[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauteil nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei der Bereitstellung von Bauteilen, insbesondere metallischen Beschlägen, Seitengittern
und Gargutträgern ist es bekannt, Bauteile aus selbst passivierenden nichtrostenden
Stählen zu fertigen. Es erfolgt eine Oberflächenpassivierung meist bei einem Chromgehalt
größer als 12 % wodurch sich eine Chromoxidschicht mit einer Stärke von 2-4 Nanometern
ausbildet. Diese Passivschicht schützt das Bauteil vor Korrosion und verhindert den
direkten Kontakt des Metalls mit einem anderen Medium. Die Passivierung durch eine
Chromoxidschicht hat den Vorteil, selbsttätig passivierend zu sein, das heißt, dass
beim Abtragen des Chromoxids durch Kratzer auf der Oberfläche, sich sofort wieder
neues passivierendes Chromoxid aus der darunterliegenden Chromschicht bei Kontakt
mit Luftsauerstoff bildet.
[0003] Für die Bildung einer gleichmäßigen Passivschicht bei der Passivierung müssen jedoch
neben dem Chromgehalt weitere Bedingungen erfüllt sein. Dies sind hauptsächlich eine
metallisch reine Oberfläche und genügend Sauerstoff, um eine vollständige Oxidation
entlang der Oberfläche zu gewährleisten. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, so
kann sich bei hohen Temperaturen (Temperaturen ab 450 °C) keine spontane Oxidschicht
bei selbst passivierenden nichtrostenden Stählen bilden, die Korrosionsbeständigkeit
nimmt ab und es kommt zur Ausbildung einer porösen Chromoxidschicht in Folge von Verzunderung,
welche nur noch geringen Korrosionsschutz ermöglicht. Daher erweist sich der Einsatz
von selbst passivierenden nichtrostenden Stählen für die Fertigung von Bauteilen für
Gar- und Backöfen im Anwendungsbereich ab 400 °C als unvorteilhaft.
[0004] Die
DE 10 2007 010 955 A1 offenbart eine silanbasierte Beschichtung auf einem Ofen-Stahlteil und die in einem
Sol-Gel-Verfahren auf die Stahloberfläche aufgetragen ist. Diese Beschichtung weist
eine Schichtdicke von 1-6 mm auf.
[0005] Die
DE 25 44 880 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines abriebfesten Überzugs auf Kunststoff-
oder Metallsubstraten, der aus einer Beschichtungsmasse aus einem Titan-, Aluminium-
oder Zirkonester mit mindestens zwei Estergruppen OR, einem Epoxy- und/oder Acryloxysilan
und ggf. üblichen Zusätzen und Füllstoffen besteht. Die
EP 0 973 958 offenbart ein Verfahren zum Versehen einer metallischen Oberfläche mit einer glasartigen
Schicht, wobei eine Beschichtungszusammensetzung auf eine metallische Oberfläche aufgebracht
wird und diese Beschichtung anschließend thermisch bei einer Temperatur von mindestens
350 °C zu einer transparenten glasartigen Schicht verdichtet wird.
[0006] Es ist jedoch fraglich, ob die bisher genannten Beschichtungssysteme auch auf Bauteile
mit einem breiten Anwendungsspektrum im Haushaltsbereich, also beispielsweise sowohl
in Kühlschränken bei Temperaturen von -50 °C als auch in Pyrolyseöfen bei Temperaturen
jenseits von 500 °C unter den dort vorherrschenden Korrosionsbedingungen einsetzbar
sind.
[0007] Die
DE 10 2004 001 097 offenbart ein metallisches Substrat mit einer verformbaren glasartigen Beschichtung
mit einer durch Auftragen eines Alkalisilikat-haltigen Beschichtungssols auf das Substrat
und einer anschließenden thermischen Behandlung in zwei Stufen. Die erste Stufe kann
in sauerstoffhaltiger Atmosphäre oder im Vakuum bei einem Restdruck von ≤ 15 mbar
durchgeführt werden. Die zweite Stufe wird in einer sauerstoffarmen Atmosphäre bis
zum vollständigen Verdichten und Aushärten der glasartigen Schicht durchgeführt. Dabei
ist bei diesem Verfahren die Erzeugung und Gewährleistung der verschiedenen Atmosphären
bei der thermischen Verdichtung mit zusätzlichem Aufwand verbunden.
[0008] Die
EP 1 137 729 offenbart eine Beschichtung für Haushaltsgeräte, welche auf hydrolisierbaren Silanen
basiert und zumindest eine nicht hydrolisierbare Komponente aufweist. Dabei weisen
die hydrolisierbaren Silane Epoxidgruppen zumindest einen nicht hydrolisierbaren Substituenten
auf, sowie einen Härtekatalysator ausgesucht aus der Gruppe der Lewisbasen Zirkoniumtitan
oder Aluminiumalkoxiden und zudem nanoskalige anorganische Feststoffe.
[0009] Die
DE 10 2007 053 023 offenbart eine Schichtungszusammensetzung mit einer Oxidverbindung sowie ein Verfahren
zur Beschichtung von Substraten u.a. aus Metall. Dabei wird zunächst auf das Substrat
eine Beschichtungszusammensetzung aufgebracht, welche die allgemeine Formel beispielsweise
eines Silans wiedergibt. Anschließend wird diese Silanzusammensetzung auf eine Temperatur
von mehr 400 °C unter Bildung einer Element-/Elementoxidkompositschicht erhitzt und
im Anschluss wird diese Elementoxidkomposit-Struktur erhitzt und durch lokales Sintern
mittels eines Lasers verfestigt, was einen zusätzlichen apparativen Aufwand gegenüber
bisherigen Erhitzungsmethoden bedeutet.
[0010] Die
EP 0 928 457 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von Substraten mit hochtemperatur- und UV-beständigen
transparenten farbigen Beschichtungen, wobei die Beschichtungszusammensetzung mindestens
ein glasartiges kristallines oder teilkristallines Oxid bilden kann und mindestens
ein Mitglied aus der Gruppe einer Metallverbindung enthält und der Überzug thermisch
unter Bildung eines beschichteten Substrates härtet.
[0011] Die
EP 0 729 442 offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer funktionellen glasartigen Schicht mit
mindestens einem hydrolisierbaren Silan, mindestens einem Organosilan und mindestens
einem Funktionsträger zum Einfärben der Beschichtung bzw. zur Farbgebung oder zur
Verbesserung der metallischen Optik. Anschließend wird dieser Überzug thermisch zu
einer glasartigen Schicht verdichtet.
[0012] Die
EP 1 068 372 A1 beschreibt ein Verfahren zum Schutz eines metallischen Substrats vor Korrosion. Bei
der Korrosion bildet sich eine vom Metall abgeleitete Spezies X aus. Zur Verhinderung
der Bildung einer solchen Spezies wird das Substrat mit einer Beschichtung aus Polysiloxanen
versehen, wobei die Beschichtung zudem eine Spezies Z umfasst, welche mit dem Metall
eine Spezies Y eingeht. Dabei weist die Bildung der Spezies Y eine geringere Bildungenthalpie
auf als die Bildung der Spezies X. Somit ist die Bildung der Spezies Y bevorzugt.
