[0001] Die Erfindung betrifft eine Deckenkonstruktion für eine Holzbalkendecke, mit einer
Tragdecke, die eine horizontal verlaufende obere Decklage aufweist, die auf dazu parallel
verlaufenden Tragdeckenbalken gelagert ist, und mit einer Unterdecke, die vertikal
unterhalb der Tragdecke angeordnet ist. Ferner betrifft die Erfindung eine Holzbalkendecke
mit einer solchen Deckenkonstruktion.
[0002] Holzbalkendecken werden häufig beim Bau von Holzhäusern oder bei der Renovierung
älterer Häuser eingezogen und verfügen in der Regel nicht über erhöhte schallschutztechnische
und brandschutztechnische Eigenschaften, die nach gültigen Anwendungsnormen für heutige
Bauwerke gefordert werden. In Holzhäusern ist dabei weniger der Luftschallschutz als
vielmehr der Trittschallschutz von Bedeutung. Die Trittschallübertragung über flankierende
Bauteile spielt in Holzhäusern im Allgemeinen eine untergeordnete Rolle.
[0003] Dagegen kann die Einhaltung eines ausreichenden Trittschallschutzes der eigentlichen
Decke je nach vorliegender Situation schwierig sein und einen größeren baulichen Aufwand
erfordern.
[0004] Die Tragdecke, auch tragende Decke genannt, weist als schallschutztechnische Maßnahme
häufig einen mehrlagigen Aufbau aus verschiedenen Materialien auf, darunter mindestens
eine Lage aus einem Dämmmaterial, beispielsweise Hartschaumplatten, Mineralfaserdämmplatten
oder Kokosfasermatten. Darauf werden dann oft ein oder mehrere Lagen von Holzwerkstoffplatten
(z.B. Spanplatten), Gipsbauplatten und/oder Estrich gelegt.
[0005] Die mit der Tragdecke über Tragdeckenbalken verbundene Unterdecke, auch Untersicht
genannt, kann ebenfalls ein oder mehrere Lagen aus Gipsbauplatten enthalten.
[0006] In der Regel wird zwischen den einzelnen Tragdeckenbalken noch eine Lage Dämmmaterial,
beispielsweise mineralischer Faserdämmstoff oder dergleichen, vorgesehen.
[0007] Eine solche Deckenkonstruktion ist aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Lagen
relativ komplex aufgebaut und entsprechend schwierig herzustellen und hat dadurch
einen hohen Anschaffungspreis. Holzbalkendecken, insbesondere mit großen Spannweiten,
sind kaum realisierbar, da sie schwingungstechnisch nur schwer zu ertüchtigen sind.
[0008] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Deckenkonstruktion für
eine Holzbalkendecke zu schaffen, die einfacher aufgebaut ist und dennoch gute schallschutztechnische
und schwingungstechnische Eigenschaften hat.
[0009] Die zuvor hergeleitete und aufgezeigte Aufgabe wird gemäß einer ersten Lehre der
vorliegenden Erfindung bei einer Deckenkonstruktion der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass eine randseitige Trageinrichtung zur Befestigung von Tragdecke und Unterdecke
an einer vertikal verlaufenden Wand vorgesehen ist, dass die Unterdecke eine horizontal
verlaufende untere Decklage aufweist, die an zu den Tragdeckenbalken parallel verlaufenden
Unterdeckenbalken gelagert ist, dass die Tragdeckenbalken und die Unterdeckenbalken
endseitig an der randseitigen Trageinrichtung befestigt sind, so dass eine tragende
Verbindung zwischen Tragdecke und Unterdecke gebildet wird, und dass die tragende
Verbindung die einzige tragende Verbindung zwischen Tragdecke und Unterdecke ist.
[0010] Es wird also eine Deckenkonstruktion geschaffen, bei der die Tragdecke von der Unterdecke
schalltechnisch weitestgehend entkoppelt ist. Die Tragdecke und die Unterdecke sind
ausschließlich über die randseitige Trageinrichtung tragend miteinander verbunden.
Bevorzugt stellt die Trageinrichtung sogar die einzige Verbindung zwischen Tragdecke
und Unterdecke dar. Die Tragdecke berührt also in keinem Punkt die Unterdecke und
es gibt keine, zumindest keine tragenden, Verbindungselemente zwischen Tragdecke und
Unterdecke.
