[0001] Die Erfindung betrifft eine Kartusche für einen Arzneimittelspender, in der Feststoff-Arzneimittelportionen,
beispielsweise Tabletten, in einer vorzugsweise säulenförmigen Anordnung enthalten
sind. Ferner betrifft die Erfindung den Arzneimittelspender sowie den Arzneimittelspender
mit der darin enthaltenen auswechselbaren Kartusche. Ferner betrifft die Erfindung
Verwendungen der Kartusche und des Arzneimittelspenders zur Aufbewahrung bzw. zur
Ausgabe von Arzneimittelportionen, beispielsweise von Hormonpräparaten.
[0002] Es ist bekannt, einem Anwender Feststoff-Arzneimittelportionen, beispielsweise Tabletten,
in unterschiedlichen Verpackungsarten zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise werden
derartige feste Arzneien sehr häufig in so genannten Blisterverpackungen (PTP: push-through
pack) jeweils einzeln eingeschweißt geliefert, in denen diese im Allgemeinen in versiegelten
Zellen abgepackt sind. Hierzu wird eine meist durchsichtige Kunststofffolie, die Aufnahmemulden
für die Portionen aufweist, mit einer Aluminiumfolie verschweißt, wobei sich die einzelnen
Zellen bilden, in denen die Tabletten enthalten sind. Die Tabletten werden den einzelnen
Zellen vor der Einnahme durch Durchdrücken von der Aufnahmemulde aus durch die Aluminiumfolie
hindurch entnommen. Diese Verpackungsart ist weit verbreitet, weil jede einzelne Tablette
dadurch sicher verwahrt und vor äußeren schädlichen Einflüssen geschützt ist. In einer
anderen Verpackungsform werden die festen Arzneien in Fläschchen bereitgestellt, in
denen sich die einzelnen Tabletten jeweils unverpackt befinden. Die Anwender müssen
die Tabletten in diesem Falle einzeln mit der Hand entnehmen. In einer weiteren Verpackungsform
befinden sich die Tabletten, wiederum jeweils unverpackt, in einer säulenförmigen
Anordnung in einem Röhrchen. Auch in diesem Falle werden die einzelnen Tabletten mit
der Hand entnommen. Dies ist insofern problematisch, als die Gefahr besteht, dass
einzelne Tabletten herausfallen und dabei beschädigt oder verschmutzt werden. Außerdem
hat der Anwender keine Kontrolle und keinen Überblick über die Anzahl der bereits
genommenen Tabletten.
[0003] Um eine bequeme Dosierung, eine sichere Medikationshilfe und eine schonende Behandlung
der Arzneimittelportionen zu gewährleisten, ist es vorteilhaft, wenn derartig verpackte
feste Arzneimittelportionen zur Einnahme durch den Anwender in einem Arzneimittelspender
bereitgestellt werden. In diesem Falle sind die Arzneimittelportionen in dem Spender
enthalten und können bei Bedarf aus dem Spender ausgegeben werden. Der Vorteil derartiger
Systeme besteht zum einen u.a. darin, dass die Arzneimittelportionen in dem Spender
gegen äußere Einflüsse geschützt sind und dass die Möglichkeit besteht, mit geeigneten
Mitteln vorzusehen, dass die Portionen in vordosierter Menge ausgegeben werden.
[0004] Für die Verwendung von Arzneien, die in Blisterstreifen verpackt sind, ist beispielsweise
in
WO 2005/028316 A2 ein Spender beschrieben, der an einem Ende einen Schlitz zur Aufnahme eines Blisterstreifens
enthält. Zur Ausgabe einzelner Tabletten wird der Blisterstreifen nur teilweise aus
dem Spender herausgezogen, so dass nur eine einzelne Tablette oder nur eine bestimmte
geringe Anzahl von Tabletten freiliegt. Dies wird dadurch gewährleistet, dass der
Blister Vorsprünge aufweist, in die Greifer eingreifen, um einen definierten Vorschub
beim Herausziehen des Blisters aus dem Spender vorzugeben.
[0005] In
US 3,591,043 A ist ein Behälter und Spender angegeben, der eine deformierbare Wand und eine Öffnung
an einer Stirnseite aufweist. Bei Ausübung eines Druckes auf die Seitenwände öffnet
sich ein unteres Verschlusselement durch Deformation des Verschlusselementes.
[0006] In
US 6,409,020 B1 ist ein weiterer Spender offenbart, der einen Blister mit kreisförmig angeordneten
Blisterzellen enthält. Die Tabletten in den Blisterzellen sind grundsätzlich durch
ein Fenster auf der Oberseite des Spenders zugänglich, allerdings nur dann, wenn ein
Anwender auf mindestens eine der seitlich an dem Spender angebrachten Laschen eines
Streifens drückt, der sich im Ruhezustand über das Fenster erstreckt, somit die Tabletten
abdeckt und damit vor einem unbefugten Zugriff schützt. Drückt der Anwender dagegen
auf die Lasche, wird der Streifen aufgebogen und gibt die Tabletten frei.
[0007] Ein Spender für Erfrischungs- und Hustenpastillen ist in
US-Patent Nr. 5,080,258 offenbart. Die in diesem Spender enthaltenen Pastillen sind gestapelt. Unter Federkraft
werden die Pastillen in einer Führung nach oben gedrückt und gelangen auf diese Weise
in einen Auswerferkopf, der eine Auswurfklaue aufweist, mit der die Pastillen einzeln
an der Seite des Spenders ausgegeben werden.
[0008] Auch in
US-Patent Nr. 5,366,112 ist ein Spender für Erfrischungs- und Hustenpastillen beschrieben, in dem die Pastillen
in einem in den Spender einsetzbaren Magazin gestapelt sind. Unter Federkraft werden
die Pastillen auch in diesem Falle in dem Magazin nach oben gedrückt und von einem
am Spender vorgesehenen Auswerferkopf mit Auswurfklaue einzeln ausgegeben. In diesem
Falle befinden sich die Pastillen in einem Magazin, das für den Transport mit einer
einfachen Schutzhülle versehen sein kann. Die Tabletten werden, wie zu
US-Patent Nr. 5,080,258 angegeben, seitlich aus dem Spender ausgegeben.
[0009] In
EP 1 189 822 B1 ist ein Tablettenspender für medizinische Zwecke offenbart. Dieser enthält einen
in Form eines Rohres ausgebildeten Behälter, in dem die Tabletten gestapelt enthalten
sind und unter Federspannung stehen. Die Tabletten werden mittels eines vom Kopf des
Spenders betätigten Auswurfmechanismus' am Spender seitlich aus dem Spender ausgegeben.
[0010] In
US 2003/0132239 A1 ist ein Magazin zur Aufnahme von gestapelten Tabletten, beispielsweise Erfrischungs-
und Hustenpastillen, beschrieben, das zur Verwendung in einem Tablettenspender vorgesehen
ist. Die Tabletten werden am Kopf des Spenders mittels eines Auswerfers quer zur Achse
des Spenders ausgegeben.
[0011] Weiterhin ist in
US-Patent Nr. 5,230,440 ein Spender für Tabletten, beispielsweise Kontrazeptiva, Zündsteine für Feuerzeuge
oder Süßigkeiten, wie Bonbons, offenbart. Die Tabletten o.ä. sind in einem Stapel
in einer Hülse enthalten, die in den Spender eingesetzt werden kann. Die Tabletten
o.ä. werden an der Seite aus dem Spender ausgegeben.
[0012] In
US-Patent Nr. 5,048,720 ist ein Spender für Süßigkeiten oder Tabletten beschrieben, der ein Gehäuse und ein
darin verrastbares Magazin aufweist. Durch das Magazin werden in dem Gehäuse zwei
Kammern gebildet. In einer der Kammern sind in dem Magazin die Süßigkeiten oder Tabletten
enthalten. Die Süßigkeiten oder Tabletten werden bei der Bedienung des Spenders an
der Seite ausgeworfen, indem ein mit dem Daumen betätigbarer Schieber am Magazin und
damit ein Ausstoßer zur seitlichen Ausgabe einer einzelnen Süßigkeit oder Tablette
betätigt werden.
[0013] Weiterhin ist in
DE 42 30 452 A1 ein Behältnis zur Aufbewahrung und Einzelausgabe von in Trägern aufgenommenen Dragees
offenbart. Das Behältnis weist zur Ausgabe der Dragees einen Druckstößel und eine
Ausstoßerzunge auf, von der zumindest die Spitze flexibel ist. Durch Betätigen des
Druckstößels bewegt sich die Spitze in Druckrichtung und durch die Formgebung der
Führung für die Ausstoßerzunge direkt durch eine Öffnung in der Mantelfläche des Trägers.
Die Öffnung befindet sich am äußeren Rand des Trägers, vis-a-vis zu einer zweiten
Öffnung, durch die ein Dragee mit der in das Trägerinnere gedrückten Spitze der Ausstoßerzunge
herausgedrückt werden kann.
[0014] Aus
WO 2008/071233 A1 ist ein Tablettenspender bekannt, der ein einsetzbares Magazin aufweist. Am Spender
ist eine Ausgabeeinrichtung für die Tabletten angebracht, die einen Auslöseknopf,
einen Ausgabeschlitten für die Tabletten sowie eine Einrichtung zur Übertragung der
Druckbewegung auf den Knopf auf den Ausgabeschlitten umfasst.
[0015] In
DE 88 07 774 U1 ist ein Tablettenspender offenbart, der ein Griffstück, welches mit einem Tablettenreservoir
verbunden wird, einen Schieber und eine Abdeckung, die mit einer Öffnung versehen
ist, durch die die zu entnehmende Tablette heraus fällt, aufweist.
[0016] Aus
DE 31 43 953 A1 ist ein Dosierspender für tablettenförmige Produkte bekannt, der ein Basiselement
mit darin beweglich gelagertem Dosierschieber enthält, bekannt. In den Dosierspender
kann eine Tablettenpatrone bzw. ein Tablettenvorratsbehälter eingesetzt werden. Die
Produkte fallen bei Betätigung des Dosierschiebers einzeln aus dem Spender heraus.
[0017] In
US 3,270,915 A ist ein Dosierspender für pharmazeutische Tabletten bekannt, der einen äußeren Behälter,
ein zylindrisches Magazin, das in den Spender eingesetzt werden kann, einen unteren
Verschluss sowie einen drehbaren Schieber in dem Verschluss aufweist. Der drehbare
Schieber enthält eine Öffnung, durch die die Tabletten heraus fallen.
[0018] Zu den meisten bekannten oben angegebenen Arzneimittelspendern ist nicht angegeben,
wie die Tabletten, Pastillen, Bonbons o.ä. in die Spender eingebracht werden. In einigen
Dokumenten, beispielsweise in
US-Patent Nr. 5,230,440, ist zwar angegeben, dass die die Tabletten o.ä. enthaltende Hülse austauschbar ist
und in einen Hohlraum in dem Spender eingesetzt wird. Auch in
US-Patent Nr. 5,048,720 wird angegeben, dass ein Magazin, das die Süßigkeiten oder Tabletten enthält, in
ein Gehäuse eingesetzt wird. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Verwendung
derartiger Spender insbesondere dann, wenn diese von sehbehinderten Personen oder
unter schlechten Lichtverhältnissen benutzt wurden, problematisch ist, weil die ausgeworfenen
Tabletten o.ä. nicht in allen Fällen von den Anwendern / Anwenderinnen erfasst werden
können, sondern dass die Tabletten o.ä. herunterfallen und dabei verloren gehen. Vor
allem, wenn mit dem Spender kleine Tabletten ausgegeben werden, kann es vorkommen,
dass die benutzende Person nicht sicher ist, ob sie die Tablette erhalten hat oder
nicht.
[0019] Ferner ist bei den bekannten Vorrichtungen nicht gewährleistet, dass die Tabletten
in jeder Phase der Verwendung, beispielsweise auch beim Einsetzen in den Spender,
nicht beeinträchtigt werden.
