[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Strahlrohr zur Führung eines geladenen Teilchenstrahls
sowie auf einen Teilchenbeschleuniger mit einem derartigen Strahlrohr.
[0002] Ein derartiges Strahlrohr ist insbesondere bei einem Teilchenbeschleuniger für geladene
Teilchen vorgesehen. Der geladene Teilchenstrahl kann beispielsweise Elektronen, Atomkerne,
ionisierte Atome, geladene Moleküle oder geladene Molekülbruchstücke umfassen. Die
Beschleunigung des geladenen Teilchenstrahls erfolgt in einem strahlführenden Hohlvolumen,
das vom Strahlrohr umschlossen ist. Das Hohlvolumen ist üblicherweise im Betrieb des
Teilchenbeschleunigers evakuiert. Dazu ist üblicherweise ein dem Strahlrohr zugeordnetes
Vakuumpumpensystem vorgesehen.
[0003] Das Strahlrohr, das das Hohlvolumen und den geladenen Teilchenstrahl von der Umgebung
abgrenzt, wird durch das beschleunigende elektrische Feld elektrostatisch beaufschlagt.
Mit wachsender Feldstärke des elektrischen Feldes steigt die Wahrscheinlichkeit, dass
Streuelektronen aus der Oberfläche der Innenwandung des Strahlrohrs herausgerissen
werden. Dieser Vorgang tritt zuerst und bevorzugt an so genannten Whiskern auf. Bei
Whiskern handelt es sich um nadelförmige Einkristalle von wenigen Mikrometern Durchmesser
und bis zu mehreren hundert Mikrometern Länge, die auf sämtlichen, insbesondere auf
metallischen, Oberflächen auftreten. An der Spitze eines Whiskers tritt ein erhöhtes
elektrisches Feld auf. Dadurch werden Streuelektronen aus der Spitze des Whiskers
herausgerissen. Die Streuelektronen werden nun ebenso wie der geladene Teilchenstrahl
vom elektrischen Feld beschleunigt. Treffen solche Streuelektronen auf die Innenwand
des Strahlrohrs auf, so werden beim Aufprall Sekundärelektronen ausgelöst. Der Prozess
ist selbstanfachend. Schließlich kommt es zu einer Durchzündung an der Innenwand und
somit zu einem Einbruch des die geladenen Teilchen beschleunigenden elektrischen Feldes.
[0004] Zur Lösung dieses Problems ist aus der
US 6,331,194 B1 ein Strahlrohr bekannt, bei dem das den Teilchenstrahl führende Hohlvolumen unmittelbar
von einem hohlzylindrischen Isolationskern umgeben ist, der als High Gradient Insulator,
HGI, bezeichnet wird. Der Isolationskern umfasst eine Anzahl aus einem Dielektrikum
gefertigter dünner Ringe (Dicke ca. 0,25 mm), die stirnseitig mit jeweils einer dünnen
metallisch leitenden Schicht (Dicke ca. 4*10
-3mm, d.h. 40.000 Angström) versehen sind. Zur Herstellung des Isolationskerns werden
die Ringe zu einem Hohlzylinder zusammengesetzt. Unter Druck und Temperatureinfluss
schmelzen die aneinanderliegenden Metallschichten benachbarter Ringe auf und verbinden
sich zu Metallringen.
[0005] Der HGI erhöht die Durchschlagsresistenz des Strahlrohrs. Entstehen nämlich an der
Innenwand des HGI Sekundärelektronen, so werden die benachbarten Metallringe des HGI
aufgeladen. Die elektrische Ladung verteilt sich somit jeweils über sämtliche von
den Sekundärelektronen direkt beaufschlagte Metallringe. Dies führt zu einer Vergleichmäßigung
der elektrischen Ladung an der Innenwand des HGI und somit zu einer verringerten Tendenz
zur Sekundärelektronenvervielfachung.
[0006] Bei der Aufteilung der elektrischen Ladung auf benachbarte dünne Metallringe handelt
es sich um eine rein kapazitive Aufteilung. Das Prinzip funktioniert somit nur für
seltene und kurze Spannungsimpulse. Eine Aufladung der Metallringe ist nicht wirksam
verhindert, da die Metallringe im Dielektrikum des Isolatorkerns eingebettet sind
und somit die aufgebrachte Ladung nur langsam über Kriechstrecken abfließen kann.
