[0001] Die Erfindung betrifft ein Dichtband aus weichem, nach Kompression rückstellfähigem
Schaumstoff zur Abdichtung von Fugen im Baubereich.
[0002] Derartige Dichtbänder bestehen üblicherweise aus Polyethylen- oder Polyurethanschaumstoff.
Die Skala dieser Weichschaumstoffe reicht von geschlossenzelligen Schaumstoffen, die
nahezu keinen Luftdurchtritt gewähren, bis zu offenzelligen Schaumstoffen, die eine
relativ hohe Luftdurchlässigkeit aufweisen. Zumindest offenzellige Schaumstoffe sind
in der Regel zum Erzielen der gewünschten Dichteigenschaften mit einem Imprägnat getränkt.
Solche Imprägnate führen außerdem auch zu einer verzögerten Rückstellung des Schaumstoffs
nach dessen Kompression, da die Imprägnate meist klebende Substanzen enthalten, die
sich an den Zellstegen der Schaumstoffstruktur anlagern und dort anhaften. Die verzögerte
Rückstellung wird bei der Abdichtung von Fugen oftmals ausgenutzt, indem der Schaumstoff
zunächst zusammengedrückt und in die abzudichtende Fuge eingefügt wird, woraufhin
sich der Schaumstoff von selbst auf einen teilexpandierten Funktionszustand ausdehnt
und die Fuge verschließt.
[0003] Ebenfalls zur Abdichtung werden pastöse und spritzbare Dichtungsmassen aus Polyurethan,
Silikon oder Acrylat verwendet, die auch in verschiedenen Farben auf dem Markt sind.
In Dehnfugen sind solche Dichtungsmassen jedoch kaum verwendbar, da sie an den Fugenflanken
anhaften und bei zu starker Dehnung reißen können.
[0004] Immer häufiger werden Dichtbänder im Außenbereich von Bauwerken nach dem Einbau nicht
verputzt, sondern sind Witterungseinflüssen ausgesetzt und auch teilweise für den
Betrachter von außen sichtbar.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Dichtband zur Abdichtung
von Fugen im Baubereich aus weichem, nach Kompression rückstellfähigem Schaumstoff
zu schaffen, das auch für einen Einsatz in nicht überdeckten Außenfugen eines Bauwerks
geeignet ist und einen hervorragenden ästhetischen Gesamteindruck vermittelt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Das erfindungsgemäße Dichtband zur Abdichtung von Fugen im Baubereich aus weichem,
nach Kompression rückstellfähigem Schaumstoff besitzt zwei Seitenflächen, wobei mindestens
eine der beiden Seitenflächen mit einem Färbemittel eingefärbt ist, während in einem
Mittelbereich zwischen den Seitenflächen keine Einfärbung vorhanden ist.
[0008] Vorzugsweise erscheint somit die Einfärbung auf der Seitenfläche in einem teilexpandierten
Funktionszustand des nach Kompression teilweise rückgestellten Dichtbands bei jedem
beliebigen Abstand eines Betrachters von der Seitenfläche für ein menschliches Auge
als eine geschlossene Farbfläche. Dadurch wird der Einsatzbereich von Dichtbändern
aus weichem Schaumstoff beim Abdichten von für einen Betrachter sichtbaren Fugen im
Baubereich deutlich erweitert und neben der dichtenden Funktion des Dichtbands bei
nur geringem Farbverbrauch eine ästhetische Gestaltungsoption geschaffen.
[0009] Vorzugsweise besteht das Dichtband aus einem Schaumstoff mit der Eigenschaft einer
verzögerten Rückstellung nach Kompression, wodurch der Einbau in Fugen erleichtert
wird. Die verzögerte Rückstellung erzielt man üblicherweise durch Imprägnierung des
Schaumstoffs.
[0010] Das Dichtband ist vorzugsweise an der mindestens einen Seitenfläche in einem Randbereich
von bis zu einigen Millimetern Tiefe eingefärbt. Dies dient nicht nur zur Minimierung
des Färbemittelverbrauchs, sondern verhindert auch eine Beeinflussung der gewünschten
Grundeigenschaften des Schaumstoffs und eine Farbtonveränderung innerhalb eines Dichtbands
oder zwischen verschiedenen Chargen von Dichtbändern.
