[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum ergonomischen Sortieren
von Gegenständen in zwei Sortierläufen, insbesondere von flachen Postsendungen.
[0002] Ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 11 sind aus
US 2006/0259186 A1 bekannt.
[0003] In
US 2006/0259186 A1 wird eine Sortieranlage beschrieben, die in mehreren Sortierläufen Postsendungen
sortiert. Fig. 1 zeigt diese Sortieranlage 1. Ein Vereinzeler 2 vereinzelt die Postsendungen.
Ein Lesegerät 3 liest die jeweilige Adresse auf der Postsendung. Anschließend werden
die Postsendungen in Fächer ("bins") eines "injection carrousel 4" eingeschossen und
gelangen danach in Fächer ("bins 5") eines weiteren "carrousel 6". In jedem Sortierausgang
gelangen die Postsendungen in jeweils einen "tray". Fig. 2 veranschaulicht den ersten
Sortierlauf. Im Schritt 26 wird für eine Postsendung ein Sortierausgang ("sort outlet")
ausgewählt, wofür ein Sortierplan für den ersten Sortierlauf verwendet wird. Im Schritt
28 wird die Postsendung in den ausgewählten Sortierausgang ausgeschleust und gelangt
in den jeweiligen Behälter. Im Schritt 29 wird diejenige Reihenfolge unter internen
Kennungen von Postsendungen abgespeichert, welche die Reihenfolge der Postsendungen
im Sortierausgang beschreibt. Fig. 3 veranschaulicht den zweiten Sortierlauf. Im Schritt
32 wird für die Postsendung ein Sortierausgang ausgewählt, wofür ein Sortierplan für
den zweiten Sortierlauf verwendet wird. Im Schritt 34 wird die Postsendung E1 zum
ausgewählten Sortierausgang transportiert und dort in einen Behälter verbracht. Im
Schritt 35 wird der Füllstand nach Ausschleusen von E1 in einem solchen Behälter gemessen.
Im Schritt 36 wird der gemessene Füllstand mit einer Schranke S1 verglichen. Falls
der Füllstand oberhalb von S1 liegt, so wird der gefüllte Behälter auf jeden Fall
durch einen leeren Behälter ersetzt. Falls der Füllstand unter S1, aber oberhalb einer
Schranke S2 liegt (Schritt 38), so wird geprüft, ob noch genügend Zeit vorhanden ist,
um den gefüllten Behälter durch einen leeren Behälter zu ersetzen (Schritte 39, 40).
Diese Zeit hängt davon ab, wann die nächste Postsendung E2 und wann die übernächste
Postsendung E3 in denselben Sortierausgang gelangen. Für diese Prüfung wird der Abstand
unter Platzziffern von Postsendungen in der zuvor bestimmten Reihenfolge verwendet.
Bei Bedarf wird das Ausschleusen der Postsendung E2 oder auch E3 in den gefüllten
Behälter unterbunden, bis der gefüllte Behälter durch einen leeren Behälter ersetzt
wurde (Schritt 43), Abschnitt [0044]). Möglich ist auch, dass die Postsendung E2 oder
die Postsendung E3 in ein Überlauffach ausgeschleust werden. Die Füllstände lassen
sich bereits vor dem zweiten Sortierlauf vorhersagen, weil im ersten Sortierlauf die
Dicken der Postsendungen gemessen wurden und die Reihenfolge bekannt ist, in der die
Postsendungen im zweiten Sortierlauf die Sortieranlage durchlaufen, vgl. Abschnitt
[0052].
[0004] In
EP 0948416 B1 wird ein Sortierverfahren beschrieben. Bei diesem Sortierverfahren werden Postsendungen
gemäß ihren Zustelladressen sortiert. Eine Reihenfolge unter den möglichen Sortieradressen
wird vorgegeben. Die Postsendungen durchlaufen in einem ersten und in zwei weiteren
Sortierläufen die Sortieranlage. Nach dem ersten und nach dem zweiten Sortierlauf
werden die Postsendungen erneut der Sortieranlage zugeführt. In jedem Sortierlauf
wird jeweils ein Sortierplan verwendet. Der jeweilige Sortierlauf für jeden weiteren
Sortierlauf wird erst nach dem ersten Sortierlauf generiert. Für dieses Generieren
wird im ersten Sortierlauf gezählt, wie viele Postsendungen jeweils an welche Zustelladresse
zuzustellen sind. Diese Zählergebnisse werden ausgewertet, um einen Sortierplan für
jeden weiteren Sortierlauf zu generieren, welcher eine optimierte Belegung der Ausgabeeinrichtungen
gewährleistet.
[0005] In
WO 02/00362 A2 werden eine Sortieranordnung und ein Sortierverfahren zum Sortieren von Postsendungen
in einem einzigen Sortierlauf ("single pass") beschrieben. Jeweils einem Gebiet mit
möglichen Zustellpunkten ist eine Sortieranlage mit mehreren Ausgabeeinrichtungen
("bins") und einem Lesegerät zugeordnet. Mehrere derartige Sortieranlagen sind zu
der Sortieranordnung verbunden.
[0006] In einer Ausgestaltung von
WO 02/00362 A2 besitzt eine Sortieranlage neben den Ausgabeeinrichtungen ("bins") noch Zwischenspeicher
("cells 402"), wobei die Zwischenspeicher 402 in einem "cell rack" angeordnet sind,
vgl. Fig. 4. Jedem Zwischenspeicher 402 sind mögliche Zustellpunkte sowie ein maximaler
Füllstand zugeordnet. Ist ein Zwischenspeicher 402 bis zum maximalen Füllstand gefüllt,
so wird eine weitere Postsendung, die eigentlich in diesen Zwischenspeicher 402 gelangen
soll, in einen Überlauf-Zwischenspeicher ("overflow cell 402a") geleitet. Dieser Überlauf-Zwischenspeicher
402a ist mit dem eigentlich vorgesehenen Fach 402 logisch verbunden. Ein Regler ("control
unit 112") ordnet einem Zwischenspeicher 402 während des Sortierens dann ein Überlauf-Zwischenspeicher
402a zu, wenn während des Sortierlaufs der Zwischenspeicher 402 gefüllt ist und eine
weitere Postsendung eigentlich in diesem Zwischenspeicher 402 gelangen soll. Einem
Anlagenbediener wird signalisiert, in welchem Zwischenspeicher 402, 402a Postsendungen
für ein bestimmtes Zustellpunktgebiet ausgeschleust worden sind.
[0007] In
EP 785828 B1 werden zwei Ausführungsformen beschrieben, wie eine Sortieranlage flache Postsendungen
gemäß vorgegebener Sortierklassen in verschiedene Ausgabeeinrichtungen sortiert.
[0008] In der ersten Ausführungsform von
EP 785828 B1 sind alle Ausgabeeinrichtungen in einem Strang angeordnet. Falls einer Sortierklasse
mehrere Ausgabeeinrichtungen zugeordnet sind, so werden Gegenstände dieser Sortierklasse
zunächst in eine erste zugeordnete Ausgabeeinrichtung ausgeschleust, bis diese Ausgabeeinrichtung
einen vorgegebenen Füllstand erreicht. Anschließend werden Gegenstände in eine zweite
zugeordnete Ausgabeeinrichtung ausgeschleust und so fort. Danach werden alle Ausgabeeinrichtungen
entleert.
[0009] In der zweiten Ausführungsform von
EP 785828 B1 sind die Ausgabeeinrichtungen auf zwei Stränge aufgeteilt. Jeder Sortierklasse ist
jeweils eine Ausgabeeinrichtung des ersten und des zweiten Strangs zugeordnet. Die
Gegenstände einer Sortierklasse werden abwechselnd in den ersten und in den zweiten
Strang ausgeschleust.
[0010] Die in
EP 785828 B1 beschriebenen Sortierverfahren berücksichtigen nicht die Tatsache, dass Ausgabereihen
einer Sortieranlage häufig unterschiedlich gut zugänglich sind.
[0011] In
US 2008/0000817 A1 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Sortieren von flachen Postsendungen
beschrieben. Verwendet wird eine Sortieranlage mit zwei Gruppen von Ausgabeeinrichtungen
("mail bins"), nämlich eine Gruppe mit Ausgabeeinrichtungen hoher Kapazität ("larger
capacity bins") und eine Gruppe mit Ausgabeeinrichtungen geringer Kapazität ("smaller
capacity bins"), vgl. Fig. 2 und Fig. 4. Ein Lesegerät ("reader device 112") liest
den ZIP-Code auf jeder Postsendung. Eine "reader database 120" enthält die Zielpunkte
("delivery point identifiers") auf einer Postsendung. Eine "bin configuration database
128" enthält die jeweilige Abmessung jeder Ausgabeeinheit ("bin dimensional data").