Ein Betrieb des Linearbeschleunigers mit einer hohen Rate von Beschleunigungsimpulsen
führt somit zu einer zunehmenden Durchschlagswahrscheinlichkeit.
[0007] Aus
US 2 569 154 A ist eine Entladungsröhre zur Erzeugung eines Elektronenstrahls bekannt. Die Entladungsröhre
umfasst einen rohrförmigen Isolationsmantel, der ein strahlführendes Hohlvolumen unmittelbar
umgibt. Der Isolationsmantel ist aus einem dielektrisch wirkenden Trägersubstrat,
insbesondere einer Keramik gebildet. In dem Trägersubstrat sind entlang der Achse
des Isolationsmantels hintereinander angeordnete metallische Schichten eingebracht,
die durch einen elektrischen Leiter miteinander induktiv verbunden sind. Über den
Leiter sind die Schichten galvanisch zwischen eine Kathode und eine Anode geschaltet,
zwischen denen eine Spannung zur Erzeugung einer Gasentladung und zur Beschleunigung
der dabei frei werdenden Elektronen angelegt ist.
[0008] In einer alternativen Ausführung umfasst die Entladungsröhre gemäß
US 2 569 154 A einen in dem Trägersubstrat gehaltene elektrischen Leiter, der in mehrere Leiterschleifen
gegliedert ist, die den Umfang des Isolationskerns auf unterschiedlichen axialen Positionen
vollständig umlaufen und die unter Bildung einer wendelförmigen Spule untereinander
galvanisch verbunden sind.
[0009] Eine vom Aufbau her zu der vorstehend beschriebenen Entladungsröhre ähnliche Kathodenstrahlröhre
ist aus
US 2 005 021 A bekannt.
[0010] Aus
US 3 761 720 A ist ein Hochspannungsisolator für einen Van-der-Graaf-Generator oder einen Van-der-Graaf-Beschleuniger
bekannt. Der Hochspannungsisolator umfasst einen rohrförmigen Isolationsmantel, der
ein Hohlvolumen unmittelbar umgibt. Der Isolationsmantel ist aus einem dielektrisch
wirkenden Trägersubstrat gebildet. In dem Trägersubstrat sind entlang der Achse des
Isolationsmantels hintereinander angeordnete metallische Schichten eingebracht, die
durch einen elektrischen Leiter miteinander resistiv (d.h. über je einen ohmschen
Widerstand) verbunden sind. Über den Leiter sind die Schichten galvanisch zwischen
einen spannungsführenden Pol und Erde geschaltet. Zur Erkennung und Lokalisierung
von Defekten des Hochspannungsisolators wird über diesem eine hohe Testspannung angelegt,
unter dessen Wirkung in dem Hohlvolumen an gegebenenfalls vorhandenen Defektstellen
Elektronen freigesetzt werden. Durch Detektion und Spektralauswertung der von diesen
Elektronen erzeugten Bremsstrahlung werden die Defektstellen erkannt und lokalisiert.
[0011] Aus
WO 2006/043366 A1 ist ein Strahlrohr für einen Teilchenbeschleuniger bekannt. Das Strahlrohr umfasst
einen rohrförmigen Isolationsmantel, der ein strahlführendes Hohlvolumen unmittelbar
umgibt. Der Isolationsmantel ist aus einem dielektrisch wirkenden Trägersubstrat,
insbesondere einem Kunstharz gebildet. In dem Trägersubstrat sind entlang der Achse
des Strahlrohres hintereinander angeordnete ringförmige Beschleunigungselektroden
eingebracht, die durch einen elektrischen Leiter miteinander resistiv verbunden sind.
Der Leiter ist hierbei wendelförmig um den Außenumfang des Isolationsmantels gewunden.
[0012] Aus
US 3 506 865 A ist ein weiteres Strahlrohr für einen Teilchenbeschleuniger bekannt. Das Strahlrohr
umfasst einen rohrförmigen Isolationsmantel, der ein strahlführendes Hohlvolumen unmittelbar
umgibt. Innerhalb oder außerhalb des elektrisch nicht-leitenden Isolationsmantels
ist ein Leiter vorgesehen, der in mehrere Leiterschleifen gegliedert ist, die den
Umfang des Isolationskerns auf unterschiedlichen axialen Positionen vollständig umlaufen
und die unter Bildung einer wendelförmigen Spule untereinander galvanisch verbunden
sind.
