[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bilden eines Stromschienensystems.
[0002] Ein Stromschienensystem ist beispielsweise aus der
WO 01/91249 A1 der Anmelderin bekannt und soll nachfolgend anhand von Fig. 6 kurz erläutert werden.
[0003] Basiselement des Stromschienensystems ist eine aus Metall bestehende U-förmige Tragschiene
1, welche als Trägerelement für die Leuchten sowie für die hierzu erforderliche Stromversorgung
dient. Die Tragschiene 1 wird mit Hilfe von nicht näher dargestellten Befestigungselementen
an einem Träger, z. B. einer Raumdecke oder einer Raumwand befestigt, wobei die offene
Seite der Tragschiene 1 im an der Decke montierten Zustand nach unten gerichtet ist.
Die Abdeckung der offenen Unterseite erfolgt durch eine Abdeckschiene 9, welche im
dargestellten Fall Bestandteil eines an der Tragschiene 1 befestigten Leuchten-Moduls
ist. Fig. 6 zeigt von dem LeuchtenModul lediglich dessen Kontaktierungselement 10,
welches als Drehabgriff ausgebildet ist, nicht jedoch die weiteren Bestandteile der
Leuchte, insbesondere die Lampe, optische Elemente sowie das dazugehörige Steuer-
bzw. Betriebsgerät.
[0004] Der Innenraum der Tragschiene 1 dient zur Aufnahme der sog. Stromleitprofile, die
durch mehrere aus Kunststoff bestehende und zusammengesetzte Drahthalterungselemente
3 gebildet werden, die jeweils an den beiden Seitenwänden 2 der Tragschiene 1 angeordnet
sind. Die Drahthalterungselemente 3 weisen mehrere übereinander angeordnete Nuten
auf, in denen Drähte 4 angeordnet sind. Diese Drähte 4 werden sowohl zur Stromversorgung
der Leuchten als auch zur Übermittlung von Steuersignalen verwendet. Die Lagerung
der Drähte 4 in den Nuten der Drahthalterungselemente 3 gewährt die erforderliche
Sicherheit gegen eine versehentliche Berührung der stromführenden Leitungen, so dass
entsprechende Unfälle ausgeschlossen sind. Durch eine Kontaktierung der entsprechenden
Drähte 4 kann der angeschlossenen Leuchte dann eine gewünschte Funktion zugewiesen
werden, bspw. kann die Leuchte als Notlichtleuchte verwendet werden.
[0005] Die genaue Ausgestaltung der Drahthalterungselemente bzw. des gesamten Stromschienensystems
ist in der zuvor genannten
WO 01/91249 A1 beschrieben. Eine Besonderheit der Drahthalterungselemente besteht dabei darin, dass
diese in Längsrichtung aneinandergefügt werden können. Die Endbereiche der Drahthalterungselemente
sind dabei derart ausgestaltet, dass beim Aneinanderfügen der Drahthalterungselemente
diese mit an ihren Enden befindlichen Vorsprüngen derart überlappend ineinandergreifen,
dass sie in den Verbindungsbereichen den Nuten entsprechende und zu der Kontaktierungsseite
hin offene Kanäle bilden. Das heißt, auch im Übergangsbereich zwischen zwei benachbarten
Drahthalterungselementen ist eine Kontaktierung der Drähte ermöglicht, weshalb bei
dem bekannten Stromschienensystem Leuchtenmodule an nahezu jeder beliebigen Stelle
angeordnet werden können.
