[0001] Die Erfindung betrifft eine Plattenbearbeitungsanlage nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Bei der Bearbeitung von plattenförmigen Werkstücken müssen die in der Regel großformatigen
Werkstücke während der Bearbeitung positionsgenau geführt werden, um eine genaue Bearbeitung
zu gewährleisten. Vielfach sind daher an den Plattenbearbeitungsanlagen seitliche
Führungsschienen oder Anschlaglineale vorgesehen, an welche die plattenförmigen Werkstücke
z.B. durch seitliche Andrückrollen angepresst werden. Allerdings ist die Verstellung
der seitlichen Andrückrollen vergleichsweise aufwändig, da aufgrund der unterschiedlichen
Formate der Werkstücke ein relativ großer Verstellbereich für die Andrückrollen mit
entsprechenden Führungen und Stellantrieben erforderlich ist. Außerdem lässt die Formatierung
bei bestimmten Bearbeitungen keine seitliche Andruckrollen zu.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Plattenbearbeitungsanlage der eingangs genannten
Art zu schaffen, die mit einfachen Mitteln eine positionsgenaue Führung der plattenförmigen
Werkstücke bei einer Verschiebung während der Bearbeitung ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Plattenbearbeitungsanlage mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Weiterbildungen sind in den
Unteransprüchen angegeben.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Plattenbearbeitungsanlage werden die plattenförmigen Werkstücke
zur Bearbeitung auf dem Maschinentisch in einer ersten Achse verschoben und dabei
durch eine Andrückeinrichtung an eine Anlageschiene angedrückt. Die Andrückeinrichtung
weist eine oder mehrere schräg gegenüber der ersten Achse stellbare Andrückrollen
zur Auflage auf der Oberseite und/oder der Unterseite der plattenförmigen Werkstücke
auf. Durch die gegenüber der ersten Achse in Richtung der Anlageschiene schräg gestellten
Andrückrollen können die plattenförmigen Werkstücke auch ohne aufwändige Stellantriebe
oder Führungen an die Anlageschiene angedrückt werden, wodurch eine positionsgenaue
Führung der Werkstücke bei ihrer Verschiebung in Richtung der ersten Achse ermöglicht
wird. Die Andrückrollen können auf der Oberseite oder der Unterseite der Werkstücke
oder sowohl auf der Ober- als auch der Unterseite der Werkstücke aufliegen.
[0006] In einer besonders zweckmäßigen Ausführung enthält die Andrückeinrichtung mehrere
parallel zu der Anlageschiene hintereinander angeordnete Andrückrollen. Dadurch wird
eine gute Anpressung der Werkstücke an die Anlageschiene erreicht.
[0007] Die Andrückrollen sind in vorteilhafter Weise als Reibräder mit einer Oberfläche
aus Gummi oder einem anderen Material mit guten Reibeigenschaften ausgeführt. Dadurch
lässt sich eine hohe Andruckkraft erzielen.
[0008] Die Schrägstellung der Andrückrollen ist zweckmäßigerweise in Abhängigkeit von der
Verschieberichtung der Werkstücke veränderbar. Dadurch können die Werkstücke bei einer
Versschiebung in beiden Richtungen über die entsprechende Schrägstellung der Andrückrollen
in Richtung der Anlageschiene gedrückt werden. Die Schrägstellung der Andrückrollen
erfolgt in zweckmäßiger Weise so, dass die in Verfahrrichtung des Werkstücks vordere
Seite der Andrückrollen näher an der Anlageschiene als die hintere Seite der Andrückrollen
ist. Die Änderung der Schrägstellung der Andrückrollen kann selbsttätig durch die
Reibung oder gesteuert z.B. über einen pneumatischen, hydraulischen oder elektrischen
Antrieb erfolgen.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausführung ist die Positioniereinrichtung für den
Transport der Werkstücke auf dem Maschinentisch als Greiferwagen mit mehreren horizontal
verschiebbaren Werkstückgreifern ausgebildet. Die Werkstückgreifer sind zweckmäßigerweise
an einem gegenüber dem Greiferwagen verschiebbaren Träger angeordnet, so dass jeder
Werkstückgreifer bei Bedarf schnell aus dem Bearbeitungsbereich entfernt werden kann.
