[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung bzw. Regelung einer Druckluftstation,
die wenigstens eine Mehrzahl von untereinander vernetzten Kompressoren, insbesondere
unterschiedlicher technischer Spezifikationen, und optional weitere Geräte der Drucklufttechnik
umfasst, welches insbesondere in Steuerzyklen sowohl Schaltstrategien über eine elektronische
Anlagensteuerung zur Beeinflussung einer Menge eines für einen oder mehrere Benutzer
der Druckluftstation zur Verfügung stehenden Druckfluids in der Druckluftstation veranlassen
kann, als auch die für einen oder mehrere Benutzer der Druckluftstation zur Verfügung
stehende Menge an Druckfluid auf zukünftige Betriebsbedingungen der Druckluftstation
adaptiv auf die Entnahmemenge an Druckfluid aus der Druckluftstation einzustellen
vermag.
[0002] Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Steuerung bzw. Regelung
einer Druckluftstation, die wenigstens eine Mehrzahl von untereinander vernetzten
Kompressoren, insbesondere unterschiedlicher technischer Spezifikationen, und optional
weitere Geräte der Drucklufttechnik umfasst, wobei das Verfahren, welches in einer
elektronischen Steuerung einer Druckluftstation implementiert ist, Informationen über
wesentliche Zustandsgrößen der Druckluftstation als Eingabeinformation verarbeitet,
und Steuerbefehle zur Steuerung von zumindest einigen Kompressoren und optional weiteren
Komponenten der Druckluftstation als Ausgabe abgibt, nach dem Oberbegriff von Anspruch
34.
[0003] Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung eine Anlagensteuerung einer Druckluftstation.
[0004] Die Verwendung von Druckluftstationen hat sich in vielen industriellen wie auch privaten
Umfeldern etabliert. Die Bereitstellung größerer Mengen an Druckfluid sind beispielsweise
in industriellen Fertigungsanlagen nicht nur zum Betrieb hydraulischer Vorrichtungen
unentbehrlich, sondern etwa auch zur Bereitstellung von Druckfluid an chemische Reaktionsbereiche
wie auch physikalische Fertigungsumgebungen zur Verwendung desselben. Druckluftstationen,
welche typischerweise wenigstens eine Mehrzahl an Kompressoren, Druckfluidbehältern
sowie die entsprechenden Stellmittel und Aktuatoren umfasst, bedürfen oft einer wohldurchdachten
und meist komplexen Steuerung, welche in der Lage ist, einer möglicherweise größeren
Anzahl von Benutzern an unterschiedlichen Abnehmerstationen der Druckluftstation zu
allen gewünschten Zeitpunkten ausreichend Druckfluid zur Verfügung zu stellen. Durch
das Vornehmen unterschiedlicher Schalthandlungen werden beispielsweise Ventile auf-
oder zugeschaltet, wodurch die An- bzw. Abreicherung von Druckfluid in vorbestimmten
Bereichen der Druckluftstation erfolgt, und die Versorgung der Benutzer mit ausreichend
Druckfluid gewährleistet werden kann. Weitere mögliche Schalthandlungen betreffen
beispielsweise auch das Zu- oder Abschalten einzelner Kompressoren bzw. Kompressorengruppen,
oder auch eine im Gegensatz zum diskreten Auf- oder Zuschalten kontinuierliche Regulierung
einzelner Aktuatoren oder Stellmittel.
[0005] Um eine vorteilhafte Steuerung der Druckluftstation vornehmen zu können, benötigt
die Anlagensteuerung der Druckluftstation Informationen über den Zustand der Druckluftstation.
Solche Informationen können durch die Druckluftstation vorbestimmte feste Systemparameter
sein, oder auch messbare Zustandsgrößen, wie beispielsweise der Druck, oder auch diskrete
bzw. informationstechnische Zustandsgrößen, wie beispielsweise der Betriebszustand
eines Kompressors (Stillstand, Leerlauf, Lastlauf), welche Rückschlüsse auf den Zustand
der Druckluftstation zu einem bestimmten Zeitpunkt erlauben. Weiterhin sind zur Steuerung
der Druckluftstation Randbedingungen zu beachten, deren Einhaltung für den Betrieb
der Druckluftstation wünschenswert oder mitunter auch unerlässlich sind. Hierunter
sind etwa Vorgaben über die Einhaltung von maximal zulässigen Höchstdrücken in dem
druckbeaufschlagten Leitungs- wie auch Druckbehälternetzwerk der Druckluftstation
zu zählen, als auch Vorgaben über einen einzuhaltenden Mindestdruck an den Anschlussstationen
für Benutzer.
[0006] Aus dem Stand der Technik sind bereits eine Anzahl an Steuerungs- bzw Regelungsverfahren
bekannt, die zur Druckluftstationsteuerung eingesetzt werden. Ein relativ einfaches
Steuerungsverfahren, bedient sich einer Kaskadenschaltung, welche jedem Kompressor
ein vorbestimmtes Druckband zuordnet. Bei Unterschreitung der unteren Druckbandgrenze
wird ein Kompressor zugeschaltet. Bei Überschreitung der oberen Druckbandgrenze wird
ein Kompressor entsprechend abgeschaltet. Durch die Überlappung verschiedener Druckbänder
der einzelnen von der Druckluftstation umfassten Kompressoren lässt sich ein Mindestdruck
einregeln, welcher den Benutzern der Druckluftstation die Entnahme einer gewünschten
Menge an Druckfluid aus der Anlage ermöglicht.
[0007] Die
DE 198 26 169 A1 beschreibt eine elektronische Steuerung für Aggregate der Druckluft- oder Vakuumerzeugung
mit programmierbaren elektronischen Schaltkreisen für die Steuerung, Regelung und
Überwachung der technischen Funktion von solchen Aggregaten. Die elektronische Steuerung
ist als standardisierte Steuerung für die Verwendung in einer Vielzahl von unterschiedlichen
Aggregaten der Druckluft- und/oder Vakuumerzeugung ausgebildet und weist einen durch
ein Betriebssystem überwachten und gesteuerten Industrie-PC oder Industrie-Mikro-Computer
mit einem oder mehreren Mikroprozessoren und mit einem zentralen Datenspeicher auf,
der mindestens Steuerungs- und Regelsoftware und eine Vielzahl von aggregatsspezifischen
Datenprofilen enthält, die jeweils für einen bestimmten Aggregatstypen vorgesehen
und separat aufrufbar sind.
[0008] Andere Steuerungsverfahren bedienen sich einer Reihenfolgesteuerung, welche eines
gemeinsamen vorbestimmten Druckbandes bedarf. Bei Verlassen des Druckbandes wird entsprechend
einer zuvor definierten Reihenfolge ein Kompressor entweder zu- oder abgeschaltet.
Bei jedem Schaltvorgang wird ein Timer gestartet, welcher eine vorbestimmte Zeitspanne
misst. Sollte der in der Druckluftstation vorherrschende Druck vor Ablauf dieser Zeitspanne
nicht das durch das Druckband vorbestimmte Druckregime erreicht haben, wird in zuvor
definierter Reihenfolge wiederum ein weiterer Kompressor zu- oder abgeschaltet.
[0009] Eine Weiterentwicklung der Reihenfolgesteuerung wird durch die Druckbandsteuerung
begründet. Anstelle des relativ unflexiblen Zu- bzw. Abschaltens einzelner Kompressoren
werden Kompressoren in zuvor vorbestimmten Gruppenreihenfolgen zu- bzw. abgeschaltet.
Die Auswahl des schaltenden Kompressors innerhalb einer Gruppe erfolgt dabei anhand
von heuristischen Regeln, welche sich im Laufe der Zeit als geeignet erwiesen haben,
die Betriebskosten einer Druckluftstation zu minimieren.
[0010] All diese Verfahren zur Steuerung von Druckluftstationen sind rein prozessgetrieben.
Demnach werden Schalthandlungen an den von der Druckluftstation umfassten Aktuatoren,
wie auch Kompressoren lediglich als Reaktion auf zuvor definierte Druckluftereignisse
in der Druckluftstation vorgenommen. Hierbei ist jede Aktion der Steuerung der Druckluftstation
lediglich eine Reaktion auf ein Ereignis, welches sich in der Gegenwart oder in der
Vergangenheit abspielt bzw. abgespielt hat. Erst nach geeigneter Beobachtung dieses
Ereignisses kann eine neue Regulierung der Druckfluidverhältnisse in der Druckluftstation
erfolgen. Die Reaktion der Steuerung erfolgt deshalb stets nur auf ein Ereignis, welches
bei optimaler Steuerung der Druckluftstation hätte abgewendet werden sollen.
[0011] Um eine ausreichend frühzeitige Vornahme von Schaltungshandlungen auslösen zu können,
welche dem drohenden Ereignis, dessen Trend sich bereits abzeichnet, entgegenwirken
sollen, verwenden manche aus dem Stand der Technik bekannte Steuerungsverfahren eine
größere Anzahl von ineinander verschachtelten Druckbändern. Die unterschiedlichen
durch die einzelnen Druckbänder definierten Druckbereiche erlauben frühzeitig auch
die möglicherweise nur im Ansatz erkennbaren Änderungen der Druckverhältnisse zu definieren
und rechtzeitig mit geeigneten Stellhandlungen einem Über- bzw. Unterschreiten eines
Maximal- bzw. Minimaldrucks in der Druckluftstation entgegenzuwirken. Jedoch auch
derartige Verfahren können nur als rein reaktive Steuerungsverfahren betrachtet werden,
da erst bei Vorliegen vorbestimmter Druckverhältnisse in der Druckluftstation eine
entsprechende Steuerhandlung vollzogen wird.
[0012] Die in den dargestellten Steuerungsverfahren vorgenommenen Stellhandlungen haben
überdem noch Totzeiten aller Stellelemente zu berücksichtigen, um eine Überreaktion
auf eine entsprechende Stellhandlung in der Druckluftstation zu verhindern. Dementsprechend
erfolgt die Berechnung neuer Stellhandlungen lediglich nach einer durch die Totzeiten
der Stellelemente bedingte typische Verzögerungszeit. Auf diese Weise lässt sich jedoch
nicht vermeiden, dass die Auswirkung einer vorgenommenen Stellhandlung nur dann beobachtet
werden kann, wenn der Zustand in der Druckluftstation neu bewertet und durch die Berechnung
einer neuen Reaktion durch weitere Stellhandlungen vorgenommen wird. Folglich kommt
es zu einer künstlichen Verringerung der Reaktionsgeschwindigkeit der Steuerung, was
sich nachteilig auf die Steuerungsgüte der Druckluftstation auswirkt.
[0013] Die aus dem Stand der Technik bekannten Steuerungsverfahren erlauben überdies nur
eine Berücksichtigung von Randbedingungen, soweit diese explizit bei der Parametrierung
der Steuerungsberechnungen besichtigt werden können. Die Zusammenhänge vieler physikalischer
Variablen der Druckluftstationen können jedoch nur durch Angaben von empirischen Regeln
parametriert werden, welche lediglich rein heuristische Verhältnisse in möglicherweise
überdies nur äußerst beschränkten Druckregimen darstellen. So ist beispielsweise bekannt,
dass in vielen Fällen
(nicht in allen) durch das Herabsetzen des zulässigen Höchstdruckes der Druckluftstation eine Energieeinsparung
erzielt werden kann. Überdies hat es sich zur Senkung der Energiekosten auch als vorteilhaft
bewehrt, kleine vor großen Kompressoren bzw. Kompressorengruppen zu- oder abzuschalten.
Die Implementierung derartiger Erkenntnisse in einem Steuerungsverfahren für Druckluftstationen
gestaltet sich jedoch sehr schwierig und in vielen Fällen als unmöglich, da durch
die Überlagerung unterschiedlicher Parametereinstellungen sich gegensätzliche Wirkungsweisen
auf eine zu beeinflussende Randbedingung ergeben können, wodurch die heuristische
Parametrierung eine für den Anlagenbetreiber nicht wünschenswerte Komplikation darstellt.
[0014] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Steuerungsverfahren
für Druckluftstationen vorzuschlagen, welches die Nachteile der aus dem Stand der
Technik bekannten Lösungsansätze vermeidet. Insbesondere soll das erfindungsgemäße
Steuerungsverfahren erlauben, möglichst frühzeitig Veränderungen des Drucks in der
Druckluftstation vorherzusehen, um geeignete Schalthandlungen in die Wege zu leiten.
[0015] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation gemäß
Patentansprüchen 1 und 35 bzw. durch eine Anlagensteuerung einer Druckluftstation
gemäß Patentanspruch 37 gelöst.
[0016] Insbesondere wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation
gelöst, die wenigstens eine Mehrzahl von untereinander vernetzten Kompressoren, insbesondere
unterschiedlicher technischer Spezifikationen, und optional weitere Geräte der Drucklufttechnik
umfasst, welches insbesondere in Steuerzyklen sowohl Schaltstrategien über eine elektronische
Anlagensteuerung zur Beeinflussung einer Menge eines für einen oder mehrere Benutzer
der Druckluftstation jederzeit zur Verfügung stehenden Druckfluids in der Druckluftstation
veranlassen kann, als auch die für einen oder mehrere Benutzer der Druckluftstation
jederzeit zur Verfügung stehende Menge an Druckfluid auf zukünftige Betriebsbedingungen
der Druckluftstation adaptiv auf die Entnahmemenge an Druckfluid aus der Druckluftstation
einzustellen vermag, wobei vor Veranlassung einer Schaltstrategie verschiedene Schaltstrategien
in einem Voraussimulationsverfahren unter Zugrundelegung eines Modells der Druckluftstation
überprüft werden und aus den überprüften Schaltstrategien anhand mindestens eines
festgelegten Gütekriteriums die relativ vorteilhafteste Schaltstrategie ausgewählt
wird und die ausgewählte Schaltstrategie an die Anlagensteuerung zur Veranlassung
in der Druckluftstation weitergeleitet wird.
[0017] Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass die Kompressoren sowie die anderen optional
von der Druckluftstation umfassten Geräte der Drucklufttechnik nicht ausschließlich
durch die Anlagensteuerung sondern in Teilaspekten (z.B. Sicherheitsabschaltungen,
Durchführung einfacher Schaltsequenzen nach Änderung externer Stellgrößen) auch durch
interne Steuerungs- bzw. Regelungseinrichtungen gesteuert bzw. geregelt werden können.
