Einleitung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Brotschneidemaschine mit
- einer Schneideinrichtung, die ein um mindestens eine Drehachse rotierbares Messer
aufweist,
- einem Zuführbereich, in den ein Laib eines zu schneidenden Brots einlegbar ist,
- eine Vorschubeinrichtung, mit der ein in dem Zuführbereich angeordneter zu schneidender
Laib so auf die Schneideinrichtung zu vorschiebbar ist, dass sukzessive von einem
vorderen Ende des Laibs mit der Schneideinrichtung Scheiben abschneidbar sind,
- einem Aufnahmebereich, in dem die abgeschnittenen Scheiben so aufnehmbar sind, dass
sich im Laufe des Abschneidens einer Mehrzahl von Scheiben aus diesen in dem Aufnahmebereich
ein Scheibenpaket bildet, das ungefähr die Form des ungeschnittenen Laibs aufweist,
wobei die abgeschnittenen Scheiben jeweils mit einer Unterseite auf eine Abstellfläche
des Aufnahmebereichs aufstehen und
- einer Scheibenstütze, mit der die erste abgeschnittene Scheibe und das jeweils aus
dieser und weiteren nachfolgend abgeschnittenen Scheiben gebildete Scheibenpaket abstützbar
ist, wobei die Scheibenstütze von einer Startposition, in der sie in der Nähe der
Schneideinrichtung angeordnet ist, in Folge des fortlaufenden Abschneiden des Laibs
von dem sich in Vorschubrichtung vorschiebenden Scheibenpaket in eine Endposition
bewegbar ist, in der der Laib vollständig aufgeschnitten ist.
Stand der Technik
[0002] Brotschneidemaschinen der vorgenannten Art sind allgemein bekannt und werden häufig
in Verkaufslokalen von Bäckereifilialbetrieben aufgestellt und dort von Fachpersonal
bedient. Die in den Maschinen vorhandene Scheibenstütze hat die Aufgabe, die Bildung
eines geordneten, d.h. geometrisch exakt gebildeten, Scheibenpakets im Aufnahmebereich
zu unterstützen. Insbesondere bei der ersten abzuschneidenden Scheibe besteht die
große Gefahr, dass diese ohne entsprechende Abstützung auf ihrer dem Messer abgewandten
Seite durch die beim Schneiden auftretenden und in Vorschubrichtung sowie senkrecht
hierzu wirkenden Querkräfte unkontrolliert weggeschleudert wird. Dies gilt insbesondere
bei Broten mit harter Kruste und bei Verwendung von Schneideinrichtungen mit einem
Kreismesser, das nach Art eines Planetenrads umlaufend an einer rotatorisch angetriebenen
Messerschwinge rotiert. Da meist kreisförmig angeschrägte Abschnitte der Messerschwinge
in den Brotlaib eindringen, wird eine nicht unerhebliche Keilwirkung auf die gerade
im Entstehen begriffene Scheibe ausgeübt, so dass die Anforderungen an die Scheibenstütze
entsprechend hoch sind.
[0003] Insbesondere bei Bedienung durch Fachpersonal ist es bei den bekannten Maschinen
Standard, dass die Scheibenstütze nach Beendigung des Schneidvorgangs und Entnahme
des geschnittenen Scheibenpakets manuell in die Startposition zurückbewegt wird, was
in der Praxis meist durch ein Zurückschieben der gleitend an einer Führungsstange
gelagerten Scheibenstütze erfolgt.
[0004] Aus der
DE 100 49 156 A1 ist eine derartige Schneidmaschine bekannt, bei der zur Erleichterung der Arbeit
für die Bedienperson zum einen die Abstellfläche des Aufnahmebereichs im Zuge des
Öffnens einer Abdeckhaube auf die Bedienperson zu schwenkbar ist, um das Verpacken
des Scheibenpakets in Folienbeutel zu erleichtern. Eine weitere Erleichterung für
den Bediener besteht darin, dass mit der Öffnung der Abdeckhaube zum anderen auch
eine Verschwenkung der Führungsschienen der Scheibenstütze gekoppelt ist, wodurch
letztere sowohl aus dem Vorschubquerschnitt für das Scheibenpaket entfernt als auch
in eine erhöhte Position gebracht wird, aus der heraus sie sich schwerkraftbedingt
durch Gleiten an den Führungsstangen hinab selbsttätig in die Startposition zurückbewegt.