[0020] Von daher liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, dass die bekannten
Arzneimittelspender keine ausreichend einfache und sichere Handhabung bei der Verwendung
sowie für die Ausgabe von Feststoff-Arzneimittelportionen bieten, so dass sich die
Aufgabe stellt, Mittel zur Aufbewahrung und zur Ausgabe von Feststoff-Arzneimittelportionen
zu finden, insbesondere eine Kartusche für einen Arzneimittelspender, einen Arzneimittelspender
sowie einen Arzneimittelspender, in dem sich eine derartige Kartusche für die Arzneimittelportionen
befindet, mit denen die genannten Probleme bei der Verwendung und bei der Ausgabe
der Portionen nicht auftreten. Insbesondere sollen der Arzneimittelspender und die
Kartusche hinsichtlich ihrer Bedienung einfach und sicher sein und insbesondere gewährleisten,
dass die benutzende Person jede einzelne Arzneimittelportion aus dem Spender sicher
entnehmen kann, ohne dass die Portion dabei verloren geht und die Person dies im ungünstigen
Falle nicht einmal bemerken würde. Weiterhin dürfen die Feststoff-Arzneimittelportionen
während des Transportes und der Lagerung sowie bei der Verwendung im Spender nicht
beeinträchtigt werden.
[0021] Dieses Problem bzw. diese Aufgabe wird durch die auswechselbare Kartusche gemäß Patentanspruch
1, einen Arzneimittelspender gemäß Patentanspruch 10, und die Verwendung der Kartusche
gemäß Patentanspruch 8 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben.
[0022] Soweit nachfolgend in der Erfindungsbeschreibung und in den Patentansprüchen die
Begriffe "Feststoff-Arzneimittelportionen" und "Arzneimittelportion" verwendet werden,
so sind darunter Pillen, Dragees, Kapseln, Tabletten und andere feste Darreichungsformen
zu verstehen. Zur Vereinfachung der Beschreibung der Erfindung wird nachfolgend stellvertretend
für andere (Feststoff-)Arzneimittelportionen der Begriff "Tabletten, verwendet. Daher
soll bei Verwendung dieses Begriffes jeweils eine beliebige Art der (Feststoff-)Arzneimittelportionen
zu verstehen sein.
[0023] Die erfindungsgemäße Kartusche und der erfindungsgemäße Feststoff-Arzneimittelspender
werden zur Ausgabe der Tabletten gemeinsam verwendet, wobei die Kartusche zur Benutzung
des Spenders in diesen eingesetzt wird. Die Kartusche und der Spender dienen vorzugsweise
zur Verabreichung von Arzneimitteln und besonders bevorzugt zur Verabreichung von
Hormonpräparaten und am meisten bevorzugt von Kontrazeptiva oder Arzneimitteln für
die Hormonersatztherapie in Form von Tabletten.
[0024] Ist das in der Kartusche enthaltene Arzneimittel beispielsweise ein Hormonpräparat,
etwa zur Kontrazeption, so kann dieses in herkömmlicher Art und Weise beispielsweise
in etwa 24-stündigem Rhythmus in einem zweiphasigen festen Einnahmeschema genommen
werden. Gemäß diesem Schema schließt sich an eine erste Einnahmephase von beispielsweise
21 Tagen ein zweiter einnahmefreier (Unterbrechungs-)Zeitraum an. Beispielsweise kann
der einnahmefreie Zeitraum 7 Tage, aber auch 4 Tage oder eine andere feste Anzahl
von Tagen betragen. Anstelle der zuvor genannten festen Zeiträume von beispielsweise
21 Einnahme- und 7 Unterbrechungstragen oder auch 24 Einnahme- und 4 Unterbrechungstagen
oder auch anstelle eines anderen festen Einnahmeregimes können bestimmte Arzneimittel
beispielsweise zur Kontrazeption auch in einem flexiblen Einnahmeschema genommen werden,
wobei die Einnahmephase beispielsweise mindestens 24 Tage und höchstens 120 Tage andauert
und die Unterbrechungsphase beispielsweise 4 Tage. Somit gliedert sich die Einnahmephase
dann in eine erste 24 Tage andauernde Einnahmephase und eine zweite 0 bis 96 Tage
andauernde Einnahmephase.
[0025] Die erfindungsgemäße Kartusche ist in den erfindungsgemäßen Arzneimittelspender einsetzbar
und auswechselbar. Sie wird dann ausgewechselt, wenn sie leer ist. Eine leere Kartusche
wird durch eine gefüllte Kartusche ersetzt. Die gefüllte Kartusche dient zum Nachfüllen
des Spenders mit den Tabletten. Zur sicheren Aufbewahrung und zum Transport der Kartusche
kann diese in einem vorzugsweise versiegelten Behälter, beispielsweise in einem verschlossenen
Beutel oder in einem Blister, etwa aus Aluminiumfolien, in deren eine durch Kaltverformen
eine Aufnahmemulde für die Kartusche eingebracht ist, untergebracht sein, solange
die Kartusche noch nicht in den Spender eingesetzt werden soll. Grundsätzlich kann
die Kartusche jedoch auch fest mit dem Spender verbunden sein, so dass der Spender
dann, wenn die Kartusche geleert ist, verworfen wird.
[0026] Die Kartusche ist mit einem Vorratsraum zur Aufnahme der Tabletten vorzugsweise in
einer säulenförmigen Anordnung ausgebildet. Die Kartusche ist daher bevorzugt zylindrisch
und weist bevorzugt einen zylindrischen Vorratsraum auf.
[0027] Um die Auswechselbarkeit der erfindungsgemäßen Kartusche für Tabletten in dem erfindungsgemäßen
Arzneimittelspender zu erreichen, weist der Spender Aufnahmemittel für die Kartusche
auf, beispielsweise einen sich in axialer Richtung darin erstreckenden Aufnahmeschacht,
in den die Kartusche eingeschoben werden kann. Zur Verwendung des Arzneimittelspenders
wird die Kartusche in die Aufnahmemittel, beispielsweise in den Aufnahmeschacht, eingesetzt,
beispielsweise eingeschoben. Somit können die Kartusche und der Spender in einer räumlich-körperlichen
Beziehung zueinander stehen und bilden zusammen die erfindungsgemäße Kombination aus
Arzneimittelspender und Kartusche, die zu einer Einheit zusammenbaubar sind.
[0028] Erfindungsgemäß weist die Kartusche eine Vereinzelungsvorrichtung zur Ausgabe definierter
Arzneimittelportionen auf und zwar bevorzugt an einem Ende. Diese Vereinzelungsvorrichtung
umfasst eine bewegbare Einrichtung zum Separieren einer definierten Arzneimittelportion
aus dem Vorratsraum und zur Ausgabe aus dem Arzneimittelspender. Die Vereinzelungsvorrichtung
ist zur Erzeugung einer Wirkverbindung mit einer im Arzneimittelspender angebrachten
Betätigungsvorrichtung für die Vereinzelungsvorrichtung ausgebildet. Die Vereinzelungsvorrichtung
ist vorzugsweise so ausgebildet, dass die Tabletten jeweils einzeln oder in einer
anderen definierten Anzahl, beispielsweise zwei Tabletten gleichzeitig, ausgegeben
werden. Hierzu wird die Vereinzelungsvorrichtung über die Wirkverbindung zwischen
der Vereinzelungsvorrichtung und einer Betätigungsvorrichtung oder mehreren Betätigungsvorrichtungen,
die am Arzneimittelspender vorgesehen ist/sind, betätigt. Die Betätigungsvorrichtungen
können sowohl manuelle Betätigungsmittel, die am Arzneimittelspender vorgesehen sind,
um eine Tablette (oder auch mehrere Tabletten gleichzeitig) auszugeben, als auch Einrichtungen
im Spender, die zum Übertragen der durch das manuelle Betätigen der Betätigungsmittel
erzeugten Bewegung von den Betätigungsmitteln auf die bewegbare Einrichtung an der
an der Kartusche vorgesehenen Vereinzelungsvorrichtung dienen, umfassen. Da die Vereinzelungsvorrichtung
für die Tabletten in dieser Ausführungsform der Erfindung an der Kartusche vorgesehen
ist, ist eine derartige Vorrichtung am Arzneimittelspender nicht vorgesehen. Dagegen
ist die Betätigungsvorrichtung oder sind die Betätigungsvorrichtungen für die Vereinzelungsvorrichtung
in dieser Ausführungsform am Arzneimittelspender angebracht. Diese Betätigungsvorrichtungen
stehen mit der Vereinzelungsvorrichtung in einer vorzugsweise mechanischen Wirkverbindung.
Denkbar ist auch eine elektromechanische oder rein elektronische Wirkverbindung. Zur
Realisierung einer mechanischen Wirkverbindung kann beispielhaft an der Vereinzelungsvorrichtung
an der Kartusche ein Stift vorgesehen sein, der auch als Mitnehmer bezeichnet werden
kann. Durch Betätigen der Betätigungsmittel am Spender wird in diesem Falle eine Bewegung
beispielsweise auf eine an diesen Mitnehmer angepasste mit einer Ausnehmung versehene
Klaue im Arzneimittelspender und von dieser Klaue auf den Mitnehmer und damit auf
die Vereinzelungsvorrichtung übertragen. Die durch manuelle Betätigung der Betätigungsmittel
am Spender erzeugte Bewegung wird vorzugsweise über die weiteren zwischengeschalteten
mechanischen Elemente, etwa Transporthebel, die die Einrichtungen zum Übertragen der
Bewegung von den Betätigungsmitteln auf die Vereinzelungsvorrichtung darstellen, auf
die Klaue übertragen.
[0029] Das Vorsehen der Vereinzelungsvorrichtung an der Kartusche hat mehrere vorteilhafte
Funktionen:
[0030] Die Vereinzelungsvorrichtung dient dazu, dem Anwender / der Anwenderin die in der
Kartusche enthaltenen Tabletten einzeln oder in einer definierten Anzahl auszugeben.
Somit wird der Anwender / die Anwenderin in die Lage versetzt, die Tabletten sicher
aus der Kartusche zu entnehmen, ohne dass versehentlich mehr als eine Tablette (oder
mehr als eine definierte Anzahl an Tabletten) gleichzeitig ausgegeben wird.
[0031] Weiterhin schließt die Vereinzelungsvorrichtung den Vorratsraum und damit die in
dem Vorratsraum enthaltenen Tabletten gegen äußere Einflüsse weitgehend ab, so dass
die darin enthaltenen Tabletten nicht beschädigt oder anderweitig beeinträchtigt werden
können. Insbesondere dient die Vereinzelungsvorrichtung beispielsweise beim Transport
und bei der Lagerung, aber auch bei der Bedienung durch den Anwender / die Anwenderin
als Verschlusselement, so dass die Tabletten gegen äußere Einflüsse geschützt werden.
[0032] Durch das Vorsehen der Vereinzelungsvorrichtung an der Kartusche ist ferner gewährleistet,
dass Tabletten nicht unbeabsichtigt herausfallen können, da das Verschlusselement
nicht versehentlich gelöst werden kann. Denn die Vereinzelungsvorrichtung kann vorzugsweise
nur dann betätigt werden, und es können somit Tabletten einzeln (oder in einer definierten
Anzahl) nur dann freigegeben werden, wenn die Kartusche in den Arzneimittelspender
eingesetzt ist. Für die Betätigung der Vereinzelungsvorrichtung an der Kartusche sind
manuelle Betätigungsmittel am Arzneimittelspender vorgesehen, denn für eine einfache
Handhabung ist es erforderlich, die manuellen Betätigungsmittel am Spender zu betätigen,
um eine einzelne Tablette (oder eine definierte Anzahl an Tabletten) auszugeben. Jedenfalls
ist es wegen der Vereinzelungsvorrichtung unmöglich, dass mehr als eine Tablette (oder
mehr als eine definierte Anzahl an Tabletten) aus der Kartusche ausgegeben wird, und
es ist auch äußerst unwahrscheinlich, dass das Verschlusselement der Kartusche an
der Vereinzelungsvorrichtung bereits dann manuell ausgelöst wird, wenn sich die Kartusche
nicht im Spender befindet.
[0033] Außerdem ist der Montageaufwand beim Einsetzen der Kartusche in den Spender minimal:
Beispielsweise kann es ausreichen, dass die Kartusche in axialer Richtung in das Aufnahmemittel
für die Kartusche im Spender eingeschoben wird, ohne dass eine Abdeckung entfernt
werden müsste und ohne dass andere Montagemaßnahmen ergriffen werden müssten. Somit
ist es nicht erforderlich, beispielsweise einen Deckel wie im Falle des Spenders des
US-Patents Nr. 5,230,440 zu entfernen, um die Kartusche in den Aufnahmeschacht im Spender einzulegen. Dies
erleichtert die Benutzung des Spenders mit der Kartusche in erheblichem Maße. Dieser
Vorteil wird insbesondere dadurch erreicht, dass die Vereinzelungsvorrichtung gleichzeitig
ein Verschlusselement ist und an der Kartusche und nicht am Spender vorgesehen ist.
