[0001] Die Erfindung betrifft ein Schloss für ein Verschließteil, insbesondere Türschloss,
mit einer Schlossfalle und/oder mit einem Schlossriegel, und mit einer wenigstens
einen Antriebsmotor aufweisenden Antriebseinheit für eine motorische Verstellung der
Schlossfalle und/oder des Schlossriegels zwischen einer Öffnungsstellung und einer
Schließstellung, wobei die Schlossfalle und der Schlossriegel jeweils als Schließteil
zum Eingriff in eine Öffnung in einem Schließblech oder dergleichen einer Zarge oder
Wand ausgebildet sind.
[0002] Handelsübliche Türschlösser haben üblicherweise einen mit dem Schlüssel aus- und
rückschließbaren Riegel sowie eine federbelastete bzw. federnd vorgespannte Schlossfalle.
Während der Riegel zum sicheren Verschließen der Türe dient, hat die Schlossfalle
die Aufgabe, die unverschlossene Tür in einer "Tür-zu-Stellung" festzuhalten (Schließstellung),
Dazu ist die Schlossfalle üblicherweise abgeschrägt, so dass sie beim Schließen der
Tür zunächst gegen eine Federkraft in das Schlossgehäuse gedrückt wird und dann federbelastet
in die Schließposition zuriiekverschoben wird, so dass sie in einer Ausnehmung des
gegenüber auf der Zargenseite liegenden Schließblechs eingreift und dadurch die Tür
fest hält.
[0003] Aus der
DE 20 2005 015 982 U1 ist ein Türöffner für eine Tür bekannt, wobei der Türöffner eine Antriebseinheit
aufweist, mit der bei geschlossener Tür eine motorische Freigabe der Schlossfalle
vom Schließblech bewirkt wird. Die Antriebseinheit ist derart ausgestaltet, dass zur
Öffnungsfreigabe die Schlossfalle entgegen der Federvorspannung durch die Antriebseinheit
außer Eingriff vom Schließblech verstellbar ist. Die Antriebseinheit bewirkt zur Öffhungsfreigabe
genau die Verstellung, die bei bekannten Türschlössern durch die manuelle Betätigung
einer Türklinke bewirkbar ist. Die Antriebseinheit kann dem Schließblech zugeordnet
und hinter dem Schließblech in einer Ausfräsung angeordnet sein, wobei die Schlossfalle
mit der Antriebseinheit aus dem Schließblech herausgedrückt wird. Alternativ ist es
möglich, dass die Antriebseinheit dem Türschloss zugeordnet ist und die Schlossfalle
bei der motorischen Öffnungsfreigabe aus dem Schließblech herausgezogen wird.
[0004] Die Antriebseinheit kann einen Elektromotor aufweisen, der an seiner Antriebswelle
eine Schnecke aufweist, die in Eingriff mit einem Zahnrad steht, mit dem ein Exzenter
verbunden ist. Die Bewegung des Exzenters führt zur Bewegung eines Betätigungselements
zur Verstellung der Schlossfalle zwischen einer Schließstellung und einer Öffnungsfreigabestellung.
Die elektrische Versorgung des Elektromotors erfolgt über den Anschluss an Netzwechselspannung.
Die Einbettung der Antriebseinheit in einen Schlosskasten des aus der
DE 20 2005 015 982 U1 bekannten Schlosses ist aufwendig und führt zu einer Vergrößerung der Baugröße des
Schlosskastens, was von Nachteil ist.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schloss der eingangs beschriebenen
Art weiterzubilden und anzugeben, das hinsichtlich Aufbau und Funktionalität verbessert
ist.
[0006] Um den Aufbau eines Schlosses für ein Verschließteil, insbesondere eines Türschlosses,
mit einer Schlossfalle und/oder mit einem Schlossriegel, und mit einer wenigstens
einen Antriebsmotor aufweisenden Antriebseinheit für eine motorische Verstellung der
Schlossfalle und/oder des Schlossriegels zwischen einer Öffnungsstellung und einer
Schließstellung zu vereinfachen und insbesondere eine geringe Baugröße des Schlosses
zu erreichen, ist bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung bei einem Schloss
der eingangs beschriebenen Art vorgesehen, dass der Antriebsmotor in die Schlossfalle
oder in den Schlossriegel integriert und zusammen mit der Schlossfalle oder dem Schlossriegel
und relativ zu einem Schlosskasten bzw. Gehäuse des erfindungsgemäßen Schlosses zwischen
der Öffnungsstellung und der Schließstellung verstellbar bzw. verfahrbar ist. Die
Schlossfalle und der Schlossriegel greifen als Eingriffsteile dabei in der Schließstellung
in eine Öffnung einer an das Verschließteil bzw. die Tür angrenzenden Zarge oder Wand
ein und verhindern so die Öffnung des Verschließteils.
[0007] Sofern die Schlossfalle und der Schlossriegel motorisch verstellbar sein sollen,
können die Schlossfalle und der Schlossriegel jeweils einen separaten Antriebsmotor
aufweisen, der integraler Bestandteil der Schlossfalle bzw, des Schlossriegels ist.
Die Integration des Antriebsmotors in die Schlossfalle oder in den Schlossriegel fuhrt
zu einer deutlichen Verringerung der Baugröße des Türschlosses, wobei ein einfacher
Ein- und Ausbau des Antriebsmotors zusammen mit der Schlossfalle bzw. dem Schlossriegel
möglich ist, Zudem ist der Antriebsmotor beschädigungssicher aufgenommen in der Schlossfalle
bzw. dem Schlossriegel, was eine hohe Störunempfindlichkeit des erfindungsgemäßen
Schlosses gewährleistet.
[0008] Der Antriebsmotor zur Verstellung der Schlossfalle bzw. des Schlossriegels kann ggf.
über ein Getriebe mit wenigstens einem Kraftübertragungsmittel mechanisch gekoppelt
sein und zusammenwirken, um eine Verstellbewegung der Schlossfalle bzw. des Schlossriegels
bewirken zu können. Das Getriebe kann ebenfalls ein integraler Bestandteil der Schlossfalle
oder des Schlossriegels sein, so wie der Antriebsmotor. Der Antriebsmotor kann ein
rotativ angetriebenes Antriebsritzel aufweisen, das in eine an einem Schlosskasten
bzw. einem Gehäuse des Schlosses festgesetzte bzw. ausgeformte Zahnstange eingreift.