Nach Schließen der Abdeckhaube steht die Maschine daher ohne Einschränkung zum Aufschneiden
eines nächsten Brotlaibs bereit.
[0005] Eine wie vorstehend beschriebene Kopplung der Scheibenrückstellung mit der Betätigung
der Abdeckhaube ist insbesondere dann vor Vorteil, wenn solche Maschinen von Kunden
bedient werden sollen. Dieses Konzept wird in jüngerer Vergangenheit aus Gründen der
Personaleinsparung zunehmend praktiziert und zwar sowohl in Bäckereifilialgeschäften,
insbesondere solchen mit einer Selbstbedienung durch den Kunden, oder aber auch in
Filialen von Lebensmitteldiscountern, in denen zunehmend auch Brotbackautomaten aufgestellt
werden und das dort gebackene Brot vom Kunden unter Verwendung der vorstehend beschriebenen
Brotschneidemaschinen eigenständig aufgeschnitten werden kann, falls dies gewünscht
ist.
[0006] Auch wenn sich die Maschine gemäß der
DE 100 49 156 grundsätzlich bewährt hat, so ist die Konstruktion der Mechanik zur Kopplung der
Schwenkbewegungen von Scheibenpaket-Abstellfläche sowie Scheibenstütze an die Abdeckhaube
vergleichsweise aufwendig und teuer.
[0007] Eine Alternative für eine selbstgängige Rückführung der Scheibenstütze in eine Startposition
geht aus der
DE 40 10 407 A1 hervor. Diese zeigt eine Scheibenstütze, die sich ohne Zutun eines Anwenders nach
einem Schneiden eines Brotlaibes wieder zurück in die Startposition bewegt. Dies wird
über eine drehbare Lagerung der Scheibenstütze um eine ungefähr senkrechte, exzentrisch
zur Scheibenstütze angeordnete Drehachse realisiert, welche die selbstgängige Rückführung
der Scheibenstütze allein aufgrund des Eigengewichts der Scheibenstütze bewirkt. Diese
Anordnung hat gegenüber derjenigen aus der
DE 100 49 126 den Vorteil, wartungsarm und einfach ausführbar zu sein. Ein Nachteil liegt jedoch
darin, dass das beschriebene Prinzip dahingehend unflexibel ist, dass eine durch das
Eigengewicht der Scheibenstütze bedingte Rückstellkraft immer identisch ist und nicht
nach Belieben angepasst werden kann. Ebenfalls ist es mit der gezeigten Vorrichtung
nicht möglich, die Startposition zu variieren und somit unterschiedliche Stellungen
der Scheibenstütze vor Beginn des Schneidens eines Brotlaibs vorzusehen.
Aufgabe
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Brotschneidemaschine mit einer Rückführung
der Scheibenstütze von deren Endposition in die Startposition bereit zu stellen, die
sich einfach herstellen lässt, sich durch ihre Robustheit auszeichnet und variabel
im Hinblick sowohl auf die Startposition der Scheibenstütze als auch auf eine die
Rückführung der Scheibenstütze auslösende Rückstellkraft ist.
Lösung
[0009] Ausgehend von einer Brotschneidemaschine der eingangs beschriebenen Art wird die
zugrunde liegende Aufgabe dadurch gelöst, dass die Scheibenstütze mittels der Gewichtskraft
einer Gegengewichtseinrichtung von der Endposition in die Startposition zurückbewegbar
ist, wobei ein Gegengewicht der Gegengewichtseinrichtung außerhalb des Aufnahmebereichs
und innerhalb eines Maschinengehäuses angeordnet ist.