Ein Sortierplan ("sort scheme") legt fest, welche Ausgabeeinrichtungen größer und
welche Ausgabeeinrichtungen kleiner Kapazität in einem Sortierlauf zur Verfügung stehen.
[0012] Um eine Menge von Postsendungen zu sortieren, werden diese Postsendungen in Gruppen
unterteilt. Die Postsendungen einer Gruppe sind alle an demselben Bereich von Zielpunkt
adressiert, z. B. abhängig vom ZIP-Code, vgl. Fig. 4. Gezählt wird, wie viele Postsendungen
sich jeweils in welcher Gruppe befinden. Nunmehr wird der Sortierlauf für das Sortieren
durchgeführt, und hierfür wird vorab ein Sortierplan generiert ("Schritt 308"). Den
verfügbaren Ausgabeeinrichtungen hoher Kapazität, deren Anzahl mit "highCapacityCount"
bezeichnet wird, werden Gruppen von Postsendungen zugeordnet. Reichen die verfügbaren
Ausgabeeinrichtungen hoher Kapazität nicht für alle Gruppen aus, so werden weitere
Gruppen auf Ausgabeeinrichtungen niedriger Kapazität aufgeteilt (Schritt 318).
[0013] Die Ausgestaltung, die Gruppen von Postsendungen zu zählen und anschließend auf Ausgabeeinrichtungen
unterschiedlicher Kapazitäten aufzuteilen, reduziert die Anzahl von "mail sweeps",
das sind Rücktransporte von Postsendungen von einer Ausgabeeinrichtung zu einer Zuführeinrichtung.
Weil die Gruppen vor dem Aufteilen gezählt werden, ist gewährleistet, dass eine Gruppe
vollständig in die ausgewählte Ausgabeeinrichtung ("bin") passt.
[0014] In
US 2007/0119757 A1 wird eine Sortieranlage mit mehreren Reihen von Ausgabeeinrichtungen beschrieben.
In einer Ausgestaltung grenzen zwei Reihen von Ausgabeeinrichtungen "Rücken an Rücken"
aneinander, vgl. Fig. 7 und Fig. 7a. In einer Fortbildung sind die Reihen von Ausgabeeinrichtungen
in mehreren übereinander liegenden Ebenen angeordnet, vgl. Fig. 8 und Fig. 8a. Die
Ausgabeeinrichtungen können in Gruppen von Ausgabeeinrichtungen mit unterschiedlichen
Kapazitäten aufgeteilt sein.
[0015] In
WO 2005/051556 A2 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, um Postsendungen in zwei Sortierläufen
auf Gangfolge genau zu sortieren. Für jeden Sortierlauf wird jeweils ein Sortierplan
verwendet.
[0016] In
US 6,501,041 B2 wird eine Sortieranlage für Postsendungen mit zwei Reihen von Sortierendstellen beschrieben.
Zwischen den beiden Reihen von Sortierendstellen erstreckt sich ein Sortiermechanismus.
[0017] In
DE 10303979 B3 wird ebenfalls eine Sortieranlage mit zwei parallelen Reihen von Sortierendstellen
beschrieben.
[0018] Die Sortieranlage von
US 7,080,739 B2 weist zwei übereinander liegende Reihen von Sortierendstellen auf, wobei die Reihen
schräg zueinander versetzt sind.
[0019] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
11 bereitzustellen, welche die Gefahr reduzieren, dass im ersten Sortierlauf ein Gegenstand
nicht in eine zugeordnete Ausgabeeinrichtung ausgeschleust werden kann, weil diese
Ausgabeeinrichtung voll ist, ohne hierfür spezielle Überlauffächer verwenden zu müssen,
die nicht zum Sortieren verwendet werden.
[0020] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den
Unteransprüchen angegeben.
[0021] Lösungsgemäß sortiert eine Sortieranlage Gegenstände nach mindestens einem vorgegebenen
Sortierattribut. Möglich ist, nach mehreren Sortierattributen zu sortieren.
[0022] Die Sortieranlage besitzt mehrere Ausgabeeinrichtungen, in welche die Sortieranlage
jeweils mehrere Gegenstände auszuschleusen vermag. Diese Ausgabeeinrichtungen sind
auf eine erste Ausgabe-Gruppe und mindestens eine zweite Ausgabe-Gruppe aufgeteilt.
Möglich ist, dass es mehr als zwei Ausgabe-Gruppen gibt. Jede Ausgabeeinrichtung der
Sortieranlage zu genau einer Ausgabe-Gruppe gehört.
[0023] Die Gegenstände durchlaufen in einem ersten Sortierlauf und mindestens einem nachfolgenden
weiteren Sortierlauf die Sortieranlage. Im ersten Sortierlauf wird ein erster rechnerverfügbarer
Sortierplan verwendet, in jedem weiteren Sortierlauf jeweils ein weiterer rechnerverfügbarer
Sortierplan. Jeder rechnerverfügbare Sortierplan ordnet mindestens jedem auftretenden
Sortierattribut-Wert jeweils mindestens eine Ausgabeeinrichtung zu. Möglich ist, dass
ein Sortierplan jedem möglichen Sortierattribut-Wert jeweils mindestens eine Ausgabeeinrichtung
zuordnet.
[0024] Die Sortieranlage führt in jedem Sortierlauf jeweils folgende Schritte durch:
- Für jeden Gegenstand ermittelt die Sortieranlage, welchen Wert das vorgegebene Sortierattribut
für diesen Gegenstand annimmt.
- Die Sortieranlage schleust jedem Gegenstand abhängig vom jeweils ermittelten Sortierattribut-Wert
in eine Ausgabeeinrichtung aus.
- Für die Entscheidung, in welche Ausgabeeinrichtung die Sortieranlage einen Gegenstand
ausschleust, wendet die Sortieranlage den für diesen Gegenstand ermittelten Sortierattribut-Wert
und den jeweiligen Sortierplan an. Die Sortieranlage schleust jeden Gegenstand in
jedem Sortierlauf in eine solche Ausgabeeinrichtung aus, die der Sortierplan für diesen
Sortierlauf dem Sortierattribut-Wert des Gegenstands zuordnet.
[0025] Die Sortieranlage hat im ersten Sortierlauf bei manchen Gegenständen die Auswahl
zwischen mehreren Ausgabeeinrichtungen, weil der erste Sortierplan dem Sortierattribut-Wert
des Gegenstands mehrere Ausgabeeinrichtungen zuordnet. Die Sortieranlage schleust
im ersten Sortierlauf einen Gegenstand immer dann in eine vom ersten Sortierplan zugeordnete
Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe aus, wenn in dieser Ausgabeeinrichtung
der ersten Ausgabe-Gruppe noch genügend Platz ist. Dies heißt: Die Sortieranlage hat
vor dem Ausschleusen festgestellt, dass der aktuelle Füllstand in dieser Ausgabeeinrichtung
auch nach dem Ausschleusen des Gegenstands unter einer für diese Ausgabeeinrichtung
vorgegebenen Füllstands-Schranke liegen wird.
[0026] Nach dem ersten Sortierlauf wird jeder Gegenstand, den die Sortieranlage in eine
Ausgabeeinrichtung (AE1, ..., AE4, ...) ausgeschleust hat, erneut der Sortieranlage
zugeführt. Dieser erneut zugeführte Gegenstand durchläuft die Sortieranlage in dem
mindestens einen weiteren Sortierlauf. Möglich ist, dass ein Gegenstand dreimal oder
noch häufiger der Sortieranlage zugeführt wird.
[0027] Jeder Sortierplan umfasst jeweils mehrere Mengen von auftretenden Sortierattribut-Werten.
Jede Sortierattribut-Werte-Menge umfasst jeweils mindestens einen Sortierattribut-Wert.
Der Sortierplan ordnet allen Sortierattribut-Werten einer Sortierattribut-Werte-Menge
dieselbe Ausgabeeinrichtung oder dieselben Ausgabeeinrichtungen zu. Die Sortierattribut-Werte-Mengen
können von Sortierplan zu Sortierplan differieren.
[0028] Der erste Sortierplan umfasst mindestens eine Sortierattribut-Werte-Menge. Diese
mindestens eine Sortierattribut-Werte-Menge hat folgende Eigenschaft: Der erste Sortierplan
ordnet jedem Sortierattribut-Wert dieser Sortierattribut-Werte-Menge
- sowohl dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe
- als auch dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung der zweiten Ausgabe-Gruppe
zu. Möglich ist, dass der erste Sortierplan jedem Sortierattribut-Wert dieselben zwei
oder noch mehr Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe und/oder dieselben Ausgabeeinrichtungen
der zweiten Ausgabe-Gruppe zuordnet.