[0034] Weiterhin wird die Vereinzelungsvorrichtung bei der Bedienung des Spenders wiederholt
und häufig betätigt, um die Tabletten zu entnehmen. Da die Vereinzelungsvorrichtung
an der Kartusche vorgesehen ist und nicht am Arzneimittelspender, wirkt sich ein dadurch
verursachter Verschleiß an der Vereinzelungsvorrichtung für den Anwender / die Anwenderin
nicht in demselben Ausmaß nachteilig aus wie dann, wenn die Vereinzelungsvorrichtung
am Arzneimittelspender vorgesehen wäre, weil die Vereinzelungsvorrichtung mit der
Kartusche ausgewechselt wird, wenn letztere keine Tabletten mehr enthält. Wäre die
Vereinzelungsvorrichtung am Spender und nicht an der Kartusche vorgesehen, müsste
sie durch geeignete Wahl der Materialien und eine geeignete Konstruktion für eine
sehr viel längere Lebensdauer ausgelegt sein. Weiterhin wird Abrieb von den Tabletten,
der sich vor allem in der Vereinzelungsvorrichtung ansammeln kann, mit der Kartusche
entsorgt und sammelt sich nicht während der gesamten Lebensdauer des Spenders in diesem
an. Immerhin ist dieser Abrieb in Kombination mit (Luft-)Feuchte ein guter Nährboden
für die Keimbildung.
[0035] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Einrichtung
der Vereinzelungsvorrichtung zum Separieren und zur Ausgabe der Tabletten einen im
Wesentlichen senkrecht bzw. im Wesentlichen senkrecht zur Achse der Kartusche verschiebbaren
Schieber auf. Der Schieber dient als Bauelement, mit dem die Tabletten vereinzelt
werden. Der Schieber kann jeweils eine Tablette separat aufnehmen und mit einer Schiebebewegung
gegenüber dem Stapel separat verschieben Bevorzugt sind die Tabletten in der Kartusche
in einem säulenförmigen Stapel aufgeschichtet, der sich in dem Vorratsraum in der
Kartusche befindet. Dann kann der Schieber an einem Ende dieses Stapels angeordnet
sein und die Tabletten nacheinander aus dem Stapel separieren.
[0036] Hierzu kann der Schieber vorzugsweise ein in axialer Richtung beidseitig offenes
Aufnahmefach für eine definierte Arzneimittelportion, beispielsweise für eine einzelne
Tablette oder auch für zwei Tabletten gleichzeitig oder auch für mehrere, d.h. mehr
als zwei, Tabletten gleichzeitig, aufweisen. Bei der Aufnahme der Tablette von dem
Stapel ist dieses Aufnahmefach zu der Seite geschlossen, die auf der dem Stapel gegenüber
liegenden Seite liegt. Das Aufnahmefach ist bevorzugt so dimensioniert, dass (nur)
eine einzelne Tablette (oder auch eine definierte Anzahl an Tabletten) darin Platz
findet. Um die Vereinzelung wirksam und reproduzierbar zu erreichen, kann die Höhe
dieses Fachs genauso groß sein wie oder geringfügig größer sein als die Höhe einer
einzelnen Tablette (oder die Höhe eines Stapels einer definierten Anzahl an Tabletten).
Daher wird in diesem Falle nur eine einzige Tablette (bzw. eine definierte Anzahl
an Tabletten) in das Aufnahmefach aufgenommen und mit der Schiebebewegung von dem
Tablettenstapel vereinzelt.
[0037] Die Vereinzelungsvorrichtung kann ferner eine Unterschale umfassen. Weiterhin ist
der Schieber relativ zum Vorratsraum in der Kartusche zwischen zwei Schiebestellungen
im Wesentlichen senkrecht zur Achse der Kartusche verschiebbar. Die Unterschale kann
u.a. dazu dienen, das Aufnahmefach zu der Seite zu verschließen, die sich auf der
dem Vorratsraum in der Kartusche gegenüber liegenden Seite befindet, wenn das Aufnahmefach
in einer der Schiebestellungen (zweite Schiebestellung) mit dem Vorratsraum fluchtet.
In diesem Falle gelangt eine Tablette in das Aufnahmefach und wird dort durch die
Unterschale gehalten. Anschließend wird der Schieber in die andere der beiden Schiebestellungen
(erste Schiebestellung) verschoben, in der die Tablette entnommen werden kann.
[0038] In einer bevorzugten Ausführungsform kann die Unterschale eine zur Kartuschenachse
versetzte und mit dem offenen Aufnahmefach fluchtende Ausgabeöffnung aufweisen, wenn
sich der Schieber in einer der beiden Schiebestellungen, insbesondere in der ersten
Schiebestellung befindet. Die Tablette fällt dann durch die Ausgabeöffnung heraus
und kann so entnommen werden. Die Tablette wird dabei auf der Seite der Vereinzelungsvorrichtung
entnommen, die dem Vorratsraum gegenüber liegt. In einer alternativen Ausführung zur
Ausgabe der Tablette kann die erste Schiebestellung auch so gewählt werden, dass die
Tablette auf derselben Seite der Vereinzelungsvorrichtung wie der Vorratsraum ausgegeben
wird. Hierzu müsste der Schieber über den Spender seitlich hinausragen und sich die
erste Schiebestellung des Aufnahmefaches im seitlich überragenden Teil des Schiebers
befinden. Weiter können die Tabletten auch seitlich ausgegeben werden, d.h. in der
Ebene, in der die Tabletten während des Schiebevorganges durch den Schieber bewegt
werden. In allen diesen Fällen können die Tabletten sowohl jeweils in einer Position
gelagert sein und vereinzelt werden, in der sie mit ihren Hauptflächen aufeinander
liegend angeordnet sind, oder auch in einer Position, in der sie stehend, d.h. mit
Seitenflächen aufeinander liegend, angeordnet sind.
[0039] Die Vereinzelungsvorrichtung wird vorzugsweise zwischen den zwei Schiebestellungen
umgeschaltet. Die eine der beiden Schiebestellungen kann eine Ruhestellung sein und
die andere Schiebestellung eine zweite Stellung, von der aus die Vereinzelungsvorrichtung
von allein wieder in die Ruhestellung zurückkehrt, etwa indem sie in dieser zweiten
Stellung unter einer Federspannung steht, die sie in die Ruhestellung zurück befördert.
Es ist möglich, dass die zweite Schiebestellung, in der das Aufnahmefach im Schieber
mit dem Vorratsraum der Kartusche fluchtet, die Ruhestellung ist, oder auch dass die
erste Schiebestellung, in der das Aufnahmefach im Schieber mit der Ausgabeöffnung
in der Unterschale fluchtet, die Ruhestellung ist.
[0040] Die Unterschale der Kartusche kann insbesondere bündig mit der Außenhaut des Spenders
eingesetzt sein. Dadurch wird verhindert, dass der Anwender / die Anwenderin die Kartusche
durch Manipulation aus dem Spender entnimmt, etwa bevor die Kartusche vollständig
geleert ist. Ferner ist die Kartusche im Spender so eingesetzt, dass die Tabletten
und somit die medizinischen Wirkstoffe in den Tabletten bei der Vereinzelung sowie
deren Ausgabe bzw. Freigabe aus dem Spender den Spender oder deren Teile nicht berühren.
Diese Ausführungsform ist aus arzneimittelrechtlichen Gründen besonders vorteilhaft.
[0041] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Kartusche und der Arzneimittelspender
so ausgebildet, dass die Kartusche nur in einer (axialen) Rotationsausrichtung in
den Spender eingeschoben werden kann, so dass eine der beiden Kartuschenhälften, die
den die Tabletten umfassenden Vorratsraum begrenzen, zur Vorderseite und die andere
zur Rückseite des Spenders ausgerichtet sind. Dies ermöglicht, dass die beiden Kartuschenhälften
unterschiedlich genutzt werden können. Beispielsweise kann die eine Hälfte bedruckt
sein, etwa mit einer Information über die in der Kartusche enthaltenen Tabletten,
und die andere Hälfte transparent, um die Tabletten auch von außen sichtbar zu machen.
[0042] Gemäß einer der Ausführungsformen ist die Kartusche so ausgebildet, dass die Tabletten
in axialer Richtung ausgegeben werden können. Darunter ist zu verstehen, dass die
Tabletten nicht seitlich aus dem Spender ausgegeben werden, sondern an einer Stirnseite
des Spenders und zwar in einer Richtung, die in axialer Richtung verläuft, d.h. entlang
der Achse der Kartusche oder parallel zu dieser Achse und/oder auch entlang der Achse
des Spenders oder parallel dazu.
[0043] Somit kann eine benutzende Person die auszugebenden Tabletten einfach dadurch entnehmen,
dass der Spender in der einen Hand gehalten wird, wobei die Person die am Spender
vorgesehenen Betätigungsmittel zur Ausgabe der Tablette auch mit dieser Hand betätigen
kann, so dass die Tablette in die andere Hand fällt. Hierzu ist es ausreichend, wenn
die benutzende Person den Spender mit der Seite, an der die Kartusche in den Spender
eingesetzt worden ist, über die andere Hand hält und dann den Spender betätigt, um
die Tablette auszugeben. Dabei ist eine weitergehende Orientierung des Spenders gegenüber
der den Spender nicht haltenden Hand nicht erforderlich, so dass die Tablette sicher
in die Hand des Anwenders / der Anwenderin fällt und diese/r die Tablette somit sicher
fassen kann. Eine Fehlbedienung, bei der die Tablette versehentlich herunterfällt
und nicht in die Hand des Anwenders / der Anwenderin gelangt, ist daher praktisch
ausgeschlossen. Somit ist die Handhabung des Spenders sicherer und zuverlässiger als
die der bekannten Spender.
[0044] Die Kartusche enthält in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
einen im Vorratsraum bevorzugt reibschlüssig sitzenden und in axialer Richtung verschiebbaren
Toleranzausgleichsstöpsel. Dieser Toleranzausgleichsstöpsel wird vor dem Befüllen
der Kartusche mit den Tabletten in den Vorratsraum eingesetzt und nach dem Befüllen
der Kartusche mit den Tabletten auf den Tablettenstapel fest aufgedrückt.
[0045] Indem der Toleranzausgleichsstöpsel reibschlüssig im Vorratsraum sitzt, kann er den
Tablettenstapel auch dann dicht gepackt festhalten, wenn sich die Kartusche nicht
im Spender befindet, etwa wenn die Kartusche separat gehandhabt wird, beispielsweise
bei der Lagerung oder beim Transport. Das feste Zusammenhalten des Tablettenstapels
ist erforderlich, um zu verhindern, dass sich die Tabletten im Vorratsraum frei bewegen
können, so dass sie nicht kippen und damit verkanten und die Ausgabe der Tabletten
behindern könnten. Außerdem könnten die Tabletten bei fortgesetzter Bewegung gegeneinander
auch unerwünschtem Abrieb unterliegen. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die
Tabletten eine Dickentoleranz aufweisen, die zu einer Höhenvariation des Tablettenstapels
führt. Beträgt die Dickentoleranz einer 3 mm dicken Tablette beispielsweise ± 150
µm, so beträgt die Variation der Höhe eines Stapels von 30 Tabletten ca. ± 4,5 mm.
Durch den Toleranzausgleichsstöpsel wird der Stapel unabhängig von dessen tatsächlicher
Höhe im Vorratsraum stets festgehalten, d.h. auch dann, wenn die Kartusche noch nicht
in den Spender eingesetzt ist. Der Toleranzausgleichsstöpsel hat beispielsweise gegenüber
einer Druckfeder, die die Tabletten im Vorratsraum gegeneinander drücken und damit
fixieren würde, den Vorteil, dass die Tabletten während des Transportes und der Lagerung
kraftlos aufeinander liegend gepackt sind und nicht wie bei der Druckfeder unter einer,
abhängig von den Höhemaßen der gestapelten Tabletten, variierenden Federspannung stehen.
