[0001] Die Erfindung betrifft einen Kraftstoffinjektor mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1. Ein derartiger Kraftstoffinjektor weist ein Gehäuseteil auf, in welches
ein mittels eines Piezoaktors betätigbares Schaltventil mit einem hubbeweglichen Schließelement
aufgenommen ist. Das Schließelement ist zur Ausbildung eines Schaltventilraums und
zur wenigstens teilsweisen Aufnahme eines stationären Dichtkörpers hülsenförmig ausgebildet
und besitzt eine erste Dichtkontur, die mit einer an dem stationären Dichtkörper ausgebildeten
zweiten Dichtkontur als Ventilsitz zusammenwirkt.
Stand der Technik
[0002] Ein gattungsgemäßer Kraftstoffinjektor geht aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2006 049 831 A1 hervor. Der hierin beschriebene Kraftstoffinjektor weist ein Schaltventil sowie einen
mehrteiligen Piezoaktor zur Betätigung des Schaltventils auf. Das Schaltventil umfasst
ein hülsenförmig ausgebildetes Ventilelement sowie einen stationären Kolben, der in
dem Ventilelement aufgenommen ist. Zwischen dem stationären Kolben und dem Ventielement
ist ein Schaltventilraum ausgebildet, der über einen Ablaufkanal und eine Ablaufdrossel
mit einem Steuerraum hydraulisch verbunden ist. Der Ablaufkanal ist durch den stationären
Kolben hindurchgeführt und mündet über seitliche Bohrungen in den vom hülsenförmigen
Ventilelement umschlossenen Schaltventilraum. Über eine am Ventilelement ausgebildete
erste Dichtkontur, welche mit einer am stationären Kolben ausgebildeten zweiten Dichtkontur
zusammenwirkt, wird ein den Schaltventilraum verschließender Ventilsitz ausgebildet.
Das Schaltventil ist weitgehend druckausgeglichen ausgeführt, indem der im Ventilelement
aufgenommene Führungsdurchmesser des stationären Kolbens gleich dem Durchmesser im
Bereich seiner Dichtkontur gewählt ist. In Schließstellung des Schaltventils wirken
demnach im Wesentlichen nur radiale Kräfte auf das Ventilelement ein. Dies führt zu
einer Reduzierung der zur Betätigung des Schaltventils erforderlichen Kraft, so dass
auch die Kraft des Piezoaktors reduziert werden kann. Der vorliegend mehrteilig ausgeführte
Piezoaktor ist derart angeordnet, dass er bzw. ein den Piezoaktor aufnehmender Trägerkörper
das Ventilelement umgibt. Dadurch wird ein in axialer Richtung kompaktbauender Kraftstoffinjektor
geschaffen. Ferner zeichnet sich der bekannte Kraftstoffinjektor durch ein geringes
Schaltventilraumvolumen aus. Ein geringes Volumen stellt einen schnellen Druckanstieg
im Schaltventilraum und damit schnelle Schaltzeiten sicher. Die Vorteile eines geringen
Schaltventilraumvolumens werden bei dem bekannten Kraftstoffinjektor jedoch zum Teil
dadurch wieder aufgehoben, dass der durch den stationären Kolben geführte Ablaufkanal
ein zusätzliches zu füllendes Volumen darstellt. Mit dem Volumen des Schaltventilraums
steigt auch die Steuermenge an, so dass der Wirkungsgrad des Kraftstoffinjektors eine
Verschlechterung erfährt.
[0003] Um die Füllzeiten zu verkürzen und darüber schnellere Schaltzeiten zu ermöglichen,
sind aus dem Stand der Technik ferner Kraftstoffinjektoren mit Schaltventilen bekannt,
welche über Bypass-Bohrungen oder Fülldrosseln zusätzlich an eine Hochdruckversorgung
angebunden sind. Zusätzliche Bohrungen erhöhen jedoch den Herstellungsaufwand und
damit die Kosten eines Kraftstoffinjektors.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Kraftstoffinjektor
der vorstehend genannten Art dahingehend zu verbessern, dass dieser ein minimiertes
Schaltventilraumvolumen aufweist, um den Wirkungsgrad weiter zu verbessern. Ferner
soll eine im Wesentlichen druckausgeglichene Ausführung des Schaltventils realisierbar
sein.
