| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 372 026 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
11.11.2015 Patentblatt 2015/46 |
| (22) |
Anmeldetag: 16.09.2010 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
|
| (54) |
Druckrohr sowie daraus hergestellter Erdanker
Tension cable and ground anchor composed with it
Cable de tension et ancrage au sol fabriqué à l'aide de celui-ci
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
30.03.2010 DE 202010004381 U
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
05.10.2011 Patentblatt 2011/40 |
| (73) |
Patentinhaber: Dywidag-Systems International GmbH |
|
80796 München (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Stützel, Florian, Dipl.-Ing.
81245 München (DE)
- Langwadt, Otmar, Dipl.-Ing.
85570 Markt Schwaben (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Patentanwälte Dr. Keller, Schwertfeger |
|
Westring 17 76829 Landau 76829 Landau (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 486 617 DE-A1- 2 353 652
|
DE-A1- 1 759 730
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Druckrohr für einen Druckrohranker gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 sowie einen daraus hergestellten Erdanker gemäß Patentanspruch
15.
[0002] Erd- und Felsanker werden immer dann eingesetzt, wenn es darum geht, Kräfte im Bereich
des Ankerkopfs in tiefer liegende stabile Bodenschichten einzuleiten. Zu diesem Zweck
weisen Anker ein Ankerzugglied auf, das aus einem oder mehreren Einzelelementen oder
Stahldrahtlitzen besteht und das nach seiner Verankerung im Bohrlochtiefsten mit seinem
Ankerkopf am luftseitigen Bohrlochende gespannt wird.
[0003] Es wird unterschieden zwischen Erd- bzw. Felsanker für den temporären Einsatz und
solchen für den dauerhaften Einsatz. Kurzzeit- oder Temporäranker finden vor allem
bei zeitlich begrenzten Baumaßnahmen Verwendung und dienen beispielsweise der Baugruben-
oder Böschungssicherung. Um vor allem in besiedelten Gebieten eine Beeinträchtigung
nachfolgender Baumaßnahmen durch im Untergrund verbleibende Ankerteile möglichst gering
zu halten, ist eine weitestgehende Ausbaubarkeit der Anker von großer Bedeutung.
[0004] Als ausbaubare Anker sind unter anderem sogenannte Druckrohranker bekannt, bei denen
das Ankerzugglied ohne Verbund zum Untergrund bis ins Bohrlochtiefste geführt ist.
Dort wird die Ankerzugkraft über eine Ankerfußkonstruktion in das Erdreich eingeleitet,
indem sich die Ankerfußkonstruktion auf einem oder mehreren, das Ankerzugglied umhüllenden
Druckrohren abstützt, die mittels Injektion in kraftschlüssigen Verbund mit der Bohrlochwandung
und damit dem Untergrund gebracht worden sind.
[0005] Aus der
DE 2 353 652 ist beispielsweise ein solcher Druckrohranker bekannt, zu dessen Verankerung im Bohrloch
mehrere Stahlringe axial zusammengefügt werden, auf denen sich das Ankerzugglied beim
Spannen des Ankers abstützt. Die Stahlringe sind in den die Stirnseiten umlaufenden
Kontaktfugen über Punktschweißungen miteinander verbunden, so dass sich ein zusammenhängender
starrer Ankerkörper ergibt. Zur Aufnahme und Ableitung der Zugkräfte aus dem Ankerzugglied
in den Untergrund ist der Ringspalt zwischen Bohrlochwandung und Stahlringen unter
Bildung eines Verpresskörpers injiziert.
[0006] Um Beeinträchtigungen späterer Baumaßnahmen möglichst gering zu halten, sind die
Punktschweißungen so schwach ausgebildet, dass die Schweißungen bei einer Belastung
quer zur Längsachse des Ankerkörpers brechen und lediglich die hohlzylindrischen Stahlringe
übrig bleiben, von denen aufgrund ihrer vergleichsweise kleinen Größe ein geringeres
Störpotential ausgeht.
[0007] Einen ähnlichen Aufbau zeigt der in der
EP 0 545 471 A1 offenbarte Anker, dessen Ankerkörper ebenfalls von einer Vielzahl zylindrischer jedoch
aus hochfestem Beton hergestellter Druckrohre gebildet ist. Im Gegensatz zur vorbeschriebenen
Ausführungsform sind die Druckrohre lose axial aneinandergereiht, so dass im Zuge
nachfolgender Baumaßnahmen die einzelnen Druckkörper leicht zerstört oder in das umgebende
Erdreich verdrängt werden können.