[0013] Weitere Strahlrohre für Teilchenbeschleuniger, deren das strahlführende Hohlvolumen
unmittelbar umgebender Isolationsmantel aus einem dielektrisch wirkenden Trägersubstrat
gebildet ist, in das entlang der Achse des Strahlrohres hintereinander angeordnete
metallische Schichten eingebracht sind, sind aus
WO 98/33228 A2 und
US 5 757 146 A bekannt.
[0014] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Strahlrohr anzugeben, das eine
niedrige Durchschlagswahrscheinlichkeit aufweist. Der Erfindung liegt weiterhin die
Aufgabe zugrunde, einen Teilchenbeschleuniger mit einem derartigen Strahlrohr anzugeben.
[0015] Bezüglich des Strahlrohrs wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmalskombination
des Anspruchs 1. Hierzu ist das strahlführende Hohlvolumen unmittelbar von einem hohlzylindrischen
Isolationskern umgeben. Der Isolationskern ist aus einem dielektrisch wirkenden Trägersubstrat
und einem darin gehaltenen elektrischen Leiter gebildet. Der Leiter ist in mehrere
Leiterschleifen gegliedert, die den Umfang des Isolationskerns auf unterschiedlicher
axialer Position vollständig umlaufen. Die einzelnen Leiterschleifen sind untereinander
galvanisch verbunden.
[0016] Als elektrischer Leiter kann ein Metall, wie Kupfer, Gold oder dergleichen zum Einsatz
kommen. Als Dielektrikum kann beispielsweise SiO
2, Al
2O
3, ein Polycarbonat, ein Polyacryl, ein Glas oder eine Keramik eingesetzt werden.
[0017] Metallische Schichten, z.B. Metallplatten, sind im dielektrisch wirkenden Trägersubstrat
hintereinander entlang des Strahlrohres angeordnete eingebracht. Die metallischen
Schichten dienen als Zwischenelektroden. Die metallischen Schichten sind durch den
elektrischen Leiter miteinander galvanisch verbunden. Damit entspricht der Aufbau
im Wesentlichen dem eingangs erwähnten HGI. Durch die galvanische Verbindung der metallischen
Schichten können eventuell einschlagende Elektronen abfließen.
[0018] Eine niederimpedante Verbindung der metallischen Schichten würde bei einem induktiven
Teilchenbeschleuniger mit einem derartigen Strahlrohr allerdings zu einer Belastung
des Induktionsgenerators und damit zu einer Reduktion der Beschleunigungsspannung
führen. Durch den in Leiterschleifen geführten elektrischen Leiter kann aber gewährleistet
werden, dass die metallischen Schichten auf der Strahlrohroberfläche im Wesentlichen
induktiv angekoppelt sind. Dies ist insbesondere bei einem gepulsten Betrieb des Strahlrohres
vorteilhaft. Die kapazitive Ankopplung der Isolatorstrecken an eine nahe Metallelektrode
ist damit erreicht. Eventuelle Ladungen können aber in kurzer Zeit (aber lange bezüglich
einer Beschleunigungsperiode) abfließen, so dass der selbstdivergierende Durchschlagsprozess
auch bei hohen Wiederholraten unterdrückt ist.
[0019] Entstehen nun an der dem Hohlvolumen zugewandten Innenwand des Isolatorkerns Sekundärelektronen,
so wird eine Anzahl von benachbarten Leiterschleifen mit der elektrischen Ladung der
Sekundärelektronen direkt und punktuell beaufschlagt. Die elektrische Ladung verteilt
sich nun in Umfangsrichtung auf diesen Leiterschleifen. Da sämtliche Leiterschleifen
galvanisch miteinander verbunden sind, verteilt sich die Ladung auch auf Leiterschleifen,
die nicht direkt mit den Sekundärelektronen in Kontakt kommen. Die Wahrscheinlichkeit
für eine Sekundärelektronenvervielfachung und ein Durchschlagen des Isolators ist
somit wirksam verringert. Ein Teilchenbeschleuniger mit einem derartigen Strahlrohr
lässt sich somit mit einer hohen Rate von Beschleunigungsimpulsen und/oder mit einer
erhöhten Feldenergie betreiben, ohne dass die Durchschlagswahrscheinlichkeit signifikant
ansteigt.