[0005] Die Augabe wird gelöst durch einen Kraftstoffinjektor mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen angegeben.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Erfindungsgemäß ist eine Dichthülse zur radialen Begrenzung des Schaltventilraums
vorgesehen, die zumindest teilweise in dem hülsenförmig ausgebildeten Schließelement
aufgenommen und mittels einer Druckfeder gegenüber einer Drosselplatte axial vorgespannt
ist. Die Dichthülse stellt somit die Abdichtung des Schaltventilraums gegenüber der
Drosselplatte und dem hierin ausgebildeten Ablaufkanal bzw. der hierin ausgebildeten
Ablaufdrossel sicher. Der abströmende Kraftstoff gelangt über die Ablaufdrossel und
den auf die Drosselplatte beschränkten Ablaufkanal direkt in den Schaltventilraum,
so dass aufwendig durch einen stationären Dichtkörper geführte Bohrungen, die zudem
ein zusätzliches zu befüllendes Volumen darstellen, entfallen können. Zugleich dient
die in dem hülsenförmigen Schließelement aufgenommene Dichthülse als Füllkörper, durch
den das Volumen des Schaltventilraums weiter verringert wird. Es wird somit ein Kraftstoffinjektor
mit einem schnell schaltenden Schaltventil geschaffen, der zu einer Verbesserung des
Wirkungsgrades des Gesamtsystems beiträgt.
[0007] Darüber hinaus ermöglicht die Dichthülse eine weitgehend druckausgeglichene Ausführung
des Schaltventils. Denn die im Schließelement aufgenommene Dichthülse verhindert,
dass in Schließstellung des Schaltventils die Stirnflächen des Schließelementes von
einer Axialkraft beaufschlagt werden. Durch eine zylinderförmige Innenkontur des Schließelementes
kann zudem sichergestellt werden, dass ausschließlich Radialkräfte auf das Schließelement
einwirken. Die Innenkontur des Schließelementes kann darüber hinaus bewusst auch derart
gestaltet sein, dass eine Druckstufe in Form eines radial verlaufenden Absatzes ausgebildet
wird.
[0008] Bevorzugt ist die Dichthülse zur dichtenden Anlage an der Drosselplatte mit einer
Beißkante ausgestattet. Die Beißkante verbessert aufgrund ihrer ringförmigen Dichtkontur
den Dichtsitz der Dichthülse gegenüber der Drosselplatte. Weiterhin bevorzugt ist
die Beißkante im Bereich des Innendurchmessers der Dichthülse ausgebildet. Dies besitzt
den Vorteil, dass die der Drosselplatte zugewandte Stirnfläche der Dichthülse nicht
von Hochdruck beaufschlagt wird und eine Druckkraft auf die Dichthülse ausübt, welche
einer dichtenden Anlage an der Drosselplatte entgegen wirkt. Soll die Dichthülse dagegen
von einer Druckkraft beaufschlagt werden, die in Richtung der Drosselplatte wirkt,
kann die der Beißkante gegenüberliegende Stirnfläche mit Hochdruck beaufschlagt und
damit als Druckstufe eingesetzt werden. Alternativ oder ergänzend ist auch die Ausbildung
einer Druckstufe in Form eines radial verlaufenden Absatzes möglich. Aufgrund der
zusätzlich auf die Dichthülse einwirkenden Druckkraft in Richtung der Drosselplatte
kann dementsprechend die Federkraft der die Dichthülse baufschlagenden Druckfeder
reduziert werden.