[0010] Die erfindungsgemäße Brotschneidemaschine verzichtet somit einerseits auf eine mechanische
Kopplung zwischen etwaigen Sicherheitseinrichtungen oder Bedienelementen und der Scheibenstütze,
wodurch der Aufbau der Maschine vereinfacht wird. Neben weiteren Vorteilen wie der
Einfachheit und Verschleißarmut einer solchen Vorrichtung, ermöglicht eine separate
Anordnung einer Gegengewichtseinrichtung andererseits ein gezieltes Einstellen der
auf die Scheibenstütze wirkenden Kraft. Die Rückstelleinrichtung für die Scheibenstütze
kann somit als getrennt von selbiger vorliegende Baugruppe konstruiert, ausgeführt
und für die alleinige Bestimmung der Rückbewegung der Scheibenstütze in die Startposition
- beispielsweise hinsichtlich der Rückstellkraft - optimiert werden. Auf diese Weise
lässt sich sehr viel leichter die im Bereich der Selbstbedienung durch Kunden geforderte
Robustheit erzielen. Ferner ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbedienung seitens
des Kunden nahezu vollständig ausgeräumt.
[0011] Ein Zurückbewegen der Scheibenstütze von der End- in die Startposition erfolgt letztendlich
über eine "Aufladung" der Rückstelleinrichtung beziehungsweise der Gegengewichtseinrichtung
mit potentieller Energie, die von der Vorschubeinrichtung während einer Überführung
der Gegengewichtseinrichtung von der Start- in die Endposition geliefert wird. Ein
separater, mit Fremdenergie betriebener Antrieb für die Gegengewichtseinrichtung ist
nicht erforderlich.
[0012] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Scheibenstütze
um eine vorzugsweise senkrecht zu der Abstellfläche des Aufnahmebereichs ausgerichteten
Drehachse drehbar gelagert und dreht sich bei ihrer Bewegung von der Startposition
in die Endposition und umgekehrt um diese Drehachse. Eine derartige Drehbewegung der
Scheibenstütze ermöglicht eine ganz besonders einfache Lagerung, die sich zudem durch
ihre Reibungsarmut auszeichnet. Im Gegensatz zu Linearführungen ist insbesondere die
Gefahr von Verschmutzungen durch beim Schneidvorgang entstehende Krümel oder durch
Mehlstaub nicht gegeben, so dass eine derartige Lagerung keinerlei Reinigung bedarf
und somit quasi wartungsfrei ist.
[0013] Die Erfindung weiter ausgestaltend ist vorgesehen, dass die Scheibenstütze bei drehbarer
Lagerung
- einen Stützarm, der sich in dem Aufnahmebereich befindet und an einem der Drehachse
abgewandten Ende ein Stützelement aufweist, mit dem die abgeschnittenen Scheiben abstützbar
sind, und
- einen Rückstellarm aufweist, der an einem der Drehachse abgewandten Ende mit der Federeinrichtung
verbunden ist.
[0014] Die zwei auf gegenüber liegenden Seiten der Drehachse angeordneten Arme ermöglichen
es, die Rückstelleinrichtung außerhalb des Aufnahmebereichs anzuordnen, um Behinderungen
beim Vorschieben des Scheibenpakets auszuschließen.
[0015] Wenn die Drehachse der Scheibenstütze unter einem Winkel zur Vertikalen verläuft
und die Gegengewichteinrichtung ein Gegengewicht ist, das starr mit dem Rückstellarm
gekoppelt ist, ist die Scheibenstütze stets bestrebt, sich unter Einwirkung der Gewichtskraft
des Gegengewichts so zu drehen, dass das Gegengewicht die tiefstmögliche Position
- also diejenige Position mit dem geringsten Energieniveau - einnimmt. Auf diese Weise,
oder durch einen entsprechend vorher wirksamen Anschlag, kann die Startposition der
Scheibenstütze definiert werden. Um Justierungen bei der auf das Scheibenpaket im
Zuge seines Vorschiebens ausgeübten Gegenkraft vornehmen zu können, sollte ein Abstand
des Schwerpunkts des Gegengewichts von der Drehachse einstellbar sein.