[0011] Im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem die Unterdecke direkt mit den Tragdeckenbalken
der Tragdecke verbunden ist, liefert die erfindungsgemäße Deckenkonstruktion sehr
viel bessere Schalldämmwerte bzw. hat bei vergleichbaren schalltechnischen Eigenschaften
einen wesentlich einfacheren Aufbau. Erstmalig haben auch Holzbalkendecken mit großen
Spannweiten ein optimales Schwingungsverhalten. Neben den optimierten schwingungstechnischen
Eigenschaften weist die erfindungsgemäße Deckenkonstruktion auch einen relativ hohen
Brandschutz auf, der den Einsatz in öffentlichen Gebäuden, zum Beispiel Schulen, ermöglicht.
[0012] Selbstverständlich können die schallschutz- bzw. schwingungstechnischen und die brandschutztechnischen
Eigenschaften zusätzlich zu dem erfindungsgemäßen Aufbau noch dadurch verbessert werden,
dass die Holzbalkendecke zusätzlich zu der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion weitere
Lagen mit entsprechenden Eigenschaften aufweist, wie sie auch gemäß Stand der Technik
verwendet werden und wie sie eingangs beschrieben wurden. Insbesondere kann auch zwischen
der Tragdecke und der Unterdecke ein Dämmmaterial vorgesehen sein, das durchaus auch
sowohl die Tragdecke als auch die Unterdecke berühren kann. Eine solche Verbindung
zwischen Tragdecke und Unterdecke widerspricht nicht der vorliegenden Erfindung, da
es sich dabei nicht um eine tragende und damit Schall oder Schwingungen übertragende
Verbindung zwischen Tragdecke und Unterdecke handelt.
[0013] Um eine weiter optimierte schalltechnische Entkopplung zwischen Tragdecke und Unterdecke
zu erreichen, ist gemäß einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion
ein Zwischenraum zwischen den Tragdeckenbalken und der unteren Decklage vorgesehen.
Auch kann ein Zwischenraum zwischen den Unterdeckenbalken und der oberen Decklage
vorgesehen sein. Außerdem kann ein Zwischenraum zwischen den Tragdeckenbalken und
den Unterdeckenbalken vorgesehen sein. Der jeweilige Zwischenraum ist insbesondere
ein luftgefüllter Zwischenraum, kann aber durchaus auch mit einem Material, insbesondere
einem flexiblen, beispielsweise mattenförmigen, oder einblasbaren Dämmmaterial, gefüllt
sein, solange dadurch keine tragende Verbindung zwischen Tragdecke und Unterdecke
entsteht.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion weist
die randseitige Trageinrichtung mindestens einen horizontal verlaufenden randseitigen
Träger, insbesondere Tragbalken, auf, der quer zu den Tragdeckenbalken und Unterdeckenbalken
verläuft und mit deren stirnseitigem Ende verbunden ist. Randseitig meint, dass besagte
Trageinrichtung bzw. besagter Träger, insbesondere Tragbalken, im Randbereich der
Decke angeordnet ist, also in dem Bereich, in dem die Deckenkonstruktion mit der vertikalen
Wand bzw. den vertikalen Wänden verbunden wird. Ein in diesem Bereich angeordneter
Träger, insbesondere Tragbalken, ist einerseits selbst auf einfache Weise mit der
jeweiligen vertikalen Wand verbindbar, stellt aber auf andere Weise auch eine stabile
Aufnahme für Tragdecke und Unterdecke dar. Ein Tragbalken aus Holz oder einem Holzwerkstoff
hat gegenüber einem Träger aus einem anderen Material auch noch bessere schwingungstechnische
Eigenschaften, durch die vergleichsweise wenige Schwingungen von der Tragdecke an
die Unterdecke übertragen werden.
[0015] Die randseitige Trageinrichtung weist gemäß einer weiteren Ausgestaltung mindestens
einen Balkenschuh auf, in dem mindestens einer der Tragdeckenbalken oder Unterdeckenbalken
gelagert ist. Bei einem Balkenschuh handelt es sich in der Regel um ein Bauteil aus
Metall, welches ein Balkenende aufnehmen kann und insbesondere rechtwinklig zum Balken
verlaufende Verbindungslaschen aufweist, die mehrere Bohrungen aufweisen können, um
den Balkenschuh an einem zum Balken orthogonal verlaufenden Träger bzw. Tragbalken
befestigen zu können. Vorzugsweise ist je ein Balkenschuh pro Balkenende vorgesehen,
und zwar sowohl bei den Tragdeckenbalken als auch den Unterdeckenbalken.