[0018] Weiterhin wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Steuerung bzw. Regelung einer
Druckluftstation, die wenigstens eine Mehrzahl von untereinander vernetzten Kompressoren,
insbesondere unterschiedlicher technischer Spezifikationen, und optional weitere Geräte
der Drucklufttechnik umfasst, wobei das Verfahren, welches in einer elektronischen
Steuerung einer Druckluftstation implementiert ist, Informationen über wesentliche
Zustandsgrößen der Druckluftstation als Eingabeinformation verarbeitet, und Steuerbefehle
zur Steuerung von zumindest einigen Kompressoren und optional weiteren Komponenten
der Druckluftstation als Ausgabe abgibt, wobei das Verfahren folgende Funktionsstrukturen
aufweist: einen Simulationskern, in dem zur Beschreibung des Verhaltens zumindest
einiger Komponenten der Druckluftstation dynamische und vorzugsweise nichtlineare
Modelle dieser Komponenten enthalten sind, wobei der Simulationskern so konfiguriert
ist, dass er als Simulationsergebnis den Zeitverlauf aller im Modell enthaltenen Zustandsgrößen
der Komponenten der Druckluftstation auf Basis angenommener alternativer Schaltstrategien
vorausberechnet, wobei die Modelle des Simulationskerns die wesentlichen Nichtlinearitäten
und/oder Unstetigkeiten und/oder Totzeiten im Verhalten der Komponenten, insbesondere
der Kompressoren, berücksichtigen; einen Algorithmenkern, der Parameter zur Charakterisierung
der Komponenten der Druckluftstation, Informationen über die Verschaltung der einzelnen
Komponenten, Heuristiken zur Bildung alternativer Schaltstrategien und Bewertungskriterien
für die vom Simulationskern ermittelten Zeitverläufe der Zustandsgrößen der Komponenten
der Druckluftstation für die alternativen Schaltstrategien enthält, und der auf dieser
Basis die relativ vorteilhafteste Schaltstrategie auswählt und entsprechende Steuerbefehle
an zumindest einige Kompressoren bereit hält bzw. übergibt; und eine Informationsbasis,
die neben einem aus Sensorwerten und ggf. vom Algorithmenkern bereitgestellten Aktuatorwerten
gebildeten Prozessabbild auch die Simulationsergebnisse für alternative Schaltstrategien
enthält, wobei die Informationsbasis zumindest einen Teil der gemeinsamen Datenbasis
von Algrotihmen- und Simulationskern darstellt und dem Datenaustausch zwischen Algorithmen-
und Simulationskern dient.
[0019] Ausführungsgemäß kann die Informationsbasis ein Prozessabbild der Druckluftstation,
also im Wesentlichen die Messwerte von Zustandsgrößen und die aktuellen Stellgrößen,
ergänzt um die Voraussimulationsergebnisse der Zeitverläufe der Zustandsgrößen für
verschiedene Szenarien enthalten. Der Algorithmenkern kann ferner die Informationen
über die Konfiguration der Druckluftstation sowie den darin enthaltenen Komponentenarten
und deren Parameter enthalten. Außerdem kann er Heuristiken für die Bildung unterschiedlicher
zu untersuchender Szenarien aufweisen. Der Algorithmenkern übergibt dann typischerweise
diese Informationen an den Simulationskern. Weiterhin übergibt der Algorithmenkern
typischerweise dem Simulationskern die aus der Informationsbasis stammenden und für
die Voraussimulation relevanten Zustandsinformationen der Druckluftstation. Der Simulationskern
kann hierbei Modelle für die üblichen Komponenten einer Druckluftstation aufweisen.
Er vermag ferner aus diesen Modellen unter Verwendung der vom Algorithmenkern erhaltenen
Informationen über die Struktur der Druckluftstation und die darin enthaltenen Komponentenarten
und deren Parameter ein Modell der Druckluftstation zu bilden, das er mit weiteren
Informationen über den aktuellen Zustand der Druckluftstation aus der Informationsbasis
komplettiert. Auf dieser Basis kann der Simulationskern typischerweise über den Voraussimulationszeitraum
den zeitlichen Verlauf aller Zustandsgrößen des Modells der Druckluftstation simulieren
und legt diese in der Informationsbasis ab. Außerdem kann der Simulationskern dem
Algorithmenkern Statusmeldungen im Zusammenhang mit der Durchführung der Voraussimulationen
liefern.
[0020] Auf Basis der vom Simulationskern in der Informationsbasis abgelegten alternativen
Zeitverläufe aller Zustandsgrößen des Modells der Druckluftstation kann der Algorithmenkern
ferner für die untersuchten Szenarien diese bewerten und wählt gemäß des Gütekriteriums
das relativ vorteilhafteste Szenario aus und übermittelt die zugehörigen Schaltstrategien
an die Komponenten der Druckluftstation, bzw. hält diese Schaltstrategie zum Abruf
bereit. Folglich ist der Simulationskern als relativ umfangreicher und komplexer Teil
der Implementierung unabhängig von der konkreten Druckluftstation, d.h. universell
verwendbar. Sinnvollerweise kann die Modellierung und Beschreibung auch mit objektorientierten
Softwaremethoden erfolgen.
[0021] Weiterhin wird die Aufgabe durch eine Anlagensteuerung einer Druckluftstation gelöst,
die eine Mehrzahl von untereinander vernetzten Kompressoren, insbesondere unterschiedlicher
technischer Spezifikationen, und optional weitere Geräte der Drucklufttechnik umfasst,
welche insbesondere in Steuerzyklen sowohl Schaltstrategien von Stellelementen der
Druckluftstation und/oder unterschiedlicher Kompressoren zur Beeinflussung der Menge
des für einen oder mehrere Benutzer der Druckluftstation jederzeit zur Verfügung stehenden
Druckfluids in der Druckluftstation veranlassen kann, als auch die für einen oder
mehrere Benutzer der Druckluftstation jederzeit zur Verfügung stehende Menge an Druckfluid
auf zukünftige Betriebsbedingungen adaptiv auf die Entnahmemenge an Druckfluid aus
der Druckluftstation einzustellen vermag, wobei vor Vornahme einer Schaltstrategie
verschiedene Schaltstrategien in einem in Echtzeit ausgeführten Voraussimulationsverfahren
unter Zugrundelegung eines Modells der Druckluftstation überprüft werden und aus den
Schaltstrategien anhand mindestens eines festgelegten Gütekriteriums eine relativ
vorteilhafte Schaltstrategie ausgewählt wird und die Anlagensteuerung aufgrund der
ausgewählten Schaltstrategie einen Schaltbefehl erzeugt.
[0022] Ein der Erfindung zugrundeliegender Hauptgedanke besteht darin, unterschiedliche
Schaltstrategien, etwa vergleichbar unterschiedlichen Szenarien an Schalthandlungen,
mit Hilfe eines Voraussimulationsverfahrens zu berechnen, welches erlaubt, das Verhalten
der gesamten Druckluftstation, bzw. auch einzelner Teilkomponenten davon, entsprechend
zu simulieren. Dementsprechend wird keine Optimierungsrechnung ausgeführt, welche
etwa den Wert eines die Druckluftstation beschreibendes Funktionals im mathematischen
Sinne optimieren würde, sondern es werden lediglich eine Anzahl an Szenarien der Druckluftstation
für unterschiedliche Bedingungen bestimmt.
[0023] Unter einem Szenario soll hier ein angenommener oder prognostizierter Verlauf von
Störgrößen, insbesondere des Druckluftverbrauches, in Verbindung mit einer zu untersuchenden
Schaltstrategie verstanden werden. Eine Schaltstrategie soll weiterhin als eine Abfolge
von Schalthandlungen, d.h. eine diskrete oder kontinuierliche Änderung von Stellgrößen
verstanden werden, welche eine Änderung des Betriebes einer oder mehrerer Komponenten
der Druckluftstation bewirken. Hierzu sind etwa ein Umschalten zwischen einem Lastlauf
und einem Leerlauf oder einem Stillstand sowie gestufte oder kontinuierliche Veränderungen
der Drehzahl oder des Drossel- bzw. Abblasezustandes von Kompressoren zu rechnen,
und schließt auch Änderungen von Parametereinstellungen an Kompressoren oder anderen
optionalen Komponenten der Druckluftstation mit ein.
[0024] Schalthandlungen sollen im Folgenden zudem nicht nur als einzelne diskrete Schaltaktionen
verstanden werden, sondern auch im Sinne einer Schaltstrategie als zeitliche gestaffelte
Abfolge von Schaltaktionen. Zudem umfasst der Begriff der Schalthandlung nicht nur
diskrete Änderungen eines Betriebszustandes von Komponenten (beispielsweise das Umschalten
zwischen Stillstand, Leerlauf und Lastbetrieb), sondern auch kontinuierliche Änderungen,
beispielsweise die zweitliche Veränderung der Drehzahl eines drehzahlveränderlichen
Kompressors oder das kontinuierliche Schließen oder Öffnen von Ventilen.
[0025] Ein deutlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens im Gegensatz zu Verfahren,
welche etwa auf der Optimierung eines eine Druckluftstation beschreibendes Funktionals
beruhen, um eine optimale Steuerung der Druckluftstation über einen vorbestimmten
Zeitbereich zu bewirken, besteht darin, dass die Implementierung von komplexen, nichtlinearen,
zeitabhängigen und ggf. unstetiger Modellen relativ einfach möglich ist, weil die
implementierten Modelle nicht mit mathematischen Methoden auf eine analytische Form
gebracht werden müssen, in der sie einer Optimierungsrechnung zur Bestimmung optimaler
Stellgrößen zugänglich gemacht wird. Auch mit Optimierungsrechnungen verbundene Einschränkungen,
etwa konstante Stör- und Stellgrößen in einem Zeitschritt, stellen für das erfindungsgemäße
Verfahren keine Einschränkungen dar.
[0026] Das erfindungsgemäße Voraussimulationsverfahren wird dabei auf Grundlage eines Modells
der Druckluftstation ausgeführt, welches entsprechend der Anzahl und Art der im Modell
der Druckluftstation implementierten Komponenten parametriert und beschrieben werden
kann. Unter Parameter sind typischerweise Kenngrößen zu verstehen, die baulich bedingte
Eigenschaften (vorliegend also etwa die Anzahl der Druckbehälter, Aktuatoren, oder
Kompressoren, elektrische Eigenschaften der Antriebsmotoren, Volumina von Leitungen
und Druckbehältern, Beschaffenheit der von der Druckluftstation umfassten Druckleitungen,
etc.) oder vorgegebene Einstellungen (programmierte Schaltverzögerungen etc.) beschreiben
und in die Modellbildung mit integrieret sind. Parameter weisen typischerweise keine
zeitliche Veränderung auf, können aber unter Umständen nachgeführt und/oder adaptiv
angepasst werden, um etwa Verschleiß von einzelnen Komponenten zu berücksichtigen.
[0027] Modelle bedürfen zur Beschreibung neben Parametern, die Geräte in einer baulichen
oder auch funktionellen Weise beschreiben, auch noch Zustandsgrößen, welche momentane
Werte von einzelne Komponenten oder die Druckluftstation beschreibende physikalische
Vorgänge sind. Darunter sind etwa die elektrische Leistungsaufnahme, der produzierte
Druckvolumenstrom, interne Drücke, Drehzahlen von Antriebsmotoren, Verdichterelemente
oder Lüftermotoren, Stellungen von Aktuatoren und dergleichen zu rechnen. Hierbei
ist jedoch hervorzuheben, dass etwa Kompressoren relevante Zustandsgrößen aufweisen,
deren Werte sich nicht aus den aktuellen Werten von Stör- oder Stellgrößen ergeben,
sondern aus dem zurückliegenden Zeitverlauf, weshalb geeignete Modelle auch zurückliegende
Ereignisse mit berücksichtigen müssen. Folglich ist zur Erstellung eines Modells der
Druckluftstation bzw. einzelner Komponenten ein dynamischer Ansatz mit "Gedächtnis"
vorteilhaft, welcher durch das erfindungsgemäße Verfahren besonders leicht zu verwirklichen
ist.
[0028] Der Aufbau von Modellen zur Beschreibung der Druckluftstation oder einzelner Komponenten
hiervon zeigt sich besonders im Falle einer objektorientierten Implementierung als
überaus vorteilhaft. Das auf diese Modelle angewandte Voraussimulationsverfahren kann
zudem auch weitgehend unabhängig von der Struktur der konkreten Druckluftstation,
bzw. der dafür erstellten Modelle ausgeführt werden.
[0029] Als Ergebnisse in dem Voraussimulationsverfahren werden typischerweise die Zeitverläufe
der, vorzugsweise aller in einem Modell enthaltenen Zustandsgrößen von Kompressoren
oder weiteren von der Druckluftstation optional umfassten Geräten der Drucklufttechnik
berechnet. Hierzu sind etwa Zeitverläufe der die Druckluftstation im gewählten Modell
beschreibenden Zustandsgrößen im Voraussimulationszeitraum, beispielsweise Druckverläufe,
elektrische Leistungsaufnahmen, Druckluftvolumenströme, Drehzahlen von Antriebsmotoren,
Verdichterelemente oder Lüftermotoren oder Stellungen von internen Aktuatoren zu fassen.
Anschließend werden diese Ergebnisse für jede alternative Schaltstrategie durch ein
Gütekriterium bewertet, wodurch eine Präferenzordnung erstellt werden kann. Die Schaltstrategie,
welche aus einer Reihe an untersuchten Schaltstrategien schließlich an erster Stelle
der Präferenzordnung steht, wird als relativ vorteilhafteste Schaltstrategie ausgewählt
und entsprechend bereit gehalten bzw. veranlasst. Hierbei muss eine ausgewählte, relativ
vorteilhafteste Schaltstrategie nicht bis zum Ende des Voraussimulationszeitraumes
beibehalten werden, sondern kann bereits im nächsten Steuerzyklus durch ggf. ermittelte
günstigere Schaltstrategien ersetzt werden. Auch die Länge des bei der Auswertung
des Gütekriteriums berücksichtigten Voraussimulationszeitraumes kann variabel sein
und ggf. vom Steuerungsverfahren an Verläufe von Störgrößen, Stellgrößen und/oder
Zustandsgrößen insbesondere adaptiv angepasst werden.
[0030] Ein wesentlicher Punkt der Erfindung liegt ferner auch darin, dass das Steuerungs-
bzw. Regelungsverfahren Zeitverzögerungen (Totzeiten) bzw. sich sprunghaft ändernde
Zustandsgrößen (Unstetigkeiten) geeignet mit in der Voraussimulation berücksichtigen
kann, so etwa eine sprunghaft einsetzende Abgabe von Druckluft eines Kompressors nach
dem Umschalten von Stillstand bzw. Leerlauf in den Lastbetrieb. Aufgrund der auftretenden
Totzeiten und Unstetigkeiten, deren Zeitverzögerung größer als die Dauer der Steuerzyklen
sein kann, bedarf es nicht nur einer Berücksichtigung der Auswirkungen von Schalthandlungen
am Anfang des aktuellen Steuerzyklus auf die Verläufe der Zustandsgrößen in einem
aktuellen Steuerzyklus, sondern auch eine Brücksichtung der Auswirkungen von Schalthandlungen
innerhalb von Steuerzyklen, in zurückliegenden Steuerzyklen und die Auswirkungen von
Schalthandlungen auf zukünftige Steuerzyklen. Eine derartige zeitlich ganzheitliche
Betrachtungsweise ist mit dem vorliegenden Verfahren besonders leicht zu verwirklichen.
