[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur skalierbaren Verbesserung der Qualität eines
Signalcodierverfahrens In digitalen Kommunikationssystemen werden zur Reduktion der
benötigen Datenraten die zu übertragenden Audiosignale mittels Kodierungsverfahren
komprimiert und nach der Übertragung dekomprimiert.
[0002] Ein derartiges Codierverfahren, welches für eine Übertragung eines Sprachsignals
in einem Frequenzbereich von 300 bis 3400 Hz mit einer Datenrate von 8 kbit/s vorgesehen
ist, ist beispielsweise aus der ITU-T-Empfehlung G.729 bekannt.
[0003] Für die Übertragung mit einer höheren Qualität ist die Übertragung eines erweiterten
Frequenzbereiches von 50 Hz bis 7000 Hz bekannt. Ein hierfür vorgesehener, sogenannter
breitbandiger Sprach-Codec ist beispielsweise in der ITU-T-Empfehlung G.722.EV beschrieben.
[0005] Zur weiteren Erhöhung der Qualität des übertragenen Audiosignales besteht die Forderung
nach einem skalierbaren Codierungsverfahren.
[0006] Die Skalierbarkeit gestattet einerseits eine empfängerseitige Abwärtskompatibilität
mit herkömmlichen Dekodierungsverfahren und andererseits bietet sie eine einfache
Möglichkeit, im Falle von eingeschränkten Datenübertragungskapazitäten im Übertragungskanal
eine sender- und empfängerseitige Anpassung der Datenrate und der Größe von übertragenen
Datenrahmen vorzunehmen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur skalierbaren Verbesserung
der Qualität eines Codierungsverfahrens nach dem Subband- Adaptive Differential Pulse
Code Prinzip anzugeben.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Anspruch 1 gelöst mit einem Verfahren zur
skalierbaren Verbesserung der Qualität eines Codierungsverfahrens gemäß IT-U Recommendation
G.722 mit folgenden Verfahrensschritten,
in einem iterativen Prozess mit einer vom Umfang der Erweiterung abhängigen Anzahl
von Wiederholungsschritten wird ein aus einem zu codierenden Eingangssignal und einem
Prognosesignal ermitteltes digitales Fehlersignal abschnittsweise mit einer Anzahl
von M*L
N unterschiedlichen Referenzsignalen verglichen und daraus das Referenzsignal mit einem
minimalen Fehlersignal hinsichtlich eines vorgegebenen Fehlerkriteriums ermittelt,
die Referenzsignale c(n) sind jeweils aus äquidistanten Dirac-Impulsen δ(
n) gemäß

aufgebaut, wobei
off = [0 ..
M-1], den Abstand des ersten Impulses von dem Beginn des Vergleichsabschnittes angibt,
α
p∈{α
0,α
1,···,α
L-1} den Amplitudenwert , M den Abstand zwischen zwei einzelnen Pulsen, N die Anzahl
der Pulse und L die Anzahl der unterschiedlichen Pegel ά ;
Die Information über das Referenzsignal mit dem minimalen Fehlersignal wird übertragen.
[0009] Dabei ist es vorteilhaft, wenn als Fehlerkriterium ein erweitertes Fehlersignal e
H1(n) gemäß

