[0001] Die Erfindung betrifft einen Transformator zur Transformation zwischen Mittel- und
Niederspannung mit Stufenschaltung.
[0002] DE 10 102 310 C1 offenbart einen Transformation gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0003] Energieverteilnetze sind insbesondere durch die Impedanzen der Netzkomponenten und
durch wechselnde Lasten Spannungsschwankungen unterworfen. Es ist erstrebenswert,
die Schwankungen so gering wie möglich zu halten. Dafür werden bei Transformatoren
zwischen Hoch- und Mittelspannung Stufenschalter verwendet. Der Stufenschalter gleicht
die bei Belastungsänderungen auftretenden Spannungsschwankungen aus, indem er das
Übersetzungsverhältnis ändert. Zu diesem Zweck ist zumindest eine der Wicklungen des
Transformators mit einer Reihe von Anzapfungen versehen, die von einem Wählermechanismus
elektrisch angebunden werden können. Weiterhin ist ein Lastumschalter vorgesehen,
der die Umschaltung zwischen zwei Wählerpositionen unterbrechungsfrei auch unter Last
vornimmt. Ein Windungskurzschluss wird vermieden, indem der Stromfluss kurzzeitig
über Widerstände gezwungen wird.
[0004] Es ist möglich, dass in der Zukunft die Energieversorgung im Vergleich mit der heutigen
Situation dezentraler erfolgt. Das heißt, die Stromerzeugung findet näher zum Verbraucher
als heute in einer größeren Zahl von jeweils kleineren Anlagen statt. Solche Anlagen
sind beispielsweise Photovoltaikanlagen, Windkraftwerke und Biomasse-Kraftwerken oder
auch kleinere Blockheizkraftwerke. Kleinere Kraftwerke sind wegen der eher umsetzbaren
Kraft-Wärme-Kopplung zumindest prinzipiell sehr vorteilhaft. Wenn der erzeugte Strom
nicht direkt abgenommen werden kann, ist eine Einspeisung vom Niederspannungsnetz
in das Mittelspannungsnetz erforderlich, um eine verlustarme Übertragung über weite
Strecken zu ermöglichen. Hierzu ist es erforderlich, im Verteilungstransformator ein
variables Übersetzungsverhältnis zur Verfügung zu stellen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen. Transformator zur Transformation
zwischen Mittel- und Niederspannung mit Stufenschaltung anzugeben, der besonders einfach
aufgebaut ist. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Betriebsverfahren
für einen solchen Transformator anzugeben.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Transformator mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben. Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren mit den Merkmalen von Anspruch
8 gelöst.
[0007] Der erfindungsgemäße Trafo weist eine Stufenschaltung auf. Dabei weist eine der Wicklungen
des Trafos, vorzugsweise die niederspannungsseitige Sekundärwicklung, zwei Endanzapfungen
und wenigstens zwei Mittellanzapfungen auf. Weiterhin ist wenigstens eine Schalteinrichtung
zur schaltbaren elektrischen Verbindung von wenigstens einer der Anzapfungen mit einer
Ausgangsleitung des Trafos vorgesehen. Schließlich ist wenigstens eine Halbleiterschaltvorrichtung
vorgesehen, die elektrisch mit der Ausgangsleitung und unmittelbar mit einer der Endanzapfungen
verbunden ist.
[0008] Bevorzugt ist eine erste der Endanzapfungen direkt mit einer ersten Ausgangsleitung
des Trafos verbunden und wird für die Stufenschaltung nicht weiter verändert oder
in spezieller Weise verwendet. Die zweite Endanzapfung am anderen Ende der Wicklung
hingegen wird zusammen mit der oder den weiteren Anzapfungen für die Stufenschaltung
verwendet und die Anzapfungen sind hierzu in komplexerer Weise mit der zweiten Ausgangsleitung
des Trafos verbunden.
[0009] Die Schalteinrichtung umfasst bevorzugt mechanische Schalter, die vorteilhaft einen
besonders geringen Durchlasswiderstand aufweisen, und ermöglicht besonders bevorzugt
ein unabhängiges Zu- und Abschalten von einzelnen Anzapfungen. Dabei verbindet die
Schalteinrichtung zweckmäßig im Wechsel einzelne der Anzapfungen mit der zweiten Ausgangsleitung
des Trafos. Der erfindungsgemäße Trafo weist vorteilhaft einen einfachen und durch
die Halbleiterschalter wartungsarmen Aufbau auf und ermöglicht eine Stufenschaltung
ohne Lastunterbrechung im Mittel- zu Niederspannungsbereich.