[0006] Gleichzeitig ist auch eine Relativverschiebung der Drahthalterungselemente zueinander
ermöglicht, sodass das System in geeigneter Weise auf Temperaturänderungen reagieren
kann, welche zu einem Ausdehnen bzw. Zusammenziehen der einzelnen Drahthalterungselemente
führen. Durch die spezielle Ausgestaltung der Elemente ist in jedem Zustand gewährleistet,
dass durchgängig die Drähte in Nuten eingebettet sind, gleichzeitig allerdings kontaktiert
werden können. Diese Relatiwerschiebung der Drahthalterungselemente zueinander, durch
welche Temperaturunterschiede ausgeglichen werden können, ist ein Grund dafür, dass
bei dem bekannten System das Stromleitprofil aus mehreren zusammengefügten Elementen
gebildet wird. Ein derartiger Temperaturausgleich wäre hingegen bei einem einstückigen
längeren Stromleitprofil nicht gegeben.
[0007] Ein weiterer Grund für die Verwendung einzelner oder mehrerer Drahthalterungselemente
besteht darin, dass deren Struktur verhältnismäßig komplex ist und dementsprechend
eine Herstellung der Elemente in einem Extrusionsverfahren nicht möglich ist. Stattdessen
werden die Drahthalterungselemente, die aus Kunststoff bestehen, im Spritzgussverfahren
hergestellt. Die Herstellung derartiger Elemente mit einer Standardlänge von beispielsweise
50cm ist allerdings deutlich kostengünstiger als die Herstellung eines einzelnen langen
Kunststoffelements, da hier sehr hohe Kosten für das Werkzeug anfallen würden. Je
nach Länge des Systems wird dann eine entsprechende Anzahl der Drahthalterungselemente
zusammengefügt, sodass Gesamtlängen für das System realisierbar sind, welche ein ganzzahliges
Vielfaches der Standardlänge betragen. Diese Vorgehensweise hat sich in einer Vielzahl
von Anwendungsfällen bewehrt.
[0008] Die
deutsche Offenlegungsschrift DE 1 690 341 ist auf ein Stromschienensystem gerichtet, welches als Scheuerleiste ausgebildet
ist und die Möglichkeiten zur Anbringung von Steckdosen erhöhen soll. Das Stromschienensystem
umfasst eine Scheuerleiste mit einer durchgängigen Ausnehmung, welche drei Leiterschienen
aufweist, welche jeweils auf zueinander unterschiedlichen Seiten der Ausnehmung angeordnet
sind.
[0009] Die
deutsche Auslegeschrift DE 1 040 644 betrifft ein Stromschienensystem zur Montage in Fabrikhallen. Es dient der einfachen
Verlegung von Betriebsstromversorgungsmitteln von Maschinen. Insbesondere soll die
unterschiedliche thermische Ausdehnung von Leitern berücksichtigt sein. Hierzu ist
innerhalb eines Schachts eine Mehrzahl von Stromschienen angeordnet. Der Schacht besteht
dabei aus Einzelelementen, welche dieselbe Länge aufweisen wie die Stromschienen.
Die Einzelelemente weisen dabei jeweils eine standardisierte Länge auf.
[0010] Es hat sich nunmehr allerdings herausgestellt, dass immer öfters der Wunsch auftritt,
von diesen Standardlängen abzuweichen. Beispielsweise bei Treppenaufgängen, Tiefgarageneinfahrten
oder anderen speziellen architektonischen Gebilden liegen oftmals räumliche Gegebenheiten
vor, bei denen das System eine ganz spezielle Länge aufweisen sollte, welche von den
mit den Standardelementen realisierbaren Längen abweicht. Selbstverständlich wäre
es möglich, über die Tragschiene hinweg wiederum lediglich Drahthalterungselemente
mit einer Standardlänge einzusetzen und die verbleibenden Restlängen durch Kabel zu
überbrücken. Dies würde allerdings zwangsläufig bedeuten, dass in diesen Überbrückungsbereichen
dann keine flexible Kontaktierung durch Leuchten ermöglicht ist.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, ausgehend
von dem bekannten Stand der Technik eine Möglichkeit zu schaffen, die Länge eines
derartigen Stromschienensystems in verhältnismäßig einfacher Weise an gewünschte individuelle
Längen anzupassen.
[0012] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Bilden eines Stromschienensystems gemäß
Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand des
abhängigen Anspruchs.