Somit wird eine wesentlich schonendere Aufbewahrung der Tabletten erreicht als im
Falle der bekannten Magazine.
[0046] Um den Reibschluss des Toleranzausgleichsstöpsels im Vorratsraum der Kartusche zu
ermöglichen, weist der Stöpsel mindestens ein Rastmittel zur Verrastung mit einem
sich an der Innenwand des Vorratsraumes der Kartusche in axialer Richtung erstreckenden
Profil auf. Dieses Profil kann beispielsweise durch ein Querrillenprofil gebildet
sein, das aus parallel zueinander verlaufenden Querrillen besteht. Beispielsweise
kann das Querrillenprofil mindestens einen sich axial erstreckenden Ratschenstreifen
auf der Kartuscheninnenwand bilden oder auf dem gesamten Innenumfang der Kartuscheninnenwand
vorgesehen sein. Durch Ausbilden des Profils in Form eines Ratschenprofils wird in
der einen Richtung (zur Ausgabeöffnung hin) Formschluss und in der anderen Richtung
Reibschluss des Stöpsels erreicht.
[0047] Das mindestens eine Rastmittel am Toleranzausgleichsstöpsel kann insbesondere durch
mindestens ein nach außen wirkendes und mit dem Profil verrastendes Federelement mit
Rastnasen gebildet sein. Beispielsweise können zwei Federelemente mit Rastnasen an
einander gegenüber liegenden Seiten eines Basisteils des Stöpsels vorgesehen sein,
wobei die Federelemente bevorzugt etwa axial abstehende und nach außen federnde Federarme
sind, die in das Profil, beispielsweise in zwei einander gegenüber stehende Ratschenstreifen,
eingreifende Rastnasen aufweisen. Der Toleranzausgleichsstöpsel kann mit den Federelementen
zuerst in den Vorratsraum der Kartusche eingeführt werden, so dass das mindestens
eine Rastmittel nach oben steht und so dem Herausrutschen entgegen wirkt.
[0048] In einerweiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung enthält die Kartusche
einen im Vorratsraum in axialer Richtung verschiebbaren und durch mindestens einen
axialen Schlitz in der Kartusche hindurch greifenden Tablettenreiter, der zur Mitnahme
des sich in dem Arzneimittelspender befindenden Vorschubmittels, beispielsweise eines
Vorschubbügels, der ebenfalls vorzugsweise in axialer Richtung verschiebbar ist, sowie
zum Übertragen einer bevorzugt außen angreifenden, vorzugsweise axial gerichteten
elastischen Kraft auf die in der Kartusche in der vorzugsweise säulenförmigen Anordnung
enthaltenen Tabletten und damit zum Niederhalten der bevorzugt säulenförmigen Anordnung
aus Tabletten durch das Vorschubmittel dient.
[0049] Über das Vorschubmittel, beispielsweise den Vorschubbügel, wird eine Kraft auf den
Tablettenstapel im Vorratsraum ausgeübt, die beispielsweise von am Vorschubmittel
angreifenden Federn, beispielsweise Konstantkraftfedern, herrührt, so dass der Tablettenstapel
ständig unter einer Krafteinwirkung in axialer Richtung steht, wenn sich die Kartusche
im Arzneimittelspender befindet. Dadurch wird erreicht, dass sich die Tabletten im
Vorratsraum nicht frei bewegen können. Durch diese Kraft wird der Tablettenstapel
gegen das Aufnahmefach in der Vereinzelungsvorrichtung gedrückt, so dass immer eine
Tablette in das Aufnahmefach gelangt, wenn sich der Schieber in der ersten Schiebestellung
befindet. Um dies zu bewerkstelligen, kann das außen an der Kartusche entlang gleitende
Vorschubmittel, beispielsweise der Vorschubbügel, mit dem Tablettenreiter in formschlüssigem
Kontakt stehen. Hierzu kann der im Vorratsraum der Kartusche an sich axial frei bewegliche
Tablettenreiter durch mindestens einen Axialschlitz an der Kartusche hindurch greifen,
beispielsweise mit einem Arm oder auch mit zwei Armen (in diesem Falle durch jeweils
einen Axialschlitz), so dass das Vorschubmittel über diesen Arm oder einen anderen
Vorsprung die Kraft auf den Tablettenreiter und somit auf den Tablettenstapel ausüben
kann. Auf diese Weise wird auf den Tablettenstapel dann, wenn sich die Kartusche in
dem Arzneimittelspender befindet, eine Axialkraft ausgeübt, die in Richtung auf die
Vereinzelungsvorrichtung wirkt. Dadurch wird der Stapel stets nach unten gedrückt,
so dass eine Tablette dann, wenn das Aufnahmefach in der Vereinzelungsvorrichtung
mit dem Vorratsraum fluchtet, in das Aufnahmefach gelangen kann.
[0050] Anstelle eines Tablettenreiters, der einen durch einen Schlitz im Kartuschengehäuse
hindurch greifenden Arm aufweist oder auch mehrere Arme, die durch mehrere Schlitze
hindurch greifen, wobei eine Kraft von außen über den Tablettenreiter auf den Tablettenstapel
ausgeübt wird, kann auch eine andere Ausführungsform gewählt werden, bei der kein
Schlitz im Kartuschengehäuse vorgesehen ist. In letzterem Falle muss die Kraft auf
andere Art und Weise von außen auf den Tablettenstapel ausgeübt werden, beispielsweise
über ein axiales Übertragungsmittel, das lediglich an einem Ende des Kartuschengehäuses
oder auch an beiden Enden des Kartuschengehäuses mit einer äußeren Kraft beaufschlagt
wird, die dann zu einer axialen Kraftbeaufschlagung auf den Tablettenstapel führt.
Eine derartige Ausführungsform kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass
ein Band vorzugsweise am unteren Ende des Kartuschengehäuses in dieses eingeführt
und über den Tablettenstapel hinweg geführt wird. Beim Ziehen an diesem Band wird
dann eine nach unten wirkende Axialkraft auf den Tablettenstapel ausgeübt. Beispielsweise
kann das den Tablettenstapel überspannende Band seitlich an der Basis des Tablettenstapels
an beiden Seiten aus dem Kartuschengehäuse herausgeführt werden. Oder das Band wird
nur an einer Seite herausgeführt und ist an der anderen Seite an der Basis des Kartuschengehäuses
befestigt. Alternativ kann auch ein axial beweglicher Stab verwendet werden, der auf
dem Tablettenstapel aufsitzt und auf den Stapel eine Axialkraft ausübt.
[0051] Ganz allgemein können beim Einschieben einer gefüllten Kartusche in den Spender in
der Einführrichtung das Vorschubmittel, beispielsweise der Vorschubbügel, mitgeführt
werden, etwa indem das Vorschubmittel über den Tablettenreiter nach oben mitgenommen
wird. Dabei kann dieses Vorschubmittel die Kartusche außerdem über mindestens ein
geeignetes Rastmittel im Spender verriegeln, etwa indem das mitgeführte Vorschubmittel
an einer im oberen Bereich des Spenders angeordneten Anlauffläche eines Verriegelungshebels
zur Verriegelung der Kartusche im Spender anläuft. Beim sukzessiven Entladen der Kartusche
kann dieses Vorschubmittel dann sukzessive nach unten bewegt werden, so dass über
dessen Position im Spender der Füllstand in der Kartusche kodiert wird. Kommt dieses
Vorschubmittel schließlich in einer (unteren) Endposition an, die durch die leere
Kartusche vorgegeben ist, kann dadurch eine Verriegelung gelöst werden, so dass die
Kartusche aus dem Spender herausgenommen werden kann. Dies kann beispielsweise geschehen,
indem das Vorschubmittel in der untersten Position die Verriegelungshebel in eine
entriegelte Stellung bringt und gegebenenfalls zusätzlich geeignete Auswurfmittel
für die Kartusche entriegelt.
[0052] Damit die Kartusche nach dem Einsetzen in den Aufnahmeschacht oder, ganz allgemein,
nach dem Einsetzen der Kartusche in die Aufnahmemittel im Spender fixiert bleibt,
ist mindestens ein Rastmittel zum Verrasten der Kartusche im Arzneimittelspender vorgesehen.
Diese Verrastung mit den Rastmitteln ist vorzugsweise so gestaltet, dass die Kartusche
nach dem Einschieben in den Spender verriegelt wird, d.h. ohne Lösen der Verriegelung
dann nicht mehr entnommen werden kann, solange sich noch Tabletten in der Kartusche
befinden. Erst nachdem die Kartusche leer ist, kann die Verriegelung in diesem Falle
wieder gelöst werden, um die Kartusche aus dem Spender herausnehmen zu können, so
dass eine neue mit Tabletten gefüllte Kartusche eingesetzt werden kann.
[0053] Zum Verrasten kann ein derartiges Rastmittel beispielsweise durch eine oder mehrere
Rastnasen an der Kartusche und ein oder mehrere Rastprofile, beispielsweise Ösen,
am Spender, die mit den oder in die die Rastnasen verrasten, gebildet sein oder umgekehrt
durch eine oder mehrere Rastnasen am Spender und ein oder mehrere Rastprofile, beispielsweise
Ösen, an der Kartusche. Grundsätzlich sind natürlich auch andere Rastmittel möglich,
etwa Rastnasen, die hinter Vorsprünge greifen oder zwei ineinander greifende Rastprofile
o.ä. Beispielsweise kann das mindestens eine Rastmittel drehbeweglich. Es kann bevorzugt
durch drehbewegliche Verriegelungshebel gebildet sein, die insbesondere zweiarmig
sein können und mit Rastnasen ausgerüstet sein können. Die Rastnasen können insbesondere
jeweils am unteren Teil des Verriegelungshebels angebracht sein. Die Verriegelungsmittel
befinden sich im Spender. Jede Rastnase verrastet verriegelnd vorzugsweise an den
Verriegelungshebeln mit einer an der Kartusche vorgesehenen Rastöse o.ä. Anstelle
einer Rastöse kann beispielsweise auch ein Vorsprung vorgesehen sein, an dem die Rastnase
anschlägt, oder auch eine Aussparung, in die die Rastnase eingreift. Um die Verriegelung
zusätzlich zu sichern, kann ferner an den Verriegelungshebeln an einer anderen Stelle
als der, an der eine Rastnase oder ein Vorsprung vorgesehen ist, ein Drückpunkt vorgesehen
sein, der beim Verriegeln hinter einer entsprechenden Rastnase oder einem Vorsprung
etwa im Spendergehäuse verrastet.
[0054] In einer besonders günstigen Ausführungsform können die Verriegelungshebel mit den
Rastnasen in einen Bereich ragen, der an den Bereich angrenzt, in den die Kartusche
in den Spender aufgenommen wird, etwa im Stirnbereich des Spenders angrenzend an die
Aufnahmemittel für die Kartusche im Spender, beispielsweise den Aufnahmeschacht. An
der Kartusche sind dann in dem angrenzenden Bereich Aufnahmeösen vorzusehen, in die
die Rastnasen der Verriegelungshebel eingreifen. Dieser angrenzende Bereich kann sich
beispielsweise an der Unterschale der Kartusche befinden.
[0055] Zusätzlich kann auch eine Auswurfsperre vorgesehen sein, die beispielsweise einen
Freischalthebel umfassen kann. Mit der Auswurfsperre werden externe, manuell betätigbare
Auswurfmittel zum Auswerfen der Kartusche, beispielsweise eine Auswurftaste, blockiert,
so dass die Entnahme der Kartusche nur dann möglich ist, wenn die Kartusche keine
Tabletten mehr enthält. Diese Sperre blockiert die Betätigung dieser externen Auswurfmittel
und löst diese erst dann wieder, wenn die Kartusche leer ist. Diese Sperre kann insbesondere
durch Mittel zum Lösen der Verriegelung gelöst werden. Hierzu kann ein durch das Auswurfmittel
betätigbarer Auswurfschieber vorgesehen sein, wobei der Freischalthebel den Ausrufschieber
und damit die Auswurftaste blockiert, wenn die Kartusche noch mindestens eine Arzneimittelportion
enthält.