[0016] Der mindestens eine Balkenschuh kann mit dem randseitigen Träger, insbesondere Tragbalken,
verbunden sein. In diesem Fall bildet der Balkenschuh zusammen mit dem randseitigen
Träger die randseitige Trageinrichtung. Es ist aber auch denkbar, dass der mindestens
eine Balkenschuh unmittelbar mit der Wand verbunden wird, wobei in diesem Fall der
Balkenschuh allein den horizontal verlaufenden randseitigen Träger und damit die randseitige
Trageinrichtung bildet.
[0017] Bei dem zuvor beschriebenen Balkenschuh ist insbesondere vorgesehen, dass die Unterdeckenbalken
zur Verbesserung des entkoppelnden Effekts nur auf dem Balkenschuh, gemeint ist das
Bodenblech des Balkenschuhs, aufliegen, wobei zwischen Balkenschuh bzw. Bodenblech
und Unterdeckenbalken noch ein entkoppelndes Material, insbesondere Holzfaserstreifen
und/oder eine Schwermatte oder dergleichen, vorgesehen sein kann. Es findet also keine
Vernagelung oder andere Befestigung des Unterdeckenbalkens im Balkenschuh statt. Die
Tragdeckenbalken können dagegen fest, insbesondere durch Vernagelung, mit dem Balkenschuh
bzw. Bodenblech des Balkenschuhs verbunden sein.
[0018] Die randseitige Trageinrichtung kann außerdem mindestens einen weiteren horizontal
verlaufenden randseitigen Träger, insbesondere weiteren Tragbalken, aufweisen, der
parallel zu den Tragdeckenbalken und Unterdeckenbalken verläuft und der insbesondere
mit dem mindestens einen anderen randseitigen Träger, insbesondere Tragbalken, verbunden
ist. Beide orthogonal zueinander verlaufenden randseitigen Träger, insbesondere Tragbalken,
bilden, wenn sie miteinander verbunden sind, einen stabilen Rahmen, welcher einerseits
eine stabile Anbringung der Deckenkonstruktion an den vertikalen Wänden ermöglicht,
andererseits auch im Randbereich der Deckenkonstruktion und der entsprechenden Holzbalkendecke
ein stabiles Auflager für die obere Decklage und gegebenenfalls weiterer darauf aufgebrachter
Lagen bildet.
[0019] Wie zuvor angedeutet, ist die obere Decklage vorzugsweise auf dem weiteren randseitigen
Träger gelagert. Dabei kann zwischen dem weiteren randseitigen Träger und der unteren
Decklage ein Zwischenraum, insbesondere ein luftgefüllter oder mit Dämmmaterial gefüllter
Zwischenraum, vorgesehen sein, wodurch die schalltechnische Entkopplung von Tragdecke
und Unterdecke weiter optimiert wird. Auf diese Weise ist die Tragdecke mit der Unterdecke
nämlich nur an den zuerst beschriebenen horizontal verlaufenden randseitigen Trägern,
insbesondere Tragbalken, verbunden. Im Bereich des Weiteren randseitigen Trägers,
insbesondere Tragbalkens, besteht dann keine tragende, bevorzugt überhaupt keine,
Verbindung.
[0020] Gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion
besteht mindestens einer der Tragdeckenbalken, Unterdeckenbalken und/oder randseitigen
Träger zumindest abschnittsweise, vorzugsweise vollständig, aus einem Holzwerkstoff
oder einem technischen Holzprodukt wie BSH (Brettschichtholz), KVH (Konstruktionsvollholz),
LSL (Laminated Strand Lumber) oder LVL (Laminated Veneer Lumber). Vorzugsweise bestehen
alle Tragdeckenbalken, Unterdeckenbalken und/oder randseitigen Träger aus den genannten
Materialien. Auch kann, zumindest abschnittsweise, Vollholz verwendet werden. Bei
Holz und Holzwerkstoffen handelt es sich um nachwachsende und nachhaltige Baustoffe
(CO
2-Speicher), die ein relativ geringes Gewicht haben, und da sie trocken gefertigt werden,
zu keinem Eintrag schädlicher Baufeuchte führen, was insbesondere im Holzbau von Vorteil
ist. Eine Deckenkonstruktion, die überwiegend aus Holz oder Holzwerkstoffen besteht,
kann ohne weiteres als fertige Montageeinheit vormontiert an die Baustelle geliefert
werden. Auch die Tragdecke mit Tragdeckenbalken einerseits und/oder die Unterdecke
mit Unterdeckenbalken andererseits kann jeweils als Montageeinheit vorgefertigt werden,
bevorzugt sogar teilweise oder vollständig gedämmt und/oder im Falle der Unterdecke
unterseitig bekleidet. Je nach Bauvorhaben kann auf einfachste Weise ein optimaler
Vorfertigungsgrad erreicht werden.