Der Antriebsmotor ist an der Schlossfalle bzw. an dem Schlossriegel festgesetzt, so
dass durch Rotation des Antriebsritzels in einfacher Weise eine Verstellbewegung der
Schlossfalle bzw, des Schlossriegels in Längsrichtung der Zahnstange möglich ist.
Es versteht sich, dass hier dem Fachmann auch andere Ausführungsformen geläufig sind,
eine mechanische Kopplung zu verwirklichen, um eine Verstellbewegung der Schlossfalle
bzw. des Schlossriegels durch Betrieb des Antriebsmotors umzusetzen. Der Antriebsmotor
ist vorzugsweise als Elektromotor, insbesondere als Gleichstrom- oder Schrittmotor,
ausgebildet, wobei die Aufzählung nicht abschließend ist.
[0009] Die Erfindung betrifft ferner ein Schloss für ein Verschließteil, insbesondere ein
Türschloss, mit einer Schlossfalle und/oder mit einem Schlossriegel, mit einer wenigstens
einen elektrischen Antriebsmotor aufweisenden Antriebseinheit für eine elektromotorische
Verstellung bzw. Bewegung der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels und mit einem
Betätigungsmittel, insbesondere einem Türgriff oder einer Türklinke, zur manuellen
Verstellung der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels unter Verrichtung mechanischer
Arbeit, wobei die Schlossfalle und/oder der Schlossriegel bedarfsweise mit der Antriebseinheit
und/oder mit dem Betätigungsmittel zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung
bewegbar ist bzw. sind. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung einen Antrieb
für ein Verschließteil zur elektromotorischen Verstellung bzw. Bewegung des Verschließteils
zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung zum Verschließen bzw. Öffnen
einer
[0010] Öffnung, wobei die Abmessungen des Verschließteils im Wesentlichen den Abmessungen
der Öffnung entsprechen können, insbesondere einen Türantrieb für ein Türblatt einer
Tür, weiter insbesondere einer Drehflügeltür, mit wenigstens einem elektrischen Antriebsmotor
und mit wenigstens einem mit dem Antriebsmotor kraftübertragend gekoppelten Kraftübertragungselement,
insbesondere wenigstens einem Reibrad, wobei das Kraftübertragungselement während
der Verstellung des Verschließteils in kraftschlüssigem Kontakt mit einer während
des Verstellens des Verschließteils überstrichenen Wand-, Boden- oder Deckenfläche
steht und wobei bei der elektromotorischen Verstellung des Verschließteils elektrische
Antriebsenergie des Antriebsmotors in mechanische Energie umgewandelt wird, Schließlich
betrifft die Erfindung eine Schlossanordnung mit einem Schloss und mit einem Antrieb.
[0011] Aus der
DE 94 14 049 U1 ist eine Vorrichtung zum Verschließen einer Öffnung bekannt, die mindestens ein Verschließteil,
dessen Abmessungen im Wesentlichen den Abmessungen der Öffnung entsprechen, sowie
mindestens ein Antriebsmittel zur Bewegung des Verschließteils umfasst. Das Antriebsmittel
weist eine rotativ angetriebene Achse auf, die mindestens einen im Wesentlichen radförmigen
Rollkörper bzw. ein Reibrad trägt, wobei das Antriebsmittel in der Weise an oder in
dem Randbereich des Verschließteils angebracht ist, dass der Rollkörper in kraftschlüssigem
Kontakt mit der während des Öffnens der Verschließvorrichtung überstrichenen Boden-,
Wand- oder Deckenfläche steht. Als Antriebsmittel können Wechselstrom-, Gleichstrom-
oder Schrittmotoren eingesetzt werden, wobei die Energieversorgung der Antriebsmittel
vorzugsweise aus einem Akkumulator oder einer Batterie, gegebenenfalls in Verbindung
mit einer auf der Türfläche oder einem Antriebsmittelgehäuse vorgesehenen Solarzelle,
erfolgen kann. Sie kann aber auch aus dem Stromnetz erfolgen. Darüber hinaus können
hydraulisch betätigbare Motoren zum Einsatz kommen.
[0012] Um das bekannte Schloss und den bekannten Antrieb jeweils der zuvor beschriebenen
Art an ein Stromnetz bzw. an Netzwechselspannung anschließen zu können, sind stromführende
Leiter erforderlich, die über das Verschließteil, beispielsweise ein Türblatt, oder
einen Rahmen für das Verschließteil bzw. die Wand, beispielsweise über eine Türzarge,
zu dem Schloss und dem Antrieb führen und das Schloss bzw. den Antrieb mit dem Stromnetz
verbinden. Die erforderliche elektrische Anbindung über stromführende Leiter an ein
Stromnetz erschwert das Nachrüsten von Verschließteilen, wie beispielsweise Türen,
mit einem Schloss und/oder einem Antrieb der zuvor beschriebenen Art. Bei einem Ausfall
der Netzversorgung ist eine Bestromung der Antriebseinheit des Schlosses bzw. des
Antriebs für das Verschließteil nicht gewährleistet. Erfolgt die elektrische Versorgung
mit einer Batterie-/Akkuanordnung, gegebenenfalls zusätzlich zu der Versorgung über
das Stromnetz, ist der Ladezustand der Batterie-/Akkuanordnung regelmäßig zu kontrollieren
und verbrauchte Batterien bzw. Akkus sind auszutauschen. Dies ist aufwendig und kann
bei nicht regelmäßiger Überwachung bzw, nicht regelmäßigem Austausch dazu führen,
dass eine ordnungsgemäße Funktion des zuvor beschriebenen Schlosses und/oder des zuvor
beschriebenen Antriebs nicht mehr gewährleistet ist.
[0013] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher auch, ein Schloss und einen Antrieb
jeweils der zuvor beschriebenen Art weiterzubilden und ein Schloss und einen Antrieb
anzugeben, die hinsichtlich Aufbau und Funktionalität verbessert sind. Ferner soll
eine Schlossanordnung mit einem Schloss und einem Antrieb hinsichtlich Aufbau und
Funktionalität verbessert werden.