[0016] Eine besonders günstige Ausgestaltung besteht darin, dass die Flächennormale der
Aufstandsfläche des Aufnahmebereichs parallel zu der Drehachse der Scheibenstütze
verläuft. Die Drehachse und insbesondere das diese verkörpernde physische Drehgelenk
kann dann vorzugsweise in oder an einer Seitenwand des Aufnahmebereichs angeordnet
werden, wobei der Stützarm sich dann in dem Aufnahmebereich, insbesondere innerhalb
eines Aufnahmeschachts, und der Rückstellarm mit der Gegengewichtseinrichtung sich
im Inneren eines hinter dem Aufnahmeschacht befindlichen Maschinengehäuses befindet
und damit für den Benutzer nicht zugänglich ist und auch vor dem Eindringen von Verschmutzungen
gut geschützt ist.
[0017] Um trotz der Drehbewegung der Scheibenstütze während des gesamten Aufschneidevorgangs
eines Brotlaibs - beginnend mit der ersten bis hin zur letzten Scheibe - gute Abstützergebnisse
und insbesondere eine geometriegenaue Scheibenanordnung zu erreichen, kann das Stützelement
einen in der Startposition der Scheibenstütze parallel zu einer Messerebene ausgerichteten
Mittelbereich besitzen, der insbesondere in der kritischen Phase, in der die ersten
Scheiben - möglicherweise noch ein Endstück mit konvexer Oberfläche - abgestützt werden
müssen. Insbesondere das sichere Abfangen der ersten Scheibe wird begünstigt, wenn
das Stützelement einen sich an den Mittelbereich anschließenden, dem Messer zugeneigten
Fangabschnitt aufweist, da hiermit insbesondere ein seitliches Ausweichen der ersten
abgeschnittenen Scheibe in eine Richtung parallel zu der Messerebene bzw. dem Mittelbereich
verhindert wird. Die Drehachse der Scheibenstütze sollte auf derselben Seite des Schneidquerschnitts
angeordnet sein, wie die mindestens eine Drehachse der Schneideinrichtung, d.h. die
Drehachse eines Sichelmessers oder die Drehachse einer Messerschwinge eines Kreismessers
mit Orbitalantrieb. Ferner sollte das Stützelement noch einen sich an der dem Fangabschnitt
gegenüber liegenden Seite des Mittelbereichs an diesen anschließenden und dem Messer
abgeneigten Spätstützbereich aufweisen. Dieser wird infolge der Drehbewegung des Stützelements
zusammen mit der gesamten Scheibenstütze mit zunehmendem Abstand des Stützelements
von der Messerebene, d.h. mit zunehmender Anzahl der abgeschnittenen Scheiben, wirksam.
Der Übergang zwischen dem Mittelbereich und dem Spätstützbereich kann - ebenso wie
der Übergang zwischen dem Mittelbereich und dem Fangabschnitt - in Form eines Knicks
oder einer Rundung ausgestaltet sein.
[0018] Um die Startposition der Scheibenstütze genau definieren zu können, sollte ein vorzugsweise
aus einem gummielastischem Material bestehendes Anschlagelement vorhanden sein, das
die Drehbewegung der Gegengewichtseinrichtung und folglich auch der Scheibenstütze
in eine Position eines minimalen potentialen Energieniveaus zu unterbinden vermag.
Das Anschlagelement wird in besonders vorteilhafter Weise an dem Rückstellarm angeordnet
und wirkt mit einer dem Aufnahmebereich abgewandten Seite einer Seitenwand des Aufnahmebereichs
zusammen.
[0019] Wird eine lineare Bewegung des Stützelements bevorzugt, so kann eine Gegengewichteinrichtung
beispielsweise in Form eines Seilzugs ausgeführt sein, der mit einem Ende an der Scheibenstütze
und mit dem anderen Ende mit einem Gegengewicht, das vorzugsweise frei hängend angeordnet
ist, verbunden ist.