[0021] Es ist daher auch gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion
vorgesehen, dass die obere Decklage mindestens eine Lage aus einer oder mehreren Holzwerkstoffplatten,
insbesondere Sperrholz-, Span-, Faser- oder OSB-Platten, aufweist. Zusätzlich oder
alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die untere Decklage mehrere Latten, insbesondere
Holzlatten, aufweist. Auf eine Lattung kann auch verzichtet werden. So ist es denkbar,
dass die untere Decklage aus einer oder mehreren Gipsbauplatten besteht, die unmittelbar
an die Unterdeckenbalken angebracht sind.
[0022] Gemäß wiederum einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion
ist zwischen den Unterdeckenbalken und dem damit verbundenen Balkenschuh und/oder
der unteren Decklage ein Dämmmaterial, insbesondere eine Holzweichfaserplatte und/oder
eine Schwermatte, angeordnet. Eine Schwermatte ist üblicherweise ein Kunststoff, insbesondere
Sylomer. Das zuvor beschriebene Dämmmaterial dämpft auftretende Schwingungen und absorbiert
auf diese Weise insbesondere Trittschall. Da die Tragdecke mit der Unterdecke nur
über die randseitige Trageinrichtung und dort nur in relativ kleinen Abschnitten verbunden
ist, wobei es sich bei der Trageinrichtung im einfachsten Fall um einen Tragbalken
handelt, kann eine Schwingungsdämpfung schon durch relativ geringe Mengen der zuvor
beschriebenen Dämmmaterialien erreicht werden. Dies gilt umso mehr, je kleiner die
Verbindungsfläche zwischen Tragdecke und Unterdecke ausgebildet ist.
[0023] Schließlich ist gemäß noch einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion
vorgesehen, dass die Unterdeckenbalken, zumindest einige der Unterdeckenbalken, einen
geringeren Querschnitt als die Tragdeckenbalken, zumindest einige der Tragdeckenbalken,
haben. Auf diese Weise kann trotz eines guten schwingungstechnischen Verhaltens und
einer guten Stabilität ein relativ geringes Gesamtgewicht der Deckenkonstruktion und
damit der entsprechenden Holzbalkendecke realisiert werden.
[0024] Die Aufgabe wird ferner gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung gelöst
durch eine Holzbalkendecke mit einer Deckenkonstruktion wie sie zuvor beschrieben
wurde.
[0025] Dabei ist mit der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion vorzugsweise oberseitig ein
Fußbodenaufbau, der weitere Dämmplatten und eine Estrich-Schicht aufweisen kann, und/oder
unterseitig eine Bekleidung, die Gipsbauplatten aufweisen kann, verbunden. Die Holzbalkendecke
kann, insbesondere unterseitig, außerdem noch weitere Trägerelemente, beispielsweise
Tragbalken und/oder Auflagerbohlen, aufweisen.
[0026] Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Deckenkonstruktion
und die erfindungsgemäße Holzbalkendecke auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu
wird einerseits verwiesen auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche,
andererseits auf die Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der
Zeichnung. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht entlang der Schnittlinie A-A in Fig. 1 und
- Fig. 3
- eine Schnittansicht entlang der Schnittlinie B-B in Fig. 1.
[0027] In Fig. 1 ist eine Deckenkonstruktion 1 für ein Holzbalkendecke mit einer Tragdecke
2 und einer Unterdecke 5 dargestellt. Die Tragdecke 2 weist eine horizontal verlaufende
obere Decklage 3 auf, die auf dazu parallel verlaufenden Tragdeckenbalken 4 gelagert
ist. Die Unterdecke 5 ist vertikal unterhalb der Tragdecke 2 angeordnet.