Erst durch eine solche Betrachtungsweise wird aber eine realitätsnahe, d.h. insbesondere
den Druckverlauf und den Energieverbrauch mit hoher Genauigkeit nachbildende Modellierung
von Druckluftstationen möglich.
[0031] Im Gegensatz zu bekannten Steuerungs- und Regelungsverfahren können mit dem vorliegenden
Steuerungs- und Regelungsverfahren also auch Schaltstrategien untersucht werden, deren
Schalthandlungen innerhalb des Voraussimulationszeitraumes erfolgen. Hierdurch kann
auch ermittelt werden, zu welchem relativ günstigsten Zeitpunkt bestimmte Schalthandlungen
ausgeführt werden sollten. Zudem hat das erfindungsgemäße Verfahren auch den großen
Vorteil, innerhalb des Voraussimulationszeitraumes variable zeitliche Verläufe von
Störgrößen berücksichtigen zu können. Bei Verwendung geeigneter Prognosen für die
Störgrößen, beispielsweise des zeitlichen Verlaufs der Druckluftentnahme aus der Druckluftstation,
wird eine Voraussimulation mit verbesserter Genauigkeit über längere Zeiträume möglich
und damit auch eine bessere Bewertung der Auswirkungen von Schalthandlungen.
[0032] Ein weiterer Erfindungsgedanke besteht in einer Erweiterung der Informationsbasis
aufgrund der Durchführung des Voraussimulationsverfahrens. Die durch die Voraussimulation
gewonnenen Erkenntnisse (Simulationsergebnisse) stellen einen Satz an Informationen
dar, die sich auf zukünftige Zustandsveränderungen der Druckluftstation beziehen,
wobei auch noch weitere Randbedingungen berücksichtigt werden können. Die Anlagensteuerung
der Druckluftstation kann folglich nicht nur auf aktuell bekannte Prozesswerte zurückgreifen,
sondern hat vielmehr auch Erkenntnisse über zukünftige Auswirkungen und Zustände von
Stell- oder Schalthandlungen, welche in der Vergangenheit oder in der Gegenwart bereits
vorgenommen wurden. Zugleich erlaubt die Voraussimulation auch Informationswerte zu
erzeugen, die sich erst auf zukünftige Schaltstrategien beziehen. Damit unterscheidet
sich das vorliegende Steuerungsverfahren als "agierendes" Steuerungsverfahren im Gegensatz
zu den aus dem Stand der Technik bekannten "reagierenden" Steuerungsverfahren. Erst
das Durchführen der Voraussimulation erlaubt auch virtuelle Druckereignisse zu definieren,
welche sich auf Ereignisse beziehen, die in der Voraussimulation auftreten, aber nicht
durch aktuelle Messwerte der realen Druckluftstation motiviert sind. Das Abwenden
unerwünschter Ereignisse in der Druckluftstation, welche erst zukünftig auftreten,
erlaubt somit das frühzeitige jedoch nicht verfrühte Steuern der realen Druckverhältnisse
in der Druckluftstation.
[0033] In Verbindung mit mindestens einem festgelegten Gütekriterium erlaubt das Voraussimulationsverfahren
die Bewertung verschiedner alternativer Schaltstrategien zur Steuerung der Druckluftstation.
Hierbei können mehrere (prinzipiell beliebig viele) Varianten von Schaltstrategien
in der Voraussimulation berechnet werden, um somit die Reaktion der Druckluftstation
auf die veranlassten Schaltstrategien zu ermitteln und bewerten zu können. Gemäß der
Definition des Gütekriteriums kann aus einer Menge von alternativen Schaltstrategien
diejenige gewählt werden, die unter vorbestimmten Randbedingungen das relativ vorteilhafteste
Resultat liefert. Hierbei ist es nicht nur möglich, die Schaltstrategien für einen
vorbestimmten nächsten Ausschaltzeitpunkt zu simulieren, sondern die Schaltstrategien
können praktisch beliebig weit in die simulierte Zukunft reichen. Es können überdies
auch Folgen von Schaltstrategien in der Simulation verarbeitet werden, welche die
Bewertung von aufeinander aufbauenden Schaltstrategien ermöglicht. Neben dem Testen
verschiedener Schaltstrategien können zudem auch verschiedene Randbedingungen vorab
simuliert werden. Durch Variation der Randbedingungen können beispielsweise Schaltstrategien
für die Aktuatoren ermittelt werden, die in möglichst vielen zu erwartenden Szenarien
die Bedingungen am relativ vorteilhaftesten (oder zumindest zufriedenstellend) erfüllen.
[0034] In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das
Voraussimulationsverfahren zur Überprüfung jeweils einer Schaltstrategie schneller
als es der simulierten Zeitspanne entspricht, und vorzugsweise in kürzerer Zeit als
der Dauer eines Steuerzykluses ausgeführt. Eine derartige Berechnungsgeschwindigkeit
erlaubt die Voraussimulation einer Vielzahl von Schaltstrategien aus welcher dann
eine relativ vorteilhafteste mittels eines Gütekriteriums ausgewählt werden kann.
[0035] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
umfasst das Voraussimulationsverfahren zur Überprüfung jeweils einer Schaltstrategie
insbesondere den zeitlichen Verlauf von in dem Modell der Druckluftstation enthaltenen
Zustandsgrößen für die Zeitspanne der Voraussimulation. Der zukünftige Verlauf der
Zustandsgrößen erlaubt eine Vergrößerung der Informationsbasis auf welcher Grundlage
eine genauer und verbesserte Steuerung bzw. Regelung ermöglicht wird.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens basiert
das Modell der Druckluftstation auf einem Satz von zeitabhängigen und/oder nichtlinearen
sowie zur Nachbildung von Unstetigkeiten und/oder Totzeiten im Verhalten der Kompressoren
und/oder optionaler weiterer Geräte der Drucklufttechnik vorzugsweise strukturvarianten
Differentialgleichungen, die insofern vorzugsweise auch die Erfassung der Auswirkung
zurückliegender Ereignisse auf die aktuellen Zustandsgrößen der Druckluftstation erlauben.
Unter Strukturvarianz soll dabei verstanden werden, dass aus dem Satz von Differentialgleichungen
fallweise nur eine wechselnde Untermenge berücksichtigt wird. Dies spielt insbesondere
für die Nachbildung der Unstetigkeiten und/oder Totzeiten im Verhalten der Kompressoren
und/oder optionalen Geräte der Drucklufttechnik eine Rolle, weil deren Verhalten in
verschiedenen Betriebszuständen bzw. beim Übergang zwischen verschiedenen Betriebszuständen
meist durch unterschiedliche bzw. wechselnde Differentialgleichungen beschrieben werden
kann bzw. muss. Die Auswahl der jeweils zu berücksichtigenden Differentialgleichungen
kann dabei durch die Differentialgleichung selbst oder durch externe Vorgabe erfolgen.
Obwohl die Differentialgleichungen in einer besonders bevorzugten Ausführungsform
zeitabhängig, nichtlinear und strukturvariant sind, müssen diese Eigenschaften nicht
zwingend alle gemeinsam bzw. nicht zugleich für alle Differentialgleichungen erfüllt
sein. Beispielsweise können statt nichtlinearer Differentialgleichungen auch eine
Mehrzahl von stückweise bzw. zeitabschnittsweise linearen Differentialgleichungen
als Approximation verwendet werden, es können einige Differentialgleichungen zeitabhängig
sein, während die anderen nicht zeitabhängig sind, es können einige Differentialgleichungen
linear sein, während die anderen nichtlinear sein, und/oder es können einige Differentialgleichungen
immer, andere nur fallweise berücksichtigt werden.
[0037] In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann vorgesehen
sein, dass innerhalb des Voraussimulationsverfahrens eine Entwicklung der verschiedenen
Schaltstrategien über eine vorbestimmte Zeitspanne in diskreten oder kontinuierlichen
Schritten berechnet wird. Die Länge der Zeitspanne kann dabei beispielsweise extern
durch einen Bediener der Druckluftstation vorgegeben werden oder auch fest parametriert
sein. Die Länge der Zeitspanne kann zudem auch adaptiv an die Ereignisse in der Druckluftstation
angepasst werden. Damit lässt sich die Anlagensteuerung auf in einer Druckluftstation
typischerweise auftretende Periodendauern spezifischer Schwankungen der Druckverhältnisse
einstellen.
[0038] In einer Weiterführung des Steuerungsverfahrens kann vorgesehen sein, dass die Voraussimulation
über eine vorbestimmte Zeitspanne von 1 sec bis 1000 sec, vorzugsweise von 10 Sekunden
bis 300 Sekunden durchgeführt wird. Eine Zeitspanne dieser Länge erlaubt typischerweise
die durch die Veranlassung von Schaltstrategien in der Druckluftstation bewirkten
Änderungen und Schwankungen der Druckverhältnisse sicher zu erfassen, als auch eine
für die meisten Anwendungen ausreichende Voraussimulationsspanne zu gewährleisten.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
dass die Zeitspanne der Voraussimulation durch ein Abbruchkriterium auf Basis von
Parametern und/oder Zustandsgrößen des Modells der Druckluftstation, insbesondere
von Druckereignissen, und/oder von Aufzeichnungen oder Prognosen des Druckverbrauchs
adaptiv angepasst wird. Damit kann eine vorteilhafte Anpassung der Dauer der Voraussimulation
an den Verlauf des Druckluftverbrauchs erfolgen und erlaubt folglich eine schnellere
bzw. umfänglichere Voraussimulation.
[0040] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen,
dass die mit dem Voraussimulationsverfahren überprüften Schaltstrategien diskrete
oder kontinuierliche Änderungen des Betriebszustandes von Kompressoren und optional
von weiteren Geräten der Druckluftstation am Anfang, am Ende und/oder zu beliebigen
Zeitpunkten innerhalb der Zeitspanne der Voraussimulation umfassen. Damit erlaubt
das ausführungsgemäße Verfahren die Berücksichtigung der Änderungen von Stell- oder
Störgrößen innerhalb einer simulierten Zeitspanne und ermöglicht folglich eine realistischere
Berücksichtigung des Zeitverlaufs dieser Größen.
[0041] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Länge der simulierten Zeitspanne des Voraussimulationsverfahrens
in Abhängigkeit von den technischen Leistungsdaten der Kompressoren der Kompressorenanlage
und/oder in Abhängigkeit der aktuellen Last einzelner Kompressoren und/oder zurückliegender
Lastschwankungen bestimmt wird. Je nach Konfiguration der Druckluftstation kann damit
die Länge der Voraussimulation so eingeschränkt werden, dass die zur Berechnung der
Ergebnisse der Voraussimulation nötigen Rechenressourcen möglichst vorteilhaft genutzt
werden. Vorzugsweise ist die Länge der simulierten Zeitspanne dabei so bemessen, dass
sie länger als die kürzesten typischerweise auftretenden Lastschwankungen der Druckluftstation
ist.
[0042] Ausführungsgemäß kann überdies vorgesehen sein, dass die Voraussimulation in diskreten
Schritten von 0,1 Sekunden bis 60 Sekunden, vorzugsweise von 1 Sekunde, durchgeführt
wird. Gemäß dieser Schrittweite können auch unmittelbare Veränderungen der Druckverhältnisse
in der Druckluftstation etwa nach Vornehmen einer Schalthandlung in der Voraussimulation
sicher erfasst werden unter gleichzeitigem ökonomischen Einsatz der von der Anlagensteuerung
verwendeten Rechenressourcen.
[0043] In einer weiterführenden Ausführungsform kann sich das Verfahren zur Steuerung einer
Druckluftstation auch dadurch auszeichnen, dass innerhalb der Voraussimulation zumindest
einige der Unstetigkeiten und/oder Totzeiten im Verhalten der Kompressoren und/oder
optionaler weiterer Geräte der Drucklufttechnik, insbesondere die verzögert eingesetzte
Druckluftabgabe und der zusätzliche Energieverbrauch der Kompressoren im Zusammenhang
mit Änderungen ihres Betriebszustandes, berücksichtigt werden, derart, dass eine separate
Berücksichtigung außerhalb der Voraussimulation in der Anlagensteuerung nicht mehr
zwingend erforderlich ist. Die in einer Druckluftstation vorhandenen Aktuatoren verfügen
über typische Totzeiten, welche im Bereich zwischen 1 Sekunde bis zu mehreren 10 Sekunden
liegen. Entgegen der aus dem Stand der Technik bekannten Steuerungsverfahren ist es
vorliegend möglich, die effektiven Totzeiten sowie andere Unstetigkeiten in der Voraussimulation
zu berechnen, und damit diese Größen bei der Berechnung der Schalthandlungen mit zu
berücksichtigen. Voraussetzung für die Berücksichtigung der Totzeiten ist jedoch,
dass das verwendete Modell der Druckluftstation das Totzeitverhalten in parametrisierter
Form enthält. Folglich ist es also nicht mehr notwendig, die Totzeiten der Aktuatoren
in der Anlagensteuerung selbst zu berücksichtigen. Das Überwinden der Totzeiten liegt
gleichsam automatisch in den Ergebnissen der Voraussimulation vor. Dies ermöglicht
einerseits herauszufinden, ob die in der Vergangenheit durchgeführten Stellhandlungen
ausreichend waren, um unerwünschte Druckverläufe abzuwenden, andererseits kann überprüft
werden, ob durch in der Gegenwart eingeleitete Stellhandlungen das zeitliche Verhalten
der Druckverhältnisse in der Druckluftstation überhaupt positiv beeinflusst werden
kann.
[0044] In einer weiteren Ausführung des vorliegenden Steuerungsverfahrens kann vorgesehen
sein, dass als Gruppe von alternativen Schaltstrategien unterschiedliche obere Druckwerte
oder untere Druckwerte als Kriterium für die Veranlassung einer zuvor festgelegten
Schaltstrategie im Rahmen des Voraussimulationsverfahrens betrachtet werden. Im Gegensatz
zur herkömmlichen, aus dem Stand der Technik bekannten Druckbandsteuerung sind die
Druckwerte vorliegend nicht fest, sondern können an die Verhältnisse in der Druckluftstation
angepasst werden. Die Ermittlung der Druckwerte kann zudem selbst mittels des Voraussimulationsverfahren
erfolgen. Die Festlegung geeigneter oberer und unterer Druckwerte kann sich aus vielfach
wiederholten Voraussimulationen mit jeweils voneinander abweichenden Druckwerten bestimmen
lassen. Sind etwa derartige Druckwerte zunächst vorab bestimmt, können diese in festgelegter
Weise die Grundlage für die Berechnung unterschiedlicher Simulationen darstellen,
in welchen die Druckwerte selbst unveränderlich bleiben, jedoch Variablen, wie beispielsweise
durch Schalthandlungen charakterisierte Stellgrößen, abgeändert werden. Somit kann
auf eine Zustandsänderung in der Druckluftstation, welche keine neue Festlegung der
oberen Druckwerte erfordert, dadurch eine möglichst vorteilhafte Schaltstrategie ermittelt
werden, dass lediglich eine vorbestimmte Anzahl an die Stellhandlungen charakterisierenden
Stellgrößen in dem Voraussimulationsverfahren ermittelt werden.