ermittelt wird und wenn über den Zeitraum des Vergleichabschnittes gemäß

ein Fehlerbetrag ermittelt und zur Bestimmung des minimalen Fehlersignales herangezogen
wird.
[0010] Vorteilhaft ist auch eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
nach Anspruch 3, bei dem neben einem herkömmlichen Kodierer (ADPCM) nach dem Subband
Adaptive Differential Pulse Code Prinzip gemäß IT-U Recommendation G.722 Mittel zur
Erstellung von Referenzsignalen vorgesehen sind, die für jede Stufe der Erweiterung
jeweils einen Signalgenerator EHDS1 ,... EHDSS zur Erzeugung der Referenzsignale c(n)
und eine Steuereinheit CB 1, ...CB S aufweisen.
[0011] Im Folgenden wird eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand der
Figuren erläutert.
[0012] Es zeigen beispielhaft:
Fig.1 den Aufbau eines erfindungsgemäßen Referenzsignales
Fig. 2 die Struktur eines erfindungsgemäßen Codecs und
Fig. 3 die Struktur eines erfindungsgemäßen Decoders.
[0013] Das Referenzsignal gemäß Fig. 1 umfasst eine Anzahl von N Dirac-Impulsen δ(
n). Die Abstände zwischen den einzelnen Impulsen betragen jeweils M Abtastperioden,
der Abstand des ersten Impulses δ(1) vom Beginn des Vergleichsabschnittes beträgt
off = [0 .. M-1] Abtastperioden. Die Dirac-Impulse können eine vorgegebene Anzahl
von Amplitudenwerten L aufweisen.
[0014] Die mathematische Definition eines Referenzsignales ist wie folgt:

[0015] Durch Variation der Parameter Amplitudenwert α mit L unterschiedlichen Werten und
des Offsets off = [0 .. M-1]wird nun eine Gruppe mit einer Anzahl
M·
LN von unterschiedlichen Referenzsignalen erzeugt.
[0016] Der erfindungsgemäße Vergleich der solcherart erhaltenen Referenzsignale c(n) wird
anhand der Figuren 2 und 3 näher erläutert. Fig. 2 zeigt den strukturellen Aufbau
eines erfindungsgemäßen Kodierers, der neben einem herkömmlichen Kodierer ADPCM nach
dem Subband Adaptive Differential Pulse Code Prinzip gemäß IT-U Recommendation G.722
Mittel zur Erstellung von Referenzsignalen umfasst, die für jede Stufe der Erweiterung
jeweils einen Signalgenerator EHDS1 ,... EHDSS zur Erzeugung der Referenzsignale c(n)
und eine Steuereinheit CB 1, ...CB S aufweist.
[0017] Erfindungsgemäß werden die Referenzsignale c(n) über einen vorgegebenen zeitlichen
Abschnitt,, ein sogenanntes Frame, mit einem digitalen Fehlersignal e
H verglichen, welches in einem herkömmlichen Codierungsverfahren gemäß IT-U Recommendation
G.722 aus einem zu codierenden Eingangssignal und einem Prognosesignal ermittelt wurde.
[0018] Daraus ergibt sich gemäß e
H1(n)= e
H -c(n) ein erweitertes Fehlersignal e
H1(n) zu dem über den Zeitraum des Vergleichabschnittes gemäß