[0013] Die erfindungsgemäße Lösung beruht auf dem Gedanken, das Stromleitprofil nach wie
vor in erster Linie durch Drahthalterungselemente zu bilden, welche eine vorgegebenen
Standardlänge aufweisen, um den Aufwand möglichst gering zu halten. Die Anpassung
der Gesamtlänge an eine gewünschte individuelle Länge wird dann dadurch erzielt, dass
ein verhältnismäßig kleiner Teil der Drahthalterungselemente - idealerweise lediglich
ein einziges Drahthalterungselement - eine von der Standardlänge abweichende Länge
aufweist. Dementsprechend kann die Mehrzahl der Drahthalterungselemente mit der vorgegebenen
Standardlänge in herkömmlicher Weise, also möglichst kostengünstig hergestellt werden.
Nur bei wenigen Drahthalterungselementen hingegen ist ein aufwändigerer Herstellungsprozess
erforderlich, um die gewünschte individuelle Länge zu erzielen.
[0014] Es wird erfindungsgemäß ein Verfahren zum Bilden eines Stromschienensystems für Leuchten
vorgeschlagen, wobei das Stromschienensystem eine vorzugsweise U-förmige Tragschiene
sowie ein innerhalb der Tragschiene angeordnetes Stromleitprofil mit Drähten für die
Stromversorgung und/oder Übertragung von Steuerbefehlen für die Leuchten aufweist,
wobei das Stromleitprofil durch Zusammenfügen mehrerer Drahthalterungselemente gebildet
wird, welche die Nuten zur Aufnahme der Drähte aufweisen, und wobei erfindungsgemäß
die Mehrzahl der Drahthalterungselemente eine vorgegebenen Standardlänge aufweist
und die verbleibenden weiteren Drahthalterungselemente eine von der Standardlänge
abweichende Länge aufweisen.
[0015] Das bzw. die Drahthalterungselemente mit der von der Standardlänge abweichenden Länge
werden erfindungsgemäß zwischen den weiteren Drahthalterungselementen angeordnet.
Mit anderen Worten werden das bzw. die Drahthalterungselemente mit einer von der Standardlänge
abweichenden Länge - also mit einer Individuallänge - eher im mittigen Bereich des
Stromleitprofils angeordnet. Dabei ist vorgesehen, dass die jeweiligen Endbereiche
des Stromleitprofils durch derartige Standard-Drahthalterungselemente gebildet werden,
was insbesondere dann sinnvoll ist, wenn die Endbereiche des Stromleitprofils in besonderer
Weise ausgestaltet sind, um eine Verbindung zu Stromversorgungsleitungen zu ermöglichen.
[0016] Erfindungsgemäß sind alle Drahthalterungselemente in ihren Endbereichen derart ausgestaltet,
dass sie beim Aneinanderfügen mit an ihren Enden befindlichen Vorsprüngen derart überlappend
ineinandergreifen, dass sie in dem Verbindungsbereich den Nuten entsprechende und
zu der Kontaktierungsseite hin offene Kanäle bilden. Auch bei dem erfindungsgemäßen
System ist also durchweg eine freie Anordnung der Leuchtenmodule ermöglicht.
[0017] Das bzw. die Drahthalterungselemente mit einer von der Standardlänge abweichenden
Länge müssen wie bereits erwähnt in einem separaten Herstellungsprozess erstellt werden.