[0009] Weiterhin bevorzugt ist das hülsenförmig ausgebildete Schließelement mittels einer
Druckfeder gegenüber dem Dichtkörper axial vorgespannt. Die Federkraft dieser Druckfeder
kann reduziert werden, wenn am Schließelement eine Druckstufe in Form eines radial
verlaufenden Absatzes ausgebildet ist. Vorteilhafterweise ist die Druckfeder außerhalb
des Schaltventilraums angeordnet, um das Volumen des Schaltventilraums möglichst gering
zu halten. Denn eine außenliegende Anordnung der Druckfeder ermöglicht eine Verringerung
der Durchmesser des Schließelementes und der Dichthülse. Alternativ kann auch auf
eine zusätzliche außenseitig angeordnete Druckfeder verzichtet werden, wenn die Druckfeder,
mittels welcher die Dichthülse gegenüber der Drosselplatte axial vorgespannt ist,
zugleich an dem Schließelement abgestützt ist. Hierzu kann die innerhalb des Schaltventilraums
angeordnete Druckfeder als Schraubenfeder, Tellerfeder oder gewellte Federscheibe
ausgebildet sein. Letztere erfordern gegenüber einer Schraubenfeder einen geringeren
axialen Bauraum, was wiederum eine Reduzierung des Schaltventilraumvolumens ermöglicht.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Piezoaktor zur Betätigung
des Schaltventils über eine Platte und mehrere bolzenförmige Übertragungselemente
mit dem Schließelement wirkverbunden. Die bolzenförmigen Übertragungselemente sind
auf der Platte vorzugsweise entlang einer Kreislinie im gleichen Winkelabstand zueinander
angeordnet, wobei der Durchmesser der Kreislinie derart auf den Außendurchmesser des
Schließelementes abgestimmt ist, dass die bolzenförmigen Übertragungselemente an einer
ringförmigen Stirnfläche des Schließelementes anliegen. Die Kraft und der Hub des
Aktors wird somit über die Platte und die Übertragungselemente auf das Schließelement
übertragen.
[0011] Weiterhin bevorzugt ist der Piezoaktor außerhalb des Gehäuseteils angeordnet und
die Übertragungselemente sind durch Bohrungen des Gehäuseteils geführt, welche zugleich
der hydraulischen Verbindung des Schaltventilraums mit einem Rücklauf dienen. Durch
die Doppelfunktion der im Gehäuseteil vorgesehenen Bohrungen wird der konstruktive
Aufbau und damit die Herstellung des Injektors vereinfacht. Die Anordnung des Piezoaktors
außerhalb des das Schaltventil aufnehmenden Gehäuseteils vereinfacht eine ggf. erwünschte
Abdichtung des Aktors gegenüber dem Kraftstoff. Darüber hinaus wird der elektrische
Anschluss des Piezoaktors erleichtert, da die zum Aktor führenden elektrischen Anschlussleitungen
nicht durch mehrere Gehäuseteile hindurch geführt werden müssen.
[0012] Der Ventilsitz des Schaltventils kann als Kegel-Kegel-Sitz oder als Kugel-Kegel-Sitz
ausgeführt werden. In entsprechender Weise sind die an dem Schließelement und dem
Dichtkörper ausgebildeten Dichtkonturen gestaltet. Das heißt, dass das hubbewegliche
Schließelement vorzugsweise eine zumindest teilweise konisch oder sphärisch verlaufende
Innenkontur zur Ausbildung der Dichtkontur besitzt. Das heißt ferner, dass der stationäre
Dichtkörper vorzugsweise eine zumindest teilweise konisch oder sphärische verlaufende
Außenkontur zur Ausbildung der Dichtkontur besitzt.
[0013] Vorteilhafterweise besitzt der stationäre Dichtkörper darüber hinaus einen in den
Schaltventilraum hineinragenden kolbenförmigen Abschnitt. In Abhängigkeit von den
jeweils gewählten Abmessungen vermag der kolbenförmige in den Schaltventilraum hineinragende
Anschnitt eine deutliche Verkleinerung des Schaltventilraumvolumens zu bewirken. Der
kolbenförmige Abschnitt dient somit ebenfalls als Füllkörper, welcher das Schaltventilraumvolumen
auf einen Ringraum begrenzt.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der stationäre Dichtkörper einstückig
mit dem das Schaltventil aufnehmenden Gehäuseteil ausgebildet. Durch die einstückige
Ausbildung können die Herstellungs- bzw. Montagekosten verringert werden.