[0045] In einer Weiterführung kann überdies vorgesehen sein, dass als Gruppe von alternativen
Schaltstrategien unterschiedliche obere Druckwerte und/oder untere Druckwerte für
mindestens eine zuvor festgelegte Abschaltstrategie bzw. mindestens eine zuvor festgelegte
Zuschaltstrategie im Rahmen des Voraussimulationsverfahrens betrachtet werden. Folglich
kann beispielsweise in einer vereinfachten Voraussimulation bei unveränderlichen Druckwerten,
bzw. wenigstens einem unveränderlichen Druckwert, eine Reihe von Abschaltstrategien
bzw. Zuschaltstrategien der von der Druckluftstation umfassten Kompressoren erfolgen,
mittels derer eine vorzugsweise Abwendung eines zukünftigen Druckereignisses in der
Druckluftstation ermittelt werden kann.
[0046] Zudem kann in einer weiterführenden Ausführungsform vorgesehen sein, dass sich die
mindestens eine zuvor festgelegte Abschaltstrategie bzw. die mindestens eine zuvor
festgelegte Zuschaltstrategie aus einer jeweils in Listenform fest vorgegebenen Abschalt-
bzw. Zuschaltreihenfolge ergibt. Die jeweiligen Reihenfolgen für das Abschalten bzw.
Zuschalten etwa einzelner Kompressoren bzw. Kompressorengruppen kann sich dabei auch
auf heuristische Erkenntnisse stützen oder aber auch auf Ergebnisse aus numerischen
Rechnungen. Durch die Einschränkung des durch die Definition der vorgegebenen Abschalt-
bzw. Zuschaltreihenfolgen eingeschränkten Variablenraums, kann die Rechenzeit für
die Berechnung einzelner alternativer Schaltstrategien auf ein technisch vorteilhaftes
Maß verkürzt werden.
[0047] Weiterhin kann in einer weiterführenden Ausführungsform vorgesehen sein, dass als
Gruppe von alternativen Schaltstrategien auch die Zu- oder Abschaltung unterschiedlicher
Kompressorengruppen bei festgelegten oder im Voraussimulationsverfahren noch zu bewertenden
oberen Druckwerten oder unteren Druckwerten betrachtet werden. Das Zu- oder Abschalten
unterschiedlicher Kompressorengruppen kann sich hierbei wieder auf heuristische Kenntnisse
stützen oder aber auf vorbestimmte Reihenfolgen, welche mittels numerischer Berechnungen
erstellt worden sind. Durch das Zu- oder Abschalten ganzer Kompressorengruppen kann
gezielter und mitunter längerfristiger auf die Veränderung von Druckverhältnissen
in der Druckluftstation eingewirkt werden.
[0048] In einer anderen Ausführungsform des Verfahrens zur Steuerung einer Druckluftstation
kann vorgesehen sein, dass das Voraussimulationsverfahren basierend auf der Theorie
für hybride Automaten ausgeführt wird. Damit steht der Realisation des Voraussimulationsverfahrens
eine weite Grundlage zur Berechnung zur Verfügung, welche mit hoher Effizienz ausgeführt
werden kann. Die Ausführung der Voraussimulationsverfahrens basierend auf hybriden
Automaten ermöglicht im Gegensatz zur herkömmlichen Berechnung auf ausschließlicher
Grundlage von digitalen Größen auch die Aufnahme von analogen Größen wie z. B. die
von Echtzeitmessgrößen. Die kontinuierlichen Messgrößen nehmen dabei nicht einen Wert
aus einer Reihe von möglichen Werten an, sondern können stufenlos verändert werden
und erfordern deshalb eine gesonderte Behandlung. Hybride Automaten stellen eine Erweiterung
des Konzepts der endlichen Automaten dar, mit welchen sich praktisch beliebige diskrete
Systeme modellieren lassen.
[0049] Obwohl hybride Automaten nicht zwingend für die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens verwendet werden müssen, sind sie ausführungsgemäß dennoch Voraussetzung
für die Aufstellung des hier als vorteilhaft angesehenen Simulationsmodells.
[0050] In einer Weiterführung des Steuerungsverfahrens zur Steuerung einer Druckluftstation
kann auch vorgesehen sein, dass das Voraussimulationsverfahren basierend auf Grundlage
eines computerimplementierbaren und vorzugsweise deterministischen Modells ausgeführt
wird. Dieses erlaubt vorbekannte computerimplementierte Algorithmen und mathematische
Methoden zu verwenden, wie sie in großem Umfang der numerischen Mathematik zur Verfügung
stehen.
[0051] Weiterhin kann das Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation sich auch dadurch
auszeichnen, dass das Gütekriterium durch einen möglichst geringen Energieverbrauch
definiert oder zumindest maßgeblich mitbestimmt wird. Der Energieverbrauch, welcher
beim Betrieb einer Druckluftstation mitunter den größten Kostenfaktor darstellt, kann
folglich bereits im Vorfeld vor Eintreten konkreter Änderungen der Druckverhältnisse
in der Druckluftstation bestimmt werden und durch ein Auswahlkriterium, etwa zur Verminderung
bzw. Reduzierung des Energieverbrauchs, geeignet beeinflusst werden. Eine deutliche
Rentabilitätserhöhung im Betrieb der Druckluftstation kann somit die Folge sein.
[0052] In einer weiterführenden Ausführungsform des Verfahrens zur Steuerung einer Druckluftstation
kann auch vorgesehen sein, dass das Voraussimulationsverfahren wenigstens einen Datensatz
mit prognostizierten, zukünftigen Zeitverläufen der Zustandsgrößen des Modells der
Druckluftstation in verschiedenen Schaltstrategien zu unterschiedlichen, nicht unbedingt
äquidistanten Zeitpunkten und/oder mit daraus abgeleiteten Kennziffern, vorzugsweise
für den gesamten Steuerzyklus, liefert. Aufgrund der Erstellung eines solchen wenigstens
einen Datensatzes ist es der Anlagensteuerung der Druckluftstation beispielsweise
möglich, entsprechende Schaltstrategien zu veranlassen, ohne dass die Anlagensteuerung
selbst das Voraussimulationsverfahren als einen unmittelbaren Steueralgorithmus, bzw.
einen Teil eines unmittelbaren Steueralgorithmus, verwenden muss. Vielmehr kann das
Voraussimulationsverfahren als eigenständiges numerisches Modul implementiert sein,
welches bei Bedarf von der Anlagensteuerung initialisiert und ausgeführt wird.
[0053] In einer anderen Ausführungsform kann das Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation
auch eine gegebenenfalls automatische Adaption des Modells der Druckluftstation an
aktualisierte und/oder anfänglich nur nährungsweise bekannte und/oder nicht exakt
eingestellte Anlagenparameter umfassen. Diese Aktualisierung gewährleistet, dass zu
jedem Zeitpunkt, zu welchem das Voraussimulationsverfahren ausgeführt wird, geeignete
Anlagenparameter während der gesamten Zeit des Betriebs der Druckluftstation zur Verfügung
stehen. Eine automatische Adaption des Modells der Druckluftstation hinsichtlich aktualisierter
Anlagenparameter kann neben der Gewährleistung einer genaueren Vorhersage mitunter
auch eine erhöhte Geschwindigkeit zur Ausführung des Voraussimulationsverfahrens bewirken.
[0054] Fernerhin kann sich das erfindungsgemäße Verfahren in einer Ausführungsform auch
dadurch auszeichnen, dass eine Adaption des Modells der Druckluftstation an aktualisierte
Anlagenparameter dadurch erfolgt, dass aus mehreren alternativen Sätzen von Anlagenparametern
derjenige ausgewählt wird, mit dem die nachträgliche Simulation des Betriebs der Druckluftstation
für ein vergangenes Zeitintervall am besten mit dem real beobachteten Verlauf des
Betriebs der Druckluftstation übereinstimmt. Diese Auswahlstrategie kann zudem noch
dadurch unterstützt werden, dass sequenzielle gezielte Änderungen des Betriebszustandes
jeweils einzelner Kompressoren und/oder Geräte der Druckluftstation durchgeführt werden,
und dass im Rahmen der nachträglichen Simulation nur alternative Parameter des jeweiligen
Kompressors und/oder des Gerätes untersucht und ausgewählt werden.
[0055] Ausführungsgemäß kann auch vorgesehen sein, dass im Voraussimulationsverfahren aktuelle
veränderliche Systemzustandsgrößen der Druckluftstation berücksichtigt werden, insbesondere
Informationen über den Betriebszustand wenigstens eines Druckfluidtanks, beispielsweise
dessen Druck und/oder dessen Temperatur und/oder Informationen über die Betriebszustände
einzelner Kompressoren, beispielsweise deren aktuelle Steuerungszustände und/oder
aktuellen Funktionszuständen und/oder auch Informationen in Bezug auf die Veränderung
der Menge an Druckfluid in der Druckluftstation, beispielsweise die Abnahme der Druckfluidmenge
pro Zeiteinheit. Durch die Berücksichtigung aktueller veränderlicher Systemzustandsgrößen
der Druckluftstation kann eine vollständigere und genauere Berechnung durchgeführt
werden, welche in einer höheren Steuerungsgüte resultiert.
[0056] Das Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation kann sich auch dadurch auszeichnen,
dass im Voraussimulationsverfahren als feste Systemparameter der Druckluftstation
Informationen über die Liefermenge an Druckfluid einzelner Kompressoren und/oder über
die Leistungsaufnahme einzelner Kompressoren in unterschiedlichen Lastzuständen und/oder
Informationen über die Totzeiten der Kompressoren und/oder für die Kompressorenanlage
charakteristische Mindestdruck- oder Maximaldruckgrenzen berücksichtigt werden. Die
Berücksichtigung der festen Systemparameter der Druckluftstation erlaubt weiterhin
eine detailliertere Beschreibung der Druckluftstation selbst als auch für die Ausführung
des Voraussimulationsverfahrens wichtige Randedingungen, und resultiert folglich in
einer verbesserten Vorhersage der Druckverhältnisse in der Druckluftstation mittels
der Voraussimulation.
[0057] Das Verfahren zur Steuerung der Druckluftstation kann auch vorsehen, dass in der
Voraussimulation über die simulierte Zeitspanne keine Änderung in der Konfiguration
der sich in der Voraussimulation in Last befindenden Kompressoren und der sich in
der Voraussimulation nicht in Last befindenden Kompressoren der Druckluftstation erfolgt.
Durch eine derartige Verkleinerung des möglichen Variablenraumes kann die Voraussimulation
schneller ausgeführt werden und erhöht folglich die Vorhersagegeschwindigkeit. Hierbei
ist zu unterscheiden, dass die Konfiguration der sich in der Voraussimulation in Last
bzw. nicht in Last befindenden Kompressoren der Druckluftstation nicht mit der aktuell
vorherrschenden Konfiguration von Last- bzw. Nichtlastkompressoren der Kompressorenanlagen
zum Zeitpunkt der Ausführung der Voraussimulation übereinstimmen muss. Vielmehr kann
es entscheidend sein, in einer Voraussimulation eine Konfiguration an sich in Last
befindenden Kompressoren bzw. sich nicht in Last befindenden Kompressoren anzunehmen,
welche nicht mit der realen, aktuellen Situation übereinstimmt, um folglich die für
die Steuerung der Druckluftstationn relativ günstigste Schaltstrategie zu ermitteln.
[0058] Das Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation kann weiterhin vorsehen, dass
ein Druckausgleichs-Kompressor aus der Anzahl der sich in der Voraussimulation in
Last befindlichen Kompressoren der in Bezug auf die Kompressorleistung kleinste Kompressor
ausgewählt wird, welcher, entsprechend der Voraussimulation, die längste Restlaufzeit
in einem Leerlaufzustand aufweist, falls dieser Kompressor in einem sich in der Voraussimulation
in Last befindlichen Kompressor in einen sich in der Voraussimulation nicht in Last
befindlichen Kompressor überführt würde. Die Einteilung der Kompressoren in sich in
der Voraussimulation in Last befindliche Kompressoren bzw. sich nicht in Last befindlichen
Kompressoren geschieht auf der Basis von Prozessinformationen und der in der Steuerung
hinterlegten Parametrierung. Zur Herbeiführung eines zukünftigen Druckausgleiches
in der Druckluftstation kann ein Kompressor als Druckausgleichskompressor bestimmt
werden, welcher zukünftig für einen entsprechenden realen Druckausgleich zu sorgen
hat. Typischerweise wird dieser Druckausgleichskompressor aus der Menge der sich in
der Voraussimulation in Last befindlichen Kompressoren ausgewählt. Für die Wahl des
Druckausgleichskompressors können sowohl voreingestellte Parameter als auch Prozessinformationen
(Zustandsgröße) der Druckluftstation herangezogen werden. Durch die Auswahl des in
Bezug auf die Kompressorleistung kleinsten Kompressors als Druckausgleichskompressor
aus der Anzahl an der sich in der Voraussimulation in Last befindlichen Kompressoren
kann zudem die Leistungsaufnahme der Druckluftstation reduziert und die Kosten für
den Betrieb der Druckluftstation erniedrigt werden.
[0059] Weiterhin kann das Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation vorsehen, dass
für die Ermittlung des unteren Druckwertes wenigstens zwei Voraussimulationen mit
gleicher Parametrisierung aber unterschiedlich gewählten numerischen Werten für den
unteren Druckwert ausgeführt werden und die simulierten Zeitpunkte der Unterschreitung
des unteren Druckwertes bestimmen. Hierbei findet die Ermittlung des unteren Druckwertes
typischerweise nur statt, wenn der Druckausgleichskompressor aktuell nicht unter Last
steht. Die Steuerung des Druckausgleichskompressors kann hierbei von einem Algorithmus
übernommen werden, welcher mit den Druckwerten (unterer Druckwert und oberer Druckwert)
arbeitet, die sich stets an die ändernden Verhältnisse in der Druckluftstation anpassen
können. In einem stochastischen Verfahren können unterschiedliche Druckwerte vorgegeben
werden und mittels des Voraussimulationsverfahrens gleichsam ausprobiert werden. Eine
Ermittlung des unteren Druckwertes findet dabei typischerweise nur statt, wenn der
Druckausgleichskompressor aktuell nicht unter Last steht. Anhand des Voraussimulationsverfahrens
kann somit der voraussichtliche Zeitpunkt bestimmt werden, zu welchem die Unterschreitung
eines zuvor parametrierten Mindestdrucks der Druckluftstation erfolgt. Anhand heuristischer
Regeln kann auch festgelegt werden, wann der Druckausgleichskompressor in dem Voraussimulationsverfahren
als Lastkompressor behandelt wird. Ist beispielsweise der Kompressor 5 Sekunden vor
Unterschreiten des Mindestdrucks in einem Leerlaufzustand, dann ist der untere Druckwert
der Druck 5 Sekunden vor Unterschreiten des Mindestdrucks. Ist andererseits der Druckausgleichskompressor
5 Sekunden vor Unterschreiten des Mindestdrucks in einem ausgeschalteten Zustand,
dann ist der untere Druckwert der Druck zum Zeitpunkt 15 Sekunden vor der Mindestdruckunterschreitung.