ein Fehlerbetrag ermittelt wird.
[0019] Mittels Steuereinheit CB 1, ...CB S wird nun das Referenzsignal c(n) mit dem geringsten
Fehlerbetrag E
n ermittelt undie Information über dieses Signal als zusätzliche Information I
H1min,...I
HSmin übertragen und im Empfänger zur Dekodierung des Nutzsignales herangezogen.
[0020] Dabei haben sich in der Praxis für den Aufbau des Referenzsignales c(n) folgende
Parameter bewährt.
[0021] Ausgangspunkt ist eine Abtastrate von 8 KHz und damit eine Dauer eines Abtastintervalles
von 125 µsec. Die Dauer eines Vergleichsabschnittes beträgt 5 msec, die Anzahl der
möglichen Amplitudenwerte L für die Dirac-Impulse beträgt 2. Die Zahl der Dirac-Impulse
selbst in einem Vergleichsabschnitt beträgt N = 5. Der Abstand zwischen jeweils 2
Dirac-Impulsen beträgt M= 8 Abtastintervalle.
[0022] Der oben beschriebene Vergleichsvorgang der Referenzsignale c(n) mit dem digitalen
Fehlersignal e
H wird nun in Abhängigkeit von der gewählten Skalierung iterativ mehrfach wiederholt,
was in der Fig.2 für den S- ten Wiederholungsvorgang durch einen Funktionsblock mit
Signalgenerator EHDSS, Steuereinheit CB S und zusätzliche Informationssignal I
HSmin dargestellt ist.
[0023] Das heißt für den ersten Wiederholungsschritt, dass die Referenzsignale c(n) mit
dem erweiterten ersten Fehlersignal e
H1(n) verglichen und daraus ein erweitertes zweites Fehlersignal E
H2(n) generiert wird. Dieser Vorgang wird typisch viermal wiederholt.
[0024] Fig. 3 zeigt die Struktur eines erfindungsgemäßen Dekoders in dem aus dem empfangenen
Signal I
H, I
H1, I
H2... I
HS das Audiosignal gewonnen wird. Das empfangene Signal umfasst neben dem Ausgangssignal
I
H des herkömmlichen Kodierers ADPCM die mit der Erfindung gewonnene zusätzliche Information
I
H1min,... I
HSmin in Abhängigkeit von der Anzahl der im Sender gewählten Erweiterungsstufen.
[0025] Dabei besteht ein wesentlicher Vorteil auch darin, dass nicht alle Informationen,
die im empfangenen Signal vorhanden sind, auch tatsächlich ausgewertet werden müssen.
So is es möglich, dass ein Empfänger mit nur einem herkömmlichen Dekoder Core Decoder
ein Signal empfängt, welches auch die Zusatzinformationen I
H1min,... I
HSmin enthält, diese aber für die Gewinnung des Audiosignales nicht heranzieht
[0026] Diese Möglichkeit wird als Abwärtskompatibilität bezeichnet.
[0027] Bei einem Empfänger, der die erfindungsgemäßen Erweiterungsstufen EDS1, EDS2, ...
EDSS zur Dekodierung der Zusatzinformationen I
H1min,...I
HSmin umfasst, wird hingegen das Signal in voller Qualität dekodiert, sofern nicht aus
anderen Gründen eine Einschränkung geboten ist.
1. Verfahren zur skalierbaren Verbesserung der Qualität eines Codierungsverfahrens, bei
dem Subband- Adaptive Differential Pulse Code Modulation (SB-ADPCM) zur Codierung
von Audiosignalen gemäß IT-U Recommendation G.722 verwendet wird, mit folgenden Verfahrensschritten,
- in einem iterativen Prozess mit einer vom Umfang der Erweiterung abhängigen Anzahl
von Wiederholungsschritten wird ein aus einem zu codierenden Subband-Eingangssignal
und einem Prognosesignal ermitteltes digitales Fehlersignal (eH) abschnittsweise mit einer Anzahl von M*LN unterschiedlichen Referenzsignalen c(n) verglichen und daraus das Referenzsignal
mit einem minimalen Fehlersignal hinsichtlich eines vorgegebenen Fehlerkriteriums
ermittelt,
- die Referenzsignale c(n) sind jeweils aus äquidistanten Dirac-Impulsen δ(n) gemäß

aufgebaut, wobei off = [0 .. M-1], den Abstand des ersten Impulses von dem Beginn des Vergleichsabschnittes angibt,
αp∈{α0,α1,···,αL-1} den Amplitudenwert , M den Abstand zwischen zwei einzelnen Pulsen, N die Anzahl
der Pulse und L die Anzahl der unterschiedlichen Pegel ά ;
- Die Information (IH1min,...IHSmin) über das Referenzsignal mit dem minimalen Fehlersignal wird übertragen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei als Fehlerkriterium ein erweitertes Fehlersignal
e
H1(n) gemäß e
H1(n) = e
H -c(n) ermittelt wird und über den Zeitraum des Vergleichabschnittes gemäß