[0015] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen:
- Figur 1
- einen Ausschnitt eines Längsschnitts durch eine erste Ausführungsform,
- Figur 2
- einen Ausschnitt eines Längsschnitts durch eine zweite Ausführungform,
- Figur 3
- einen Ausschnitt eines Längsschnitts durch eine dritte Ausführungsform,
- Figur 4
- einen Ausschnitt eines Längsschnitts durch eine vierte Ausführungform und
- Figur 5
- einen Ausschnitt eines Längsschnitts durch eine fünfte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Kraftstoffinjektors im Bereich des Schaltventils.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnungen
[0016] Bei dem in der Figur 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Kraftstoffinjektors umfasst das in einem Gehäuseteil 1 angeordnete Schaltventil 2
ein hülsenförmiges Schließelement 3, welches gegenüber einem stationären Dichtkörper
5, das zumindest teilweise in dem hülsenförmigen Schließelement 3 aufgenommen ist,
hubbeweglich gelagert ist. Eine an dem Schließelement 3 ausgebildete erste Dichtkontur
6 wirkt mit einer zweiten Dichtkontur 7 zusammen, welche an dem stationären Dichtkörper
5 ausgebildet ist. Die erste Dichtkontur 6 und die zweite Dichtkontur 7 bilden somit
einen Ventilsitz 8 aus. Zur Ausbildung der Dichtkonturen 6, 7 sind die Innenkontur
des hülsenförmigen Schließelementes 3 und die Außenkontur des stationären Dichtkörpers
5 jeweils über einen Teilbereich konisch verlaufend ausgeführt. Das Schaltventil 2
umfasst ferner einer Dichthülse 9, welche über eine Beißkante 12 an einer Drosselplatte
11 dichtend anliegt.
[0017] Die Dichthülse 9 ist in dem hülsenförmigen Schließelement 3 aufgenommen, so dass
ein innerhalb des Schließelementes 3 ausgebildeter Schaltventilraum 4 eine Verkleinerung
erfährt. Mittels einer Druckfeder 10 in Form einer Schraubenfeder ist die Dichthülse
9 gegenüber der Drosselplatte 11 axial vorgespannt. Die Druckfeder 10 ist hierzu einerseits
an der Dichthülse 9, andererseits an dem stationären Dichtkörper 5 abgestützt. Ein
an der Dichthülse 9 ausgebildeter radialer Absatz dient der Druckfeder 10 als Stützfläche.
Zugleich bildet der radiale Absatz eine hochdruckbeaufschlagte Druckstufe 23 aus,
die eine zusätzliche Anpresskraft der Dichthülse 9 gegenüber der Drosselplatte 11
bewirkt.
[0018] Eine weitere Druckstufe 22 in Form eines radialen Absatzes ist an dem hülsenförmigen
Schließelement 3 ausgebildet. Hierdurch wird das Schließelement 3 in Schließrichtung
mit einer zusätzlichen Druckkraft beaufschlagt. Entsprechend geringer kann die Federkraft
einer das Schließelement 3 ebenfalls in Schließrichtung beaufschlagenden Druckfeder
13 ausgebildet sein, die in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel außenumfangsseitig
angeordnet ist und einerseits an einem radial verlaufenden Absatz des Schließelementes
3 und andererseits an der Drosselplatte 11 abgestützt ist. Die außenumfangsseitige
Anordnung der Druckfeder 13 ermöglicht eine Verringerung der Durchmesser der Dichthülse
9 und des Schließelementes 3, so dass auch das Volumen des Schaltventilraums 4 verringert
wird.
[0019] Zur Betätigung des Schaltventils 2 ist ein in einem Haltekörper 19 angeordneter Piezoaktor
14 vorgesehen, der über eine Platte 15 und mehrere hierauf angeordnete bolzenförmige
Übertragungselemente 16 mit dem Schließelement 3 des Schaltventils 2 wirkverbunden
ist. Aufgrund der Anordnung des Piezoaktors 14 in einem separaten Gehäuseteil sind
in dem Gehäuseteil 1 Bohrungen 17 vorgesehen, durch welche die bolzenförmigen Übertragungselemente
16 bis an das Schließelement 3 herangeführt werden können. Die Bohrungen 17 sind entlang
einer Kreislinie in gleichem Winkelabstand zueinander angeordnet, wobei der Durchmesser
der Kreislinie auf den Durchmesser des hülsenförmigen Schließelementes 3 derart abgestimmt
ist, dass die durch die Bohrungen 17 geführten bolzenförmigen Übertragungselemente
16 an einer ringförmigen Stirnfläche des Schließelementes 3 anliegen. Dabei sind die
Innendurchmesser der Bohrungen 17 geringfügig größer als die Außendurchmesser der
bolzenförmigen Übertragungselemente 16 gewählt, so dass der Schaltventilraum 4 über
die Bohrungen 17 zugleich mit einem im Haltekörper 19 ausgebildeten Rücklauf 18 hydraulisch
verbindbar ist.
