[0001] Die Erfindung betrifft einen Wagen zur Materialförderung im Gleisbau nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Im Gleisbau gibt es die sogenannten Materialfördersilowagen (MFS-Wagen). Diese dienen
zum einen zum Transport von Baustoffen in Baustellenbereichen, insbesondere Sand,
Kies, Schotter oder dgl. zu einer Baumaschine oder von einer Baumaschine weg sowie
zum anderen der Zwischenbunkerung der vorgenannten Materialien.
[0003] Bei den genannten MFS-Wagen werden die Materialien mittels Förderbänder von Wagen
zu Wagen transportiert. Man spricht hier vom "Durchbunkern" der Stoffe in der Wagenkolonne.
Hierbei kann die Anzahl der aneinandergereihten Wagen willkürlich gewählt werden.
Die Wagen besitzen dabei im Innern ein Bodenförderband zum Transportieren der Materialien.
Die Übergabe von Wagen zu Wagen erfolgt mittels eines Übergabeförderbandes.
[0004] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, einen Wagen zur Materialförderung im Gleisbau der eingangs angegebenen
Art derart weiterzuentwickeln, daß der Transport der Materialien verbessert ist.
[0005] Die technische
Lösung ist gekennzeichnet durch die Merkmale im Kennzeichen des Anspruchs 1.
[0006] Dadurch ist ein Materialfördersilowagen zum Transport und zur Zwischenbunkerung von
verschiedenen Materialien mit einseitiger oder beidseitiger Belademöglichkeit sowie
Entlademöglichkeit geschaffen, welcher hinsichtlich dem Transport der Materialien
sehr flexibel ist. Die Grundidee des erfindungsgemäßen Materialfördersilowagens liegt
dabei darin, daß entweder das eine Kopfende oder beide Kopfenden des MFS-Wagens jeweils
ein Übergabeförderband aufweisen. Diese Übergabeförderbänder weisen dabei eine horizontal
ausgerichtete Grundstellung auf. In der Betriebsstellung können diese Übergabeförderbänder
in ihrer Gesamtheit nach oben verschwenkt oder alternativ ein Teilabschnitt nach oben
abgeknickt werden. Das Abwurfende des Übergabeförderbandes liegt dabei derart, daß
es das Material entweder direkt dem benachbarten Wagen zuführen kann oder aber daß
das Übergabeförderband das Material zunächst einem zugeordneten Förderband des benachbarten
Wagens aufgibt, von wo aus dann der eigentliche Abwurf des Materials in diesen benachbarten
Wagen erfolgen kann. Somit ist es mit diesen Übergabeförderbändern möglich, daß das
Material entweder nur in eine Richtung oder aber in beide Richtungen, also beidseitig
von Wagen zu Wagen transportiert werden kann, ohne daß dann die Wagen gedreht werden
müssen. Die Übergabe der Materialien kann somit variabel erfolgen. Ebenso kann die
Beladung und/oder Entladung der Wagen variabel erfolgen. Der erfindungsgemäße Materialtransport
sieht dabei so aus, daß die Bodenförderbänder des Wagenverbundes mit ihren Übergabeförderbändern
das Material einer ersten Art in eine vorgegebene Richtung transportieren. Bei diesem
Material erster Art kann es sich beispielsweise um Materialien handeln, welche als
neue Materialien frisch eingebaut werden sollen. Hierzu werden diese Materialien zunächst
den Arbeitswagen zugeführt und dann von Wagen zu Wagen bis hin zur Einbaustelle transportiert.
Umgekehrt muß das ausgebaute Material von dem Ausbauwagen abtransportiert werden.
Hierzu dienen dann die Dachförderbänder des Wagenverbundes, welche den Abtransport
in die entgegengesetzte Transportrichtung bewerkstelligen. Der Platz in den Wagen,
der durch das einzubauende Material der ersten Art sukzessive frei wird, kann dann
für das ausgebaute Material der vorbeschriebenen zweiten Art verwendet werden. Es
handelt sich somit gewissermaßen um ein rollierendes System, bei dem im Bodenbereich
Material zugeführt und im Dachbereich Material abgeführt wird, oder umgekehrt. Die
Bodenbänder können entlang des Wagenbodens als einteiliges oder mehrteiliges Bodenband
ausgebildet sein. Vorzugsweise kann das Übergabeförderband in eine Ruhestellung übergeführt
werden, bei welcher es ausgehend von seiner horizontalen Stellung hin zu Wagenmitte
eingefahren wird.
