[0001] Die Erfindung bezeichnet ein Tragenmodul zur Bewegung einer Patiententrage zwischen
einer Patientenlagerungsposition in einer Patientenaufnahmeposition und umgekehrt.
[0002] In gepanzerten Sanitäts-Fahrzeugen sind die Platzverhältnisse generell sehr eingeschränkt,
und die zu transportierenden Patienten müssen oft in nischenartigen Raumbereichen
innerhalb des Fahrzeugs untergebracht werden. Darüber hinaus besteht typischerweise
ein beträchtliche Höhendifferenz zwischen Verladeebene (z.B. Erdboden) und Patientenlagerungsposition
im Fahrzeug.
[0003] Die
DE 2620939 A1 beschreibt ein Krankentragen-Lagerungsgestell mit schwenkbarer und teleskopierbarer
Führungsschiene zur Führung einer eine Krankentrage aufnehmende Unterbühne.
[0004] Die
DE 2200814 B beschreibt ein Gestell für eine Krankentrage, wobei ein die Krankentrage aufnehmender
Gestellrahmen sich beim Ausfahren über einen am Gestellrahmen angelenkten Stützlenker
in Längsführungsbahnen abstützt.
[0005] Die
DE 1541315 A beschreibt eine um eine Querachse kippbare Tragenbühne, wobei die Kippbewegung mittels
eines Gestänges erzeugt und durch federnde Mittel unterstützt wird.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Tragenmodul für eine Patiententrage zu schaffen,
mit der eine sichere und für den Patienten schonende Verladung der Patiententrage
möglich ist, insbesondere bei engen Platzverhältnissen und großem Höhenunterschied
zwischen Verladeebene und Patientenlagerungsposition.
[0007] Diese Aufgabe wird mit dem Tragenmodul gemäß Patentanspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0008] Mit dem erfindungsgemäßen Tragenmodul ist es möglich eine Patiententrage, beladen
mit einer Person, insbesondere in ein Fahrzeug, zu verladen. Hierbei kann eine Höhendifferenz
zwischen Verladeebene/Boden und Fahrzeug ausgeglichen werden. Das Verladen ist selbst
bei beengten Platzverhältnissen innerhalb des Fahrzeugs möglich, wenn z.B. an den
Seiten der Patientenlagerungsposition Fahrzeugaufbauten vorhanden sind. Letztendlich
reicht eine Zugänglichkeit in einer Raumrichtung bereits für die Verladung der Patiententrage
aus.
[0009] Die erfinderische Lösung zeichnet sich durch ein einfach handhabbares und sicheres
Bedienkonzept aus. Sie kann außerdem als Leichtbaukonstruktion ausgeführt werden.
[0010] Neben der bereits erwähnten Verladung eines Patienten in ein zivilen oder militärischen
Fahrzeug kann das erfindungsgemäße Tragenmodul aber auch in sonstigen Situationen
verwendet werden, in denen die genannten Verhältnisse (beengte Raumverhältnisse, großer
Höhenunterschied) relevant sind, z.B. auch beim Verwundetentransport in einem mobilen
Shelter oder Container.
[0011] Die Erfindung wird anhand eines konkreten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf
Fig. näher erläutert: Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Tragenmodul (ohne Patiententrage) in vier verschiedenen Zuständen
der Entfaltung in Seitenansicht und in Draufsicht;
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Tragenmodul in den vier in Fig. 1 dargestellten Zuständen in
Seitenansicht und in Draufsicht, mit Patiententrage;
- Fig. 3
- das erfindungsgemäße Tragenmodul in den vier in Fig. 1 oder Fig. 2 dargestellten Zuständen
mit Patiententrage; jeweils in 3D-Darstellung;
- Fig. 4
- ein erfindungsgemäßes Tragenmodul in vier verschiedenen Zuständen der Entfaltung gemäß
der Fig. 1, 2 oder 3, hier für die Patientenverladung in ein Fahrzeug.
Fig. 1 a/2a/3a/4a
[0012] In den 1a/2a/3a/4a ist das erfindungsgemäße Tragenmodul 10 im vollständig zusammengefahrenen
Zustand dargestellt. Das Tragenmodul 10 umfasst als ein wesentliches Element die teleskopierbare
Basiseinheit 9, auf der die Krankentrage 50 (siehe Fig. 2) angeordnet ist. Die Basiseinheit
umfasst eine äußeres 8 sowie ein aus dem äußeren Teleskopelement herausziehbares inneres
Teleskopelement 7 (siehe die folgenden Fig. 1 c/2c/3c/4c). Des Weiteren dient eine
Führungseinrichtung zum Verschieben der teleskopierbaren Basiseinheit. Die Führungseinrichtung
umfasst parallel zur Bewegungsrichtung der Basiseinheit Seitenwangen 5 rechts und
links der Basiseinheit 9 mit darin integrierten Führungsbahnen 51 (siehe Fig. 3b).