[0014] Die vorgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer alternativen Ausführungsform
der Erfindung dadurch gelöst, dass das Schloss einen elektrischen Generator aufweist
und mit dem Betätigungsmittel derart in Wirkverbindung steht, dass die bei einer Betätigung
des Betätigungsmittels verrichtete mechanische Arbeit mit dem Generator in elektrische
Energie zur Energieversorgung des Antriebsmotors umsetzbar ist. Das erfindungsgemäße
Schloss weist einen Generator bzw. Dynamo auf, um auch unabhängig von dem Anschluss
an Netzwechselspannung einen Betrieb der Antriebseinheit zur Verstellung der Schlossfalle
und/oder des Schlossriegels zu ermöglichen, wobei die für einen Betrieb der Antriebseinheit
erforderliche elektrische Antriebsenergie durch Verrichten mechanischer Arbeit bei
(vorhergehender) Betätigung des Betätigungsmittels, beispielsweise beim Drehen eines
Türgriffs oder beim Niederdrücken einer Türklinke, und deren Umwandlung mit dem Generator
bereitgestellt wird.
[0015] In diesem Zusammenhang kann wenigstens eine interne bzw. dem Schloss zugeordnete
Batterie-/Akkuanordnung zur Zwischenspeicherung der bei Betätigung des Betätigungsmittels
erzeugten elektrischen Energie vorgesehen sein, wobei die Batterie-/Akkuanordnung
mit dem Generator verbunden ist. Die Batterie-/Akkuanordnung lässt sich durch einmalige
oder mehrfache Betätigung des Betätigungsmittels aufladen. Es versteht sich, dass
die Batterie-/Akkuanordnung auswechselbar ausgebildet sein kann. Im Übrigen kann eine
Akkupflegeschaltung vorgesehen sein, bei der durch regelmäßige Ladung und Entladung
des Akkus eine hohe Lebensdauer des Akkus sichergestellt wird.
[0016] Dies ermöglicht es grundsätzlich, eine völlig energieautarke Stromversorgung der
Antriebseinheit sicherzustellen, wobei "energieautark" in diesem Sinne bedeutet, dass
die Antriebsenergie für die Antriebseinheit ausschließlich bzw. vollständig durch
Verrichtung mechanischer Arbeit und Umwandlung mit dem Generator in elektrische Energie
bereitgestellt werden kann. Dadurch wird ein einfaches Nachrüsten mit dem erfindungsgemäßen
Schloss, beispielsweise von Türen, ermöglicht, die nicht über eine entsprechende Leitungsfüburung
an ein Stromnetz angeschlossen sind. Das erfindungsgemäße Schloss ermöglicht somit
das motorische Verstellen der Schlossfalle bzw. des Schlossriegels unabhängig von
dem Bestehen oder dem Ausfall eines Stromnetzes, was zu einer hohen Störunempfindlichkeit
des erfindungsgemäßen Schlosses, insbesondere in Notfallzuständen, führt.
[0017] Um auch bei längerer Nichtbetätigung des Betätigungsmittels und gegebenenfalls bei
Entleerung der als Zwischenspeicher für die mit dem Generator erzeugte Energie dienenden
internen Batterie-/Akkuanordnung eine ausreichende Stromversorgung der Antriebseinheit
gewährleisten zu können, kann wenigstens eine Schnittstelle zum Anschluss des Schlosses
an eine Netzwechselspannung eines Stromnetzes und/oder zum Anschluss an eine weitere
Batterie-/Akkuanordnung vorgesehen sein. Das ermöglicht die Energieversorgung des
Antriebsmotors unabhängig von der Betätigung des Betätigungselementes. In diesem Zusammenhang
kann eine Steuerung vorgesehen sein, die derart ausgebildet ist, dass bei Anschluss
des erfindungsgemäßen Schlosses an eine Netzwechselspannung die Antriebsenergie für
die Antriebseinheit vorrangig bzw. ausschließlich dem Stromnetz entnommen wird, wobei
bei Ausfall der Netzversorgung eine Bestromung des Antriebsmotors für die Schlossfalle
und/oder den Schlossriegel über eine über den Generator aufladbare Batterie-/Akkuanordnung
erfolgen kann.
[0018] Das Schloss kann ferner eine Steuerung für die Antriebseinheit aufweisen, die vorzugsweise
als Steuerungselektronik ausgeführt sein kann. Die Steuenngselektronik kann beispielsweise
auf einer Platine in einem Schlosskasten bzw. in einem Schlossgehäuse angeordnet sein.
Die Schlossfalle und/oder der Schlossriegel können mittels der Steuerungselektronik
freigebbar sein, um anschließend das Öffnen des Verschließteils manuell oder automatisch
mit einem Antrieb vornehmen zu können.
[0019] Die Steuerung kann derart strukturiert sein, dass ein Teil der Steuerung das Schloss
und ein anderer Teil der Steuerung einen Antrieb für das Verschließteil steuert. Zur
Programmierung der Steuerungselektronik und zur Fembedienbarkeit der Steuerungselektronik
wird auf die
EP 1 643 065 A2 verwiesen, deren Offenbarungsgehalt hiermit vollumfänglich zum Gegenstand der vorliegenden
Anmeldung gemacht wird.
[0020] Bei einem Antrieb der eingangs genannten Art kann zur Lösung der oben genannten Aufgabe
vorgesehen sein, dass ein elektrischer Generator vorgesehen ist und mit dem Kraftübertragungselement
und/oder mit wenigstens einem weiteren Kraftübertragungselement in Wirkverbindung
steht, wobei die bei einer manuellen Verstellung bzw. Bewegung des Verschließteils
verrichtete mechanische Arbeit mit dem Generator in elektrische Energie zur Energieversorgung
des Antriebsmotors umgesetzt wird. Auch hier dient eine Dynamofunktion des erfindungsgemäßen
Antriebs dazu, unabhängig von der Energieversorgung des Antriebsmotors über einen
Netzanschluss die Verstellung des Verschließteils bewirken zu können. Ebenso ist es
bei dem erfindungsgemäßen Antrieb möglich, dass wenigstens eine interne Batterie-/Akkuanordnung
zur Zwischenspeicherung der bei manueller Bewegung des Verschließteils erzeugten elektrischen
Energie vorgesehen ist. Im Übrigen kann auch eine Schnittstelle zum Anschluss an eine
Netzwechselspannung eines Stromnetzes und/oder zum Anschluss an eine weitere Batterie-/Akkuanordnung
vorgesehen sein, um den Antriebsmotor des Antriebs unabhängig von der manuellen Bewegung
des Verschließteils mit Energie zu versorgen. Zu Vorteilen und Wirkungen wird auf
die obigen Ausführungen zu dem erfindungsgemäßen Schloss mit Dynamofunktion verwiesen.