[0010] Zweckmäßig, aber nicht zwangsläufig, enthält der Stufenschalter eine Steuerungseinrichtung,
die selbsttätig eine Steuerung der Lastumschaltung vornimmt. Dazu weist die Steuerungseinrichtung
zweckmäßig Mittel auf, die eine Erkennung ermöglichen, wann eine Umschaltung erfolgen
sollte. Beispielsweise kann es sich dabei um Mittel zur Bestimmung von Spannung und/oder
Strom auf der Eingangs- oder Abgangsseite handeln. Durch diese wird ermittelt, ob
eine Umschaltung nötig ist, indem beispielsweise bei erhöhter abgangsseitiger Last
die entsprechende leichte Senkung der Ausgangsspannung detektiert wird. Alternativ
kann die Steuerung der Lastumschaltung auch von außerhalb des Stufenschalters vorgenommen
werden. In diesem Fall weist der Stufenschalter zweckmäßig Mittel auf, die eine Steuerung
von außen ermöglichen. Dabei kann es sich um eine indirekte, beispielsweise digitale
Fernsteuerung handeln, die im Stufenschalter durch eine Steuereinrichtung umgesetzt
wird in die tatsächliche Ansteuerung des Schalters. Es kann sich auch um eine direkte,
analoge Steuerung von außen handeln, die ggfs. sogar ohne interne Steuereinrichtung
erfolgen kann, beispielsweise durch direkte Beaufschlagung eines Aktors des Schaltelements
von außen mit Strom.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Schalteinrichtung nur mit den weiteren Anzapfungen
verbunden ist, also negativ formuliert nicht mit den Endanzapfungen verbunden ist.
Zweckmäßig ist es dann, wenn mehrere weitere Anzapfungen existieren, also mindestens
zwei. Zweckmäßig ist es dann auch, wenn die Halbleiterschaltvorrichtung mit einer
der Endanzapfungen verbunden ist. Dieser Aufbau erlaubt einen besonders vorteilhaften
Betrieb.
[0012] Bei diesem wird, sobald eine Umschaltung nötig erscheint, die Halbleiterschaltvorrichtung
eingeschaltet. Dieses Einschalten erfolgt bevorzugt im Nulldurchgang der Wechselspannung,
wobei zweckmäßig eine Einschaltverzögerung der oder der Halbleiterschalter der Halbleiterschaltvorrichtung
berücksichtigt wird, also beispielsweise eine Zündverzögerung von Thyristoren. Hierdurch
wird ein Spannungssprung vermieden.
[0013] Ist die Halbleiterschaltvorrichtung eingeschaltet, entsteht ein Windungskurzschluss,
da eine direkte Verbindung zwischen einer der weiteren Anzapfung über das Schaltelement,
die Halbleiterschaltvorrichtung zur Endanzapfung besteht. Dadurch bedingt wird sich
in diesem Stromkreis ein Strom aufbauen. Um den Aufbau dieses Stroms abzubremsen,
ist vorzugsweise in Reihe zur Halbleiterschaltvorrichtung eine Induktivität vorgesehen.
Alternativ oder zusätzlich kann zur Begrenzung des Stroms auch ein Widerstandselement
vorgesehen sein.
[0014] Durch die relative Anordnung von der Halbleiterschaltvorrichtung an der Endanzapfung
und des Schaltelements an einer der weiteren Anzapfungen ist der Strom im Windungskurzschlusskreis
dem Laststrom entgegengesetzt. In der Folge wird deshalb ein Zeitpunkt erreicht, an
dem der Strom im Windungskurzschlusskreis den gleichen Betrag annimmt wie der Laststrom
und somit über das Schaltelement so gut wie kein Strom mehr fließt. Anders ausgedrückt,
ist der Laststrom bei diesem Zeitpunkt vollständig zur Halbleiterschaltvorrichtung
kommutiert.
[0015] Dieser Zeitpunkt wird zum Ausschalten der Verbindung durch das Schaltelement verwendet.