[0011] In mikroskopischer Seitenansicht weist das Dichtband vorteilhafterweise eine Vielzahl
von unterschiedlich großen Farbflecken auf, wobei die durchschnittliche Fläche eines
Farbflecks im teilexpandierten Funktionszustand des Dichtbands zwischen 0,0001 und
0,5 mm
2, vorzugsweise zwischen 0,0025 und 0,3 mm
2 liegt. Dieser Flächenbereich hat sich als besonders günstig hinsichtlich der Erzielung
des Eindrucks einer geschlossenen Farbfläche für das menschliche Auge erwiesen.
[0012] In Zusammenhang hiermit ist es vorteilhaft, dass das Dichtband derart viele Farbflecke
im Randbereich der Seitenfläche aufweist, dass die Farbflecke im teilexpandierten
Funktionszustand des Dichtbands in mikroskopischer Seitenansicht zusammen mindestens
40%, bevorzugt mindestens 50%, mehr bevorzugt mindestens 60% des gesamten sichtbaren
Flächenbereichs ausmachen. Hierdurch wird bei Farbflecken der oben genannten Ausdehnung
ein für den Betrachter geschlossener Farbeindruck vermittelt, da die Auflösung des
menschlichen Auges die kleinen Lücken zwischen den einzelnen Farbflecken nicht mehr
wahrnehmen kann.
[0013] Zur besseren Handhabung ist vorzugsweise außerdem vorgesehen, dass das Färbemittel
derart ausgebildet ist, dass eine gleichmäßige Rückstellung des Dichtbands nach Kompression
über die Breite des Dichtbands gewährleistet ist.
[0014] Um die Dichtungseigenschaften des Dichtbands optimal auszunutzen, liegt der teilexpandierte
Funktionszustand des Dichtbands vorteilhafterweise in einem Bereich von zwischen 15%
und 80%, vorzugsweise zwischen 25% und 60% der maximalen Expansion des Dichtbands.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines derartigen Dichtbands umfasst
die Schritte, ein Dichtband zur Abdichtung von Fugen im Baubereich aus weichem, nach
Kompression rückstellfähigem Schaumstoff mit zwei Seitenflächen bereitzustellen und
mindestens eine der beiden Seitenflächen mit einem Färbemittel mittels Tauchen, Sprühen
oder Bestreichen einzufärben, während in einem Mittelbereich zwischen den Seitenflächen
keine Färbung vorgenommen wird.
[0016] Vorzugsweise erscheint die Einfärbung auf der Seitenfläche für das menschliche Auge
in einem teilexpandierten Funktionszustand des nach Kompression teilweise rückgestellten
Dichtbands als eine geschlossene Farbschicht.
[0017] Um den Einfärbungsprozess nahtlos in den Fertigungsprozess der Dichtbandrollen zu
integrieren, wird das Dichtband vor dem Einfärben auf 10% bis 60%, vorzugsweise 15%
bis 50% seiner ursprünglichen Dicke komprimiert. Idealerweise geschieht dies beim
Aufwickeln des Schaumstoffs zu einer Dichtbandrolle.
[0018] Um eine gleichmäßige Rückstellung über die gesamte Breite des Dichtbands zu erzielen,
weist das Färbemittel als Bindemittel entweder ein paraffinbasierendes Wachs, Fett,
Öl, ein Silan oder ein Silikon auf, oder es weist ein Ethylen-Vinyl-Acetat, ein Polyvinylacetat,
ein Polyurethan oder ein Silikat auf.
[0019] Als Farbträgersubstanz kommen auch Lösungsmittel, vorzugsweise dipolare Lösungsmittel,
in Betracht. Diese lösen den Untergrund leicht an und ermöglichen nach ihrer Verdunstung
eine bessere Anlagerung und Bindung der Farbe an den Untergrund.
