[0001] Die Erfindung betrifft einen Schließzylinder, insbesondere für Türschlösser von Kraftfahrzeugen,
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Ein Schließzylinder der gattungsgemäßen Art beschreibt die
EP 0 659 962 B1. Hintergrund ist eine Schlosskonstruktion, bei der durch eine mit dem Zylinder zusammenwirkende
Freilaufhülse sichergestellt ist, dass ein gewaltsames Drehen des Zylinders ohne passenden
Schlüssel nicht die Zuhaltungen des Zylinders beschädigt und ggf. der Schließzylinder
zerstört wird. Bei Auftreten eines definierten Drehmomentes an der Freilaufhülse löst
sich eine Rastverbindung zwischen Freilaufhülse und Schlossgehäuse, zugleich wird
die triebliche Verbindung des Zylinders zum nachgeschalteten Schloss, zum Beispiel
einem Türschloss oder Haubenschloss von Kraftfahrzeugen, unterbrochen. Der Zylinder
kann sich mit der Freilaufhülse frei drehen. Ferner ist eine Rückstellfeder vorgesehen,
die bei regulärer Betätigung des Zylinders über den entsprechenden Schlüssel diesen
jeweils federnd in eine Ausgangsposition zurückstellt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schließzylinder, insbesondere für Türschlösser
von Kraftfahrzeugen vorzuschlagen, das baulich und funktionell besonders günstig ist
und zudem eine einfache Montage der Rückstellfeder im Schließzylinder ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0005] Gemäß Anspruch 1 wird ein Schließzylinder, insbesondere für Türschlösser von Kraftfahrzeugen,
mit einem inneren, Zuhaltungen aufweisenden Zylinder bzw. Zylinderteil vorgeschlagen,
der mit einer, den Zylinder zum Beispiel teleskopisch umschließenden Freilaufhülse
zusammenwirkt, wobei die Freilaufhülse den Zuhaltungen zugeordnete Ausnehmungen aufweist
und in einem äußeren, festen Gehäuse drehbar gelagert ist. Weiter ist eine Kupplungseinrichtung
und ein Rastmittel vorgesehen, welche bei einem definierten Drehmoment auf die Freilaufhülse
die Rastverbindung zwischen dem Gehäuse und der Freilaufhülse lösen und zugleich eine
Entkopplung zwischen dem Zylinder und einem nachgeschalteten Schloss steuern, wobei
eine auf den Zylinder wirkende Rückstellfeder vorgesehen ist. Erfindungsgemäß wird
vorgeschlagen, dass die Rückstellfeder funktionell zwischen den Zylinder und die Freilaufhülse
eingeschaltet ist. Im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem sich die Rückstellfeder
funktionell hinter dem Kupplungspunkt befindet und im Missbrauchsfall (Freilauf aktiviert)
nicht bewegt wird, wird mit dem vorliegenden Vorschlag erreicht, dass sich im Missbrauchsfall
das Gesamtpaket aus vorzugsweise Freilauffeder, Zylinder und Rückstellfeder dreht,
d.h. dass die Rückstellfeder im Missbrauchsfall somit mitgedreht wird. Die reguläre
Rückstellfunktion bleibt solange gewährleistet, als die Freilaufhülse mit dem festen
Gehäuse verrastet ist.
[0006] In baulich besonders vorteilhafter Weise kann ferner die vorzugsweise als Schenkelfeder
ausgebildete Rückstellfeder räumlich innerhalb der Freilaufhülse und um einen zylindrischen
Fortsatz des Zylinders herum angeordnet sein. Daraus resultiert eine schlankere Schlosskonstruktion
mit zwischen dem Zylinder und der Freilaufhülse integrierter Rückstellfeder.
[0007] Des Weiteren können radial von der als Schenkelfeder ausgebildeten Rückstellfeder
abragende Arme durch Umfangsschlitze in der Freilaufhülse hindurch an der Freilaufhülse
und an in Umfangsrichtung zum Teil offene Vertiefungen in einer um den zylindrischen
Fortsatz ausgebildeten, in Umfangsrichtung teilweise offenen Nabe des Zylinders abgestützt
sein. Dies ermöglicht eine fertigungstechnisch einfache und besonders betriebssichere
Lage der Rückstellfeder innerhalb der Freilaufhülse.