[0008] Bei beiden Druckrohrankern ist somit die nach dem Ausbau des Ankerzugglieds kleinste
im Untergrund verbleibende Einheit ein hohlzylindrisches Druckrohr, das in Abhängigkeit
der bei nachfolgenden Baumaßnahmen eingesetzten Werkzeugen und Maschinen immer noch
ein erhebliches Risiko von Störungen des Bauablaufs in sich birgt.
[0009] In der
EP 1 486 617 A1 ist bereits eine Ausführungsform eines Druckrohrankers beschrieben, dessen Druckrohre
aus Zylindersegmenten bestehen, beispielsweise Halbschalen. Auf diese Weise bleiben
nach dem Ausbau des Ankers vergleichsweise kleine Teile mit entsprechend geringerem
Störpotential im Untergrund zurück. Allerdings bereiten die losen, zu einem Druckrohr
zusammenzufügenden Segmente erhebliche Schwierigkeiten beim Zusammen- und Einbau eines
solchen Ankers.
[0010] Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der Erfindung darin, Druckrohre beziehungsweise
daraus hergestellte Druckrohranker so auszubilden, dass Verankerungen schnell und
einfach hergestellt werden können und dass von den Verankerungen im Hinblick auf nachfolgende
Baumaßnahmen keine oder nur geringe Beeinträchtigungen des Bauablaufs ausgehen.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Druckrohr mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie
einen Erdanker mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15 gelöst.
[0012] Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0013] Die Erfindung beschreitet zur Lösung der eingangs gestellten Aufgabe den an sich
bekannten Weg, den aus Druckrohren gebildeten Ankerkörper so zu gestalten, dass dessen
Auflösung in kleinstückige Teile möglich ist. Im Unterschied zum Stand der Technik
besteht ein erfindungsgemäßes Druckrohr jedoch aus einem starren Körper, ist also
in sich fest, was den Zusammenbau des Druckrohrankers und dessen Einbau in ein Bohrloch
ganz erheblich erleichtert und dadurch beschleunigt. Eine leichte Zerstörbarkeit der
Druckrohre im Zuge nachfolgender Baumaßnahmen wird gemäß der Erfindung mit Hilfe von
Sollbruchstellen erreicht, die in Längsrichtung des Druckrohrs verlaufen. Dadurch
wird sichergestellt, dass das Kraftaufnahmevermögen der Druckrohre in axialer Richtung
während der Nutzungsdauer des Ankers nicht beeinträchtigt wird, während danach durch
Krafteinwirkung quer zur Längsachse ohne weiteres ein Bruch der Druckrohre herbeigeführt
werden kann. Durch die Zerstörung der Druckrohre wird eine Reduzierung der maximalen
Größe der Bruchstücke erreicht.
[0014] Mit der Erfindung gelingt es also, die sich anscheinend widersprechenden Forderungen
nach einer stabilen Ausbildung des Druckrohrs zur Aufnahme der Ankerkräfte einerseits
und einer Querschnittsschwächung des Druckrohrs um dessen Zerstörbarkeit herbeiführen
zu können andererseits, in sich zu vereinen.
[0015] Als Sollbruchstelle im Sinne der Erfindung werden Bereiche verminderter Festigkeit
gegenüber benachbarten Bereichen höherer Festigkeit verstanden. Zur Ausbildung solcher
Bereiche gibt es mehrere Möglichkeiten, beispielsweise die Verringerung der Rohrwanddicke
und/oder die Verwendung unterschiedlicher Materialien mit unterschiedlichen Festigkeiten
und/oder das Vorsehen von Perforationen oder Durchbrüchen. Zumindest entlang einer
Mantellinie des Druckrohrs ist eine solche Sollbruchstelle vorzusehen, die dabei am
Außenumfang oder auch Innenumfang des Druckrohrs angeordnet sein kann.
[0016] Um die sichere Zerstörbarkeit des Druckrohrs unabhängig von Ort und Richtung der
Krafteinwirkung zu gewährleisten, sind gemäß einer besonderen Ausführungsform der
Erfindung mehrere Sollbruchstellen vorgesehen. Diese können bezogen auf den Querschnitt
des Druckrohrs gleichmäßig über den Umfang des Druckrohrs verteilt sein, wobei bei
benachbarten Sollbruchstellen durch einen Wechsel des Verlaufs an der Außenseite bzw.