Ausführungsbeispiele
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels einer Brotschneidemaschine,
die in der Zeichnung dargestellt ist, näher erläutert.
[0021] Es zeigt:
- Fig. 1:
- Eine Vorderansicht einer Brotschneidemaschine,
- Fig. 2:
- eine Draufsicht auf einen Aufnahmebereich der Schneidemaschine gemäß Figur 1,
- Fig. 3:
- einen Vertikalschnitt durch den Aufnahmebereich der Schneidemaschine gemäß den Figuren
1 und 2,
- Fig. 4:
- eine perspektivische Ansicht einer drehbar gelagerten Scheibenstütze,
- Fig. 5:
- eine Draufsicht auf die Scheibenstütze gemäß Figur 4 und
- Fig. 6:
- eine Vorderansicht der Scheibenstütze gemäß Figur 4.
[0022] Eine in Figur 1 in einer Vorderansicht gezeigte Schneidmaschine 1 weist ein kastenförmiges
Maschinengehäuse 2 auf, das verschiebbar auf vier um jeweils eine vertikale Achse
drehbar gelagerten Rollen 3 auf einem Fußboden aufgestellt ist. Die Schneidmaschine
1 weist einen Zuführbereich 4 auf, der schachtförmig ausgebildet ist und zum Einlegen
eines Laibs eines zu schneidenden Brotes dient. Darüber hinaus besitzt die Schneidmaschine
1 einen linear im Anschluss an den Zuführbereich 4 angeordneten Aufnahmebereich 5,
der in einem Vertikalschnitt in Figur 3 und in einer Draufsicht in Figur 2 vergrößert
dargestellt ist.
[0023] Im Inneren des Maschinengehäuses 2 befindet sich eine nicht sichtbare Schneideinrichtung
in Form eines bekannten Orbitalgetriebes, bei dem ein um seine eigene Achse rotierendes
Kreismesser an einer gleichfalls um eine Schwingenachse rotierenden Messerschwinge
angeordnet ist. Ein Endbereich der Messerschwinge überdeckt einen Teil des Kreismessers
und ist im Querschnitt keilförmig ausgebildet, da dieser Endbereich beim Abschneidevorgang
in den Querschnitt des Brotlaibs eindringt und die neu entstehende Scheibe von diesem
ablenkt.
[0024] Ebenfalls nicht sichtbar im Inneren des Maschinengehäuses 2 befindet sich eine Vorschubeinrichtung,
die in bekannter Form mit einem Vorschubelement in Form einer Vorschubplatte oder
Vorschubkralle ausgeführt ist. Mittels der Vorschubeinrichtung lässt sich der in den
Zuführbereich 4 eingelegte Brotlaib - je nach eingestellter Scheibendicke - schrittweise
auf das Messer der in Betrieb befindlichen Schneideinrichtung vorschieben, um sukzessive
Brotscheiben zu erzeugen, die sich sodann ungefähr in der Form des ungeschnittenen
Laibs als Scheibenpaket in dem Aufnahmebereich 5 ansammeln und dort in Vorschubrichtung
(Pfeil 6) weitergeschoben werden. Der vorstehend beschriebene grundsätzliche Aufbau
der Schneidmaschine 1 ist allgemein bekannt.
[0025] Aus Figur 3 lässt sich entnehmen, dass der Aufnahmebereich 5 einen Aufnahmeschacht
7 umfasst, dessen Boden von einem Krümelblech 8 gebildet wird, welches wiederum mit
einer nach oben gewandten Oberfläche als Abstellfläche für die abgeschnittenen Scheiben
bzw. das daraus gebildete Scheibenpaket fungiert. Durch Längsschlitze 10 können Krümel
durch das Krümelblech 8 hindurch fallen und sammeln sich in einer darunter befindlichen
Krümelschublade, die gelegentlich entleert werden muss.