Die Seitenwangen 5 sind über die Lagerung 3,4 fest mit dem Fahrzeug verbunden.
[0013] Der der in den Fig. 1 a/2a/3a/4a gezeigte Zustand des Tragenmoduls 10 entspricht
der Patientenlagerungsposition, also dem Zustand vor Beginn (beim Ausladen) bzw. nach
Abschluss (beim Einladen) des Verladevorgangs. Das Tragenmodul ist in diesem Zustand
vollständig innerhalb des Fahrzeugs (Fig. 4a) angeordnet. In diesem Zustand ist das
Tragenmodul bzw. dessen beweglichen Teile durch Bolzen gegen Bewegungen in alle Raumrichtungen
gesichert. Bolzen 1 verriegelt das vordere Aufnahmeelement 20 der Trage. Bolzen 2
verriegelt das hintere Aufnahmeelement 15 der Trage 50 und zusätzlich die Basiseinheit
9 in den Seitenwangen 5.
Fig. 1 b/2b/3b/4b
[0014] Um die Position des Tragenmoduls in Figur 2 zu erreichen, muss die Basiseinheit 9
nach hinten (Definition hinten/vorne siehe Fig. 1a ― in der Anwendung im Fahrzeug
gemäß Fig. 4 bedeutet hinten aus dem Fahrzeug heraus) verschoben werden. Zunächst
muss die Verriegelung 32 betätigt werden, Diese zieht die Bolzen 2 aus den Seitenwangen
5 heraus. Die Bolzen 2 verriegeln aber weiterhin das Aufnahmeelement 15 der Patiententrage.
Nun kann die Basiseinheit 9, in dem an dem Handgriff 12 gezogen wird, nach hinten
verschoben werden. Geführt wird die Basiseinheit 9 dabei über eine vordere Lagerung
29, die in der Führungsbahn 51 (siehe Fig. 3b) der Seitenwangen 5 entlang rollt, und
über eine Welle 30, auf der die Basiseinheit 9 aufliegt. Die Führungsbahn 51 in der
Seitenwange 5 ist so gestaltet, dass durch das Verhältnis vordere Lagerung 29 zu Welle
30 sich die Basiseinheit 9 beim Herausziehen nach unten absenkt und somit die Position,
wie sie in den Fig. 1c/2c/3c/4c dargestellt ist, erreicht. Der genaue Verlauf der
Absenkung der Trage 50 kann durch den Verlauf der Führungsbahn 51 relativ zur Position
der Welle 30 festgelegt werden. Die Führungsbahn 51, wie sie in der 3D-Darstellung
der Fig. 3b dargestellt ist, weist zum Beispiel drei im Wesentlichen geradlinige Teilpassagen
auf. In ihrer Wellen-fernen Teilpassage weist sie einen horizontalen Verlauf auf (dessen
Höhenniveau leicht über der Höhe der Welle 30 liegt), geht aber dann in einen linear
ansteigenden Bereich über. Das bedeutet, je näher beim Herausziehen der Basiseinheit
9 die vordere Lagerung 29 der Welle 30 kommt, je größer wird der in vertikaler Richtung
gemessene Abstand zwischen der Lagerung und der Welle 30. In den 1 b/2b/3b/4b befindet
sich die Basiseinheit 9 weiterhin im nicht teleskopierten Zustand, d.h. das innere
Teleskopelement 7 (Fig. 1c) befindet sich noch vollständig im äußeren Teleskopelement
8 (Fig. 1 c).
Fig. 1 c/2c/3b/4c
[0015] Um die Position des Tragenmoduls in Fig. 1c/2c/3c/4c zu erreichen, müssen die Rastbolzen
22 betätigt werden. Jetzt kann das innere Teleskopelement 7 zusammen mit der Trage
50 und den zugehörigen Tragenaufnahmeelementen 15,20 aus dem äußeren Teleskopelement
8 der Basiseinheit 9 herausgefahren werden. Das äußere Teleskopelement 8 ist geschlitzt
ausgeführt, so dass die beiden Tragenaufnahmeelemente 15,20 beim Ausfahren des inneren
Teleskopelements 7 darin laufen können. Beim Hereinfahren verriegeln die Rastbolzen
22 das innere Teleskopelement 7 automatisch. Beim Herausfahren des inneren Teleskopelements
7 fährt das vordere Tragenaufnahmeelement 20 aus der Verriegelungskulisse 11 heraus
und entriegelt die Bolzen 1 automatisch. Beim Hereinfahren erfolgt durch die Verriegelungskulisse
11 ebenso automatisch eine Verriegelung. Durch die Entriegelung steht der vordere
Fuß der Trage nur noch im 20 Tragenaufnahmeelement, ist aber nicht mehr durch die
Bolzen 1 gesichert. Das innere Teleskopelement 7 erreicht beim Herausfahren seine
Endlage durch einen Endanschlag.