[0007] Gemäß der Weiterbildung in Anspruch 2 kann entweder nur an seinem einen Kopfende
des Wagens ein unteres Übergabeförderband vorgesehen sein, oder an beiden Kopfenden
des Wagens ist jeweils ein unteres Übergabeförderband vorgesehen. Für den Fall, daß
nur ein einziges Übergabeförderband am einen Kopfende vorgesehen ist, bedeutet dies,
daß die Transportrichtung dadurch vorgegeben ist. Sofern jedoch der Wagen an beiden
Kopfenden jeweils ein unteres Förderband aufweist, ist eine reversible Transportrichtung
möglich. Dies geht dann einher mit der Transportrichtung des Dachförderbandes, welche
dann gleichermaßen reversibel wäre.
[0008] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 3 schlägt vor, daß das untere Übergabeförderband
derart ansteuerbar und betätigbar ist, daß es ausgehend von einer horizontalen Ausgangsstellung
nach oben in eine Abwurfstellung zur Übergabe des Materials an den benachbarten Wagen
verschwenkbar oder abknickbar ist. Durch diese Ausgestaltung des unteren Übergabeförderbandes
ist es möglich, den Abwurfpunkt für das Material exakt einzustellen. Dadurch ist eine
hohe Flexibilität gewährleistet.
[0009] Die Grundidee der Weiterbildung gemäß Anspruch 4 liegt darin, daß das Ende des MFS-Wagens
mit einem Förderband-Paar ausgestattet sind, nämlich mit einem unteren Übergabeförderband
sowie mit einem darüber befindlichen oberen Aufnahmeförderband. Mit diesen Förderbändern
ist es möglich, daß das Material in beide Richtungen, also beidseitig von Wagen zu
Wagen transportiert werden kann. Somit können die erfindungsgemäßen Materialfördersilowagen
das Material mittels der Bodenförderbänder sowie mit den Übergabe- sowie Aufnahmeförderbändern
in beide Arbeitsrichtungen transportieren, ohne die Wagen drehen zu müssen. Die Übergabe
der Materialien kann somit variabel in beide Arbeitsrichtungen erfolgen. Ebenso kann
die Beladung und/oder Entladung der Wagen an jedem der beiden Enden des Wagens erfolgen.
Die Bodenbänder können entlang des Wagenbodens als einteiliges oder mehrteiliges Bodenband
ausgebildet sein. Ein wesentlicher Aspekt der Förderbänder zur Übergabe und Aufnahme
des Materials am jeweiligen Wagenkopf ist, daß sie entkoppelt sind. Dies bedeutet,
daß das obere Aufnahmeförderband und das untere Übergabeförderband separat ansteuerbar
sind. Vom Strömungsfluß her gesehen erfolgt somit die Übergabe des Materials vom Bodenförderband
auf das zugeordnete Übergabeförderband. Dieses ist etwas nach oben verschwenkt oder
bezüglich eines Teilbereiches nach oben abgeknickt. Das Aufnahmeförderband des benachbarten
Wagens ist ausgehend von einer zentralen Ausgangsstellung mit seinem einen Ende derart
nach unten verschwenkt, daß dieser Endbereich des Aufnahmeförderbandes unterhalb der
Abwurfstelle des Übergabeförderbandes des benachbarten Wagens liegt. Auf diese Weise
kann das Übergabeförderband das Material auf das Aufnahmeförderband abwerfen. Dadurch
wird das Material weiter in Richtung des Aufnahmeförderbandes schräg nach oben transportiert,
bis es die Abwurfstelle mit Abstand oberhalb des Wagenbodens erreicht und abgeworfen
werden kann. Diese Abwurfstelle liegt im oberen Bereich des Wagens, insbesondere in
Höhe des Daches. Da jeder Wagen beidseitig jeweils mit einem Übergabeförderband sowie
mit einem Aufnahmeförderband ausgestattet ist, können diese in der gewünschten Materialförderrichtung
in die gewünschten Positionen unabhängig voneinander übergeführt werden. Diejenigen
Förderbänder, welche für den Transport des Materials von Wagen zu Wagen nicht benötigt
werden, befinden sich in einer horizontalen Parkposition. Dabei befindet sich für
das Aufnahmeförderband die Parkposition im Dachbereich des Wagens. Diese unterschiedlichen
Einsatzmöglichkeiten der Förderbänder werden durch die getrennte Beweglichkeit und
Ansteuerbarkeit gewährleistet. So ist durch die variable Verlagerung der Förderbänder
eine Übergabe des Materials von Wagen zu Wagen möglich, und zwar in beide Förderrichtungen.