[0029] Jeder weitere Sortierplan ordnet jedem auftretenden Sortierattribut-Wert dieser Sortierattribut-Werte-Menge
jeweils mindestens eine Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe zu. Dieser weitere
Sortierplan wird in einem bestimmten weiteren Sortierlauf verwendet. Möglich ist,
dass der weitere Sortierplan zwei verschiedenen Sortierattribut-Werten dieser Sortierattribut-Werte-Menge
verschiedene Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe zuordnet. Der weitere Sortierplan
ordnet keinem der auftretenden Sortierattribut-Werten dieser Sortierattribut-Werte-Menge
eine Ausgabeeinrichtung der zweiten Ausgabe-Gruppe zu.
[0030] Lösungsgemäß werden im ersten Sortierlauf vorrangig die Ausgabeeinrichtungen der
ersten Ausgabe-Gruppe benutzt. Ein Gegenstand gelangt nämlich immer dann in eine zugeordnete
Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe, wenn diese Ausgabeeinrichtung noch nicht
bis zur Füllstands-Schranke gefüllt ist. Diese Füllstands-Schranke kann gleich der
maximalen Aufnahmekapazität der Ausgabeeinrichtung sein oder auch darunter liegen.
[0031] Falls die zugeordnete Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe hingegen gefüllt
ist, so wird der Gegenstand in die zugeordnete Ausgabeeinrichtung der zweiten Ausgabe-Gruppe
ausgeschleust und nicht in ein Überlauffach, das nicht zum Sortieren verwendet wird.
[0032] Die Erfindung spart auch die Notwendigkeit ein, bei einem vollen Fach der ersten
Ausgabe-Gruppe während des ersten Sortierlaufs eine zusätzliche Ausgabeeinrichtung
zu allokieren, so wie dies in
WO 02/00362 A2 beschrieben wird ("dort als overflow cells 402a" bezeichnet).
[0033] Die Erfindung spart die Notwendigkeit ein, vorab die Reihenfolge zu bestimmen, in
der die Gegenstände in einem weiteren Sortierlauf die Sortieranlage durchlaufen. Aufgrund
von Störungen oder Fehlbedienungen kann die tatsächliche Reihenfolge abweichend von
einer berechneten Reihenfolge. Die Erfindung ermöglicht es, erfordert es aber nicht,
in einem weiteren Sortierlauf einen Gegenstand zu identifizieren, nachdem dieser Gegenstand
im ersten Sortierlauf die Sortieranlage durchlaufen hat. Dieses Identifizieren wäre
erforderlich, wenn Platzziffern in einer Reihenfolge unter Gegenständen im weiteren
Sortierlauf verwendet werden würden.
[0034] Die Erfindung spart die Notwendigkeit ein, während eines weiteren Sortierlaufs quasi
in Echtzeitberechnungen durchführen zu müssen, z. B. um festzustellen, ob ein gefüllter
Behälter im laufenden Betrieb durch einen leeren Behälter ersetzt werden kann oder
ob das Ausschleusen unterbrochen werden muss. Zum Sortieren werden die gemessenen
Sortierattribut-Werte sowie die vorgegebenen Sortierpläne benötigt, aber nicht weitere
Informationen, insbesondere nicht eine Reihenfolge unter Platzziffern. Die Sortierpläne
lassen sich "offline" vorab erzeugen. Möglich ist auch, lediglich den ersten Sortierplan
vorab zu generieren und nach dem ersten Sortierlauf jeden weiteren Sortierplan zu
generieren. Auch jeder weitere Sortierplan lässt sich vor dem jeweiligen weiteren
Sortierlauf generieren, also nicht während eines Sortierlaufs.
[0035] Die Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe lassen sich ergonomisch und/oder
prozesstechnisch optimiert anordnen, so dass ein rasches und bequemes Entladen ermöglicht
wird. Beispielsweise lassen die Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe sich
an die Griffhöhe eines Anlagenbedieners und/oder an eine Bearbeitungshöhe eines Handhabungsautomaten
anpassen.
[0036] Die Erfindung bietet außerdem folgenden Vorteil: Wenn eine Sortieranlage Gegenstände
in mehreren Sortierläufen sortiert, so ist es oft erforderlich, nach einem Sortierlauf
die Ausgabeeinrichtungen in einer bestimmten Zuführ-Reihenfolge zu entleeren und die
Gegenstände in diese Zuführ-Reihenfolge wieder der Sortieranlage zuzuführen. Die Gegenstände
aus der ersten Ausgabeeinrichtung der Zuführ-Reihenfolge sind als erstes der Sortieranlage
zuzuführen, dann die Gegenstände der zweiten Ausgabeeinrichtung und so fort. Eine
Vermischung von Gegenständen aus verschiedenen Ausgabeeinrichtungen beim Zuführen
ist zu vermeiden. Diese Zuführ-Reihenfolge ist von einem Anlagenbediener oder einem
Handhabungsautomaten einzuhalten. Wird die Zuführ-Reihenfolge nicht eingehalten, so
kann das Sortieren zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
[0037] Die Gefahr von Fehlern beim erneuten Zuführen wird deutlich reduziert, wenn alle
zu entleerenden Ausgabeeinrichtungen gemäß dieser Zuführ-Reihenfolge angeordnet sind.
Dank der Erfindung ist es möglich, sowohl die Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe
als auch die Ausgabeeinrichtungen der zweiten Ausgabe-Gruppe gemäß dieser Zuführ-Reihenfolge
anzuordnen. Würde die Sortieranlage hingegen erst während des ersten Sortierlaufs
und bei Bedarf eine weitere Ausgabeeinrichtung allokieren, d. h. einem Sortierattribut-Wert
zuordnen, so lässt sich die Zuführ-Reihenfolge nicht berücksichtigen. Dank der Erfindung
ist es hingegen möglich, eine privilegierte erste Ausgabe-Gruppe und mindestens eine
weitere Ausgabe-Gruppe vorzusehen und dennoch alle Ausgabeeinrichtungen gemäß der
Zuführ-Reihenfolge anzuordnen.
[0038] Diese Ausgestaltung ermöglicht es, die Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe
ergonomisch anzubringen, so dass ein Anlagenbediener oder ein Handhabungsautomat gut
die Gegenstände aus den Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe entnehmen können.
Beispielsweise befinden sich alle Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe in
einer Ebene, die in einer guten Griffhöhe für einen erwachsenen Menschen liegt.
[0039] Die mindestens eine Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe und die mindestens
eine Ausgabeeinrichtung der zweiten Ausgabe-Gruppe, die im ersten Sortierplan derselben
Sortierattribut-Werte-Menge zugeordnet sind, bilden zusammen eine logische Sortierendstelle.
Ermöglicht wird es, diese mindestens zwei Ausgabeeinrichtungen einer logischen Sortierendstelle
dicht beieinander anzubringen, z. B. übereinander. Dies erleichtert es, nach dem ersten
Sortierlauf die Ausgabeeinrichtungen gemäß einer vorgegebenen Zuführ-Reihenfolge zu
entleeren und die Gegenstände gemäß dieser Zuführ-Reihenfolge der Sortieranlage für
einen nachfolgenden weiteren Sortierlauf zuzuführen.
[0040] Lösungsgemäß steht im weiteren Sortierlauf für mindestens einen auftretenden Sortierattribut-Wert
einer Sortierattribut-Werte-Menge nur eine Ausgabeeinrichtung der privilegierten Ausgabe-Gruppe
zur Verfügung. Die Ausgabeeinrichtungen der zweiten Ausgabe-Gruppe lassen sich im
weiteren Sortierlauf für Gegenstände mit anderen Sortierattribut-Werten verwenden
oder auch für weitere zu sortierende Gegenstände. Diese Ausgestaltung ermöglicht es,
im weiteren Sortierlauf die Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe maximal
auszunutzen, ohne Ausgabeeinrichtungen der zweiten Ausgabe-Gruppe als Reserve vorrätig
zu halten. Insbesondere werden keine Überlauffächer benötigt. Denn der weitere Sortierplan
lässt sich vorzugsweise erst nach dem ersten Sortierlauf generieren, wofür im ersten
Sortierlauf gezählt wird, wie viele Gegenstände welchen Sortierattribut-Wert aufweisen.
Diese Zählergebnisse werden verwendet, um den weiteren Sortierplan so zu generieren,
dass die Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe maximal ausgenutzt werden.
Hierfür lässt sich zum Beispiel ein Verfahren anwenden, das in
EP 0948416 B1 beschrieben wird.