Innenseite des Druckrohrs die Zuverlässigkeit, dass ein Bruch bei einer vorgegebenen
Kraft stattfindet, weiter erhöht wird.
[0017] Sollbruchstellen mit verminderter Rohrwanddicke werden in bevorzugter Weiterbildung
der Erfindung als Längsnuten ausgebildet. Durch die beliebig einstellbare Tiefe der
Längsnuten kann die Festigkeit der Sollbruchstelle stufenlos eingestellt werden und
damit die für die Zerstörung des Druckrohres notwendige Kraft. Beispielhaft seien
Nuttiefen genannt, die sich in radialer Richtung über 80 %, 50 % oder 25 % der ungeschwächten
Rohrwanddicke erstrecken, wobei weitere beliebige Zwischenwerte, beispielsweise 30
%, 40 %, 60 %, 70 %, als mit offenbart anzusehen sind. Im Querschnitt weisen die Längsnuten
vorzugsweise einen stetigen Verlauf auf, so dass Spannungen im Eckbereich zwischen
Nutengrund und Nutenflanke keine zusätzliche Schwächung des Druckrohres bewirken.
[0018] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch einen erfindungsgemäßen Druckrohranker,
- Fig. 2
- eine Schrägansicht auf ein erfindungsgemäßes Druckrohr,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch das in Fig. 2 dargestellte Druckrohr,
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch das in Fig. 3 dargestellte Druckrohr entlang der dortigen
Linie A - A und
- Fig. 5
- einen Längsschnitt durch das in Fig. 3 dargestellte Druckrohr entlang der in Fig.
3 dargestellten Linie B - B.
[0019] Fig. 1 zeigt in übersichtlicher Darstellung einen erfindungsgemäßen Druckrohranker
1, der innerhalb eines Bohrlochs 2 angeordnet ist. Das Ankerzugglied 3 des Druckrohrankers
1 besteht aus einem Einzelelement in Form eines gerippten Stahlstabes, dessen Rippen
ein Gewinde ausbilden und dessen Längsachse das Bezugszeichen 4 trägt. Bis auf die
Endabschnitte ist das Ankerzugglied 3 von einem Hüllrohr 5 umgeben, innerhalb dessen
es ohne Kraftschluss längsverschieblich geführt ist.
[0020] Am luftseitigen Ende des Druckrohrankers 1 sieht man eine Widerlagerplatte 6, die
sich am Untergrund 7 abstützt. Die Widerlagerplatte 6 besitzt eine zentrische, mit
dem Bohrloch 2 fluchtende Öffnung 8, die der Durchleitung des Ankerzugglieds 3 und
des Hüllrohrs 5 dient. Nach außen schließt sich ein das Ankerzugglied 3 manschettenartig
umgreifendes Stützelement 9 an, das sich mit einem unteren Ringflansch auf der Widerlagerplatte
6 abstützt und mit einem oberen Ringflansch eine Ankerplatte 10 trägt, in der der
Druckrohranker 1 mit seinem Ankerkopf 11 gehalten ist. Die Ankerplatte 10 weist eine
ebenfalls zentrische Öffnung 12 auf, deren ballige Leibungsfläche sich zur Luftseite
hin weitet. An den unteren Rand der Öffnung 12 schließt ein quer zur Ankerplatte 10
verlaufender Rohrstutzen 13 an, der mit seinem freien Ende einen Anschluss an das
obere Ende des Hüllrohres 5 bildet.
[0021] Zum Spannen des Druckrohrankers 1 ist auf das luftseitige Ende des Ankerzugglieds
3 eine Ankermutter 14 aufgeschraubt, die einen entsprechend der Form der Leibungsfläche
der Öffnung 12 balligen Umfangsabschnitt besitzt und sich mit diesem an der Ankerplatte
10 abstützt. Die komplementäre Ausbildung von Ankermutter 14 und Ankerplatte 10 erlaubt
einen Winkelausgleich, falls die Ankerplatte 10 nicht senkrecht zur Längsachse 4 des
Druckrohrankers 1 verläuft.