Die Zeitspanne von 5 Sekunden kann dabei der ungefähren Totzeit eines Kompressors
für den Zustandswechsel von einem Leerlaufzustand zu einem Lastzustand entsprechen.
Die Zeitspanne von 15 Sekunden kann hingegen der ungefähren Totzeit eines Kompressors
für den Zustandwechsel aus einem ausgeschalteten Zustand in einen Lastzustand entsprechen.
[0060] Das Verfahren zur Steuerung einer Druckluftstation kann sich auch dadurch auszeichnen,
dass für die Ermittlung des oberen Druckwertes wenigstens zwei Voraussimulationen
mit gleicher Parametrisierung aber unterschiedlich gewählten numerischen Werten für
den oberen Druckwertausgeführt werden und den Druckausgleichskompressor dann in einen
sich in der Voraussimulation in Last befindlichen Kompressor überführen, wenn der
Druck des Druckfluids in der Druckluftstation den unteren Druckwert unterschreitet,
und dann in einen sich nicht in Last befindlichen Kompressor überführen, wenn der
Druck des Druckfluids in der Druckluftstation den oberen Druckwert überschreitet.
Vor jeder Voraussimulation wird dabei typischerweise der obere Druckwert neu festgelegt.
Für den oberen Druckwert können ein minimaler sowie ein maximaler Wert vorgegeben
werden. Der minimale Wert stimmt dabei typischerweise mit dem unteren Druckwert überein.
Der Maximalwert des oberen Druckwertes kann sich ferner aus dem für den Betrieb der
Druckluftstation zulässigen Maximaldruck ergeben. Überschreitet der Druck in der Druckluftstation
beispielsweise den Maximaldruck, so muss der Druckausgleichskompressor automatisch
abgeschaltet werden. Alle zwischen dem minimalen und dem maximalen Wert liegenden
Werte für den oberen Druckwert sind in der Voraussimulation zulässige Druckwerte.
Durch Aufteilen dieses Druckregimes in beispielsweise gleich beabstandete Druckgrenzen
können eine vorbestimmte Anzahl an oberen Druckwerten mittels der Voraussimulation
auf ihre für die Steuerung der Druckluftstation geeigneten Eigenschaften untersucht
werden. Vorgesehen kann sein, dass derjenige Druckwert als oberer Druckwert bestimmt
wird, welcher über den simulierten zeitlichen Verlauf der Druckverhältnisse in der
Druckluftstation den stabilsten Verlauf des Druckes erwarten lässt. In einer Weiterführung
des Verfahrens zur Steuerung einer Druckluftstation kann vorgesehen sein, dass der
in der Voraussimulation als relativ vorteilhaft ermittelte obere Druckwert aus der
Gesamtheit aller in den Voraussimulationen eingestellten oberen Druckwerte stammt,
und als relativ vorteilhaft in Bezug auf den Energieverbrauch hinsichtlich der simulierten
Energieaufnahme aller Kompressoren ausgewählt wurde. Dementsprechend kann durch die
geeignete Wahl eines oberen Druckwertes bereits ein erheblicher Beitrag zur Reduzierung
der Betriebskosten der Druckluftstation geleistet werden.
[0061] Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die oberen wie unteren Druckwerte
sind hierbei nicht als Grenzen eines realen oder gar festen Druckbandes zu verstehen
sind, sondern als alternative obere bzw. untere Druckwerte, die als Auslöser für Schalthandlungen
in Bezug auf Kompressoren zu unterschiedlichen und alternativen Schaltzeitpunkten
"durchprobiert" werden können.
[0062] Außerdem kann vorgesehen sein, dass die in den Voraussimulationen eingestellten oberen
Druckwerte zur Ermittlung eines vorteilhaften oberen Druckwertes in Schrittweiten
von ≤ 0,5 bar, speziell in Schrittweiten von ≤ 0,1 bar, eingestellt werden, wobei
die Schrittweiten der einander nachfolgend eingestellten bzw. untersuchten oberen
Druckwerte nicht äquidistant beabstandet sein müssen, bzw. die Schrittweite zwischen
den untersuchten oberen Druckwerten nicht konstant sein muss. Diese Schrittweiten
erlauben, eine zuverlässige Ermittlung desjenigen oberen Druckwertes, welcher als
relativ vorteilhaftester einzustufen ist. Hierbei beziehen sich die Schrittweiten
auf Betriebsdrücke, bzw. Schwankungen von Betriebsdrücken, in Kompressorenanlagen,
wie sie beispielsweise in einem industriellen Umfeld eingesetzt werden.
[0063] In einer Weiterführung des Steuerungsverfahrens zur Steuerung einer Druckluftstation
kann vorgesehen sein, dass die Voraussimulation stochastische Modelle über die zeitliche
Entwicklung des Verbraucherverhaltens hinsichtlich der Entnahme von Druckfluid aus
der Druckluftstation verwendet. Dementsprechend können auch in der Voraussimulation
die Entnahme von Druckfluid berücksichtigt werden, wie sie nährungsweise im regulären
Betrieb der Druckluftstation erfolgen.
[0064] In einer alternativen Ausführungsform kann auch vorgesehen sein, dass die Voraussimulation
künstlich intelligente und/oder lernfähige numerische Routinen in Bezug auf die zeitliche
Entwicklung des Verbraucherverhaltens hinsichtlich der Entnahme von Druckfluid aus
der Druckluftstation verwendet. Folglich wird eine relativ genaue Erfassung des Verbraucherverhaltens
nach längerer Zeit der Benutzung der Druckluftstation gewährleistet. Eine Berücksichtigung
des Verbraucherverhaltens hinsichtlich der zeitlichen Entwicklung kann somit in besonders
günstiger Weise erfolgen.
[0065] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, kann vorgesehen
sein, dass die programmtechnische Realisierung des Verfahrens unter Verwendung von
objektorientierten Programmiermethoden definiert ist, wobei zumindest die Kompressoren
als Objekte angesehen werden. Demgemäß ist die Entwicklung und Implementierung des
Modells der Druckluftstation besonders einfach ausgestaltet.
[0066] In einer bevorzugten Ausführungsform der Anlagensteuerung einer Druckluftstation
wird für die Durchführung der Voraussimulation eine separate Hardware verwendet, die
über ein Bussystem mit der Anlagensteuerung kommuniziert, die ihrerseits mit den Kompressoren
und optional mit anderen Geräten der Drucklufttechnik in Kommunikationsverbindung
steht.
[0067] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
die Heuristiken zur Bildung alternativer Schaltstrategien durch ein im Simulationsmodell
enthaltenes Modell einer Anlagensteuerung einer Druckluftstation realisiert, wobei
das Modell der Anlagensteuerung in der Simulation die Steuerung und Regelung der simulierten
Druckluftstation übernimmt und wobei alternativen Schaltstrategien durch Vorgabe alternativer
Steuer- und Regelparameter für das Modell der Anlagensteuerung gebildet werden, von
denen jeweils die relativ vorteilhafteste Schaltstrategie zur Veranlassung in der
realen Druckluftstation ausgewählt wird.
[0068] Weitere Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0069] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben, die
anhand der Abbildung näher erläutert werden. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Druckluftstation mit einer Anlagensteuerung, gemäß
einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Druckluftstation mit einer Anlagensteuerung, gemäß
einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 3
- ein Modell der Druckluftstation gemäß der Ausführungsform der realen Druckluftstation
in Fig. 2,
- Fig. 4
- eine Darstellung des zeitlichen Verlaufes des Drucks in einer Druckluftstation in
Abhängigkeit der Änderung einer Stellgröße durch eine Stellhandlung,
- Fig. 5
- ein Flussdiagramm zur Verdeutlichung des Verfahrens unter Verwendung einer Voraussimulation
zur Steuerung einer Druckluftstation gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens,
- Fig. 6
- ein Flussdiagramm zur Darstellung der Verwendung einer Voraussimulation in einer Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Steuerungs- bzw. Regelungsverfahrens,
- Fig. 7
- eine Darstellung des zeitlichen Druckverlaufs einer Druckluftstation unter Verwendung
von Druckbandgrenzen,
- Fig. 8
- eine Darstellung des Druckverlaufs in einer Druckluftstation, welche ein Drucksteuerungsverfahren
unter Verwendung dreier ineinander geschachtelter Druckbänder einsetzt,
- Fig. 9
- zeitlicher Verlauf des Drucks in einer Druckluftstation gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung über eine zukünftige simulierte Zeitspanne bei virtuellen Stellgrößenänderungen,
- Fig. 10
- einen Druckverlauf in einer Druckluftstation gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
über eine simulierte zukünftige Zeitspanne bei virtuellen Stellgrößenänderungen zur
Ermittlung einer bevorzugten Schaltstrategie, und
- Fig. 11
- eine zeitliche Druckänderung in einer Druckluftstation mittels eines Steuerverfahrens
unter Berücksichtigung der Totzeit zweier Steuerungselemente.
[0070] In der nachfolgenden Beschreibung werden für gleiche oder gleichwirkende Teile die
selben Bezugszeichen verwendet.
[0071] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer ersten Ausführung einer Druckluftstation
1, welche mit einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anlagensteuerung 3 zusammenwirkt
und von dieser auch gesteuert bzw. geregelt wird. Weiter umfasst die Druckluftstation
1 drei Kompressoren 2, welche über Druckleitungen 9 sowie als Ventile ausgeführte
Aktuatoren 5 mit zwei Drucklufttrockner 14 verschaltet sind. Das für einen oder mehrere
Benutzer bereitgestellte Druckfluid 4 (vorliegend nicht gezeigt) wird in dem Druckfluidtank
8 bevorratet. Um die notwendigen Stellgrößenänderungen durch die Anlagensteuerung
3 vornehmen zu können, kann jeder Aktuator 5 über eine vorliegend nicht weiter bezeichnete
Verbindung mit der Anlagensteuerung 3 angesprochen werden. Das Funktionsprinzip der
Anlagensteuerung 3 entspricht hierbei grundsätzlich dem der weiteren, etwas komplexeren
Ausführungsform gemäß Fig. 2.
[0072] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer im Vergleich zur Ausführungsform
nach Fig. 1 etwas komplexeren Druckluftstation 1, welche mit einer Anlagensteuerung
3 zusammenwirkt und von dieser gesteuert bzw. geregelt wird. Die Druckluftstation
1 umfasst in der Anlagensteuerung 3 drei Kompressoren 2, welche bei entsprechender
Steuerung bzw. Regelung zur Bereitstellung von Druckfluid 4 (vorliegend nicht gezeigt)
an drei Druckfluidtanks 8 vorgesehen ist. Das Druckfluid 4 wird dabei aus jedem Kompressor
2 über eine Druckleitung 9 auf jeweils drei Aktuatoren 5, welche vorliegend als Ventile
5 ausgebildet sind, verteilt, welche mit den drei Druckfluidtanks 8 in Fluidverbindung
stehen, und bei Bedarf jeden Druckfluidtank 8 mit Druckfluid versorgen können. Das
Druckfluid 4 kann von einem Benutzer, bzw. mehreren Benutzern, aus der Druckluftstation
1 bei Bedarf entnommen werden. Die Entnahme erfolgt hierbei an einer vorliegend nicht
weiter bezeichneten Abnehmerstation (Abnehmerstelle) derart, dass Druckfluid 4 aus
allen Druckfluidtanks 8 entnommen werden kann. Entsprechend der an den Aktuatoren
5 vorgenommenen Schalthandlungen durch die Anlagensteuerung 3 kann zum einen gezielt
Druckfluid 4 aus den Druckfluidtanks 8 an die Abnehmerstation zum Benutzer geleitet
werden, andererseits ist auch ein Druckausgleich der einzelnen Druckfluidtanks 8 untereinander
möglich. Um die notwendigen Stellgrößenänderungen bzw. Schaltstrategien durch die
Anlagensteuerung 3 vornehmen zu können, kann jeder Aktuator 5 über eine vorliegend
nicht weiter bezeichnete Verbindung mit der Anlagensteuerung 3 angesprochen werden.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurde vorliegend nicht jeder Aktuator 5 ausdrücklich
mit einer Verbindung zur Anlagensteuerung versehen. Jedoch sollte dem Fachmann offenbar
sein, dass eine derartige Verbindung ausgeführt sein kann. Die von der Anlagensteuerung
3 an die Aktuatoren 5 übermittelten Stellsignale für Schalthandlungen können von vielfältigster
Art sein und können überdem sowohl diskreter als auch kontinuierlicher Natur sein.
Typischerweise gebräuchliche Stellsignale der Aktuatoren 5, insbesondere an Ventilen,
können ein Aufschalten, Zuschalten oder auch ein nur graduelles Auf- bzw. Zuschalten
umfassen. Über steuerbare Aktuatoren 5 können so Verbindungen zwischen der Abnehmerstation
von einzelnen Fluidtanks 8 hergestellt sein. Weiterhin können mögliche Initialaktuatoren
(z. B. Druckreduzierventiele) zwischen den Druckfluidtanks 8 und der Abnehmerstation
installiert werden. Ebenfalls denkbar ist der Anschluss mehrerer Abnehmerstationen
an eine Druckluftstation 1. Weiterhin kann die Druckluftstation 1 Sensoren umfassen,
welche zeitlich veränderliche Systemzustandsgrößen 56 (vorliegend nicht dargestellt)
erfassen und der Anlagensteuerung 3 für die Steuerung bzw. Regelung der Druckluftstation
1 weiter zur Verfügung stellen. So können etwa die Druckfluidtanks 8 mit vorliegend
nicht weiter bezeichneten Sensoren versehen sein, welche die Messung der Drücke in
den einzelnen Druckfluidtanks 8 ermöglichen. Weiterführend kann die Druckluftstation
1 auch noch mit weiteren vorliegend nicht dargestellten Sensoren versehen sein, welche
die Erfassung fluidtechnischer Größen zur Charakterisierung der Druckluftstation 1
erlauben.