[0028] Auch die Unterdecke 5 ist an Deckenbalken, nämlich separaten Unterdeckenbalken 9,
gelagert, die parallel zu den Tragdeckenbalken 4 verlaufen.
[0029] Wie die Figuren 2 und 3 zeigen, weist die erfindungsgemäße Deckenkonstruktion 1 ferner
eine randseitige Trageinrichtung 6 zur Befestigung von Tragdecke 2 und Unterdecke
5 an einer vertikal verlaufenden Wand 7 auf. In Fig. 1 sind Teile der Trageinrichtung
6, insbesondere die Balkenschuhe 12 und 13, erkennbar, auf die später noch eingegangen
wird.
[0030] Die Tragdeckenbalken 4 und die Unterdeckenbalken 9 sind, wie ebenfalls die Figuren
2 und 3 zeigen, an der randseitigen Trageinrichtung 6 befestigt, so dass eine tragende
Verbindung zwischen Tragdecke 2 und Unterdecke 5 gebildet wird. Diese tragende Verbindung
ist bei der erfindungsgemäßen Deckenkonstruktion 1 die einzige tragende Verbindung
zwischen Tragdecke 2 und Unterdecke 5.
[0031] Wie Fig. 1 zeigt, ist zwischen den Tragdeckenbalken 4 und der unteren Decklage 8
ein Zwischenraum 10a vorgesehen. Ferner ist zwischen den Unterdeckenbalken 9 und der
oberen Decklage 3 ein Zwischenraum 10b vorgesehen. Ein weiterer Zwischenraum 10c ist
zwischen den Tragdeckenbalken 4 und den jeweils benachbarten Unterdeckenbalken 9 vorgesehen.
Die Zwischenräume 10a, 10b und 10c sind alle luftgefüllt oder mit einem Dämmmaterial,
insbesondere einer Einblasdämmung, gefüllt. Der Zwischenraum 10b ist auch in Fig.
2 und der Zwischenraum 10a auch in Fig. 3 erkennbar. Durch diese Zwischenräume, die
zumindest teilweise auch mit Dämmmaterial oder dergleichen gefüllt sein können, wird
eine optimale schalltechnische Entkopplung zwischen Tragdecke 2 und Unterdecke 5 erreicht.
[0032] Die zuvor bereits erwähnte randseitige Trageinrichtung 6 weist, wie die Figuren 2
und 3 zeigen, einen horizontal verlaufenden randseitigen Träger 11a in Form eines
Tragbalkens auf, der quer zu den Tragdeckenbalken 4 und den Unterdeckenbalken 9 verläuft
und mit deren stirnseitigem Ende verbunden ist. Zur Verbindung dient jeweils ein Balkenschuh
12 bzw. 13, der ebenfalls Teil der randseitigen Trageinrichtung 6 ist. Der Balkenschuh
12 dient dabei zur Aufnahme eines der Unterdeckenbalken 9, der Balkenschuh 13 zur
Aufnahme eines der Tragdeckenbalken 4.
[0033] Die Balkenschuhe 12 und 13 werden mit dem randseitigen Tragbalken 11a über senkrecht
zu den Deckenbalken 4 und 9 verlaufende gelochte Abschnitte unter Verwendung von Nägeln
verbunden.
[0034] Wie anhand von Fig. 1 erkennbar ist, weist die randseitige Trageinrichtung 6 noch
einen weiteren horizontal verlaufenden randseitigen Träger 11b in Form eines Tragbalkens
auf, der parallel zu den Tragdeckenbalken 4 und Unterdeckenbalken 9 an der Wand 7'
entlang verläuft. Der Tragbalken 11b ist stirnseitig mit dem dazu orthogonalen Tragbalken
11a verbunden und bildet, zusammen mit einem zu dem Tragbalken 11b parallelen weiteren
Tragbalken (nicht dargestellt) und einem zu dem Tragbalken 11a parallelen weiteren
Tragbalken (nicht dargestellt), die an der jeweils gegenüberliegenden Deckenseite
vorgesehen sind, einen Rahmen. Dabei ist die obere Decklage 3 im gesamten Randbereich
sowohl auf dem Tragbalken 11a als auch auf dem dazu orthogonalen Tragbalken 11b gelagert.
Die Tragbalken 11a und 11b sind wiederum mit der benachbarten vertikalen Wand 7 bzw.
7' fest verbunden.