Da in der Zeit, in der kein oder sehr wenig Strom über das Schaltelement fließt, auch
dementsprechend wenig Spannung darüber abfällt, ist das Abschalten ohne Lichtbogen
möglich und deshalb besonders schonend für das Schaltelement. Alternativ kann auch
das Öffnen des Schaltelements bereits vor dem Nulldurchgang vorgenommen werden, insbesondere
zu einem Zeitpunkt, zu dem die Halbleiterschaltvorrichtung sicher bereits leitet.
In diesem Fall wird beim Öffnen des Schaltelements ein Lichtbogen entstehen, der jedoch
im Zuge der Stromkommutierung sehr schnell, typischerweise im Bereich von Mikrosekunden,
verlischt, da der Strom über das Schaltelement ja verschwindet. Ist der Lichtbogen
einmal erloschen entsteht er beim Ansteigen der Spannung über das Schaltelement nicht
mehr neu.
[0016] Vorteilhaft ist es, wenn der Trafo Mittel zur Bestimmung eines die Spannung über
das Schaltelement und/oder den Strom durch das Schaltelement repräsentierenden Werts
umfasst, da dann direkt der Zeitpunkt zum Öffnen des Schaltelements bestimmt werden
kann. Dieser Zeitpunkt im oben beschriebenen Betriebsverfahren beispielsweise dann
gegeben, wenn der Strom gerade Null wird. Eine weitere Möglichkeit ist es, das Öffnen
des Schaltelements zu bewirken, wenn der Strom oder die Spannung, insbesondere die
Maximalbeträge davon innerhalb jeder Periode, eine bestimmte Schwelle unterschreitet,
die ein wenig größer als Null ist. Eine weitere Alternativ besteht darin, den Zeitpunkt
für das Öffnen des Schaltelements anhand einer Zeitsteuerung in Abhängigkeit von der
Einschaltzeit der Halbleiterschaltvorrichtung festzulegen, beispielsweise 2 ms nach
dem Einschalten der Halbleiterschaltvorrichtung.
[0017] Nach dem Öffnen durch das Schaltelement trägt die Halbleiterschaltvorrichtung den
Laststrom und der Windungskurzschluss ist aufgehoben.
[0018] Im Folgenden wird das Schaltelement wieder geschlossen, um eine Verbindung mit einer
anderen der weiteren Anzapfungen der Wicklung herzustellen. Auch hierzu ist es vorteilhaft,
wenn ein geeigneter Zeitpunkt für das Schließen der Verbindung gewählt wird. Hierzu
kann beispielsweise ein Zeitpunkt gewählt werden, an dem die Spannung über das Schaltelement
genau der Spannung über die Halbleiterschaltvorrichtung entspricht. Dabei wird davon
ausgegangen, dass durch die Halbleiterschalter bedingt über die Halbleiterschaltvorrichtung
immer eine geringe Spannung abfällt. Beim Schließen des Schaltelements ist es vorteilhaft,
die Schließzeit, die das Schaltelement zum Herstellen des elektrischen Kontakts benötigt,
zu berücksichtigen. Ein Schließen zum besagten Zeitpunkt ermöglicht es, Spannungssprünge
zu vermeiden. Eine alternative Methode besteht darin, das Schließen des Schaltelements
zu bewirken, wenn die Spannung bedingt durch die Netzfrequenz gerade einen Nulldurchgang
zeigt.
[0019] Nachdem das Schaltelement wieder eine elektrische Verbindung hergestellt hat, kann
die Halbleiterschaltvorrichtung abgeschaltet werden bzw. je nach verwendetem Halbleiterschalter
die Zündung aufgehoben werden.
[0020] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist als Halbleiterschalter ein Thyristorkreis
vorgesehen. Vorteilhaft ist, dass dieser selbstabschaltend ist und so eine einfache
Ansteuerung ermöglicht. Der Thyristorkreis besteht bevorzugt aus zwei antiparallel
geschalteten Thyristorelementen, wobei jedes der Thyristorelemente aus einem Thyristor
oder einer parallel und/oder Serienschaltung von Thyristoren besteht. Auch andere
elektrische Bauelemente können gemeinsam mit den Thyristoren verwendet werden.