[0022] Zur Gewährleistung des Korrosionsschutzes ist auf das Ankerzugglied 3 ferner eine
glockenförmige Kappe 15 aufgeschoben, die die Ankermutter 14 umhüllt und dicht zur
Ankerplatte 10 hin abschließt. Fixiert wird die Kappe 15 mit Hilfe einer weiteren,
auf das Ende des Ankerzugglieds 3 aufgeschraubten Mutter 16.
[0023] Im Bohrlochgrund 18 ist der Druckrohranker 1 mittels einer Ankerfußkonstruktion fest
verankert. Die Ankerfußkonstruktion umfasst einen muffenartigen Ankerfuß 19, dessen
Innengewinde in Eingriff mit den Rippen des Ankerzugglieds 3 steht. Auf diese Weise
kommt eine zug- und druckfeste, gleichzeitig aber lösbare Verbindung zwischen Ankerzugglied
3 und Ankerfuß 19 zustande.
[0024] Im Bereich vor dem Ankerfuß 19 sieht man zwei das Hüllrohr 2 mit darin verlaufendem
Ankerzugglied 3 koaxial umschließende Druckrohre 20, die mit stirnseitigem Kontakt
axial lose aneinander gereiht sind und deren konkretere Ausgestaltung unter den Fig.
2 bis 5 näher erläutert wird. Jedes Druckrohr 20 ist an seinem Außenumfang mit Abstandhaltern
21 versehen, die den Druckrohranker 1 im Bohrloch 2 zentrieren. Der Hohlraum zwischen
der Wandung des Bohrlochs 2 und dem Druckrohranker 1 ist mit einem aushärtbaren Injektionsgut
22 verpresst. Das erhärtete Injektionsgut 22 bildet somit innerhalb des Bohrlochs
2 einen Verpresskörper, der eine Verzahnung vor allem zwischen den Druckrohren 20
und der Wandung des Bohrlochs 2 bewirkt, so dass die aus dem Ankerzugglied 3 stammenden,
axial auf die Druckrohre 20 einwirkende Kräfte über den Verpresskörper in den Untergrund
7 abgegeben werden können.
[0025] Beim Spannen des Ankerzugglieds 3 durch Anziehen der Ankermutter 14 wird der Ankerfuß
19 gegen die ortsfest im Bohrloch 2 verankerten Druckrohre 20 gespannt. Die Ankerkraft
wird also über den Ankerfuß 19 in die Druckrohre 20 und im weiteren in den Untergrund
7 eingeleitet.
[0026] Nach Beendigung der Baumaßnahme erfolgt der Ausbau eines solchen Druckrohrankers
1 durch Entspannen des Ankerzugglieds 3, das dann aus dem Ankerfuß 19 ausgeschraubt
und dem Bohrloch 2 entnommen wird. Im Untergrund 7 verbleiben somit lediglich die
Druckrohre 20 und der Ankerfuß 19. Im Zuge nachfolgender Bauvorhaben im Bereich der
ehemaligen Druckrohranker 1 können die noch im Untergrund vorhandenen Druckrohre 20
infolge der erfindungsgemäßen Ausbildung bereits durch geringe schlagende Krafteinwirkung
in kleinstückige Einzelteile zerbrochen werden, so dass diese keine Probleme beim
Aushub oder Vortrieb bereiten.
[0027] Der genauere Aufbau der Druckrohre 20 geht aus den Fig. 2 bis 5 hervor. Die Druckrohre
20 bestehen jeweils aus einem kreiszylindrischen einstückigen Körper, hergestellt
aus einem Material mit geringer Bruchdehnung, beispielsweise aus Stahlguss, Glas,
Beton, Keramik und dergleichen. Entlang von Mantellinien erstreckt sich ein erstes
Paar Längsnuten 23, die sich bezogen auf die Längsachse 4 diametral gegenüber liegen.
Im Querschnitt weisen die Längsnuten 23 jeweils einen stetigen Verlauf auf, d. h.
besitzen weder Ecken noch Kanten. Die Seiten 24 sind symmetrisch zueinander geneigt,
so dass der Nutquerschnitt zum ausgerundeten Nutengrund 25 enger wird. In radialer
Richtung reichen die Längsnuten 23 vom Außenumfang bis etwa über 75 % der Wandungsstärke
des Druckrohrs 20, so dass dort Stege 30 als Restquerschnitt verbleiben.