[0010] Die Werkstückgreifer können zwei gegeneinander verstellbare und ggf. schwimmend gelagerte
Spannbacken aufweisen. Die Werkstückgreifer können aber auch eine in der Höhe feststehende
Spannbacke und eine demgegenüber vertikal bewegliche Spannbacke aufweisen.
[0011] In einer Grundausstattung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist an dem Querträger
ein in mindestens zwei Achsen verfahrbares Bearbeitungsaggregat angeordnet. Zweckmäßigerweise
sind jedoch mehrere Bearbeitungsaggregate vorgesehen. Die mehreren Bearbeitungsaggregate
sind in einer stabilen und kostengünstigen Ausführung an einem auf dem Querträger
verfahrbaren gemeinsamen Support angeordnet. Es können aber auch zwei oder mehrere
getrennt voneinander verfahrbare Supports mit einem oder mehreren Bearbeitungsaggregaten
vorgesehen sein.
[0012] Weitere Besonderheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine Plattenbearbeitungsvorrichtung in einer Draufsicht;
- Figur 2:
- eine Detailansicht einer Positioniereinrichtung der Plattenbearbeitungsanlage von
Figur 1;
- Figur 3:
- eine schematische Darstellung einer Andrückeinrichtung in einer ersten Transportrichtung
und
- Figur 4:
- eine schematische Darstellung einer Andrückeinrichtung in einer zweiten Transportrichtung.
[0013] Die in Figur 1 in einer Draufsicht gezeigte Plattenbearbeitungsanlage enthält einen
bei der gezeigten Ausführung als Stahlbaukonstruktion ausgeführten Maschinentisch
1 mit einem vorderen Auflagebereich 2, einem mittleren Bearbeitungsbereich 3 und einen
hinteren Entnahmebereich 4. Im Bearbeitungsbereich 3 wird der Maschinentisch 1 von
einem auf seitlichen Stützen 5 angeordneten Querträger 6 in Art eines Portals überspannt.
An dem Querträger 6 sind verschiedene Bearbeitungsaggregate für unterschiedliche Werkzeuge
in mehreren Achsen verfahrbar angebracht. Am Maschinentisch 1 ist ferner eine in dessen
Längsrichtung bewegbare Positioniereinrichtung 7 zur Verschiebung der auf dem Maschinentisch
1 aufliegenden plattenförmigen Werkstücke vorgesehen.
[0014] Für die Auflage der Werkstücke vor der Bearbeitung ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel
an der einen Längsseite des Maschinentisches 1 im Auflagebereich 2 ein gesonderter
Aufgabetisch 8 angeordnet. Dieser Aufgabetisch 8 kann als fest installierter Tisch
oder als Hubtisch ausgeführt sein. An der dem Aufgabetisch 8 gegenüberliegenden Längsseite
des Maschinentisches 1 ist ein längsseitige Anlageschiene 9 oder ein Anschlaglineal
für die seitliche Anlage bzw. Führung der plattenförmigen Werkstücke montiert. Zur
Entnahme der Werkstücke nach der Bearbeitung ist an der einen Längsseite des Maschinentisches
1 im Entnahmebereich 4 ein gesonderter Ablagetisch 10 vorgesehen. Auch dieser Ablagetisch
10 kann als fest installierter Tisch oder als Hubtisch ausgebildet sein. Im Entnahmebereich
4 des Maschinentisches 1 ist außerdem eine Ausschubeinrichtung 11 für den automatischen
Abtransport der fertig bearbeiteten Werkstücke zum Ablagetisch 10 angebracht. An dem
Aufgabetisch 8 sind Rollenschienen 12 zur einfacheren Beladung der Vorrichtung mit
Werkstücken vorgesehen.
