[0001] Die Erfindung betrifft einen Schall- und gegebenenfalls Stoßabsorber auf Schaumstoffbasis,
mit einer gegenüber einer Flächenerstreckung geringen Dicke, wobei der Schaumstoff
ein offenporiger Weichschaumstoff ist, mit einer ersten Flachseite, bevorzugt als
Sichtseite genutzt, und einer zweiten Flachseite, bevorzugt als Wandseite genutzt,
wobei weiter auf der ersten Flachseite ein die Außenoberfläche des Absorbers zumindest
mit bildendes Glasfaservlies angebracht ist.
[0002] Derartige Absorber sind beispielsweise aus der
DE 10 2006 051 567 A1 bekannt. Weiter wird auf die
DE 20 2006 016 723 U1 und die nicht vorveröffentlichte
DE 20 2009 013 052 verwiesen. Vornehmlich dienen die bekannten Absorber zur Schalldämpfung. Aufgrund
der Schaumstofflage ist aber auch immer eine gewisse Stoßdämpfung ermöglicht.
[0003] Hinsichtlich der Stoßdämpfung ist erwünscht, dass der Absorber im Hinblick auf gelegentliche
oder versehentliche Stoßbeeinträchtigungen, etwa mittels eines Ballwurfes, möglichst
unbeeinflusst bleibt. Darüber hinaus ist erstrebt, dass derartige Absorber eine hohe
Brandsicherheit aufweisen. Nicht zuletzt soll die Schalldämpfung in den für eine Schalldämpfung
in Gebäuden, beispielsweise Verwaltungsgebäuden, oder in Hallen wie etwa Fertigungshallen
wesentlichen Frequenzbereichen möglichst gut sein.
[0004] Ausgehend hiervon beschäftigt sich die Erfindung mit der Aufgabe, einen Schall- und
Stoßabsorber wie vorstehend angegeben so auszubilden, dass bei hoher Brandsicherheit
zugleich eine möglichst hohe Unempfindlichkeit gegen Stoßereignisse und gleichwohl
eine gute Schalldämpfung gegeben ist.
[0005] Eine mögliche Lösung dieser Aufgabe ist gemäß einem ersten Erfindungsgedanken bei
einem Absorber gegeben, bei dem auf der zweiten Flachseite eine dünne Metallfolie
aufgebracht ist. Die Metallfolie verstärkt zunächst vorteilhaft die Schaumstofflage,
die demnach im Querschnitt zwischen der vorderen Glasfaservlieslage und der Metallfolie
eingefasst ist. Es ergibt sich ein festigkeitsmäßig günstiger Sandwichaufbau. Gleichwohl
kann die Metallfolie sehr dünn sein. Die Metallfolie wirkt akustisch reflektierend.
In den Absorber durch die erste Flachseite eindringende Schallwellen werden rückseitig
reflektiert und können so nochmals die Dicke der Schaumstofflage durchwandern, so
dass sich der Dämpfungseffekt verstärkt.. Zugleich ist eine Metallfolie brandtechnisch
vorteilhaft. Die vorderseitig aufgebrachte Glasfaservlieslage trägt gleichfalls zur
Erhöhung der mechanischen Festigkeit bei. Sie reduziert nicht nur die unmittelbare
Beeinträchtigung des Schaumstoffes bei einer Stoßbelastung, sondern wirkt, kombinativ
mit der genannten Metallfolie, bei Biegebelastungen kraftverteilend über die gesamte
Fläche des Absorbers.
[0006] Ein solcher Absorber kann beispielsweise randseitig in Rahmenteilen, bevorzugt Metallrahmenteilen,
die etwa im Sinne eines C-Profiles den genannten Absorberaufbau umgreifen, eingefasst
sein. Es kann sich bei einem Einfassungsprofil aber auch um Winkelprofile handeln,
wobei der genannte Aufbau vorder- oder rückseitig, im Randbereich, gegen den Winkelabschnitt
anliegend, beispielsweise angeklebt, sein kann.
[0007] Derartige Absorber können Flächenabmessung von beispielsweise 2 bis 4 m x 0,5 bis
2 m aufweisen. Bevorzugt ist eine Flächenabmessung von beispielsweise 3 x 1,25 m.