[0041] Vor dem ersten Sortierlauf braucht nicht bekannt zu sein, wie viele Gegenstände jeweils
welchen Sortierattribut-Wert annehmen. Diese Information lässt sich vielmehr im ersten
Sortierlauf gewinnen. Die Erfindung benötigt die Information vor allem deshalb nicht
vor dem ersten Sortierlauf, weil die Ausgabeeinrichtungen der zweiten Ausgabe-Gruppe
im ersten Sortierlauf als Reserve bereitstehen. Die Ausgabeeinrichtungen der zweiten
Ausgabe-Gruppe werden aber nur bei Bedarf befüllt, nämlich wenn die jeweils zugeordnete
Ausgabeeinrichtung der ersten Ausgabe-Gruppe gefüllt ist.
[0042] Ein Sortierverfahren mit mehreren Sortierläufen wird dann angewendet, wenn es mehr
mögliche oder auch mehr tatsächlich auftretende Sortierattribut-Werte gibt, als die
Sortieranlage Ausgabeeinrichtungen hat. Damit nach dem Sortieren eine vorgegebene
Reihenfolge unter den Gegenständen hergestellt wird, werden die Gegenstände nach dem
ersten Sortierlauf gemäß einer vorgegebenen Werte-Reihenfolge wieder der Sortieranlage
zugeführt. Diese Werte-Reihenfolge legt eine Reihenfolge unter den Sortierattribut-Werte-Mengen
des ersten Sortierplans fest. Die Werte-Reihenfolge führt zu einer Zuführ-Reihenfolge
unter den Ausgabeeinrichtungen.
[0043] Nicht erforderlich ist es, beim Zuführen unter den Gegenständen aus derselben Ausgabeeinrichtung
eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten. Dank der Erfindung ist es möglich, den ersten
Sortierplan so zu erzeugen, dass die erzeugte Zuführ-Reihenfolge mit einer Reihenfolge
übereinstimmt, in der die Ausgabeeinrichtungen in der Sortieranlage angeordnet sind,
die erste Ausgabe-Gruppe als privilegierte Ausgabe-Gruppe zu verwenden und dennoch
zu vermeiden, dass ein Gegenstand in ein Überlauffach ausgeschleust werden muss.
[0044] Vorzugsweise wird eine Menge von Ausgabeeinrichtungen der zweiten Ausgabe-Gruppe
nur im ersten Sortierlauf benutzt, aber in keinem weiteren Sortierlauf. Diese Ausgestaltung
lässt sich insbesondere dann anwenden, wenn zwar alle zu sortierenden Gegenstände
in den Ausgabeeinrichtungen der ersten Ausgabe-Gruppe Platz finden, jedoch nur bei
einer guten Aufteilung der Gegenstände auf diesen Ausgabeeinrichtungen. Diese Aufteilung
zum Zwecke des Sortierens lässt sich erst nach dem ersten Sortierlauf herstellen,
wenn bekannt ist, wie viele Gegenstände jeweils welchen Sortierattribut-Wert aufweisen.
Dies wird dadurch ermöglicht, dass jeder weitere Sortierplan erst nach dem ersten
Sortierlauf generiert wird und für diese Generierung die Information verwendet wird,
wie viele Gegenstände jeweils welchen Sortierattribut-Wert aufweisen. Diese Ausgestaltung
hat den Vorteil, dass eine wenig ergonomisch angeordnete Menge von Ausgabeeinrichtungen
der zweiten Ausgabe-Gruppe nach jedem weiteren Sortierlauf nicht entleert zu werden
braucht. Die Ausgabeeinrichtungen dieser Menge lassen sich für andere Sortieraufgaben
verwenden, die zeitlich parallel zum weiteren Sortierlauf durchgeführt werden.
[0045] Vorzugsweise wird der erste Sortierplan vor dem ersten Sortierlauf generiert und
bleibt während des gesamten ersten Sortierlaufs konstant. Dadurch wird sichergestellt,
dass die Zuführ-Reihenfolge gleich derjenigen Reihenfolge ist, in der die verwendeten
Ausgabeeinrichtungen in der Sortieranlage angeordnet sind. Vermieden wird, dass eine
zusätzliche Ausgabeeinrichtung während des ersten Sortierlaufs allokiert werden muss.
Diese Allokierung führt nämlich in der Regel dazu, dass die Zuführ-Reihenfolge von
der Anordnungs-Reihenfolge abweicht, was zu Fehlern und längeren Verarbeitungszeiten
führen kann.
[0046] Vorzugsweise wird im ersten Sortierlauf gezählt, wie viele Gegenstände jeweils welchen
Sortierattribut-Wert haben. Diese Zählergebnisse werden verwendet, um jeden weiteren
Sortierplan zu generieren. Diese Ausgestaltung ermöglicht es, in jedem weiteren Sortierlauf
vorrangig oder sogar ausschließlich die privilegierten Ausgabeeinrichtungen der ersten
Ausgabe-Gruppe zu verwenden.
[0047] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben. Dabei
zeigen:
- Fig. 1
- schematisch eine Sortieranlage des Ausführungsbeispiels von oben;
- Fig. 2
- schematisch die beiden Reihen R1, R2 von Ausgabeeinrichtungen der Sortieranlage von
Fig. 1 von vorne.
[0048] Im Ausführungsbeispiel wird die Erfindung eingesetzt, um eine bestimmte Menge von
flachen Postsendungen (Standardbriefe, Großbriefe, Postkarten, Kataloge, ...) zu sortieren.
Jede Postsendung ist mit Angaben zu einer Zieladresse versehen, an welche diese Postsendung
zu transportieren ist, oder wird im Verlaufe des Sortierens mit solchen Zieladress-Angaben
versehen. Die Postsendung ist an diese Zieladresse zu transportieren - oder an eine
vorgegebene Nachsendeadresse weiterzuleiten.
[0049] Die Postsendungen sind im Ausführungsbeispiel also flache Gegenstände, die sich stapeln
lassen. Jede Postsendung erstreckt sich in einer Gegenstandsebene und hat eine Vorderseite
und eine Rückseite.
[0050] Im Ausführungsbeispiel sollen die Postsendungen der Mengen auf mindestens eine vorgegebene
Gangfolge ("delivery sequence") eines Zustellers ("carrier") sortiert werden. Jede
Gangfolge legt eine Reihenfolge unter den möglichen Zieladressen ("delivery points")
eines Gebiets fest.
[0051] Die Postsendungen werden mit Hilfe einer Sortieranlage sortiert. Fig. 1 zeigt schematisch
die Sortieranlage des Ausführungsbeispiels von oben. Fig. 2 zeigt schematisch die
beiden Reihen R1, R2 von Ausgabeeinrichtungen der Sortieranlage von Fig. 1 von vorne.
[0052] Die Sortieranlage umfasst im Ausführungsbeispiel
- eine Zuführeinrichtung ZE mit einer Ausrichtvorrichtung und einem Vereinzeler ("singulator"),
- eine Leseeinrichtung LE für Zieladressen,
- eine Ausschleuseinrichtung SG,
- eine Steuerungseinrichtung SE,
- eine Menge von Ausgabeeinrichtungen AE1, AE2, ... und
- vorzugsweise eine Rücktransport-Einrichtung.
[0053] Die Ausgabeeinrichtungen AE1, ..., AE4, ... sind im Ausführungsbeispiel in zwei übereinanderliegenden
Ebenen angeordnet. Die Ausgabeeinrichtungen AE4, AE5, ... der ersten, unteren Ebene
bilden die erste Ausgabe-Gruppe und sind in einer ersten Reihe R1 angeordnet. Die
Ausgabeeinrichtungen AE1, AE2, ... der zweiten, oberen Ebene sind in einer zweiten
Reihe R2 angeordnet. Die erste Reihe R1 fungiert als die privilegierte erste Ausgabe-Gruppe
und ist in einer ergonomischen Griffhöhe von ca. 1 m bis 1,5 m über den Boden angebracht.
Die zweite Reihe R2 fungiert als die zweite Ausgabe-Gruppe.
[0054] Im Ausführungsbeispiel hat die erste Reihe R1 fünf Ausgabeeinrichtungen AE4, ...,
AE8, und die zweite Reihe R2 hat drei Ausgabeeinrichtungen AE1, AE2, AE3. Die beiden
Reihen R1, R2 sind senkrecht oder schräg übereinander angeordnet. Möglich ist, dass
die erste Reihe R1 im Vergleich zur zweiten Reihe R2 vorspringt, um besser erreichbar
zu sein.
[0055] Die erste Ausgabe-Gruppe kann auch aus zwei Reihen von Ausgabeeinrichtungen bestehen,
die von zwei verschiedenen Seiten aus erreichbar sind, oder aus einem Karussell mit
Ausgabeeinrichtungen. Gleiches gilt für die zweite Ausgabe-Gruppe.