In der vorliegenden Anmeldung werden zwei Varianten beschrieben, durch welche dieses
mit einem nach wie vor verhältnismäßig geringen Aufwand ermöglicht ist. In beiden
Fällen wird ein spezielles Spritzgussverfahren eingesetzt, wobei nunmehr allerdings
die Länge der Kavität, in welche das flüssige Material eingebracht wird, an die gewünschte
Länge des Drahthalterungselements angepasst werden kann. Dies kann beispielsweise
dadurch erzielt werden, dass die beiden Formteile relativ zueinander verschoben werden
können, um vor dem Einbringen des Spritzgussmaterials eine entsprechend lange Kavität
zu bilden. Alternativ hierzu wäre es möglich, eines der beiden Formteile während des
Einbringens des Spritzgussmaterials gegenüber dem anderen zu verschieben. Dieses so
genannte Exjection-Verfahren gestattet es, die Länge des zu erstellenden Spritzgussteils
relativ flexibel einzustellen. Nachfolgend soll die Erfindung anhand der beiliegenden
Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Konzepts zum
Bilden eines Stromschienensystems mit einer individuellen Länge;
- Figuren 2 und 3
- Ansichten eines Spritzgusswerkzeugs zum Erstellen eines Drahthalterungselements mit
einer individuellen Länge;
- Figuren 4a und b
- Darstellungen zur Nutzung des Spritzgusswerkzeugs der Figuren 2 und 3;
- Figur 5
- die Darstellung der Herstellung eines Kunststoffteils mit Hilfe des Exjection-Verfahrens
und
- Figur 6
- das aus der WO 01/91249 A1 bekannte Stromschienensystem in Schnittdarstellung.
[0018] Anhand der Darstellung in Figur 1 soll zunächst generell das erfindungsgemäße Konzept
erläutert werden. Anschließend werden Möglichkeiten vorgestellt, das in seiner Länge
variable Drahthalterungselement zu erstellen.
[0019] Grundsätzlich entspricht die Ausgestaltung des mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
hergestellten Stromschienensystems der aus dem Stand der Technik bekannten Ausgestaltung,
welche in Figur 6 dargestellt ist. Auch das System gemäß der vorliegenden Erfindung
weist also eine im Querschnitt U-förmige Tragschiene auf, an welche von der Unterseite
her Leuchten-Module angesetzt werden können, wobei innerhalb der Tragschiene die Stromleitprofile
ausgebildet sind, in denen die Drähte gelagert sind. Da das erfindungsgemäße Konzept
in erster Linie die Bildung des Stromleitprofils durch die Drahthalterungselemente
betrifft, sind in Figur 1 lediglich schematisch die Tragschiene sowie die Drahthalterungselemente
zum Bilden des Stromleitprofils dargestellt. Anzumerken ist allerdings an dieser Stelle,
dass das erfindungsgemäße Konzept nicht auf U-förmige Tragschienen beschränkt ist.
Grundsätzlich kann die vorliegende Erfindung immer dann zum Einsatz kommen, wenn das
Stromleitprofil aus mehreren miteinander zu verbindenden Kunststoffelementen gebildet
wird.
[0020] Im oberen Bereich von Figur 1 ist hierbei eine Situation dargestellt, in der zum
Bilden des Stromleitprofils 21 ausschließlich Drahthalterungselemente 25 zum Einsatz
kommen, welche eine Standardlänge aufweisen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
sind innerhalb einer Tragschiene 20 hintereinander fünf Drahthalterungselemente 25
angeordnet. Jedes der Drahthalterungselemente weist dabei die Standardlänge von 50
cm auf, sodass letztendlich die Tragschiene 20 eine Gesamtlänge von 2,5 m aufweist.
Angemerkt werden soll an dieser Stelle, dass die angegebenen Längenangaben lediglich
beispielhaft zu verstehen sind. Selbstverständlich könnten auch andere Standardlängen
für die Drahthalterungselemente 25 verwendet werden.
[0021] Es ist unmittelbar ersichtlich, dass beim Einsatz ausschließlich von Drahthalterungselementen
25 mit der Standardlänge Stromschienen realisiert werden können, welche ein ganzzahliges
Vielfaches der Standardlänge aufweisen.