[0021] Alternativ zu den Thyristoren können als Halbleiterschalter auch abschaltbare Halbleiterschalter
verwendet werden, insbesondere Transistoren, GTOs (Gate Turn-off Thyristor) oder IGCTs
(Integrated Gate Commutated Transistor). Hierdurch wird eine aktive Abschaltung der
Leitung durch den Halbleiterschalter ermöglicht, was wiederum die Zeit des Windungskurzschlusses
durch das geschlossene Schaltelement und den leitenden Halbleiterschalter verkürzt.
[0022] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind Mittel zur Bestimmung des Stroms
im Bereich des Schaltelements oder Halbleiterschalters vorgesehen.
[0023] Bevorzugte, jedoch keinesfalls einschränkende Ausführungsbeispiele für die Erfindung
werden nunmehr anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei sind die Merkmale schematisiert
dargestellt und sich entsprechende Merkmale sind mit gleichen Bezugszeichen markiert.
Die Figuren zeigen dabei im Einzelnen
- Figur 1
- einen ersten Transformator mit durchgehender Sekundär-Wicklung mit Stufenschalter,
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm für die Stufenschaltung mit dem ersten Transformator,
[0024] Die Figuren nehmen Bezug auf Ausführungsbeispiele für Transformatoren. Diese werden
in einer realen Umsetzung zweckmäßig dreiphasig ausgeführt sein. Für eine bessere
Übersichtlichkeit stellen die Figuren aber nur eine einphasige Ausführung dar. Aus
dem gleichen Grund weisen die Stufenschalter in den Ausführungsbeispielen lediglich
drei Einstellungsmöglichkeiten für das Übersetzungsverhältnis auf, während tatsächlich
Stufenschalter oft mehr als drei Übersetzungsverhältnisse einstellen können. Die Erfindung
ist ebenso gut mit mehr als drei Übersetzungsverhältnissen anwendbar. Die Spannung
auf Seite der Primärwicklungen soll beispielhaft 10 kV betragen, während auf der Seite
der Sekundärwicklung eine Spannung 400 V ausgegeben wird.
[0025] Die Figur 1 zeigt dabei einen Transformator 1 mit einer Stufenschaltung. Der Transformator
1 weist neben einer in diesem Ausführungsbeispiel nicht weiter beachtlichen Primärwicklung
eine durchgehende Sekundärwicklung auf. Die durchgehende Sekundärwicklung besteht
aus einem ersten bis vierten Teil 17a...d. Der erste Teil 17a umfasst dabei etwa 70%
der Wicklungslänge der Sekundärwicklung, während der zweite, dritte und vierte Teil
17b...d jeweils ca. 10% der Wicklungslänge umfassen. Die Darstellung in Fig.1 ist
dabei nicht exakt maßstäblich. Aus den relativen Anteilen an der Sekundärwicklung
ergeben sich die einstellbaren Übersetzungsverhältnisse und es ist klar, dass auch
ganz andere Aufteilungen der Sekundärwicklung möglich sind. Die Teile 17a...d werden
definiert durch eine erste, zweite und dritte Anzapfung 2, 3, 4, wobei die erste Anzapfung
2 bei 70% der Wicklungslänge der Sekundärwicklung liegt, die zweite Anzapfung 3 bei
80% der Wicklungslänge der Sekundärwicklung liegt und die dritte Anzapfung 4 bei 90%
der Sekundärwicklung. Mit dem Anfang der Sekundärwicklung ist eine erste Ausgangsleitung
11 des Transformators 1 verbunden. Eine zweite Ausgangsleitung 12 des Transformators
1 ist auf komplexere Weise mit den Anzapfungen 2, 3, 4 verbunden, um die Stufenschaltung
zu realisieren.
[0026] Für die Stufenschaltung ist ein mechanischer Schalter 20 vorgesehen, dessen Mittelanschluss
gemäß Figur 1 mit der zweiten Ausgangsleitung 12 verbunden ist. Der Schalter 20 kann
eine Verbindung zwischen seinem Mittelanschluss und einer ersten, zweiten oder dritten
Verbindung 13, 14, 15 herstellen. Die erste Verbindung 13 verbindet die Anzapfung
2 und einen der Anschlüsse des mechanischen Schalters 20. Die zweite Verbindung 14
verbindet die zweite Anzapfung 3 mit einem weiteren Anschluss des Schalters und die
dritte Verbindung 15 verbindet die dritte Anzapfung 4 mit einem letzten Anschluss
des mechanischen Schalters 20. Dabei ist der Schalter 20 zweckmäßig so ausgestaltet,
dass das Auftrennen und Herstellen der Verbindung zwischen den Anschlüssen unabhängig
voneinander geschehen kann, dass also mehrere mechanische Schaltelemente zusammen
den Schalter 20 bilden.