Somit ist eine Richtungsänderung aufgrund der entkoppelten Förderbänder ohne Weiteres
möglich.
[0010] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 5 schlägt die Anordnung zwischen dem Bodenförderband
des Wagens und dem zugeordneten Übergabeförderband vor. Indem die zuvor beschriebenen
Förderbänder kaskadenartig angeordnet sind, ist ein problemloser Transport des Materials
von Förderband zu Förderband möglich. Das Bodenförderband ist hierfür am Ende vorzugsweise
nach oben leicht abgeknickt.
[0011] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 6 schlägt vor, daß das obere Aufnahmeförderband
nicht nur nach unten verschwenkbar ist, sondern auch in Längsrichtung des Wagens verfahrbar
ist. Dies ist von Vorteil, da aus einer Parkposition im Container des Wagens heraus
das Aufnahmeförderband in dem auskragenden Bereich unterhalb des Übergabeförderbandes
des benachbarten Wagens verfahren werden kann. Dies bedeutet zum einen, daß das Aufnahmeförderband
in der Parkposition geschützt innerhalb der Kontur des Wagens liegt, daß aber das
Aufnahmeförderband derart verstellt werden kann, daß es die logistische Kopplung zu
dem Übergabeförderband des benachbarten Wagens problemlos herstellen kann.
[0012] Eine bevorzugte Weiterbildung schlägt gemäß Anspruch 7 vor, daß das untere Übergabeförderband
in seiner horizontalen Stellung in Richtung Wagenmitte zurückverfahrbar ist. Hierzu
kann ein Verfahrwagen oder ein Verfahrschlitten vorgesehen sein. Das Übergabeförderband
kann dabei entweder einteilig oder zweiteilig ausgebildet sein. Bei der einteiligen
Ausführung überspannt das Übergabeförderband auch den Verfahrwagen oder Verfahrschlitten
und ist dann dort, wo der Wagen oder Schlitten aufhört, nach oben verschwenkbar. Bei
der zweiteiligen Ausbildung kann der Verfahrwagen oder Verfahrschlitten mit einem
eigenen Förderband ausgestattet sein. Davon separat ist dann das eigentliche Übergabeförderband,
welches an dem Verfahrwagen oder Verfahrschlitten gelenkig angeordnet ist. Schließlich
ist es auch denkbar, daß der Verfahrwagen oder Verfahrschlitten nur als reiner Träger
für das Übergabeförderband dient, also selbst kein Förderband aufweist. Dies bedeutet,
daß das Bodenförderband sein Material nicht im Bereich des Verfahrwagens oder Verfahrschlittens
abwirft, sondern dort, wo das Nachfolgeförderband beginnt, nämlich das Übergabeförderband.
Die Verfahrbarkeit des Übergabeförderbandes bedeutet, daß in der entkoppelten waagerechten
Stellung des unteren Übergabeförderbandes dieses mit einer horizontalen Bewegung zurückgezogen
wird und eine Ruhestellung einnimmt. Dadurch kann der Wagen außerhalb des Baustellenbereiches
verfahren werden, ohne daß eine zusätzlicher vorgeschalteter Schutzwagen notwendig
ist. Sobald der Wagen den Baustellenbereich erreicht hat, kann er in die Arbeitsstellung
gebracht werden, indem das Übergabeförderband waagrecht ausgefahren wird. In dieser
Arbeitsstellung kann dann das untere Übergabeförderband noch eine Verschwenkbewegung
oder eine Abknickbewegung nach oben ausführen, um in die gewünschte Arbeitsstellung
zu gelangen.