[0020] Das Gehäuseteil 1 bildet zugleich den stationären Dichtkörper 5 aus. Das heißt, dass
der stationäre Dichtkörper 5 an das Gehäuseteil 1 angeformt ist.
[0021] Die Funktionsweise des Kraftstoffinjektors ist wie folgt: Zum Öffnen des Schaltventils
2 wird der Piezoaktor 14 bestromt, der sich aufgrund der Bestromung ausdehnt. Dabei
bewegt der Piezoaktor 14 die Platte 15 einschließlich der bolzenförmigen Übertragungselemente
16 in Richtung der Drosselplatte 11. Aufgrund des direkten Kontaktes der bolzenförmigen
Übertragungselemente 16 mit dem hülsenförmigen Schließelement 3 wird auch dieses entgegen
der Druckkraft der Druckfeder 13 in Richtung der Drosselplatte 11 bewegt, wobei das
Schließelement 3 vom Ventilsitz 8 abhebt und das Schaltventil 2 öffnet. Im Schaltventilraum
4 befindlicher Kraftstoff kann nunmehr über die Dichtkonturen 6, 7 hinweg zu den Bohrungen
17 und damit zum Rücklauf 18 strömen. Über die im Bereich des Ventilsitzes 8 ringförmige
Abströmfläche wird der abströmende Kraftstoff bzw. die Absteuermenge nach radial außen
den Bohrungen 17 zugeführt. Ein solcher Strömungsweg besitzt Vorteile, welche im Zusammenhang
mit einem nachfolgenden Ausführungsbeispiel noch näher erläutert werden.
[0022] In Offenstellung des Schaltventils 2 bewirkt der aus dem Schaltventilraum 4 abströmende
Kraftstoff einen Druckabfall, der sich ebenfalls in einem mit dem Schaltventilraum
4 hydraulisch verbundenen Steueraum (nicht dargestellt) einstellt. Zur hydraulischen
Verbindung des Steuerraums mit dem Schaltventilraum 4 ist in der Drosselplatte 11
ein Ablaufkanal 20 mit einer Ablaufdrossel 21 vorgesehen. Die Druckentlastung im Steuerraum
ermöglicht einen Öffnungshub einer Düsennadel (nicht dargestellt) durch welche wenigstens
eine Einspritzöffnung (nicht dargestellt) des Kraftstoffinjektors freigegeben wird.
[0023] Wird die Bestromung des Piezoaktors 14 beendet, zieht sich dieser wieder zusammen,
so dass die Platte 15 einschließlich der bolzenförmigen Übertragungselemente 16 in
ihre Ausgangsstellung zurück bewegt werden, wobei die Druckfeder 13 das Schließelement
3 gegen den Ventilsitz 8 zurückstellt. In Schließstellung des Steuerventils 2 vermag
sich im Steueraum und im Schaltventilraum wieder ein Druck aufzubauen, der die Düsennadel
mit einer Druckkraft in Schließrichtung beaufschlagt. Durch die zusätzliche Kraft
einer Feder wird die Düsennadel in ihren Dichtsitz zurückgestellt und die wenigstens
eine Einspritzöffnung wieder verschlossen, so dass der Einspritzvorgang beendet ist.
[0024] Durch das erfindungsgemäß vorgesehene geringe Schaltventilraumvolumen des Schaltventils
2 kann eine schneller Druckanstieg bei geschlossenem Schaltventil 2 bewirkt werden.
Der Kraftstoffinjektor zeichnet sich demnach durch kurze Schaltzeiten aus. Zudem wird
aufgrund des geringen Schaltventilraumvolumens die Steuermenge reduziert, was wiederum
zu einer Verbesserung des Wirkungsgrades führt. Da ein schneller Durckanstieg gewährleistet
ist, können zusätzliche Bypassbohrungen oder Fülldrosseln zur Verkürzung der Füllzeit
entfallen. Auch diese Maßnahme fürhrt wiederum zu einer Verringerung der Steuermenge.