[0028] Darüber hinaus sieht man ein zweites Paar Längsnuten 26, die sich ebenfalls in diametraler
Lage achsparallel zur Längsachse 4 entlang der Innenwandung des Druckrohrs 20 erstrecken.
Im Querschnitt besitzen die Längsnuten 26 ebenfalls einen stetigen Verlauf mit in
Richtung zum ausgerundeten Grund 27 konvergierenden Seiten 28. Die radiale Tiefe der
Längsnuten 26 beträgt ebenfalls etwa 75 % der Wandungsstärke des Druckrohrs 20, so
dass auch dort Stege 30 gebildet werden. Ansonsten sieht man über den Außenumfang
verteilt eine Vielzahl von umlaufenden Rippen 29, deren Aufgabe es ist, einen sicheren
Verbund zum Injektionsgut 22 herzustellen.
[0029] Entlang der Längsnuten 23 und 26 werden somit Bereiche verminderter Rohrwanddicke
gebildet, die bei einer schlagenden Beanspruchung quer zur Längsachse 4 Sollbruchstellen
darstellen, die bereits bei geringer Krafteinwirkung bestimmungsgemäß versagt. Auf
diese Weise kann ein erfindungsgemäßer Druckkörper 20 zwar Kräfte in Längsrichtung
in unvermindert hohem Maße abtragen, während bereits geringe Kräfte quer zur Längsrichtung
zu einer Zerstörung des Druckkörpers 20 führen.
[0030] Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf die vorstehend beschriebenen Merkmalskombinationen
beschränkt ist, sondern auch Kombinationen unterschiedlicher Möglichkeiten zur Ausbildung
von Sollbruchstellen im Rahmen der Erfindung liegen. Beispielsweise können Bereiche
verminderter Rohrwanddicke zusätzlich eine Perforation aufweisen und/oder aus einem
Material geringerer Festigkeit bestehen. Auch liegen Druckrohre im Rahmen der Erfindung,
deren Sollbruchstellen lediglich von Perforationen und/oder Bereichen mit einem Material
geringerer Festigkeit gebildet sind.
1. Druckrohr für einen Druckrohranker (1) mit einem Ankerzugglied (3) aus einem oder
mehreren Einzelelementen wie zum Beispiel Stahlstäbe, Stahldrähte oder Stahldrahtlitzen,
wobei das Ankerzugglied (3) dazu bestimmt ist, in ein Bohrloch (2) im Untergrund (7)
eingeführt und mit seinem Ankerfuß (19) im Bohrlochgrund (18) verankert zu werden,
und mit einer Ankerkopfausbildung (11) zum Spannen des Ankerzugglieds (3) am luftseitigen
Ende des Bohrlochs (2), wobei das Ankerzugglied (3) im Bereich vor dem Arikerfuß (19)
von mindestens einem Druckrohr (20) umgeben ist, das mittels eines Verpresskörpers
(22) in kraftschlüssigem Verbund zur Bohrlochwandung steht, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckrohr (20) über seinen Umfang mindestens eine Sollbruchstelle (23, 26) aufweist,
die sich in Längsrichtung (4) des Druckrohres (20) erstreckt, um bei einer Beanspruchung
quer zur Längsachse (4) des Druckrohrs (20) dessen Bruch zu bewirken.
2. Druckrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Sollbruchstelle (23, 26) am Innenumfang und /oder Außenumfang
des Druckrohres (20) angeordnet ist.
3. Druckrohr nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Sollbruchstellen (23, 26) vorgesehen sind, die vorzugsweise achssymmetrisch
bezüglich des Druckrohrsquerschnitts angeordnet sind.
4. Druckrohr nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Sollbruchstellen (23, 26) diametral gegenüberliegen.
5. Druckrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Sollbruchstelle (23, 26) durch Bereiche verminderter Rohrwanddicke
gebildet ist.
6. Druckrohr nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Wanddicke des Druckrohrs (20) im Bereich der Sollbruchstelle (23, 26) maximal
80 % der Dicke im ungeschwächten Bereich des Druckrohrs (20) beträgt, vorzugsweise
maximal 50 %.
7. Druckrohr nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereiche verminderter Rohrwanddicke aus Längsnuten (23, 26) bestehen.
8. Druckrohr nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet die Längsnuten (23, 26) einen im Querschnitt stetigen Verlauf aufweisen.