Dabei wurde die thermische Wechselbeständigkeit über einen Bereich von -40 °C-100
°C bestätigt. Eine thermische Wechselbeständigkeit die sich über einen Bereich von
- 40 °C bis 500 °C unter den korrosiven Bedingungen, wie sie u.a. im Ofen vorkommen,
sind in dem Dokument nicht offenbart.
[0013] Die
DE 10351467 offenbart ein Substrat, das eine Doppelbeschichtung aufweist. Diese Beschichtung
kann beispielsweise, im Backofeninnenraum zum Einsatz kommen. Dabei weist die Doppelbeschichtung
eine hydrophobe und mit freien OH-Gruppen reagierenden Komponente als äußere Schicht
auf. Die innere Schicht ist eine anorganischen Sol-Gel-Schicht, bei der die äußere
hydrophobe Schicht bei mäßigen Temperaturen bis maximal 100 °C nur aufgebracht und
durch Kondensationsreaktionen fest mit dieser chemisch verankert wird. Schließlich
erfolgt in einem weiteren Verfahrensschritt das Einbrennen des Doppelschichtsystems
auf der Oberfläche des Gegenstandes.
[0014] Die
DE 10155613 offenbart ein Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen durch hybride Polymermaterialien
sowie die dabei verwendeten Beschichtungslösungen bzw. -massen. Dabei wird eine Schicht
aus Silanen mit org. Resten und Aluminiumalkoxiden auf die Oberfläche des Substrates
aufgebracht und getrocknet. Anschließend wird die Oberfläche mit einem Decklack versehen.
[0015] Die
DE 10253839 A1 offenbart ein Verfahren zur Beschichtung von Gegenständen mit metallischen Oberflächen.
Dabei wird nach einem gegebenenfalls vorgesehenen Vorbehandlungsschritt zur Aktivierung
der metallischen Oberflächen mindestens ein Organosilan im sogenannten Sol-Gel-Verfahren
aufgebracht und die so erhaltene Beschichtung in eine Polysiloxan-Beschichtung überführt.
Diese Überführung der Beschichtung in eine Polysiloxan-Beschichtung erfolgt vorzugsweise
durch thermische Behandlung bei Temperaturen von 100 °C.
[0016] Die
EP 0956373 offenbart ein Verfahren zum Bereitstellen einer schützenden Oberfläche auf einer
Basislegierung, welche Eisen, Nickel und Chrom enthält. Dabei werden auf der Basislegierung
elementares Silizium und Titan mit wenigstens Aluminium oder Chrom abgeschieden und
unter Erzeugung einer Oberflächenlegierung wärmebehandelt.
[0017] Beschichtete Beschläge und Bauteile mit Anwendungsmöglichkeiten im Hochtemperaturbereich
sind in der
DE 102005039883 offenbart. Sie beschreibt ein Gerätezubehörteil für den Backofen, wobei das Gerätezubehörteil
einen Grundkörper aus Metall, beispielsweise aus verchromten Stahl und eine pyrolysefeste
Beschichtung aufweist. Das Beschichtungsmaterial ist glasartig und wurde aus einer
Flüssigphase heraus auf den Grundkörper aufgebracht.
[0018] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zu schaffen, welches
die Beständigkeit von Bauteilen gegenüber Umwelteinflüssen, insbesondere beim Einsatz
im Hochtemperaturbereich, verbessert.
[0019] Die vorliegende Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Bauteil mit den Merkmalen
des Anspruchs 1.
[0020] Das Verfahren zur Herstellung von Bauteilen insbesondere für Hochtemperaturanwendungen,
sieht das Bereitstellen eines Rohteils vor, vorzugsweise durch Stanzen und Biegen
eines Metallbleches, sowie das Aufbringen einer anorganisch-organischen Hybridpolymerschicht
auf der Oberfläche des Rohteils, das Erhitzen des beschichteten Rohteils, beispielsweise
auf eine Temperatur von mindestens 400 °C und das Abkühlen des beschichteten Rohteils
auf Raumtemperatur. Dadurch wird ein Rohteil geschaffen, das eine gute Korrosionsbeständigkeit
auch bei hohen Temperaturen aufweist. Bei der Beschichtung von Bauteilen für den Einsatz
in Backöfen, Kühlschränke und dergleichen zeigte sich überraschenderweise erst nach
einer thermischen Behandlung die zuvor mit einer anorganisch organischen Hybridpolymerschicht
versehene Oberfläche als genügend widerstandsfähig, um den Belastungstests zu genügen.
[0021] Das Rohteil kann vorzugsweise aus Metall, beispielsweise aus Edelstahl, Stahl, Aluminium,
Aluminiumlegierungen, Kupfer, Kupferlegierungen, Zink, Chrom oder Nickel bestehen.
Die anorganisch-organische Hybridpolymerschicht kann jedoch auch auf Rohteile aufgebracht
werden, welche bereits mit PTFE (Polytetrafluorethylen) oder PEEK (Polyetheretherketon)
beschichtet sind. Auch auf LCP (liquid crystal polymer), Thermoplasten, Keramik und
Emaille kann die Hybridpolymerschicht aufgebracht werden. Hierfür sind während des
Herstellungsprozesses des Rohteils, in Abhängigkeit zu dessen Materialbeschaffenheit,
verschiedenste Methoden der Formgebung anwendbar.
[0022] Da die Schritte des Verfahrens auch automatisiert werden können, ist eine Anwendung
in serieller Fertigung möglich. Die anorganisch-organische Hybridpolymerbeschichtung
und anschließende thermische Behandlung bewirkt einen verbesserten Korrosionsschutz
auch im höheren Temperaturbereich gegenüber der bisherigen Passivierung.
[0023] Nach einer anschließenden thermischen Behandlung zur Aushärtung bildet das entstandene
Polymer eine harte Schicht, welche zudem reißfester ist, als dies beispielsweise beim
Aufbringen eines rein anorganischen Materials der Fall wäre. Diese zusätzliche Festigkeit
der Beschichtung in Folge der thermischen Behandlung macht sie daher resistenter gegenüber
mechanischen Abriebs und sichert die wartungsfreie Nutzung der Bauteile, welche mit
diesem Verfahren hergestellt wurden.
[0024] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, das anorganisch-organische Hybridpolymer durch
ein Sol-Gel-Verfahren auf die Oberfläche des Rohteils aufzubringen. Durch die Hydrolyse
werden dabei zunächst polare Gruppen geschaffen, welche den gelösten Ausgangsstoff
in ein Sol umwandeln. Dieses viskose Sol wird bei geringem Materialverbrauch vollständig
über die Oberfläche des Rohteils verteilt und haftet in Folge der Gelbildung fest
an der Oberfläche des Rohteils an.
[0025] Dabei kann vorzugsweise die besonders materialsparende und einfache Auftragungsart
des Aufsprühens des Sols auf die Oberfläche des Rohteils angewendet werden.