Die Dicke eines solchen Absorbers kann beispielsweise zwischen 5 und 150 mm liegen.
Jedenfalls weist ein hier beschriebener Absorber bevorzugt eine gegenüber einer Flächenerstreckung
geringe Dicke auf. Die Flächenerstreckung entspricht zumindest in einer Richtung dem
4-Fachen oder mehr der Dicke.
[0008] Der genannte Aufbau ermöglicht vorteilhaft eine wie angegeben relativ große freitragende
Größe des Absorbers. Zudem ergibt sich aufgrund der vorteilhaften akustischen Wirksamkeit,
die eine relativ geringe Dicke zulässt, ein vorteilhaft niedriges Gewicht eines solchen
Absorbers. Bevorzugt werden Flächengewichte des Absorbers - ohne Rahmen - im Bereich
von 100 bis 300 g realisiert.
[0009] Weitere Merkmale der Erfindung sind nachstehend, auch in der Figurenbeschreibung
und in der Zeichnung, oftmals in ihrer bevorzugten Zuordnung zu dem bereits vorstehend
erläuterten Anspruchskonzept beschrieben bzw. dargestellt, sie können aber auch in
einer Zuordnung zu nur einem oder mehreren einzelnen Merkmalen, die hier beschrieben
oder zeichnerisch dargestellt sind, insbesondere solchen des bereits abgehandelten
Anspruches 1, oder unabhängig oder in einem anderen Gesamtkonzept von Bedeutung sein.
[0010] So ist es bevorzugt, dass zwischen der Metallfolie und dem Schaumstoff auf der zweiten
Flachseite eine Vlieslage angeordnet ist. Diese Vlieslage erbringt zunächst eine vorteilhafte
Verstärkung der Metallfolie. Sie ist zugleich aber auch akustisch wirksam. Zudem führt
sie zu einer weiteren vorteilhaften Verstärkung im Gesamtverbund, etwa hinsichtlich
der Empfindlichkeit gegen Biegebeanspruchungen oder flächenmäßig konzentrierte Stoßbelastungen.
[0011] Die Vlieslage auf der zweiten Flachseite kann auch eine Glasfaservlieslage sein.
Die Glasfaservlieslage ist insbesondere brandtechnisch vorteilhaft.
[0012] Das Glasfaservlies auf der Sichtseite ist weiter bevorzugt durch ein Glasfasergewebe
verstärkt. Das Glasfaservlies kann hierbei beidseitig bzw. durchdringend bezüglich
des Glasfasergewebes vorgesehen sein. Das Glasfasergewebe kann auch außenseitig auf
das Glasfaservlies aufgelegt sein bzw. kann innenseitig nur als Verbundlage zwischen
dem Glasfaservlies und dem Schaumstoff angeordnet sein.
[0013] Sowohl die rückseitigen Materialien, die Metallfolie und bevorzugt das Vlies, weiter
bevorzugt das Glasfaservlies, wie auch die vorderseitig aufgebrachten Materialien,
wiederum das Glasfaservlies und bevorzugt das Gewebe, weiter bevorzugt das Glasfasergewebe,
sind bevorzugt mit einem Heißklebstoff mit dem Schaumstoff verbunden. Es kann sich
hier um einen polyethylenbasierten Heißklebstoff handeln. Beispielsweise LDPE. Der
Heißklebstoff ist weiter bevorzugt mit einem Flächengewicht zwischen 15 und 40 g/m
3, weiter bevorzugt mit 25 g/m
3, aufgebracht.
[0014] Die Metallfolie, die beispielsweise eine Aluminiumfolie oder eine Kupferfolie sein
kann, hat bevorzugt eine Dicke im Bereich von 10 bis 230 µm. Jedenfalls weist sie
bevorzugt eine Dicke von 1 mm oder weniger auf.
[0015] Der Schaumstoff, der bevorzugt ein weitestgehend offenporiger Schaumstoff ist, weiter
bevorzugt ein Weichschaumstoff, insbesondere ein 100 % offenporiger Melaminharzschaumstoff,
kann ein Raumgewicht zwischen 6 und 20 kg/m
3 aufweisen. Das Vlies, bevorzugt Glasfaservlies, auf der zweiten Flachseite, weist
bevorzugt ein Flächengewicht im Bereich von 15 bis 50 g/m
3 auf. Ein gleiches Flächengewicht weist bevorzugt das Glasfaservlies auf der ersten
Flachseite auf.