[0008] Zur Bereitstellung einer besonders einfachen Montage der Rückstellfeder wird ferner
vorgeschlagen, dass an die Vertiefungen der Nabe den Armen der Rückstellfeder in Montagerichtung
zugewandte, schräge Rampen angeformt sind. Nach dem Einsetzen der Rückstellfeder in
die Umfangsschlitze der Freilaufhülse kann diese montageeinfach auf den Zylinder aufgeschoben
werden, wobei über die schrägen Rampen zuverlässig ein Einfädeln der radial abragenden
Arme in die Vertiefungen der Nabe des Zylinders erfolgen kann.
[0009] Schließlich kann die Rückstellfeder im Wesentlichen radial innerhalb einer äußeren,
als Ringfeder ausgebildeten Freilauffeder positioniert sein, wobei die Freilauffeder
um einen ringförmigen Kragen des festen Gehäuses herum angeordnet ist und auf einen
Kupplungsstift wirkt, der ab einem definierten Drehmoment auf die Freilaufhülse radial
ausfährt und die Rastverbindung zwischen dem Gehäuse und der Freilaufhülse löst. Die
übereinander Schachtelung der beiden Federn ermöglicht auch in axialer Richtung ein
besonders kurz bauender Schließzylinder.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im Folgenden anhand der beiliegenden Zeichnung
näher erläutert.
[0011] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein teilweise aufgeschnittener Schließzylinder für Türschlösser von Kraftfahrzeugen,
mit einem inneren Zylinder, einem äußeren, festen Schlossgehäuse und einer dazwischen
angeordneten Freilaufhülse, sowie mit einer Rastverbindung und einer Kupplungseinrichtung,
mittels denen die triebliche Verbindung zwischen dem Zylinder und einem Abtriebselement
auf das Türschloss trennbar ist,
- Fig. 2
- den Zylinder, die Freilaufhülse und die Rückstellfeder des Schließzylinders gemäß
Fig. 1 in einer Explosionsdarstellung,
- Fig. 3
- den Zylinder mit der Rückstellfeder und der Freilaufhülse im montierten Zustand, und
- Fig. 4
- den zwischen dem festen Gehäuse und der Freilaufhülse als Rastmittel vorgesehenen
Kupplungsstift, der mit einer am Gehäuse angeordneten Freilauffeder zusammenwirkt.
[0012] In der Fig. 1 ist mit 10 ein Schließzylinder für Türschlösser von Kraftfahrzeugen
bezeichnet, dass sich im Wesentlichen aus einen rotationssymmetrischen Zylinder 12,
eine den Zylinder 12 über nahezu seine gesamte Länge umschließende Freilaufhülse 14
und ein äußeres Gehäuse 16 zusammensetzt.
[0013] Ferner weist das Türschloss 10 ein noch zu beschreibendes Rastmittel in Form eines
Kupplungsstiftes 18 (Fig. 4) und eine Kupplungseinrichtung 20 auf. An die Kupplungseinrichtung
20 ist als triebliche Verbindung mit dem Türschloss (nicht dargestellt) des Kraftfahrzeuges
eine kardanisch angelenkte Verbindungsstange 22 und ein unmittelbar in die Mechanik
des Türschlosses eingreifender Knebel 24 angeschlossen.
[0014] Es sei bemerkt, dass der Schließzylinder 10 mit der Kupplungseinrichtung 20 nur soweit
beschrieben ist, als dies für das Verständnis der vorliegenden Erfindung erforderlich
ist.
[0015] Der Zylinder 12 (vergleiche auch Fig. 2 und 3) ist drehbar in der Freilaufhülse 14
gelagert und weist in bekannter Weise mehrere, radial verschiebliche Zuhaltungen 26
auf, die bei abgezogenem Schlüssel radial ausfahren und in korrespondierende Ausnehmungen
28 der Freilaufhülse 14 einrasten.