[0056] Jede Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... besitzt einen Boden und bevorzugt Seitenwände
und ist dazu ausgestaltet, einen Stapel aufrecht stehender Postsendungen aufzunehmen.
Während des Sortierens wächst dieser Stapel in eine Stapelrichtung, weil die Sortieranlage
weitere Postsendungen in diese Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... ausschleust.
[0057] In einer Ausgestaltung steht der Stapel direkt auf dem Boden und ruht an mindestens
einer Seitenwand der Ausgabeeinrichtung. In einer anderen Ausgestaltung steht ein
Behälter dergestalt auf dem Boden, dass der Behälter an einer Seite geöffnet ist.
Die Postsendungen für diese Ausgabeeinrichtung werden durch die geöffnete Seitenwand
in den Behälter eingestapelt. Möglich ist auch, dass die Postsendungen von oben in
den Behälter eingestapelt werden.
[0058] Die Rücktransport-Einrichtung besitzt z. B. ein Endlos-Förderband Fb. Dieses Endlos-Förderband
Fb befindet sich auf gleicher Höhe wie die untere Ausgabereihe R1 und verbindet die
Ausgabeeinrichtungen AE4, AE5, ... der ersten Reihe R1 mit der Zuführeinrichtung ZE.
Möglich ist auch, mindestens ein Fahrzeug als Rücktransport-Einrichtung zu verwenden.
[0059] Jede Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... besitzt eine maximale Aufnahmekapazität,
nämlich die Abmessung in Stapelrichtung verringert um die Abmessung eines nicht nutzbaren
Raums und evtl. einer Platzreserve. Vorzugsweise haben die Ausgabeeinrichtungen der
ersten Reihe R1 eine größere Aufnahmekapazität als die Aufnahmeeinrichtung der zweiten
Reihe R2. Beispielsweise sind alle Ausgabeeinrichtungen AE4, AE5, ... der ersten Reihe
R1 450 mm tief - gesehen in die Stapelrichtung. Bei einer mittleren Dicke einer Postsendung
von 1,5 mm vermag jede Ausgabeeinrichtung der ersten Reihe R1 durchschnittlich 300
Postsendungen aufzunehmen. Jede Ausgabeeinrichtung AE1, AE2, ... der zweiten, oberen
Reihe R2 ist hingegen nur 350 mm tief und vermag ca. 220 Postsendungen aufzunehmen.
[0060] Jede Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... ist im Ausführungsbeispiel mit einem Füllstands-Sensor
ausgestattet. Der Füllstands-Sensor der Ausgabeeinrichtung misst den aktuellen Füllstand,
also die Dicke des bislang gebildeten Stapels in der Ausgabeeinrichtung. Der Füllstands-Sensor
erzeugt eine Meldung, sobald der aktuelle Füllstand eine vorgegebene Füllstands-Schranke
erreicht oder überschritten hat. Beispielsweise wird eine Meldung erzeugt, wenn der
wachsende Stapel einen Kipphebel erreicht hat und dreht. Oder der Stapel wächst auf
eine Lichtschranke zu, und die Lichtschranke setzt eine Meldung ab, sobald der Stapel
die Lichtschranke unterbricht. Der Füllstands-Sensor kann auch sowohl den Kipphebel
als auch die Lichtschranke umfassen.
[0061] Vorzugsweise setzt der Füllstands-Sensor eine Frei-Meldung ab, wenn der aktuelle
Füllstand noch unter der Füllstands-Schranke liegt. Dadurch "weiß" eine zentrale Steuerung
der Sortieranlage, dass der Füllstands-Sensor intakt ist.
[0062] Für jede Ausgabeeinrichtung AE4, AE5, ... der ersten Reihe R1 werden eine erste Füllstands-Schranke
und eine weitere Füllstands-Schranke vorgegeben. Die erste Füllstands-Schranke wird
im ersten Sortierlauf verwendet, die weitere Füllstands-Schranke wird in jedem weiteren
Sortierlauf verwendet. Eine Ausgabeeinrichtung wird in jedem Sortierlauf maximal bis
zur jeweiligen Füllstands-Schranke gefüllt.
[0063] In einer Ausgestaltung ist die erste Füllstands-Schranke einer Ausgabeeinrichtung
AE4, AE5, ... der ersten Reihe R1 kleiner als die weitere Füllstands-Schranke. Diese
Ausgestaltung erleichtert den Vorgang, nach dem ersten Sortierlauf den Stapel Postsendungen
aus der Ausgabeeinrichtung auf die Rücktransport-Einrichtung umzuladen. Dieses Umladen
lässt sich rascher ausführen, wenn die Ausgabeeinrichtung AE4, AE5, ... nicht bis
zur maximalen Aufnahmekapazität gefüllt ist. Die weitere Füllstands-Schranke kann
gleich der maximalen Aufnahmekapazität der Ausgabeeinrichtung sein.
[0064] Falls der Füllstand-Sensor einer Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... gemessen hat,
dass der aktuelle Füllstand in dieser Ausgabeeinrichtung die jeweilige Füllstands-Schranke
erreicht hat, so erzeugt der Füllstands-Sensor eine Gefüllt-Meldung. Eine zugeordnete
Meldekomponente meldet einem Anlagenbediener, dass diese Ausgabeeinrichtung AE1, ...,
AE4, ... nunmehr gefüllt ist.
[0065] Vorzugsweise umfasst die Sortieranlage zusätzlich einen Dicken-Sensor, der die Dicke
jeder Postsendung misst. Als Dicke wird die maximale Abmessung der flachen Postsendung
senkrecht zu ihrer Gegenstandsebene bezeichnet. Der Dicken-Sensor ist so angeordnet,
dass der Dicken-Sensor die Dicke einer Postsendung misst, bevor die Steuerungseinrichtung
SE entschieden hat, in welche Ausgabeeinrichtung die Postsendung ausgeschleust wird.
Der Füllstands-Sensor übermittelt z. B. dann eine entsprechende Meldung an die Steuerungseinrichtung
SE, wenn der aktuelle Füllstand eine vorgegebene Schranke fast erreicht hat. Die Steuerungseinrichtung
SE entscheidet, ob in der Ausgabeeinrichtung noch Platz für diese Postsendung ist,
ohne dass der aktuelle Füllstand nach dem Ausschleusen die jeweilige Füllstands-Schranke
übersteigt. In einer alternativen Ausführungsform summiert die Steuerungseinrichtung
SE für jede Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... die Dicken der Postsendung, die
bislang in diese Ausgabeeinrichtung ausgeschleust wurden. Auf diese Weise ermittelt
die Steuerungseinrichtung SE den aktuellen Füllstand und entscheidet, ob noch Platz
für eine zusätzliche Postsendung in dieser Ausgabeeinrichtung ist.
[0066] In einer dritten Ausführungsform wird der Dicken-Sensor eingespart, und eine Referenz-Dicke,
z. B. eine durchschnittliche Dicke einer Postsendung, wird vorab gemessen und vorgegeben.
Für jede Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... zählt die Steuerungseinrichtung SE,
wie viele Postsendungen bislang in diese Ausgabeeinrichtung ausgeschleust wurden.
Als aktueller Füllstand wird das Produkt aus der Referenz-Dicke und der Anzahl der
Postsendungen verwendet.
[0067] Die Steuerungseinrichtung SE hat Lesezugriff auf einen Datenspeicher DS. In diesen
Datenspeicher DS wird vor dem ersten Sortierlauf ein rechnerverfügbarer erster Sortierplan
abgespeichert. Nach dem ersten Sortierlauf wird für jeden weiteren Sortierlauf jeweils
ein weiterer Sortierplan generiert und im Datenspeicher DS abgespeichert.
[0068] Jeder Sortierplan ordnet jedem tatsächlich auftretenden oder sogar jedem möglichen
Sortierattribut-Wert, hier also jeder möglichen Zieladresse, jeweils mindestens eine
Ausgabeeinrichtung zu. Weil die Sortieranlage wesentlich weniger Ausgabeeinrichtungen
aE1, ..., AE4, ... besitzt als es Zieladressen auf den zu sortierenden Postsendungen
vorkommen, ordnet der Sortierplan jeder Ausgabeeinrichtung jeweils eine Menge von
Zieladressen zu.
[0069] Im Ausführungsbeispiel legt der erste Sortierplan fünf Sortierattribut-Werte-Mengen
fest. Jede Sortierattribut-Werte-Menge besteht aus jeweils mehreren Zieladressen.