[0027] Weiterhin besteht zwischen der Endanzapfung 52 der Sekundärwicklung und der zweiten
Ausgangsleitung 12 eine vierte Verbindung 18, die über einen Thyristorkreis 5 führt,
der aus zwei antiparallel geschalteten Thyristoren besteht. Der Aufbau aus zwei Thyristoren
ist hierbei beispielhaft. Je nach erwarteter Belastung kann hier einer der Thyristoren
repräsentierend stehen für jeweils eine Reihenschaltung und/oder Parallelschaltung
aus mehreren tatsächlichen Thyristorelementen. Auch können hier statt der Thyristoren
andere Elemente wie IGBTs, GTOs o.ä. verwendet werden. In Serie zum Thyristorkreis
5 ist eine Induktivität 53 vorgesehen, die der Verzögerung des Stromes im Falle eines
Windungskurzschlusses dient.
[0028] An jeder der Verbindungen 13, 14, 15, 18 sowie im Bereich-des Mittelanschlusses des
Schalters 20 ist ein Messpunkt 7...10 vorgesehen. Weiterhin ist eine Steuerung 6 vorhanden.
Die Steuerung 6 kann die Spannung an den Messpunkten 7...10 ermitteln und anhand der
ermittelten Werte den Thyristorkreis 5 und den Schalter 20 steuern.
[0029] Der Ablauf einer beispielhaften Lastumschaltung mit dem Aufbau gemäß Figur 1 wird
nun anhand von Figur 2 erläutert. Es wird in einem ersten Schritt 21 davon ausgegangen,
dass der mechanische Schalter 20 eine elektrische Verbindung zwischen der zweiten
Ausgangsleitung 12 und der ersten Verbindung 13 herstellt. Ein erster Stromweg 26
führt also von der ersten Ausgangsleitung 11 über den ersten Teil 17a der Sekundärwicklung
und die erste Verbindung 13 zur zweiten Ausgangsleitung 12. Es werden dabei also ca.
70% der Sekundärwicklung verwendet. Die Thyristoren sind nicht gezündet.
[0030] In einem zweiten Schritt 22 wird eine Umschaltung durchgeführt. Dabei schaltet der
mechanische Schalter 20 zwischen seinen Anschlüssen so um, dass anstelle der ersten
Anzapfung 2 die zweite Anzapfung 3 mit der zweiten Ausgangsleitung 12 verbunden wird.
Während der Umschaltung übernimmt der Thyristorkreis 5 den Strom. Dies passiert unterbrechungsfrei,
wobei die genaue Schaltung beispielhaft weiter unten dargestellt wird. Der zweite
Stromweg 27 führt also während der Umschaltung von der ersten Ausgangsleitung 11 über
alle Teile 17a...d der Sekundärwicklung. Weiter führt er über die vierte Verbindung
18 und damit den Thyristorkreis 5 zur zweiten Ausgangsleitung 12. Es wird dabei also
die gesamte Sekundärwicklung verwendet. Sobald der mechanische Schalter 20 umgeschaltet
hat, wird die Zündung des Thyristorkreises 5 beendet.
[0031] Nach dem Umschalten ergibt sich der Zustand, der im dritten Schritt 23 verwendet
wird. Hierbei werden ca. 80% der Sekundärwicklung verwendet und der dritte Stromweg
28 führt von der ersten Ausgangsleitung 11 über den ersten und zweiten Teil 17a, b
der Sekundärwicklung und die zweite Verbindung 14 zur zweiten Ausgangsleitung 12.
[0032] In einem vierten Schritt 24 wird wieder eine Umschaltung durchgeführt. Dabei schaltet
der mechanische Schalter 20 zwischen seinen Anschlüssen so um, dass anstelle der zweiten
Anzapfung 3 die dritte Anzapfung 4 mit der zweiten Ausgangsleitung 12 verbunden wird.