[0025] Das in der Figur 2 dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors
unterscheidet sich von dem der Figur 1 im Wesentlichen darin, dass das hülsenförmig
ausgebildete Schließelement 3 keinen als Druckstufe 22 ausgebildeten radialen Absatz
aufweist. Die Innenkontur des hülsenförmigen Schließelementes 3 ist bis zur Dichtkontur
6 zylindrisch ausgebildet, so dass in Schließstellung des Schaltventils 2 das Schließelement
3 über den im Schaltventilraum 4 vorhandenen Kraftstoff mit einer lediglich in radialer
Richtung wirkenden Druckkraft beaufschlagt wird. Das Schaltventil 2 ist somit im Wesentlichen
druckausgeglichen. Die Ausführung des Schaltventils 2 als druckausgeglichenes Ventil
senkt den Kraftbedarf zur Betätigung des Schaltventils 2. Die Reduzierung des Kraftbedarfs
kann dazu genutzt werden, einen Piezoaktor 14 geringerer Baugröße einzusetzen, den
Energiebedarf des Piezoaktors 14 zu verringern oder die Dynamik des Piezoaktors 14
zu erhöhen. Zugleich können geringe Schaltzeiten bewirkt werden.
[0026] Bei der in der Figur 3 dargestellten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors
ist im Unterschied zu der Ausführungsform der Figur 3 wiederum eine Druckstufe 22
an der Innenkontur des hülsenförmigen Schließelementes 3 ausgebildet, an welcher zugleich
die Druckfeder 10 abgestützt ist, mittels welcher die Dichthülse 9 in Anlage mit der
Drosselplatte 11 gehalten wird. Die vorliegende Ausführungsform macht eine zusätzliche
Druckfeder 13 entbehrlich, so dass das Schaltventil 2 insbesondere in radialer Richtung
sehr kompaktbauend ist. Um auch in axialer Richtung eine kompakte Bauform zu erhalten,
ist die Druckfeder 10 vorliegend als gewellte Federscheibe ausgebildet, die einerseits
an der Druckstufe 22 des Schließelementes 3 und andererseits an einer ringförmigen
Stirnfläche der Dichthülse 9 abgestützt ist. Die Dichthülse 9 weist darüber hinaus
keinen als Druckstufe 23 dienenden radialen Absatz auf, da die ringfömige Stirnfläche
eine Druckstufe 23 ersetzt. Die Ausführungsform der Figur 3 zeichnet sich demnach
durch eine reduzierte Anzahl an Bauteilen sowie einer Vereinfachung der Bauteilformen
aus.
[0027] Die in der Figur 4 dargestellte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors
unterscheidet sich von der der Figur 1 im Wesentlichen dadurch, dass der stationäre
Dichtkörper 5 einen kolbenförmigen Abschnitt 24 besitzt, der in den Schaltventilraum
4 derart hineinragt, dass dieser eine deutliche Verringerung seines Volumens erfährt.
Ein wesentlicher Teil des Volumens des Schaltventilraums 4 wird auf einen den kolbenfömigen
Abschnitt 24 umgebenden Ringraum reduziert. Über den Ringraum wird in Offenstellung
des Schaltventils 2 der im Schaltventilraum 4 vorhandene Kraftstoff den Bohrungen
17 zugeführt, welche den Schaltventilraum 4 mit dem im Haltekörper 19 ausgebildeten
Rücklauf 18 hydraulisch verbinden. Hier zeigt sich nunmehr der Vorteil eines ringförmigen
Abströmquerschnittes, über welchen der abströmende Kraftstoff nach radial außen geführt
wird. Denn der vorgeschlagene Strömungsweg des Kraftstoffs ermöglicht erst die Ausbildung
eines zentral in den Schaltventilraum 4 hineinragenden kolbenförmigen Abschnitt 24
des stationären Dichtkörpers 5 als Füllkörper, der zu einer Minimierung des Volumens
führt.