[0073] Fig. 3 stellt ein Modell der Druckluftstation wie in Fig. 2 gezeigt dar, welches
beispielsweise in einer Anlagensteuerung 3 zur Steuerung der realen Druckluftstation
Verwendung findet. Hierbei kann sich die Anlagensteuerung 3 eines Voraussimulationsverfahrens
20 (vorliegend nicht bezeichnet) entsprechend einer Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung bedienen oder auch nur eine symbolische Darstellung für die Parametrierung
einer Druckluftstation 1 verkörpern. Findet das Modell der Druckluftstation 21 Verwendung
in einem Steuerungs- bzw. Regelungsverfahren gemäß einer Ausführungsform der Erfindung,
so ist jeder für den Betrieb der Druckluftstation wesentliche Bestandteil durch eine
numerische Parametrierung (Parametrisierung) charakterisiert. Das Format dieser Parametrierung
muss geeignet sein, um von der Anlagensteuerung 3 bzw. einem Voraussimulationsverfahren
20 (vorliegend nicht gezeigt) in geeigneter Weise verwendet zu werden. Die Parametrierung
kann hierbei nicht nur durch numerische, sondern auch durch symbolische Werte erfolgen,
so etwa durch die Vorgabe und Auswahl von Funktionsprinzipien, Bauformen, Baureihen-
oder Typenbezeichnungen von Kompressoren.
[0074] Fig. 4 stellt den zeitlichen Verlauf des Drucks in der Druckluftstation 1, bzw. eines
vorliegend nicht weiter bezeichneten Druckfluidtanks 8 unter Einwirkung einer Schaltstrategie
10 (Schalthandlung, Stellgrößenänderung) dar. Hierbei tritt die Schalthandlung zu
dem Zeitpunkt der Gegenwart ein. Die Schaltstrategie 10 wird beispielsweise vorgenommen,
um den in der Vergangenheit abfallenden Druck der Druckluftstation 1 entsprechend
auszugleichen. Hierbei wird deutlich sichtbar, dass bei entsprechender Schalthandlung
in der Gegenwart, beispielsweise einem Aufschalten eines Druckventils, im zeitlichen
Verlauf der Zukunft eine Erhöhung des Drucks in der Druckluftstation 1 eintritt. Je
nach Größe der Stellgrößenänderung erfolgt ein geringerer oder stärkerer Druckanstieg
in der Zukunft. Im Falle einer größenmäßig kleinen Stellgrößenänderung S
3 kommt es zu einem zukünftigen Druckverlauf, welcher mit T
3 bezeichnet ist. Entsprechend der Stellgrößenänderung S
2 kommt es zu einem zukünftigen Druckverlauf T
2 und bei einer Stellgrößenänderung S
1 tritt ein Druckverlauf gemäß der Kurve T
1 auf. Alle drei Stellgrößenänderungen S
1, S
2 und S
3 sind geeignet, einen Druckabfall unter einen vorgegebenen Minimaldruck P
min zu verhindern. Entsprechend eines Entscheidungskriteriums ist es nun Aufgabe der
Anlagensteuerung 1 zu entscheiden, welche Stellgrößenänderung geeignet ist, um einen
zukünftig gewünschten Druckverlauf herbeizuführen. Ein solches Entscheidungskriterium
könnte vorliegend beispielsweise dafür verantwortlich sein, dass der Verlauf der durchgehend
linierte Stellgrößenänderung S
3 von der Anlagensteuerung 1 als die bevorzugte Schaltstrategie 10 betrachtet wird.
[0075] Eine Auswahl einer bevorzugten Schaltstrategie 10 erfolgt gemäß des vorliegenden
erfindungsgemäßen Verfahrens zur Steuerung einer Druckluftstation auch mittels einer
Voraussimulation.
[0076] Fig. 5 stellt ein Flussdiagramm eines solches Auswahlverfahrens mittels Voraussimulation
dar. Hierbei wird ein Voraussimulationsverfahren (Voraussimulation) zum Zeitpunkt
t=0 s (Gegenwart) mit den Zustandsvariablen initialisiert, welche den aktuellen Zustand
der Druckluftstation 1 wiedergeben. Das Voraussimulationsverfahren wird unmittelbar
nach der Initialisierung t≈0 s, also ein Zeitpunkt der im Rahmen der Simulationszeitspannen
immer noch als Gegenwart bezeichnet werden kann) gestartet und liefert nach Ablauf
des Verfahrens, bzw. nach mehrfachem Ablauf des Voraussimulationsverfahrens 20 mit
veränderten Ausgangsparametern, vorliegend drei alternative Schaltstrategien 11 (Alt.1,
Alt.2 und Alt.3) aus welchen mittels eines Gütekriteriums 22 die geeignete alternative
Schaltstrategie 11 ausgewählt wird, um die Anlagensteuerung zu veranlassen, einen
Schaltbefehl 30 zur Generierung einer Schaltstrategie 10 zu erzeugen. Die alternative
Schaltstrategien 11 können ausführungsgemäß in zeitlich zukünftigen und vorhergesagten
Verläufen des Drucks in der Druckluftstation 1 resultieren, wie etwa in den Druckverläufen
T
1, T
2 und T
3 des Druckverlaufes in Fig. 4.
[0077] Fig. 6 zeigt ein weiteres Flussdiagramm zur Darstellung eines Datensatzes 6, welcher
Simulationsergebnisse der Voraussimulation 20 enthält. Wie zu Fig. 5 bereits erklärt,
kann in einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Steuerungsverfahrens mittels eines
Gütekriteriums 22 aus dem Datensatz 6 eine bevorzugte Schaltstrategie 10 bestimmt
werden. Zur Initialisierung einer Voraussimulation, bzw. auch einer Folge von Voraussimulationen,
bedarf es einer Eingabe von systemrelevanten Größen. Systemrelevante Größen können
einerseits feste Systemparameter 55 sein, welche beispielsweise Informationen über
die Liefermenge an Druckfluid einzelner Kompressoren enthalten, oder über die Leistungsaufnahme
einzelner Kompressoren in unterschiedlichen Lastzuständen, Informationen über die
Totzeiten der Kompressoren bzw. Aktuatoren, als auch für die Druckluftstation charakteristische
Mindestdruck- und Maximaldruckgrenzen. Weiterhin können systemrelevante Parameter
auch aus Systemzustandsgrößen 56 bestehen, welche zeitlich veränderliche Größen darstellen.
Derartige Systemzustandsgrößen 56 der Druckluftstation 1 können die Informationen
über den Betriebszustand wenigstens eines Druckfluidtanks 8 enthalten oder dessen
Druck, dessen Temperatur, sie können Informationen über die Betriebszustände einzelner
Kompressoren 2 umfassen, sowie deren aktuelle Steuerungszustände bzw. Funktionszustände,
als auch Informationen in Bezug auf die Veränderung der Menge an Druckfluid 4 in der
Druckluftstation 1, wie beispielsweise die Veränderung von Druckfluid pro Zeiteinheit,
deren Fluss bzw. deren andere physikalische Parameter. Die Qualität der Voraussimulation
20 basiert auf der Qualität bzw. Anzahl an festen Systemparametern 55 und Systemzustandsgrößen
56, welche der Voraussimulation 20 zugrundegelegt werden.
[0078] Fig. 7 zeigt die Darstellung eines Druckverlaufs einer Druckluftstation in Bezug
auf ein Druckband, welches eine Druckbanduntergrenze 42 mit einem Minimaldruck P
min definiert sowie eine Druckbandobergrenze 41 mit einem Maximaldruck P
max. Bei Verwendung eines einzigen fest vorgegebenen Druckbandes zur Steuerung einer
Druckluftstation 1, wie es etwa bei einer aus dem Stand der Technik bekannten Reihenfolgesteuerung
zutrifft, wird bei Verlassen des Druckbandes durch den Druckverlauf eine entsprechende
Schalthandlung. So kann beispielsweise beim Verlassen des Druckverlaufs nach unten
über die Druckbanduntergrenze 42 eine Zuschalthandlung veranlasst werden, welche einen
zusätzlichen Kompressor zur Lieferung von Druckfluid bereitstellt. Eine derartige
Schalthandlung wird zu dem Zeitpunkt veranlasst, zu welchem der Druckverlauf die Druckbanduntergrenze
42 verlässt, wodurch die Lieferung von zusätzlichem Druckfluid derart erfolgt, dass
nach einer geringen Zeitspanne des Unterschreitens der Druckverlauf wieder innerhalb
der Grenzen des fest vorbestimmten Druckbandes folgt. Verlässt andererseits der Druckverlauf
die Druckbandobergrenze 41 nach oben, kann beispielsweise durch eine Abschalthandlung
zum Zeitpunkt des Verlassens der Druckbandobergrenze 41 der Druckverlauf derart korrigiert
werden, dass nach einer geringen Zeitspanne des Überschreitens dieser wieder innerhalb
der Druckbandgrenzen erfolgt.
[0079] Um den Druckverlauf in der Druckluftstation 1 bereits dann steuerungstechnisch beeinflussen
zu können, bevor der Minimaldruck P
min unterschritten bzw. der Maximaldruck P
max überschritten wird, können in die Berechnungen zur Veranlassung der Schalthandlungen
auch noch weitere ineinander verschachtelte Druckbänder definiert werden. So zeigt
Fig. 8 etwa den Druckverlauf einer Druckluftstation 1 relativ zu drei ineinander geschachtelten
Druckbändern. Das kleinste Druckband mit der Druckuntergrenze 42 von P
U1 und der Druckobergrenze 41 mit dem Druck P
O1 liegt innerhalb des nächst größeren Druckbandes mit der Druckuntergrenze 42 von P
U2 und der Druckbandobergrenze 41 mit dem Druck P
O2. Beide vorher bezeichneten Druckbänder liegen wieder innerhalb des größten Druckbandes,
welches eine Druckuntergrenze 42 von P
min aufweist sowie einen Maximaldruck der Druckbandobergrenze 41 von P
max. Um nun ein Verlassen des Druckverlaufs jenseits der Druckbandgrenzen des größten
Druckbandes zu verhindern, können von der Anlagensteuerung 3 (vorliegend nicht aufgeführt)
Schalthandlungen bereits zu den Zeitpunkten veranlasst werden, zu welchen der Druckverlauf
die Druckbandgrenzen des kleinsten bzw. nächst größeren Druckbandes überschreiten.
Aufgrund der in der Druckluftstation immanenten Verzögerungszeiten nach Vornehmen
einer Schalthandlung kommt es nach entsprechend kurzen Zeitspannen zu einer Korrektur
des Druckverlaufes.
[0080] Die in den Fig. 7 und 8 dargestellten Druckverläufe resultieren aus Schalthandlungen,
welche durch rein reaktive Steuerungsverfahren veranlasst worden sind. Lediglich wenn
zu einem Zeitpunkt ein vorbestimmtes Druckereignis eingetreten ist (beispielsweise
Verlassen der Druckbandgrenzen) wird eine entsprechende Schalthandlung veranlasst.
Im Gegensatz hierzu werden gemäß der vorliegenden Erfindung Schaltstrategien zukünftig
simuliert, um einen gewünschten Druckverlauf einzustellen.
[0081] Fig. 9 zeigt eine derartige Simulation über eine zukünftige simulierte Zeitspanne
23. Hierbei wird zu einem in der Gegenwart liegenden Zeitpunkt eine Schaltstrategie
10 vorgenommen, welche die Stellgröße von einem Wert a) auf einen kleineren Wert b)
verringert. Der zu erwartende zukünftige Verlauf des Drucks in der Druckluftstation
folgt einem zeitlich leicht verzögerten Abfall. Um einem Druckabfall unterhalb eines
vorbestimmten Wertes zu vermeiden bzw. um einen stabilen Druckverlauf einzustellen,
wird zu einem zukünftigen Zeitpunkt in der Voraussimulation virtuell eine Änderung
der Stellgröße von dem Wert b) auf den höheren Wert c) vorgenommen. Diese virtuelle
Stellgrößenänderung hat einen virtuellen Anstieg des Drucks in der Druckluftstation
1 zur Folge. Hierbei kann beispielsweise die virtuelle Stellgrößenänderung in einer
Zuschaltstrategie 13 eines Kompressors liegen. Um jedoch einen übermäßig großen virtuellen
Druckanstieg zu vermeiden, wird zu einem späteren simulierten Zeitpunkt eine weitere
Stellgrößenänderung von dem Wert c) auf den Wert d) vorgenommen. Diese zweite virtuelle
Stellgrößenänderung auf den Wert d) kann beispielsweise in einer Abschaltstrategie
12 liegen. Aufgrund der Kombination beider virtueller Stellgrößenänderungen ist es
möglich, gegen Ende der simulierten Zeitspanne 23 einen stabilen virtuellen Druckverlauf
einzustellen. Werden nun beispielsweise die beiden virtuellen Stellgrößenänderungen
zu den entsprechenden Zeitpunkten in der realen Zukunft als tatsächliche Schaltstrategie
10 vorgenommen, ist ein Einstellen eines stabilen Druckverlaufs zu erwarten. Durch
Ausführen der Voraussimulation kann somit gleichsam das zukünftige Verhalten der Druckluftstation
vorhergesagt werden, und die Informationsbasis zum Zustand der Druckluftstation noch
auf zukünftige Zeitpunkte erweitert werden.
[0082] Fig. 10 stellt im Vergleich zu dem Druckverlauf, welcher in Fig. 9 aufgezeigt ist,
drei mögliche virtuelle Druckverläufe dar, wie sie sich als Folge von unterschiedlichen
Stellgrößenänderungen gemäß der Voraussimulation 20 über die simulierte Zeitspanne
23 ergeben würden. Je nach den virtuellen Zuschaltstrategien 13 bzw. Abschaltstrategien
12 ergibt sich ein am Ende der simulierten Zeitspanne 23 stabiler bzw. ansteigender
oder abfallender Druckverlauf. Hierbei ist auch anzuführen, dass sich die in den unterschiedlichen
Simulationen vorgenommenen virtuellen Schaltstrategien 10 auch zu unterschiedlichen
Zeitpunkten erfolgen können. Weiterhin können die unterschiedlichen Stellgrößenänderungen
auch noch durch das Entnahmeverhalten von Druckfluid durch einen oder mehrere Benutzer
aus der Druckluftstation 1 beeinflusst sein. Entsprechend resultiert die Folge von
Schalthandlungen, welche mit S
1 bezeichnet ist, in einem gegen Ende der simulierten Zeitspanne 23 ansteigenden Druckverlauf
T
1. Die Folge von Schalthandlungen, welche mit S
2 bezeichnet ist, resultiert in einem gegen Ende der simulierten Zeitspanne 23 weitgehend
stabilen Verlauf des Drucks in der Druckluftstation 1. Die Folge von Schalthandlungen,
welche mit S
3 bezeichnet ist, resultiert am Ende der simulierten Zeitspanne 23 in einem abfallenden
Druckverlauf T
3. Würde aus den drei möglichen, simulierten Druckverläufen mittels eines Gütekriteriums
22 (vorliegend nicht aufgeführt) derjenige Druckverlauf ausgewählt werden, welcher
am Ende der simulierten Zeitspanne 23 die relativ geringsten Schwankungen aufweist,
so legt die durchgeführte Voraussimulation 20 nahe, Schalthandlungen 10 gemäß der
mit S
2 bezeichneten Reihenfolge an Schalthandlungen zu den entsprechenden zukünftigen Zeitpunkten
auszuführen. Wie dem Fachmann verständlich sein wird, können auch durch Variation
zahlreicher weiterer Parameter in der Voraussimulation zahlreiche mögliche virtuelle
Druckverläufe generiert werden, aus welchen gemäß eines Gütekriteriums 22 der dann
beste ausgewählt werden kann.