[0026] Durch fluorhaltige Silane als Ausgangssubstanz für das Sol-Gel-Verfahren können die
Oberflächen oleophobe und hydrophobe Eigenschaften erhalten, sie werden somit schmutzabweisend.
[0027] Ein vorteilhaftes Aushärten der Beschichtung sieht eine UV Bestrahlung vor, so dass
in Folge von dreidimensionaler Vernetzung der Polymerschicht die Oberfläche kratzfest
und resistenter gegenüber Abrieb wird. Daher kann das Rohteil nach diesem Schritt
über längere Zeit gelagert werden, bevor es weiterverarbeitet wird.
[0028] Bei geringeren Anforderungen an die Oberflächengüte können nach diesem Behandlungsschritt
die behandelten Bauteile beispielsweise auch bei tiefen Temperaturen in Kühl- und
/ oder Gefriergeräten sowie in Backöfen bei Einsatztemperaturen zwischen -50-600 °C
eingesetzt werden. Insbesondere beim Einsatz in Kühl- und Gefriergeräten kann somit
auf die aufwendige höhere bzw. sogar zusätzliche Zinkauflage auf den Bauteilen verzichtet
werden.
[0029] Es ist von Vorteil, dem Sol weitere anorganische Komponenten, beispielsweise SiO
2 und/oder TiO
2, zuzugeben, um durch Einbau dieser Komponenten in die anorganisch-organische Hybridpolymerstruktur
während der Polymerisation eine zusätzliche Verbesserung der mechanischen Eigenschaften
der Beschichtung zu erreichen.
[0030] Weitere Zuschlagstoffe können aluminium- und/oder manganhaltige Verbindungen sein.
Diese Verbindungen können während der Hydrolyse in die anorganisch-organische Hybridpolymerstruktur
eingebunden werden. Nach einer thermischen Behandlung des Bauteils bei bis zu 800
°C kann Aluminium und/oder Mangan in das vorwiegend anorganische Netzwerk der Beschichtung
eingebunden werden.
[0031] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Beschichtung sieht ein silizium- aluminium-
und/oder titanhaltiges anorganisch-organisches Hybridpolymer vor, das bei Temperaturen
bis zu 800 °C, vorzugsweise im Bereich von 400-600 °C, beständig ist. Aluminium-,
Titan- und Silizium-Sauerstoffpolymerverbindungen sind kostengünstig, unkompliziert
zu synthetisieren und chemisch resistent gegenüber einem Großteil von Chemikalien.
Aufgrund ihrer Materialeigenschaften finden derartige Polymere vielerlei Anwendungen
als Baumaterialien oder auch Beschichtungsmaterial und erfüllen somit die Anforderungen,
welche an Beschichtungsmaterial für die Hochtemperaturanwendung gestellt werden.
[0032] Die Wärmebehandlung der anorganisch-organischen Hybridpolymerbeschichtung erfolgt
vorteilhafterweise nach einem Temperaturprogramm, wobei in einer Aufheizphase des
beschichteten Rohkörpers zwei unterschiedliche Temperaturgradienten verwendet werden.
Zunächst geschieht das langsame Hochheizen des Rohteils von Raumtemperatur ϑ
0 =0-40 °C auf eine mittlere Temperatur ϑ
1 von 80-200 °C. Anschließend erfolgt eine deutlich schnellere Aufheizphase, um die
entsprechende Zieltemperatur ϑ
2 zu erreichen. Somit wird der Beschichtung ermöglicht, sich bei der thermischen Ausdehnung
des Rohteils auf die veränderten Bedingungen einzustellen und sich gegebenenfalls
entlang der Substratoberfläche umzuorientieren. Das kontrollierte Aufheizen ist daher
insofern von Vorteil, da ausgehärtete Beschichtungen im höheren Temperaturbereich
zur Rissbildung neigen.
[0033] Das anorganisch-organisch hybridpolymerbeschichtete Rohteil wird vorzugsweise mindestens
20 Minuten, insbesondere mehr als 30 Minuten bei mindestens 200 °C, vorzugsweise 300-600
°C getempert. Dadurch wird eine haftfeste, korrosionsbeständige und weitgehend alterungsresistente
Substrat-Polymerverbindung erreicht. In diesem Temperaturbereich erfolgt beispielsweise
die Pyrolysereinigung eines Ofens. Die Zeit von mindestens 20 bzw. 30 Minuten ist
von Vorteil, da bei dieser hohen Temperatur eine Oxidation der organischen Hybridpolymerbestandteile
erfolgt, und somit nach der Oxidation der organischen Bestandteile eine feinverteiltere
und reißfestere Polymerschicht entsteht, als bei Verwendung von ausschließlich anorganischen
Ausgangsstoffen.
[0034] Während der Abkühlphase empfiehlt sich ein hoher Temperaturgradient von beispielsweise
5-40 K/min, vorzugsweise 15-25 K/min, wodurch sowohl die Materialbelastbarkeit an
der Grenzfläche durch unterschiedliche thermische Ausdehnung minimiert und als auch
Fehlordnungen im Material verhindert werden.
[0035] In einer vorteilhaften Ausführungsform wird das beschichtete Rohteil bei einem Luftdurchsatz
von 30-90 l/min, vorzugsweise 50-70 l/min getempert, wodurch eine möglichst vollständige
Oxidation der organischen Anteile des Hybridpolymers auf der Substratoberfläche erreicht
wird und eine spätere Exposition des Benutzers durch Verbrennungsprodukte einer eventuellen
Nachverbrennung von organischen Polymeranteilen ausgeschlossen wird.
[0036] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird das Bauteil vor dem Aufbringen der anorganisch-organischen
Hybridpolymerschicht geglättet, um eine möglichst große Grenzfläche zwischen der sich
bildendenden Polymeroberfläche und der Substratoberfläche zu erreichen und um zudem
einen geringen Abstand zwischen beiden Oberflächen zu erhalten. Das Bauteil kann vor
der Beschichtung eine Oberflächenrauhigkeit von maximal 500 nm, beispielsweise von
300 bis 500 nm, vorzugsweise 300 bis 400 nm aufweisen, was die Adhäsion des Polymers
an der Substratoberfläche verbessert. Vor der Aufbringung der anorganisch-organischen
Hybridpolymerschicht können Reinigungsverfahren wie z.B. eine Entfettung zum Einsatz
kommen.
[0037] Ein mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Bauteil ist insbesondere in
Backöfen im Hochtemperaturbereich einsetzbar, denn die Beschichtung bewirkt sowohl
eine hohe Materialbelastbarkeit als auch eine hohe Temperaturbeständigkeit. In einem
Backofen werden meist Lebensmittel gegart, die in der Regel viel Wasser enthalten,
das verdunstet und sich an anderer Stelle niederschlägt. Dadurch ist bei Bauteilen
in einem Backofen eine besondere Korrosionsanfälligkeit gegeben. Darüber hinaus sollte
gerade in diesem Anwendungsbereich auf eine hygienisch hochwertige Verarbeitungsweise
Wert gelegt werden.