[0026] In der Draufsicht gemäß Figur 2 wird durch eine Linie 12 eine Schneidebene des Messers
der Schneideinrichtung definiert. In einem geringen Abstand 13 von der Schneidebene
befindet sich ein aus Blech bestehendes Stützelement 14 einer Scheibenstütze 15. Diese
dient zum Auffangen und Abstützen der abgeschnittenen Scheiben bzw. des sich sukzessive
aufbauenden Scheibenpakets, während dieses in dem Aufnahmebereich 5 in Vorschubrichtung
vorgeschoben wird.
[0027] Aus den Figuren 2 und 3 lässt sich entnehmen, dass die Scheibenstütze 15 um eine
Drehachse 16, die innerhalb der Ebene einer Seitenwand 17 des Aufnahmeschachts 7 verläuft,
drehbar gelagert ist. Ein zweigeteilter Lagerbock 18 der Scheibenstütze 15 ist mit
der Seitenwand 17 verschraubt. Während sich in dem Aufnahmebereich 5 ein Paket der
abgeschnittenen Scheiben bildet, vollführt die Scheibenstützte 15, insbesondere deren
mit der ersten abgeschnittenen Scheiben in Kontakt kommendes Stützelement 14, eine
Kreisbewegung um die Drehachse 16, veranschaulicht durch einen in Figur 2 dargestellten
gekrümmten Pfeil 19. Da die Drehachse 16 in einem rechten Winkel zu der Abstellfläche
9 verläuft, behält eine Unterkante 20 des Stützelements 14 während der Schwenkbewegung
stets denselben minimalen Abstand von der Abstellfläche 9.
[0028] Aus den vergrößerten Darstellungen gemäß den Figuren 4 bis 6 lässt sich entnehmen,
dass die Scheibenstütze 15 einen Stützarm 21 und einen Rückstellarm 22 besitzt, die
auf gegenüber liegenden Seiten der Drehachse 16 angeordnet sind. Der Stützarm 21 ist
an seinem freien Ende mit dem Stützelement 14 verbunden, wohingegen das freie Ende
des Rückstellarms 22 mit einer Gegengewichtseinrichtung 23 in Form eines tonnenförmigen
Gegengewichts 24 und mit einem daran angeordneten Anschlagelement 25 versehen ist.
Der Stützarm 21 mit dem Stützelement 14 befindet sich innerhalb des Aufnahmebereichs
5, wohingegen sich der Rückstellarm 22 mit der Gegengewichtseinrichtung 23 in einem
Raum hinter der Seitenwand 17, d.h. abgedeckt innerhalb des Maschinengehäuses 2, befindet.
Mit einer Anschlagfläche 26 schlägt das Anschlagelement 25 in einer Startposition
der Scheibenstütze 15 an die dem Aufnahmebereich 5 abgewandte Rückseite der Seitenwand
17 an und begrenzt somit eine weitere Schwenkbewegung der Scheibenstütze 15, d.h.
verhindert insbesondere auch eine Kollision des Stützelements 14 mit dem Messer der
Schneideinrichtung.