[0020] Um dem Dichtband zusätzlich zu den Dichteigenschaften noch weitere Funktionalitäten
hinzuzufügen, kann das Färbemittel zusätzlich ein Brandschutzmittel oder eine Substanz
zum Schutz gegen UV-Strahlung aufweisen.
[0021] Weitere Vorteile, Merkmale und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
- Fig. 1
- ist eine schematische seitliche Perspektivansicht des erfindungsgemäßen Dichtbands
in einem komprimierten Zustand, wobei ein Abschnitt der gefärbten Seitenfläche vergrößert
dargestellt ist;
- Fig. 2
- ist eine schematische seitliche Perspektivansicht des Dichtbands aus Fig. 1 in einem
teilexpandierten Funktionszustand, wobei derselbe Abschnitt der gefärbten Seitenfläche
vergrößert dargestellt ist wie in Fig. 1;
- Fig. 3
- ist eine Perspektivansicht einer Dichtbandrolle mit dem erfindungsgemäßen Dichtband;
- Fig. 4
- ist eine schematische vergrößerte Querschnittsansicht eines Schaumstoffs, aus der
die Zellstruktur des Schaumstoffs ersichtlich ist; und
- Fig. 5
- ist eine mikroskopisch vergrößerte Ansicht einer eingefärbten Seitenfläche des erfindungsgemäßen
Dichtbands, in der der Verbund von Farbflecken gezeigt ist.
[0022] Das erfindungsgemäße Dichtband besteht aus einem weichen, nach Kompression rückstellfähigen
Schaumstoff. Als Schaumstoffmaterial sind Polyethylen- und besonders bevorzugt Polyurethanschaumstoff
zu nennen. Der Schaumstoff kann dabei ein offenzelliger Schaumstoff mit sehr geringem
Luftdurchtrittswiderstand sein, ebenso ein nahezu geschlossenzelliger Schaumstoff
mit extrem geringen Luftdurchtrittswerten. Auch Schaumstoffe mit Luftdurchtrittswerten,
die zwischen den beiden oben genannten Extremfällen liegen, können im Rahmen der vorliegenden
Erfindung verwendet werden. Der Schaumstoff kann mit einem klebrigen Imprägnat getränkt
sein, das die Dichteigenschaften des Schaumstoffs erhöht und nach Kompression des
Schaumstoffs zu einer verzögerten Rückstellung desselben führt.
[0023] In Fig. 1 ist ein kurzer Abschnitt eines Dichtbands aus einem derartigen Schaumstoff
schematisch in seitlicher Perspektivansicht dargestellt. Eine Seitenfläche 3 des Dichtbands
ist dabei mit einem Färbemittel beliebiger Farbe eingefärbt. Ebenso ist es möglich,
beide Seitenflächen 3, 4 mit dem Färbemittel einzufärben. Fig. 1 zeigt außerdem einen
Teilabschnitt des für den Betrachter sichtbaren Flächenbereichs der Seitenfläche 3
in schematischer mikroskopischer Vergrößerung.
[0024] Die Seitenflächen 3, 4 erstrecken sich in Längsrichtung des üblicherweise zu einer
Dichtbandrolle 9 aufgewickelten Dichtbands und bilden dessen seitlichen Abschluss,
wie aus Fig. 3 ersichtlich ist. Die Unterseite des Dichtbands ist üblicherweise mit
einer Abdeckfolie 10 versehen (siehe Fig. 3), unter der sich eine Selbstklebeschicht
befinden kann. Die beiden Seitenflächen 3, 4 verlaufen bei Einbau in eine Fuge quer
zur Funktionsrichtung des Dichtbands, wobei mindestens eine gefärbte Seitenfläche
3, 4 für den Betrachter sichtbar bleibt.
[0025] Das Dichtband von Fig. 1 befindet sich in dem komprimierten Zustand, der auch in
Fig. 3 dargestellt ist. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird
das Färbemittel auf mindestens eine der Seitenflächen 3, 4 des komprimierten Dichtbands
durch Tauchen, Sprühen oder Bestreichen aufgebracht. Aufbringung bedeutet in diesem
Zusammenhang vorzugsweise die Tränkung oder Benetzung eines Randbereiches der Seitenfläche
3, 4 mit dem Färbemittel bis zu einer Eindringtiefe von bis zu einigen Millimetern.
