[0001] Die Erfindung betrifft ein Instandsetzungsverfahren zur Instandsetzung eines Verbundpanzerungselements,
mit mehreren Wirkkörpern, sowie ein Reparatur-Set. Die Wirkkörper, insbesondere aus
einem hochharten Material, können in einem Vergussmaterial eingebettet oder über einen
Klebstoff mit einer Grundplatte verklebt sein.
[0002] Verbundpanzerungselemente zum Schutz gegen Geschosse, wie beispielsweise Verbundpanzerplatten
oder flexible Verbundpanzerungsmatten, die aus einem Verbund mehrerer Materialien
bestehen, sind an sich bekannt. Häufig sind Verbundpanzerplatten derart aufgebaut,
dass zwischen zwei insbesondere ebenen und parallelen Plattenelementen hochharte Füllelemente
als Wirkkörper eingebracht werden, welche anschließend mit einer gießfähigen Masse
umgossen werden. Die Wirkkörper können auch in einer Kassette angeordnet sein. Die
Wirkkörper können auch verklebt und insbesondere auf einer Grundplatte angeordnet
sein.
[0003] Verbundpanzerungselemente werden häufig nachträglich als Zusatzpanzerung auf bereits
bestehende Panzerungen beispielsweise eines Kampffahrzeugs aufgebracht, um dem zu
schützenden Objekt eine erhöhte Sicherheit gegen Angriffe zu geben.
[0004] Die
DE 1 578 324 A1 beschreibt eine starre Verbundpanzerplatte, wobei als Füllelemente Kugeln oder Zylinder
aus einem harten keramischen Material verwendet werden. Die Zylinder werden in Reihen
in der Platte in mehreren unterbrochenen Schichten oder Lagen angeordnet, d. h. ihre
Längsachsen liegen im Wesentlichen parallel zur Plattenebene und parallel zueinander.
Die Zylinder und Kugeln sind ferner in einem Abstand voneinander angeordnet. Bei einem
Treffer durch ein ballistisches Geschoss werden die Wirkkörper und das Geschoss zertrümmert.
[0005] Die
DE 10 2005 050 981 A1 beschreibt eine ebene Verbundpanzerptatte zum Schutz vor Geschossen, welche mindestens
eine Lage aus hochharten, stabförmigen Elementen enthält, die in Reihen nebeneinander
in der Platte derart angeordnet sind, dass ihre Längsachsen im Wesentlichen parallel
zur Plattenebene und parallel zueinander liegen, wobei eine Reihe zumindest zwei in
axialer Richtung hintereinander liegende, stabförmige Elemente aufweist, und wobei
die Fugen zwischen den stabförmigen Elementen innerhalb einer Reihe bezüglich der
Fugen zumindest einer benachbarten Reihe in axialer Richtung versetzt angeordnet sind.
[0006] In der
DE 10 2006 053 047 A1 wird eine Verbundpanzerplatte zum Schutz vor Geschossen offenbart, welche mindestens
eine Lage aus Wirkkörpern enthält, die in Reihen nebeneinander in der Platte angeordnet
sind und die in ein Matrixmaterial eingebettet sind, wobei die Wirkkörper einer Reihe
zumindest teilweise durch Stege kettenförmig fest miteinander verbunden sind.
[0007] Die Verwendung von hochharten Wirkkörpern in einem Verbundpanzerungselement hat den
Vorteil, dass bei einem Auftreffen eines Geschosses der oder die Wirkkörper am Auftreffort
zertrümmert werden, wobei die kinetische Energie des Geschosses in eine Zertrümmerungsenergie
umgewandelt wird. Ziel eines Verbundpanzerungselements ist es, auch bei modernen,
hochharten Geschosskernen, insbesondere bei vielen Treffern mit geringem Abstand (sogenannter
"Multi-Hit"), Durchschüsse zu vermeiden.