[0013] Eine Alternative hierzu schlägt gemäß Anspruch 8 vor, daß das untere Übergabeförderband
auch um etwa 90° bis 180° in die Ruhestellung zurückgeklappt oder zurückgeknickt werden
kann.
[0014] Eine weitere Weiterbildung schlägt gemäß Anspruch 9 vor, daß das untere ein- und
ausziehbare Übergabeförderband seitlich verschwenkbar ist. Diese seitliche Verschwenkbarkeit
um eine vertikale Achse hat den Vorteil, daß das Material seitlich des Gleises ausgebracht
werden kann.
[0015] Die Weiterbildung gemäß Anspruch 10 schlägt vor, daß das durchgehende Dachförderband
an den beiden Enden entweder nach oben oder nach unten abknickbar ist. Oder es weist
an beiden Enden jeweils ein - zusätzliches - Überbrückungsförderband auf. Durch eine
entsprechende Stellung dieser Übergabeförderbänder oder des abgeknickten Endes des
Dachförderbandes ist es möglich, das Material entweder in die eine Richtung oder in
die andere Richtung im Dachbereich der zusammengekoppelten Wagen zu transportieren.
Diese Bypassförderbänder sind somit im Dachbereich angeordnet. Grundsätzlich ist es
selbstverständlich auch denkbar, die Bypassförderbänder unterhalb des Containers des
Wagens anzuordnen. Bevorzugt ist jedoch die Anordnung der Dachförderbänder im Bereich
des Daches der Container. Zur Vermeidung eines kopfseitigen Überstandes bei einer
Überführung des Wagens zu einer Baustelle ist es weiterhin denkbar, daß das abknickbare
Ende des Dachförderbandes oder das Überbrückungsförderband um etwa 90° bis 180° entweder
nach oben oder nach unten in eine Ruheposition zurückverschwenkt wird.
[0016] Gemäß der Weiterbildung in Anspruch 11 können ein oder mehrere der vorgenannten Dachförderbänder
vorgesehen sein.
[0017] Weiterhin ist es gemäß der Weiterbildung gemäß Anspruch 12 denkbar, daß die Überbrükkungsförderbänder
seitlich verschwenkbar sind, so daß ein seitlicher Austrag des Materials möglich ist.
[0018] Schließlich schlägt die Weiterbildung gemäß Anspruch 13 vor, daß die Übergabeförderbänder
und/oder die Aufnahmeförderbänder und/oder die Dachförderbänder derart steuerbar sind,
daß durch eine entsprechende Positionierung der vorbeschriebenen Förderbänder bei
Materialabwurf der Dachförderbänder auf die darunter befindlichen Übergabeförderbänder
und/oder Aufnahmeförderbänder möglich ist.
[0019] Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Materialförderung im
Gleisbau werden nachfolgend anhand der Zeichnungen beschrieben. In diesen zeigt:
- Fig. 1 a
- eine erste Ausführungsform der Materialförderung mit einer Materialförderung in der
Zeichnung nach links;
- Fig. 1 b
- ein Detailausschnitt der Darstellung in Fig. 1 a;
- Fig. 2a
- eine Darstellung entsprechend der in Fig. 1a, jedoch mit einer entgegengesetzten Materialförderrichtung;
- Fig. 2b
- ein Detailausschnitt der Darstellung in Fig. 2a;
- Fig. 3
- eine kombinierte schematische Darstellung in beide Materialförderrichtungen;
- Fig. 4
- eine weitere schematische Darstellung bezüglich der Verstellbarkeit des Materialflusses
mit einer Materialförderrichtung in der Zeichnung nach links;
- Fig. 5a
- eine weitere Darstellung von zwei benachbarten Wagen mit ausgefahrenen unteren Übergabeförderbändern;
- Fig. 5b
- eine Darstellung entsprechend der in Fig. 5a, jedoch mit eingefahrenen unteren Übergabeförderbänder;
- Fig. 6a
- eine Ansicht des Wagens mit ausgefahrenem unteren Übergabeförderband;
- Fig. 6b
- eine Draufsicht auf das untere Übergabeförderband in einer seitlich verschwenkten
Stellung;
- Fig. 7a
- eine zweite Ausführungsvariante der Vorrichtung zur Materialförderung im Gleisbau
mit einer Materialförderrichtung nach links;
- Fig. 7b
- eine Darstellung entsprechend der in Fig. 7a, jedoch mit umgekehrter Materialförderrichtung;
- Fig. 8a
- eine Schnittdarstellung durch den Materialfördersilowagen in Fig. 7a in einer ersten
Ausführungsvariante;
- Fig. 8b
- eine Darstellung entsprechend der in Fig. 8a in einer zweiten Ausführungsvariante
mit einem doppelten Dachförderband;
- Fig.9a
- eine dritte Ausführungsform der Materialförderung mit einer Materialförderung in der
Zeichnung nach links;
- Fig. 9b
- ein Detailausschnitt der Darstellung in Fig. 9a;
- Fig. 10a
- eine Darstellung entsprechend der in Fig. 9a, jedoch mit einer entgegengesetzten Materialförderrichtung;
- Fig. 10b
- ein Detailausschnitt der Darstellung in Fig. 10a.