In einem Mittelbereich 5 zwischen den Seitenflächen 3, 4 ist aus Kostengründen und
zum Verhindern eines negativen Einflusses des Färbemittels auf das Gesamtverhalten
des Schaumstoffs keine Einfärbung vorhanden.
[0026] Die mikroskopische Vergrößerung in Fig. 1 zeigt Farbflecke 8 unterschiedlicher Größe,
die idealisiert als Kreisflächen oder Ovale dargestellt sind. Die Farbflecke 8 weichen
oft von diesen Idealformen ab, wobei auch Agglomerate, Cluster und Aneinanderreihungen
auftreten können, wie weiter unten noch detaillierter beschrieben wird.
[0027] Es sei noch erwähnt, dass die vergrößerten Darstellungen in Fig. 1 und 2 auch in
der Hinsicht schematisch sind, dass die tatsächliche Struktur des Schaumstoffs nicht
wiedergegeben ist. In der Realität lagern sich die Farbflecke 8 an Zellstegen 7 oder
Zellwänden des Schaumstoffmaterials ab und verhaften dort aufgrund der Klebrigkeit
des Bindemittels. Eine wirklichkeitsnahe Darstellung der Zellstruktur eines Schaumstoffs
ist aus Fig. 4 ersichtlich.
[0028] Die Farbflecke 8 können aus Pigmenten oder Farbstoffen gebildet sein. Farbstoffe
sind bereits in einem Lösungsmittel bzw. Bindemittel gelöst, während Pigmente weitestgehend
unlöslich sind. Sie liegen als Korn in einer Mischung/Rezeptur vor und sind im Regelfall
etwas größer als Farbstoffe. Im Fall der Verwendung von Pigmenten wird erfindungsgemäß
ebenfalls ein Lösungsmittel oder ein Bindemittel verwendet, um diese im Schaumstoff
anzulagern. Vorzugsweise werden zur Einfärbung in der Natur vorkommende anorganische
Pigmente, synthetisch hergestellte anorganische bzw. organische Pigmente oder industriell
hergestellte Farbstoffe verwendet.
[0029] Als Additive kommen Entschäumer, Hydrophobierungsmittel, Benetzer, Trocknungsmittel,
Pigmentverteiler, Fungizide, Konservierungsstoffe und pH-Puffer-Lösungen in Frage.
Dem Färbemittel kann zusätzlich ein Brandschutzmittel beigefügt sein, beispielsweise
eine intumeszierende Substanz, oder auch ein Mittel zum Schutz gegen UV-Strahlung.
Außerdem können dem Färbemittel zur Unterstützung der Färbewirkung Salze beigegeben
werden. Des Weiteren kann das Färbemittel sauer oder alkalisch eingestellt werden.
[0030] Bei der Einfärbung wird ein Randbereich von bis zu einigen Millimetern Tiefe derart
mit dem Färbemittel getränkt oder benetzt, dass sich die Pigmente oder Farbstoffe
aufgrund der klebrigen Eigenschaften des Bindemittels an den Zellstegen 7 der Zellstruktur
des Schaumstoffs anlagern. Die in mikroskopischer Seitenansicht dadurch erzeugten
Farbflecke 8 besitzen üblicherweise eine seitliche Ausdehnung von zwischen 0,01 mm
bis ca. 0,7 mm, wobei eine seitliche Ausdehnung eines Farbflecks 8 von 0,05 mm in
etwa der Wahrnehmungsgrenze des menschlichen Auges entspricht. In flächiger Ansicht
entstehen somit Farbflecke 8 mit einer Fläche von zwischen 0,0001 mm
2 bis ca. 0,5 mm
2. Die einzelnen Farbflecke 8 werden in der Praxis alle möglichen verschiedenen Größen
und Formen aufweisen, auch Farbflecke 8 mit weniger als 0,0001 mm
2 oder mehr als 0,5 mm
2 können vorhanden sein, aber die deutliche Mehrheit aller Farbflecke 8 liegt innerhalb
des angegebenen Bereichs. In jedem Fall liegt der Durchschnitt der Fläche eines Farbflecks
8, gemittelt über alle Farbflecke 8, zwischen 0,0001 und ca. 0,5 mm
2, vorzugsweise zwischen 0,0025 und 0,3 mm
2.