[0038] Des Weiteren kann ein nach dem erfindungsgemäßes Verfahren beschichtetes Bauteil
als Beschlag in anderen Haushaltsgeräten im Bereich zwischen -50 °C bis 600 °C zum
Einsatz kommen. Dies schließt u.a. auch den Einsatz in Kühlgeräten ein, wo besonders
hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit von Beschlägen, beispielsweise durch
Salzsprühnebeltests und dergl., gestellt werden.
[0039] Weiterhin kann das Bauteil insbesondere als Beschlag, wie z.B. als Scharnier, als
Klappenbeschlag, als Schienensystem, als Gargutträger und als Auszugsführung, oder
als Teil eines Beschlags ausgebildet sein.
[0040] Die anorganisch-organische Hybridpolymerbeschichtung erhöht auch die Korrosionsbeständigkeit
beim Transport der Bauteile, insbesondere die Beständigkeit gegen über äußere klimatische
Einflüsse wie Regen, Schnee, Salzwasser, Seewassergischt und Nebel steigt. Container
sind zwar gegen äußere Einflüsse geschützt, trotzdem kann sich im Inneren Kondensat
bilden. Die aktuelle Temperatur sowie die Feuchtigkeit die beim Beladen in den Container
gebracht wird, beeinflussen die jeweils aktuelle relative Luftfeuchte im Container.
Die eingeschlossene Luft im Container, die Ladung, deren Verpackung oder das Staumaterial
sind Feuchtigkeitsquellen. Erfindungsgemäß wird eine Beschichtung bereitgestellt,
die die Korrosionsbeständigkeit, insbesondere beim Seetransport der beschichteten
Bauteile erhöht. Des weiteren ist ein Einsatz der beschichteten Bauteile in Seewasserklima
möglich. Weiterhin können die Bauteile, in Form von Möbelbeschlägen in Küchen- und/oder
Labormöbeln eingesetzt werden die zur Lagerung von Reinigungsmitteln bzw. Chemikalien
genutzt werden.
[0041] In die Beschichtung des Bauteils können zudem Farbstoffe und/oder Pigmenten eingearbeitet
werden. Dies ist zum Erreichen von optischen Effekten von Vorteil, da mögliche Anlauffarben
von Edelstählen farblich oder durch Metallicoptik kaschiert werden.
[0042] Falls das Bauteil bereits eine PTFE- oder PEEK-Beschichtung aufweist, auf welche
die anorganisch-organische Hybridpolymerschicht aufgebracht wird, so können diese
vorbeschichteten Bauteile bereits eingefärbt vorliegen
[0043] Das erfindungsgemäße Bauteil eignet sich besonders gut für die Herstellung einer
Auszugsführung, insbesondere können die Schienen der Auszugsführung entsprechend beschichtet
werden.
[0044] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Auszugsführung;
- Fig. 2
- eine Explosionsdarstellung der Auszugsführung der Figur1; und
- Fig. 3
- ein schematisches Temperaturdiagramm für das Bereitstellen eines beschichteten Bauteils;
- Fig. 4
- eine Messwertetabelle mit Messwerten zur Zusammensatzung des Bauteils im Tiefenprofil
von 0-100 µm;
- Fig. 5
- schematische Darstellung des Konzentrationsverlaufs einzelner Elemente im Tiefenprofil
des beschichteten Bauteils
- Fig. 6
- Schichtdarstellung einer lichtmikroskopischen Bilddokumentation des beschichteten
Bauteils;
- Fig. 7
- Schichtdarstellung einer rasterelektronenmikroskopischen Bilddokumentation des beschichteten
Bauteils;
- Fig. 8a,b
- Darstellung einer Spektrenaufnahme und einer Messwerttabelle einer REM/EDX-Messung
für einen unbeschichteten Abschnitt des Bauteils;
- Fig. 9a,b
- Darstellung einer Spektrenaufnahme und einer Messwerttabelle einer REM/EDX-Messung
der Beschichtung des Bauteils; und
- Fig. 10a,b
- Darstellung einer Spektrenaufnahme und einer Messwerttabelle einer REM/EDX-Messung
der Oberfläche des beschichteten Bauteils.
[0045] Fig. 1 zeigt eine Auszugsführung für Hochtemperaturanwendungen, insbesondere für
Backöfen, umfassend eine Führungsschiene 1 und eine relativ zur Führungsschiene bewegbare
Laufschiene 2, zwischen denen eine Mittelschiene 3 (siehe Fig. 2) gelagert ist. Es
sind auch Auszugsführungen bekannt, die nur über eine Führungs- und eine Laufschiene
verfügen. Des weiteren finden auch Auszugsführungen Verwendung die über eine Führungsschiene,
eine Laufschiene und mehr als eine Mittelschiene verfügen. Für die verfahrbare Lagerung
der Mittelschiene 3 und der Laufschiene 2 sind Wälzkörper 4, insbesondere aus Keramik,
vorgesehen. Dabei sind an der Führungsschiene 1, der Mittelschiene 3 und der Laufschiene
2 jeweils mehrere Laufbahnen 6 für die kugelförmigen Wälzkörper 4 vorgesehen. Die
Wälzkörper 4 werden im Wälzkörperkäfig 5 beabstandet zueinander geführt, um sich beim
Abwälzen nicht gegenseitig zu berühren, wodurch der Leichtlauf behindert würde.
[0046] Die Schienen 1 bis 3 sind für den Einsatz in Backöfen aus einem gestanzten und gebogenen
Stahlblech hergestellt und mit einer Beschichtung versehen. Die Herstellung der Bauteile
der Auszugsführung, insbesondere der Schienen 1 bis 3 erfolgt durch die folgenden
Schritte:
[0047] Zunächst werden die metallischen Rohteile der Auszugsführung durch Stanzen und Biegen
hergestellt. Das Rohteil kann dabei maschinell gefertigt werden. Dann wird eine anorganisch-organische
Hybridpolymerschicht auf der Oberfläche der Rohteile aufgebracht.
[0048] Zuvor wird die Oberfläche der Rohteile vorbehandelt. Dies erfolgt im vorliegenden
Beispiel durch Glättung der Oberfläche und durch chemische Reinigung verbleibender
Fettreste durch basische Reinigungsmittel vorzugsweise bei pH= 8-10,5.
[0049] Die beschichteten Rohteile werden dann auf eine Temperatur von mindestens 400 °C
erhitzt und für eine vorbestimmte Zeitdauer getempert, bevor sie wieder auf Raumtemperatur
abgekühlt werden.
[0050] Das Auftragen der anorganisch-organischen Hybridpolymerschicht erfolgt im Sol-Gel
Verfahren, welches in Fig. 3 beispielhaft für eine Polysiloxanbeschichtung erklärt
wird.