[0016] Die vor - und nachstehend angegebenen Wertebereiche schließen hinsichtlich der Offenbarung
auch sämtliche Zwischenwerte ein, insbesondere in 1/10-Schritten der jeweiligen Dimension,
also beispielsweise 1/10 µm, mm, kg oder m
3, einerseits zur Eingrenzung zu der genannten Bereichsgrenze von unten und/oder oben,
alternativ oder ergänzend aber auch im Hinblick auf die Offenbarung eines oder mehrerer
singulären Werte innerhalb der genannten Bereichsgrenze. Dies betrifft auch Bereichsgrenzen,
die dimensionslos angegeben sind, wobei insoweit die Zahlenwerte als solche - sei
es als Einschränkung und/oder als singuläre Zahlenwerte - in die Offenbarung eingeschlossen
sind.
[0017] Nachstehend ist die Erfindung des Weiteren anhand der beigefügten Zeichnung, die
jedoch lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellt, erläutert. Hierbei zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische, teilweise entsprechend einer Explosionsdarstellung aufgefächert
gezeichnete Darstellung des Absorbers;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den Gegenstand gemäß Fig. 1, geschnitten entlang der Linie
II-II.
[0018] Dargestellt und beschrieben ist, mit Bezug zu Fig. 1, ein Absorber 1, der volumenmäßig
hauptsächlich aus einem im Querschnitt rechteckigen Schaumstoffteil 2 besteht. Das
Schaumstoffteil 2 ist durch einen offenzelligen Schaumstoff gebildet. Konkret handelt
es sich beim Ausführungsbeispiel um einen Melaminharzschaumstoff, der praktisch hundertprozentig
offenzellig ist. Beim Ausführungsbeispiel hat der Schaumstoff, es handelt sich auch
um einen Weichschaumstoff, ein Raumgewicht von ca. 10 kg/m
3.
[0019] Der Absorber 1 weist eine erste Flachseite 3 auf und eine zweite Flachseite 4. Die
perspektivische Darstellung der Fig. 1 zeigt die zweite Flachseite 4 oben. Im Einbauzustand
ist diese zweite Flachseite 4 bevorzugt die Wandseite. Ein solcher Absorber 1 wird
bevorzugt vertikal hängend an einer Wand angebracht. Die erste bzw. zweite Flachseite
sind dann vertikal ausgerichtet.
[0020] Auf der zweiten Flachseite 4 ist auf den Schaumstoff 2 ein Glasfaservlies 5 aufgebracht,
das außenseitig nochmals von einer hier als Aluminiumfolie ausgebildeten Metallfolie
6 überdeckt ist. Die Metallfolie 6 hat beim Ausführungsbeispiel eine Dicke von 18
µm. Das Glasfaservlies 5 weist ein Flächengewicht von beispielsweise 30 bis 50 g/m
3 auf. Weiter ist ein Heißklebstoff 7, beispielsweise LDPE, vorgesehen. Dieser ist
hier, wie auch grundsätzlich ein Lieferzustand des Heißklebstoffes vor Verarbeitung
sein kann, als dünne Folie gezeichnet. Bevorzugt ist, dass er jedenfalls im Verbundzustand
gleichsam durchmischend zu dem Glasfaservlies 5 bis hin zur Anhaftung an der Folie
6 vorliegt. Der Heißklebstoff wird beim Ausführungsbeispiel in einer Menge aufgebracht,
die einem Flächengewischt von 25 g/m
3 entspricht. Der Heißklebstoff kann zur Verarbeitung beispielsweise durch eine Hindurchleitung
von Heißluft aktiviert werden.