[0031] Man erkennt in Fig. 1, dass verschiedene Farbflecke 8 auch hintereinander liegen
können und sich somit teilweise überdecken. Aufgrund der unterschiedlichen Größen,
insbesondere auch des Vorliegens von Farbflecken 8 relativ geringer Fläche, erreicht
man selbst bei Betrachtung unter dem Mikroskop eine nahezu lückenlose Färbung des
sichtbaren Seitenflächenbereichs im komprimierten Zustand.
[0032] Fig. 2 zeigt das Dichtband aus Fig.1 in identischer Ansicht, wobei sich aber das
Dichtband in einem teilexpandierten Funktionszustand befindet. Dieser teilexpandierte
Funktionszustand liegt üblicherweise in einem Bereich von zwischen 15% und 80%, vorzugsweise
zwischen 25% und 60% der maximalen Expansion des Dichtbands. Der in Fig. 1 dargestellte
komprimierte Zustand entspricht hingegen einer Kompression des Dichtbands auf 10%
bis 60%, vorzugsweise 15% bis 50% seiner ursprünglichen Dicke, wobei der Schaumstoff
hierbei immer stärker komprimiert ist als im teilkomprimierten Funktionszustand.
[0033] Man erkennt deutlich, dass aufgrund der Expansion, im vorliegenden Fall einer Teilexpansion
um ca. 40% gegenüber dem in Fig. 1 dargestellten komprimierten Zustand, eine Aufweitung
der Poren des Schaumstoffs im Vergleich zum komprimierten Zustand erfolgt und somit
die Abstände zwischen den einzelnen Farbflecken 8 sich vergrößern. Dennoch verbleibt
bei Betrachtung mit bloßem Auge die Wahrnehmung einer geschlossenen Farbfläche. Dies
ist darauf zurückzuführen, dass das menschliche Auge die verschiedenen Farbflecke
8 nicht mehr unterscheiden kann, da die Lücken zwischen den Farbflecken 8 so klein
sind, dass sie unterhalb der Auflösungsgrenze des menschlichen Auges liegen. Beim
Expandieren weitet sich die Oberfläche des Schaumstoffs entsprechend auf, so dass
auch tiefer liegende Bereich des Dichtbands und somit tiefer liegende Farbflecke 8
sichtbar werden, die zum von der Seite sichtbaren Flächenbereich beitragen. Unter
dem Mikroskop lässt sich erkennen, dass die verschieden großen Farbflecke 8 in Seitenansicht
zusammen mindestens 60% des gesamten sichtbaren Flächenbereichs ausmachen. Für den
Eindruck einer geschlossenen Farbschicht kann unter bestimmten Bedingungen allerdings
auch bereits ein Prozentsatz von mindestens 40% bzw. mindestens 50% genügen.
[0034] Da die Zellstege 7 (Fig. 4) des Schaumstoffmaterials ebenfalls zum optischen Gesamteindruck
beitragen, muss die Grundfarbe des Schaumstoffs bei der Berechnung des gewünschten
Farbtons berücksichtigt werden. Vorzugsweise werden daher relativ helle Farbtöne,
z.B. ein heller Grauton, für das Schaumstoffmaterial bevorzugt. Zur Vorbereitung des
Untergrundes und zur Verstärkung der erzielten Färbewirkung kann dieser Effekt auch
noch durch die zeitlich vorgelagerte Färbung mit einer hellen Grundfarbe (z.B. weiß)
und das anschließende Färben mit dem endgültig gewünschten Farbton verbessert werden.