[0022] Im unteren Bereich von Figur 1 ist nunmehr ein Ausführungsbeispiel gemäß der vorliegenden
Erfindung dargestellt, bei der die Gesamtlänge von einem ganzzahligen Vielfachen der
Standardlänge abweicht. Insbesondere soll im dargestellten Beispiel eine Stromschiene
realisiert werden, die insgesamt 2,7 m lang ist.
[0023] Es ist ohne Weiteres möglich, die aus Metall bestehende Tragschiene 20 sowie die
nicht dargestellten Drähte in der gewünschten Länge von 2,7 m zur Verfügung zu stellen.
Die aus einem Profilelement gebildete Tragschiene 20 kann hierzu in einfacher Weise
in gewünschter Länge abgeschnitten werden. Mit Hilfe der Standard-Drahthalterungselemente
kann allerdings keine Gesamtlänge von 2,7 m erzielt werden. Beim ausschließlichen
Einsatz der Standard-Drahthalterungselemente würde zwangsläufig ein Abschnitt von
0,2 m verbleiben, der dann ggf. durch entsprechende Kabel überbrückt werden müsste,
wobei hier dann allerdings kein Kontaktieren durch ein Leuchtenmodul möglich wäre.
[0024] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird nunmehr vorgeschlagen, das gesamte Stromleitprofil
21 überwiegend aus Standard-Drahthalterungselementen 25 zu bilden. Allerdings wird
zumindest ein weiteres Drahthalterungselement 26 verwendet, welches eine von der Standardlänge
abweichende Länge aufweist. Im dargestellten Ausführungsbeispiel kommen nunmehr also
vier Standard-Drahthalterungselemente 25 zum Einsatz sowie ein weiteres Drahthalterungselement
26, welches eine Länge von 0,7 m aufweist. Die Gesamtheit aller Drahthalterungselemente
25 und 26 ergibt dann die gewünschte Gesamtlänge von 2,7 m.
[0025] In idealer Weise wird ausschließlich ein einziges Drahthalterungselement eingesetzt,
welches eine von der Standardlänge abweichende Länge aufweist. Erfindungsgemäß allerdings
sollte zumindest die Mehrzahl der Drahthalterungselemente durch Standard-Drahthalterungselemente
gebildet sein. Da möglicherweise das Stromleitprofil 21 an den Endbereichen der Tragschiene
20 in spezieller Weise ausgestaltet ist, um eine Anbindung an Stromversorgungskabel
oder sonstige Leitungen zu ermöglichen, kommen insbesondere an den Endbereichen vorzugsweise
Drahthalterungselemente mit der Standardlänge zum Einsatz, da diese ohnehin zur Verfügung
stehen und für entsprechende Zwecke genutzt werden können. Die weiteren Drahthalterungselemente
mit der Individuallänge hingegen werden bevorzugt eher im mittigen Bereich des Stromleitprofils
angeordnet. Grundsätzlich sind allerdings auch diese Elemente derart ausgebildet,
dass sie beim Zusammenfügen mit den benachbarten Elementen überlappend ineinandergreifen,
um die sich über die Gesamtlänge des Stromleitprofils hinweg erstreckenden Nuten zur
Kontaktierung der Drähte durch die Leuchtenmodule zu bilden.
[0026] Entsprechend der erfindungsgemäßen Lösung müssen also nur wenige, im Idealfall nur
ein einziges Drahthalterungselement in einer individuellen Länge erstellt werden.
Es sollen nunmehr zwei erfindungsgemäße Möglichkeiten beschrieben werden, dies zu
realisieren. Beide Varianten stellen prinzipiell Spritzgussverfahren dar, da eine
Herstellung im Extrusionsverfahren aufgrund der komplexen Form der Drahthalterungselemente
nicht möglich ist.