[0015] Für einen möglichst schonenden und reibungsarmen Transport der Werkstücke sind auf
dem Maschinentisch 1 und auf dem Ablagetisch 10 beim gezeigten Ausführungsbeispiel
aus reibungsarmen Material bestehende Gleitplatten 13 montiert. Diese Gleitplatten
13 können z.B. aus reibungsarmen Hochdruck-Schichtpressstoffplatten (HPL-Platten)
hergestellt sein. Maschinentisch 1 und Ablagetisch 10 können aber auch mit Rollen
oder anderen Gleitelementen zur Auflage der Werkstücke ausgestattet sein.
[0016] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Werkstücke auf dem Maschinentisch
1 mit Hilfe der Positioniereinrichtung 7 in einer ersten horizontalen Achse (X-Achse)
verschiebbar. Die Positioniereinrichtung 7 ist als Greiferwagen 14 mit mehreren unabhängig
voneinander betätigbaren Werkstückgreifern 15 ausgeführt.
[0017] Der in Figur 2 gesondert dargestellte Greiferwagen 14 ist am Maschinentisch 1 über
Führungsrollen 16 und zugehörige Führungsschienen verschiebbar geführt und durch einen
Servogetriebemotor und eine Zahnwellenprofilschiene genau positionierbar. Bei der
gezeigten Ausführung sind am Greiferwagen 14 drei nebeneinander angeordnete zangenförmige
Werkstückgreifer 15 mit jeweils einer in der Höhe feststehenden Spannbacke 17 und
einer mittels eines Pneumatikantriebs 18 demgegenüber vertikal verstellbaren Spannbacke
19 angeordnet. Die feststehende Spannbacke 17 ist derart angeordnet dass ihre Oberseite
auf der Höhe der Unterseite des Werkstücks liegt. Die Werkstückgreifer 15 sind jeweils
an einem gegenüber dem Greiferwagen 14 in Längsrichtung des Werkstücktisches 1 horizontal
beweglichen Träger 20 angebracht. Jeder der Träger 20 mit dem daran angeordneten Werkstückgreifer
15 ist mit Hilfe eines weiteren Pneumatikantriebs 21 separat beweglich und getrennt
ansteuerbar. Dadurch kann jeder Werkstückgreifer 15 gegenüber dem Greiferwagen 14
getrennt ausgefahren oder bei Bedarf eingezogen und damit aus dem Bearbeitungsbereich
der Bearbeitungsaggregate entfernt werden.
[0018] An dem Querträger 6 sind beim gezeigten Ausführungsbeispiel mehrere Bearbeitungsaggregate
in einer zur ersten horizontalen Achse (X-Achse) rechtwinkligen zweiten horizontalen
Achse (Y-Achse) und einer dazu rechtwinkligen vertikalen Achse (Z-Achse) verfahrbar
angeordnet. Wie aus Figur 1 hervorgeht, ist auf dem Querträger 6 ein Support 25 über
Führungsschienen quer zur Längsrichtung des Maschinentisches 1 in der Y-Achse verfahrbar
geführt. Der Support 25 ist als massive Kastenkonstruktion zur Aufnahme verschiedener
Bearbeitungsaggregate ausgeführt und ist über einen Servogetriebemotor und eine zugehörige
Zahnschiene positionierbar.
[0019] In Figur 1 ist erkennbar, dass z.B. an dem in der Y-Achse verfahrbaren Support 25
auf der einen Seite des Querträgers 6 mehrere nebeneinander angeordnete, in der Z-Achse
elektromotorisch oder pneumatisch über Linearantriebe getrennt voneinander vertikal
verstellbare Fräs- oder Bohraggregate 26 und auf der andere Seite des Querträgers
6 ein Kreissägeaggregat 27 als Bearbeitungsaggregate montiert sind. An dem Support
25 können aber auch noch ein Beschriftungsaggregate oder andere Bearbeitungsaggregate
angebracht sein.