Während der Umschaltung übernimmt wiederum der Thyristorkreis 5 den Strom. Der vierte
Stromweg 29 führt also während der Umschaltung von der ersten Ausgangsleitung 11 über
die gesamte Sekundärwicklung. Weiter führt er über die vierte Verbindung 18 und damit
den Thyristorkreis 5 zur zweiten Ausgangsleitung 12. Sobald der mechanische Schalter
20 umgeschaltet hat, wird die Zündung des Thyristorkreises 5 beendet.
[0033] Nach dem Umschalten ergibt sich der Zustand, der im fünften Schritt 25 verwendet
wird. Hierbei werden 90% der Sekundärwicklung verwendet und der Stromweg führt von
der ersten Ausgangsleitung 11 über den ersten, zweiten und dritten Teil 17a...c der
Sekundärwicklung und die dritte Verbindung 15 zur zweiten Ausgangsleitung 12.
[0034] Weitere Umschaltungen werden analog ausgeführt. Dabei muss der mechanische Schalter
20 nicht zwischen benachbart liegenden Abgriffen 2, 3, 4 umschalten, sondern die Umschaltung
kann zwischen beliebigen der Anzapfungen erfolgen, also beispielsweise direkt von
der ersten Anzapfung 2 zur dritten Anzapfung 4 oder umgekehrt.
[0035] Das Verfahren, mit dem eine Umschaltung vorgenommen wird, soll nun anhand eines Beispiels
genauer erläutert werden. Es wird davon ausgegangen, dass die Steuerung 6 feststellt,
dass eine Umschaltung zwischen zwei der Anzapfungen nötig erscheint. Daraufhin sorgt
die Steuerung für eine Zündung der Thyristoren im Thyristorkreis 5. Der Zeitpunkt
der Zündung wird dabei so gewählt, dass kein Spannungssprung auftritt. Idealerweise
wird dazu ein Zeitpunkt verwendet, der um eine Zeitspanne vor einem Nulldurchgang
der Netzspannung liegt, wobei die Zeitspanne der Zündverzögerung der Thyristoren entspricht.
Dadurch wird erreicht, dass die Thyristoren im Nulldurchgang der Spannung den Laststrom
prinzipiell übernehmen können.
[0036] Wenn die Thyristoren leitend sind, entsteht durch die Verbindung über den Schalter
20 und die Thyristoren ein Windungskurzschluss, in dem ein Teil der Sekundärwicklung
enthalten ist. In diesem Kurzschlusskreis kann ein sehr hoher Strom fließen. Die Einsatzgeschwindigkeit
wird in diesem Ausführungsbeispiel durch die Induktivität 53 begrenzt.
[0037] Durch die relative Anordnung von des Thyristoren an der Endanzapfung 52 und des Schalters
20 an einer der anderen Anzapfungen 2, 3, 4 ist der Strom im Windungskurzschlusskreis
dem Laststrom entgegengesetzt. In der Folge wird deshalb ein Zeitpunkt erreicht, an
dem der Strom im Windungskurzschlusskreis den gleichen Betrag annimmt wie der Laststrom
und somit über den Schalter 20 kein Strom mehr fließt.
[0038] Dieser Zeitpunkt wird zum Ausschalten der Verbindung durch den Schalter verwendet.
Das Öffnen des Schalters wird dabei bevorzugt bereits kurz vor dem erwarteten Nulldurchgang
vorgenommen, insbesondere zu einem Zeitpunkt, zu dem die Thyristoren bereits sicher
leiten. In diesem Fall wird beim Öffnen des Schaltelements ein Lichtbogen entstehen,
der jedoch im Zuge der Stromkommutierung sehr schnell, typischerweise im Bereich von
Mikrosekunden, verlischt, da der Strom über das Schaltelement ja verschwindet. Ist
der Lichtbogen einmal erloschen, entsteht er beim Ansteigen der Spannung über das
Schaltelement nicht mehr neu. Für eine sanfte Umschaltung ist es zweckmäßig, wenn
der Schalter 20 für das Öffnen der Verbindung so angesteuert wird, dass er erst öffnet,
wenn die Thyristoren bereits leitend sind.