[0083] Durch die Einführung eines Voraussimulationsverfahrens 20 ist es möglich, die effektiven
Totzeiten der in der Druckluftstation 1 verwendeten Elemente in der Simulation zu
berechnen und diese damit bei der Berechnung der Zeitpunkte, zu welchen Schaltstrategien
10 vorgenommen werden, implizit mit einzubeziehen. Voraussetzung hierfür ist jedoch,
dass die verwendeten Modelle der Druckluftstation 21 das Totzeitverhalten enthalten.
Folglich ist es nicht mehr nötig, die Totzeiten einzelner Aktuatoren 5 in der Anlagensteuerung
3 explizit zu berücksichtigen. Aktuatoren 5 können hierbei auch von Kompressoren 2
und weiteren optionalen Geräten der Druckluftstation umfasst werden, welche etwa durch
geeignete Stellsignale zum Zwecke der Stellgrößenänderung angesteuert werden können.
Aktuatoren 5 sind folglich nicht nur auf externe Ventile 5, wie in Fig. 2 dargestellt,
beschränkt. Das Überwinden der Totzeiten erfolgt automatisch mit Hilfe der erzeugten
Voraussimulation. Diese ermöglicht einerseits herauszufinden, ob die in der Vergangenheit
durchgeführten Stellgrößenänderungen ausreichend waren, um unerwünschte Ereignisse
abzuwenden, andererseits kann überprüft werden, ob durch in der Gegenwart eingeleitete
Stellgrößenänderungen das zeitliche Verhalten des Druckverlaufs überhaupt zusätzlich
positiv beeinflusst werden kann.
[0084] In Fig. 11 ist der Druckverlauf einer Druckluftstation 1 über einen zeitlichen Verlauf
dargestellt. In der Vergangenheit wurde vorliegend eine Schalthandlung zum Zeitpunkt
T1 am ersten Aktuator vorgenommen. Bedingt durch die Totzeit des ersten Aktuators
5 ist die Auswirkung dieser Schalthandlung im Druckverlauf in der Gegenwart noch nicht
zu erkennen. In der Gegenwart besteht folglich die Möglichkeit, eine weitere Schalthandlung
an einem zweiten Aktuator durchzuführen. Erst jedoch, wenn der zukünftige Druckverlauf
simuliert werden kann, kann entschieden werden, ob die Schalthandlung am zweiten Aktuator
den Erfüllungsgrad einer Randbedingung (beispielsweise Vermeiden der Unterschreitung
des Minimaldrucks P
min) verbessert werden kann, oder überhaupt notwendig war. Wird die Voraussimulation
für beide möglichen Schaltstrategien über die simulierte Zeitspanne 23 ausgeführt,
wird ersichtlich, dass die Schalthandlung am zweiten Aktuator 5 nicht notwendig ist,
um die Einhaltung der Randbedingungen zu gewährleisten. Zudem lässt sich erkennen,
dass die Totzeit des zweiten Aktuators 5 erst überwunden wird, nachdem der Druck in
der Druckluftstation 1 bereits deutlich oberhalb des Mindestdrucks P
min liegt. Folglich könnte auf Grundlage des durchgeführten Voraussimulationsverfahrens
20 entschieden werden, dass die Vornahme der Schalthandlung am zweiten Aktuator zur
Verbesserung des Druckverlaufs in der Druckluftstation 1 unterbleiben soll.
[0085] An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass alle oben beschriebenen Teile für sich
alleine gesehen und in jeder Kombination, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellten
Details als erfindungswesentlich beansprucht werden. Abänderungen hiervon sind dem
Fachmann geläufig.
Bezugszeichen:
[0086]
- 1
- Druckluftstation
- 2
- Kompressor
- 3
- Anlagensteuerung
- 4
- Druckfluid
- 5
- Aktuator
- 6
- Datensatz
- 8
- Druckfluidtank
- 9
- Druckleitung
- 10
- Schaltstrategie
- 11
- alternative Schaltstrategie
- 12
- Abschaltstrategie
- 13
- Zuschaltstrategie
- 14
- Drucklufttrockner
- 20
- Voraussimulationsverfahren
- 21
- Modell der Kompressoranalge
- 22
- Gütekriterium
- 23
- Zeitspanne
- 30
- Schaltbefehl
- 41
- Druckbandobergrenze
- 42
- Druckbanduntergrenze
- 54
- Druckausgleichs-Kompressor
- 55
- Systemparameter
- 56
- Systemzustandsgröße
- 60
- Hardware
- 61
- Bussystem
- 70
- Simulationskern
- 71
- Algorithmenkern
- 72
- Informationsbasis
1. Verfahren zur Steuerung bzw. Regelung einer Druckluftstation (1), die wenigstens eine
Mehrzahl von untereinander vernetzten Kompressoren (2), umfasst, welches sowohl Schaltstrategien
(10) über eine elektronische Anlagensteuerung (3) zur Beeinflussung einer Menge eines
für einen oder mehrere Benutzer der Druckluftstation (1) jederzeit zur Verfügung stehenden
Druckfluids (4) in der Druckluftstation (1) veranlassen kann, als auch die für einen
oder mehrere Benutzer der Druckluftstation (1) jederzeit zur Verfügung stehende Menge
an Druckfluid (4) auf zukünftige Betriebsbedingungen der Druckluftstation (1) adaptiv
auf die Entnahmemenge an Druckfluid (4) aus der Druckluftstation (1) einzustellen
vermag,
wobei vor Veranlassung einer Schaltstrategie (10) verschiedene Schaltstrategien (10)
in einem Voraussimulationsverfahren (20) unter Zugrundelegung eines Modells (21) der
Druckluftstation (1) überprüft werden und aus den überprüften Schaltstrategien (10)
anhand mindestens eines festgelegten Gütekriteriums (22) die relativ vorteilhafteste
Schaltstrategie (10) ausgewählt wird und die ausgewählte Schaltstrategie (10) an die
Anlagensteuerung (3) zur Veranlassung in der Druckluftstation (1) weitergeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vorbestimmte Druckobergrenzen und/oder Druckuntergrenzen als einzuhaltende Randbedingungen
im Verfahren (20) berücksichtigt werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Modell (21) der Druckluftstation (1) auf einem Satz zeitabhängiger und/oder nichtlinearer
sowie fallweise zur Nachbildung von Unstetigkeiten und/oder Totzeiten im Verhalten
der Kompressoren und/oder strukturvarianter Differentialgleichungen basiert, die auch
die Erfassung der Auswirkung zurückliegender Ereignisse auf die aktuellen Zustandsgrößen
der Druckluftstation (1) erlauben.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des Voraussimulationsverfahrens (20) eine Entwicklung der verschiedenen
Schaltstrategien (10) über eine vorbestimmte Zeitspanne (23) in diskreten oder kontinuierlichen
Schritten prognostiziert bzw. berechnet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitspanne der Voraussimulation (20) durch ein Abbruchkriterium auf Basis von
Parametern und/oder Zustandsgrößen des Modells der Druckluftstation (1) und/oder von
Aufzeichnungen oder Prognosen des Druckluftverbrauchs adaptiv angepasst wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Gruppe von alternativen Schaltstrategien (10) unterschiedliche obere Druckwerte
(41) oder untere Druckwerte (42) als Kriterium für die Veranlassung einer zuvor festgelegten
Schaltstrategie (10) im Rahmen des Voraussimulationsverfahrens (20) betrachtet werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Gruppe von alternativen Schaltstrategien (10) für wenigstens einen der untereinander
vernetzten Kompressoren unterschiedliche obere Druckwerte (41) oder untere Druckwerte
(42) für mindestens eine zuvor festgelegte Abschaltstrategie (12) bzw. mindestens
eine zuvor festgelegte Zuschaltstrategie (13) im Rahmen des Voraussimulationsverfahrens
(20) betrachtet werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Gruppe von alternativen Schaltstrategien (10) auch die Zu- oder Abschaltung unterschiedlicher
Kompressorgruppen (5a, 5b) bei festgelegten oder im Voraussimulationsverfahren (20)
noch zu bewertenden oberen Druckwerten (41) oder unteren Druckwerten (42) betrachtet
werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gütekriterium (22) durch einen möglichst geringen Energieverbrauch definiert
oder zumindest maßgeblich mitbestimmt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Voraussimulationsverfahren (20) wenigstens einen Datensatz (6) mit prognostizierten,
zukünftigen Zeitverläufen der Zustandsgrößen des Modells der Druckluftstation (1)
in verschiedenen Schaltstrategien (10) zu unterschiedlichen, nicht unbedingt äquidistanten
Zeitpunkten und/oder mit daraus abgeleiteten Kennziffern, vorzugsweise für den gesamten
Steuerzyklus, liefert.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren eine ggf. automatische Adaption des Modells der Druckluftstation (1)
an aktualisierte und/oder anfänglich nur nährungsweise bekannte und/oder nicht exakt
eingestellte Anlagenparameter umfasst.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Voraussimulationsverfahren (20) aktuelle veränderliche Systemzustandsgrößen (56)
der Druckluftstation (1) berücksichtigt werden, und/oder Informationen über die Betriebszustände
einzelner Kompressoren (2) und/oder auch Informationen in Bezug auf die Veränderung
der Menge an Druckfluid (4) in der Druckluftstation (1), beispielsweise die Abnahme
der Druckfluidmenge pro Zeiteinheit und/oder dass im Voraussimulationsverfahren (20)
als feste Systemparameter (55) der Druckluftstation (1) Informationen über die Liefermenge
an Druckfluid (4) einzelner Kompressoren (2), und/oder über die Leistungsaufnahme
einzelner Kompressoren (2) in unterschiedlichen Lastzuständen, und/oder Informationen
über die Totzeiten der Kompressoren (2), und/oder für die Druckluftstation (1) charakteristische
Mindestdruck- und Maximaldruckgrenzen berücksichtigt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Voraussimulation (20) künstlich intelligente, und/oder lernfähige numerische
Routinen in Bezug auf die zeitliche Entwicklung des Verbraucherverhaltens hinsichtlich
der Entnahme von Druckfluid (4) aus der Druckluftstation (1) verwendet.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahren, welches in
einer elektronischen Steuerung einer Druckluftstation (1) implementiert ist, Informationen
über wesentliche Zustandsgrößen der Druckluftstation (1) als Eingabeinformation verarbeitet,
und Steuerbefehle zur Steuerung von zumindest einigen Kompressoren (2) als Ausgabe
abgibt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren folgende Funktionsstrukturen aufweist:
- einen Simulationskern (70), in dem zur Beschreibung des Verhaltens zumindest einiger
Komponenten der Druckluftstation (1) dynamische Modelle dieser Komponenten enthalten
sind, wobei der Simulationskern (70) so konfiguriert ist, dass er als Simulationsergebnis
den Zeitverlauf aller im Modell enthaltenen Zustandsgrößen der Komponenten der Druckluftstation
(1) auf Basis angenommener alternativer Schaltstrategien (10) vorausberechnet, wobei
die Modelle des Simulationskerns (70) die wesentlichen Nichtlinearitäten und/oder
Unstetigkeiten und/oder Totzeiten im Verhalten der Komponentenberücksichtigen;
- einen Algorithmenkern (71), der Parameter zur Charakterisierung der Komponenten
der Druckluftstation (1), Topologieinformationen über die Verschaltung der einzelnen
Komponenten, Heuristiken zur Bildung alternativer Schaltstrategien (10) und Bewertungskriterien
für die vom Simulationskern (70) ermittelten Zeitverläufe der Zustandsgrößen der Komponenten
der Druckluftstation (1) für die alternativen Schaltstrategien (10) enthält, und der
auf dieser Basis die relativ vorteilhafteste Schaltstrategie (10) auswählt und entsprechende
Steuerbefehle an zumindest einige Kompressoren (2) bereithält bzw. übergibt; und
- eine Informationsbasis (72), die neben einem aus Sensorwerten und ggf. vom Algorithmenkern
(71) bereitgestellten Aktuatorwerten gebildeten Prozessabbild auch die Simulationsergebnisse
für alternative Schaltstrategien (10) enthält, wobei die Informationsbasis (72) zumindest
einen Teil der gemeinsamen Datenbasis von Algorithmen- (71) und Simulationskern (70)
darstellt und dem Datenaustausch zwischen Algorithmen- (71) und Simulationskern (70)
dient.
15. Anlagensteuerung (3) einer Druckluftstation (1), die eine Mehrzahl von untereinander
vernetzten Kompressoren (2) umfasst, welche sowohl Schaltstrategien (10) von Stellelementen
(7) der Druckluftstation (1) und/oder unterschiedlicher Kompressoren (2) zur Beeinflussung
der Menge des für einen oder mehrere Benutzer der Druckluftstation (1) jederzeit zur
Verfügung stehenden Druckfluids (4) in der Druckluftstation (1) veranlassen kann,
als auch die für einen oder mehrere Benutzer der Druckluftstation (1) jederzeit zur
Verfügung stehende Menge an Druckfluid (4) auf zukünftige Betriebsbedingungen adaptiv
auf die Entnahmemenge an Druckfluid (4) aus der Druckluftstation (1) einzustellen
vermag,
wobei vor Vornahme einer Schaltstrategie (10) verschiedene Schaltstrategien (10) in
einem Voraussimulationsverfahren (20) unter Zugrundelegung eines Modells (21) der
Druckluftstation (1) überprüft werden und aus den Schaltstrategien (10) anhand mindestens
eines festgelegten Gütekriteriums (22) die relativ vorteilhafteste Schaltstrategie
(10) ausgewählt wird und die Anlagensteuerung (3) aufgrund der ausgewählten Schaltstrategie
(10) einen Schaltbefehl (30) erzeugt.