[0035] Zwischen dem weiteren randseitigen Tragbalken 11b und der unteren Decklage 8 ist,
wie Fig. 1 zeigt, ein weiterer luftgefüllter Zwischenraum 10d vorgesehen, der alternativ
ebenfalls mit Dämmmaterial oder dergleichen gefüllt sein kann. Da der randseitige
Tragbalken 11a ein im Vergleich zum Tragbalken 11b höheres Gewicht tragen muss, da
er sowohl die Tragdecke 2 als auch die Unterdecke 5 trägt, ist dieser Tragbalken 11a
zusätzlich noch durch eine Auflagerbohle 17 gestützt, die vertikal unterhalb des Tragbalkens
11a mit der Wand 7 fest verbunden ist und auf der der Tragbalken 11a zumindest teilweise
aufliegt.
[0036] Alle Tragdeckenbalken 4 und alle Unterdeckenbalken 9 sowie alle randseitigen Tragbalken
11a und 11b bestehen hier aus BSH. Die obere Decklage 3 besteht aus zwei Lagen 3a
und 3b, wobei jede Lage von mehreren Holzwerkstoffplatten in Form von OSB-Platten
(Oriented Strand Board), gebildet wird. Auf der oberen Decklage 3 kann dann später
ein Fußbodenaufbau vorgesehen werden.
[0037] Die untere Decklage 8 weist mehrere voneinander in einem Rasterabstand befestigte
und parallele Holzlatten 14 auf. An die so erzeugte Lattung kann dann unterseitig
eine Bekleidung aus Gipsbauplatten angebracht werden.
[0038] Da die einzige tragende Verbindung zwischen Tragdecke 2 und Unterdecke 5 im Bereich
derjenigen randseitigen Trageinrichtung 6 vorgesehen ist, die, insbesondere über den
Balkenschuh 12, mit den Unterdeckenbalken 9 verbunden ist, sind in diesem Bereich
bevorzugt spezielle schwingungsdämpfende Materialien vorgesehen. Zwischen jedem Unterdeckenbalken
9 und dem jeweiligen Balkenschuh 12 ist hier zum Beispiel sowohl eine Holzweichfaserplatte
15 als auch eine Schwermatte 16 vorgesehen, wobei die Schwermatte 16 in dem in Fig.
1 dargestellten Ausführungsbeispiel zwischen Holzweichfaserplatte 15 und Unterdeckenbalken
9 angeordnet ist. Grundsätzlich kann die Lage von Holzweichfaserplatte 15 und Schwermatte
16 auch getauscht sein. Die Unterdeckenbalken 9 liegen dabei lediglich im Balkenschuh
12 auf und sind nicht weiter mit diesem befestigt. Der Balkenschuh 12 ist jeweils
hinsichtlich dem Balkenauflagebereich statisch so bemessen, dass keine zusätzliche
Verbindung des jeweiligen Unterdeckenbalkens mittels beispielsweise stiftförmiger
Verbindungsmittel notwendig ist. Auf eine solche Verbindung wird hier verzichtet.
Im Unterschied dazu sind die Tragdeckenbalken 4 mit dem Balkenschuh 13 durch eine
statisch wirksame Nagelung verbunden.
[0039] Eine weitere Holzweichfaserplatte 15 ist, wie die Figuren 1 und 2 zeigen, zwischen
den Unterdeckenbalken 9 und jeder Latte 14 vorgesehen.
[0040] Schließlich ist in Fig. 1 noch deutlich zu erkennen, dass bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
aus Gewichtsgründen die Unterdeckenbalken 9, die nur die Unterdecke 5 tragen, einen
deutlich geringeren Querschnitt als die höher belasteten Tragdeckenbalken 4 haben.
1. Deckenkonstruktion (1) für eine Holzbalkendecke,
- mit einer Tragdecke (2), die eine horizontal verlaufende obere Decklage (3) aufweist,
die auf dazu parallel verlaufenden Tragdeckenbalken (4) gelagert ist, und
- mit einer Unterdecke (5), die vertikal unterhalb der Tragdecke (2) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine randseitige Trageinrichtung (6) zur Befestigung von Tragdecke (2) und Unterdecke
(5) an einer vertikal verlaufenden Wand (7) vorgesehen ist,
- dass die Unterdecke (5) eine horizontal verlaufende untere Decklage (8) aufweist, die
an zu den Tragdeckenbalken (4) parallel verlaufenden Unterdeckenbalken (9) gelagert
ist,
- dass die Tragdeckenbalken (4) und die Unterdeckenbalken (9) endseitig an der randseitigen
Trageinrichtung (6) befestigt sind, so dass eine tragende Verbindung zwischen Tragdecke
(2) und Unterdecke (5) gebildet wird, und
- dass die tragende Verbindung die einzige tragende Verbindung zwischen Tragdecke (2) und
Unterdecke (5) ist.