Fig. 1 d/2d/3d/4d
[0016] Um die Position des Tragenmoduls in Figur 1d/2d/3d/4d zu erreichen, muss die Verriegelung
32 (siehe Fig. 1 a) des hinteren Tragenaufnahmeelements 15 vollständig geöffnet werden.
Die Bolzen 2 werden in die Mitte des hinteren Tragenaufnahmeelements 15 gezogen und
geben den Fuß der Trage 50 hinten frei. Die Trage kann nun aus dem hinteren Tragenaufnahmeelement
15 herausgehoben werden. In dem die Trage 50 nach hinten bewegt/getragen wird, läuft
das vordere Tragenaufnahmeelement 20, in dem immer noch die vorderen Füße der Trage
50 stehen, in dem geschlitzen innerer Teleskopelement 7 nach unten, bis er auf eine
Dämpfung in dem hinteren Tragenaufnahmeelement 15 prallt. Damit ist die Trage 50 in
der Patientenaufnahmeposition, in der sie be- und entladen werden kann, angekommen.
[0017] Beim Einfahren des Tragenmoduls wird in umgekehrter Reihenfolge vorgegangen.
1. Tragenmodul (10) zur Bewegung einer Patiententrage (50) zwischen einer Patientenlagerungsposition
in einer Patientenaufnahmeposition und umgekehrt, mit folgenden Merkmalen:
- eine teleskopierbare Basiseinheit (9) für die Aufnahme der Patiententrage (50),
- eine Führungseinrichtung (5,29,51) für die teleskopierbare Basiseinheit (9), die
für die Basiseinheit (9) im nicht teleskopierten Zustand der Basiseinheit (9) eine
Zwischenposition zwischen Patientenlagerungsposition und Patientenaufnahmeposition
ermöglicht, in welcher bezogen auf die Patientenlagerungsposition neben einer horizontalen
Positionsänderung der Patiententrage (50) zusätzlich eine Änderung der Neigung der
Patiententrage (50) erzielt wird;
- die Patientenlagerungsposition aus der Zwischenposition der Basiseinheit (9) heraus
durch Teleskopieren der Basiseinheit (9) erreicht wird.
2. Tragenmodul nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungseinrichtung für die teleskopierbare Basiseinheit eine erste Lagerung
(29) umfasst, welche in parallelen Führungsbahnen (51) beidseits der Basiseinheit
geführt wird, sowie eine zweite Lagerung, die aus einer Welle (30) besteht, über welche
die Basiseinheit (9) verschiebbar ist.
3. Tragenmodul nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsbahnen (51) in einem wellennahen Bereich einen ansteigenden Verlauf aufweisen.
4. Tragenmodul nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zwischenposition zwischen Patientenlagerungsposition und Patientenaufnahmeposition
bezogen auf die Patientenlagerungsposition eine horizontale Positionsänderung der
Krankentrage (50) erzielt wird, die im Wesentlichen der Länge der Patiententrage (50)
entspricht.
5. Tragenmodul nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der teleskopierbaren Basiseinheit (9) im Wesentlichen der Länge der Patiententrage
(50) entspricht.
6. Tragenmodul nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Basiseinheit aus einem inneren (7) und einem äußeren (8) Teleskopelement (8)
besteht.
7. Tragenmodul nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das äußere Teleskopelement (8) der Basiseinheit (9) geschlitzt ist, wobei in den
Schlitzen Aufnahmeelemente (15,20) der Patiententrage (50) beim Teleskopieren laufen.
8. Tragenmodul nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das innere Teleskopelement (7) der Basiseinheit (9) geschlitzt ist, wobei in den
Schlitzen zumindest ein Aufnahmeelement (20) für die Patiententrage (50), welches
lösbar an dem inneren Teleskopelement (7) angeordnet ist, beweglich ist.
9. Tragenmodul nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Basiseinheit (9) eine Verriegelungskulisse (11) umfasst, mit der beim Teleskopieren
eine selbsttätige Entriegelung mindestens eines Aufnahmeelements (20) für die Patiententrage
(50) erfolgt, so dass die Patiententrage (50) vom Aufnahmeelement (20) abnehmbar ist.