[0028] Die in der Figur 5 dargestellte weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors
unterscheidet sich von dem in der Figur 1 im Wesentlichen lediglich dadurch, dass
die Innenkontur des hülsenförmig ausgebildeten Schließelementes 3 zur Ausbildung der
Dichtkontur 6 zumindest teilweise sphärisch verlaufend ausgeführt ist. Der Ventilsitz
8 ist somit als Kugel-Kegel-Sitz ausgebildet. Die in der Figur 5 dargestellte Ventilsitzgeometrie
ist lediglich beispielhaft gewählt. Anstelle des Schließelementes 3 kann auch an dem
stationären Dichtkörper 5 eine zumindest teilweise spährisch verlaufende Außenkontur
zur Ausbildung der Dichtkontur 7 ausgebildet sein. Darüber hinaus sind auch andere
Sitzgeometrien durch entsprechende Ausbildung der Innen- bzw. Außenkontur am Schließelement
3 bzw. dem Dichtkörper 5 möglich.
[0029] Des Weiteren wird darauf hingewiesen, dass die in den Figuren 1 bis 5 dargestellten
konkreten Ausführungsformen Merkmale aufweisen, die beliebig kombinierbar oder austauschbar
sind, so dass eine Vielzahl weiterer Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektors
realisierbar sind.
1. Kraftstoffinjektor mit einem Gehäuseteil (1), in welches ein mittels eines Piezoaktors
(14) betätigbares Schaltventil (2) mit einem hubbeweglichen Schließelement (3) aufgenommen
ist, wobei das Schließelement (3) zur Ausbildung eines Schaltventilraums (4) und zur
wenigstens teilweisen Aufnahme eines stationären Dichtkörpers (5) hülsenförmig ausgebildet
ist und eine erste Dichtkontur (6) besitzt, die mit einer an dem stationären Dichtkörper
(5) ausgebildeten zweiten Dichtkontur (7) als Ventilsitz (8) zusammenwirkt,
dadurch gekennzeichnet, dass ferner eine Dichthülse (9) zur radialen Begrenzung des Schaltventilraums (4) vorgesehen
ist, die zumindest teilweise in dem hülsenförmig ausgebildeten Schließelement (3)
aufgenommen und mittels einer Druckfeder (10) gegenüber einer Drosselplatte (11) axial
vorgespannt ist.
2. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zur dichtenden Anlage an der Drosselplatte (11) die Dichthülse (9) mit einer Beißkante
(10) ausgestattet ist, die vorzugsweise im Bereich des Innendurchmessers der Dichthülse
(9) ausgebildet ist.
3. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 1 oder 2,
daduch gekennzeichnet, dass das hülsenförmig ausgebildete Schließelement (3) mittels einer Druckfeder (10,
13) gegenüber dem Dichtkörper (5) axial vorgespannt ist, wobei vorzugsweise die Druckfeder
(13) außerhalb des Schaltventilraums (4) angeordnet ist.
4. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Piezoaktor (14) zur Betätigung des Schaltventils (2) über eine Platte (15) und
mehrere bolzenförmige Übertragungselemente (16) mit dem Schließelement (3) wirkverbunden
ist.
5. Kraftstoffinjektor nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Piezoaktor (14) außerhalb des Gehäuseteils (1) angeordnet ist und die Übertragungselemente
(16) durch Bohrungen (17) des Gehäuseteils (1) geführt sind, welche zugleich der hydraulischen
Verbindung des Schaltventilraums (4) mit einem Rücklauf (18) dienen.
6. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das hubbewegliche Schließelement (3) zur Ausbildung der Dichtkontur (6) eine zumindest
teilweise konisch oder sphärisch verlaufende Innenkontur besitzt.
7. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der stationäre Dichtkörper (5) zur Ausbildung der Dichtkontur (7) eine zumindest
teilweise konisch oder sphärisch verlaufende Außenkontur besitzt.
8. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der stationäre Dichtkörper (5) einen in den Schaltventilraum (4) hineinragenden kolbenförmigen
Abschnitt (24) besitzt.
9. Kraftstoffinjektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der stationäre Dichtkörper (5) einstückig mit dem das Schaltventil (2) aufnehmenden
Gehäuseteil (1) ausgebildet ist.