[0051] Hier werden Alkoxyverbindungen des Siliziums durch Hydrolyse unter Substition der
Alkoxyfunktionen durch Hydroxygruppen in reaktive Silanole umgewandelt, die im Sol
als kolloide Teilchen vorliegen. Diese Teilchen lagern sich beim Auftragen des Sols
auf eine Oberfläche, vorzugsweise aus Metall, an dieser an. Durch Erwärmen werden
die Wechselwirkungen zwischen Silanolmolekülen mit der Oberfläche weiter verstärkt
bis hin zur Ausbildung von kovalenten Bindungen. Bei einer Erwärmung kommt es zudem
zur Umwandlung des Sols in den Gelzustand unter Ausbildung von Polysiloxanen. Dabei
werden Alkohole und Wasser in einer Kondensationsreaktion gebildet.
[0052] So treten beispielsweise in Alkoxyverbindungen des Siliziums und anderen Metallen-
und Halbmetallen verschiedene Wechselwirkungen zwischen den organischen und anorganischen
Bestandteilen der Hybridpolymere auf. Diese sind auf kovalente oder ionisch-kovalente
Bindungen zurückzuführen.
[0053] Die Beschichtungssole der anorganisch-organischen Hybridpolymere können in einem
Sol-Gel Verfahren auf ein metallisches Bauteil flüssig appliziert werden und unter
milden Reaktionsbedingungen anfließen und aushärten.
[0054] Dabei erfolgt während des Aushärtens eine basisch oder sauer katalysierte Hydrolyse
der Alkoxide und im Anschluss die Ausbildung eines dreidimensionalen anorganischen
Netzwerkes einer Siliziumoxidschicht, infolge einer Kondensationsreaktion.
[0055] Anstelle des Siliziums als anorganische Komponente können beispielsweise auch Metalle,
wie Zirkonium- oder Titanalkoxyverbindungen eingesetzt werden.
[0056] Dabei können beispielsweise zu Tetramethoxysilan (TMOS) in Lösungsmittel (ca.1/4
des Volumens des TMOS) zunächst bei etwa 0 °C vorsichtig unter langsamer Zugabe (ca.
2 h) gelöst bzw. suspendiert werden. Die Zugabe erfolgt im Bereich zwischen 0-10 °C,
da TMOS sehr leicht entzündlich, giftig und ätzend ist. Bei Temperaturen ab circa
20 °C können sich explosive Dampfgemische bilden. Anschließend wird zur Hydrolyse
der organischen Verbindung konzentrierte wässrige HCl (etwa 1-3 Vol % gegenüber des
Volumens des TMOS) über 30 min unter ständigem Rühren zugegeben. Dabei kann die HCl
im Vorfeld auf eine Temperatur von etwa 0 °C heruntergekühlt werden. Anschließend
wird das Rühren einige Minuten, beispielsweise 5-10 min, aufrecht erhalten. Durch
Zugabe weiteren Lösungsmittels kann die Viskosität entsprechend eingestellt werden.
Das Lösungsmittel kann protisch oder aprotisch polar, beispielsweise Isopropanol,
sein.
[0057] Alternativ kann auch eine Mischung aus hauptsächlich 3-Glycidyloxypropyltrimethoxysilan
(GPTS) und Titantetraisopropylat unter basischen oder sauren Bedingungen durch Hydrolyse
in eine fließfähige Beschichtungssubstanz umgewandelt und durch anschließendes Aushärten
infolge von Kondensation bei 700-800 °C in eine anorganische Siliziumdioxidschicht
umgewandelt werden.
[0058] Dabei bildet sich zwischen der oberen Siliziumdioxidschicht, mit einer Dicke von
0,1-2 µm und der Oberfläche des metallischen Bauteils eine Zwischenschicht, die zusätzlich
zu dem Siliziumdioxid auch einen erhöhten Anteil an Metallverbindungen oder elementaren
Metallen beispielsweise Chrom, Aluminium und/oder Mangan aufweist.
[0059] Je nachdem, welche metallische Legierung das beschichtete Bauteil aufweist, kommt
es zu Diffusionseffekten, bei denen das Silizium in die Metalloberfläche eindringt
und zugleich einige Metallverbindungen in die Siliziumschicht eindiffundieren. Dabei
kann das metallische Bauteil ggf. eine chrom- oder aluminiumhaltige Legierung aufweisen,
bei welchen vornehmlich Aluminiumatome in die Siliziumschicht unter Ausbildung einer
Zwischenschicht eindiffundieren.
[0060] Die Diffusion von Chrom-, Mangan-, Aluminium- aber auch von Nickelverbindungen in
der siliziumhaltigen Schicht ist dabei überraschenderweise größer als die Diffusion
von Eisenverbindungen in diese Schicht. Dabei kann die Diffusion der Metallverbindungen
durch einen Temperaturgradienten beim Aushärten vorteilhaft hinsichtlich der Eindringtiefe
und Konzentrationsverteilung in der Schicht beeinflusst werden.
[0061] Dabei kann das Metall, beispielsweise Aluminium, bereits als Bestandteil der anorganisch-organischen
Hybridpolymerschicht eingebracht sein und sich in Folge von Diffusions- und Verteilungseffekten
im Zentrum der Beschichtung ansammeln.
[0062] Mangan kann aus dem Metall in die anorganisch-organische Hybridpolymerschicht während
des Erhitzens eindiffundieren und sich in dieser Schicht anreichern.
[0063] Zudem können bei Temperaturen von 400-800 °C höhere Eindringtiefen insbesondere von
Chrom-, Mangan- und Aluminiumatomen in die Siliziumschicht und der siliziumhaltigen
Schicht in die metallische Oberfläche des Bauteils als dies bei niedrigeren Temperaturen
der Fall ist erreicht werden.
[0064] Durch den verringerten Eisengehalt in der Zwischenschicht kann sich eine passivierende
Zwischenschicht ausbilden, welche ebenso wie die glasartige Silizium-Deckschicht auch
bei über 500 °C temperaturbeständig ist.
[0065] Die Integrität der Schicht bleibt auch erhalten, wenn man das derart beschichtete
Bauteil kurzzeitig, also ca. 30 min einer Schweißflamme von 1000-1500 °C aussetzt.
Somit kann die Beschichtung auch auf metallischen Bauteilen zumindest bereichsweise
aufgebracht und verwendet werden, welche an einer unbeschichteten Oberfläche mit einer
anderen metallischen Oberfläche verschweißbar sind. Falls hierbei die Schweißflamme
in Berührung mit einem beschichteten Bereich des Beschlags kommt, so wird die Beschichtung
nicht zerstört.
[0066] Die Beschichtung kann ebenfalls nach dem Sol-Gel Verfahren auf eine chromierte Oberfläche
aufgebracht werden, wobei die Chrom-Siliziumoxid-Beschichtung bei einem anschließenden
Biegen des Bauteils, im Vergleich zu einer reinen chromierten Oberfläche erst bei
höherer Belastung abblättert.
[0067] Das Auftragen des flüssigen Sols auf die Oberfläche des metallischen Bauteils kann
durch Sprühen, Tauchen, Bestreichen oder dergleichen erfolgen.
[0068] Durch UV-Behandlung können die organischen Bestandteile des anorganisch-organischen
Hybridpolymers zusätzlich dreidimensional vernetzen, was der Beschichtung vorteilhafte
mechanische Eigenschaften verleiht.