[0035] Wie aus der mikroskopisch vergrößerten Ansicht einer erfindungsgemäß eingefärbten
Seitenfläche eines im rückgestellten Zustand befindlichen Dichtbands in Fig. 5 ersichtlich
ist, werden sich in der Praxis zudem die einzelnen Farbflecke 8 zu einem Verbund als
größere Farbflächengebilde eng aneinanderreihen, die dadurch selbst unter dem Mikroskop,
auch aufgrund ihrer dreidimensionalen Struktur, nur schwer objektiv in einzelne klar
abgegrenzte Farbflecke 8 unterteilt werden können, so dass teilweise zusammenhängende
Farbflächengebilde, etwa Farbstreifen entlang den Zellstegen 7 des Schaumstoffs, von
einigen Millimetern Länge entstehen können.
[0036] Als in das Färbemittel integrierte Bindemittel kommen z.B. wässrige Acrylatdispersionen,
Polyurethan-Dispersionen, Silikone, Silikate, Ethylen-Vinyl-Acetate, Polyvinylacetate,
Wachse, Leinöle oder Casein in Frage. Der Anteil des Bindemittels am Färbemittel muss
aufgrund der geringen Größe der Pigmente bzw. Farbstoffe nicht hoch sein, in der Regel
wird ein Anteil am Färbemittel von 10 Gew.% ausreichen, damit eine dauerhafte Verbindung
mit den Zellstegen 7 des Schaumstoffmaterials hergestellt werden kann.
[0037] Des Weiteren ist es denkbar, Farbstoffe oder Pigmente mittels eines Lösungsmittels
an das Dichtband zu binden. Hierbei wird die Oberfläche des Schaumstoffes bzw. vorzugsweise
der an der Oberfläche bereits angelagerten und getrockneten Imprägnierung minimal
angelöst. Dies führt dazu, dass Farbstoffe oder Pigmente nach dem Verdampfen des Lösungsmittels
und ohne zusätzliches Bindemittel an das Dichtband angelagert und dort oberflächlich
gebunden werden. Vorzugsweise werden hierzu leicht polare, etwa dipolare, Lösungsmittel
wie z.B. Alkohole verwendet.
[0038] Die Herstellung des erfindungsgemäßen Dichtbands erfolgt folgendermaßen. Zunächst
wird das Schaumstoffmaterial auf übliche Weise in breiten (eventuell imprägnierten)
Schaumstofflagen hergestellt, die auf breite Mutterrollen gewickelt werden. Diese
Mutterrollen werden zusammen mit dem darauf aufgewickelten Schaumstoff in gewünschten
Abständen durchtrennt, wodurch Dichtbandrollen 9 geringer Breite erzeugt werden (siehe
Fig. 3). Auf der Rolle befindet sich das Dichtband in dem in Fig. 1 dargestellten
komprimierten Zustand. Bevorzugt in diesem Zustand wird nun die seitliche Einfärbung
mittels Eintauchen, Besprühen oder Bestreichen der mindestens einen Seitenfläche 3,
4 des Dichtbands vorgenommen, wobei die Eindringtiefe des Färbemittels vorzugsweise
bis zu einige Millimeter beträgt. Das Auftragsverfahren, die Konsistenz des Färbemittels
und die Eigenschaften des Schaumstoffes (z.B. Porengröße, Bandstärke, Komprimierungsgrad)
sind die bestimmenden Parameter für die Einfärbung. Anschließend kann das Dichtband
von der Dichtbandrolle 9 abgewickelt und seinem Einsatzzweck zugeführt werden. Dabei
stellt sich das Dichtband nach Aufheben des Kompressionsdrucks bevorzugt verzögert
in den in Fig. 2 dargestellten teilexpandierten Funktionszustand zurück, der für die
Abdichtung der Fuge im Baubereich sorgt.
[0039] Auf diese Weise wird ein Dichtband aus weichem, rückstellfähigem Schaumstoff geschaffen,
das bei Fugen im Außenbereich hervorragend eingesetzt werden kann und gehobenen ästhetischen
Ansprüchen genügt.
1. Dichtband zur Abdichtung von Fugen im Baubereich aus weichem, nach Kompression rückstellfähigem
Schaumstoff mit zwei Seitenflächen (3, 4), wobei mindestens eine der beiden Seitenflächen
(3, 4) mit einem Färbemittel eingefärbt ist, während in einem Mittelbereich (5) zwischen
den Seitenflächen (3, 4) keine Färbung vorhanden ist.