[0039] In der Folge transportieren die Thyristoren den Laststrom und durch das Öffnen des
Schalters 20 ist der Windungskurzschluss aufgehoben. Ein Schließen der neuen Verbindung
des Schalters 20 findet bevorzugt in einem natürlichen Nulldurchgang der Netzspannung
statt, um wiederum einen sanften Übergang der Leitung zu erreichen. Da nach dem Schließen
des Schalters 20 wieder ein Eindungskurzschluss existiert, ist es zweckmäßig, die
Zündung der Thyristoren rechtzeitig vor dem Nulldurchgang zu beenden, um ein gleichzeitiges
Leiten der Thyristoren mit dem Schalter 20 zu verhindern.
1. Transformator (1) zur Transformation zwischen Mittel-und Niederspannung mit einer
Stufenschaltung, wobei:
- eine der Wicklungen (17a,...,17d) des Trafos zwei Endanzapfungen (51, 52) und wenigstens
zwei Mittelanzapfungen (2, 3, 4) aufweist,
- wenigstens eine Schalteinrichtung (20) zur schaltbaren elektrischen Verbindung von
einer der Mittelanzapfungen mit einer Ausgangsleitung (12) des Trafos vorgesehen ist
und
- wenigstens eine Halbleiterschaltvorrichtung (5) vorgesehen ist, die elektrisch mit
der Ausgangsleitung verbauden ist dadurch gekennzeichnet, dass die Halbleiterschaltvorrichtung unmittelbar mit einer der Endanzapfungen verbunden
ist.
2. Transformator (1) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem Mittel zur Bestimmung
eines die Spannung über das Schaltelement und/oder den Strom durch das Schaltelement
repräsentierenden Werts vorgesehen sind.
3. Transformator (1) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem Mittel zur Bestimmung
eines die Spannung über die Halbleiterschaltvorrichtung repräsentierenden Werts vorgesehen
sind.
4. Transformator (1) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Schalteinrichtung
(20) mechanische Schalter (20) aufweist.
5. Transformator (1) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem die Halbleiterschaltvorrichtung
(5) zwei antiparallel geschaltete Halbleiterschaltelemente, insbesondere zwei Thyristoren,
umfasst.
6. Transformator (1) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Halbleiterschaltvorrichtung
(5) abschaltbare Halbleiterschaltelemente aufweist, insbesondere Transistoren, GTOs
oder IGCTs.
7. Transformator (1) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, bei dem in Serie zur Halbleiterschaltvorrichtung
(5) eine Induktivität (53) oder ein Widerstand vorgesehen ist.
8. Verfahren zum Betrieb eines Transformator (1) zur Transformation zwischen Mittel-
und Niederspannung mit Stufenschaltung gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, der
eine Halbleiterschaltvorrichtung zur vorübergehenden Aufnahme des Stroms beim Schaltvorgang
einer Schalteinrichtung aufweist, wobei bei einem Schaltvorgang der Schalteinrichtung
ein erster Zeitpunkt bestimmt wird, an dem der Stromfluss durch die Schalteinrichtung
gerade Null wird, und zu diesem Zeitpunkt die Schalteinrichtung geöffnet wird.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, bei dem die Halbleiterschaltvorrichtung kurz vor einem
Nulldurchgang eingeschaltet wird.
10. Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, wobei nach dem Öffnen der Schalteinrichtung ein
zweiter Zeitpunkt bestimmt wird, zu dem die Spannung zwischen der Zielanzapfung der
Schalteinrichtung und der Ausgangsleitung des Trafos der Spannung über die Halbleiterschaltvorrichtung
entspricht, und zu diesem zweiten Zeitpunkt die Schalteinrichtung geschlossen wird.
11. Verfahren gemäß Anspruch 10, bei dem eine Schließdauer des Schaltelements bei der
Bestimmung des zweiten Zeitpunkts berücksichtigt wird.
1. Transformer (1) for transformation between medium-voltage and low-voltage having a
tapping circuit, wherein:
- one of the windings (17a, ..., 17d) on the transformer has two end taps (51, 52)
and at least two centre taps (2, 3, 4),
- at least one switching device (20) is provided for switchable electrical connection
of one of the centre taps to an output line (12) of the transformer, and
- at least one semiconductor switching apparatus (5) is provided, and is electrically
connected to the output line, characterized in that the semiconductor switching apparatus is directly connected to one of the end taps.
2. Transformer (1) according to Claim 1, in which means are provided for determination
of a value which represents the voltage across the switching element and/or the current
through the switching element.
3. Transformer (1) according to one of the preceding claims, in which means are provided
for determination of a value which represents the voltage across the semiconductor
switching apparatus.