[0020] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Materialförderung im Gleisbau weist einen auf
einem Gleis 1 verfahrbaren Wagen 2 auf. Bei der Darstellung in Fig. 1a sind zwei derartige
Wagen 2 zusammengekoppelt. Links und rechts können weitere Wagen 2 vorgesehen sein.
[0021] Jeder Wagen 2 weist auf einem Fahrgestell einen Container 3 auf. Im Bodenbereich
des Wagens 2 befindet sich ein Bodenförderband 4.
[0022] An den beiden Kopfenden des Wagens 2 befindet sich im Anschluß an die beiden Enden
des Bodenförderbandes 4 jeweils ein unteres Übergabeförderband 5. Dieses ist ausgehend
von einer horizontalen Ausgangsstellung nach oben verschwenkbar.
[0023] Im oberen Bereich des Containers 3 befindet sich ein oberes Aufnahmeförderband 6.
In der Ruhestellung ist dieses dabei horizontal im Dachbereich ausgerichtet. In der
Arbeitsstellung ist dieses obere Aufnahmeförderband 6 zum einen nach unten verschwenkt
und zum anderen hin zum Kopfende des Wagens 2 verschoben, wie dies in Fig. 1a erkennbar
ist.
[0024] Die Funktionsweise ist wie folgt:
In der Darstellung in Fig. 1a ist die Materialförderrichtung in der Zeichnung von
rechts nach links. Das Material des rechten Wagens 2 wird mittels des Bodenförderbandes
4 nach links transportiert und auf das untere Übergabeförderband 5 dieses rechten
Wagens 2 übergeben. Dieses untere Übergabeförderband 5 ist dabei etwas nach oben verschwenkt.
[0025] Beim linken Wagen 2 ist das gegenüberliegende obere Aufnahmeförderband 6 zum einen
in der Zeichnung nach rechts verschoben und zum anderen mit seinem freien auskragenden
Ende nach unten verschwenkt, so daß das freie Ende dieses oberen Aufnahmeförderbandes
6 unterhalb der Abwurfstelle des unteren Übergabeförderbandes 5 des rechten Wagens
2 zu liegen kommt. Das untere Übergabeförderband 5 des rechten Wagens 2 gibt somit
das Material dem oberen Aufnahmeförderband 6 des linken Wagens 2 auf. Mit diesem Aufnahmeförderband
6 wird das Material dann nach oben ins Innere des Containers 3 befördert, von wo aus
das Material dann in diesen Container 3 abgeworfen wird.
[0026] Fig. 2a zeigt die gleichen Wagen wie in Fig. 1a, jedoch ist die Materialförderrichtung
umgedreht, also in der Zeichnung von links nach rechts. Wie erkennbar ist, befinden
sich die bezüglich Fig. 1 a dort verschwenkten Förderbänder, nämlich das untere Übergabeförderband
5 sowie das obere Aufnahmeförderband 6 in der horizontalen Ausgangsstellung. Hingegen
sind die korrespondierenden anderen Förderbänder, nämlich im linken Wagen 2 das untere
Übergabeförderband 5 und im rechten Wagen 2 das obere Aufnahmeförderband 6 verschwenkt,
so daß eine Übergabe des Materials vom linken Wagen 2 auf den rechten Wagen 2 erfolgen
kann. Auch hier ist der Materialfluß in Fig. 2b angedeutet.