9. Druckrohr nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnuten (23, 26) zum Nutengrund hin konvergierende Nutenseiten (28) besitzen.
10. Druckrohr nach einem der Ansprüche 7 bis 9, gekennzeichnet durch ein erstes Paar sich im Querschnitt diametral gegenüberliegender Längsnuten (23),
das axial verlaufend am Außenumfang des Druckrohrs (20) angeordnet ist und durch ein zweites Paar sich diametral gegenüberliegender Längsnuten (26), das axial verlaufend
am Innenumfang des Druckrohrs (20) angeordnet ist, wobei das zweite Paar Längsnuten
(26) mit einem Winkelversatz zum ersten Paar Längsnuten (23) angeordnet ist, vorzugsweise
mit einem Winkelversatz von etwa 90 Grad.
11. Druckrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Sollbruchstelle von einem Bereich gebildet ist, dessen Material
sich vom übrigen Druckrohr durch eine geringere Festigkeit unterscheidet.
12. Druckrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Sollbruchstelle von einem Bereich mit Perforationen oder Durchbrüchen
im Druckrohr gebildet ist.
13. Druckrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckrohr (20) aus einem spröden Material besteht, vorzugsweise aus Guss, Glas,
Keramik oder Beton.
14. Druckrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckrohr (20) einstückig ausgebildet ist.
15. Erdanker mit einem Druckrohr (20) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14.
1. Pressure pipe for a pressure pipe anchor (1) comprising an anchor tension member (3)
made of one or more individual elements such as steel bars, steel cables or steel
wire strands, the anchor tension member (3) being designed to be inserted into a drill
hole (2) in the substrate (7) and to be anchored by means of its anchor foot (19)
in the drill-hole base (18), and comprising an anchor head formation (11) for clamping
the anchor tension member (3) to the downstream end of the drill hole (2), the anchor
tension member (3) being surrounded in the region in front of the anchor foot (19)
by at least one pressure pipe (20) which is locked to the drill-hole wall in a non-positive
manner by means of a grout body (22), characterised in that the pressure pipe (20) comprises across its circumference at least one predetermined
breaking point (23, 26) which extends in the longitudinal direction (4) of the pressure
pipe (20) in order to cause the pressure pipe to break when said pressure pipe (20)
is subjected to stress transversely to the longitudinal axis (4) thereof.
2. Pressure pipe according to claim 1, characterised in that the at least one predetermined breaking point (23, 26) is arranged on the inner circumference
and/or the outer circumference of the pressure pipe (20).
3. Pressure pipe according to either claim 1 or claim 2, characterised in that two or more predetermined breaking points (23, 26) are provided and are arranged
preferably asymmetrically to the pressure pipe cross section.
4. Pressure pipe according to claim 3, characterised in that the predetermined breaking points (23, 26) are diametrically opposed.
5. Pressure pipe according to any of claims 1 to 4, characterised in that the at least one predetermined breaking point (23, 26) is formed by regions having
reduced pipe-wall thickness.
6. Pressure pipe according to claim 5, characterised in that the wall thickness of the pressure pipe (20) in the region of the predetermined breaking
point (23, 26) is at most 80 % of the thickness of the unweakened region of the pressure
pipe (20), preferably at most 50 %.
7. Pressure pipe according to either claim 5 or claim 6, characterised in that the regions of reduced pipe-wall thickness consist of longitudinal grooves (23, 26).
8. Pressure pipe according to claim 7, characterised in that the longitudinal grooves (23, 26) have a constant cross section.
9. Pressure pipe according to either claim 7 or claim 8, characterised in that the longitudinal grooves (23, 26) have groove faces (28) which converge towards the
groove base.
10. Pressure pipe according to any of claims 7 to 9, characterised by a first pair of longitudinal grooves (23) which are diametrically opposed in cross
section, which pair is arranged so as to extend axially across the outer circumference
of the pressure pipe (20), and by a second pair of diametrically opposed longitudinal
grooves (26), which pair is arranged so as to extend axially across the inner circumference
of the pressure pipe (20), the second pair of longitudinal grooves (26) being arranged
at an angular offset to the first pair of longitudinal grooves (23), preferably at
an angular offset of approximately 90°.
11. Pressure pipe according to any of claims 1 to 5, characterised in that the at least one predetermined breaking point is formed by a region, the material
of which differs from the rest of the pressure pipe by having a lower strength.