[0008] Nach einer einmal erfolgten Zertrümmerung eines Wirkkörpers ist die Schutzwirkung
an dieser Stelle des Verbundpanzerungselements stark verringert, so dass das Verbundpanzerungselement
ausgetauscht werden müsste. Der Austausch eines vollständigen Verbundpanzerungselements
ist aber sowohl kostenals auch zeitaufwändig, da gegebenenfalls das Verbundpanzerungselement
nicht an Ort und Stelle verfügbar ist und erst beschafft werden muss, wodurch beispielsweise
das mit dem Verbundpanzerungselement geschützte Fahrzeug ebenfalls nicht zur Verfügung
steht.
[0009] Es ist die Aufgabe der Erfindung ein Verfahren bereitzustellen, durch welches ein
Verbundpanzerungselement, bei dem zumindest ein Wirkkörper durch einen Treffer beschädigt
wurde, derart wieder in Stand zu setzen, dass die Einsatzbereitschaft des Verbundpanzerungselements
insbesondere vor Ort wieder wieder hergestellt wird, sowie Mittel zur Verfügung zu
stellen, durch die eine solche Instandsetzung durchgeführt werden kann.
[0010] Die Erfindung löst die Aufgabe, verfahrensmäßig mit den Merkmalen aus dem Patentanspruch
1. Eine erfindungsgemäße Vorrichtung ist Bestandteil des Patentanspruches 13. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Bestandteil der abhängigen Ansprüche.
[0011] Erfindungsgemäß wird bei der Instandsetzung eines Verbundpanzerungselementes der
beschädigte Defekt-Wirkkörper herausgenommen und an dessen Stelle ein unbeschädigter
Austausch-Wirkkörper eingesetzt. Wenn hierbei der Austausch-Wirkkörper in Form, Größe
und Material identisch mit dem Defekt-Wirkkörper ist, so besteht die Gefahr, dass
die ursprüngliche Schutzwirkung des Verbundpanzerungselementes nicht erreicht wird,
da aufgrund dieser Nachbehandlung eine Unregelmäßigkeit im Verbundsystem nicht zu
vermeiden ist. Des Weiteren kann die Austauschmöglichkeit einzelner Wirkkörper auch
auf Grund von Toleranzüberschneidungen beeinträchtigt sein.
[0012] Um die Schutzwirkung an dieser Stelle zu erhöhen, wird erfindungsgemäß ein Austausch-Wirkkörper
verwendet, der eine erhöhte Schutzwirkung als der Defekt-Wirkkörper aufweist. Somit
kann die Inhomogenität des Verbundsystems durch die Erhöhung der Schutzwirkung des
Austausch-Wirkkörpers ausgeglichen werden, so dass die Schutzwirkung des Verbundpanzerungselementes
verbessert ist. Eine Möglichkeit der Erhöhung der Schutzwirkung besteht darin, dass
der Austausch-Wirkkörper aus einem anderen Material besteht als der Defekt-Wirkkörper.
Der Austausch-Wirkkörper kann beispielsweise eine höhere Härte aufweisen als der Defekt-Wirkkörper.
[0013] Folgende Materialeigenschaften können beispielsweise die Schutzwirkung eines Wirkkörpers
erhöhen:
- höhere Härte,
- höheres Elastizitätsmodul,
- höhere Festigkeit,
- höhere Dichte.
[0014] Die Wirkkörper können aus einem metallischen Werkstoff, wie Stahl, sowie aus Keramik,
wie Aluminiumoxid, Borcarbid oder Siliciumcarbid, bestehen. Falls der Defekt-Wirkkörper
aus Aluminiumoxid besteht, kann der Austausch-Wirkkörper auch aus höherwertigem Aluminiumoxid
höherer Härte bestehen. Auch durch die Verwendung von Wirkkörpern, die aus einem Nano-Material,
beispielsweise einer Nano-Keramik, hergestellt sind, kann eine höhere Schutzwirkung
erreicht werden.