[0027] Fig. 3 und Fig. 4 zeigen schematische Darstellungen. Dabei sind in Fig. 3 beide Materialförderrichtungen
gezeigt, nämlich mit den durchgezogenen Linien in der Zeichnung von rechts nach links
und mit der gestrichelten Linie in der Zeichnung von links nach rechts. Bei der Darstellung
in Fig. 4 ist die Materialförderrichtung von rechts nach links.
[0028] Fig. 5a zeigt nochmals in einer vergrößerten Darstellung den Übergangsbereich zwischen
zwei Wagen 2. Dabei ist erkennbar, daß die beiden unteren Übergabeförderbänder 5 der
Wagen 2 ausgefahren sind. Diese Position wird im Baustellenbereich verwendet.
[0029] Da aber bei einer Transportfahrt außerhalb des Baustellenbereiches die beiden unteren
Übergabeförderbänder 5 nicht auskragen dürfen, werden sie gemäß Fig. 5b zu diesem
Zweck eingefahren.
[0030] Fig. 6a und 6b zeigen nochmals das untere Übergabeförderband 5,in einer Weiterbildung.
Dabei ist in Fig. 6b erkennbar, daß das untere Übergabeförderband 5 nicht nur nach
oben verschwenkbar ist, sondern auch um eine vertikale Achse seitlich verschwenkbar
ist.
[0031] Fig. 7a zeigt eine weitere Ausführungsform der Wagen 2. Der Unterschied zu den Wagen
in Fig. 1a besteht darin, daß zusätzlich noch ein oder mehrere Dachförderbänder 7
vorgesehen sind, welche sich im Dachbereich des Containers 3 in Längsrichtung des
Wagens 2 erstrekken. Endseitig weist das Dachförderband 7 jeweils ein Überbrückungsförderband
8 auf. Diese Überbrückungsförderbänder 8 sind jeweils ausgehend von einer horizontalen
Ausgangsstellung nach unten verschwenkbar (vom Grundprinzip her könnten sie auch nach
oben verschwenkbar sein).
[0032] Die Funktionsweise ist wie folgt:
Fig. 7a zeigt die Materialförderrichtung von rechts nach links. Dies bedeutet, daß
das Überbrückungsförderband 8 auf der linken Seite des rechten Wagens 2 horizontal
ausgerichtet ist, während das rechte Überbrückungsförderband 8 des linken Wagens 2
nach unten verschwenkt ist, so daß die Abwurfstelle des rechten Überbrückungsförderbandes
8 oberhalb des linken Überbrückungsförderbandes 8 liegt. Dadurch ist ein durchgehender
Materialtransport von Wagen 2 zu Wagen 2 möglich.
[0033] Fig. 7b zeigt die umgekehrte Materialförderrichtung in der Zeichnung von links nach
rechts. Die Stellungen der Übergabeförderbänder 8 sind dabei im Vergleich zu Fig.
7a umgekehrt.
[0034] Eine Variante des Wagens 2, wie er in den Fig. 7a und 7b dargestellt ist, sieht vor,
daß der Wagen 2 nur am einen Kopfende ein Übergabeförderband 5 aufweist, nicht aber
auch am anderen Kopfende. Dieses Übergabeförderband 5 am einen Kopfende ist dabei
entsprechend den Übergabeförderbändern 5 ausgebildet, wie sie in den Ausführungsbeispielen
zuvor beschrieben worden sind. Sie sind also zum einen verschwenkbar und zum anderen
in der horizontalen Stellung in Richtung Wagenmitte verfahrbar.
[0035] Die Funktionsweise bei nur einem Übergabeförderband 5 ist dabei wie folgt:
[0036] Im Bereich der Bodenförderbänder 4 sowie der Übergabeförderbänder 5 wird ein Material
erster Art transportiert, insbesondere neu einzubauendes Material. Indem nur am einen
Kopfende ein Übergabeförderband 5 vorgesehen ist, ist dadurch nur eine Transportrichtung
möglich.