1. Method for controlling and regulating a compressed air station (1) comprising at least
a plurality of interlinked compressors (2), which method is capable of initiating
both switching strategies (10) via an electronic plant control (3) for influencing
an amount of a compressed fluid (4) that is available at any time in the compressed
air station (1) to one or more users of the compressed air station (1) and is able
to adjust the amount of compressed fluid (4) that is available at any time to one
or more users of the compressed air station (1) to future operating conditions of
the compressed air station (1) in an adaptive manner to the withdrawal quantity of
compressed fluid (4) from the compressed air station,
wherein, prior to initiating a switching strategy (10), different switching strategies
(10) are checked in a preliminary simulation method (20) on the basis of a model (21)
of the compressed air station (1), and the relatively most beneficial switching strategy
(10) is selected from the checked switching strategies (10) using at least one fixed
quality criterion (22), and the selected switching strategy (10) is forwarded to the
plant control (3) for being initiated in the compressed air station (1).
2. Method according to claim 1, characterized in that predetermined upper pressure limits and/or lower pressure limits are taken into account
as boundary conditions to be met in the method (20).
3. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the model (21) of the compressed air station (1) is based on a set of differential
equations that are time-dependent and/or non-linear as well as from case to case for
modelling discontinuities and/or dead times in the compressors' behavior and/or structurally
variable, which equations also allow the effect of past events on the current state
variables of the compressed air station (1) to be taken into account.
4. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that, within the preliminary simulation method (20), a development of the different switching
strategies (10) over a predetermined period of time (23) in discrete or continuous
steps is predicted or calculated.
5. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the period of time of the preliminary simulation (20) is adjusted in an adaptive
manner by an abort criterion on the basis of parameters and/or state variables of
the model of the compressed air station (1) and/or records or predictions of the compressed
air consumption.
6. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that, as a group of alternative switching strategies (10), differing upper pressure values
(41) or lower pressure values (42) are considered within the framework of the preliminary
simulation method (20) as a criterion for initiating a previously specified switching
strategy (10).
7. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that, as a group of alternative switching strategies (10) for at least one of the interlinked
compressors, differing upper pressure values (41) or lower pressure values (42) are
considered within the framework of the preliminary simulation method (20) for at least
one previously specified switch-off strategy (12) and at least one previously specified
switch-on strategy (13), respectively.
8. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that, as a group of alternative switching strategies (10), even the switching-on or switching-off
of various compressor groups (5a, 5b) is considered at upper pressure values (41)
or lower pressure values (42) that are fixed or still to be evaluated in the preliminary
simulation method (20).
9. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the quality criterion (22) is defined or at least co-determined in a decisive manner
by a lowest possible energy consumption.
10. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the preliminary simulation method (20) renders at least one data set (6) including
predicted future temporal progresses of the state variables of the compressed air
station (1) model under various switching strategies (10) at different, not necessarily
equidistant points of time and/or including characteristic numbers derived therefrom,
preferably for the entire control cycle.
11. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the method comprises an optionally automated adaption of the compressed air station
(1) model to plant parameters that are upgraded and/or initially only approximately
known and/or not precisely set.
12. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that in the preliminary simulation method (20), current variable system state variables
(56) of the compressed air station (1) are taken into account, and/or information
on the operating states of individual compressor (2) and/or else information referring
to the change in the amount of compressed fluid (4) in the compressed air station
(1), for example the decrease of the compressed fluid amount per time unit and/or
that in the preliminary simulation method (20), as fixed system parameters (55) of
the compressed air station (1), information on the delivery quantity of compressed
fluid (4) of individual compressors (2) and/or on the energy input of individual compressors
(2) under differing load conditions and/or information on dead times of the compressors
(2) and/or minimum pressure and maximum pressure limits that are characteristic for
the compressed air station (1) are taken into account.
13. Method according to any one of claims 1 to 12, characterized in that the preliminary simulation (20) uses artificially intelligent and/or adaptive numerical
routines referring to the temporal development of consumer behavior with respect to
the withdrawal of compressed fluid (4) from the compressed air station (1).
14. Method according to any one of the preceding claims, wherein the method which is implemented
in an electronic control of a compressed air station (1) processes information on
essential state variables of the compressed air station (1) as input information and
outputs control instructions for controlling at least some compressors (2) as an output,
characterized in that the method exhibits the following function structures:
- a simulation core (70) in which, for describing the behavior of at least some components
of the compressed air station (1), dynamic models of these components are included,
wherein the simulation core (70) is configured to calculate in advance as a simulation
result the temporal progress of all of the model-related state variables of the components
of the compressed air station (1) on the basis of assumed alternative switching strategies
(10), the model of the simulation core (70) taking into account the essential non-linearities
and/or discontinuities and/or dead times in the behavior of the components;
- an algorithm core (71) which contains parameters for characterizing the components
of the compressed air station (1), topology information on the interconnection of
individual components, heuristics for creating alternative switching strategies (10)
and evaluation criteria for the temporal evolutions of the state variables of the
compressed air station's (1) components for the alternative switching strategies (10)
obtained by the simulation core (70), and selects, on this basis, the relatively most
beneficial switching strategy and keeps and hands over corresponding control commands
to at least some compressors (2);
- an information base (72) which includes, in addition to a process map formed from
sensor values and actuator values optionally provided by the algorithm core (71),
also the simulation results for alternative switching strategies (10), wherein the
information base (72) represents at least part of a common data base of the algorithm
core (71) and simulation core (70) and serves to exchange data between the algorithm
core (71) and simulation core (70).
15. Plant control (3) of a compressed air station (1) comprising a plurality of interlinked
compressors (2), which plant control is capable of initiating both switching strategies
(10) of actuators (7) of the compressed air station (1) and/or of various compressors
(2) for influencing the amount of the compressed fluid (4) that is available at any
time in the compressed air station (1) to one or more users of the compressed air
station (1) and is able to adjust the amount of compressed fluid (4) that is available
at any time to one or more users of the compressed air station (1) to future operating
conditions in an adaptive manner to the withdrawal quantity of compressed fluid (4)
from the compressed air station,
wherein, prior to performing a switching strategy (10), different switching strategies
(10) are checked in a preliminary simulation method (20) on the basis of a model (21)
of the compressed air station (1), and the relatively most beneficial switching strategy
(10) is selected from the switching strategies (10) using at least one fixed quality
criterion (22), and the plant control (3) generates a switching command (30) based
on the selected switching strategy (10).
1. Procédé pour la commande ou régulation d'une station d'air comprimé (1) qui comprend
au moins une pluralité de compresseurs (2) mis en réseau entre eux, lequel peut lancer
des stratégies de commutation (10) via une commande d'installation (3) électronique
destinée à influencer une quantité d'un fluide sous pression (4) disponible à tout
moment pour un ou plusieurs utilisateurs de la station d'air comprimé (1) tout autant
qu'il est capable de régler de manière adaptative la quantité de fluide sous pression
(4) disponible à tout moment pour un ou plusieurs utilisateurs de la station d'air
comprimé (1) à la quantité de soutirage de fluide sous pression (4) à partir de la
station d'air comprimé (1) en fonction de conditions de fonctionnement futures de
la station d'air comprimé (1),
sachant qu'avant le lancement d'une stratégie de commutation (10), diverses stratégies
de commutation (10) sont examinées dans un procédé de simulation préalable (20) sur
la base d'un modèle (21) de la station d'air comprimé (1) et, en fonction d'au moins
un critère de qualité (22) défini, la stratégie de commutation (10) la plus avantageuse
relativement est sélectionnée à partir des stratégies de commutation (10) examinées
et la stratégie de commutation (10) sélectionnée est transmise à la commande d'installation
(3) pour être lancée dans la station d'air comprimé (1).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que des limites supérieures et/ou inférieures de pression prédéterminées sont prises
en compte dans le procédé (20) comme conditions marginales à respecter.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le modèle (21) de la station d'air comprimé (1) est basé sur un jeu d'équations différentielles
dépendantes du temps et/ou non linéaires ainsi que selon le cas destinées à représenter
des instabilités et/ou des temps morts dans le comportement des compresseurs et/ou
variables en termes de structure, qui permettent aussi la saisie de la répercussion
de résultats antérieurs sur les grandeurs d'état actuelles de la station d'air comprimé
(1).
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, au sein du procédé de simulation préalable (20), un développement des diverses stratégies
de commutation (10) est pronostiqué ou calculé par paliers discrets ou continus sur
un laps de temps (23) prédéterminé.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le laps de temps de la simulation préalable (20) est adapté de manière adaptative
par un critère d'arrêt sur la base de paramètres et/ou de grandeurs d'état du modèle
de la station d'air comprimé (1) et/ou d'enregistrements ou de pronostics de la consommation
d'air comprimé.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, comme groupe de stratégies de commutation (10) alternatives, des valeurs de pression
supérieures (41) ou des valeurs de pression inférieures (42) différentes sont considérées
dans le cadre du procédé de simulation préalable (20) comme critère pour le lancement
d'une stratégie de commutation (10) définie auparavant.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, comme groupe de stratégies de commutation (10) alternatives, pour au moins un des
compresseurs mis en réseau entre eux, des valeurs de pression supérieures (41) ou
des valeurs de pression inférieures (42) différentes sont considérées dans le cadre
du procédé de simulation préalable (20) pour au moins une stratégie de déconnexion
(12) définie auparavant ou au moins une stratégie de connexion (13) définie auparavant.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, comme groupe de stratégies de commutation (10) alternatives, la connexion ou déconnexion
de différents groupes de compresseurs (5a, 5b) est également considérée dans le cas
de valeurs de pression supérieures (41) ou de valeurs de pression inférieures (42)
définies ou qui restent à évaluer dans le procédé de simulation préalable (20).
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le critère de qualité (22) est défini ou du moins codéterminé de manière prépondérante
par une consommation d'énergie la plus faible possible.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le procédé de simulation préalable (20) fournit au moins un jeu de données (6) comportant
des déroulements temporels futurs pronostiqués des grandeurs d'état du modèle de la
station d'air comprimé (1) dans diverses stratégies de commutation (10) à différents
moments non absolument équidistants et/ou comportant des coefficients dérivés à partir
de ceux-ci, de préférence pour l'ensemble du cycle de commande.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le procédé comprend une adaptation éventuellement automatique du modèle de la station
d'air comprimé (1) à des paramètres d'installation actualisés et/ou initialement connus
de façon seulement approximative et/ou non réglés exactement.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, dans le procédé de simulation préalable (20), des grandeurs d'état (56) de système
actuelles modifiables de la station d'air comprimé (1) sont prises en compte, et/ou
des informations sur les états de fonctionnement de divers compresseurs (2) et/ou
également des informations relatives à la modification de la quantité de fluide sous
pression (4) dans la station d'air comprimé (1), par exemple le prélèvement de la
quantité de fluide sous pression par unité de temps et/ou en ce que, dans le procédé de simulation préalable (20), des informations sur la quantité de
livraison de fluide sous pression (4) de compresseurs (2) individuels, et/ou sur la
puissance absorbée de compresseurs (2) individuels dans différents états de charge,
et/ou des informations sur les temps morts des compresseurs (2), et/ou des limites
de pression minimales et maximales caractéristiques pour la station d'air comprimé
(1) sont prises en compte comme paramètres de système (55) fixes de la station d'air
comprimé (1).
13. Procédé selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que la simulation préalable (20) utilise des routines numériques dotées d'intelligence
artificielle et/ou de faculté d'apprentissage, par rapport à l'évolution temporelle
du comportement de consommateur eu égard au soutirage de fluide sous pression (4)
à partir de la station d'air comprimé (1).
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, sachant que le procédé, qui est
implémenté dans une commande électronique d'une station d'air comprimé (1), traite
comme information d'entrée des informations sur des grandeurs d'état essentielles
de la station d'air comprimé (1), et délivre en sortie des ordres de commande pour
la commande d'au moins certains compresseurs (2),
caractérisé en ce que le procédé présente les structures fonctionnelles suivantes :
- un coeur de simulation (70) dans lequel des modèles dynamiques de ces composants
sont contenus pour la description du comportement d'au moins certains composants de
la station d'air comprimé (1), sachant que le coeur de simulation (70) est configuré
de façon qu'il calcule à l'avance, comme résultat de simulation, le déroulement temporel
de toutes les grandeurs d'état contenues dans le modèle pour les composants de la
station d'air comprimé (1) sur la base de stratégies de commutation (10) alternatives
adoptées, sachant que les modèles du coeur de simulation (70) prennent en compte les
non-linéarités et/ou instabilités et/ou temps morts essentiels dans le comportement
des composants ;
- un coeur d'algorithme (71) qui contient des paramètres pour la caractérisation des
composants de la station d'air comprimé (1), des informations de topologie sur l'interconnexion
des composants individuels, des heuristiques pour la formation de stratégies de commutation
(10) alternatives et des critères d'évaluation pour les déroulements temporels déterminés
par le coeur de simulation (70) pour les grandeurs d'état des composants de la station
d'air comprimé (1) pour les stratégies de commutation (10) alternatives, et qui sélectionne
sur cette base la stratégie de commutation (10) la plus avantageuse relativement et
tient à disposition ou remet des ordres de commande correspondants à au moins certains
compresseurs (2) ; et
- une base d'informations (72) qui contient aussi, en plus d'une image de processus
formée à partir de valeurs de capteur et éventuellement de valeurs d'actionneur mises
à disposition par le coeur d'algorithme (71), les résultats de simulation pour des
stratégies de commutation (10) alternatives, sachant que la base d'informations (72)
représente au moins une partie de la base de données commune de coeur d'algorithme
(71) et de coeur de simulation (70) et sert à l'échange de données entre coeur d'algorithme
(71) et coeur de simulation (70).
15. Commande d'installation (3) d'une station d'air comprimé (1) qui comprend une pluralité
de compresseurs (2) mis en réseau entre eux, laquelle peut lancer des stratégies de
commutation (10) d'éléments d'actionnement (7) de la station d'air comprimé (1) et/ou
de différents compresseurs (2) pour influencer la quantité du fluide sous pression
(4) disponible à tout moment pour un ou plusieurs utilisateurs de la station d'air
comprimé (1) dans la station d'air comprimé (1) tout autant qu'elle est capable de
régler de manière adaptative la quantité de fluide sous pression (4) disponible à
tout moment pour un ou plusieurs utilisateurs de la station d'air comprimé (1) à la
quantité de soutirage de fluide sous pression (4) à partir de la station d'air comprimé
(1) en fonction de conditions de fonctionnement futures,
sachant qu'avant la mise en oeuvre d'une stratégie de commutation (10), diverses stratégies
de commutation (10) sont examinées dans un procédé de simulation préalable (20) sur
la base d'un modèle (21) de la station d'air comprimé (1) et, en fonction d'au moins
un critère de qualité (22) défini, la stratégie de commutation (10) la plus avantageuse
relativement est sélectionnée à partir des stratégies de commutation (10) et la commande
d'installation (3) génère un ordre de commutation (30) sur la base de la stratégie
de commutation (10) sélectionnée.