[0015] In der Regel sind Wirkkörper einer erhöhten Schutzwirkung wesentlich teurer als Wirkkörper
einer niedrigeren Schutzwirkung, so dass zur Erreichung eines vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnisses
in Verbundpanzerungselementen bei Erzielung einer ausreichenden Schutzwirkung nicht
die Wirkkörper der höchsten Schutzwirkung verwendet werden. Bei dem Austausch einzelner
Wirkkörper zur Instandsetzung des Verbundpanzerungselementes sind diese Kosten allerdings
sekundär, so dass hierbei auf Wirkkörper einer erhöhten Schutzwirkung zurückgegriffen
werden kann.
[0016] Eine erhöhte Schutzwirkung kann auch dadurch erreicht werden, dass der Austausch-Wirkkörper
eine andere Form oder Größe als der Defekt-Wirkkörper aufweist. Bevorzugt weisen die
Austausch-Wirkkörper eine größere Länge in Schussrichtung auf.
[0017] Nach dem Einsetzen des Austausch-Wirkkörpers kann dieser mit einem Vergussmaterial
vergossen, verklebt oder formschlüssig oder kraftschlüssig verbunden werden, so dass
das Verbundsystem des Verbundpanzerungselementes wieder hergestellt ist. Hierbei kann
das Verguss- oder Klebmaterial das gleiche sein, wie das ohnehin in dem Verbundpanzerungselement
vorliegende Verguss- bzw. Klebmaterial, oder es kann ein Verguss- oder Klebmaterial
verwendet werden, welches eine höhere Schutzwirkung als das Verguss- bzw. Klebmaterial
des Verbundpanzerungselementes aufweist, so dass wiederum die Schutzwirkung des Verbundpanzerungselementes
an dieser Stelle erhöht werden kann. Als Klebverbindung kann eine elastische oder
strukturelle Klebung verwendet werden.
[0018] Die in dem Verbundpanzerungselement angeordneten Wirkkörper sowie der Austausch-Wirkkörper
können pelletförmig, beispielsweise zylinder- oder kugelförmig, ausgestaltet sein
und ansonsten eine beliebige Geometrie aufweisen.
[0019] Es sind vielfältige Ausgestaltungen hinsichtlich des Aufbaus des Verbundpanzerungselementes
und der einzelnen Wirkkörper möglich. In der
DE 10 2005 050 981 A1,
DE 10 2007 050 660 A1,
DE 10 2007 050 658 A1 sowie in der
DE 10 2007 019 392 A1 werden vorteilhafte Ausgestaltungen von Verbundpanzerungsetementen beschrieben, die
auch in vorteilhafter Weise bei der vorliegenden Erfindung angewendet werden können,
so dass diese Ausführungsformen und Kombinationen hiervon mit den entsprechenden Vorteilen
hiermit voll umfänglich einbezogen werden, insbesondere die Ausgestaltung der Geometrie
und Größe der einzelnen Wirkkörper, die Ausgestaltung der Stirnflächen der Wirkkörper,
die verwendeten Materialen der Wirkkörper und des Matrixmaterials, der Maßnahmen zur
Schockdämpfung, die Anordnung und Verbindung der Wirkkörper zueinander und der Aufbau
der Verbundpanzerplatte.
[0020] Ein vorteilhaftes Herstellungsverfahren wird zudem in der
EP 1 959 223 A2 beschrieben, deren Inhalt hiermit voll umfänglich in die vorliegende Anmeldung einbezogen
wird.
[0021] Da durch einen Treffer häufig nicht nur ein Wirkkörper in dem Verbundpanzerungselement,
sondern mehrere benachbarte Wirkkörper beschädigt werden, werden bevorzugt auch diese
mehreren, insbesondere nebeneinander liegenden Defektwirkkörper herausgenommen und
durch einen oder mehrere Austausch-Wirkkörper ersetzt. Es können zur Sicherheit auch
den beschädigten Defekt-Wirkkörpern benachbarte unbeschädigte Wirkkörper ausgetauscht
werden.