[0037] Die Dachförderbänder 4 transportieren in die entgegengesetzte Richtung, und zwar
ein Material zweiter Art. Es kann sich dabei um das Material handeln, welches auf
der Gleisstrecke ausgebaut worden ist. Dieses ausgebaute Material wird in den Wagen
2 des Wagenverbundes abgeworfen, welche durch den Einbau des neuen Materials frei
geworden sind. Es handelt sich hier somit um eine Art rollierendes System, bei dem
das in den Wagen 2 befindliche neue Material sukzessive zu der Einbaustelle transportiert
wird, während das ausgebaute alte Material an das Ende des Wagenverbundes mittels
der Dachförderbänder 4 transportiert und dort abgeworfen wird. Das abgeworfene alte
Material rückt dann sukzessive weiter.
[0038] Fig. 8a zeigt einen Querschnitt durch den Wagen 2 in Fig. 7a. Dabei ist erkennbar,
daß ein einziges Förderband 7 vorgesehen ist. Bei der Variante in Fig. 8b sind zwei
zueinander parallele Dachförderbänder 7 vorgesehen. Grundsätzlich ist es denkbar,
daß noch mehr Dachförderbänder 7 (auch mehrstöckig) vorgesehen sein können.
[0039] Eine weitere Ausführungsform in Fig. 9a zeigt eine im Vergleich zu den vorangegangenen
Ausführungsformen vereinfachte Variante. Das Grundprinzip besteht darin, daß zwar
jeder Wagen 2 zwei untere Übergabeförderbänder 5 aufweist, nicht jedoch obere Aufnahmeförderbänder
6. Die unteren Übergabeförderbänder 5 sind dabei im Vergleich zu den vorhergehenden
Ausführungsformen relativ lang ausgebildet. In ihrer Grundstellung sind sie horizontal
ausgerichtet und für den Nichtgebrauch beispielsweise während einer Überführungsfahrt
des Wagens 2 hin zu Wagenmitte zurückgezogen, wie dies in Fig. 9a bei den bezüglich
der Wagen 2 rechten untere Übergabeförderbändern 5 erkennbar ist. Für den Gebrauch
werden diese unteren Übergabeförderbänder 5 zunächst ausgefahren sowie nach oben verschwenkt,
wie dies in Fig. 9a bei den bezüglich der Wagen 2 linken unteren Übergabeförderbändern
5 erkennbar ist. Die Abwurfstelle dieser so nach oben verschwenkten unteren Übergabeförderbänder
5 liegt dabei innerhalb des Containers 3 des jeweils benachbarten Wagens 2.
[0040] Bei dieser Ausführungsform sind somit die einziehbaren untere Übergabeförderbänder
5 hinsichtlich ihrer Länge so ausgelegt, daß man sie als direktes Übergabeförderband
5 für den benachbarten Wagen 2 verwenden kann, ohne daß ein zusätzliches oberes Aufnahmeförderband
6 notwendig ist. Auf diese Art kann man eine reversible Schaltung mit jeweils einem
Übergabeförderband 5 pro Wagenende ermöglichen.