[0021] Auch auf der Vorderseite ist ein Heißklebstoff 8 vorgesehen. Auch hier ist der Heißklebstoff
als Folie gezeichnet, ist jedoch im Einbauzustand bevorzugt durchdringend bezüglich
der weiterhin vorgesehenen Glasfasermatte 9 und dem Glasfaservlies 10 auf der Vorderseite
3 vorliegend. Der Gesamtverbund von Heißklebstoff 8, Glasfasermatte 9 und Glasfaservlies
10 auf der Vorderseite hat beim Ausführungsbeispiel ein Flächengewicht von rund 180
g/m
2. Hierbei weist die Glasfasermatte 9 üblicherweise den größten Anteil auf. Beispielsweise
im Bereich von 60 bis 120 g/m
2. Das Vlies 10 kann ein Flächengewicht von beispielsweise 30 bis 60 g/m
2 aufweisen und der Heißklebstoff von 20 bis 30 g/m
2. Bevorzugt ist der Heißklebstoff 8 beim Ausführungsbeispiel wie der Heißklebstoff
7 auch mit 25 g/m
2 vorgesehen.
[0022] Wie sich auch aus der Querschnittsdarstellung gemäß Fig. 2 ergibt, sind die Schmalrandseiten
11,12 des Schaumstoffs 2 bevorzugt unbedeckt. Sie können aber auch eine Abdeckung
aufweisen. Beispielsweise nur in Form einer Vlieslage und/oder (gegebenenfalls unterschiedlich
je nach Schmalrandseite 11 oder 12 oder Stirnseite 13, 14) entsprechend der Beschichtung
auf der zweiten Flachseite 4 oder entsprechend Beschichtung der ersten Flachseite
3.
[0023] Alle offenbarten Merkmale sind (für sich) erfindungswesentlich. In die Offenbarung
der Anmeldung wird hiermit auch der Offenbarungsinhalt der zugehörigen/beigefügten
Prioritätsunterlagen (Abschrift der Voranmeldung) vollinhaltlich mit einbezogen, auch
zu dem Zweck, Merkmale dieser Unterlagen in Ansprüche vorliegender Anmeldung mit aufzunehmen.
Die Unteransprüche charakterisieren in ihrer fakultativ nebengeordneten Fassung eigenständige
erfinderische Weiterbildung des Standes der Technik, insbesondere um auf Basis dieser
Ansprüche Teilanmeldungen vorzunehmen.
1. Schall- und/oder Stoßabsorber (1) auf Schaumstoffbasis, mit einer gegenüber einer
Flächenerstreckung geringen Dicke, wobei der Schaumstoff (2) ein offenporiger Weichschaumstoff
ist, mit einer ersten Flachseite (3), bevorzugt als Sichtseite genutzt, und mit einer
zweiten Flachseite (4), bevorzugt als Wandseite genutzt, wobei auf der ersten Flachseite
(3) ein die Außenoberfläche des Absorbers (1) zumindest mit bildendes Glasfaservlies
(10) angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass auf der zweiten Flachseite (4) eine Metallfolie (6) aufgebracht ist.
2. Absorber nach Anspruch 1 oder insbesondere danach, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Metallfolie (6) und dem Schaumstoff (2) eine Vlieslage (5) angeordnet
ist.
3. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass die Vlieslage (5) aus Glasfasern besteht.
4. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass die Metallfolie (6) und/oder die Vlieslage (5) mittels eines Heißklebstoffes (7)
mit der Schaumstofflage (2) verbunden ist.
5. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass das Glasfasservlies (10) auf der ersten Flachseite (3) durch ein Glasfasergewebe
(9) verstärkt ist.
6. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass das Glasfaservlies (10) und/oder das Glasfasergewebe (9) auf der ersten Flachseite
(3) mittels eines Heißklebstoffes (8) mit dem Schaumstoff (2) verklebt ist, wobei,
bevorzugt die Heißklebstoffschicht (7, 8) ein Flächengewicht zwischen 15 und 50 g/m3 aufweist.
7. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schaumstoff (2) ein Melaminharzschaumstoff ist.
8. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schaumstoff (2) ein Raumgewicht zwischen 6 und 20 kg/m3 aufweist.
9. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass die Metallfolie (6) eine Dicke zwischen 10 und 30 µm aufweist.
10. Absorber nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche oder insbesondere danach,
dadurch gekennzeichnet, dass das Glasfaservlies (5) auf der ersten und/oder zweiten Flachseite ein Flächengewicht
zwischen 15 und 50 g/m3 30 aufweist.