[0069] Zusätzlich zu den Siliziumatomen können weitere anorganische Komponenten, beispielsweise
Titanoxid oder Siliziumoxid durch Umhüllung in eine Polysiloxanbeschichtung eingebaut
werden, wodurch die mechanischen Eigenschaften der Beschichtung ebenfalls verbessert
werden kann. Die weiteren anorganischen Komponenen können als feine Partikel, insbesondere
im nanoskaligen Bereich zwischen 40 nm und 500 nm eingebaut werden.
[0070] Um eine kratzfeste, alterungs- und korrosionsbeständige Beschichtung für den zu Hochtemperaturbereich
zu schaffen, wird die anorganisch-organische Hybridpolymerschicht in Temperaturgradienten
auf eine Temperatur in Bereich von 400-600 °C erhitzt, wobei die organischen Anteile
des Polymers bevorzugt oxidiert werden. Somit wird durch das anorganisch-organische
Hybridpolymer in Verbindung mit dem Sol-Gel Verfahren eine Netzwerkdichte geschaffen,
welche geringe Schichtdicken, vorzugsweise zwischen 1,0-5,0 µm, beispielsweise einer
auf Silizium basierten Polymerschicht und den Einbau von weiteren nanoskaligen anorganischen
Komponenten als auch Farbstoffe oder Pigmente in die Polymerschicht ermöglichen.
[0071] Die Temperzeit beträgt dabei zwischen 40 min und 3 h, vorzugsweise 1 h bei 200-800
°C, vorzugsweise 300-600 °C.
[0072] Diese Polymerschicht ist quarzartig, reißfest, mechanisch belastbar und schützt das
Rohteil vor Korrosion. Zudem kaschiert sie Anlauffarben stahlhaltiger Materialien,
beispielsweise als Metalliclackierung.
[0073] Die nachfolgende Tabelle zeigt verschiedene Versuchsreihen, bei welchen die Reinigungsfähigkeit
von verschiedenen Bauteiloberflächen, welche nach den erfindungsgemäßen Verfahren
beschichtet wurden, angegeben ist.
| Lfd.-Nr. |
Oberfläche |
Oberflächentest Anschmutzung Verträglichkeit |
Temperaturbelastung bei 500°C über 2 h |
NSS-Test nach ISO 9227 16 h |
NSS Test nach ISO 9227 24 h |
NSS-Test nach ISO 9227 96 h |
Kommentar |
| 1 |
1.4016 |
6 K-Test |
ja |
nein |
nein |
nein |
eingeschränkte Reinigungswirkung |
| 2 |
1.4301 |
6 K-Test |
ja |
nein |
nein |
nein |
eingeschränkte Reinigungswirkung |
| 3 |
Peek |
6 K-Test |
nein |
nein |
nein |
nein |
gute Antihaftwirkung und Reinigung |
| 4 |
PEEK mit XP268 Nano |
6 K-Test |
100 mal |
ohne Befund |
ohne Befund |
ohne Befund |
volle Pyrolysetauglichkeit |
[0074] Die Oberflächen 1.4016 und 1.4301 sind dabei metallische Oberflächen von Auszugsführungen.
[0075] Wie sich anhand aus der Tabelle ergibt, sind metallische Bauteile mit einer anorganisch-organischen
Hybridpolymerbeschichtung bei 500 °C über längeren Zeitraum belastbar, so dass für
derartige Bauteile der Einsatz im Hochtemperaturbereich ermöglicht ist. Hierbei ist
jedoch nur eine eingeschränkte Reinigbarkeit der Auszugsführungen gegeben.
[0076] Die mit PEEK- beschichtete Auszugsführung des Versuchsablaufs 3 ist nicht über 2
h bei 500 °C belastbar, weist jedoch gegenüber den Beispielen 1 und 2 eine verbesserte
Antihaftwirkung und Reinigung auf.
[0077] Eine Sol-Gelbeschichtung in Verbindung mit einer PEEK-Beschichtung auf einer Auszugsführung
ermöglicht vorteilhaft den Hochtemperatureinsatz als auch eine Verbesserung der Reinigbarkeit
und somit die volle Pyrolysetauglichkeit.
[0078] In Figur 3 ist schematisch ein Temperaturdiagramm für das Verfahren der dauerhaften
Beschichtung von Beschlägen, Seitengittern und Gargutträgern für Hochtemperaturanwendungen
dargestellt. Das beschichtete Rohteil wird zunächst von Umgebungstemperatur ϑ
0 erwärmt. Es beginnt mit einem Temperaturgradienten von etwa 10 K/min ausgehend von
einer Anfangstemperatur ϑ
0 von 25 °C und geht dann bei einer mittleren Temperatur von ϑ
1=100 °C in einen Temperaturgradienten von etwa 25 K/min über. Beim Erreichen einer
Zieltemperatur ϑ
2 von 500 °C folgt ein Temperaturplateau über 30 min hinweg. Schließlich folgt eine
Abkühlungsphase mit etwa 20 K/min zurück zu ϑ
0.
[0079] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wurde eine Auszugsführung beschrieben. Es
ist natürlich auch möglich, andere Bauteile mit einer erfindungsgemäßen Beschichtung
zu versehen.
[0080] Das Reinigen der metallischen oder Kunststoff-Oberfläche des Rohteil vor dem Auftrag
der anorganisch-organischen Hybridpolymerbeschichtung kann durch verschiedene mechanische
und/oder chemische Reinigungsverfahren erfolgen. Des Weiteren kann eine zusätzliche
Oberflächenbehandlung zum Aufrauen der Oberfläche erfolgen.
[0081] Beim Auftrag der anorganisch-organischen Hybridpolymerschicht kann das Fließverhalten
derart eingestellt werden, dass sie selbst an senkrechten Flächen anhaftet.
[0082] Das erfindungsgemäße Bauteil, mit der entsprechenden anorganisch-organischen Hybridpolymerbeschichtung
hat die Vorteile der Kratzfestigkeit, der Abriebfestigkeit, des Korrosionsschutzes,
der verbesserten Reinigungsfähigkeit, und der Verringerung der Schmutzanhaftung. Sie
ist, anders als metallische Überzüge, transparent und kann auf ein eingefärbtes Substrat
aufgebracht werden.
[0083] Fig 4 zeigt tabellarisch die elementare Zusammensetzung in Massekonzentrationen entlang
eines Tiefenprofils eines erfindungsgemäß beschichteten Bauteils.
[0084] In Fig. 5 ist die graphische Darstellung von Messwerten der elementaren Zusammensatzung
des beschichteten Bauteils über ein Tiefenprofil von 0-65 µm gezeigt. Die Schrittweite
der Messpunkte beträgt 0,5µm im Bereich von 0-20 µm und 4 µm im Bereich von 20-65
µm. Die elementare Zusammensetzung bei 65 µm entspricht im Wesentlichen der Zusammensetzung
des Chromstahls des metallischen Bauteils vor der Beschichtung.
[0085] Die Messdaten in den Figuren 4 und 5 wurden durch optische Glühentladungsspektroskopie
(Sputtergas Ar 5.0; Anodendurchmesser 2,5 mm) bestimmt.