[0041] Die Darstellung in Fig. 10a und 10b zeigt die entgegengesetzte Materialförderrichtung,
nämlich in der Zeichnung von links nach rechts. Die entsprechenden Stellungen der
unteren Übergabeförderbänder 5 sind dabei erkennbar.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Gleis
- 2
- Wagen
- 3
- Container
- 4
- Bodenförderband
- 5
- unteres Übergabeförderband
- 6
- oberes Aufnahmeförderband
- 7
- Dachförderband
- 8
- Überbrückungsförderband
1. Wagen (2) zur Materialförderung im Gleisbau,
wobei mehrere dieser, auf einem Gleis (1) verfahrbaren Wagen (2) zur Aufnahme von
Material hintereinander zu einem Wagenverbund zusammenkoppelbar sind,
mit einem Bodenförderband (4) zur Förderung von Material längs des Bodens des Wagens
(2),
mit einem zwischen zwei benachbarten Wagen (2) vorgesehenen unteren Übergabeförderband
(5) im Bereich des Bodenförderbandes (4) zur Übergabe des Materials von dem Wagen
(2) zum benachbarten Wagen (2) sowie
mit einem durchgehenden Dachförderband (7) im Dachbereich des Wagens (2) zur Übergabe
von Material von dem Wagen (2) zum benachbarten Wagen (2), dadurch gekennzeichnet,
daß der Wagen (2) am Kopfende ein unteres Übergabeförderband (5) aufweist, daß die Bodenförderbänder
(4) der zu dem Wagenverbund zusammengekoppelten Wagen (2) Material einer ersten Art
in eine vorgegebene Richtung transportieren, und zwar in die Richtung, in der das
Übergabeförderband (5) das Material dem benachbarten Wagen (2) aufgibt, und
daß gleichzeitig die Dachförderbänder (4) der zu dem Wagenverbund zusammengekoppelten
Wagen (2) Material einer zweiten Art in die entgegengesetzte Richtung zu der Transportrichtung
der Bodenförderbänder (4) transportieren.
2. Wagen nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Wagen (2) entweder nur an seinem einen Kopfende oder an beiden Kopfenden ein
unteres Übergabeförderband (5) aufweist.
3. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das untere Übergabeförderband (5) derart ansteuerbar und betätigbar ist, daß es
ausgehend von einer horizontalen Ausgangsstellung nach oben in eine Abwurfstellung
zur Übergabe des Materials an den benachbarten Wagen (2) verschwenkbar oder abknickbar
ist.
4. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Wagen (2) am Kopfende das untere Übergabeförderband (5) im Bereich des Bodenförderbandes
(4) sowie weiterhin ein oberes Aufnahmeförderband (6) aufweist, wobei das untere Übergabeförderband
(5) sowie das obere Aufnahmeförderband (6) unabhängig voneinander derart ansteuerbar
und betätigbar sind,
daß das untere Übergabeförderband (5) ausgehend von einer horizontalen Ausgangsstellung
nach oben verschwenkbar oder abknickbar und das obere Aufnahmeförderband (6) des benachbarten
Wagens (2) ausgehend von einer horizontalen Ausgangsstellung nach unten verschwenkbar
ist, so daß das Abwurfende des unteren Übergabeförderbandes (5) in vertikaler Richtung
gesehen oberhalb des nach unten verschwenkten Endes des oberen Aufnahmeförderbandes
(6) liegt.
5. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bodenförderband (4) mit seinem Abwurfende in vertikaler Richtung gesehen oberhalb
des unteren Übergabeförderbandes (5) liegt.
6. Wagen nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das obere Aufnahmeförderband (6) zusätzlich zu seiner Verschwenkbarkeit nach unten
in Längsrichtung des Wagens (2) verschiebbar ist.
7. Wagen nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das untere Übergabeförderband (5) in seiner horizontalen Stellung in Richtung Wagenmitte
zurückverfahrbar ist.
8. Wagen nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das untere Übergabeförderband (5) ausgehend von seiner horizontalen Stellung um
etwa 90° bis 180° zurückverschwenkbar oder zurückknickbar ist.
9. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das untere Übergabeförderband (5) seitlich verschwenkbar ist.
10. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dachförderband (7) an den beiden Enden derart jeweils nach oben oder nach unten
abknickbar ist oder ein nach oben oder nach unten verschwenkbares Überbrükkungsförderband
(8) aufweist,
daß sich die Enden der Dachförderbänder (7) bzw. der Überbrückungsförderbänder (8)
benachbarter Wagen (2) in vertikaler Richtung gesehen überlappen.
11. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein oder mehrere, zueinander parallele Dachförderbänder (7) vorgesehen sind.
12. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Überbrückungsförderband (8) seitlich verschwenkbar ist.
13. Wagen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die unteren Überbrückungsförderbänder (8) und/oder die oberen Aufnahmeförderbänder
(6) und/oder die Dachförderbänder (7) derart verstellbar sind, daß durch eine entsprechende
Position eine Materialabgabe von den Dachförderbändern (8) auf die darunter befindlichen
Förderbänder durchführbar ist.