[0020] Zweckmäßig ist das Strahlrohr von einem metallischen Gehäuse umgeben. Ein derartiges
metallisches Gehäuse kann beispielsweise aus gegeneinander abgedichteten Rohrstücken
gefertigt sein und lässt sich in einfacher Weise mittels eines Vakuumpumpsystems evakuieren,
um das strahlführende evakuierte Hohlvolumen bereit zu stellen. Das metallische Gehäuse
kann aber auch eine für die Bereitstellung des beschleunigenden elektrischen Feldes
vorgesehene Vorrichtung umfassen oder einen Bestandteil einer solchen Vorrichtung
bilden.
[0021] In einer zweckmäßigen Weiterbildung ist der am dielektrischen Trägersubstrat gehaltene
elektrische Leiter an zumindest einem Punkt galvanisch leitend mit dem metallischen
Gehäuse verbunden.
[0022] In der Erfindung sind zumindest zwei voneinander beabstandete Punkte des elektrischen
Leiters mit dem Gehäuse galvanisch verbunden. Somit herrscht innerhalb des elektrischen
Leiters kein Potentialgefälle.
[0023] Die Leiterschleifen können ringförmig geschlossen ausgebildet sein und durch eine
Anzahl von im Wesentlichen in Zylinderlängsrichtung verlaufenden Leiterbrücken miteinander
galvanisch verbunden sein.
[0024] In einer vorteilhaften Weiterbildung sind die Leiterschleifen des elektrischen Leiters
aber nach Art einer Schraubenwendel um die Mittellängsachse des hohlzylindrischen
Isolatorkerns gewunden und bilden somit eine wendelförmige Spule. Der Leiter wirkt
so als Induktivität und dämpft hochfrequente Anteile des beschleunigenden elektrischen
Feldes.
[0025] In einer zweckmäßigen Variante ist der elektrische Leiter in das dielektrisch wirkende
Trägersubstrat eingebettet. Zur Herstellung des Isolationskerns ist beispielsweise
eine Form vorgesehen, die die Gestalt eines Hohlzylinders mit einem zylindrischen
Kern zur Bildung eines Ringraumes aufweist. In den Ringraum wird beispielsweise der
nach Art eines Schraubenwendels gebogene elektrische Leiter eingelegt, der aus einem
Metalldraht besteht. Anschließend wird der Ringraum mit dem dielektrisch wirkenden
Trägersubstrat verfüllt zur Bildung des hohlzylindrischen Isolationskerns gemeinsam
mit dem elektrischen Leiter. Bei dem Dielektrikum handelt es sich beispielsweise um
eine fließfähige Kunststoffmasse, wie ein Kunstharz oder dergleichen, die nach ihrem
Einfüllen in der Form erstarrt. Es kann sich aber auch um ein pulverförmiges Dielektrikum
handeln, das als fließfähiges Schüttgut in die Form eingefüllt und unter Temperatur-
und / oder Druckapplikation verfestigt wird.
[0026] In einer anderen zweckmäßigen Variante ist der elektrische Leiter an der Innenwand
des hohlzylindrischen Trägersubstrats befestigt, insbesondere aufgeklebt. Der elektrische
Leiter kann hierbei auch aufgedruckt oder aufgedampft sein.
[0027] In einer anderen vorteilhaften Variante sind sowohl der elektrische Leiter als auch
das dielektrisch wirkende Trägersubstrat als drahtförmige Streifen ausgebildet und
zur Bildung des hohlzylindrischen Isolationskerns in Form einer Doppelwendel ineinander
gewunden. Zur Herstellung dieser Form des Isolationskerns werden die beiden Streifen
beispielsweise um einen Zylinder als Montagehilfe gewickelt und anschließend aneinander
befestigt.
[0028] Sämtliche beschriebenen Varianten für die Fertigung des hohlzylindrischen Isolationskerns
sind vergleichsweise einfach und somit kostengünstig durchführbar.
[0029] Im Fertigungsendzustand durchsetzt der elektrische Leiter vorteilhaft das Trägersubstrat
vollständig. Mit anderen Worten weist sowohl die Innenwand, als auch die Außenwand
des hohlzylindrischen Isolationskerns einen metallisch leitenden Anteil auf. Somit
lässt sich im Isolationskern eine große Menge an elektrisch leitendem Material verbauen,
die zur Aufnahme einer großen elektrischen Ladungsmenge geeignet ist.
[0030] Bezüglich des Teilchenbeschleunigers wird die obige Aufgabe erfindungsgemäß gelöst
durch die Merkmale des Anspruchs 6. Danach umfasst der Teilchenbeschleuniger ein Strahlrohr
nach einem der Ansprüche 1 bis 5. Der Teilchenbeschleuniger kann beispielsweise zu
Forschungszwecken, aber auch als medizinisches Therapiegerät eingesetzt werden. Der
Teilchenbeschleuniger ist insbesondere als Dielectric Wall Accelerator, DWA, ausgeführt,
wie er in der
US 5,757,146 ausführlich beschrieben ist.
[0031] Der Teilchenbeschleuniger kann insbesondere im gepulsten Betrieb betrieben werden
und auf elektromagnetischer Induktion beruhen, d.h. das beschleunigende elektrische
Feld wird durch eine magnetische Flussänderung um die Teilchenflugbahn erzeugt.
[0032] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert.
[0033] Die einzige Figur zeigt einen Teilbereich eines Teilchenbeschleunigers 2 mit einem
Abschnitt eines Strahlrohrs 4 in einer dreidimensionalen Schnittansicht.
[0034] Der Teilchenbeschleuniger 2 ist beispielsweise als Linearbeschleuniger ausgestaltet,
bei dem das beschleunigende elektrische Feld durch eine Gleichspannung oder durch
eine pulsierende Wechselspannung (vgl.
Linearbeschleuniger von Wideröe, 1928) bereitgestellt wird. Er kann aber auch als Dielectric Wall Accelerator ausgebildet
sein.
[0035] Das Strahlrohr 4 ist lediglich schematisch als Hohlzylinder dargestellt. Es umfasst
ein röhrenförmiges metallisches Gehäuse 5. Es kann aber auch Anbauten, beispielsweise
ein in der Figur nicht dargestelltes Vakuumpumpsystem, aufweisen. Das Strahlrohr 4
nimmt einen ebenfalls hohlzylindrischen Isolationskern 6 auf. Der Isolationskern 6
wiederum umgibt unmittelbar ein strahlführendes zylindrisches Hohlvolumen 8. Im Hohlvolumen
8 wird ein nur symbolisch angedeuteter geladener Teilchenstrahl 10 geführt und beschleunigt.
[0036] Dem Teilchenbeschleuniger 2 liegt das Prinzip der elektromagnetischen Induktion zugrunde.
Er generiert ein in der Figur symbolisch angedeutetes Magnetfeld 12 um die Teilchenflugbahn,
die mit dem Richtungspfeil für den geladenen Teilchenstrahl 10 zusammenfällt. In der
Figur bildet das Magnetfeld 12 geschlossene Feldlinien um das Hohlvolumen 8 bzw. um
die Teilchenflugbahn der geladenen Teilchen 10. Durch eine zeitliche Änderung des
magnetischen Flusses des Magnetfelds 12 wird ein in der Figur nicht dargestelltes
elektrisches Feld erzeugt, das den geladenen Teilchenstrahl 10 in Pfeilrichtung beschleunigt.
[0037] Der hohlzylindrische Isolationskern 6 ist aus einem dielektrisch wirkenden Trägersubstrat
14 und aus einem darin gehaltenen elektrischen Leiter 16 gebildet. Der elektrische
Leiter 16 ist in mehrere, den Umfang des Isolationskerns 6 von seiner Mittellängsachse
18 her gesehen auf unterschiedlichen Positionen umlaufende Leiterschleifen 20 gegliedert.
Die Leiterschleifen 20 sind miteinander galvanisch verbunden und bilden so eine wendelförmige
Spule.
[0038] Im dielektrisch wirkenden Trägersubstrat 14 können hintereinander entlang der Achse
des Strahlrohres metallische Schichten, z.B. Metallplatten, eingebracht sein (hier
nicht gezeigt). In diesem Fall hat das dielektrisch wirkende Trägersubstrat einen
Aufbau wie in Fig. 2A der
US 6,331,194 B1 gezeigt. Die metallischen Schichten sind durch die umlaufenden Leiterschleifen 20
miteinander verbunden. Durch die galvanische Verbindung der metallischen Schichten
können eventuell einschlagende Elektronen abfließen.
Zur Fertigung des Isolationskerns 6 wird beispielsweise der elektrische Leiter 16
nach Art eines Schraubenwendels gebogen und an der Innenwand des hohlzylindrischen
Trägersubstrats 14 befestigt. Der elektrische Leiter kann aber auch mittels einer
metallisch leitfähigen Paste, wie sie für das Drucken von Leiterbahnen auf Leiterplatten
eingesetzt wird, auf die Innenwand des hohlzylindrischen Trägersubstrats 14 aufgedruckt
werden.
[0039] Die beiden Enden des wendelförmigen elektrischen Leiters 16 sind über elektrisch
leitende Verbindungen 22 mit dem Strahlrohr 4 bzw. seinem metallischen Gehäuse 5 und
damit mit dem Grundpotential des Teilchenbeschleunigers 2 verbunden.
[0040] Das Hohlvolumen 8 ist im Betrieb des Teilchenbeschleunigers 2 evakuiert.
[0041] Streu- und Sekundärelektronen, die durch das beschleunigende elektrische Feld aus
der Strahlrohrwand gelöst wurden, treffen beim Aufprall auf den Isolationskern 6 auf
eine oder mehrere Leiterschleifen 20 des elektrischen Leiters 16 und laden diese auf.
Durch die galvanische Verbindung der Leiterschleifen 16 untereinander verteilt sich
die Ladung der Sekundärelektronen in Richtung der Mittellängsachse 18 entlang des
elektrischen Leiters 16. Auf diese Weise ist die Gefahr einer Sekundärelektronenvervielfachung
und damit die Durchschlagswahrscheinlichkeit des Teilchenbeschleunigers 2 gering.
Somit lässt sich der Teilchenbeschleuniger 2 mit einer hohen beschleunigenden elektrischen
Feldstärke und ist einer hohen Rate von Beschleunigungsimpulsen betreiben.
[0042] Durch die Ausbildung des elektrischen Leiters 16 nach Art einer Spule werden zudem
hochfrequente elektrische Wechselfelder gefiltert.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 2
- Teilchenbeschleuniger
- 4
- Strahlrohr
- 6
- Isolationskern
- 8
- Hohlvolumen
- 10
- geladener Teilchenstrahl
- 12
- Magnetfeld
- 14
- Trägersubstrat
- 16
- elektrischer Leiter
- 18
- Mittellängsachse
- 20
- Leiterschleife
- 22
- elektrisch leitende Verbindung
1. Strahlrohr (4) zur Führung,eines geladenen Teilchenstrahls (10) mit einem ein strahlführendes
Hohlvolumen (8) unmittelbar umgebenden hohlzylindrischen Isolationskern (6), der aus
einem dielektrisch wirkenden Trägersubstrat (14) gebildet ist, und mit einem den Isolationskern
(6) umgebenden metallischen Gehäuse (5), wobei im Trägersubstrat (14) entlang der
Achse des Strahlrohres (4) hintereinander angeordnete metallische Schichten eingebracht
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Isolationskern (6) weiterhin aus einem in dem dielektrisch wirkenden Trägersubstrat
(14) gehaltenen elektrischen Leiter (16) gebildet ist, wobei der Leiter (16) in mehrere
Leiterschleifen (20) gegliedert ist, die den Umfang des Isolationskerns (6) auf unterschiedlichen
axialen Positionen vollständig umlaufen und die untereinander galvanisch verbunden
sind, wobei der Leiter (16) an mindestens zwei voneinander beabstandeten Punkten insbesondere
endseitig mit dem Gehäuse (5) galvanisch verbunden ist, wobei die metallischen Schichten
durch den elektrischen Leiter (16) miteinander galvanisch verbunden sind und wobei
die metallischen Schichten durch den in Leiterschleifen geführten elektrischen Leiter
auf einer Strahlrohroberfläche im Wesentlichen induktiv angekoppelt sind.
2. Strahlrohr (4) nach Anspruch 1,
wobei die Leiterschleifen (20) eine wendelförmige Spule bilden.
3. Strahlrohr (4) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Leiter (16) in das Trägersubstrat (14) eingebettet ist.
4. Strahlrohr (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Leiter (16) das Trägersubstrat (14) vollständig durchsetzt.
5. Strahlrohr (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei der Leiter (16) und das Trägersubstrat (14) drahtförmig ausgebildet und als
Doppelwendel gewunden sind.
6. Teilchenbeschleuniger (2), insbesondere Linearbeschleuniger, mit einem Strahlrohr
(4) nach einem der Ansprüche 1 bis 5.
1. Beam tube (4) for guiding a charged particle beam (10), comprising a hollow cylindrical
isolation core (6) which directly encloses a beam-guiding cavity (8) and is formed
from a dielectrically acting carrier substrate (14), and comprising a metal housing
(5) enclosing the isolation core (6), wherein metal layers are placed in succession
along the axis of the beam tube (4) in the carrier substrate (14),
characterized in that the isolation core (6) is furthermore formed from an electrical conductor (16) held
in the dielectrically acting carrier substrate (14), wherein the conductor (16) is
divided into a plurality of conductor loops (20) which extend fully around the circumference
of the isolation core (6) at different axial positions and are DC-connected to one
another, wherein the conductor (16) is DC-connected, in particular in an end-side
manner, to the housing (5) at at least two spaced-apart points, wherein the metal
layers are DC-connected to one another by the electrical conductor (16) and wherein
the metal layers are substantially inductively coupled by the electrical conductor,
which is guided in conductor loops, on a beam tube surface.
2. Beam tube (4) according to Claim 1, wherein the conductor loops (20) form a helical
coil.
3. Beam tube (4) according to Claim 1 or 2, wherein the conductor (16) is embedded in
the carrier substrate (14).
4. Beam tube (4) according to one of Claims 1 to 3, wherein the conductor (16) passes
entirely through the carrier substrate (14).
5. Beam tube (4) according to one of Claims 1 to 4, wherein the conductor (16) and the
carrier substrate (14) are wire-shaped and are wound as a double helix.
6. Particle accelerator (2), in particular a linear accelerator, having a beam tube (4)
according to one of Claims 1 to 5.
1. Tube à faisceau (4) destiné au guidage d'un faisceau de particules chargées (10),
muni d'un noyau d'isolation (6) cylindrique creux entourant directement un volume
creux (8) guidant le faisceau, lequel noyau d'isolation est formé par un substrat
porteur (14) agissant diélectriquement, et est muni d'un boîtier métallique (5) entourant
le noyau d'isolation (6), des couches métalliques disposées les unes derrière les
autres étant placées dans le substrat porteur (14) le long de l'axe du tube à faisceau
(4),
caractérisé en ce que
le noyau d'isolation (6) est en outre formé à partir d'un conducteur électrique (16)
maintenu dans le substrat porteur (14) agissant diélectriquement, le conducteur (16)
étant divisé en plusieurs boucles de conducteur (20) qui entourent entièrement la
circonférence du noyau d'isolation (6) sur différentes positions axiales et sont reliées
entre elles galvaniquement, le conducteur (16) étant relié galvaniquement au boîtier
(5) à au moins deux points distancés l'un de l'autre, notamment côté extrémité, les
couches métalliques étant reliées entre elles galvaniquement au moyen du conducteur
électrique (16) et les couches métalliques étant couplées essentiellement inductivement
sur une surface du tube à faisceau au moyen du conducteur électrique guidé en boucles
de conducteur.
2. Tube à faisceau (4) selon la revendication 1,
les boucles de conducteur (20) formant une bobine hélicoïdale.
3. Tube à faisceau (4) selon la revendication 1 ou 2,
le conducteur (16) étant logé dans le substrat porteur (14) .
4. Tube à faisceau (4) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
le conducteur (16) traversant entièrement le substrat porteur (14).
5. Tube à faisceau (4) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
le conducteur (16) et le substrat porteur (14) étant réalisés en forme de fil et tordus
en tant que double spirale.
6. Accélérateur de particules(2), notamment accélérateur linéaire, muni d'un tube à faisceau
(4) selon l'une quelconque des revendications 1 à 5.