[0029] Wie sich sehr anschaulich den Figuren 5 und 6 entnehmen lässt, besteht das Stützelement
14 - insbesondere dessen der Schneideinrichtung zugewandten Vorderseite - aus drei
Abschnitten, nämlich aus einem Mittelabschnitt 27, einem Fangabschnitt 28 und einem
Spätstützabschnitt 29. In dem parallel zu der Messerebene verlaufenden Mittelabschnitt
27 schließt der Stützarm 21 an das Stützelement 14 an. Auf der der Drehachse 16 abgewandten
Seite des Mittelabschnitts 27 schließt sich der Fangabschnitt 28 an, der unter einem
Winkel von ca. 15° bis 25° geneigt zu der Messerebene hin verläuft. Insbesondere beim
Abschneiden der ersten Scheiben wird auf diese Weise ein seitliches "Wegspringen"
der abgeschnittenen Scheibe in dem Moment, in dem diese von dem Laib abgetrennt wird,
verhindert. Dies gilt insbesondere für konvexe Endstücke von Broten, die allein aufgrund
des ebenen Mittelabschnitts 27 keine hinreichende seitliche Führung hätten. Während
der Mittelabschnitt 27 in der Startposition parallel zu der Messerebene verläuft,
ändert sich dessen Ausrichtung im Zuge der Drehung der Scheibenstütze 15 um die Drehachse
16 fortlaufend. Um auch nach einer Auslenkung der Scheibenstütze von ca. 30° bis 45°
noch eine gute Abstützung des Scheibenpakets zu gewährleisten, ist der Spätstützabschnitt
29 unter einem Winkel von ca. 25° bis 30° zu der Messerebene geneigt und zwar von
dieser weg gerichtet. Bei langen Brotlaiben mit entsprechend langen Scheibenpaketen
kommt in der Endphase des Aufschneidvorgangs möglicherweise nur noch eine Kante 30
des Spätstützabschnitts 29 mit der vordersten Scheibe des Scheibenpakets in Kontakt,
was jedoch unkritisch ist, da sich in dieser Phase das Scheibenpaket im Wesentlichen
selbst stabilisiert und die Ablagebedingungen für neu entstehende Scheiben durch die
zuletzt abgeschnittene Scheibe wesentlich bestimmt werden und somit die Ausrichtung
des Stützelements 14 selbst weniger von Bedeutung ist.
[0030] Die "Automatik" des Rückschwenkens der Scheibenstütze 15 - nachdem das Scheibenpaket
nach Beendigung des Schneidvorgangs aus dem Aufnahmeschacht 7 entnommen wurde - ergibt
sich aufgrund der Schrägstellung der Seitenwand 17 und damit auch der Drehachse 18
der Scheibenstütze 15 in Bezug auf eine vertikale Anordnung. Nach der Auslenkung in
eine Position mit höherer potentieller Energie ist das Gegengewicht 24 stets bestrebt,
die in den Figuren 1 und 2 gezeigte Ausgangsposition einzunehmen, in der das Stützelement
14 der Scheibenstütze 15 in der Startposition angeordnet ist und das Anschlagelement
25 an der Rückseite der Seitenwand 17 anliegt. Die Größe der von dem Gegengewicht
während des Schneidvorgangs auf das sich bildende Scheibenpaket ausgeübten Gegenkraft
lässt sich durch Veränderung des Abstandes des Gegengewichts 24 von der Drehachse
16 durch Verschieben einstellen. Mit der Verschiebung des Gegengewichts 24 ist auch
das Anschlagelement 25 durch eine Schraube entsprechend der neuen Position des Gegengewichts
24 neu einzustellen. Das Gegengewicht 24 bestimmt insbesondere auch die beim Rückstellen
ausgeübte Kraftkomponente, die auf die Scheibenstütze 15 ein Rückstellmoment um die
Drehachse 16 ausübt.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Schneidmaschine
- 2
- Maschinengehäuse
- 3
- Rolle
- 4
- Zuführbereich
- 5
- Aufnahmebereich
- 6
- Pfeil
- 7
- Aufnahmeschacht
- 8
- Krümelblech
- 9
- Abstellfläche
- 10
- Längsschlitze
- 11
- Krümelschublade
- 12
- Linie
- 13
- Abstand
- 14
- Stützelement
- 15
- Scheibenstütze
- 16
- Drehachse
- 17
- Seitenwand
- 18
- Lagerbock
- 19
- Pfeil
- 20
- Unterkante
- 21
- Stützarm
- 22
- Rückstellarm
- 23
- Gegengewichtseinrichtung
- 24
- Gegengewicht
- 25
- Anschlagelement
- 26
- Anschlagfläche
- 27
- Mittelabschnitt
- 28
- Fangabschnitt
- 29
- Spätstützabschnitt
- 30
- Kante
1. Brotschneidemaschine (1) mit