[0022] Bevorzugt ist das Instandsetzungsverfahren derart ausgestaltet, dass nach Abschluss
der Instandsetzung der Austausch des Defekt-Wirkkörpers durch den Austausch-Wirkkörper
von außen unsichtbar ist, so dass die gegebenenfalls noch vorliegende verringerte
Schutzwirkung von außen nicht erkennbar ist.
[0023] Zur weiteren Erhöhung der Schutzwirkung im Bereich der Austauschstelle kann eine
zusätzliche Schutzerhöhungsmaßnahme, insbesondere eine Zusatzschutzplatte oder Verstärkungsplatte,
beispielsweise aus Fasermaterial, Metall oder Keramik, eingesetzt werden. Diese kann
zwar zu einer Erhöhung des Gewichtes an dieser Stelle führen, die aber nur lokal begrenzt
und somit hinnehmbar ist. Die Verstärkungsplatte ist bevorzugt aus einem anderen Material
als die Grundplatte gefertigt. Sie kann ferner eine höhere Härte und/oder eine größere
Dicke als die Grundplatte aufweisen.
[0024] Eine Verstärkungsplatte kann außen auf das Verbundpanzerungselement aufgesetzt werden.
Ferner kann, wenn das Verbundpanzerungselement eine Grundplatte aufweist, ein Teil
der Grundplatte im Bereich der Austauschwirkkörper entfernt und durch eine Verstärkungsplatte
ausgetauscht werden, die insbesondere eine erhöhte Schutzwirkung als die Grundplatte
aufweist. Die Grundplatte kann dem zu schützenden Objekt zugewandt sein.
[0025] Die Erfindung umfasst auch ein Verbundpanzerungselement, welches nach dem bereits
beschriebenen erfindungsgemäßen Instandsetzungsverfahren instandgesetzt wurde.
[0026] Ein erfindungsgemäßes Reparatur-Set zur Instandsetzung eines Verbundpanzerungselementes
der bereits beschriebenen Art beinhaltet, vorzugsweise in einem Gehäuse, ein Herausnahme-Mittel
zum Herausnehmen eines beschädigten Defekt-Wirkkörpers, beispielsweise ein Messer
oder ein Beitel, mindestens zwei Austausch-Wirkkörper unterschiedlicher Schutzwirkung
und ein Vergussmaterial. Bevorzugt beinhaltet das Reparatur-Set eine Vielzahl von
Austausch-Wirkkörpern unterschiedlicher Schutzwirkung, das heißt unterschiedlichen
Materials, unterschiedlicher Form und unterschiedlicher Größe, so dass mittels des
Reparatur-Sets eine Vielzahl von Verbundpanzerungselementen instand gesetzt werden
können. Das Verguss- und/oder Klebstoffmaterial kann in Behältern in Form von Ein-
oder Mehrkomponentenklebern oder aushärtendem Material in dem Reparatur-Set angeordnet
sein.
[0027] Zur Erleichterung des Vergießens kann das Reparatur-Set einer Vergussvorrichtung
zum Vergießen eines Austausch-Wirkkörpers mit Vergussmaterial aufweisen, beispielsweise
eine Spritzvorrichtung. Ferner kann das Reparatur-Set Einbring-Mittel, insbesondere
eine Schlagvorrichtung wie einen Hammer, vorzugsweise aus Kunststoff, zum Einbringen
des Austausch-Wirkkörpers in das Verbundpanzerungselement aufweisen.
[0028] Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 9 erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- ein beschädigtes Verbundpanzerungselement in einer Schnittdarstellung;
- Fig. 2
- das Verbundpanzerungselement nach Fig. 1 im reparierten Zustand;
- Fig. 3
- ein Verbundpanzerungselement nach Fig. 1 im reparierten Zustand;
- Fig. 4
- das Verbundpanzerungselement nach Fig. 1 im reparierten Zustand;
- Fig. 5
- einen Wirkkörper;
- Fig. 6
- eine Wirkkörperkette; und
- Fig. 7
- ein Reparatur-Set in einer schematischen Darstellung;
- Fig. 8
- das Verbundpanzerungselement nach Fig. 1 im reparierten Zustand; und
- Fig. 9
- das Verbundpanzerungselement nach Fig. 1 im reparierten Zustand.
