[0001] Die Erfindung betrifft eine Siebpositionieranordnung zur Positionierung eines Siebes
in einer Siebdruckeinheit, die mindestens einen beweglichen Teil und mindestens einen
ortsfesten Teil aufweist, wobei das Sieb an dem beweglichen Teil, das über zumindest
ein Verstellmittel relativ zum ortsfesten Teil verstellbar ist, anordenbar ist.
[0002] Eine derartige Siebpositionieranordnung ist beispielsweise aus der
DE 40 37 678 A1 bekannt.
[0003] Beim Bedrucken von Substraten mittels Siebdruckverfahren, insbesondere beim Bedrucken
von Solarzellen, können funktionelle Strukturen, wie beispielsweise Oberflächenkontakte,
aufgedruckt werden. Hierzu wird ein Substrat relativ zum Sieb einer Siebdruckeinheit
positioniert. Die Positionierung des Substrats wird meist durch eine verstellbare
Substrathalterung erreicht. Die Substrate müssen dazu einzeln auf den verstellbaren
Substrathalterungen positioniert und befestigt werden. Diese Positionierung der Substrate
reduziert den Durchsatz beim Bedrucken der Substrate erheblich.
[0004] Eine weitere Möglichkeit der Positionierung besteht darin, die Position des Substrats
zu fixieren und das Sieb relativ zur Position des Substrats auszurichten. Die
DE 40 37 678 A1 offenbart eine Siebpositionieranordnung zur Positionierung eines Siebes relativ zum
Substrat. In der bekannten Anordnung ist hierzu das Sieb auf einem beweglichen, durch
Schrittmotoren antreibbaren Schlitten gelagert, wobei der Schlitten über die Schrittmotoren
an einem Tragrahmen gelagert ist. Federn sind zwischen Schlitten und Tragrahmen gespannt,
um für einen gleichmäßigen Andruck des Schlittens an die Schrittmotoren zu sorgen.
Schrittmotoren weisen grundsätzlich ein gewisses Spiel auf. Die Lagerung des Schlittens
an dem Tragrahmen ist daher nicht spielfrei. Die Federn können lediglich eine gewisse
Kompensierung bewirken.
[0005] Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine Positionieranordnung
bereitzustellen, mit der die Positionierung des Siebes relativ zum Substrat spielfrei
und schnell durchgeführt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Siebpositionieranordnung zur Positionierung
eines Siebes gelöst, die mindestens einen beweglichen Teil und mindestens einen ortsfesten
Teil aufweist, wobei das Sieb an dem beweglichen Teil, das über zumindest ein Verstellmittel
relativ zum ortsfesten Teil verstellbar ist, anordenbar ist, und der bewegliche Teil
an dem ortsfesten Teil über ein oder mehrere flexible Elemente gelagert ist. Hierdurch
wird eine ausschließliche Lagerung des beweglichen Teils an dem ortsfesten Teil über
flexible Elemente ermöglicht. Die flexiblen Elemente sind dabei vorzugsweise elastisch
ausgeführt und können beispielsweise durch Gummipuffer, Stäbe oder Stege realisiert
werden. Die erfindungsgemäße Siebpositionieranordnung hat darüber hinaus den Vorteil,
dass bei gegebener Substratposition eine exakte spielfreie Positionierung des Siebes
einer Siebdruckeinheit relativ zum Substrat ermöglicht wird. Die Lagerung erfolgt
dabei nicht über einen spielbehafteten Antrieb, sondern unmittelbar über die flexiblen,
vorzugsweise elastischen Elemente. Die durch die Lagerung bewirkte Rückstellung kompensiert
ein eventuelles Spiel der Verstellmittel. Insbesondere Umkehrspiele werden durch eine
derart realisierte Lagerung mittels flexibler Elemente vermieden. Die Positioniergenauigkeit
der Siebpositionieranordnung liegt dabei im Bereich weniger Mikrometer und darunter.