[0027] Bei der ersten Variante, die in den Figuren 2 bis 4b dargestellt ist, kommen zwei
Werkzeugeinsätze 30 und 31 zum Einsatz, welche im zusammengesetzten Zustand eine Kavität
bilden, die in ihrer Form im Wesentlichen dem zum erstellenden Drahthalterungselement
entspricht. In üblicher Weise wird diese Kavität dann mit einem verflüssigten Kunststoffinaterial
gefüllt, welches nach Aushärtung dann das Drahthalterungselement bildet. Die Besonderheit
der dargestellten Lösung besteht nunmehr darin, dass die beiden Werkzeugeinsätze 30
und 31 in unterschiedlicher Weise zueinander positioniert werden können. Insbesondere
werden die Werkzeugeinsätze 30, 31 entsprechend der Darstellung von Figur 3 versetzt
zueinander angeordnet, wobei der Versatz in unterschiedlicher Weise gewählt werden
kann, um ein Drahtalterungselement in gewünschter Länge zu erstellen.
[0028] Dieses Konzept wird näher in den Figuren 4a und 4b verdeutlicht, welche schematisch
nochmals die beiden Formeinsätze 30 und 31 zeigen. In Figur 4a sind hierbei die Formeinsätze
30, 31 derart angeordnet, dass die resultierende Kavität 35 eine erste Länge aufweist.
In der Darstellung in Figur 4b hingegen wurde der untere Formeinsatz 30 in Pfeilrichtung
verschoben, sodass sich letztendlich eine Kavität 35 mit einer neuen, größeren Länge
ergibt. Letztendlich kann die Länge der Kavität 35 und damit die Länge des daraus
resultierenden Drahthalterungselements zwischen einer Minimallänge L
min und einer maximalen Länge L
max verstellt werden. Es kann also innerhalb dieses Spielraums ein Drahthalterungselement
in einer beliebigen individuellen Länge erstellt werden.
[0029] Eine zweite Variante zum Erstellen eines Drahthalterungselements in einer individuellen
Länge ist in Figur 5 dargestellt. Auch hier handelt es sich um eine Abwandlung des
klassischen Spritzgussverfahrens, wobei hier die so genannte Exjection-Technologie
zum Einsatz kommt. Diese ist näher in der
WO 2009/043755 A1 beschrieben. Auch in diesem Fall wird durch einen unteren und einen oberen Formeinsatz
40 bzw. 41 eine der Struktur des zu erstellenden Drahthalterungselements entsprechende
Kavität 45 gebildet, welche mit einem verflüssigtem Kunststoffinaterial über eine
Düse 42 befüllt wird. Die Besonderheit des Verfahrens besteht nunmehr darin, dass
während des Einfüllvorgangs der untere Werkzeugeinsatz in Pfeilrichtung verschoben
wird. Zu Beginn wird also zunächst der in der Darstellung rechte Teil des Hohlraums
mit dem flüssigen Kunststoff befüllt. Anschließend wird der untere Werkzeugeinsatz
40 in Pfeilrichtung also nach rechts verschoben, sodass nach und nach die gesamte
resultierende Kavität 45 mit dem Kunststoffmaterial befüllt wird. Trotz allem kann
der obere Werkzeugeinsatz 41 sehr kurz und kompakt gehalten werden, da dieser nicht
die Kavität vollständig bedecken muss. Je nach Länge der Bewegung des unteren Werkzeugeinsatzes
kann dann die Länge für das resultierende Kunststoffteil bzw. das Drahthalterungselement
gewählt werden.
[0030] Beide Varianten ermöglichen also, ein Kunststoffelement, welches letztendlich das
Drahthalterungselement bildet, in einer beliebigen Länge zu erstellen. Zwar ist hierfür
der Aufwand höher als für die Herstellung der Standard-Drahthalterungselemente. Da
gemäß dem erfindungsgemäßen Konzept allerdings lediglich die Herstellung sehr weniger
Drahthalterungselemente mit einer von der Standardlänge abweichenden Länge erforderlich
ist, ist der resultierende Mehraufwand vertretbar. Insgesamt allerdings kann nunmehr
ein Stromschienensystem mit einer individuellen Länge erhalten werden, welches nach
wie vor die Vorteile des bekannten Systems, also eine durchgängige Kontaktierungsmöglichkeit
sowie das Ausgleichen von Temperaturunterschieden bietet.