2. Deckenkonstruktion (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwischenraum (10a), insbesondere ein luftgefüllter oder mit einem Dämmmaterial
gefüllter Zwischenraum (10a), zwischen den Tragdeckenbalken (4) und der unteren Decklage
(8) vorgesehen ist.
3. Deckenkonstruktion (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwischenraum (10b), insbesondere luftgefüllter oder mit einem Dämmmaterial gefüllter
Zwischenraum (10b), zwischen den Unterdeckenbalken (9) und der oberen Decklage (3)
vorgesehen ist.
4. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwischenraum (10c), insbesondere luftgefüllter oder mit einem Dämmmaterial gefüllter
Zwischenraum (10c), zwischen den Tragdeckenbalken (4) und den Unterdeckenbalken (9)
vorgesehen ist.
5. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die randseitige Trageinrichtung (6) mindestens einen horizontal verlaufenden randseitigen
Träger (11a), insbesondere Tragbalken, aufweist, der quer zu den Tragdeckenbalken
(4) und den Unterdeckenbalken (9) verläuft und mit deren stirnseitigem Ende verbunden
ist.
6. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die randseitige Trageinrichtung (6) mindestens einen Balkenschuh (12,13) aufweist,
in dem mindestens einer der Tragdeckenbalken (4) oder Unterdeckenbalken (9) gelagert
ist, wobei insbesondere die Unterdeckenbalken 9 lose auf dem Balkenschuh 12 aufliegen
und/oder die Tragdeckenbalken 4 statisch wirksam, vorzugsweise durch Nagelung, mit
dem Balkenschuh 13 verbunden sind.
7. Deckenkonstruktion (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Balkenschuh (12,13) mit dem randseitigen Träger (11a), insbesondere
dem Tragbalken, verbunden ist.
8. Deckenkonstruktion (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die randseitige Trageinrichtung (6) mindestens einen weiteren horizontal verlaufenden
randseitigen Träger (11b), insbesondere weiteren Tragbalken, aufweist, der parallel
zu den Tragdeckenbalken (4) und Unterdeckenbalken (9) verläuft und der insbesondere
mit dem mindestens einen anderen randseitigen Träger (11a), insbesondere Tragbalken,
verbunden ist.
9. Deckenkonstruktion (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Decklage (3) auf dem weiteren randseitigen Träger (11b) gelagert ist.
10. Deckenkonstruktion (1) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zwischenraum (10d), insbesondere luftgefüllter Zwischenraum (10d), zwischen dem
weiteren randseitigen Träger (11b) und der unteren Decklage (8) vorgesehen ist.
11. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der, vorzugsweise alle, Tragdeckenbalken (4), Unterdeckenbalken
(9) und/oder randseitigen Träger (11a,11b) zumindest abschnittsweise, vorzugsweise
vollständig, aus einem technischen Holzprodukt, insbesondere Konstruktionsvollholz
oder Brettschichtholz, oder einem Holzwerkstoff, insbesondere LVL oder LSL, bestehen.
12. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Decklage (3) mindestens eine Lage (3a,3b) aus einer oder mehreren Holzwerkstoffplatten,
insbesondere Span-, Faser- oder OSB-Platten, aufweist.
13. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Decklage (8) mehrere Latten (14), insbesondere Holzlatten, aufweist.
14. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Unterdeckenbalken (9) und dem damit verbundenen Balkenschuh (12) und/oder
der unteren Decklage (8) ein Dämmmaterial, insbesondere eine Holzweichfaserplatte
(15) und/oder eine Schwermatte (16), angeordnet ist.
15. Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterdeckenbalken (9) einen geringeren Querschnitt als die Tragdeckenbalken (4)
haben.
16. Holzbalkendecke mit einer Deckenkonstruktion (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
17. Holzbalkendecke nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass oberseitig ein Fußbodenaufbau und/oder unterseitig eine Verkleidung mit der Deckenkonstruktion
(1) verbunden ist.