[0020] Für die seitliche Führung der Werkstücke während der Bearbeitung weist die vorstehend
beschriebene Plattenbearbeitungsanlage eine in den Figuren 3 und 4 schematisch dargestellte
Andrückeinrichtung 28 zum Andrücken der Werkstücke an die seitliche Anlageschiene
9 bzw. das Anschlaglineal am Maschinentisch 1 auf. Die Andrückeinrichtung 28 enthält
mehrere im Bereich der seitlichen Anlageschiene 9 in Transportrichtung hintereinander
angeordnete Andrückrollen 29 zur Auflage auf der Oberseite und/oder Unterseite der
zu transportierenden plattenförmigen Werkstücke. Die vorzugsweise als Reibräder ausgebildeten
und z.B. aus Gummi oder einem anderen geeigneten Material hergestellten Andrückrollen
29 können gegenüber der mit einem Pfeil 30 gekennzeichneten Transport- bzw. Verschieberichtung
der plattenförmigen Werkstücke durch Drehung um eine zur Oberfläche der Werkstücke
senkrechte Achse in Richtung der Anlageschiene 9 schräg gestellt werden, so dass die
plattenförmigen Werkstücke durch die schräg gestellten Andrückrollen 29 in Richtung
der Anlageschiene 9 gedrückt werden. Die Schrägstellung der Andrückrollen 29 ist in
Abhängigkeit von der Verschieberichtung 30 der Werkstücke veränderbar. Werden die
plattenförmigen Werkstücke bei der Bearbeitung gemäß Figur 3 nach rechts verschoben,
sind die Andrückrollen 29 entgegen dem Uhrzeigersinn gegenüber der Verschieberichtung
30 verstellt. Werden die plattenförmigen Werkstücke gemäß Figur 4 nach links verschoben,
werden die Andrückrollen 29 gegenüber der Verschieberichtung 30 im Uhrzeigersinn schräg
gestellt.
[0021] Die Schrägstellung der Andrückrollen 29 erfolgt immer so, dass die in Verschieberichtung
30 des Werkstücks vorderen Seiten 31 der Andrückrollen 29 näher an der Anlageschiene
9 als die in Verschieberichtung hinteren Seiten 32 der Andrückrollen 29 sind. Bei
beiden Transportrichtungen bzw. Verschieberichtungen wird somit das plattenförmige
Werkstück über die entsprechend schräg gestellten Andrückrollen 29 in Richtung der
seitlichen Anlageschiene 9 gedrückt. Die Schrägstellung der Andrückrollen 29 kann
entweder selbsttätig aufgrund der Reibung oder gesteuert über pneumatische, hydraulische
oder elektrische Antriebe in Abhängigkeit von der Verschieberichtung erfolgen.
[0022] In den Figuren 3 und 4 ist ein Ausführungsbeispiel einer automatischen Verstellung
der Andrückrollen 29 ohne gesonderten Antrieb schematisch dargestellt. Hier sind die
als Reibräder ausgeführten Andrückrollen 29 am freien Ende eines an einem Gelenk 33
horizontal verschwenkbar abgelenkten Hebels 34 drehbar gelagert. Das bedeutet, dass
die Hebel 34 bei einer Verschiebung des plattenförmigen Werkstücks aufgrund der Reibung
zwischen den auf dem Werkstück aufliegenden Andrückrollen 29 und dem Werkstück selbsttätig
in Transportrichtung des plattenförmigen Werkstücks verschwenkt und dadurch die Andrückrollen
29 schräg gestellt werden. Durch die Schrägestellung der Andrückrollen 29 gegenüber
der Transportrichtung des Werkstücks wird das Werkstück wie vorstehend beschrieben
an die Anlageschiene 9 angedrückt. Zwei oder mehrere der Andrückrollen 29 können zur
gemeinsamen Verschwenkung über Verbindungsstangen 35 oder dgl. miteinander verbunden
sein.