2. Dichtband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtband aus einem Schaumstoff mit der Eigenschaft einer verzögerten Rückstellung
nach Kompression besteht.
3. Dichtband nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine der beiden Seitenflächen (3, 4) mit dem Färbemittel in einem
Randbereich von bis zu einigen Millimetern Tiefe eingefärbt ist.
4. Dichtband nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtband in mikroskopischer Seitenansicht einen Verbund aus einer Vielzahl von
unterschiedlich großen, meist zusammenhängenden Farbflecken (8) aufweist, wobei die
durchschnittliche Fläche eines Farbfllecks (8) in einem teilexpandierten Funktionszustand
des Dichtbands zwischen 0,0001 und 0,5 mm2, vorzugsweise zwischen 0,0025 und 0,3 mm2 liegt.
5. Dichtband nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbflecke (8) im Randbereich der Seitenfläche (3, 4) in einem teilexpandierten
Funktionszustand des Dichtbands in mikroskopischer Seitenansicht zusammen mindestens
40%, bevorzugt mindestens 50%, mehr bevorzugt mindestens 60% des gesamten sichtbaren
Flächenbereichs ausmachen.
6. Dichtband nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Färbemittel derart ausgebildet ist, dass eine gleichmäßige Rückstellung des Dichtbands
nach Kompression über die Breite des Dichtbands gewährleistet ist.
7. Dichtband nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein teilexpandierter Funktionszustand des Dichtbands in einem Bereich von zwischen
15% und 80%, vorzugsweise zwischen 25% und 60% der maximalen Expansion des Dichtbands
liegt.
8. Verfahren zum Herstellen eines Dichtbands zur Abdichtung von Fugen im Baubereich nach
Anspruch 1, mit folgenden Schritten:
- Bereitstellen eines Dichtbands aus weichem, nach Kompression rückstellfähigem Schaumstoff
mit zwei Seitenflächen (3, 4); und
- Einfärben mindestens einer der beiden Seitenflächen (3, 4) mit einem Färbemittel
mittels Tauchen, Sprühen oder Bestreichen, während in einem Mittelbereich (5) zwischen
den Seitenflächen (3, 4) keine Färbung vorgenommen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtband vor dem Einfärben auf 10% bis 60%, vorzugsweise 15% bis 50% seiner
ursprünglichen Dicke komprimiert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtband an der mindestens einen Seitenfläche (3, 4) in einem Randbereich von
bis zu einigen Millimetern Tiefe mittels Tauchen, Sprühen oder Bestreichen eingefärbt
wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Färbemittel und das Färbeverfahren derart gewählt werden, dass das Dichtband
in mikroskopischer Seitenansicht einen Verbund aus einer Vielzahl von unterschiedlich
großen, meist zusammenhängenden Farbflecken (8) aufweist, wobei die durchschnittliche
Fläche eines Farbflecks (8) in einem teilexpandierten Funktionszustand des Dichtbands
zwischen 0,0001 und 0,5 mm2, vorzugsweise zwischen 0,0025 und 0,3 mm2 liegt.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Färbemittel und das Färbeverfahren derart gewählt werden, dass die Farbflecke
(8) im Randbereich der Seitenfläche (3, 4) in einem teilexpandierten Funktionszustand
des Dichtbands in mikroskopischer Seitenansicht zusammen mindestens 40%, bevorzugt
mindestens 50%, mehr bevorzugt mindestens 60% des gesamten sichtbaren Flächenbereichs
ausmachen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Färbemittel als Bindemittel eine Acrylatdispersion, ein Ethylen-Vinyl-Acetat,
ein Polyvinylacetat, ein Polyurethan oder ein Silikat aufweist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Färbemittel als Bindemittel ein paraffinbasierendes Wachs, Fett oder Öl, ein
Silan oder ein Silikon aufweist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Färbemittel ein Lösungsmittel, vorzugsweise ein dipolares Lösungsmittel, aufweist.