[0007] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann der bewegliche Teil als
Aufnahme für einen, vorzugsweise in sich steifen, Siebrahmen ausgeführt sein. Der
Siebrahmen kann am beweglichen Teil befestigbar sein. Das Sieb kann alternativ unmittelbar
in dem beweglichen Teil aufgespannt sein, sodass das bewegliche Teil den Siebrahmen
darstellt. Ein separater Siebrahmen bzw. ein Schlitten als Auflage für einen Siebrahmen
kann entfallen. Somit müssen nur minimale Massen bei der Positionierung bewegt werden.
Die Präzision und die Positioniergeschwindigkeit der Siebdruckanlage können dadurch
wesentlich erhöht werden.
[0008] In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel können die flexiblen Elemente gebogen
und/oder gewinkelt ausgeführt sein. Die flexiblen Elemente können beispielsweise in
Form L-förmiger Stege ausgebildet sein. Vorzugsweise verlaufen Abschnitte der flexiblen
Elemente parallel zu den Kanten des ortsfesten und beweglichen Teils, wodurch eine
platzsparende Anordnung ermöglicht wird. Durch die Bögen und/oder Winkel der flexiblen
Elemente wird der Widerstand bzw. die Elastizität in jede Bewegungsrichtung individuell
einstellbar. So kann beispielsweise durch einen zusätzlichen Winkel oder eine zusätzliche
Biegung in einem flexiblen Element oder durch die Anzahl der in einem Winkel zueinander
angeordneter Abschnitte eines flexiblen Elements, der bewegliche Teil der Siebpositionieranordnung
in einer bestimmten Richtung einfacher bewegbar werden. Ebenso kann durch die Wahl
der Länge zueinander im Winkel angeordneter Abschnitte der jeweiligen flexiblen Elemente
der bewegliche Teil der Siebpositionieranordnung in einer bestimmten Richtung einfacher
bewegbar werden und so ebenfalls eine Vorzugsrichtung der Bewegung des beweglichen
Teils definieren.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann die Höhe der flexiblen Elemente größer
als deren Breite sein. Da der bewegliche Teil der Siebpositionieranordnung bei einer
Positionierung eines Siebes stets dem geringsten Widerstand der flexiblen Elemente
folgen wird, sind durch eine derartige Ausführung Bewegungen des beweglichen Teils
ausschließlich in einer horizontalen Ebene der Siebpositionieranordnung erzwingbar.
Die flexiblen Elemente ermöglichen eine verwindungssteife Verbindung zwischen dem
ortsfesten und dem beweglichen Teil. Auf eine Stützung des Siebes durch weitere Lager
oder andere stützende Elemente, wie beispielsweise kugelgelagerte Schlitten oder andere
bewegliche Aufnahmen für das Sieb oder einen Siebrahmen, kann durch die verwindungssteife
Lagerung vollständig verzichtet werden. Wenn die flexiblen Elemente höher als breit
sind, weisen sie in einer Richtung senkrecht zur Verstellrichtung des Siebs eine hohe
Steifigkeit auf und können dem auf dem Sieb lastenden Rakeldruck besonders gut standhalten.
Selbstverständlich können einzelne flexible Elemente auch in einem anderen Aspektverhältnis
ausgeführt sein, beispielsweise um das Sieb gegenüber der Horizontalen bewusst zu
kippen. Dadurch kann beispielsweise eine Rakel an einer nach unten gekippten Seite
aufgesetzt und zu einer Seite des Siebes mit dem größten Abstand zum Substrat hin
gezogen werden.
[0010] Weiterhin können der bewegliche Teil und der ortsfeste Teil der Siebpositionieranordnung
monolithisch ausgeführt sein. Die in Form von Stegen ausgebildeten flexiblen Elemente
zwischen dem beweglichen Teil und dem ortsfesten Teil können dann einfach durch Ausnehmungen
aus dem vollen Material hergestellt werden. Die Siebpositionieranordnung kann beispielsweise
als eine Platte mit gefrästen, erodierten oder Laser-gefertigten Schlitzen realisiert
werden, wobei die Schlitze die Stege zwischen dem beweglichen Teil und dem ortsfesten
Teil der Siebpositionieranordnung definieren. Durch die Stege kann die Siebpositionieranordnung
als ein monolithisches Festkörperlager ausgebildet werden, für dessen Bewegung weder
Kugellager, noch Walzen, Schienen, gleitende Oberflächen oder dergleichen nötig sind.
Dadurch können sowohl Teile eingespart, als auch gleichzeitig ein Spiel an den Verbindungen
dieser Teile vermieden werden. Der bewegliche Teil ist vielmehr durch feste Stege
mit dem ortsfesten Teil verbunden, die jedoch durch die Verstellmittel im elastischen
Bereich verformt werden können. Mittels eines derartigen Festkörperlagers kann eine
präzise Führung, und dadurch eine exakte Positionierung auf engem Raum einfach erreicht
werden.
[0011] Vorteilhafterweise umfasst zumindest ein Verstellmittel der Siebpositionieranordnung
mindestens einen Antrieb. Der Antrieb ermöglicht eine schnelle und automatisierte
Verstellung des beweglichen Teils der Siebpositionieranordnung und kann beispielsweise
durch einen Linearantrieb, einen Spindelantrieb oder einen Schrittmotor realisiert
werden. Je nach Anzahl der Antriebe und/oder Anordnung der flexiblen Verbindungsmittel
kann der bewegliche Teil der Siebpositionieranordnung in unterschiedlich viele Richtungen
bewegt werden. Das Sieb kann auf diese Art und Weise in ein, zwei oder drei Dimensionen
kontrolliert positioniert werden. Nachdem bei der Positionierung eines Siebes die
exakte Position des Siebes relativ zum Substrat erreicht ist, kann diese Position
durch die Kombination aus Antrieb und flexiblen Elementen einfach gehalten werden.
[0012] Um die direkte Versorgung des zumindest einen Antriebs, beispielsweise in Form elektrischer
Verbindungen, sicherzustellen, kann der Antrieb vorzugsweise am ortsfesten Teil der
Siebpositionieranordnung angeordnet werden. Darüber hinaus wird durch die Anordnung
des Antriebs am ortsfesten Teil die Wartung des Antriebs erleichtert und die zu bewegende
Masse des beweglichen Teils so klein wie möglich gehalten.
[0013] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn zumindest ein Antrieb ein Exzenterantrieb ist,
wobei der Exzenter mittelbar oder unmittelbar am beweglichen Teil angreifen kann.
Der Einsatz von Exzentern ermöglicht eine hochgenaue Positionierung, sowie eine große
spielfreie Untersetzung der Bewegungen des Antriebs auf den beweglichen Teil unter
Einsatz weniger Bauteile. Der Exzenterantrieb kann in der Lage sein, den beweglichen
Teil linear zum ortsfesten Teil zu bewegen.
[0014] In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann der bewegliche
Teil gegenüber dem ortsfesten Teil durch zwei Antriebe in eine erste Richtung und
einen Antrieb in eine Richtung senkrecht zur ersten Richtung bewegbar ausgeführt sein.
Durch eine solche Anordnung der drei Antriebe werden gleichzeitig lineare Bewegungen
und Drehungen zur Positionierung des Siebes möglich. Dadurch entfällt ein komplizierter
Aufbau, bei dem neben den Vorrichtungen zur linearen Bewegung weitere mechanische
Mittel, wie beispielsweise zusätzliche Drehlager, zur Drehung des beweglichen Teils
vorgesehen werden müssten.
[0015] Weiterhin kann bevorzugt sein, dass zumindest ein an dem bewegbaren oder dem ortsfesten
Teil angeordneter Antrieb mit einem Bewegungsübertragungselement verbunden ist, das
an dem jeweils anderen Teil angreift. Der Antrieb wird dadurch im Außenbereich der
Siebpositionieranordnung anordenbar, was sowohl aufbau- als auch wartungsfreundlich
ist. Als Bewegungsübertragungselement kann beispielsweise ein Seilzug oder eine Stange
eingesetzt werden. Sollte der Antrieb z. B. durch einen Exzenterantrieb ausgeführt
sein, dann kann das Bewegungsübertragungselement vorteilhafterweise wesentlich länger
als die maximale Bewegung des Exzenters ausgeführt sein, um möglichst wenig Bewegungen
quer zur beabsichtigten Verstellrichtung auf den beweglichen Teil auszuüben.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist zumindest ein Bewegungsübertragungselement
eine oder mehrere Verjüngungen auf. Durch die Verjüngungen können unerwünschte Bewegungen
quer zur beabsichtigten Verstellrichtung aufgenommen werden, um somit unerwünschte
Auswirkungen auf die Positionierung des Siebes zu vermeiden. Vorteilhafterweise kann
zumindest ein Bewegungsübertragungselement an einem Vorsprung des beweglichen und/oder
ortsfesten Teils befestigt sein. Das Bewegungsübertragungselement wird dadurch einfach
an einem der Teile befestigbar.
[0017] Weiterhin kann zumindest ein Wegmesssystem zur Bestimmung der Position des beweglichen
Teils bezüglich des ortsfesten Teils vorgesehen sein. Das Wegmesssystem kann mechanisch
oder berührungslos, vorzugsweise aber in Form eines optischen Wegmesssystems, ausgeführt
sein. Hierdurch kann die Ist-Position des Siebes unter Vermeidung negativer Beeinflussungen,
die beispielsweise im Falle eines Wegmesssystems auf der Antriebsseite auftreten können,
bestimmt werden. Insbesondere kann die Relativposition von beweglichem und ortsfestem
Teil unmittelbar erfasst werden und nicht nur mittelbar, z. B. über ein in einem Antrieb
integriertes Messsystem.
[0018] Vorteilhafterweise ist zumindest ein Wegmesssystem an einem Vorsprung des beweglichen
und/oder ortsfesten Teils angeordnet. Bei einem ebenfalls an dem Vorsprung angeordnetem
Bewegungsübertragungselement können Messdaten des Wegmesssystems somit unmittelbar
auf Bewegungen dieses Bewegungsübertragungselements zurückgeführt werden, wodurch
eine einfache Regelung der Bewegung ermöglicht wird.
[0019] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht einer erfindungsgemäßen Siebpositionieranordnung, und
- Fig. 2
- eine Rückansicht des in Fig. 1 gestrichelt eingerahmten Bereichs der Siebpositionieranordnung.
[0020] Fig. 1 zeigt eine Siebpositionieranordnung 10, die einen beweglichen Teil 12 und
einen ortsfesten Teil 14 umfasst. Am beweglichen Teil 12 ist ein Siebrahmen zur Halterung
eines Siebes 16 mit einer Schablone bzw. Druckstruktur 18 angeordnet. Der bewegliche
Teil 12 ist mit dem ortsfesten Teil 14 mittels als Stege ausgebildeter flexibler Elemente
20, 22, 24, 26 verbunden. Die flexiblen Elemente werden dabei hergestellt, indem Öffnungen
28, 30, 32, 34 in eine Metallplatte, insbesondere Aluminium-oder Stahlplatte, eingebracht
werden. Durch diese Maßnahme wird die Metallplatte in einen ortsfesten Teil 14 und
beweglichen Teil 12 unterteilt, wobei die Teile 12, 14 durch die flexiblen Elemente
20, 22, 24, 26 verbunden sind. Die Siebpositionieranordnung 10 ist somit monolithisch
ausgeführt, d. h. ortsfester Teil 14 und beweglicher Teil 12 sind materialschlüssig
miteinander verbunden und einstückig ausgeführt. Die flexiblen Elemente 20, 22, 24,
26 werden also durch das verbleibende Material zwischen dem beweglichen Teil 12 und
dem ortsfesten Teil 14 definiert. Ein erstes flexibles Element 20 verbleibt zwischen
einer ersten Öffnung 28 und einer zweiten Öffnung 30. Die zweite Öffnung 30 und eine
dritte Öffnung 32 bilden das zweite flexible Element 22. Die dritte Öffnung 32 definiert
mit einer vierten Öffnung 34 ein drittes flexibles Element 24. Schließlich wird ein
viertes flexibles Element 26 durch die vierte Öffnung 34 und die erste Öffnung 28
ausgebildet. Wegen der im rechten Winkel eingebrachten Öffnungen 28, 30, 32, 34 sind
auch die ausgebildeten flexiblen Elemente 20, 22, 24, 26 rechtwinklig ausgebildet.
Der bewegliche Teil 12 und der ortsfeste Teil 14 der Siebpositionieranordnung 10 können
so im Wesentlichen durch rechtwinklig eingebrachte Öffnungen 28, 30, 32, 34 einfach
und kostengünstig aus einer einzigen Platte hergestellt werden.
[0021] Die durch die Materialstärke der Teile 12, 14 definierte Höhe der flexiblen Elemente
20, 22, 24, 26 ist größer als deren Breite, d. h. die Platte ist dicker als die Breite
der durch die Öffnungen 28, 30, 32, 34 definierten flexiblen Elemente 20, 22, 24,
26. Der bewegliche Teil 12 der Siebpositionieranordnung 10 ist dadurch in einer horizontalen
Ebene begrenzt beweglich und senkrecht zur Zeichenebene im Wesentlichen unbeweglich.
Durch die Unbeweglichkeit des beweglichen Teils 12 senkrecht zur Zeichenebene ist
keine weitere Stützung des beweglichen Teils 12 nötig. Gleichzeitig wird eine hohe
Präzision beim Halten der Position des Siebes durch dessen Unbeweglichkeit senkrecht
zur Zeichenebene erreicht.
[0022] Zum Bedrucken eines Substrats, beispielsweise einer Solarzelle, wird das Substrat
vorpositioniert auf einem Transportband (nicht gezeigt) unter die Siebpositionieranordnung
10 gefahren. Das Substrat wird hierbei durch eine Vakuumansaugung auf dem Transportband
festgehalten. Zur Positionierung des Siebes 16 gegenüber dem Substrat wird nun der
bewegliche Teil 12 entsprechend einer zuvor erfassten Substratposition oder Position
von Strukturen des Substrats positioniert. Die Positionierung erfolgt durch Verstellmittel,
die einen X1-Antrieb 38, einen X2-Antrieb 40 und einen Y-Antrieb 41 umfassen. Der
X1-Antrieb 38 und der X2-Antrieb 40 bewegen den beweglichen Teil 12 in X-Richtung,
d. h. in Richtung des Doppelpfeils 42, während der Y-Antrieb 41 den beweglichen Teil
12 in Y-Richtung, d. h. in Richtung des Doppelpfeils 43 verschiebt. Wird der X1-Antrieb
38 nicht synchron mit dem X2-Antrieb 40 bewegt, wird der bewegliche Teil 12 gedreht.
Durch die Kombination aus linearer Bewegung und Drehung des beweglichen Teils 12,
kann das Sieb 16 exakt bezüglich einer Struktur auf dem Substrat positioniert werden.
Durch die flexiblen Elemente 20, 22, 24, 26 kann der bewegliche Teil 12 spielfrei
mittels der Antriebe 38, 40, 41 verschoben und anschließend ebenfalls spielfrei in
seiner korrekten Position gehalten werden. Die Antriebe 38, 40, 41 sind als Exzenterantriebe
ausgeführt, deren Exzenterbewegungen über jeweils zugeordnete Bewegungsübertragungselemente
in Form von Stangen an den beweglichen Teil 12 übertragen werden.
[0023] Fig. 2 zeigt hierzu beispielhaft die Übertragung der Bewegung des X1-Antriebs 38
auf den beweglichen Teil 12. Der X1-Antrieb 38 umfasst einen elektrischen Motor (nicht
gezeigt) mit einer Antriebswelle 44, die drehfest auf ein als Exzenter ausgeführtes
Einlegeteil 46 eingepasst ist. Das Einlegeteil 46 ist wiederum drehfest mit der Innenseite
eines Antriebslagers 48 verbunden. Das Antriebslager 48 ist als Kugellager ausgeführt
und auf seiner Außenseite durch eine Klemmverbindung 50, die eine Klemmschraube 52
umfasst, mit einem Bewegungsübertragungselement 54 verbunden. Zur Befestigung und
Wartung des Bewegungsübertragungselements 54 kann die Klemmschraube 52 gelöst und
die Klemmverbindung 50 vom Antriebslager 48 abgenommen werden. Die in Fig. 2 ausgeführte
Klemmverbindung 50 ist als ein Bestandteil des Bewegungsübertragungselements 54 ausgeführt.
Die Klemmverbindung 50 und das Bewegungsübertragungselement 54 können allerdings auch
mehrteilig ausgeführt sein.
[0024] Bei einer Drehung der Antriebswelle 44 wird das Bewegungsübertragungselement 54 in
Richtung des Doppelpfeils 42 verschoben. Das Bewegungsübertragungselement 54 ist wiederum
mit dem beweglichen Teil 12 verbunden, sodass der bewegliche Teil 12 durch den X1-Antrieb
38 ebenfalls in Richtung des Doppelpfeils 42 verschoben wird. Das Bewegungsübertragungselement
54 bewegt sich in einer Vertiefung 56 des ortsfesten Teils 14 auf gleicher Höhe senkrecht
zur Zeichenebene mit dem beweglichen Teil 12. Hierdurch wird die Einleitung einer
Kraft senkrecht zur Zeichenebene auf den beweglichen Teil 12 vermieden.
[0025] Der als Exzenterantrieb ausgeführte X1-Antrieb 38 verschiebt das Bewegungsübertragungselement
54 darüber hinaus in Richtung des Doppelpfeils 43. Wegen der Länge des Bewegungsübertragungselements
54 und der Verjüngung 58 des Bewegungsübertragungselements 54 sind allerdings die
Auswirkungen in Richtung des Doppelpfeils 43 auf den beweglichen Teil 12 vernachlässigbar
klein. Die Bewegung in Richtung des Doppelpfeils 43 erfolgt in erster Linie am Antriebslager
48, d. h. weit entfernt vom Angriffspunkt des Bewegungsübertragungselements 54 am
beweglichen Teil 12. Darüber hinaus können unerwünschte Bewegungen durch eine entsprechende
Gegensteuerung der anderen Antriebe kompensiert werden. Die Verjüngung 58 lässt eine
Verformung des Bewegungs-übertragungssystems 54 in Doppelpfeilrichtung 43 zu. Bewegungen
in Doppelpfeilrichtung 43 werden somit von dem beweglichen Teil 12 weitestgehend fern
gehalten.
[0026] Zur Bestimmung der absoluten Position des beweglichen Teils 12 in X1-Richtung ist
an einem ersten Vorsprung 60 des beweglichen Teils 12 ein optisches X1-Wegmesssystem
62 befestigt. Das optische X1-Wegmesssystem 62 kann beispielsweise durch eine Kameramessung
oder eine interferometrische Messung den genauen Abstand des beweglichen Teils 12
zum ortsfesten Teil 14 bestimmen. Durch die Anordnung des X1-Wegmesssystems 62 am
ersten Vorsprung 60 des beweglichen Teils 12, an dem auch das Bewegungsübertragungselement
54 befestigt ist, kann die absolute Bewegung in Richtung des Doppelpfeils 42 durch
das X1-Wegmesssystem 62 bestimmt und zur Regelung des X1-Antriebs 38 verwendet werden.
[0027] Der X2-Antrieb 40 und dessen Bewegungsübertragung an den beweglichen Teil 12 ist
analog zu der zuvor beschriebenen Bewegungsübertragung des X1-Antriebs 38 aufgebaut.
Zur Verschiebung des beweglichen Teils 12 in Y-Richtung, d. h. in Richtung des Doppelpfeils
43, ist der Y-Antrieb 41, analog zu der Anordnung für die X1-Bewegung, über eine Exzenteranordnung
mit einem Bewegungsübertragungselement 64 und einer Schraubbefestigung 66 mittels
zweier Befestigungsschrauben 68, 70 mit dem beweglichen Teil 12 verbunden. Zur Minimierung
unerwünschter Querbewegungen des Bewegungsübertragungselements 64 in Richtung des
Doppelpfeils 42 weist das Bewegungsübertragungselement 64 eine Verjüngung 72 auf.
Sowohl die Bewegung des Y-Antriebs, als auch die Bewegung des X2-Antriebs sind durch
Wegmesssysteme (nicht gezeigt) überwacht. Neben der Positionsbestimmung des beweglichen
Teils 12 können die Wegmesssysteme dazu eingesetzt werden, Abweichungen, beispielsweise
kleine Abweichungen durch den Exzenterantrieb oder Schwingungen der Siebpositionieranordnung
10 zu erfassen und an eine Steuereinrichtung zu senden, die in der Lage ist, die Abweichungen
durch Ansteuerung der Antriebe 38, 40, 41 auszugleichen.
1. Siebpositionieranordnung (10) zur Positionierung eines Siebes (16) einer Siebdruckeinheit,
die mindestens einen beweglichen Teil (12) und mindestens einen ortsfesten Teil (14)
aufweist, wobei das Sieb (16) an dem beweglichen Teil (12), das über zumindest ein
Verstellmittel relativ zum ortsfesten Teil (14) verstellbar ist, anordenbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegliche Teil (12) an dem ortsfesten Teil (14) über ein oder mehrere flexible
Elemente (20, 22, 24, 26) gelagert ist.
2. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegliche Teil (12) als Aufnahme für einen Siebrahmen ausgeführt ist.
3. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Element (20, 22, 24, 26) als Steg ausgebildet ist.
4. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die flexiblen Elemente (20, 22, 24, 26) gebogen und/oder gewinkelt ausgeführt sind.
5. Siebpositionieranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der flexiblen Elemente (20, 22, 24, 26) größer ist als deren Breite.
6. Siebpositionieranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegliche Teil (12) und der ortsfeste Teil (14) der Siebpositionieranordnung
(10) monolithisch ausgeführt sind.
7. Siebpositionieranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Verstellmittel der Siebpositionieranordnung mindestens einen Antrieb
(38, 40, 41) umfasst.
8. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Antrieb (38, 40, 41) am ortsfesten Teil (14) angeordnet ist.
9. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Antrieb (38, 40, 41) ein Exzenterantrieb ist, wobei der Exzenter mittelbar
oder unmittelbar am beweglichen Teil (12) angreift.
10. Siebpositionieranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der bewegliche Teil (12) gegenüber dem ortsfesten Teil (14) durch zwei Antriebe (38,
40) in eine erste Richtung (42) und einen Antrieb (41) in eine Richtung (43) senkrecht
zur ersten Richtung (42) bewegbar ist.
11. Siebpositionieranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein an dem beweglichen (12) oder dem ortsfesten Teil (14) angeordneter
Antrieb (38, 40, 41) mit einem Bewegungsübertragungselement (54, 64) verbunden ist,
das an dem jeweils anderen Teil (12, 14) angreift.
12. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bewegungsübertragungselement (54, 64) eine oder mehrere Verjüngungen
(58, 72) aufweisen.
13. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Bewegungsübertragungselement (54, 56) an einem Vorsprung (60) des beweglichen
und/oder ortsfesten Teils (12, 14) befestigt ist.
14. Siebpositionieranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Wegmesssystem (62) zur Bestimmung der Position des beweglichen Teils
(12) bezüglich des ortsfesten Teils (14) vorgesehen ist.
15. Siebpositionieranordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Wegmesssystem (62) an einem Vorsprung (60) des beweglichen und/oder
ortsfesten Teils (12, 14) angeordnet ist.