[0023] Zusätzlich zu der vorstehend beschriebenen Andrückeinrichtung mit den schräg stellbaren
Andrückrollen 29 kann an einer der beiden seitlichen Stützen 5 eine weitere Andrückeinrichtung
36 befestigt sein. Diese zusätzliche Andrückeinrichtung 36 enthält eine quer zur Verschieberichtung
des Werkstücks verstellbare Andrückrolle 37, die zur Anlage an der der Anlageschiene
9 gegenüber liegenden Längsseite des Werkstücks gelangt. Wie aus Figur 1 hervorgeht
ist die seitliche Andrückrolle 37 bei der dort gezeigten Ausführung am Ende eines
quer zum Maschinentisch 1 teleskopartig verstellbaren Tragarms 38 montiert.
[0024] In einer Grundausführung der vorstehend beschriebenen Vorrichtung können die zu bearbeitenden
plattenförmigen Werkstücke mit Hilfe eines Hallenkrans oder eines Staplers auf den
Aufgabetisch 8 aufgelegt und von Hand in den Auflagebereich 2 des Maschinentisches
1 zur Anlage an dem Festanschlag 9 geschoben werden. Stirnseitig kann die Ausrichtung
der Werkstücke an den Werkstückgreifern 15 des Greiferwagens 14 erfolgen. In einer
Ausbaustufe kann der Transport der zu bearbeitenden Werkstücke zum Auflagebereich
2 über einen Hubtisch und/oder eine automatische Zuführeinrichtung erfolgen.
[0025] Den Werkstücktransport auf dem Maschinentisch 1 übernimmt der servomotorisch angetriebene
Greiferwagen 14 mit den drei unabhängig voneinander ansteuerbaren Werkstückgreifern
15. Der Greiferwagen 14 ergreift hierzu das Werkstück mit den Werkstückgreifern 15
an der linken Werkstückseite und positioniert das Werkstück für die entsprechenden
Bearbeitungen im Bearbeitungsbereich 3. Durch entsprechende Verfahrbewegungen des
Greiferwagens 14 in der X-Achse, des Supports in der Y-Achse und des jeweiligen Bearbeitungsaggregats
in der Z-Achse können dann die unterschiedlichen Bearbeitungen erfolgen. Durch Verschwenken
der Kreissäge 29 und entsprechende Verfahrbewegungen des Greiferwagens 14 und Supports
25 können z.B. Schrägschnitte hergestellt werden. Alle Werkzeuge werden von oben über
das zu bearbeitende Werkstück gefahren und sind an dem stabilen Support 25 hängend
montiert. Jeder Werkstückgreifer 15 kann bei Bedarf gesteuert aus dem Bearbeitungsbereich
zurückgezogen werden, um eine Bearbeitung auch im Bereich der Werkstückgreifer 15
zu ermöglichen.
[0026] Nach der Bearbeitung wird das Werkstück durch den Greiferwagen 14 in den Entnahmebereich
4 des Maschinentisches 1 transportiert. Hier werden die fertig bearbeiteten Werkstücke
über die Ausschubeinrichtung 11 auf den Ablagetisch 10 geschoben. Während der Bediener
die Fertigteile sortiert kann bereits das nächste Werkstück bearbeitet werden. Dadurch
werden geringe Taktzeiten und eine hohe Produktivität gewährleistet.
[0027] Mit Hilfe der vorstehend beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten Plattenbearbeitungsanlage
können plattenförmige oder flächige Bauteile, wie z.B. OSB-, Span-, 3-Schicht- oder
Sperrholzplatten aber auch Gipskarton-, Fermacell oder Eternitplatten vollautomatisch
und genau bearbeitet werden. Auch die Bearbeitung von MDF-, HDF- oder ähnlichen Holzfaserplatten
ist problemlos möglich. Die plattenförmigen Bauteile können z.B. gefräst, gebohrt,
gesägt und beschriftet werden, so dass eine automatische Komplettbearbeitung auch
ohne aufwändige Umspannvorgänge ermöglicht wird. Hauptanwendungsbereiche sind z.B.
der Zuschnitt und die Bearbeitung von Beplankungen im Holzrahmenbau, Verkleidungen
im Innenausbau oder auch der werksseitige Zuschnitt von Fassaden- sowie von Faserplatten.