[0016] Wird der reguläre Schlüssel an der Stirnseite des Zylinders 12 in den Schlüsselschacht
12a eingesteckt, wodurch die Zuhaltungen 26 einfahren, so ist der Zylinder 12 frei
in der Freilaufhülse 14 verdrehbar. Die daraus resultierende Schlossbetätigung erfolgt
über einen am Zylinder 12 ausgebildeten Fortsatz 12b, der in Drehrichtung formschlüssig
mit der Kupplungseinrichtung 20 zusammenwirkt.
[0017] Der Zylinder 12 ist mittels einer funktionell und räumlich zwischen dem hier beispielhaft
hinteren Abschnitt (Fortsatz 12b) des Zylinders 12 und der Freilaufhülse 14 angeordneten,
als Schenkelfeder ausgeführten Rückstellfeder 30 mit zwei radial abragenden Armen
30a, 30b in einer definierten Drehwinkellage relativ zur Freilaufhülse 14 gehalten.
[0018] Die Arme 30a, 30b der Rückstellfeder 30 durchgreifen zwei zueinander versetzte Umfangsschlitze
14a, 14b in der Freilaufhülse 14 und liegen innerhalb dieser an in Umfangsrichtung
wirkenden Vertiefungen 32a, 32b an, die in eine sich teilweise um den Fortsatz 12b
erstreckende Nabe 32 des Zylinders 12 eingearbeitet sind. An die Vertiefungen 32a,
32b schließen sich als Einfädelhilfe in Montagerichtung ausgerichtete, schräge Rampen
32c an. Zur Montage der Freilaufhülse 14 auf den Zylinder 12 wird zunächst die Rückstellfeder
30 in die Freilaufhülse 14 eingesetzt, derart, dass die Arme 30a, 30b die Umfangsschlitze
14a, 14b durchragen.
[0019] Mit dem Aufschieben der Freilaufhülse 14 auf den Zylinder 12 bzw. der Rückstellfeder
30 auf den Fortsatz 12b gleiten die Arme 30a, 30b über die schrägen Rampen 32c, verrasten
dann in den Vertiefungen 32a, 32b und liegen zugleich an in Umfangsrichtung gegenüberliegenden
Enden der Umfangsschlitze 14a, 14b an.
[0020] Dementsprechend ist der Zylinder 12 relativ zur Freilaufhülse 14 in einer definierten
Mittelstellung (zum Beispiel gemäß Fig. 1 in einer horizontalen Ausrichtung des Schlüsselschachtes
12a) zentriert und kann bei eingestecktem Schlüssel in beide Drehrichtungen in einem
der Konfiguration der Umfangsschlitze 14a, 14b entsprechendem Maße verdreht werden,
wobei entweder der Arm 30a oder der Arm 30b der Rückstellfeder 30 entsprechend gespannt
wird. Der Verstellbereich ist konstruktiv auf das zu betätigende Türschloss ausgelegt.
[0021] Die Fig. 4 zeigt bei teilweise aufgebrochen dargestelltem Schlossgehäuse 16 die Rastierung
der Freilaufhülse 14 relativ zum Schlossgehäuse 16 bei regulärer Betätigung des Schließzylinders
10. Dazu ist der Kupplungsstift 18 vorgesehen, der in einen korrespondierenden Schacht
(nicht ersichtlich) eines ringförmigen Kragens 16a des Schlossgehäuses 16 radial verschieblich
von außen eingesetzt ist.
[0022] Der Kupplungsstift 18 greift dabei derart formschlüssig in eine den Kupplungsstift
18 zum Teil umschließende Ausnehmung 14c der Freilaufhülse 14 ein, dass die Freilaufhülse
14 in einer definierten Winkellage zum Schlossgehäuse 16 gehalten ist.
[0023] Der Kupplungsstift 18 wird mittels einer als Ringfeder mit mehreren Windungen ausgebildeten,
radial wirkenden Freilauffeder 34 radial nach innen vorgespannt, wobei die Freilauffeder
34 in eine Umfangsnut 16b des Kragens 16a (Fig. 1) eingesetzt ist und den radial über
den Grund der Umfangsnut 16a ragenden Kupplungsstift 18 nach innen, der Ausnehmung
14c zu, federnd vorspannt. Die Freilauffeder 34 liegt beispielhaft und bevorzugt im
Wesentlichen in einer einheitlichen Radialmittenebene mit der Rückstellfeder 30.