[0086] Das untersuchte Bauteil selbst ist ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren beschichtetes
Profilstück einer Backofenauszugsführung. Das Bauteil wurde vor der Untersuchung mit
100 Pyrolysezyklen bei 500 °C über jeweils 1,5 h thermisch behandelt.
[0087] Die Tabelle der Fig. 4 zeigt exemplarisch ausgewählte Einzelwerte der spektroskopischen
Bestimmung mittels Glühentladung.
[0088] Bei einer Schichtdicke von 1 µm besteht die Schicht überwiegend aus sauerstoffhaltigen
Verbindungen. Dabei ist überwiegend Siliziumoxid mit einem Massenanteil von etwa 19
% vertreten. Dabei ist der Anteil an oxidischen Siliziumverbindungen etwa 1,6 fach
höher als der Anteil der metallischen Oxide. Eisen ist mit einem Massenanteil von
2,6 % in diesem Bereich der Schicht enthalten.
[0089] Bei einer Schichtdicke von 2,5 µm hat der prozentuale Massenanteil der sauerstoffhaltigen
Verbindungen, im Vergleich zur Zusammensetzung bei einer Schichtdicke von 1 µm, um
etwa 10 % abgenommen. Der Massenanteil an Siliziumverbindungen liegt bei 24 %. Dabei
ist der Massenanteil an Siliziumverbindungen nach wie vor 1,2 fach höher als der Massenanteil
der metallischen Verbindungen. Dabei hat sich die Metallzusammensetzung gegenüber
der Zusammensetzung der Schicht bei 1 µm verändert.
[0090] Bei einem nahezu gleichbleibenden Eisenanteil sind die Chrom- und Nickelanteile um
3-4 % vermindert, wohingegen es zu einer Zunahme des Aluminiumanteils um einen Massenanteil
von 5 %, des Mangananteils um 6 %, sowie einer Zunahme des Kupferanteils um 1,5 %
kam.
[0091] Bei einer Schichtdicke um 10 µm beträgt der Massenanteil w (Aluminium) der Schicht
12,1 % und der Mangangehalt 11,1 %. Der Siliziummassenanteil liegt bei 20,9 %. Der
Sauerstoffmassenanteil beträgt 33,3 %. Bemerkenswert ist dabei, dass der Eisenanteil
gegenüber dem Aluminium- und Mangangehalt lediglich 6,6 % einnimmt.
[0092] Bei einer Schichtdicke von 15 µm beträgt der Eisenmassenanteil bereits 14,6 % und
wächst im weiteren Profilverlauf bis auf etwa 70 % an.
[0093] Der Übergang der aluminium-, mangan- und siliziumreichen und eisenarmen Schicht in
eine Eisen/Chromschicht erfolgt etwa bei 20 µm.
[0094] Die Zusammensetzung bei 100 µm gibt im Wesentlichen die elementare Zusammensetzung
des eingesetzten Chromstahls wieder.
[0095] Fig. 5 zeigt einen Anstieg der Konzentration an Aluminium auf 40 % und Mangan auf
8 % in der Beschichtung, wobei die Konzentrationen ihr Maximum im Bereich zwischen
10-20 µm erreichen und im Anschluss wieder abfällt.
[0096] Zugleich bildet sich hinsichtlich der Siliziumkonzentration ein Konzentrationsplateau
bei 15-17 % aus, welches sich über einen Bereich von 4 µm - 22 µm erstreckt.
[0097] Im Bereich zwischen 20-50 µm ist ein Anstieg der Eisen und Chromkonzentration auf
eine Konzentration von 73 % (für Eisen) bzw. 18 % (für Mangan) zu beobachten.
[0098] Wie sich überraschend gezeigt hat, erfolgte eine Diffusion und Verteilung von Aluminium-
und Manganverbindungen in der siliziumhaltigen Schicht nach Auftrag der anorganisch-organischen
siliziumhaltigen Hybridpolymerschicht im Sol-Gel Verfahren und einer Erhitzung der
Beschichtung auf 550-800 °C, vorzugsweise 650-750 °C.
[0099] Durch die derart erhaltene zweilagige Beschichtung ergeben sich vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
Durch die Einfärbung der Schicht kann die Oberfläche entsprechend den Kundenwünschen
gestaltet werden. Eine Einebnung der Oberfläche durch Aufbringen der Beschichtung
führt zu einer besseren Reinigbarkeit der Oberfläche und zu einer ansprechenden Optik.
[0100] Fig. 6 zeigt eine lichtmikroskopische Wiedergabe des schichtweisen Aufbaus des beschichteten
Bauteils bei einem Maßstab von 50 µm.
[0101] Lediglich schemenhaft ist dabei die Siliziumoxid-Deckschicht 101 erkennbar.
[0102] Darunter ist die Zwischenschicht 102 angeordnet, welche neben Siliziumverbindungen
vorwiegend Mangan- und Aluminiumverbindungen aufweist. Dabei weist die Schicht einen
inhomogenen Aufbau auf, was durch eine Vielzahl dunklerer und hellerer Punkte in der
grauen Schicht belegt wird. Diese Konzentrationsschwerpunkte sind jedoch kleiner und
gleichmäßiger in der Schicht verteilt, als es bei der darunter angeordneten Stahlschicht
103 der Fall ist.
[0103] Anhand der Fig. 6 kann man erkennen, dass die Schichtdicke 20-30 µm beträgt.
[0104] Die folgenden Messwerte geben die Zusammensetzung der Oberfläche, also der Siliziumdioxid-Deckschicht
als Massenanteile w (Substanz) in Prozent an:
Silizium: 36,2 %, Sauerstoff: 35,4 %, Aluminium: 10,9 %, Mangan: 5,4 %, Eisen: 2,3
%, Kupfer: 4,0 %, Kalium: 0,7 %, Titan: 0,6 %, Niob 4,0 %, Natrium 0,7 % und Kalzium
0,1 %
[0105] Die Messwerte sind dabei die gemittelten Werte einer Dreifachmessung, wobei die Messwerte
einer durchschnittlichen Schwankungsbreite von 5 %, bezogen auf den gemittelten Wert
unterlagen.
[0106] Die Messung erfolgte mittels energiedisperser Röntgenemissionsspektroskopie (EDX).
[0107] Die Methode der energiedispersen Röntgenspektroskopie zur Materialuntersuchung nutzt
die von einer Probe emittierte Röntgenstrahlung für die Untersuchung der Elementzusammensetzung.
Dazu werden die Atome in der Probe mithilfe eines Elektronenstrahls angeregt, diese
senden Röntgenstrahlung mit einer elementspezifischen Energie aus.
[0108] Diese Messwertergebnisse der EDX stützen im Wesentlichen die Ergebnisse der Glühentladungsspektroskopie.
[0109] Fig. 7 zeigt eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Querschnitts der
Beschichtung.
[0110] Die Messungen wurden mit einem REM - DSM 962 von Zeiss mit einer Beschleunigungsspannung
von 20 kV und etwa 500-facher Vergrößerung bei einem Arbeitsabstand von etwa 23 mm
durchgeführt.