Der erste Sortierplan ordnet jeder Zieladresse einer Sortierattribut-Werte-Menge dieselbe
Ausgabeeinrichtung der ersten Reihe R1 und entweder gar keine oder dieselbe Ausgabeeinrichtung
der zweiten Reihe R2 zu. Aus Statistiken früherer Sortiervorgänge ist nämlich bekannt,
dass in der Regel mehr Postsendungen für Zieladressen der ersten drei Mengen zu sortieren
sind als Postsendungen für Zieladressen der beiden letzten Mengen. Für die ersten
drei Sortierattribut-Werte-Mengen steht somit jeweils eine logische Sortierendstelle
mit einer Gesamt-Aufnahmekapazität von 450 mm + 330 mm = 780 mm zur Verfügung.
[0070] Die beiden Ausgabeeinrichtungen, die derselben Zieladress-Gruppe zugeordnet sind,
bilden eine logische Sortierendstelle für diese Zieladress-Gruppe.
[0071] Die beiden Ausgabeeinrichtungen einer logischen Sortierendstelle sind vorzugsweise
übereinander in den beiden Reihen R1, R2 angeordnet. Dies ermöglicht es einem Anlagenbediener,
alle Ausgabeeinrichtungen leicht zu finden und zu entleeren, die derselben Sortierattribut-Werte-Menge
zugeordnet sind.
[0072] Zwei weiteren Sortierattribut-Werte-Mengen ordnet der erste Sortierplan jeweils ausschließlich
eine Ausgabeeinrichtung AE7, AE8 der ersten Reihe R1 zu, aber keine Ausgabeeinrichtung
der zweiten Reihe R2.
[0073] Im Ausführungsbeispiel wird der erste Sortierplan vorab generiert. Die Zuordnungen
von Ausgabeeinrichtungen zu Zieladressen, welche dieser erste Sortierplan festlegt,
bleiben während des gesamten ersten Sortierlaufs unverändert.
[0074] Wie bereits dargelegt, weist jede Ausgabeeinrichtung AE1, ..., AE4, ... eine maximale
Aufnahmekapazität auf. Die Summe dieser maximalen Aufnahmekapazitäten der im Sortierlauf
benutzten Ausgabeeinrichtungen liefert die Gesamt-Aufnahmekapazität der Sortieranlage
im jeweiligen Sortierlauf. Im ersten Sortierlauf wird diese Gesamt-Aufnahmekapazität
aber nicht vollständig ausgenutzt. Die Menge der Postsendungen beansprucht nur einen
Füllstand der Sortieranlage, der einen bestimmten Anteil an der Gesamt-Aufnahmekapazität
beträgt, z. B. ca. 70 % bis maximal 80 %. Dadurch wird eine Reserve bereitgestellt,
denn vor dem ersten Sortierlauf ist ja nicht bekannt, wie viele Postsendungen welche
Zieladressen aufweisen. Außerdem ist die erste Füllstands-Schranke vorzugsweise kleiner
als die maximale Aufnahmekapazität einer Aufnahmeeinrichtung.
[0075] Die Sortieranlage sortiert in einem ersten Sortierlauf und in mindestens einem weiteren
Sortierlauf Postsendungen auf Gangfolge. Nach dem letzten Sortierlauf sollen die Postsendungen
gemäß einer vorgegebenen Reihenfolge unter den Zieladressen in den Ausgabeeinrichtungen
ausgeschleust sein. In jeder Ausgabeeinrichtung soll nach dem letzten Sortierlauf
eine vorgegebene Reihenfolge hergestellt worden sein. Falls im Sortierlauf Nr. i (i
= 1, 2, 3) N(i) logische Sortierendstellen verwendet werden, so lässt sich in den
drei Sortierläufen auf insgesamt N(1) · N(2) · N(3) verschiedene Zielpunkte sortieren.
[0076] In jedem Sortierlauf werden folgende Schritte durchgeführt:
- Die Postsendungen werden stapelweise der Zuführeinrichtung ZE zugeführt.
- Die Postsendungen werden ausgerichtet, und der Vereinzeler ("singulator") vereinzelt
die ausgerichteten und aufrecht stehenden Postsendungen.
- Die vereinzelten Postsendungen durchlaufen die Sortieranlage.
- Die Leseeinrichtung LE ermittelt die jeweilige Zieladresse jeder Postsendung.
- Die Steuerungseinrichtung SE wertet den jeweiligen Sortierplan für diesen Sortierlauf
aus und wählt unter den zugeordneten Ausgabeeinrichtungen eine solche Ausgabeeinrichtung
aus, deren aktueller Füllstand noch nicht die jeweilige Füllstands-Schranke erreicht
hat.
- Die Steuerungseinrichtung SE steuert die Ausschleuseinrichtung SG so an, dass die
Ausschleuseinrichtung SG die Postsendung in die ausgewählte Ausgabeeinrichtung AE1,
AE2, ... ausschleust.
- In jeder Ausgabeeinrichtung AE1, AE2, ... entsteht durch das Ausschleusen ein Stapel
mit Postsendungen, der in einer Stapelrichtung wächst. Diese Stapelrichtung steht
senkrecht auf den Gegenstandsebenen der flachen Postsendungen.
[0077] Beim Schritt, dass die Leseeinrichtung LE die jeweilige Zieladresse einer Postsendung
ermittelt, wird ein rechnerverfügbares Abbild der Postsendung erzeugt und ausgewertet.
Dieses Abbild zeigt die jeweilige Zieladresse der Postsendung.
[0078] Beim ersten Sortierlauf wertet zunächst eine OCR-Einheit das Abbild aus und versucht,
automatisch die im Abbild dargestellte Zieladresse zu entziffern. Gelingt dies der
OCR-Einheit nicht, so wird das Abbild an eine Videocodierstation übermittelt, und
ein Bearbeiter gibt die Zieladresse wenigstens teilweise ein. In einer Ausführungsform
wird eine Codierung der Zieladresse auf die Postsendung aufgebracht. In jedem nachfolgenden
Sortierlauf wird diese Zieladress-Codierung entziffert, um die Zieladresse zu ermitteln.
[0079] In jedem Sortierlauf ermittelt die Sortieranlage den aktuellen Füllstand einer Ausgabeeinrichtung,
welche der Sortierplan der jeweils ermittelten Zieladresse zuordnet. Dieser aktuelle
Füllstand resultiert aus der Dicke des Stapels von Postsendungen, die bislang in diese
Ausgabeeinrichtung ausgeschleust wurden.
[0080] Im ersten Sortierlauf wertet die Sortieranlage den ersten Sortierplan aus. Für eine
auszuschleusende Postsendung ermittelt die Steuerungseinrichtung SE deren ermittelte
Zieladresse und diejenige Ausgabeeinrichtung den, die der erste Sortierplan dieser
Zieladresse zuordnet.
[0081] Zunächst ermittelt die Steuerungseinrichtung SE eine zugeordnete Ausgabeeinrichtung
AE4, AE5, ... der ersten Reihe R1. Im Ausführungsbeispiel gibt es nur eine solche
Ausgabeeinrichtung AE-x in der Reihe R1. Die Steuerungseinrichtung SE ermittelt so
wie oben beschrieben näherungsweise den aktuellen Füllstand, dem die zugeordnete Ausgabeeinrichtung
AE-x vor dem Ausschleusen hat. Außerdem ermittelt die Steuerungseinrichtung SE in
einer Ausführungsform die Dicke der aktuell auszuschleusenden Postsendung.
[0082] Die Steuerungseinrichtung SE entscheidet, ob der aktuelle Füllstand der Ausgabeeinrichtung
AE-x auch nach dem Ausschleusen der Postsendung in AE-x noch unter der ersten Füllstands-Schranke
liegen wird.
[0083] Falls der aktuelle Füllstand von AE-x auch nach dem Ausschleusen der Postsendung
noch unter der ersten Füllstands-Schranke liegen wird, so wählt die Steuerungseinrichtung
SE die Ausgabeeinrichtung AE-x aus und steuert die Ausschleuseinrichtung SG so an,
dass die Ausschleuseinrichtung SG die Postsendung in AE-x ausschleust.
[0084] Falls der aktuelle Füllstand von AE-x hingegen nach dem Ausschleusen oberhalb der
ersten Füllstands-Schranke liegen würde, so ermittelt die Steuerungseinrichtung SE
eine Ausgabeeinrichtung AE1, AE2, ... der zweiten Reihe R2, die der erste Sortierplan
der Zieladresse der Postsendung zuordnet. Im Ausführungsbeispiel gibt es nur eine
solche Ausgabeeinrichtung AE-y in R2.
[0085] Falls in AE-y noch genug Platz für die Postsendung ist, so schleust die Ausschleusvorrichtung
SG die Postsendung in AE-y aus, ansonsten in ein Überlauffach.