4. Transformer (1) according to one of the preceding claims, in which the switching device
(20) has mechanical switches (20).
5. Transformer (1) according to one of the preceding claims, in which the semiconductor
switching apparatus (5) has two semiconductor switching elements, in particular two
thyristors, which are connected back-to-back in parallel.
6. Transformer (1) according to one of the preceding claims, wherein the semiconductor
switching apparatus (5) has semiconductor switching elements which can be turned off,
in particular transistors, GTOs or IGCTs.
7. Transformer (1) according to one of the preceding claims, in which an inductance (53)
or resistance is provided in series with the semiconductor switching apparatus (5).
8. Method for operation of a transformer (1) for transformation between medium-voltage
and low-voltage having a tapping circuit according to one of the preceding claims,
which has a semiconductor switching apparatus for temporarily accepting the current
during the switching process of a switching device, in which case a first time is
defined during a switching process of the switching device, at which the current flow
through the switching device actually becomes zero, and the switching device is opened
at this time.
9. Method according to Claim 8, in which the semiconductor switching apparatus is switched
on shortly before a zero crossing.
10. Method according to Claim 8 or 9, wherein, after the switching device has been opened,
a second time is defined, at which the voltage between the intended tap on the switching
device and the output line of the transformer corresponds to the voltage across the
semiconductor switching apparatus, and the switching device is closed at this second
time.
11. Method according to Claim 10, in which a time period required for the switching element
to close is taken into account when defining the second time.
1. Transformateur (1) de transformation entre la moyenne tension et la basse tension,
comprenant un circuit à gradin, dans lequel :
- l'un des enroulements (17a, ..., 17d) du transformateur a deux prises (S1, S2) d'extrémité
et au moins deux prises (2, 3, 4) moyennes,
- il est prévu au moins un dispositif (20) de commutation pour la liaison électrique
commutable de l'une des prises moyennes à une ligne (12) de sortie du transformateur
et
- il est prévu au moins un dispositif (5) de commutation à semiconducteur, qui est
relié électriquement à la ligne de sortie, caractérisé en ce que le dispositif de commutation à semiconducteur est relié directement à l'une des prises
d'extrémité.
2. Transformateur (1) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel il est
prévu des moyens de détermination d'une valeur représentant la tension aux bornes
de l'élément de commutation et/ou le courant passant dans l'élément de commutation.
3. Transformateur (1) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel il est
prévu des moyens de détermination d'une valeur représentant la tension aux bornes
du dispositif de commutation à semiconducteur.
4. Transformateur (1) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
(20) de commutation a un commutateur (20) mécanique.
5. Transformateur (1) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
(5) de commutation à semiconducteur comprend deux éléments de commutation à semiconducteur
montés tête-bêche, notamment deux thyristors.
6. Transformateur (1) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
(5) de commutation à semiconducteur a des éléments de commutation à semiconducteur
pouvant être déconnectés, notamment des transistors, des GTO ou des IGCT.
7. Transformateur (1) suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel il est
prévu une inductance (53) ou une résistance en série avec le dispositif (5) de commutation
à semiconducteur.
8. Procédé pour faire fonctionner un transformateur (1) de transformation entre une moyenne
tension et une basse tension ayant un circuit à gradin suivant l'une des revendications
précédentes, qui a un dispositif de commutation à semiconducteur pour l'absorption
transitoire du courant lors de l'opération de commutation d'un dispositif de commutation,
dans lequel on détermine, lors d'une opération de commutation du dispositif de commutation,
un premier instant où le flux de courant passant dans le dispositif de commutation
devient exactement égal à zéro et on ouvre le dispositif de commutation à cet instant.
9. Procédé suivant la revendication 8, dans lequel on ferme le dispositif de commutation
à semiconducteur peu avant un passage par zéro.
10. Procédé suivant la revendication 8 ou 9, dans lequel, après l'ouverture du dispositif
de commutation, on détermine un deuxième instant où la tension entre la prise cible
du dispositif de commutation et la ligne de sortie du transformation correspond à
la tension aux bornes du dispositif de commutation à semiconducteur et on ferme le
dispositif de commutation à ce deuxième instant.
11. Procédé suivant la revendication 10, dans lequel on tient compte d'une durée de fermeture
de l'élément de commutation dans la détermination du deuxième instant.