[0021] Vorzugsweise ist ein zweites Kraftübertragungselement, beispielsweise ein zweites
Reibrad, vorgesehen, das mit dem Generator in Wirkverbindung steht, um die bei einem
manuellen Schließen und Öffnen des Verschließteils verrichtete Arbeit in elektrische
Energie umwandeln zu können. Das zweite Reibrad steht ebenfalls in kraftschlüssigem
Kontakt mit einer während des Verstellens des Verschließteils überstrichenen Wand-,
Boden- oder Deckenfläche. Der Antriebsmotor und das zweite Kraftübertragungselement
(zweites Reibrad) sind dann vorzugsweise nicht gekoppelt, wobei eine Rutschkupplung
so zwischen dem Antriebsmotor und dem ersten Kraftübertragungselement (erstes Reibrad)
angeordnet sein kann, dass eine manuelle Verstellung des Verschließteils ohne Rückwirkung
auf den Antriebsmotor bleibt.
[0022] Das erfindungsgemäße Schloss und der erfindungsgemäße Antrieb können in einer Schlossanordnung
verwirklicht sein. In diesem Zusammenhang kann die bei einer manuellen Bewegung des
Verschließteils mit dem Generator des Antriebs für das Verschließteil erzeugte elektrische
Energie auch oder lediglich zur Energieversorgung des Antriebsmotors des Schlosses
zur Verstellung der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels genutzt werden, was eine
entsprechende Verbindung des Antriebs für das Vexschließteil mit dem Schloss über
eine elektrische Leitung erfordert. Hier kann die elektrische Leitungsführung beispielsweise
über ein Türblatt einer Tür erfolgen, wenn ein Türschloss mit einem Türantrieb elektrisch
verbunden werden soll.
[0023] Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Schlossanordnung mit einem Antrieb für
eine motorische Verstellung eines Verschließteils zwischen einer Öffnungsstellung
und einer Schließstellung zum Verschließen einer Öffnung, wobei die Abmessungen des
Verschließteils im Wesentlichen den Abmessungen der Öffnung entsprechen, insbesondere
mit einem Türantrieb für ein Türblatt einer Tür, weiter insbesondere einer Drehflügeltür,
mit wenigstens einem Schloss, insbesondere einem Türschloss, und mit wenigstens einer
Steuerung, wobei der Antrieb wenigstens einen Antriebsmotor und wenigstens ein mit
dem Antriebsmotor kraftübertragend gekoppeltes Kraftübertragungselement aufweist,
insbesondere wenigstens ein Reibrad, wobei das Kraftübertragungselement während der
Verstellung des Verschließteils in kraftschlüssigem Kontakt mit einer während des
Verstellens des Verschließteils überstrichenen Wand-, Boden- oder Deckenfläche steht,
wobei bei der motorischen Verstellung des Verschließteils Antriebsenergie des Antriebsmotors
in mechanische Energie umgewandelt wird und wobei das Schloss eine Schlossfalle und/oder
einen Schlossriegel und wenigstens einen Antriebsmotor für eine motorische Verstellung
der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels zwischen einer Öffnungsstellung und einer
Schließstellung aufweist.
[0024] Bei der motorischen Öffnung der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels sind Reibkräfte
zu überwinden, die beispielsweise zwischen den sich berührenden Flächen von Schlossfalle
bzw. Schlossriegel und einem Schließblech an einer Wand, einem Boden oder einer Decke,
beispielsweise an der Zarge einer Tür, auftreten. Diese Reibkräfte können in Abhängigkeit
von der Einbausituation des Verschließteils und durch Umgebungseinflüsse, beispielsweise
durch Windbeaufschlagung, eine Größe erreichen, die eine Verstellung der Schlossfalle
und/oder des Schlossriegels mit dem Antriebsmotor des Schlosses nicht oder nur noch
eingeschränkt zulässt,
[0025] Um eine Schlossanordnung der oben beschriebenen Art weiterzubilden und hinsichtlich
der Funktionalität zu verbessern, kann vorgesehen sein, dass die Steuerung derart
ausgebildet ist, dass während der motorischen Verstellung der Schlossfalle und/oder
des Schlossriegels ein Betrieb des Antriebsmotors für das Verschließteil vorgesehen
wird, insbesondere zur Erzeugung einer in Schließrichtung des Verschließteils wirkenden
Verstellkraft. Im Ergebnis wird vor bzw. während der Verstellung der Schlossfalle
bzw. des Schlossriegels das Verschließteil durch Inbetriebnahme des Antriebs stärker
in die Schließstellung des Verschließteil gedrückt, so dass eine vereinfachte Verstellbewegung
von Schlossfalle bzw. Schlossriegel möglich ist. Wird beispielsweise eine Tür mit
Seitenwind beaufschlagt, was das Öffnen bzw. Schließen von Schlossfalle und Schlossriegel
erschwert, ist eine Verringerung der Reibungskräfte zwischen der Schlossfalle bzw.
dem Schlossriegel und einem Schließblech durch Inbetriebnahme des Türantriebs möglich,
wobei die Tür entgegen der Windkraft gedrückt wird und Schlossfalle und/oder Schlossriegel
bei geringerem Kraftaufwand zurückgezogen oder zurückgedrängt werden können. Dadurch
sinkt der Energieaufwand zum Verstellen der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels.
Im Übrigen sinkt die mechanische Belastung der an der Verstellbewegung beteiligten
Bauteile des Schlosses.
[0026] Die Erfindung betrifft schließlich ein Schloss für ein Verschließteil, insbesondere
ein Türschloss, mit einer Schlossfalle und/oder mit einem Schlossriegel, vorzugsweise
mit einer wenigstens einen Antriebsmotor aufweisenden Antriebseinheit für eine motorische
Verstellung der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels.