12. Pressure pipe according to any of claims 1 to 5, characterised in that the at least one predetermined breaking point is formed by a region in the pressure
pipe having perforations or openings.
13. Pressure pipe according to any of claims 1 to 12, characterised in that the pressure pipe (20) consists of a brittle material, preferably cast iron, glass,
ceramic or concrete.
14. Pressure pipe according to any of claims 1 to 13, characterised in that the pressure pipe (20) is formed in one piece.
15. Ground anchor comprising a pressure pipe (20) according to any of claims 1 to 14.
1. Tube de pression pour un ancrage à tube de pression (1) pourvu d'un tirant d'ancrage
(3) constitué d'un ou plusieurs éléments individuels comme par exemple des barres
d'acier, des fils d'acier ou des torons de fils d'acier, sachant que le tirant d'ancrage
(3) est destiné à être introduit dans un trou (2) foré dans le sol (7) et à être ancré
par son pied d'ancrage (19) dans le fond (18) du trou foré, et pourvu d'un ensemble
(11) de tête d'ancrage pour tendre le tirant d'ancrage (3) à l'extrémité côté air
extérieur du trou foré (2), sachant que le tirant d'ancrage (3) est entouré dans la
région située avant le pied d'ancrage (19) par au moins un tube de pression (20),
qui se trouve en liaison à force avec la paroi du trou foré au moyen d'un corps de
compression (22), caractérisé en ce que le tube de pression (20) présente sur sa périphérie au moins une zone (23, 26) de
rupture privilégiée qui s'étend dans la direction longitudinale (4) du tube de pression
(20), afin de produire la rupture du tube de pression (20) lors d'une sollicitation
transversalement à son axe longitudinal (4).
2. Tube de pression selon la revendication 1, caractérisé en ce que la zone (23, 26) de rupture privilégiée au moins unique est disposée sur la périphérie
intérieure et/ou sur la périphérie extérieure du tube de pression (20).
3. Tube de pression selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'il est prévu deux zones (23, 26) de rupture privilégiée ou davantage, qui sont de
préférence disposées en symétrie axiale par rapport à la section du tube de pression.
4. Tube de pression selon la revendication 3, caractérisé en ce que les zones (23, 26) de rupture privilégiée sont diamétralement opposées.
5. Tube de pression selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la zone (23, 26) de rupture privilégiée au moins unique est formée par des régions
d'épaisseur de paroi de tube réduite.
6. Tube de pression selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'épaisseur de paroi du tube de pression (20) dans la région de la zone (23, 26)
de rupture privilégiée est égale au maximum à 80 % de l'épaisseur dans la région non
affaiblie du tube de pression (20), de préférence au maximum à 50 %.
7. Tube de pression selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que les régions d'épaisseur de paroi de tube réduite consistent en des rainures longitudinales
(23, 26).
8. Tube de pression selon la revendication 7, caractérisé en ce que les rainures longitudinales (23, 26) présentent une allure de section progressive.
9. Tube de pression selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que les rainures longitudinales (23, 26) possèdent des côtés de rainure (28) qui convergent
en direction du fond de rainure.
10. Tube de pression selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé par une première paire de rainures longitudinales (23) diamétralement opposées en coupe
transversale, qui est disposée en s'étendant axialement sur la périphérie extérieure
du tube de pression (20), et par une deuxième paire de rainures longitudinales (26)
diamétralement opposées, qui est disposée en s'étendant axialement sur la périphérie
intérieure du tube de pression (20), sachant que la deuxième paire de rainures longitudinales
(26) est disposée avec un décalage angulaire par rapport à la première paire de rainures
longitudinales (23), de préférence avec un décalage angulaire d'environ 90 degrés.
11. Tube de pression selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la zone de rupture privilégiée au moins unique est formée par une région dont le
matériau se distingue du reste du tube de pression par une résistance inférieure.
12. Tube de pression selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la zone de rupture privilégiée au moins unique est formée par une région avec des
perforations ou des ouvertures dans le tube de pression.
13. Tube de pression selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que le tube de pression (20) est constitué d'un matériau cassant, de préférence de fonte,
de verre, de céramique ou de béton.
14. Tube de pression selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que le tube de pression (20) est réalisé d'un seul tenant.
15. Ancrage au sol avec un tube de pression (20) selon l'une des revendications 1 à 14.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente