[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Entwässerung von Hydranten sowie
auf einen Hydranten mit einer derartigen Vorrichtung.
[0002] Bei einem Hydranten stellt sich nach dem Gebrauch das Problem, dass nach dem Schließen
des Hauptventils eine gewisse Menge Wasser im Inneren der Hydrantensäule verbleibt.
Dies kann zu Korrosion im Inneren des Hydranten, verstärkter Keimbildung oder zur
Beschädigung des Hydranten führen, wenn das Wasser gefriert.
[0003] Aus diesem Grund sind Hydranten für gewöhnlich mit einer Auslaufvorrichtung versehen,
um nach dem Schließen des Hydranten das in der Hydrantensäule befindliche Wasser abzulassen.
Die Auslaufvorrichtung verfügt über einen Anschlussstutzen und wird in ein Kiesbett
gelegt, um die möglichst verstopfungsfreie Ableitung des Wassers zu ermöglichen. Eine
derartige Vorrichtung zur Entwässerung eines Hydranten ist beispielsweise aus der
US 3 858 599 bekannt.
[0004] Bei einer derartigen Vorrichtung besteht jedoch weiterhin das Problem des Verstopfens
des Entwässerungsstutzens, da dieser einen geringen Öffnungsdurchmesser aufweist.
Dies führt dazu, dass die in der Hydrantensäule befindliche Wassermenge nicht ordnungsgemäß
ablaufen kann und der Hydrant kaputtgeht.
[0005] Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass der Entwässerungsstutzen, wenn er nicht ordnungsgemäß
unter der Frostgrenze (ca. 1,2m - 1,4m unter der Oberfläche) verlegt wird, zufriert,
wodurch ebenfalls der Wasserablauf verhindert wird.
[0006] Es ist weiters bekannt, rund um den Sockel des Hydranten eine Sickerpackung aus gröbkörnigem
Kies oder Schotter anzulegen, um das aus dem Entwässerungsstutzen austretende Wasser
ins Erdreich abzuleiten. Eine derartige Vorrichtung mit einer schalenförmigen Drainagevorrichtung
ist beispielsweise aus der
DE 197 22 578 A1 bekannt. Auch hier stellt sich jedoch in der Praxis das Problem, das sich der Entwässerungsstutzen
verstopft oder die Sickerpackung versandet bzw. verschlammt. Es kann weiters nicht
immer sichergestellt werden, dass das Erdreich im Bereich des Sockels des Hydranten
die erforderliche Durchlässigkeit aufweist, um die benötigte Wassermenge zuverlässig
abzuleiten.
[0007] Weiters stellt sich das Problem, dass die Hydranten unterschiedlicher Hersteller
im Allgemeinen unterschiedlich ausgeformte Entwässerungsstutzen aufweisen. Aus diesem
Grund ist die Auswahl der verwendeten Entwässerungsvorrichtungen für einen bestimmten
Hydranten auf Vorrichtungen mit einem kompatiblen Anschlussstutzen beschränkt. Auch
müssen bei der Verlegung handelsüblicher Entwässerungsvorrichtungen die baulichen
Gegebenheiten in Betracht gezogen werden, da es oft nicht möglich ist, eine umfangreiche
Sickerpackung oder ein langes Entwässerungsrohr zu verlegen.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung besteht demnach darin, eine zuverlässige Entwässerungsvorrichtung
für Hydranten zu schaffen, die dem austretenden Wasser eine große Oberfläche bietet,
um Verstopfung zu vermeiden, und eine Ableitung in durchlässiges Erdreich ermöglicht,
welche die Nachteile aus dem Stand der Technik überwindet, einfach und flexibel zu
installieren und insbesondere unabhängig vom Fabrikat des zu entwässernden Hydranten
ist.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Vorrichtung ein umfangsseitig
mit Öffnungen zum Durchlass von Feuchtigkeit versehenes Rohr umfasst. Dieses Rohr
kann insbesondere als flexibler Schlauch ausgeführt sein, der Öffnungen in Form von
Bohrungen oder Schlitzen aufweist. Der Schlauch bzw. das Rohr wird an den Entwässerungsstutzen
des Hydranten angebracht und kann bei der Montage gegebenenfalls in ein wasserdurchlässiges
Kiesbett, dass nicht notwendigerweise direkt beim Sockel des Hydranten gelegen sein
muss, verlegt werden. Das Rohr kann eine beträchtliche Länge aufweisen, wobei vorzugsweise
eine Länge von 1-2 m erfindungsgemäß vorgesehen ist.
[0010] Erfindungsgemäß kann weiters vorgesehen sein, dass das Rohr, wenn es aufgrund baulicher
Gegebenheiten auf eine geringere Länge beschränkt ist, einen entsprechend höheren
Durchmesser aufweist, um die effektiv für den Wasserdurchtritt nutzbare Oberfläche
zu maximieren. Das Rohr kann insbesondere biegsam ausgeführt sein, um eine entsprechende
Verlegung unter Berücksichtigung baulicher Gegebenheiten zu ermöglichen.
[0011] Um die effektive Oberfläche der wasserableitenden Fläche zu erhöhen, ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Rohr eine Nennweite aufweist, die größer ist als die Nennweite
des Entwässerungsstutzens. Zu diesem Zweck kann eine, die Nennweite des Entwässerungsstutzens
an die Nennweite des Rohres anpassende Reduziereinheit vorgesehen sein.
[0012] Dabei kann vorgesehen sein, dass eine oder mehrere Reduziereinheiten für die gebräuchlichen
Dimensionen der Entwässerungsstutzen handelsüblicher Hydranten vorgesehen sind. Weiters
kann vorgesehen sein, dass der Durchmesser des wasserableitenden Rohres beträchtlich
höher ist als der Durchmesser des Entwässerungsstutzens, um das beschriebene Verstopfungsrisiko
aufgrund von Schmutz, Schlamm, etc. zu reduzieren. Die Reduziereinheit dient in diesem
Fall dazu, den beträchtlichen Durchmesser des Entwässerungsrohres auf den Durchmesser
des Entwässerungsstutzens zu reduzieren.
[0013] Die Anzahl der umfangsseitig vorgesehenen Öffnungen, die als Bohrungen oder Schlitze
ausgeführt sein können, kann an den jeweiligen Untergrund angepasst sein. Es ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Rohr an seinem Umfang über Erhebungen bzw. Rillen verfügt, und
dass die Öffnungen sich in den Rillen befinden. Damit wird verhindert, dass Erdreich
die Öffnungen blockieren kann.
[0014] Das Rohr kann erfindungsgemäß jedoch auch als glatter, flexibler Schlauch mit umfangsseitigen
Öffnungen ausgeführt sein. Darüber hinaus ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das
Rohr zumindest teilweise eine Ummantelung aufweisen kann, die in Form einer Textilummantelung,
Vliesummantelung oder Kokosummantelung ausgeführt sein kann. Diese Ummantelung ist
wasserdurchlässig und verhindert den direkten Kontakt der Öffnungen mit dem Erdreich.
[0015] Die Erfindung erstreckt sich sowohl auf die Vorrichtung zur Entwässerung von Hydranten,
als auch auf einen Hydranten mit einer entsprechenden Vorrichtung.
[0016] Weitere erfindungsgemäße Merkmale sind den Ansprüchen, der Beschreibung oder den
Figuren zu entnehmen.
[0017] Die Erfindung wird im folgenden anhand zweier Ausführungsbeispiele, die in den
Figuren 1 bis 3 beschrieben sind, näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Hydranten mit einer daran angeschlossenen erfindungsgemäßen
Entwässerungsvorrichtung,
Fig. 2 eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Entwässerungsvorrichtung;
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Entwässerungsvorrichtung.
[0018] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Entwässerung eines Hydranten 1. Der Hydrant 1 verfügt über eine Hydrantensäule
4, die nach Betätigung des Hydranten mit Wasser gefüllt ist. Zur Entwässerung weist
der Hydrant 1 einen Entwässerungsstutzen 8 auf, der im Sockel des Hydranten angebracht
ist, und durch eine Spindel betätigbar ist.
[0019] An den Entwässerungsstutzen 8 ist ein Rohr 3 angebracht. Dieses Rohr 3 weist eine
Nennweite auf, die größer ist als die Nennweite des Entwässerungsstutzes. Aus diesem
Grund ist ein Anschlussstutzen 7 mit einer Reduziereinheit 11 vorgesehen, um das Rohr
an den Entwässerungsstutzen zu koppeln.
[0020] Das Rohr 3 ist biegsam ausgeführt und verfügt an seinem Umfang über zahlreiche Öffnungen
2, die sich in den Zwischenräumen von umfangsseitig vorgesehenen, kreisförmigen Erhebungen
12 des Rohrumfangs befinden.
[0021] Fig. 2 zeigt eine Aufsicht auf die erfindungsgemäße Entwässerungsvorrichtung aus
dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1. Das erfindungsgemäße Rohr 3 verfügt über einen
Anschlussstutzen 7 und eine Reduziereinheit 11, damit die Nennweite 9 des Rohres 3
an die Nennweite 10 des Entwässerungsstutzens 8 angepasst werden kann. An seinem Umfang
verfügt das Rohr 3 über zahlreiche Erhebungen 12, wodurch die Rillen 13 gebildet werden.
In den Rillen 13 befinden sich Öffnungen in Form von Schlitzen 6. Die Anzahl der Schlitze
kann an die Gegebenheiten bzw. die gewünschten Eigenschaften der Entwässerungsvorrichtung
angepasst sein.
[0022] Auch die Länge und der Durchmesser des Rohres können an die Gegebenheiten angepasst
sein. Dazu muss der effektive Querschnitt für die Ableitung des Wassers betrachtet
werden. Dieser beträgt bei Verwendung eines Entwässerungsstutzens mit einer Nennweite
von einem Zoll ohne die erfindungsgemäße Vorrichtung etwa 6,2 cm
2. Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Form eines 2-Meter langen, mit
Öffnungen versehenen Rohres wird die effektive Fläche zur Ableitung des Wassers auf
über 1.400cm
2 erhöht. Bei Verwendung eines erfindungsgemäßen Rohres mit größerem Durchmesser kann
dieser Wert noch weiter gesteigert werden, wodurch die Gefahr des Verstopfens des
Rohres praktisch auf ein Minimum reduziert werden kann, oder alternativ kann bei Verwendung
eines größeren Durchmessers die Länge reduziert werden, was bei manchen baulichen
Gegebenheiten vorteilhaft sein kann.
[0023] Fig. 3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Hier ist das Rohr als flexibler Schlauch 15 ausgeführt, der über einen Anschlussstutzen
7 verfügt und an seinem Umfang zahlreiche Bohrungen 5 aufweist. Um den Kontakt des
Schlauches mit dem Erdreich zu verhindern, verfügt der Schlauch an seinem Umfang über
die Ummantelung 14, die insbesondere als Textilgewebe, Geotextil-, Vlies- oder Kokosummantelung
ausgeführt sein kann.
[0024] Erfindungsgemäß ist insbesondere vorgesehen, dass das Rohr bzw. der Schlauch aus
einem Kunststoff, insbesondere Polyethylen oder Polypropylen, hergestellt ist. Die
Erfindung bezieht sich jedoch auch auf Rohre bzw. Schläuche, die aus anderen Materialien
hergestellt sind. Des weiteren erstreckt sich die Erfindung sowohl auf die Vorrichtung
zur Entwässerung von Hydranten, als auch auf Hydranten, die eine entsprechende Vorrichtung
zur Entwässerung aufweisen.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Hydrant
- 2
- Öffnungen
- 3
- Rohr
- 4
- Hydrantensäule
- 5
- Bohrungen
- 6
- Schlitze
- 7
- Anschlussstutzen
- 8
- Entwässerungsstutzen
- 9
- Nennweite des Rohrs
- 10
- Nennweite des Entwässerungsstutzens
- 11
- Reduziereinheit
- 12
- Erhebungen
- 13
- Rillen
- 14
- Ummantelung
- 15
- Schlauch
1. Vorrichtung zur Entwässerung von Hydranten (1), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung ein umfangsseitig mit Öffnungen (2) zum Durchlass von Feuchtigkeit
versehenes Rohr (3) umfasst.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (3) als flexibler Schlauch (15) ausgeführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (2) in Form von Bohrungen (5) oder Schlitzen (6) ausgeführt sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (3) einen Anschlussstutzen (7) zum Anschluss an einen Entwässerungsstutzen
(8) des Hydranten (1) aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (3) eine Nennweite (9) aufweist, die größer als die Nennweite (10) des Entwässerungsstutzens
(8) des Hydranten ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussstutzen (7) eine, die Nennweite (9) des Rohres (3) an die Nennweite
(10) des Entwässerungsstutzens (8) anpassende Reduziereinheit (11) umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (3) an seinem Umfang über Erhebungen (12) verfügt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (3) an seinem Umfang über umlaufende Rillen (13) verfügt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Öffnungen (2) des Rohres (3) in den Rillen (13) befinden.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (3) zumindest teilweise eine Ummantelung (14) aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (14) als Textilummantelung, Vliesummantelung oder Kokosummantelung
ausgeführt ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (3) eine Länge von 1 m bis 2m und einen Durchmesser von 2,5cm bis 6cm aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (2) und/oder der Anschlussstutzen (7) aus einem Kunststoff, insbesondere
Polyethylen oder Polypropylen, hergestellt ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlussstutzen (7) zum Anschluss an die Entwässerungsstutzen handelsüblicher
Hydranten ausgeführt ist.
15. Hydrant (1) mit einer Vorrichtung zur Entwässerung gemäß einem der vorhergehenden
Ansprüche.