger (55) aufweist, der in mindestens einer der Kippvorgabe-Schwenkstellungen
des Kipprichtungsgebers (5) einen Verriegelungs-Gegenkörper (56) des Kipprichtungsgebers
(5) hintergreift.
8. Baugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kippbrücke (4) mindestens eine um eine ladeflächenseitige Bodenachse (20) schwenkbare
Bord-Seitenwand (9, 10) aufweist.
9. Baugruppe nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch mindestens eine Schwenk-Umstelleinheit (18), die in einer ersten Schwenk-Vorgabestellung
ein Gelenk zum Verschwenken der Bord-Seitenwand (9, 10) um die Bodenachse (20) vervollständigt
und in einer zweiten Schwenk-Vorgabestellung die Bord-Seitenwand (9, 10) im Bereich
der Bodenachse (20) von der Ladefläche (8) frei gibt, sodass die Bord-Seitenwand (9,
10) um eine horizontal oberhalb der Bodenachse (20) angeordnete Deckenachse (28) schwenkbar
ist.
10. Baugruppe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenk-Umstelleinheit (18) längs der Bodenachse (20) verläuft.
11. Spielfahrzeug mit einer Kippaufbau-Baugruppe nach einem der Ansprüche 1 bis 10.