[0086] Nach dem ersten Sortierlauf werden die Ausgabeeinrichtungen AE1, ..., AE4, ... gemäß
einer vorgegebenen Zuführ-Reihenfolge entleert. Die Ausgabeeinrichtungen, die zusammen
eine logische Sortierendstelle bilden, werden jeweils unmittelbar nacheinander entleert.
Die Postsendungen aus den Ausgabeeinrichtungen werden gemäß der Zuführ-Reihenfolge
erneut der Zuführ-Einrichtung ZE zugeführt.
[0087] Die Steuerungseinrichtung SE zählt während des ersten Sortierlaufs für jede auftretende
Zieladresse, wie viele zu sortierende Postsendungen jeweils an diese Zieladresse zu
transportieren sind. In einer Ausgestaltung summiert die Steuerungseinrichtung die
jeweiligen Dicken der Postsendungen an dieselbe Zieladresse auf. In einer anderen
Ausgestaltung wird eine Standard-Referenzdicke näherungsweise als übereinstimmende
Dicke jeder Postsendung verwendet.
[0088] Nach dem ersten Sortierlauf erzeugt die Steuerungseinrichtung SE - oder ein spezieller
Sortierplan-Generierer - jeweils einen weiteren Sortierplan für jeden weiteren Sortierlauf.
Weil in jedem weiteren Sortierlauf dieselben Postsendungen wie im ersten Sortierlauf
sortiert werden, ist nach dem ersten Sortierlauf bekannt, wie viele Postsendungen
jeweils an welche Zieladresse zu transportieren sind. Außerdem ist bekannt, wie dick
diese Postsendungen sind. Diese Informationen werden verwendet, um jeden weiteren
Sortierplan zu generieren. Diese Informationen stehen nach dem ersten Sortierlauf
zur Verfügung.
[0089] Vorzugsweise wird jeder weitere Sortierplan so generiert, dass jede Ausgabeeinrichtung
AE4, AE5, ... der ersten Reihe R1 bis zur weiteren Füllstands-Schranke ausgenutzt
wird und mindestens eine der folgenden beiden Anforderungen erfüllt ist:
- möglichst wenige Ausgabeeinrichtungen AE1, AE2, ... der zweiten Reihe R2 werden im
weiteren Sortierlauf benutzt.
- Die benutzten Ausgabeeinrichtungen AE1, AE2, ... der zweiten Reihe R2 werden im weiteren
Sortierlauf mit möglichst wenigen Postsendungen gefüllt.
[0090] In einer Ausgestaltung werden in jedem weiteren Sortierlauf ausschließlich die Ausgabeeinrichtungen
AE4, AE5, ... der ersten Reihe R1 verwendet.
[0091] Ein Verfahren, um nach dem ersten Sortierlauf einen weiteren Sortierplan zu generieren,
wird z. B. in
EP 0948416 B1 beschrieben.
[0092] Vorgegeben ist eine Adress-Reihenfolge unter den möglichen Zieladressen - oder für
jede Teilmenge von Zieladressen jeweils eine Adress-Reihenfolge. Nach dem letzten
Sortierlauf sollen die Postsendungen gemäß diesen Adress-Reihenfolgen sortiert sein.
Der Sortierplan für den letzten Sortierlauf wird so generiert, dass diese Adress-Reihenfolgen
eingehalten werden und jede Ausgabeeinrichtung AE4, AE5, ... der ersten Reihe R1 bis
zur weiteren Füllstands-Schranke gefüllt wird. Bei Bedarf werden verschiedene mögliche
Belegungen dieser Ausgabeeinrichtungen erprobt.
Bezuaszeichenliste
[0093]
| Bezugszeichen |
Bedeutung |
| AE1, AE2, ... |
Ausgabeeinrichtungen der zweiten Reihe R2 |
| AE4, AE5, ... |
Ausgabeeinrichtungen der privilegierten ersten Reihe R1 |
| DS |
Datenspeicher mit mindestens einem rechnerver-fügbaren Sortierplan |
| LE |
Leseeinrichtung für Zieladressen |
| R1 |
privilegierte erste Reihe mit den Ausgabeein-richtungen AE4, AE5, ... |
| R2 |
zweite Reihe mit den Ausgabeeinrichtungen AE1, AE2, ... |
| SE |
Steuerungseinrichtung |
| SG |
Ausschleuseinrichtung |
| ZE |
Zuführ-Einrichtung mit Ausrichtvorrichtung und Vereinzeler |
1. Verfahren zum Sortieren von Gegenständen nach mindestens einem vorgegebenen Sortierattribut,
wobei eine Sortieranlage mit mehreren Ausgabeeinrichtungen (AE1, ..., AE4, ...) verwendet
wird,
die Gegenstände in einem ersten Sortierlauf und mindestens einem nachfolgenden weiteren
Sortierlauf die Sortieranlage durchlaufen,
die Sortieranlage in jedem Sortierlauf
- für jeden zu sortierenden Gegenstand ermittelt, welchen Wert das vorgegebene Sortierattribut
für diesen Gegenstand annimmt, und
- jedem Gegenstand abhängig vom jeweils ermittelten Sortierattribut-Wert in eine Ausgabeeinrichtung
(AE1, ..., AE4, ...) ausschleust,
wobei die Sortieranlage in jedem Sortierlauf für die Entscheidung, in welche Ausgabeeinrichtung
(AE1, ..., AE4, ...) ein Gegenstand ausgeschleust wird, jeweils einen rechnerverfügbaren
Sortierplan anwendet,
wobei jeder rechnerverfügbare Sortierplan jedem tatsächlich auftretenden Sortierattribut-Wert
jeweils mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE1, ..., AE4, ...) zuordnet,
so dass jeder Sortierplan jeweils mehrere Mengen von auftretenden Sortierattribut-Werten
umfasst,
wobei
- jede Sortierattribut-Werte-Menge jeweils mindestens einen auftretende Sortierattribut-Wert
umfasst und
- der Sortierplan allen Sortierattribut-Werten einer Sortierattribut-Werte-Menge dieselbe
Ausgabeeinrichtung oder dieselben Ausgabeeinrichtungen zuordnet,
die Sortieranlage jeden Gegenstand in jedem Sortierlauf in eine solche Ausgabeeinrichtung
(AE1, ..., AE4, ...) ausschleust, die der Sortierplan für diesen Sortierlauf dem Sortierattribut-Wert
des Gegenstands zuordnet, und
nach dem ersten Sortierlauf jeder Gegenstand, den die Sortieranlage in eine Ausgabeeinrichtung
(AE1, ..., AE4, ...) ausgeschleust hat, erneut der Sortieranlage zugeführt wird und
die Sortieranlage in dem mindestens einen weiteren Sortierlauf durchläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Sortieranlage eine erste Ausgabe-Gruppe (R1) und mindestens eine zweite Ausgabe-Gruppe
(R2) umfasst,
wobei jede Ausgabeeinrichtung (AE1, ..., AE4, ...) der Sortieranlage zu genau einer
Ausgabe-Gruppe (R1, R2) gehört,
der erste Sortierplan, das ist der im ersten Sortierlauf verwendete Sortierplan, mindestens
eine Sortierattribut-Werte-Menge umfasst,
die die Eigenschaft hat, dass der erste Sortierplan jedem Sortierattribut-Wert dieser
Sortierattribut-Werte-Menge
- sowohl dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1)
- als auch dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE1, AE2, ...) der zweiten
Ausgabe-Gruppe (R2)
zuordnet,
der weitere Sortierplan, das ist der im weiteren Sortierlauf verwendete Sortierplan,
jedem auftretenden Sortierattribut-Wert dieser Sortierattribut-Werte-Menge
- jeweils mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1) und
- keine Ausgabeeinrichtung (AE1, AE2, ...) der zweiten Ausgabe-Gruppe (R2)
zuordnet und
die Sortieranlage im ersten Sortierlauf einen Gegenstand immer dann in eine vom ersten
Sortierplan zugeordnete Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1) ausschleust,
wenn die Sortieranlage vor dem Ausschleusen festgestellt hat, dass der aktuelle Füllstand
in dieser Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) auch nach dem Ausschleusen des Gegenstands
unter einer für diese Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) vorgegebenen Füllstands-Schranke
liegen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuordnungen von Ausgabeeinrichtungen (AE1, ..., AE4, ...) zu Sortierattribut-Werten,
welche der erste Sortierplan festlegt,
während des gesamten ersten Sortierlaufs unverändert bleiben.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
im ersten Sortierlauf für jeden auftretenden Sortierattribut-Wert gezählt wird, wie
viele Gegenstände, welche die Sortieranlage durchlaufen, diesen Sortierattribut-Wert
aufweisen, und
jeder weitere Sortierplan unter Verwendung von den Zähl-Ergebnissen aus dem ersten
Sortierlauf generiert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Sortierplan stets zwei auftretenden Sortierattribut-Werten, die zu zwei