[0056] Falls das vor genannte mindestens eine Rastmittel zu einer Verriegelung der Kartusche
im Spender führt, d.h. dass das mindestens eine Rastmittel ohne eine separate Entriegelung
dieser Verriegelung nicht mehr gelöst werden kann, muss ferner mindestens ein Mittel
zum Lösen der Verriegelung vorgesehen sein. Vorzugsweise ist dieses Mittel zum Lösen
der Verriegelung so ausgebildet, dass die Verriegelung nur dann lösbar ist, wenn sich
keine Arzneimittelportion mehr in der Kartusche befindet. Ohne Verriegelung könnte
die Verrastung einfach durch manuelles Überwinden der Rastkraft des mindestens einen
Rastmittels gelöst werden. Dies wäre dann möglich, wenn das mindestens eine Rastmittel
durch geeignete Ausbildung der die Rastverbindung bildenden Teile so ausgebildet ist,
dass diese bei Aufwendung einer die Rastmittel lösenden Kraft aneinander entlang gleiten,
so dass die Verrastung gelöst wird.
[0057] Falls jedoch eine Verriegelung beim Einrasten des mindestens einen Rastmittels stattfindet,
etwa weil die Rastnasen und Rastprofile so ausgebildet sind, dass die Verrastung ohne
Zerstörung des mindestens einen Rastmittels nicht gelöst werden kann, wenn nicht gleichzeitig
die Verriegelung gelöst wird, muss das mindestens eine Mittel zum Lösen der Verriegelung
manuell oder vorzugsweise durch einen im Spender vorhandenen Mechanismus gelöst werden
oder auch durch eine Kombination dieser Mittel. Hierzu kann im Spender mindestens
ein Entriegelungsmittel vorgesehen sein, das abhängig vom Füllstand der Kartusche
mit Tabletten die Rastnasen der Verriegelungshebel löst und zwar vorzugsweise nur
dann, wenn die Kartusche leer ist. In diesem Falle wird das mindestens eine verriegelte
Rastmittel durch das mindestens eine Entriegelungsmittel gelöst, indem das mindestens
eine Rastmittel ohne äuβere manuelle Betätigung von einer Verriegelungsstellung in
die entriegelte Stellung umgeschaltet wird. Dieses Entriegelungsmittel kann insbesondere
das oben beschriebene Vorschubmittel sein, das die Verriegelung der Kartusche beim
Einschieben in die verriegelte Stellung und nach Entleerung der Kartusche in die entriegelte
Stellung bringt. Zum Verriegeln werden die Rastmittel verrastet, indem das Vorschubmittel
gegen einen oder mehrere obere Teile des Verriegelungshebels drückt. Ferner kann das
Vorschubmittel auch auf die Auswurfsperre wirken und diese dann lösen, wenn sich vorzugsweise
keine Tabletten mehr in der Kartusche befinden. Hierzu kann das Vorschubmittel zum
Lösen der Blockade des Auswurfmittels den Freischalthebel betätigen, so dass der Auswurfschieber
und damit das Auswurfmittel entriegelt werden. Vorzugsweise drückt der Auswurfschieber
durch Betätigen des Auswurfmittels gegen einen oder mehrere untere Teile des Rastmittels,
vorzugsweise des Verriegelungshebels, und entriegelt auf diese Weise die mit dem Rastmittel
verrastete Kartusche.
[0058] Die Entriegelung kann beispielsweise durch geeignete Mittel im Arzneimittelspender
bewirkt werden, deren Stellung vom Füllstand der Kartusche abhängig ist. Beispielsweise
kann hierzu der an der Kartusche axial beweglich angebrachte Vorschubbügel oder ein
anderes bewegliches Vorschubmittel vorgesehen sein, der/das sich beispielsweise jeweils
in der Höhe der sich in der Kartusche an oberster Stellung befindenden Tablette befindet.
Erst wenn sich keine Tablette mehr in der Kartusche befindet, befindet sich der Vorschubbügel
oder das andere Vorschubmittel auch an der unteren Polstellung und löst in diesem
Falle die Verriegelung.
[0059] Um das externe, manuelle Auswurfmittel zum Auswerfen der Kartusche entriegeln zu
können, d.h. die Blockade der Auswurfsperre lösen zu können, können wiederum dieselben
Mittel zum Lösen der Verriegelung vorgesehen sein, etwa der vorgenannte Vorschubbügel
oder das andere Vorschubmittel, deren Stellung vom Füllstand der Kartusche abhängig
ist.
[0060] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann mindestens ein elastisches Mittel
vorgesehen sein, das beim Einschieben der Kartusche in den Arzneimittelspender eine
elastische Kraft auf die Kartusche in axialer Richtung entgegen einer Richtung ausübt,
in der die Kartusche in den Arzneimittelspender eingeschoben wird (Einschubrichtung).
Dadurch wird erreicht, dass die Kartusche im Spender unter einer Spannung, vorzugsweise
Federspannung, steht. Die auf die Kartusche wirkende Federkraft bewirkt, dass die
Tabletten in der Kartusche gegeneinander gedrückt werden, so dass sie beim Bewegen
des Spenders im Vorratsraum der Kartusche nicht hin- und herfallen. Indem die Tabletten
immer unter Federspannung stehen, wird die einmal eingestellte Ordnung im Tablettenstapel
nicht wieder aufgehoben.
[0061] Die Federkaft wird vorzugsweise durch in Form mindestens einer Konstantkraftfeder,
insbesondere von zwei Konstantkraftfedern, ausgebildeten elastischen Mitteln ausgeübt.
Dadurch kann der sich im Vorratsraum der Kartusche befindende Tablettenstapel unabhängig
von der aktuellen Höhe, d.h. vom Füllstand der Kartusche, immer mit derselben Kraft
beaufschlagt werden, so dass die Tabletten schonend behandelt werden, ohne auf den
Vorteil der Spannungsbeaufschlagung auf den Tablettenstapel dann verzichten zu müssen,
wenn dieser nur noch sehr klein ist, beispielsweise zwei oder drei Tabletten umfasst.
Das mindestens eine elastische Mittel kann beispielsweise durch mindestens ein Federstahlband
gebildet sein.
[0062] Das oben genannte Vorschubmittel, beispielsweise der oben genannte Vorschubbügel,
das vorzugsweise entlang des Aufnahmeschachtes beweglich ist, kann insbesondere auch
zur Übertragung einer elastischen Kraft auf die in der Kartusche in einer säulenförmigen
Anordnung enthaltenen Tabletten dienen. Dieses Vorschubmittel kann zum einen die Funktion
haben, die von außen anliegende elastische Kraft auf den Tablettenstapel zu übertragen.
Dies geschieht beispielsweise durch Befestigung einer Feder oder auch von zwei Federn
an dem Vorschubmittel sowie an einem Gegenlager im Arzneimittelspender. Vorzugsweise
sind zwei Konstantkraftfedern vorgesehen, von denen die eine an einem Ende des Vorschubmittels,
beispielsweise an einem Ende des Vorschubbügels, und die andere an dem anderen Ende
des Vorschubmittels, beispielsweise an dem anderen Ende des Vorschubbügels, befestigt
sind, so dass eine symmetrische Kraft auf das Vorschubmittel übertragen wird. Alternativ
kann auch eine einzige Feder vorgesehen sein, die an dem Vorschubmittel angreift.
In diesem Falle sollten dadurch erzeugte asymmetrische Kräfte ausgeglichen werden.
Wie oben bereits erläutert, kann das Vorschubmittel unter anderem auch dazu dienen,
die Verriegelungen zum Auswerfen der Kartusche sowie die Auswurfsperre zu lösen, d.h.
das Vorschubmittel kann zumindest Teil der Mittel zum Lösen der Verriegelung sein.
[0063] Der erfindungsgemäße Arzneimittelspender, der gegebenenfalls zunächst keine Kartusche
enthält und der zur Aufnahme einer einen Vorratsraum für die Arzneimittelportionen
sowie eine Vereinzelungseinrichtung zur Ausgabe definierter Arzneimittelportionen
aufweisenden auswechselbaren Kartusche ausgebildet ist, umfasst mindestens eine Betätigungsvorrichtung
für die Vereinzelungsvorrichtung sowie Mittel zur Herstellung einer Wirkverbindung
zwischen der mindestens einen Betätigungsvorrichtung und einer zum Separieren einer
definierten Arzneimittelportion aus dem Vorratsraum und zur Ausgabe aus dem Arzneimittelspender
dienenden bewegbaren Einrichtung an der Vereinzelungseinrichtung.
[0064] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst die mindestens
eine Betätigungsvorichtung an mindestens einer Schmalseite des Arzneimittelspenders
ein Betätigungsmittel zur Ausgabe von Arzneimittelportionen. Weiterhin kann auch an
einer weiteren Schmalseite des Arzneimittelspenders, vorzugsweise an der der ersten
Schmalseite gegenüber liegenden zweiten Schmalseite, ein weiteres Betätigungsmittel
vorgesehen sein. Diese Betätigungsmittel dienen dazu, jeweils eine Tablette durch
manuelle Betätigung aus der Kartusche auszugeben. Hierzu können die Betätigungsmittel
über geeignete Übertragungsmittel in einer mechanischen, elektromechanischen oder
elektronischen Wirkverbindung mit der Vereinzelungsvorrichtung stehen, um jeweils
eine Tablette aus der Kartusche freizusetzen. Indem die Betätigungsmittel an den Schmalseiten
des Arzneimittelspenders vorgesehen sind, können diese selbst dann leicht betätigt
werden, wenn der Anwender / die Anwenderin den Spender nur einhändig bedient, etwa
indem der Anwender / die Anwenderin den Spender in einer Hand hält und Druck auf die
Schmalseiten des Spenders ausübt und dabei die Betätigungsmittel betätigt. Anstelle
der Platzierung der Betätigungsmittel an einer oder beiden Schmalseiten das Spenders
können die Betätigungsmittel auch an anderer Stelle am Spender angebracht sein, beispielsweise
auf der Vorderseite oder der Hinterseite des Spenders oder auch an einer oder beiden
Stirnseiten.
[0065] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Übertragungsmittel, über
die die Betätigungsmittel in einer mechanischen Wirkverbindung mit der Vereinzelungsvorrichtung
stehen, durch Einrichtungen zur Übertragung einer durch Betätigen der Betätigungsmittel
erzeugten Bewegung auf eine an der Kartusche vorgesehene Vereinzelungsvorrichtung
gebildet. Hierzu sind beispielsweise Transporthebel verwendbar, die gegebenenfalls
beispielsweise über jeweils eine Zahnstange und ein mit diesen kämmendes Zahnrad synchronisierbar
sind. Die Transporthebel können beispielsweise mit der Vereinzelungsvorrichtung unmittelbar
in einer mechanischen Wirkverbindung, beispielsweise formschlüssigen Verbindung, stehen,
etwa indem ein Mitnehmer an der Vereinzelungsvorrichtung und eine mit dem Mitnehmer
in einer Wirkverbindung stehenden Ausnehmung an mindestens einem der Transporthebel
oder umgekehrt vorgesehen sind.
[0066] Weiterhin kann in einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung in einer Gehäuseauβenseite
des Arzneimittelspenders ein Fenster vorgesehen sein, so dass die in der Kartusche
befindlichen Tabletten von außen sichtbar sind. Damit ist eine visuelle Kontrolle
des Füllstandes der Kartusche möglich. Außerdem kann der Tablettenreiter gegenüber
den Tabletten und beispielsweise auch gegenüber dem Hintergrund der Kartusche und/oder
den ansonsten durch das Fenster sichtbaren Komponenten des Spenders kontrastreich
gefärbt sein. Dies vereinfacht die visuelle Prüfung des Füllstandes der Kartusche
durch das Fenster. Hierzu kann die Kartusche vorzugsweise zumindest teilweise aus
einem transparenten Material bestehen. Grundsätzlich kann sie aber auch zumindest
teilweise aus einem transluzenten Material bestehen. Insbesondere kann der Teil der
Kartusche aus einem transparenten oder transluzenten Material bestehen, der durch
das Fenster im Gehäuse des Spenders sichtbar ist, so dass die in der Kartusche enthaltenen
Tabletten sichtbar sind.
[0067] Zusätzlich kann der Arzneimittelspender eine elektronische Anzeige zur Darstellung
der Anzahl genommener und/oder noch zu nehmender Tabletten und/oder der Anzahl sich
noch in der Kartusche befindenden Tabletten aufweisen. Jede dieser Informationen kann
beispielsweise durch manuelle Wahl alternativ angezeigt werden. Die elektronische
Anzeige kann zusätzlich so ausgebildet sein, dass Alarmsignale angezeigt werden, beispielsweise
die Überschreitung oder Unterschreitung einer Zeitspanne, in der eine Tablette genommen
werden soll, sowie der Ladestatus einer in dem Spender verwendeten Batterie. Weiterhin
kann mit der Anzeige auch der Status verschiedener Einnahmephasen visualisiert werden,
etwa die Anzeige, dass sich der Anwender / die Anwenderin in einer ersten, zweiten,
dritten oder n-ten Phase befindet, wobei die erste Phase beispielsweise konstant 24
Tage, die zweite Phase beispielsweise flexibel von 0 bis 96 Tage und die dritte Phase
beispielsweise wiederum konstant 4 Tage umfassen kann.
[0068] Um die genannten Angaben auf der elektronischen Anzeige anzeigen zu können, ist eine
elektronische Schaltung, vorzugsweise in Form einer Platine mit einer darauf untergebrachten
integrierten Halbleiterschaltung, vorgesehen. Auf der Platine können ferner Schalter,
bevorzugt elektrische Bedienungstaster montiert, und angeschlossen sein, um die erforderlichen
Eingaben, etwa für die Wahl des Anzeigemodus' (Anzahl der genommenen Tabletten, Anzahl
der sich noch in der Kartusche befindlichen Tabletten), vornehmen zu können. Außerdem
können elektrische Schalter im Spender vorgesehen sein, um bestimmte Betriebszustände
des Spenders mit der Kartusche automatisch ermitteln zu können, etwa die erstmalige
Inbetriebnahme des Spenders durch das erstmalige Einsetzen bzw. Einschieben der Kartusche
in den Spender, wodurch beispielsweise zur Stromversorgung der elektrischen Schaltung
und der elektronischen Anzeige dienende Batterien aktiviert werden, d.h. mit der Schaltung
und der Anzeige verbunden werden, weiterhin die Ausgabe einer Tablette, das Auswerfen
der Kartusche und/oder das Detektieren einer bestimmten Anzahl von wenigen in der
Kartusche verbleibenden Tabletten, um korrekt anzeigen zu können, wie viele Tabletten
sich noch in der Kartusche befinden. Für die letztgenannte Funktion ist es normalerweise
zwar ausreichend, ausgehend von der Anzahl der Tabletten in einer vollständig gefüllten
Kartusche jeweils auszurechnen, wie viele Tabletten sich noch darin befinden, wenn
jeweils detektiert wird, wenn eine Tablette ausgegeben wird. Allerdings kann diese
Anzeige dann, wenn die Anzahl der Tabletten wegen einer unvermeidlichen Dickentoleranz
der Tabletten in der vollständig gefüllten Kartusche schwankt, fehlerbehaftet sein.
Durch das Detektieren, dass sich beispielsweise noch vier Tabletten in der Kartusche
befinden, kann dieser Fehler ausgeschlossen werden.
[0069] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert,
die in den Figuren schematisch dargestellt sind. Die Erfindung ist jedoch nicht auf
die Beispiele beschränkt. Andere Ausführungsformen mit Varianten der einzelnen Merkmale
der Erfindung sind gleichfalls denkbar. Gleiche Bezugsziffern in den einzelnen Figuren
bezeichnen dabei gleiche oder funktionsgleiche bzw. hinsichtlich ihrer Funktionen
einander entsprechende Elemente. Im Einzelnen zeigen:
- Fig. 1A:
- eine perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen Spenders mit eingesetzter Kartusche
in der Vorderansicht;
- Fig. 1B:
- wie Fig. 1 A in der Rückansicht;
- Fig. 2:
- eine perspektivische Darstellung des Innenraums des Spenders mit einer eingeschobenen
Kartusche, wobei der Spender von der Rückseite aus gezeigt ist;
- Fig. 3:
- einen perspektivischen Ausschnitt des unteren Teils des Gehäuseinnengerüstes mit den
zur Ausgabe von Tabletten erforderlichen Teilen der Vereinzelungseinrichtung, wobei
das Gehäuseinnengerüst von der Vorderseite des Spenders aus gezeigt ist;
- Fig. 4:
- eine Schnittansicht der mit Tabletten befüllten Kartusche mit der Vereinzelungsvorrichtung
von der Vorderseite aus gesehen;
- Fig. 4A:
- eine Schnittansicht des Kopfes der Kartusche von der Vorderseite aus gesehen;
- Fig. 5:
- eine perspektivische Ansicht des Spenders ohne Außenhaut mit einer mit Tabletten gefüllten
eingeschobenen Kartusche (geöffnet) von der Rückseite aus gesehen;
- Fig. 5A:
- wie Fig. 1, Ausschnitt des Drückpunktes am linken Verriegelungshebel;
- Fig. 6:
- eine perspektivische Ansicht des Gehäuseinnengerüstes des Spenders mit dem Vorschubbügel
und den Konstantkraftfedern von der Rückseite des Spenders aus gesehen;
- Fig. 7:
- eine Detailansicht des Spenders ohne Außenhaut von der Rückseite aus gesehen mit den
Verriegelungen für die Kartusche;
- Fig. 7A:
- eine Ansicht wie Fig. 7, perspektivische Detailansicht des linken Teils des Spenders
mit verriegelter Kartusche;
- Fig. 7B:
- wie Fig. 7A mit entriegelter Kartusche;
- Fig. 8A:
- eine perspektivische Teildarstellung des unteren Teils des Spenders ohne seitliches
Gehäuseteil mit der Auswurftaste und der Freischalttaste bei voller Kartusche von
der rechten Seite aus gesehen;
- Fig. 8B:
- wie Fig. 8A, bei leerer Kartusche;
- Fig. 8C:
- perspektivische Ansicht der Freischalttaste mit Schenkelfeder und Auswurfschieber
von der Rückseite aus gesehen;
- Fig. 8D:
- wie Fig. 8C, beim Auswerfen der Kartusche;
- Fig. 8E:
- Schnitt durch den Spender ohne Gehäusevorder- und -rückteil von der Rückseite aus
gesehen;
- Fig. 9:
- Detailansicht des Spenders, von der Rückseite aus gesehen.
[0070] Der in Fig. 1A, 1 B gezeigte Spender 1 dient zur Ausgabe von Tabletten T, die beispielsweise
für die Kontrazeption genommen werden. Insbesondere ist der Spender dafür geeignet,
Kontrazeptiva auszugeben, die in einem so genannten flexiblen Regime täglich genommen
werden, d.h. in einer ersten Einnahmephase, die 24 Tage andauert, danach in einer
zweiten Einnahmephase, die 0 bis 96 Tage andauert, so dass die erste und die zweite
Einnahmephase bis zu 120 Tage andauern kann. Die Anwenderin entscheidet in diesem
Falle nach Ablauf der ersten Einnahmephase, wann die Einnahme abgebrochen und eine
einnahmefreie Phase begonnen werden soll. Während einer sich an die zweite Einnahmephase
anschließenden einnahmefreien Phase von 4 Tagen schließt sich wiederum die erste Einnahmephase
an.
[0071] Selbstverständlich kann der Spender auch zur Ausgabe anderer Tabletten T eingesetzt
werden, beispielsweise von Arzneimitteln zur Hormonersatztherapie, von Diuretika oder
von Antihypertonika.
[0072] Der Spender 1 umfasst ein Spendergehäuse 10, das eine Gehäusevorderschale 11.1 (Fig.
1A) und eine Gehäusehinterschale 11.2 (Fig. 1 B) sowie ein die beiden Gehäuseschalen
verbindendes und den Spender an drei Schmalseiten umfassendes, aus mehreren Teilen
bestehendes Gehäuseteil 12 aufweist, das im unteren Bereich an jeder Seite als Betätigungstaster
14, 15 ausgebildet ist. Das Gehäuseteil ist aus einem Verbundwerkstoff hergestellt,
um sicherzustellen, dass sich der an der einen Stirnseite im Bereich 13 befindende
Teil starr ausgeführt ist, während die beiden sich seitlich am Spender an den Schmalseiten
befindenden Betätigungstaster beweglich ausgeführt sind, um eine zum Spenderkorpus
hin gerichtete Tastenbewegung (siehe Pfeile) ausführen zu können. Alternativ kann
das Gehäuseteil auch als verformbare Hartschale ausgebildet sein, die im unteren Bereich
hineindrückbar ist, so dass die Betätigungstaster gebildet werden.
[0073] In der Gehäusevorderschale 11.1 sind eine elektronische Anzeige 16 sowie Bedienungstaster
17, 18 vorgesehen. Die Kontrolle über die Einnahme der Tabletten T wird mittels der
elektronischen Anzeige ausgeübt. Die Bedienungstaster 14, 15 dienen zur Wahl eines
von der Anzeige angezeigten Menupunktes, beispielsweise zur Batteriekontrolle oder
des Einnahmetags, des Pausentags und der Anzahl der sich noch in der Kartusche befindenden
Tabletten sowie zur Auswahl, ob die Tabletteneinnahme abgebrochen werden soll.
[0074] In Fig. 1 B ist die Rückseite des Spenders 1 dargestellt. Die Rückseite enthält ein
Fenster 20, das sich in axialer Richtung erstreckt und die in der Kartusche enthaltenen
Tabletten T erkennen lässt. Hierzu müssen die Gehäusehinterschale 11.2 der Kartusche
im Bereich des Fensters sowie das Kartuschengehäuse zumindest in dem durch das Fenster
sichtbaren Teil transparent ausgebildet sein.
[0075] Im unteren Bereich des Spenders 1 ist ein Teil der Kartusche zu sehen, nämlich die
Kartuschenunterschale 920, die am Gehäuse des Spenders bündig anliegt. In der Kartuschenunterschale
ist eine Ausgabeöffnung 922 für die Tabletten T zu sehen (Fig. 1A). In die Gehäusevorderschale
11.1 eingelassen ist die Kartuschenauswurftaste 19, die in Richtung des Pfeiles geschoben
wird, um die Kartusche dann aus dem Spender auszuwerfen, wenn diese leer ist.
[0076] In Fig. 2 ist ein Teil des Spenders 1 (ohne Außenhaut) sowie eine in den Spender
eingeschobene Kartusche 900 von der Rückseite aus gesehen gezeigt. Die Kartusche ist
in den Spender von unten her eingeschoben (siehe Pfeil), wobei sich an der Kartusche
eine Vereinzelungsvorrichtung 910 befindet, deren Teil die Kartuschenunterschale 920
ist und über die die Kartusche im unteren Bereich des Spenders am Spendergehäuse anliegt
(Fig. 1A). Die Kartusche umfasst außerdem ein Kartuschengehäuse 930, in dem sich die
Tabletten T befinden. Dieses Gehäuse wird durch eine Kartuschenvorderschale 933 und
durch eine Kartuschenhinterschale (nicht dargestellt) gebildet, die für den Gebrauch
in dem Spender vorzugsweise aus einem transparenten Material besteht, um die Tabletten
durch das Fenster 20 auf der Spenderrückseite erkennen zu können (Fig. 1B).
[0077] Der Spender 1 enthält im Inneren ein Gehäuseinnengerüst 100, das im Wesentlichen
alle statischen Funktionen des Spenders übernimmt. Das Gehäuseinnengerüst weist beispielsweise
einen mittleren Steg 110 auf (verdeckt), der von einer Seite zylindrisch eingewölbt
ist, um das Kartuschengehäuse 930 aufzunehmen (die vordere Hälfte des Kartuschengehäuses
ist nur teilweise erkennbar). Die Einwölbung dieses Steges bildet zusammen mit weiteren
(hier nicht gezeigten) Bauelementen des Spenders einen Aufnahmeschacht (mit Bezugsziffer
150 angedeutet), in den die Kartusche von unten in den Spender eingeschoben werden
kann. Der Aufnahmeschacht ist hier lediglich strichliert angedeutet und ist durch
einen länglichen Hohlraum gekennzeichnet.
[0078] In Fig. 3 ist der untere Teil des Gehäuseinnengerüstes 100 des von der Außenhaut
befreiten Spenders 1 von der Vorderseite aus gesehen gezeigt. An der unteren Schmalseite
des Spenders ist die Vereinzelungsvorrichtung 910 der Kartusche, in diesem Falle aber
ohne die Unterschale 920 gezeigt. Daher ist hier ein zur Vereinzelungsvorrichtung
gehörender Tablettenschieber 940 erkennbar, der in einer Schieberhalterung 950 gleitet
und von dieser aufgenommen ist und der eine durchgehende Öffnung 942 aufweist, die
auch als Aufnahmefach für auszugebende Tabletten T dient. In einer ersten Stellung
fluchtet dieses Aufnahmefach mit der Ausgabeöffnung der Unterschale, so dass eine
sich in dem Aufnahmefach befindende Tablette nach außen ausgegeben werden kann. Wenn
der Tablettenschieber in eine zweite Stellung (nach links siehe Pfeil) verschoben
worden ist, fluchtet das Aufnahmefach mit dem von dem Kartuschengehäuse 930 (nicht
dargestellt) gebildeten Vorratsraum für die Tabletten, so dass in dieser Stellung
eine Tablette in das Aufnahmefach hineinfallen kann. Das Aufnahmefach ist in dieser
Stellung durch die Kartuschenunterschale 920 (nicht gezeigt) nach unten verschlossen.
Um diese Verschiebung zu bewirken, sind folgende Bauelemente vorgesehen:
[0079] Die Betätigungstaster 14, 15 am Spendergehäuse 10 werden zur Betätigung des Spenders
1 nach innen gedrückt (Fig. 1A; siehe Pfeile). Dabei wirken sie auf zwei Transporthebel,
einen rechten Transporthebel 210 und einen linken Transporthebel 220. Diese beiden
Transporthebel weisen Zahnstangen 212 bzw. 222 auf und stehen über diese Zahnstangen
mit einem Zahnrad 230 in Wirkverbindung. Das Zahnrad ist auf dem Gehäuseinnengerüst
100 gelagert. Der rechte Transporthebel ist über eine Druckfeder 240 an einem Widerlager
102 abgestützt, so dass dieser Transporthebel und somit auch der linke Transporthebel
nach dem Betätigen der Betätigungstaster wieder in die Ausgangsstellung, d.h. in eine
Stellung, in der beide Hebel nach außen ausgefahren sind, zurückkehren (erste Stellung).
Am rechten Transporthebel ist ferner ein Auslegerarm 224 angeformt, der eine Ausnehmung
226 aufweist. Am Tablettenschieber 940 ist eine Mitnehmernase 944 angeformt, die in
diese Aussparung eingreift. Indem die Transporthebel 210, 220 durch die Federkraft
der Druckfeder 240 nach außen gedrückt werden, befinden sich die Hebel in der unbelasteten
(ersten) Stellung außen, so dass sich der Tablettenschieber in der (in Fig. 3 gezeigten)
rechten Stellung befindet. In dieser Stellung fluchtet das Aufnahmefach 942 im Tablettenschieber
mit der Ausgabeöffnung 922 in der Kartuschenunterschale 920. Durch Betätigung der
Betätigungstaster 14, 15 werden die Transporthebel nach innen gedrückt und schieben
so den Tablettenschieber nach links (zweite Stellung). Dadurch wird das Aufnahmefach
in eine mit dem Vorratsraum der Kartusche fluchtende Stellung verschoben, so dass
eine Tablette aus dem Vorratsraum in das Aufnahmefach fällt. Beim Loslassen der Betätigungstaster
werden die Transporthebel und damit auch das im Schieber befindliche Aufnahmefach
unter Federkraft wieder nach rechts befördert, so dass das Aufnahmefach wieder in
die mit der Ausgabeöffnung fluchtende Stellung gelangt. Dadurch wird eine Tablette
aus dem Spender ausgegeben.
[0080] In Fig. 4 ist eine mit Tabletten T befüllte Kartusche 900 im Schnitt von der Vorderseite
aus gesehen gezeigt. Die Kartusche weist eine Vereinzelungsvorrichtung 910 mit der
hier erkennbaren Kartuschenunterschale 920 sowie ein Kartuschengehäuse 930 auf, das
aus der Kartuschenvorderschale (nicht dargestellt) und der Kartuschenhinterschale
932 besteht. Durch die Kartuschenvorderschale und die Kartuschenhinterschale wird
ein zylindrischer Vorratsraum geschaffen, in dem sich die Tabletten aufgestapelt befinden.
Zwischen den beiden Kartuschenschalen befindet sich an einer Seite (rechts) ein sich
axial erstreckender Schlitz.
[0081] Die Kartusche 900 kann in der gezeigten Form separat gehandhabt, d.h. zum Nachfüllen
des Spenders 1 benutzt werden, indem die Kartusche von der Stirnseite her in den im
Wesentlichen zylindrischen Aufnahmeschacht 150 im Spender eingeschoben und dort verrastet
wird. Zum Transport und zur Lagerung der separaten Kartusche wird diese vorzugsweise
in einer wasser- und luftdichten Sekundärverpackung, beispielsweise in einem Beutel
oder einem Blister, versiegelt.
[0082] Im Kartuschengehäuse 930 befindet sich oberhalb des Stapels aus Tabletten T ein Tablettenreiter
960, der sich im Vorratsraum der Kartusche in axialer Richtung grundsätzlich frei
bewegen kann (Fig. 4A). Hierzu greift der Tablettenreiter mit einem Reiterarm 961
durch den sich in axialer Richtung erstreckenden Schlitz zwischen der Kartuschenvorderschale
933 (nicht dargestellt) und der Kartuschenhinterschale 932 hindurch. Der Tablettenreiter
ruht auf dem Tablettenstapel. Die Axialbewegung des Tablettenreiters wird jedoch durch
einen Toleranzausgleichsstöpsel 970 nach oben eingeschränkt. Dieser Stöpsel wird vor
dem Befüllen der Kartusche 900 mit den Tabletten T in den Vorratsraum eingesetzt und
nach dem Befüllen der Kartusche auf den Stapel aus Tabletten und den Tablettenreiter
aufgedrückt. Da der Toleranzausgleichsstöpsel im Vorratsraum reibschlüssig gleitet,
wird dieser während der Handhabung der Kartusche außerhalb des Spenders auf den Tablettenstapel
aufgedrückt und hält den Stapel zusammen, so dass die einzelnen Tabletten nicht gegeneinander
verrutschen bzw. sich gegeneinander bewegen können. Dadurch wird zum einen ein Abrieb
der Tabletten vermieden und zum anderen, dass sich die Tabletten bei der freien Bewegung
auch hochkant oder schräg aufstellen können. Dadurch wird ein Kippen und damit Verkanten
der Tabletten im Vorratsraum verhindert. Um das reibschlüssige Gleiten des Toleranzausgleichsstöpsels
970 zu erreichen, weist dieser einen Grundkörper 971 sowie zwei Federelemente mit
Rastnasen 972, 972' auf, die an der Innenwand des Kartuschengehäuses anliegen. Um
die Reibschlüssigkeit wirksam zu gestalten, weist die Innenwand in den Bereichen,
in denen die Rastnasen mit der Innenwand in Berührung stehen, einander gegenüber liegende
Ratschenbahnen 975 auf, in die die Rastnasen eingreifen (siehe Detaildarstellung Fig.
4A). Diese Ratschenbahnen sind nur auf einer Länge von ca. 2 cm ausgebildet, da der
Toleranzausgleichsstöpsel die Tabletten nur bei vollständig befüllter Kartusche bei
der Handhabung dicht gepackt halten soll, so dass der Stöpsel nur in dem Bereich die
reibschlüssige Verbindung mit der Innenwand des Kartuschengehäuses eingehen muss,
in dem lediglich die sich durch die Dickentoleranz der einzelnen Tabletten ergebende
Schwankung der Stapelhöhe ausgeglichen werden muss.
[0083] In Fig. 5 ist der Spender 1 ohne Außenhaut von der Rückseite aus gesehen gezeigt,
der eine mit Tabletten T gefüllte Kartusche 900 enthält. Die Kartusche enthält den
auf dem Tablettenstapel aufsitzenden Tablettenreiter 960, der einen aus dem Kartuschengehäuse
930 herausragenden Reiterarm 961 aufweist. Auf dem Tablettenreiter sitzt der Toleranzausgleichsstöpsel
970, der die Federelemente mit Rastnasen 972 umfasst (hier ist eines der Federelemente
gezeigt). Die Rastnasen der Federelemente greifen in die Ratschenbahnen 975 ein.
[0084] Der Spender 1 enthält außerdem einen Vorschubbügel 300, der um den mittleren Steg
110 des Gehäuseinnengerüstes 100 herum greift und entlang dieses Steges in axialer
Richtung beweglich ist und an diesem geführt wird, beispielsweise durch eine Schwalbenschwanzführung,
die durch die Seitenflächen des Steges und die U-Schenkel 311, 312 des Bügels gebildet
wird, oder durch eine Verrastung dieser U-Schenkel mit den Seitenflächen des Steges
(Fig. 6).
[0085] In Fig. 6 ist das Gehäuseinnengerüst 100 mit dem Vorschubbügel 300 von der Rückseite
des Spenders 1 aus gezeigt. Der Vorschubbügel weist zwei Ausleger 315, 316 auf, die
etwa im rechten Winkel zu den U-Schenkeln 311, 312 an diese angeformt sind. An den
Enden dieser Ausleger befinden sich Befestigungen für die Konstantkraftfedern 320,
330 an deren jeweiligem einen Ende. Die Konstantkraftfedern sind mit ihren jeweils
anderen Enden im unteren Teil des Gehäuseinnengerüstes 100 befestigt und dort aufgewickelt.
Dadurch kann eine Bewegung des Vorschubbügels in axialer Richtung nach oben nur gegen
die Federkraft der Konstantkraftfedern erreicht werden. Alternativ können die Konstantkraftfedern
aber auch in entsprechenden Halterungen, beispielsweise an dessen Auslegern, am Vorschubbügel
aufgewickelt gehalten werden und deren andere Enden unten am Gehäuseinnengerüst befestigt
sein.
[0086] Beim Einschieben der Kartusche von unten in den Aufnahmeschacht 150 (hier nicht dargestellt)
im Spender 1 (Pfeil) greift der durch den Axialschlitz zwischen der Kartuschenhinterschale
(nicht dargestellt) und der Kartuschenvorderschale 933 der Kartusche hindurch greifende
Reiterarm 961 (Fig. 5) an der Unterseite des U-Schenkels 311 des Vorschubbügels 300
an und schiebt den Vorschubbügel beim Einschieben der Kartusche mit nach oben. Da
der Tablettenreiter 960 auf dem Tablettenstapel aufsitzt und die Kartusche beim Einschieben
gefüllt ist, wird auch der Vorschubbügel bis zum oberen Ende des mittleren Steges
hochgeschoben. Dadurch werden die beiden Konstantkraftfedern 320, 330 gespannt, so
dass der Vorschubbügel unter einer nach unten gerichteten Federspannung steht. Diese
Spannung wird über den Tablettenreiter auf den Tablettenstapel übertragen.