[0029] Die Fig. 1 zeigt ein Verbundpanzerungselement 30, bei dem das erfindungsgemäße Verfahren
der Instandsetzung eingesetzt werden kann. Das Verbundpanzerungselement 30 dient zum
Schutz einer Fahrzeugwand 7 vor Geschossen 9.
[0030] Das auf die Fahrzeugwand 7 aufgesetzte Verbundpanzerungselement 30 besteht aus einer
Grundplatte 1, auf der pelletförmig Wirkkörper 2 angeordnet sind. Die Wirkkörper 2
können beispielsweise kugel- oder zylinderförmig mit diversen Stirnflächengeometrien
ausgestaltet sein. Die Wirkkörper 2 werden mit einer Vergussmasse 3 vergossen, beispielsweise
aus Kunststoff, wie Polyurethan, Epoxydharz, Polyester oder Kautschuk, oder mit einem
Klebstoff verklebt.
[0031] Die Wirkkörper 2 können in einer Lage oder in zwei oder mehr Lagen nebeneinander
liegend oder stehend in dem Verbundpanzerungselement 30 angeordnet sein. Ferner können
nicht näher dargestellte verschiedene, beispielsweise dämpfende Schichten 6, vorgesehen
werden. Den Abschluss der Verbundpanzerplatte 30 kann von einer Kassette 23 mit einer
der Grundplatte 1 gegenüberliegenden Abschlussplatte 8 gebildet werden.
[0032] Gemäß Fig. 1 kann verdeutlicht werden, dass bei einem Treffer des Verbundpanzerungselements
30 mit einem Geschoss 9 einzelne Wirkkörper 4 im Bereich des Auftreffortes zertrümmert
werden und somit beschädigt sind. Diese beschädigten Wirkkörper werden als Defekt-Wirkkörper
4 bezeichnet. Ferner kann auch die Fahrzeugwand 7 auf Grund der Schockwirkung des
Geschosses 9 eine Beschädigung wie eine Durchbeulung 24 oder eine Penetration aufweisen.
[0033] Gemäß dem erfindungsgemäßen Instandsetzungsverfahren kann die Verbundpanzerplatte
30 repariert werden. Zunächst werden die Defekt-Wirkkörper 4 mit einem klingenartigen
Herausnahmemittel wie einem Stechbeitel 15 oder einem Messer aus dem Verbundpanzerungselement
30 herausgenommen. An die Stelle der Defekt-Wirkkörper 4 werden gemäß Fig. 2 unbeschädigte
Austausch-Wirkkörper 22 in das Verbundpanzerungselement 30 eingesetzt und mit einer
Vergussmasse 16, 17 vergossen oder mit einem Klebstoff verklebt.
[0034] Der Austausch-Wirkkörper 22 kann hierbei die gleiche Form und Größe wie der Defekt-Wirkkörper
4 aufweisen und aus einem anderen Material mit einer erhöhten Härte hergestellt sein,
so dass sich eine erhöhte Schutzwirkung ergibt. Der Austausch-Wirkkörper kann auch
aus dem gleichen Material wie der Defekt-Wirkkörper 4 hergestellt aber größer sein,
so dass er mehr kinetische Energie eines Geschosses 9 in Zertrümmerungsenergie umwandeln
kann, so dass dadurch eine erhöhte Schutzwirkung erreicht wird.
[0035] Im Vergleich einzelner Werkstoffe wie durchschnittliches Aluminiumoxid, Borkarbid
und Siliciumcarbid weist Aluminiumoxid die niedrigste Härte auf, gefolgt von Siliciumcarbid.
Die höchste Härte weist Borkarbid auf, welche somit eine bessere Schutzwirkung im
Vergleich bietet. Falls die Wirkkörper 2 in dem Verbundpanzerungselement 30 aus Aluminiumoxid
hergestellt sind, kann der Austausch-Wirkkörper 11 aus höherwertigem Aluminiumoxid
oder aus Siliciumcarbid oder aus Borkarbid bestehen, so dass eine erhöhte Schutzwirkung
erreicht wird und das Verbundpanzerungselement an dieser Stelle wieder eine ausreichende
Schutzwirkung aufweist.