[0027] Üblicherweise lässt sich bei den aus dem Stand der Technik bekannten Schlössern die
Schlossfalle und/oder der Schlossriegel zwischen zwei Stellungen hin und her verstellen,
wobei in einer Öffnungsstellung das Verschließteil freigegeben ist und die Schlossfalle
bzw. der Schlossriegel keinen Kontakt zum Schließblech aufweisen und (vollständig)
eingefahren sind. In der Schließstellung sind die Schlossfalle und/oder der Schlossriegel
dagegen vorzugsweise vollständig ausgefahren und stehen in Kontakt zum Schließblech,
wobei die Schlossfalle bzw. der Schlossriegel vom Schließblech gehalten sind und in
eine Ausnehmung des Schließblechs eingreifen können ("Tür-zu-Stellung"). Insbesondere
im Zusammenhang mit der automatischen Überwachung der Stellung der Schlossfalle und/oder
des Schlossriegels, was durch eine entsprechende Steuerungselektronik mit Überwachungsfunktion
erfolgen kann, lässt sich nicht ohne Weiteres allein aufgrund der Position der Schlossfalle
und/oder des Schlossriegels eindeutig bestimmen, ob das Verschließteil tatsächlich
in einer Öffnungsstellung ("Tür-auf-Stellung") oder in einer Schließstellung ("Tür-zu-Stellung")
angeordnet ist. Wird beispielsweise ein Türschloss betrachtet, so können sich die
Schlossfalle und/oder der Schlossriegel auch dann in einer Schließstellung befinden,
wenn die Tür nicht in der "Tür-au-Stellung" festgehalten ist, sondern beispielsweise
von außen gegen den Türrahmen bzw. die Zarge anlehnt. Dieser Zustand kann auftreten,
wenn die Tür vor der Verstellung der Schlossfalle bzw. des Schlossriegels in die Schließstellung
nicht ordnungsgemäß geschlossen worden ist.
[0028] Um hier Abhilfe zu schaffen, schlägt die Erfindung ein Schloss der zuvor beschriebenen
Art vor, das wenigstens eine Positionsbestimmungseinrichtung ausgebildet zur Bestimmung
der Position der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels in einer Öffnungsstellung
und/oder in einer Schließstellung und in wenigstens einer weiteren Stellung aufweist.
Zusätzlich zu der Öffhungsstellung und/oder der Schließstellung von Schlossfalle und/oder
Schlossriegel ist erfindungsgemäß wenigstens eine weitere Stellung detektierbar, bei
der beispielsweise die Schlossfalle und/oder der Schlossriegel weiter ausgefahren
sein können als in der Schließstellung. Die zulässige Endlage der Schlossfalle und/oder
des Schlossriegels kann dabei durch die konstruktive Auslegung des Schließblechs vorgegeben
sein. Beispielsweise kann bei einer Tür vorgesehen sein, die maximal mögliche Verstellbewegung
der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels durch eine entsprechende Tiefe der Ausnehmung
im Schließblech zu begrenzen. Ist die Tür dagegen nicht ordnungsgemäß geschlossen
und lehnt von außen gegen eine Türzarge an, wobei die Schlossfalle und/oder der Schlossriegel
nicht in die Ausnehmung des Schließblechs eingreifen, kann ein größerer Verstellweg
der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels als Information darüber interpretiert
werden, dass die Tür nicht ordnungsgemäß geschlossen worden ist.
[0029] Grundsätzlich ist es auch möglich, insbesondere bei einer motorischen Verstellung
der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels, wenigstens eine Zwischenstellung der
Schlossfalle und/oder des Schlossriegels zwischen der Öffnungsstellung und der Schließstellung
zu detektieren, um eine ordnungsgemäße Verstellbewegung der Schlossfalle und/oder
des Schlossriegels zwischen den Endlagen überwachen zu können. Es versteht sich, dass
die Endstellungen ebenfalls entsprechend detektierbar sein können. Mittel zur Positionserkennung
sind aus der
EP 1 643 065 A2 bekannt und können bedarfsweise auch zum Gegenstand der vorliegenden Anmeldung gemacht
werden.
[0030] Eine Positionsbestimmung der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels ist kontinuierlich
oder diskontinuierlich jeweils nach Erreichen einer bestimmten Stellung der Schlossfalle
bzw. des Schlossriegels möglich. Hier kann die Positionsbestimmung Teil einer Überwachungseinrichtung
sein, wobei bei einer Veränderung der Position der Schlossfalle bzw. des Schlossriegels
auf eine Manipulation des Schlosses, beispielsweise im Falle eines Einbruchs, geschlossen
werden kann.
[0031] Die Überwachungseinrichtung kann zur automatischen Übertragung von Positionswerten
und/oder Alarmsignalen an eine zentrale Empfangseinrichtung ausgebildet sein, wobei
die Datenübertragung vorzugsweise über Funk erfolgen kann. Die Überwachungseinrichtung
kann auch zur Auswertung gemessener bzw. detektierter Ist-Positionen von Schlossfalle
und Schlossriegel durch Vergleich mit hinterlegten Soll-Positionen in der Öffnungsstellung
und der Schließstellung ausgebildet sein. Soll-Positionen können nach dem Einbau des
Schlosses manuell aufgenommen und in einer Speichereinrichtung hinterlegt werden.
Die Überwachungseinrichtung kann auch eine Lernfunktion aufweisen, mittels derer verschiedene
Soll-Positionen der Schlossfalle bzw. des Schlossriegels erfassbar sind und dann in
einer Speichereinrichtung gespeichert werden können. Die vorbeschriebenen Funktionen
können Teil einer entsprechenden Elektronik sein, die die Steuerung der Antriebseinheit
zur motorischen Verstellung von Schlossfalle und Schlossriegel umfassen kann.
[0032] Um den Sicherheitsaspekt noch stärker Rechnung zu tragen, kann bei einem Schloss
der zuvor beschriebenen Art eine Überwachungseinrichtung zur Überwachung von wenigstens
einer physikalischen Zustandsgröße des Schlosses oder eines Bauteils davon vorgesehen
sein, wobei die Überwachungseinrichtung wenigstens ein Überwachungsmittel aufweist,
das zum Erkennen bzw. zur Messwerterfassung einer Abweichung des Ist-Wertes der physikalischen
Zustandsgröße von einem vorgegebenen Sollwert der Zustandsgröße ausgebildet ist. Die
Abweichung kann beispielsweise die Folge einer nicht-funktionsbedingten Krafteinwirkung
von außen auf das Schloss sein, wobei es zu einer Abweichung beispielsweise beim Aufbohren
des Schlosskastens kommen kann.