verschiedenen Sortierattribut-Werte-Mengen gehören,
- zwei verschiedene Ausgabeeinrichtungen (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1) und
- zwei verschiedene Ausgabeeinrichtungen (AE1, AE2, ...) der zweiten Ausgabe-Gruppe
(R2)
zuordnet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
bereits während des ersten Sortierlaufs mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5,
...) der ersten Ausgabe-Gruppe (R1) mindestens teilweise entleert wird,
- nachdem der Füllstand dieser Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) die vorgegebene
Füllstands-Schranke erreicht oder übertroffen hat und
- bevor die Sortieranlage im ersten Sortierlauf alle zu sortierenden Gegenstände ausgeschleust
hat.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Sortierplan mindestens zwei verschiedenen Sortierattribut-Werten
- sowohl dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1)
- als auch dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE1, AE2, ...) der zweiten
Ausgabe-Gruppe (R2)
zuordnet und
der weitere Sortierplan diesen beiden Attributwerten zwei verschiedene Ausgabeeinrichtungen
zuordnet.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Menge von Ausgabeeinrichtungen der zweiten Ausgabe-Gruppe (R2) vorgegeben wird,
die Sortieranlage im ersten Sortierlauf einen Gegenstand dann in eine Ausgabeeinrichtung
dieser Ausgabeeinrichtungen-Menge ausschleust, wenn keine zugeordnete Ausgabeeinrichtung
(AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe (R1) Platz für diesen Gegenstand aufweist
und
die Sortieranlage in jedem weiteren Sortierlauf keinen Gegenstand in eine Ausgabeeinrichtung
dieser Ausgabeeinrichtungen-Menge ausschleust.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein physikalischer Parameter vorgegeben wird,
vor dem ersten Sortierlauf für jeden zu sortierenden Gegenstand gemessen wird, ob
der Wert, den der vorgegebene Parameter für diesen Gegenstand annimmt, in einen vorgegebenen
Wertebereich des Parameters fällt oder nicht, und im ersten Sortierlauf
- zunächst alle diejenigen Gegenstände die Sortieranlage durchlaufen, deren jeweilige
Parameterwerte in den Wertebereich fallen, und
- anschließend alle übrigen Gegenstände.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Werte-Reihenfolge unter den Sortierattribut-Werte-Mengen des ersten Sortierplans
vorgegeben wird,
diese Werte-Reihenfolge eine Zuführ-Reihenfolge unter allen Ausgabeeinrichtungen (AE1,
..., AE4, ...) der Sortieranlage dergestalt festlegt,
dass eine zweite Ausgabeeinrichtung in der Zuführ-Reihenfolge dann nach einer ersten
Ausgabeeinrichtung auftritt,
wenn die Sortierattribut-Werte-Menge der zweiten Ausgabeeinrichtung in der Werte-Reihenfolge
nach der Sortierattribut-Werte-Menge der ersten Ausgabeeinrichtung auftritt, und
nach dem ersten Sortierlauf die Gegenstände aus den Ausgabeeinrichtungen (AE1, ...,
AE4, ...) gemäß dieser Zuführ-Reihenfolge wieder der Sortieranlage zugeführt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausgabeeinrichtungen (AE1, ..., AE4, ...) in einer Reihenfolge in der Sortieranlage
angeordnet sind und
die festgelegte Zuführ-Reihenfolge gleich dieser Anordnungs-Reihenfolge ist.
11. Sortieranlage zum Sortieren von Gegenständen nach mindestens einem vorgegebenen Sortierattribut,
wobei die Sortieranlage
- eine Zuführ-Einrichtung (ZE),
- mehrere Ausgabeeinrichtungen (AE1, ..., AE4, ...) und
- einen Datenspeicher (DS) mit einem ersten rechnerverfügbaren Sortierplan und mindestens
einem weiteren rechnerverfügbaren Sortierplan
umfasst,
jeder Sortierplan jedem auftretenden Wert des Sortierattributs jeweils mindestens
eine Ausgabeeinrichtung (AE1, AE4, ...) zuordnet, so dass
jeder Sortierplan jeweils mehrere Mengen von auftretenden Sortierattribut-Werten umfasst,
wobei
- jede Sortierattribut-Werte-Menge jeweils mindestens einen auftretenden Sortierattribut-Wert
umfasst und
- der Sortierplan allen Sortierattribut-Werten einer Sortierattribut-Werte-Menge dieselbe
Ausgabeeinrichtung oder dieselben Ausgabeeinrichtungen zuordnet,
die Sortieranlage dazu ausgestaltet ist, dass die Gegenstände in einem ersten Sortierlauf
und in mindestens einem nachfolgenden weiteren Sortierlauf durchlaufen,
die Sortieranlage dazu ausgestaltet ist, in jedem Sortierlauf die Schritte durchzuführen,
- für jeden zu sortierenden Gegenstand zu ermitteln, welchen Wert das vorgegebene
Sortierattribut für diesen Gegenstand annimmt, und
- jeden Gegenstand abhängig vom jeweils ermittelten Sortierattribut-Wert in eine Ausgabeeinrichtung
(AE1, ..., AE4, ...) auszuschleusen,
wobei die Sortieranlage dazu ausgestaltet ist,
- im ersten Sortierlauf den ersten Sortierplan und in jedem weiteren Sortierlauf jeweils
einen der weiteren Sortierpläne anzuwenden und
- in jedem Sortierlauf jeden Gegenstand in eine solche Ausgabeeinrichtung (AE1, ...,
AE2, ...) auszuschleusen, die der jeweilige Sortierplan für diesen Sortierlauf dem
Sortierattribut-Wert des Gegenstands zuordnet, und wobei die Sortieranlage dazu ausgestaltet
ist, dass nach dem ersten Sortierlauf jeder Gegenstand, den die Sortieranlage in eine
Ausgabeeinrichtung (AE1, ..., AE4, ...) ausgeschleust hat, mittels der Zuführ-Einrichtung
(ZE) erneut der Sortieranlage zugeführt wird und die Sortieranlage in dem weiteren
Sortierlauf durchläuft,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Sortieranlage eine erste Ausgabe-Gruppe (R1) und mindestens eine weitere Ausgabe-Gruppe
(R2) umfasst,
wobei die Ausgabe-Gruppen (R1, R2) so ausgestaltet sind, dass jede Ausgabeeinrichtung
(AE1, ..., AE4, ...) zu genau einer Ausgabe-Gruppe (R1, R2) gehört,
jede Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe (R1) einen Füllstands-Sensor
umfasst,
der erste Sortierplan, das ist der im ersten Sortierlauf verwendete Sortierplan, mindestens
eine Sortierattribut-Werte-Menge mit auftretenden Sortierattribut-Werten umfasst,
die die Eigenschaft hat, dass der erste Sortierplan jedem Sortierattribut-Wert dieser
Sortierattribut-Werte-Menge
- sowohl dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1)
- als auch dieselbe mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE1, AE2, ...) der zweiten
Ausgabe-Gruppe (R2)
zuordnet,
der weitere Sortierplan, das ist der im weiteren Sortierlauf verwendete Sortierplan,
jedem auftretenden Sortierattribut-Wert dieser Sortierattribut-Werte-Menge
- jeweils mindestens eine Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1) und
- keine Ausgabeeinrichtung (AE1, AE2, ...) der zweiten Ausgabe-Gruppe (R2)
zuordnet,
der Füllstands-Sensor einer Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe
(R1) dazu ausgestaltet ist, den aktuellen Füllstand dieser Ausgabeeinrichtung (AE4,
AE5, ...) zu ermitteln,
die Sortieranlage dazu ausgestaltet ist, im ersten Sortierlauf einen Gegenstand immer
dann in die vom ersten Sortierplan zugeordnete Ausgabeeinrichtung (AE4, AE5, ...)
der ersten Ausgabe-Gruppe (R1) auszuschleusen, wenn die Sortieranlage unter Verwendung
des FüllstandsSensors festgestellt hat, dass der aktuelle Füllstand in dieser Ausgabeeinrichtung
(AE4, AE5, ...) auch nach dem Ausschleusen des Gegenstands unter einer für diese Ausgabeeinrichtung
(AE4, AE5, ...) vorgegebenen Füllstands-Schranke liegen wird.
12. Sortieranlage nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ausgabeeinrichtungen (AE4, AE5, ...) der ersten Ausgabe-Gruppe (R1) in einer ersten
Ebene und
die Ausgabeeinrichtungen (AE1, AE2, ...) der zweiten Ausgabe-Gruppe (R2) in einer
zweiten Ebene liegen,
wobei die zweite Ebene über der ersten Ebene liegt.