- einer Schneideinrichtung, die ein um mindestens eine Drehachse rotierbares Messer
aufweist,
- einem Zuführbereich (4), in den ein Laib eines zu schneidenden Brots einlegbar ist,
- einer Vorschubeinrichtung, mit der ein in den Zuführbereich (4) angeordneter zu
schneidender Laib so auf die Schneideinrichtung zu vorschiebbar ist, dass sukzessive
von einem vorderen Ende des Laibs mittels der Schneideinrichtung Scheiben abschneidbar
sind,
- einem Aufnahmebereich (5), in dem die abgeschnittenen Scheiben so aufnehmbar sind,
dass sich im Laufe des Abschneidens einer Mehrzahl von Scheiben aus diesen in dem
Aufnahmebereich (5) ein Scheibenpaket bildet, das ungefähr die Form des ungeschnittenen
Laibs aufweist, wobei die abgeschnittenen Scheiben jeweils mit einer Unterseite auf
einer Abstellfläche (9) des Aufnahmebereichs (5) aufstehen, und
- einer Scheibenstütze (15), mit der die erste abgeschnittene Scheibe und das aus
dieser und weiteren, nachfolgend abgeschnittenen Scheiben jeweils gebildete Scheibenpaket
abstützbar ist, wobei die Scheibenstütze (15) von einer Startposition, in der sie
in der Nähe der Schneideinrichtung angeordnet ist, in Folge des fortlaufenden Aufschneidens
des Laibs durch das sich in Vorschubrichtung verlagernde Scheibenpaket in eine Endposition
bewegbar ist, in der der Laib vollständig aufgeschnitten ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Scheibenstütze (15) mittels der Gewichtskraft einer Gegengewichtseinrichtung
(23) von der Endposition in die Startposition zurückbewegbar ist, wobei ein Gegengewicht
(24) der Gegengewichtseinrichtung (23) außerhalb des Aufnahmebereichs (5) und innerhalb
des Maschinengehäuses (2) angeordnet ist.
2. Brotschneidemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibenstütze (15) um eine vorzugsweise senkrecht zu der Abstellfläche (9) des
Aufnahmebereichs (5) ausgerichtete Drehachse (16) drehbar gelagert ist und sich bei
der Bewegung von der Startposition in die Endposition und umgekehrt um diese Drehachse
(16) dreht.
3. Brotschneidemaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibenstütze (15)
- einen Stützarm (21), der sich in dem Aufnahmebereich (5) befindet und an einem der
Drehachse (16) abgewandten Ende ein Stützelement (14) aufweist, mit dem die abgeschnittenen
Scheiben abstützbar sind, und
- einen Rückstellarm aufweist, der an einem der Drehachse (16) abgewandten Ende mit
der Gegengewichtseinrichtung (23) verbunden ist, wobei der Stützarm (21) und der Rückstellarm
(22) auf entgegen gesetzten Seiten der Drehachse (16) angeordnet sind.
4. Brotschneidemaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (16) unter einem Winkel zur Vertikalen verläuft und die Gegengewichtseinrichtung
(23) ein Gegengewicht (24) ist, das starr mit dem Rückstellarm (22) gekoppelt ist,
wobei ein Abstand des Schwerpunkts des Gegengewichts (24) von der Drehachse (16) vorzugsweise
einstellbar ist.
5. Brotschneidemaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Flächennormale der Abstellfläche (9) des Aufnahmebereichs (5) parallel zu der
Drehachse (16) der Scheibenstütze (15) verläuft.
6. Brotschneidemaschine nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützelement (14) einen in der Startposition der Scheibenstütze (15) parallel
zu einer Messerebene ausgerichteten Mittelabschnitt (27), einen an diesen anschließenden,
dem Messer zugeneigten Fangabschnitt (28) und einen sich an der dem Fangabschnitt
(18) gegenüber liegenden Seite des Mittelabschnitts (27) an diesen anschließenden
und von dem Messer weg geneigten Spätstützabschnitt (29) aufweist.
7. Brotschneidemaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 6, gekennzeichnet durch ein vorzugsweise aus einem gummielastischen Material bestehendes Anschlagelement
(25), das die Drehbewegung der Scheibenstütze (15) in der Startposition begrenzt.