[0033] Der Erfindung liegt an dieser Stelle der Grundgedanke zugrunde, eine Manipulation
an dem Schloss oder an seinen Bauteilen durch Bestimmung und Überwachung der Werte
von physikalischen Zustandsgrößen bzw. Parametern der Bauteile des Schlosses in einfacher
Weise und zuverlässig erkennen zu können. Bei den Zustandsgrößen kann es sich beispielsweise
um Positionskoordinaten, um Frequenzen und Amplituden von Vibrationen bzw. von Schwingungen,
um Temperaturen und/oder um Stromleitfähigkeit handeln, wobei die Aufzählung nicht
abschließend ist. Als Überwachungsmittel kann dementsprechend wenigstens ein Sensor,
vorzugsweise ein Bewegungssensor und/oder Positionserkennungssensor zum Erfassen einer
Bewegung und/oder der Position beispielsweise der Schlossfalle und/oder des Schlossriegels,
ein Vibrationssensor zum Erfassen von Vibrationen beispielsweise des Schlosskastens
bzw. des Gehäuses, ein Temperatursensor zum Erfassen von Temperaturen im bzw. am Schlosskasten
bzw. Gehäuse und/oder ein Sensor zum Erfassen von Luftschwingungen vorgesehen sein.
Als Überwachungsmittel können auch eine in den Schlosskasten integrierte Leiterplatte
und/oder einzelne Leiterbahnen vorgesehen sein, wobei eine Unterbrechung von wenigstens
einer Leiterbahn, beispielsweise durch Aufbohren des Schlosskastens von außen und
Durchbohren der Leiterplatte, als Änderung bzw. Abweichung der Stromleitfähigkeit
erfassbar ist.
[0034] Sobald es zu Manipulationen am Schlosskasten und einer nicht-funktionsbedingten Krafteinwirkung
beispielsweise als Folge einer versuchten oder erfolgten insbesondere mechanischen
Zerstörung des Schlosses oder seiner Bauteile, beispielsweise durch Aufbohren oder
Aufschweißen des Schlosskasten, kommt, wird eine Änderung des Wertes einer betrachteten
Zustandsgröße bzw. die Abweichung des Ist-Wertes von einem vorgegebenen Sollwert automatisch
erfasst. Die Überwachungseinrichtung kann in diesem Zusammenhang zur automatischen
Übertragung von (Alarm-) Signalen an eine Empfangseinrichtung außerhalb von dem Schlosskasten
ausgebildet sein, um im Falle einer erkannten Abweichung eine Alarm- oder Fehlermeldung
an eine Sicherheitszentrale oder dergleichen senden zu können. Dadurch trägt das erfindungsgemäße
Schloss in hohem Maße zum Einbruchsschutz bei.
[0035] Die Überwachungseinrichtung kann ferner eine Selbsttestfunktion aufweisen, die kontinuierlich
oder diskontinuierlich die Ist-Werte der Zustandsgrößen erfasst und mit Sollwerten
vergleicht.
[0036] Es versteht sich, dass Merkmale der zuvor beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung
bedarfsweise miteinander kombiniert werden können, auch wenn dies nicht im Einzelnen
beschrieben ist. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht auf
Türschlösser und Türantriebe sowie Türschlossanordnungen beschränkt ist.
[0037] Die vorgenannten Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung sowie die nachfolgend
beschriebenen Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung können unabhängig voneinander,
aber auch in einer beliebigen Kombination realisiert werden, Weitere Vorteile, Merkmale,
Eigenschaften und Aspekte der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform anhand der Zeichnung. In der Zeichnung
zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Schlossanordnung mit einem Türschloss und mit
einem Türantrieb,
- Fig. 2
- eine schematische Teildarstellung der Schlossanordnung aus Figur 1, wobei eine Antriebseinheit
für eine motorische Verstellung einer Schlossfalle in die Schlossfalle integriert
ist und
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung einer Schlossfalle mit einer Aufnahmebohrung für
eine Antriebseinheit.
[0038] In Figur 1 ist schematisch eine Schlossanordnung 1 mit einem Türschloss 2 und einem
Türantrieb 3 dargestellt. Das Türschloss 2 und der Türantrieb 3 können an einem Türblatt
4 der Tür befestigt oder in das Türblatt 4 eingesetzt sein. Das Türschloss 2 weist
eine Schlossfalle 5 und einen Schlossriegel 6 auf. Die Schlossfalle 5 ist federbelastet
bzw. federnd vorgespannt und hat die Aufgabe, die unverschlossene Tür in einer "Tür-zu-Stellung"
festzuhalten, wobei sie in eine Ausnehmung eines gegenüber auf einer Zargenseite liegenden
nicht dargestellten Schließblechs eingreift und dadurch die Tür festhält. Der Schlossriegel
6 dient zum sicheren Verschließen der Tür. Darüber hinaus können weitere Bauteile
vorgesehen sein, die nicht im Einzelnen dargestellt sind.
[0039] Im Übrigens weist das Türschloss 2 eine wenigstens einen elektrischen Antriebsmotor
aufweisende Antriebseinheit 7 für eine elektromotorische Verstellung der Schlossfalle
5 und eine weitere Antriebseinheit 8 zur elektromotorischen Verstellung des Schlossriegels
6 auf. Die Schlossfalle 5 und der Schlossriegel 6 lassen sich darüber hinaus über
eine Türklinke 9 als Betätigungsmittel manuell verstellen unter Verrichtung mechanischer
Arbeit. Die Schlossfalle 5 und der Schlossriegel 6 sind mit den Antriebseinheiten
7, 8 und/oder mit der Türklinke 9 bedarfsweise zwischen einer Öffnungsstellung und
einer Schließstellung hin und her bewegbar.