[0111] Dabei ist der Oberfläche der Beschichtung eine weiße dünne Schicht mit etwa 1-2 µm
Dicke, als Siliziumoxid-Deckschicht 111 erkennbar.
[0112] Darunter angeordnet ist eine etwa 20 µm dicke Zwischenschicht die hauptsächlich aus
Siliziumdioxid, Aluminium, Eisen und Sauerstoff gebildet ist.
[0113] Darunter ist das Substratmaterial 113 des metallischen Bauteils angeordnet.
[0114] Die Fig. 8-10 zeigen Spektren die mit einer Kombination der Messungen einer REM mit
einer energiedispersiven Röntgenemisionsanalytik (EDX) aufgenommen wurden.
[0115] Dabei wurde das oben aufgeführte REM mit einem EDX (EDAX Genesis) kombiniert. Das
EDX hat dabei eine Energieauflösung von 10 eV/ch und eine Zählrate von ca. 14000 Impulse
pro Sekunde.
[0116] Fig. 8 zeigt ein Spektrum eines untersuchten Bereichs des zuvor genannten beschichteten
Profilstücks, welcher gezielt von der Beschichtung ausgenommen und unter gleichen
Bedingungen (500 °C, 100 Pyrolysezyklen zu je 1,5 h) behandelt wurde. Die unbeschichtete
Oberfläche weist vorwiegend Eisen (63 %) und Chrom (16 %) auf, sowie Nickel (6,75
%), Mangan (1,85 %), Kohlenstoff (4,55 %), Sauerstoff (2,89 %), Aluminium (1,83 %)
und Silizium (2,50 %).
[0117] Somit handelt es sich bei dem Substratmaterial 113 des metallischen Bauteils um einen
legierten Stahl aus der Klasse der Chromstähle.
[0118] Fig. 9 zeigt ein Spektrum aus dem Bereich der Zwischenschicht 112. Dieser Bereich
weist vorwiegend Silizium (22,67 %), Sauerstoff (26,49 %) Eisen (13,81 %) und Aluminium
(13,86 %) auf, sowie Nickel (2,05 %), Mangan (6,46 %), Kohlenstoff (11,02 %) und Chrom
(3,64 %).
[0119] Fig. 9 zeigt ein Spektrum aus dem Bereich der Silizium-Deckschicht 111. Dieser Bereich
weist vorwiegend Silizium (35,6 %), Sauerstoff (28,05 %) und Aluminium (12,95 %) auf,
sowie Eisen (4,73 %), Nickel (0,92 %), Mangan (8,61 %), Kohlenstoff (8,50 %) und Chrom
(0,63 %).
[0120] Diese Messwerte zeigen, dass die Silizium-Deckschicht überwiegend, also zu mehr als
50 %, aus oxidischen Silizium und Aluminiumverbindungen gebildet wird.
[0121] Die siliziumhaltige Zwischenschicht einer Dicke von beispielsweise 10-40 µm weist
mindestens 10% Silizium und 10% eines Metalls, vorzugsweise Aluminium, auf, wobei
sich die prozentualen Abgaben auf Gewichtsprozente beziehen.
[0122] Es ist mit der erfindungsgemäßen anorganisch-organischen Hybridpolymerbeschichtung
zudem möglich, eine transparente Beschichtung auf metallischen Rohteilen zu gewährleisten,
die eine hohe Kratzfestigkeit gegenüber unbeschichteten Bauteilen aufweist und zugleich
die Edelstahlfarbe, z.T. auch unter Vermeidung von Anlauffarben, wiedergibt.
[0123] Zur Beurteilung der Funktionalität einer solchen transparenten Auszugsführung wurden
750 Laufintervalle nach den jeweiligen Pyrolysezyklen bei 500 °C durchgeführt. Dabei
wurden folgende Prüfkriterien aufgestellt:
- a) Kraftaufwand beim Ausziehen der Auszugsführung (Fa) in N
- b) Kraftaufwand beim Einfahren der Auszugsführung (Fe) in N
- c) Laufgüte, beurteilt durch eine geschulte Prüfperson mittels Ordinalskala
- d) Geräusche, beurteilt durch eine geschulte Prüfperson mittels Ordinalskala
[0124] Die Laufgüte und Geräuschgüte einer beschichteten Auszugsführung nach 15 Pyrolysezyklen
(500 °C) bei einer Prüflast von 10-15 kg wurde den Laufgüteklassen 1-3 zugeordnet.
[0125] Die Messergebnisse zeigten eine gleichbleibend gute Laufgüte (Klassifizierung 1-7,
wobei 1 der höchsten Laufgüte und 7 der niedrigsten Laufgüte entspricht).
[0126] Die Messergebnisse zeigen zudem eine gleichbleibend geräuscharme Beweglichkeit (Klassifizierung
1-7, wobei 1 als keine Geräuschentwicklung und 7 als höchstmögliche Geräuschentwicklung
definiert ist.)
[0127] Die Kräfte, welche zum Ausziehen der beschichteten Auszugsführung angewandt wurden
liegen dabei im Bereich unter 10 N, vorzugsweise zwischen 3,0 bis 4,5 N.
[0128] Die Kräfte, welche zum Einfahren der beschichteten Auszugsführung angewandt wurden
liegen im Bereich unter 11 N, vorzugsweise zwischen 4,0 bis 8 N.
[0129] Bevorzugt werden die beschriebenen Beschichtungen auf ein metallisches Bauteil aufgebracht,
dessen Substratmaterial aus Stahl der Werkstoffnummer 1.4301 einem 18/10 Chrom-Nickel-Stahl,
Stahl der Werkstoffnummer 1.4016, einem ferritischen 17prozentigen Chromstahl oder
Stahl der Werkstoffnummer 1.4310 einem chromnickellegierten Stahl umfasst.
[0130] Die Beschichtung bietet besondere Vorteile in Hochtemperaturanwendungsbereichen,
insbesondere in Backöfen. Sie bietet jedoch auch Vorteile bei Bauteilen in Bereichen
mit hoher Korrosionsgefahr. Dies umfasst beispielsweise auch die Produkte der Weißen
Ware, wie z.B. Kühlschränke und Waschmaschinen. Auch Möbelbeschläge sind beim Transport,
insbesondere beim Übersee-Transport, höherer Korrosionsgefahr beispielsweise durch
humides Klima und/oder Seewasser ausgesetzt. In diesen Gebieten haben beschichtete
Beschläge gegenüber unbeschichteten Beschlägen eine längere Lebensdauer.
Bezugszeichenliste
[0131]
- 1
- Führungsschiene
- 2
- Laufschiene
- 3
- Mittelschiene
- 4
- Wälzkörper
- 5
- Wälzkörperkäfig
- 6
- Laufbahnen
- 101
- Siliziumoxid-Deckschicht
- 102
- Zwischenschicht
- 103
- Stahlschicht
- 111
- Siliziumoxid-Deckschicht
- 112
- Zwischenschicht
- 113
- Substratmaterial