1. Verfahren zum Bilden eines Stromschienensystems (100) für Leuchten, wobei das Stromschienensystem
eine - vorzugsweise U-förmige - Tragschiene (20) sowie ein an oder innerhalb der Tragschiene
(20) angeordnetes Stromleitprofil (21) mit Drähten für die Stromversorgung und/oder
Übertragung von Steuerbefehlen für die Leuchten aufweist,
wobei das Stromleitprofil (21) durch Zusammenfügen mehrerer Drahthalterungselemente
(25, 26) gebildet wird, welche die Nuten zur Aufnahme der Drähte aufweisen,
wobei die Mehrzahl der Drahthalterungselemente (25, 26) eine vorgegebene Standardlänge
aufweist und die verbleibenden weiteren Drahthalterungselemente (25, 26) eine von
der Standardlänge abweichende Länge aufweisen, wobei diese verbleibenden Drahthalterungselemente
(25, 26) mit der von der Standardlänge abweichenden Länge im mittigen Bereich zwischen
den weiteren Drahthalterungselementen (25, 26) des Stromleitprofils angeordnet werden,
und wobei alle Drahthalterungselemente (25, 26) in ihren Endbereichen derart ausgestaltet
sind, dass sie beim Aneinanderfügen mit an ihren Enden befindlichen Vorsprüngen derart
überlappend ineinandergreifen, dass sie in dem Verbindungsbereich den Nuten entsprechende
und zu der Kontaktierungsseite hin offene Kanäle bilden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drahthalterungselemente (25,26) mit der von der Standardlänge abweichenden Länge
im Spritzgussverfahren hergestellt werden,
wobei
• zwei Werkzeugeinsätze (30,31), welche im zusammengesetzten Zustand eine Kavität
bilden, die in ihrer Form im Wesentlichen dem zum erstellenden Drahthalterungselement
entspricht, zueinander versetzt in unterschiedlicher Weise positionierbar sind, wobei
der Versatz der beiden zueinander versetzt angeordneten Werkzeugeinsätze (30,31) entsprechend
gewählt wird, um das Drahthalterungselement in der gewünschten Länge zu erstellen,
• oder unter Verwendung der Exjection-Technologie ein unterer Formeinsatz (40) und
ein oberer Formeinsatz (41) eine der Struktur des zu erstellenden Drahthalterungselements
entsprechende Kavität (45) bilden, welche mit einem verflüssigten Kunststoffmaterial
über eine Düse (42) befüllt wird, wobei während des Einfüllvorgangs der untere Formeinsatz
(40) gegenüber dem oberen Formeinsatz (41) verschoben wird und nach und nach die gesamte
resultierende Kavität (45) mit dem Kunststoffmaterial befüllt wird, um einer der Länge
der Bewegung des unteren Formeinsatzes (40) entsprechende gewünschte Länge des Drahthalterungselements
zu erzielen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass lediglich ein einziges Drahthalterungselement (25, 26) eine von der Standardlänge
abweichende Länge aufweist.