[0040] Das Türschloss 2 weist darüber hinaus einen elektrischen Generator 10 auf, der mit
der Türklinke 9 in Wirkverbindung steht, so dass die bei Betätigung der Türklinke
9 verrichtete mechanische Arbeit mit dem Generator 10 in elektrische Energie zur Energieversorgung
der Antriebsmotoren der Antriebseinheiten 7, 8 umsetzbar ist, Dadurch ist es möglich,
die Verstellung der Schlossfalle 5 und des Schlossriegels 6 unabhängig von einem Stromnetz
bzw, Netzwechselspannung auszuführen.
[0041] Unten an dem Türblatt 4 ist der Türantrieb 3 vorgesehen, der ebenfalls lediglich
schematisch dargestellt ist. Der Türantrieb 3 ist in das Türblatt 4 integriert bzw,
mit einem entsprechenden Gehäuse in eine entsprechende Ausfräsung in dem Türblatt
4 eingesetzt, Der Türantrieb 3 weist einen elektrischen Antriebsmotor 11 auf, der
kraftübertragend mit einem Reibrad 12 gekoppelt ist. Mit dem Türantrieb 3 lässt sich
das Türblatt 4 um eine schematisch dargestellte vertikale Längsachse X verschwenken
bzw. zwischen einer Öffnungsstellung, bei der sich die Tür in einer "Tür-auf-Stellung"
befindet, und einer Schließstellung, bei der sich die Tür in einer "Tür-zu-Stellung"
befindet und mit einer nicht dargestellten Türzarge zusammenwirkt, verstellen. Während
der Verstellung des Türblatts 4 steht das Reibrad 12 in kraftschlüssigem Kontakt mit
einer während des Verstellens überstrichenen Bodenfläche, wobei die elektrische Antriebsenergie
für den Antriebsmotor 11 in mechanische Energie umgewandelt und von dem Reibrad 12
eine Verstellkraft übertragen wird.
[0042] Bei der dargestellten Schlossanordnung 1 ist nun vorgesehen, dass der Türantrieb
3 ebenfalls einen elektrischen Generator 13 aufweist, der mit einem weiteren Reibrad
14 in Wirkverbindung steht. Dadurch ist es möglich, die bei einer manuellen Verstellung
des Türblatts 4 verrichtete mechanische Arbeit mit dem Generator 13 in elektrische
Energie zur Energieversorgung des Antriebsmotors 11 umzusetzen. Nicht dargestellt
ist, dass zwischen dem Antriebsmotor 11 und dem ersten Reibrad 12 eine Rutschkupplung
vorgesehen sein kann,
[0043] Nicht im Einzelnen dargestellt ist ferner, dass das Türschloss 2 und der Türantrieb
3 jeweils wenigstens eine Batterie-/Akkuanordnung zur Zwischenspeicherung der bei
Betätigung der Türklinke 9 bzw, bei manueller Bewegung des Türblatts 4 erzeugten elektrischen
Energie aufweisen kann. Im Übrigen kann ergänzend eine Schnittstelle zum Anschluss
an eine Netzwechselspannung eines Stromnetzes und/oder zum Anschluss einer weiteren
Batterie-/Akkuanordnung vorgesehen sein. Schließlich ist es möglich, dass die von
dem Generator 13 erzeugte elektrische Energie als Antriebsenergie für die Antriebsmotoren
der Antriebseinheiten 7, 8 des Türschlosses 2 genutzt wird.
[0044] Wie sich aus der Figur 1 weiter ergibt, weist das Türschloss 2 eine Positionsbestimmungseinrichtung
15 auf, die als Bewegungssensor ausgebildet sein kann. Dadurch ist es möglich, die
Position der Schlossfalle 5 in einer Öffnungsstellung, in der in der Figur 1 dargestellten
Schließstellung und in wenigstens einer weiteren Stellung zu detektieren, Die Positionsbestimmungseinrichtung
15 kann mit einer Überwachungseinrichtung 16 zusammenwirken, die derart funktionalisiert
ist, dass die Abweichung der Position der Schlossfalle 5 (Ist-Wert) von einem vorgegebenen
Soll-Wert bei einer bestimmten Stellung der Schlossfalle 5 erkannt wird, um beispielsweise
bei einem Aufbohren des Türschlosses 2 von außen und einem dadurch bedingten Verstellen
der Schlossfalle 5 eine Manipulation bzw. einen Einbruch in einfacher Weise detektieren
zu können. Die Überwachungseinrichtung 16 kann ausgebildet sein zur Übertragung von
Alarmsignalen an eine Sicherheitszentrale, beispielsweise über Funk. Im Übrigen kann
eine nicht im Einzelnen dargestellte Steuerelektronik vorgesehen sein, um die beschriebenen
Funktionen des Türschlosses 2 und des Türantriebs 3 umzusetzen.
[0045] Wie sich aus Figur 2 ergibt, kann die Antriebseinheit 7 in die Schlossfalle 5 integriert
und zusammen mit der Schlossfalle 5 zwischen der Öffnungsstellung und der Schließstellung
verfahrbar sein. Dies ist durch den Pfeil X in Fig, 2 gekennzeichnet. Wie sich aus
Fig. 3 ergibt, weist die Schlossfalle, die als solche einteilig ausgebildet ist und
ein verstellbares Verschließteil des Schlosses 2 bildet, eine Bohrung 18 zur Aufnahme
der Antriebseinheit 7 auf. Daraus resultieren eine platzsparende Anordnung der Bauteile
des Schlosses 2 in einem Schlosskasten 17 und eine geringe Baugröße des Schlosskastens
17.
[0046] Die Antriebseinheit 7 ist als Getriebemotor mit einem Antriebsteil 19 und einem Getriebeteil
20 ausgebildet. Die Übersetzung kann zwischen 1: 500 bis 1: 900, vorzugsweise ca.
1: 700, betragen. Antriebsteil 19 und Getriebeteil 20 sind in die Bohrung 18 eingesetzt.
An der offenen Seite der Bohrung 18 weist die Antriebseinheit 7 ein Antriebs- bzw.
Motorritzel 21 auf, das mit einer an dem Schlosskasten 17 festgesetzten Zahnstange
22 zusammenwirkt. Mit anderen Worten ist die Antriebseinheit 7 mit dem Schlosskasten
17 mechanisch gekoppelt, um eine Rotationsbewegung des Antriebsmotors bzw. des Antriebsteils
19 in eine Linearbewegung der Schlossfalle 5 in Pfeilrichtung X umzusetzen.