Dabei können die Bauteildaten über eine Datenschnittstelle von allen handelsüblichen
Holzbau-CAD-Programmen an die Maschine zur Bearbeitung übernommen werden. Alternativ
ist mit Hilfe einer geeigneten Software auch eine manuelle Eingabe möglich.
1. Plattenbearbeitungsanlage mit einem Maschinentisch (1) zur Auflage von plattenförmigen
Werkstücken, einer Positioniereinrichtung (7) zur Verschiebung der Werkstücke auf
dem Maschinentisch (1) in einer ersten Achse (X-Achse), einer Andrückeinrichtung (28)
zum Andrücken der Werkstücke an eine Anlageschiene (9) während der Verschiebung in
der ersten Achse (X-Achse) und einem oberhalb des Maschinentisches (1) angeordneten
Querträger (6), an dem mindestens ein Bearbeitungsaggregat (27) in zwei zur ersten
Achse (X-Achse) rechtwinkligen weiteren Achsen (Y-Achse, Z-Achse) verfahrbar angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückeinrichtung (28) eine oder mehrere schräg gegenüber der ersten Achse (X-Achse)
stellbare Andrückrollen (29) zur Auflage auf der Oberseite und/oder Unterseite der
plattenförmigen Werkstücke enthält.
2. Plattenbearbeitungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückeinrichtung (28) mehrere parallel zur Anlageschiene (9) hintereinander
angeordnete Andrückrollen (29) enthält.
3. Plattenbearbeitungsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückrollen (29) als Reibräder mit einer Oberfläche aus einem Material mit
guten Reibeigenschaften ausgebildet sind.
4. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrägstellung der Andrückrollen (29) in Abhängigkeit von der Verschieberichtung
der Werkstücke veränderbar ist.
5. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrägstellung der Andrückrollen (29) so erfolgt, dass die in Verschieberichtung
des Werkstücks vordere Seite (30) der Andrückrollen (29) näher an der Anlageschiene
(9) als die hintere Seiten (31) der Andrückrollen (29) ist.
6. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückrollen (29) zur Schrägstellung um zur Oberfläche der plattenförmigen Werkstücke
senkrechte Achsen drehbar sind.
7. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Andrückrollen (29) gemeinsam verstellbar sind.
8. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schrägstellung der Andrückrollen (29) selbsttätig oder gesteuert über einen pneumatischen,
hydraulischen oder elektrischen Antrieb erfolgt.
9. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückrollen (29) am freien Ende eines an einem Gelenk (33) horizontal schwenkbar
angelenkten Hebels (34) drehbar gelagert sind.
10. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Andrückrollen (29) über eine Verbindungsstange (35) miteinander gekoppelt
sind.
11. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die die Positioniereinrichtung (7) als Greiferwagen (14) mit mehreren horizontal
verschiebbaren Werkstückgreifern (15) ausgebildet ist.
12. Plattenbearbeitungsanlage nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkstückgreifer (15) an einem gegenüber dem Greiferwagen (14) verschiebbaren
Träger (20) angeordnet sind.
13. Plattenbearbeitungsanlage nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkstückgreifer (15) jeweils eine in der Höhe feststehende Spannbacke (17) und
eine demgegenüber vertikal bewegliche Spannbacke (19) oder zwei gegeneinander verstellbare
und/oder schwimmend gelagerte Spannbacken aufweisen.
14. Plattenbearbeitungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Maschinentisch (1) einen vorderen Auflagebereich (2), einen mittleren Bearbeitungsbereich
(3) und einen hinteren Entnahmebereich (4) aufweist.
15. Plattenbearbeitungsanlage nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass am Auflagebereich (2) des Maschinentisches (1) ein Aufgabetisch (8) und am Entnahmebereich
(4) des Maschinentisches (1) ein Ablagetisch (10) angeordnet sind.