[0024] Der Kupplungsstift 18 und die Ausnehmung 14c in der Freilaufhülse 14 sind so ausgelegt,
dass die Freilaufhülse 14 im regulären Schließbetrieb fest mit dem Schlossgehäuse
16 verbunden ist. Die Rückstellfeder 30 stützt sich über die Freilaufhülse 14 und
diese über den Kupplungsstift 18 am Schlossgehäuse 16 ab.
[0025] Wird bei nicht passendem Schlüssel am Zylinder 12 ein irregulär hohes Drehmoment
aufgebracht, so leitet sich dieses über die ausgefahrenen Zuhaltungen 26 auf die Freilaufhülse
14 weiter und bewirkt gegen die Vorspannkraft der Freilauffeder 34 eine radiale Verstellung
des Kupplungsstiftes 18 und somit ein freies Durchdrehen der Freilaufhülse 14 im Schlossgehäuse
16.
[0026] Mit dem Ausfahren des Kupplungsstiftes 18 aus der Ausnehmung 14c wird zugleich die
Kupplungseinrichtung 20 (nicht dargestellt) aktiviert und löst die triebliche Verbindung
zum Türschloss des Kraftfahrzeuges. Ein Entsperren des Türschlosses ist dadurch ausgeschlossen.
[0027] Durch die beschriebene Anordnung der Rückstellfeder 30 innerhalb der Freilaufhülse
14 kann sich diese bei drehender Freilaufhülse 14 ohne jegliche Beschädigung oder
Überdehnung mitdrehen, so dass deren Rückstellfunktion bei wieder verrasteter Freilaufhülse
14 unverändert erhalten ist.
1. Schließzylinder, insbesondere für Türschlösser von Kraftfahrzeugen, mit einem inneren,
Zuhaltungen aufweisenden Zylinder oder Zylinderteil, der mit einer den Zylinder umschließenden
Freilaufhülse zusammenwirkt, wobei die Freilaufhülse den Zuhaltungen zugeordnete Ausnehmungen
aufweist und in einem äußeren, festen Gehäuse drehbar gelagert ist, und wobei eine
Kupplungseinrichtung und ein Rastmittel vorgesehen sind, welche bei einem definierten
Drehmoment auf die Freilaufhülse die Rastverbindung zwischen dem Gehäuse und der Freilaufhülse
lösen und zugleich eine Entkopplung zwischen dem Zylinder und einem nachgeschalteten
Schloss steuern, und wobei eine auf den Zylinder wirkende Rückstellfeder vorgesehen
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellfeder (30) funktionell zwischen den Zylinder (12) und die Freilaufhülse
(14) eingeschaltet ist.
2. Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellfeder (30) räumlich innerhalb der Freilaufhülse (14) und um einen zylindrischen
Fortsatz (12b) des Zylinders (12) angeordnet ist.
3. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellfeder als Schenkelfeder (30) ausgebildet ist, deren radial von der Schenkelfeder
(30) abragende Arme (30a, 30b) durch Umfangsschlitze (14a, 14b) in der Freilaufhülse
(14) hindurch an der Freilaufhülse (14) und an in Umfangsrichtung zum Teil offenen
Vertiefungen (32a, 32b) in einer um den zylindrischen Fortsatz (12b) ausgebildeten,
in Umfangsrichtung teilweise offenen Nabe (32) des Zylinders (12) abgestützt sind.
4. Schließzylinder nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an die Vertiefungen (32a, 32b) der Nabe (32) den Armen (30a, 30b) der Rückstellfeder
(30) in Montagerichtung zugewandte, schräge Rampen (32c) angeformt sind.
5. Schließzylinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellfeder (30) im Wesentlichen radial innerhalb einer äußeren, als Ringfeder
ausgebildeten Freilauffeder (34) positioniert ist, wobei die Freilauffeder (34) um
einen ringförmigen Kragen (16a) des Schlossgehäuses (16) herum angeordnet ist und
auf einen Kupplungsstift (18) wirkt, der ab einem definierten Drehmoment aus der Freilaufhülse
(14) ausfährt und die Rastverbindung zwischen dem Schlossgehäuse (16) und der Freilaufhülse
(14) löst.