[0036] Gemäß der Fig. 3 und 4 können im Bereich der Austausch-Wirkkörper 22 zusätzliche
Schutzerhöhungsmaßen vorgesehen werden.
[0037] Gemäß Fig. 3 wird auch ein Teil der Grundplatte 1 ausgetauscht. Hierzu wird zunächst
das Verbundpanzerungselement 30 vom Fahrzeug 7 abgenommen, so dass die Grundplatte
1 zugänglich ist. Anschließend wird ein Bereich der Grundplatte 1 herausgenommen und
durch eine Verstärkungsplatte 27 als Zusatz-Schutzplatte ersetzt. Diese im Bereich
der Austausch-Wirkkörper 22 liegende Verstärkungsplatte 27 kann eine erhöhte Schutzwirkung
als die Grundplatte 1 aufweisen und beispielsweise aus einem härteren Material bestehen.
Vorteilhaft an dieser Art der Verstärkung ist, dass die Reparatur von außen nicht
erkennbar ist. Die Verstärkungsplatte 27 erstreckt sich nicht nur über die Austausch-Wirkkörper
22 sondern auch über mindestens einen benachbarten, nicht ausgetauschten Wirkkörper
2. Die Verstärkungsplatte 27 hat die gleiche Dicke wie die Grundplatte 1.
[0038] Gemäß Fig. 4 kann auch eine Verstärkungsplatte 28 außen auf die Kassette bzw. die
Abdeckplatte 8 im Bereich der Austausch-Wirkkörper 22 aufgesetzt werden, so dass in
diesem Bereich die Schutzwirkung weiter erhöht wird. Die Verstärkungsplatte 28 als
Zusatz-Schutzplatte erstreckt sich nicht nur über die Austausch-Wirkkörper 22 sondern
auch über mindestens einen benachbarten, nicht ausgetauschten Wirkkörper 2.
[0039] Die Fig. 5 zeigt beispielhaft einen einzelnen Wirkkörper 2 gemäß
DE 10 2005 013 660 A1 mit einer zylindrischen Grundform (Durchmesser d, Höhe h), wobei an einer Stirnfläche
ein Kegel 5 der Höhe l angeordnet ist.
[0040] Die Fig. 6 zeigt beispielhaft eine Wirkkörperkette 20 gemäß der
DE 10 2006 053 047 A1, bei der die einzelnen Wirkkörper 2 über Stegverbindungen 10 miteinander verbunden
sind. Besonders bevorzugt werden auch einzelne Defekt-Wirkkörper 4 durch solche Wirkkörperketten
20 ausgetauscht, da diese vorteilhafte ballistische Eigenschaften aufweisen. Stegverbundene
Defekt-Wirkkörper können auch durch einzelne, nicht stegverbundene Austausch-Wirkkörper
ersetzt werden.
[0041] Die Fig. 7 zeigt schematisch ein erfindungsgemäßes Reparatur-Set 13 bestehend aus
einem Beitel 15 als Herausnahmemittel zum Herausnehmen eines beschädigten Defekt-Wirkkörpers
4. Ferner weist das Reparatur-Set 13 eine Auswahl an mehreren unbeschädigten Austausch-Wirkkörpern
11, 12, 21, 22 verschiedener Größe, verschiedener Form und verschiedenen Materials
und somit verschiedener Schutzwirkung auf. Die Wirkkörper 11 und 22 weisen die gleiche
Geometrie auf, sie bestehen aber aus unterschiedlichen Materialien.
[0042] Das Reparatur-Set 13 beinhaltet ferner zwei Behälter 16, 17 mit zwei Komponenten
A und B eines zwei Komponentenharzes, welches in einem Mischbehälter 18 zusammengemischt
und über eine spritzenartige Vergussvorrichtung in das Verbundpanzerungselement eingebracht
werden, nachdem die Austausch-Wirkkörper 11, 12, 21, 22 mit einem Hammer 14 als Schlagvorrichtung
in das Verbundpanzerungselement eingebracht worden sind.