[0047] Die Zahnstange 22 ist in der Art eines Schlittens verschiebbar an dem Schlosskasten
17 gelagert bzw. geführt. Zu diesem Zweck ist eine Führung 23 bzw, ein Schacht an
dem Schlosskasten 17 vorgesehen. Dies ermöglicht es, die Zahnstange 22 ebenfalls in
Pfeilrichtung X zu verschieben. Hierbei ist die Zahnstange 22 federbelastet, wobei
die Zahnstange 22 entgegen der Federbelastung zusammen mit der Schlossfalle 5 bei
Stillstand des Antriebsmotors aus der Schließstellung in Richtung zur Öffnungsstellung
verschiebbar ist, In der Schließstellung ist die Zahnstange 22 gegen den Schlosskasten
17 abgestützt.
[0048] Die in Fig. 2 dargestellte Anordnung lässt es zu, dass die Schlossfalle 5 mit der
Antriebseinheit 7 elektromotorisch zwischen der Schließstellung und der Öffnungsstellung
und relativ zur Zahnstange 22 und damit zum Schlosskasten 17 verfahren werden kann.
Darüber hinaus ist eine Verstellbewegung der Schlossfalle 5 aus der Schließstellung
in die Öffnungsstellung möglich, wenn eine Druckkraft von außen auf die Schlossfalle
5 wirkt. Wenn die Druckkraft ausreichend hoch ist, wird die Schlossfalle 5 zusammen
mit der Zahnstange 22 entgegen der auf die Zahnstange 22 wirkenden Federkraft in Richtung
zur Öffnungsstellung bewegt. Dadurch wird einer Beschädigung des Türschlosses 2 vorgebeugt.
Alternativ kann auch eine Rutschkupplung vorgesehen sein, die bei einer ausreichend
hohen Druckkraft auf die Schlossfalle 5 die Kopplung zwischen der Antriebseinheit
7 und dem Schlosskasten 17 unterbricht.
[0049] Zudem ist vorzugsweise eine Bewegungsmöglichkeit der Schlossfalle 5 von der Schließstellung
in die Öffnungsstellung durch Betätigung eines Schließzylinders des Schlosses 2 und
bei Betätigung der Türklinke 9 gleichermaßen gegeben, so wie dies aus dem Stand der
Technik an sich bereits bekannt ist.
[0050] Zur Stromversorgung der Antriebseinheit 7 kann eine Speichereinrichtung für elektrische
Energie, insbesondere eine Akkuanordnung, vorgesehen sein. Eine Aufladung der Speichereinheit
kann von außen erfolgen über einen Anschluss insbesondere der Schlossfalle 5 an einen
stromführenden vorzugsweise entlang einer Zarge oder Wand verlaufenden Leiter eines
Stromnetzes, wobei die Schlossfalle 5 entsprechende Kontakte aufweisen kann, die beim
Schließen der Tür eine elektrische Verbindung zwischen dem Stromnetz und der Speichereinheit
herstellen. Grundsätzlich ist auch die Aufladung der Speichereinheit mit einem Generator
möglich, der bei Betätigung des Schlosses 2 und/oder bei einer Verstellbewegung der
Tür verrichtete mechanische Arbeit in elektrische Energie umsetzt.
[0051] Vorzugsweise ist der Antriebsmotor in Abhängigkeit von der Steuerung eines Türantriebs
zur motorischen Verstellung der Tür zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung
der Tür steuerbar. Die Steuerung kann derart ausgebildet sein, dass der Türantrieb
erst dann in Betrieb gesetzt werden kann bzw. wird, wenn die Schlossfalle 5 aus der
Schließstellung in die Öffnungsstellung bewegt worden ist,
[0052] Es versteht sich, das die Antriebseinheit 8 aus Fig. 1 entsprechend in den Schlossriegel
6 integriert sein kann, auch wenn dies nicht dargestellt ist.
1. Schloss für ein Verschließteil, insbesondere Türschloss (2), mit einer Schlossfalle
(5) und/oder mit einem Schlossriegel (6), und mit einer wenigstens einen Antriebsmotor
aufweisenden Antriebseinheit (7, 8) für eine motorische Verstellung der Schlossfalle
(5) und/oder des Schlossriegels (6) zwischen einer Öffnungsstellung und einer Schließstellung,
dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor in die Schlossfalle (5) oder in den Schlossriegel (6) integriert
und zusammen mit der Schlossfalle (5) oder dem Schlossriegel (6) zwischen der Öffnungsstellung
und der Schließstellung verfahrbar ist.
2. Schloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinheit (7) mit einem Schlosskasten (17) zur Umwandlung einer Rotationsbewegung
des Antriebsmotors in eine Linearbewegung der Schlossfalle (5) oder des Schlossriegels
(6) mechanisch gekoppelt ist.
3. Schloss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antriebsmotor ein Antriebsritzel (21) aufweist, das mit einer an dem Schlosskasten
(17) festgesetzten Zahnstange (22) zusammenwirkt.
4. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass die Zahnstange (22) verschiebbar an dem Schlosskasten (17) gelagert bzw. geführt
ist.
5. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass die Zahnstange (22) federbelastet ist.
6. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass die Zahnstange (22) entgegen der Federbelastung zusammen mit der Schlossfalle (5)
oder dem Schlossriegel (6) bei Stillstand des Antriebsmotors aus der Schließstellung
in Richtung zur Öffnungsstellung verschiebbar ist.
7. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass die Zahnstange (22) in der Schließstellung gegen den Schlosskasten (17) abgestützt
ist.
8. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass die Antriebseinheit (7) in einer Bohrung (18) in der Schlossfalle (5) oder dem Schlossriegel
(6) aufgenommen ist,
9. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass eine Speichereinrichtung für elektrische Energie, insbesondere eine Akkuanordnung,
zur Stromversorgung der Antriebseinheit (7) vorgesehen ist.
10. Schloss nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass der Antriebsmotor in Abhängigkeit von der Steuerung eines Antriebs ausgebildet zur
motorischen Verstellung des Verschließteils zwischen einer Öffnungsstellung und einer
Schließstellung des Verschließteils zum Verschließen einer Öffnung steuerbar ist.