[0087] Beim Einschieben der Kartusche 900 in den Aufnahmeschacht 150 des Spenders 1 wird
die Kartusche im Spender verriegelt. Hierzu sind ein linker Verriegelungshebel 420
und ein rechter Verriegelungshebel 410 für die Kartusche vorgesehen. Die Verriegelungshebel
sind auf dem Gehäuseinnengerüst 100 auf Drehpunkten 415, 425 gelagert. An den jeweiligen
unteren Enden der Verriegelungshebel sind Rastnasen 412, 422 vorgesehen (Fig. 7, 7A,
7B). Diese greifen in entsprechende Ösen 981, 982 an der Gehäusevorderschale 932 der
Kartusche ein (Fig. 7A, 7B), wenn die unteren Schenkel der Verriegelungshebel und
damit die Rastnasen der Verriegelungshebel nach innen gekippt sind (Fig. 5; siehe
nach innen gerichtete Pfeile). Diese Kippbewegung wird dadurch bewirkt, dass der Vorschubbügel
300 beim Einschieben der Kartusche in den Spender am mittleren Steg 110 des Gehäuseinnengerüstes
nach oben geschoben wird und im oberen Bereich dann an den Anlaufflächen 416, 426
der Verriegelungshebel entlang gleitet und die Verriegelungshebel dadurch oben auseinander
drückt. Dadurch werden die oberen Schenkel der Verriegelungshebel nach außen und die
unteren Schenkel damit nach innen geschwenkt. Dabei werden Federarme 417, 427, die
oberhalb der jeweiligen Drehpunkte an den Verriegelungshebeln angeformt sind, über
entsprechende Drückpunkte 418, 428 hinter dazu gehörigen Vorsprüngen 419, 429 am Gehäuseinnengerüst
eingeschnappt, so dass die Verriegelungshebel in dieser Stellung unverrückbar festgehalten
werden (Fig. 5A). Daher werden die Verriegelungshebel nach dem Einschieben einer gefüllten
Kartusche in der Verriegelungsstellung eingerastet, so dass die Kartusche ohne weitere
Hilfsmittel nicht mehr entnommen werden kann. Dies stellt sicher, dass eine Kartusche
nach dem Einschieben und Einrasten in den Spender nicht wieder entnommen werden kann,
sofern die Kartusche beim Einschieben vollständig gefüllt ist, da der Vorschubbügel
beim Einschieben der gefüllten Kartusche bis zu den Anlaufflächen der Verriegelungshebel
hochgeschoben wird und diese dadurch in die Verriegelungsstellung überführt. Diese
Verriegelung wird solange beibehalten, bis die Kartusche völlig leer ist.
[0088] Um eine entleerte Kartusche aus dem Spender auswerfen zu können, ist ein Auswurfmechanismus
vorgesehen, der die durch die Verriegelungshebel bewirkte Sperre wieder aufhebt. Einzelheiten
dieses Auswurfmechanismus' sind in den Fig. 8A, 8B, 8C, 8D und 8E gezeigt:
[0089] Um die Kartusche auswerfen zu können, ist ein Freischalthebel 500 vorgesehen, der
sich unmittelbar hinter dem die Auswurftaste 19 (verdeckt) aufweisenden Auswurfschieber
600 befindet. Der Freischalthebel ist mittels einer Schenkelfeder 510 (Fig. 8C, 8D)
in einer im Wesentlichen senkrecht stehenden Stellung fixiert. Hierzu ist der Freischalthebel
über Achsen 520, 520' an der Gehäusevorderschale 11.1 in Klauen 121, 122 gelagert,
die an die Gehäusevorderschale 11.1 angeformt sind. Der Freischalthebel ist im Lager
der Klauen verschwenkbar (Pfeile in Fig. 8A, 8B, 8C, 8D), allerdings lediglich gegen
die Federkraft der Schenkelfeder.
[0090] Der Freischalthebel 500 blockiert den Auswurfschieber 600 und damit die Auswurftaste
19, indem Sperrnasen 531, 532 (oder alternativ auch nur eine einzige Sperrnase) in
der Ruhestellung des Freischalthebels vor entsprechenden Vorsprüngen 611, 612 (alternativ
auch nur vor einem einzigen Vorsprung) des Auswurfschiebers liegen und die translatorische
Bewegung des Schiebers nach unten blockieren (Auswurfsperre). In Fig. 8C ist hierzu
der von dem Freischalthebel blockierte Auswurfschieber gezeigt, während der Auswurfschieber
in der Darstellung von Fig. 8D entriegelt und bereits nach unten weggeschoben ist.
[0091] Wenn sich die Kartusche 900 durch Ausgabe von Tabletten T leert, gleitet der Vorschubbügel
300 im Spender 1 nach unten (Fig. 8B). Wenn der Vorschubbügel während des Hubes für
die letzte Tablette in der Kartusche die unterste Stellung erreicht hat, greift er
am Hebel 540 des Freischalthebels 500 an und kippt letzteren mit dessen unterem Ende
gegen die Federkraft der Schenkelfeder 510 nach vorn (Fig. 8B; Pfeil). Dadurch gibt
der Freischalthebel den Auswurfschieber 600 frei, indem die Sperrnasen 531, 532 von
den entsprechenden Vorsprüngen 611, 612 des Auswurfschiebers wegbewegt werden.
[0092] Die Funktion der Verriegelungshebel 410, 420 beim Entriegeln der Kartusche 900 ist
in Fig. 8E gezeigt: Die Verriegelung der Kartusche wird dadurch gelöst, dass der Auswurfschieber
600 um ca. 2 mm nach unten geschoben wird (Pfeil). Dabei kommt der Auswurfschieber
mit dessen Anlaufflächen 551, 552 mit den unteren Schenkeln der Verriegelungshebel
410, 420 in Kontakt, so dass diese nach außen gedrückt werden (Pfeile). Dadurch werden
die Rastnasen 412, 422 der Verriegelungshebel nach außen gedrückt und aus den Ösen
981, 982 der Kartusche herausgerückt. Damit wird die Kartusche freigegeben. Durch
weiteres Verschieben des Auswurfschiebers nach unten kann die Kartusche nun nach unten
ausgeworfen werden. Hierzu wirken die Sperrnasen des Auswurfschiebers gleichzeitig
als Auswurfnasen, da sie am Rand der Oberseite der Kartuschenunterschale 920 angreifen
und diese durch die abwärts gerichtete Bewegung nach unten drücken. Die Kartusche
kann dann mit der Hand gegriffen und aus dem Aufnahmeschacht 150 des Spenders 1 herausgezogen
werden. Der Auswurfschieber kehrt nach dem Betätigen unter Federkraft in die ursprüngliche
Stellung wieder zurück. Hierzu dient die Schenkelfeder 510.
[0093] Der Spender 1 weist eine elektronische Anzeige 16 sowie zwei elektronische Bedienungstaster
17, 18 auf (Fig. 1A). Die elektronische Anzeige dient dazu, die Anzahl der sich in
der Kartusche 900 befindenden Tabletten T anzuzeigen sowie den Status der Tabletteneinnahme,
d.h. ob die erste Einnahmephase von 24 Tagen bereits abgelaufen ist oder noch nicht
und, falls ersteres der Fall ist, die Anzahl von Tagen, die in der zweiten flexiblen
Einnahmephase bereits verstrichen sind. Weiterhin kann angezeigt werden, wenn während
der Einnahmephase eine Tablette nicht innerhalb eines bestimmten Zeitfensters genommen
wurde. Darüber hinaus kann die Anzeige auch darstellen, wie viele Tage in einer gegebenenfalls
eingeleiteten einnahmefreien Phase bereits verstrichen sind. Außerdem kann die Anzeige
einen Batteriestatus anzeigen. Mit den Bedienungstastern kann der Übergang in die
einnahmefreie Phase sowie die Wahl verschiedener Menüpunkte ausgewählt werden.
[0094] Der Spender 1 enthält Batterien 1010, 1020 (Fig. 2, 5) (alternativ auch nur eine
einzige Batterie), die die Funktionsfähigkeit des Spenders 1 möglichst lange aufrechterhalten
sollen, ohne gewechselt werden zu müssen. Daher enthält der Spender für die Inbetriebnahme
beim erstmaligen Einschieben einer Kartusche 900 in den Spender einen Initialisierungsschalter
710, der auf dem Gehäuseinnengerüst angeordnet ist (Fig. 9). Dieser Schalter ist von
einem Schalterarm 430 des linken Verriegelungshebels 420 an dessen oberem Schenkel
angeformt. Beim Einschieben der Kartusche drückt diese den oberen Schenkel des linken
Verriegelungshebels nach außen, weil der Vorschubbügel 300 an der Anlauffläche 426
am oberen Schenkel dieses Verriegelungshebels entlang gleitet und den Schenkel dabei
nach außen drückt (Fig. 5). Dabei wird der an dem linken Verriegelungshebel angeformte
Schalterarm gegen den Initialisierungsschalter gedrückt und betätigt diesen. Durch
die Betätigung dieses Schalters wird die sich bisher in einer Ruhestellung ohne Energieverbrauch
befindende Elektronik initialisiert und bleibt durch die besondere Konstruktion des
Initialisierungsschalters auch nach dem Herausnehmen der Kartusche eingeschaltet.
[0095] Gleichzeitig mit der Initialisierung der Elektronik beim erstmaligen Einschieben
einer Kartusche 900 in den Spender 1 wird ein zweiter sich neben dem Initialisierungsschalter
710 befindender Schalter (nicht dargestellt) betätigt, der nur solange eingeschaltet
bleibt, wie der obere Schenkel der rechten Verriegelung nach außen gedrückt ist, d.h.
solange wie die Kartusche im Spender bleibt. Nach dem Herausnehmen der Kartusche wird
dieser zweite Schalter durch das Nach-innen-schwenken des oberen Schenkels des Verriegelungshebels
420 wieder ausgeschaltet. Dieser zweite Schalter gibt an die Elektronik das Signal
weiter, dass sich eine Kartusche im Spender befindet. Dadurch kann jeweils die Anzahl
der sich im Spender befindenden Tabletten T berechnet werden und zwar durch die Sollvorgabe,
dass sich in einer gefüllten Kartusche stets eine bestimmte Anzahl an Tabletten T
befindet, beispielsweise 30 Tabletten, sowie durch ein an die Elektronik weiter geleitetes
weiteres Signal, mit dem jede Entnahme einer Tablette aus dem Spender registriert
wird. Außerdem gelangt beim Herausnehmen einer leeren Kartusche aus dem Spender und
erneuten Einsetzen einer gefüllten Kartusche durch das weitere Signal vom zweiten
Schalter die Information an die Elektronik, dass sich nun wieder eine vollständig
gefüllte Kartusche im Spender befindet.
[0096] Das weitere Signal, mit dem eine Entnahme einer Tablette T aus dem Spender 1 registriert
wird, wird durch einen dritten Schalter (nicht dargestellt) erzeugt, der sich im Bereich
eines der Transporthebel 210, 220 befindet und der bei jeder Betätigung der Transporthebel
geschaltet wird und dabei dieses weitere Signal erzeugt.
[0097] Weiterhin enthält der Spender 1 einen vierten Schalter (nicht dargestellt) im unteren
Bereich des Aufnahmeschachtes 150, mit dem das Vorbeigleiten des Vorschubbügels 300
registriert und als zusätzliches Signal an die Elektronik weitergeleitet wird. Dieser
vierte Schalter dient dazu, kurz vor der endgültigen Entleerung der Kartusche 900,
beispielsweise wenn sich nur noch fünf Tabletten T in der Kartusche befinden, die
noch vorhandene Anzahl an Tabletten in der Kartusche an die Elektronik zu signalisieren.
Dies wird durch die genaue räumliche Positionierung dieses vierten Schalters am Aufnahmeschacht
festgelegt, wodurch der vierte Schalter nur dann bei der Entnahme einer Tablette betätigt
wird, wenn sich noch eine vorbestimmte Anzahl Tabletten in der Kartusche befindet.
Diese Kontrollzählung kann nämlich erforderlich sein, um dem Anwender / der Anwenderin
korrekt anzeigen zu können, wie viele Tabletten sich noch in der Kartusche befinden,
wenn es nur noch wenige sind. Dadurch wird sichergestellt, dass keine falsche Annahme
bezüglich der Anzahl der restlichen Tabletten getroffen wird, da es kritisch sein
könnte, wenn der Anwender / die Anwenderin nicht rechtzeitig gewarnt würde, dass die
Kartusche entleert worden ist. Diese Vorsichtsmaßnahme ist vorteilhaft, wenn die Füllmenge
einer Kartusche mit Tabletten auch mit allen Kontrollmaßnahmen in der Befüllungssequenz
der Kartuschen nicht sicher eingehalten werden kann. Denn die Höhe einer einzelnen
Tablette hat eine Toleranz, so dass die Höhe des Tablettenstapels ebenfalls schwanken
kann. Auf jeden Fall kann der Anwender / die Anwenderin jedoch über das Fenster 20
in der Gehäusehinterschale 11.2 erkennen, ob sich noch Tabletten in der Kartusche
befinden.
[0098] Es versteht sich, dass die hier beschriebenen Beispiele und Ausführungsformen lediglich
der Veranschaulichung dienen und dass verschiedene Modifikationen und Änderungen der
Beispiele und Ausführungsformen im Offenbarungsgehalt der hier beschriebenen Erfindung
enthalten sind.