[0043] Das Reparatur-Set 13 kann ferner noch eine Klebstoff-Mischpistole, einen Statik-Mischer,
Schutzhandschuhe, Abdeckband, entfettendes Reinigungsmittel, Rührstäbe, Decklack,
Backingmaterial, Linermaterial und eine Anleitung enthalten.
[0044] Durch das Reparatur-Set 13 können eine Vielzahl von Verbundpanzerungselementen vor
Ort repariert werden ohne dass ein größerer Vorrat an Verbundpanzerungselementen angelegt
oder sogar mitgeführt werden müsste.
[0045] Gemäß der Fig. 8 und 9 können im Bereich der Austausch-Wirkkörper 22 zusätzliche,
besondere Schutzerhöhungsmaßen vorgesehen werden, wenn die Fahrzeugwand 7 eine Durchbeulung
24 aufweist. Diese stellt eine Beschädigung der Fahrzeugwand 7 dar.
[0046] Gemäß Fig. 8 wird ein Teil der Grundplatte 1 ausgetauscht. Hierzu wird zunächst das
Verbundpanzerungselement 30 vom Fahrzeug 7 abgenommen, so dass die Grundplatte 1 zugänglich
ist. Anschließend wird ein Bereich der Grundplatte 1 herausgenommen und durch eine
Verstärkungsplatte 25 als Zusatz-Schutzplatte ersetzt. Diese im Bereich der Austausch-Wirkkörper
22 liegende Verstärkungsplatte 25 kann eine erhöhte Schutzwirkung als die Grundplatte
1 aufweisen. Die Verstärkungsplatte 25 erstreckt sich nicht nur über die Austausch-Wirkkörper
22 sondern auch über mindestens den Flächenbereich der Durchbeulung 24. Die Verstärkung
ist von außen nicht sichtbar.
[0047] Gemäß Fig. 9 kann auch eine Verstärkungsplatte 26 außen auf die Kassette bzw. die
Abdeckplatte 8 im Bereich der Austausch-Wirkkörper 22 aufgesetzt werden, so dass in
diesem Bereich die Schutzwirkung weiter erhöht wird. Die Verstärkungsplatte 26 als
Zusatz-Schutzplatte erstreckt sich nicht nur über die Austausch-Wirkkörper 22 sondern
auch über mindestens den Flächenbereich der Durchbeulung 24.
[0048] In nicht dargestellter Weise können auch pilzförmige Wirkkörper, die beispielsweise
in der
EP 1 400 775 B1 dargestellt sind, als Austausch-Wirkkörper verwendet werden.
[0049] Die beschriebenen Schutzmaßnahmen können beliebig miteinander kombiniert werden.
[0050] Das Reparatur-Set 13 kann ferner eine oder mehrere Verstärkungsplatten wie die Verstärkungsplatten
25, 26, 27 und 28 enthalten. Bevorzugt weist das Reparatur-Set eine Auswahl an Verstärkungsplatten
mit verschiedener Größe und/oder Dicke und/oder Material auf. Somit kann vor Ort eine
geeignete Verstärkungsplatte ausgewählt und verwendet werden.