1. Method for creating a busbar system (100) for lamps, wherein the busbar system comprises
a, preferably U-shaped, mounting rail (20) and a current conducting profile (21) which
is disposed on or in the mounting rail (20) and has wires for supplying power and/or
transmitting control commands for the lamps,
wherein the current conducting profile (21) is formed by joining together a plurality
of wire holding elements (25, 26) which comprise the grooves for receiving the wires,
wherein the majority of the wire holding elements (25, 26) have a predefined standard
length and the remaining further wire holding elements (25, 26) have a length which
deviates from the standard length, wherein said remaining wire holding elements (25,
26) having the length which deviates from the standard length are disposed in the
central region between the further wire holding elements (25, 26) of the current conducting
profile, and wherein all of the wire holding elements (25, 26) are configured in their
end regions such that, when they are joined together, they engage with one another
in an overlapping manner with projections at their ends in such a way that they form
channels in the connecting region which correspond to the grooves and are open to
the contacting side,
characterized in that
the wire holding elements (25, 26) having the length which deviates from the standard
length are produced in an injection molding process,
wherein
• two tool inserts (30, 31), which in the assembled state form a cavity the shape
of which corresponds substantially to the wire holding element to be produced, can
be positioned offset relative to one another in different ways, wherein the offset
of the two tool inserts (30, 31) disposed offset relative to one another is accordingly
selected to produce the wire holding element of the desired length,
• or, using exjection technology, a lower mold insert (40) and an upper mold insert
(41) form a cavity (45), which corresponds to the structure of the wire holding element
to be produced and is filled with a liquefied plastic material via a nozzle (42),
wherein the lower mold insert (40) is shifted relative to the upper mold insert (41)
during the filling process and the entire resulting cavity (45) is gradually filled
with the plastic material to achieve a desired length of the wire holding element
corresponding to the length of the movement of the lower mold insert (40).
2. Method according to Claim 1,
characterized in that
only one wire holding element (25, 26) has a length which deviates from the standard
length.
1. Procédé de formation d'un système de rail d'alimentation (100) pour luminaires, dans
lequel le système de rail d'alimentation présente un rail porteur (20), de préférence
en forme de U, ainsi qu'un profilé conducteur (21) agencé sur ou dans le rail porteur
(20) et présentant des fils pour l'alimentation électrique et/ou la transmission d'ordres
de commande destinés aux luminaires, ledit profilé conducteur (21) étant formé par
l'assemblage de plusieurs éléments de retenue de fils (25, 26) présentant les rainures
destinées à la réception des fils,
la plupart des éléments de retenue de fils (25, 26) présentant une longueur standard
prescrite et les autres éléments de retenue de fils (25, 26) restants présentant une
longueur différente de la longueur standard, lesdits éléments de retenue de fils (25,
26) restants de longueur différente de la longueur standard étant agencés dans la
zone centrale entre les autres éléments de retenue de fils (25, 26) du profilé conducteur,
tous les éléments de retenue de fils (25, 26) étant conçus, dans leurs zones terminales,
de façon à pouvoir s'imbriquer, lors de leur assemblage, en chevauchement avec des
saillies situées à leur extrémité de manière à former, dans la zone de raccordement,
des canaux ouverts vers le côté de mise en contact et correspondant avec lesdites
rainures,
caractérisé en ce que
les éléments de retenue de fils (25, 26) de longueur différente de la longueur
standard sont fabriqués par moulage par injection,
étant entendu que
• deux inserts d'outil (30, 31), qui forment une cavité à l'état assemblé et dont
la forme correspond essentiellement à l'élément de retenue de fils à produire, peuvent
être positionnés décalés l'un de l'autre de manières différentes, ledit décalage des
deux inserts d'outil (30, 31) agencés décalés l'un de l'autre étant choisi de manière
appropriée pour produire l'élément de fixation de fil à la longueur souhaitée,
• ou bien, dans le cadre de la technologie Exjection, un insert de moule inférieur
(40) et un insert de moule supérieur (41) forment une cavité (45) correspondant à
la structure de l'élément de retenue de fils à produire, laquelle est remplie d'un
matériau plastique fluidifié par l'intermédiaire d'une buse (42), l'insert de moule
inférieur (40) étant déplacé par rapport à l'insert de moule supérieur (41) pendant
la procédure de remplissage et la totalité de la cavité (45) résultante étant progressivement
remplie de matériau plastique pour atteindre une longueur d'élément de retenue de
fils souhaitée qui correspond à la longueur de déplacement de l'insert de moule inférieur
(40).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
seul un élément de retenue de fils (25, 26) individuel présente une longueur différente
de la longueur standard.