ein Fehlerbetrag ermittelt und zur Bestimmung des minimalen Fehlersignales herangezogen
wird.
3. Anordnung eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
oder 2, wobei neben einem herkömmlichen Kodierer (ADPCM) nach dem Subband Adaptive
Differential Pulse Code Prinzip gemäß IT-U Recommendation G.722 Mittel zur Erstellung
von Referenzsignalen vorgesehen sind, die für jede Stufe der Erweiterung jeweils einen
Signalgenerator (EHDS1 ,... EHDSS) zur Erzeugung der Referenzsignale c(n) und eine
Steuereinheit (CB 1, ...CB S) aufweisen.
1. A method for scalable improvement of the quality of an encoding method, in which the
Subband Adaptive Differential Pulse Code Modulation (SB-ADPCM) for encoding audio
signals pursuant to IT-U Recommendation G.722 is used, comprising the following method
steps,
- comparing a digital error signal (eH), derived from an input signal to be encoded and a prognosis signal, in sections
to a number of M*LN different reference signals c(n) in an iterative process having a number of repeated
steps depending on a scope of an expansion, and deriving from said comparison a reference
signal having a minimum error signal with respect to a prescribed error criterion,
- each of the reference signals c(n) is made up of equidistant Dirac impulses δ(n) according to the formula

wherein off = [0.. M-1] indicates the distance of the first impulse from the beginning of the comparison
segment,
αP∈{α0,α1,···,αL-1} indicates the amplitude value, M the distance between two individual pulses, N the
number of pulses, L the number of different levels α; transmitting the information
(IHimin, ... IHSmin) about the reference signal with the minimum error signal.
2. The method according to Claim 1, wherein an expanded error signal e
H1(n) is determined as an error criterion according to e
H1(n) = e
H- c(n), and an error amount is determined over the period of the comparison segment
according to

and is used to determine the minimum error signal.
3. An arrangement designed for carrying out the method according to Claims 1 or 2, wherein
in addition to a conventional encoder (ADPCM) operating according to the Subband Adaptive
Differential Pulse Code principle pursuant to IT-U Recommendation G.722, means are
provided for generating reference signals which, for each step of the expansion, have
a signal generator (EHDS 1 ,... EHDSS) for generating the reference signals c(n),
and a control unit (CB 1, ... CB S).
1. Procédé d'amélioration modulaire de la qualité d'un traitement de codage, pour lequel
on utilise la modulation par impulsions codées différentielle adaptable en sous-bande
(SB-ADPCM) pour le codage de signaux audio selon la recommandation IT-U G.722, avec
les étapes de procédé suivantes,
- dans un processus itératif avec un nombre dépendant de l'étendue de l'extension
d'étapes de répétition, un signal d'erreur (eH) numérique déterminé à partir d'un signal d'entrée de sous-bande à coder et d'un
signal de pronostic est comparé par section à un nombre de M*LN signaux de référence différents c(n) et à partir de là, le signal de référence est
déterminé avec un signal d'erreur minimal en ce qui concerne un critère d'erreur prescrit,
- les signaux de référence c(n) sont établis respectivement à partir d'impulsions
de Dirac équidistantes δ(n) selon

off = [0.. M-1] indiquant la distance entre la première impulsion et le début de
la section de comparaison,
αp ∈ {α0,α1,··,αL-1} la valeur d'amplitude, M la distance entre deux impulsions individuelles, N le nombre
d'impulsions et L le nombre de niveaux différents α ;
- l'information (IH1min, ... IHSmin) sur le signal de référence avec le signal d'erreur minimal est transmise.
2. Procédé selon la revendication 1, un signal d'erreur e
H1(n) étendu étant déterminé comme critère d'erreur selon e
H1(n) = e
H -c(n) et un montant d'erreur est déterminé sur la période de la section de comparaison
selon

et est pris en considération pour la détermination du signal d'erreur minimal.
3. Agencement aménagé pour la réalisation du procédé selon l'une quelconque des revendications
1 ou 2, des moyens pour l'établissement de signaux de référence étant prévus outre
un codeur traditionnel (ADPCM) selon le principe de modulation par impulsions codées
différentielle adaptable en sous-bande selon la recommandation IT-U G.722, lesquels
présentent pour chaque étape d'extension respectivement un générateur de signal (EHDS1,
... EHDSS) pour la génération des signaux de référence c(n) et une unité de commandé
(CB 1, ...CB S).