Bezugszeichenliste:
[0051]
- 1
- Grundplatte
- 2
- Wirkkörper
- 3
- Vergussmaterial
- 4
- Defekt-Wirkkörper
- 5
- Stirnfläche eines Wirkkörpers
- 6
- dämpfende Zwischenschicht
- 7
- Fahrzeugwand
- 8
- Deckplatte
- 9
- Geschoss
- 10
- Steg
- 11
- Austausch-Wirkkörper
- 12
- Austausch-Wirkkörper
- 13
- Reparatur-Set
- 14
- Hammer
- 15
- Beitel
- 16
- Vergussmaterial
- 17
- Vergussmaterial
- 18
- Mischbehälter
- 19
- Spritze
- 20
- Wirkkörperkette
- 21
- Austausch-Wirkkörper
- 22
- Austausch-Wirkkörper
- 23
- Kassette
- 24
- Durchbeulung
- 25
- Verstärkungsplatte
- 26
- Verstärkungsplatte
- 27
- Verstärkungsplatte
- 28
- Verstärkungsplatte
- 30
- Verbundpanzerplatte
1. Instandsetzungsverfahren zur Instandsetzung eines Verbundpanzerungselements (30),
insbesondere einer Verbundpanzerplatte, mit mehreren Wirkkörpern (2), dadurch gekennzeichnet, dass ein beschädigter Defekt-Wirkkörper (4) herausgenommen wird und an diese Stelle ein
unbeschädigter Austausch-Wirkkörper (11, 12, 21, 22) einer erhöhten Schutzwirkung
eingesetzt wird.
2. Instandsetzungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Austausch-Wirkkörper (11, 12, 21, 22) aus einem anderen Material als der Defekt-Wirkkörper
(4) besteht.
3. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Austausch-Wirkkörper (11, 12, 21, 22) eine höhere Härte aufweist als der Defekt-Wirkkörper
(4).
4. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Austausch-Wirkkörper (11, 12, 21, 22) eine andere Form und/oder Größe als der
Defekt-Wirkkörper (4) aufweist.
5. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Austausch-Wirkkörper (11, 12, 21, 22) durch ein Vergussmaterial (16, 17) und/oder
ein Klebmaterial mit dem Verbundpanzerungselement verbunden wird.
6. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkkörper (2, 4, 11, 12, 21, 22) pelletförmig sind.
7. lnstandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, insbesondere nebeneinanderliegende, Defekt-Wirkkörper (4) herausgenommen
und durch einen oder mehrere Austausch-Wirkkörper (11, 12, 21, 22) ersetzt werden.
8. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Abschluss der Instandsetzung der Austausch des Defekt-Wirkkörpers (4) durch
den Austausch-Wirkkörper (11, 12, 21, 22) von außen unsichtbar ist.
9. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Austausch-Stelle eine zusätzliche Schutzerhöhungsmaßnahme, insbesondere
eine Verstärkungsplatte (25, 26, 27, 28), eingesetzt wird.
10. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verstärkungsplatte (26, 28) außen auf das Verbundpanzerungselement (30) aufgesetzt
wird.
11. Instandsetzungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbundpanzerungselement (30) eine Grundplatte (1) aufweist, wobei ein Teil der
Grundplatte (1) im Bereich der Austauschwirkkörper (11, 12, 21, 22) entfernt und durch
eine Verstärkungsplatte (25, 27) ausgetauscht wird, die insbesondere eine erhöhte
Schutzwirkung als die Grundplatte (1) aufweist.
12. Verbundpanzerungselement (30), dadurch gekennzeichnet, dass es nach einem der vorhergehenden Ansprüche instandgesetzt wurde.
13. Reparatur-Set zur Instandsetzung eines Verbundpanzerungselements (30), insbesondere
einer Verbundpanzerplatte, bei dem mehrere Wirkkörper (2) in einem Vergussmaterial
(3) eingebettet sind, mit einem Herausnahme-Mittel (15) zum Herausnehmen eines beschädigten
Defekt-Wirkkörpers (4), mit mindestens zwei Austausch-Wirkkörpern (11, 12, 21, 22)
unterschiedlicher Schutzwirkung und mit einem Vergussmaterial (16, 17).
14. Reparatur-Set nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Vergussvorrichtung (19) zum Vergießen eines Austausch-Wirkkörpers (11, 12,
21, 22) mit dem Vergussmaterial aufweist.
15. Reparatur-Set nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass es Einbring-Mittel (13), insbesondere eine Schlagvorrichtung, zum Einbringen des
Austausch-Wirkkörpers (11, 12, 21, 22) in das Verbundpanzerungselement (30) aufweist.