TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fehlererfassung bei einem Systemtest
oder während der periodischen Funktionsüberprüfung eines im Tragflug an einem Trägerflugzeug
angekoppelten, unbemannten Flugkörpers gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Sie betrifft weiterhin einen unbemannten Flugkörper gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
6.
[0002] Bevor ein unbemannter Flugkörper von einem Trägerflugzeug abgekoppelt und verschossen
wird, wird, selbstständig initiiert oder ausgelöst vom Trägerflugzeug, ein Systemtest
der Komponenten des Flugkörpers durchgeführt, während dieser noch am Trägerflugzeug
angekoppelt ist. Nach dem fehlerfreiem Systemtest werden anschließend periodisch die
Subsysteme und Baugruppen des Flugkörpers auf korrekte Funktion geprüft. Eine Freigabe
des Flugkörpers zum Verschuss wird erst nach erfolgreich bestandenem Systemtest sowie
fehlerfreier Funktion während des nachfolgenden Betriebes erteilt.
[0003] Während des Systemtests und auch nach dem Systemtest wird der Flugkörper noch über
das ihn mit dem Trägerflugzeug verbindende Umbilical-Kabel mit elektrischer Energie
versorgt. Wenn der Systemtest erfolgreich absolviert worden ist und anschließend keine
Fehlfunktion durch die zyklischen Prüfungen identifiziert wurde, wird vom Trägerflugzeug
im Falle des Verschussereignisses unter anderem ein Signal an den Flugkörper gesandt,
mit welchem eine im Flugkörper vorgesehene autonome Energiequelle, beispielsweise
eine Thermalbatterie, aktiviert wird, die dann die Stromversorgung des Flugkörpers
übernimmt, bevor durch Abkoppeln des Flugkörpers vom Trägerflugzeug die Energiezufuhr
vom Trägerflugzeug unterbrochen wird.
[0004] Tritt nun während des Systemtests oder während der periodischen Funktionsprüfungen
ein fataler Fehler auf, das heißt, ein Fehler der den Abbruch der Mission zwangsläufig
zur Folge hat, so wird der Flugkörper nicht vom Trägerflugzeug abgekoppelt und auch
der autonome Energiespeicher des Flugkörpers wird nicht in Betrieb gesetzt, falls
der Missionsabbruch nicht innerhalb der Abgangssequenz (Abkoppeln des Flugkörpers
vom Trägerflugzeug) erfolgt. Es wird beim Missionsabbruch darüber hinaus die Energiezufuhr
vom Trägerflugzeug zum Flugkörper abgeschaltet, sodass der Flugkörper keine elektrische
Energie zugeführt bekommt und somit frei von externer elektrischer Spannung ist.
[0005] Diese Energieabschaltung des Flugkörpers führt dazu, dass auch der flüchtige Arbeitsspeicher
nicht mit Energie versorgt wird und folglich der Speicherinhalt im flüchtigen Arbeitsspeicher
des zentralen Bordcomputers des Flugkörpers einschließlich aller dort gespeicherter
Fehlerinformationen verloren geht. Das wiederum bedeutet, dass nach der Landung des
Trägerflugzeug keine detailliertes Bild der Fehlersituation (Fehlerbild) vorliegt
und somit auch keine Rückschlüsse auf den Grund des Missionsabbruchs getroffen werden
können.
STAND DER TECHNIK
[0006] Bisher wurde in einem solchen Fall anstelle des im Flugkörper vorgesehenen Gefechtskopfes
ein Banddatenrecorder eingebaut, sodass dann nach einem oder mehreren weiteren Testflügen,
bei denen der Fehler möglicherweise noch einmal auftrat, entsprechende Fehlerdaten
auf dem Datenrecorder gespeichert waren. Diese Vorgehensweise ist äußerst umständlich,
da der Flugkörper jedes Mal umgerüstet werden muss und der zur Umrüstung erforderliche
Ausbau eines Teils der Waffe, nämlich des Gefechtskopfes, unter hohen Sicherheitsauflagen
erfolgen muss.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein gattungsgemäßes Verfahren zur
Fehlererfassung anzugeben, bei welchem auch ohne Umrüstung des Flugkörpers dafür gesorgt
ist, dass nach dem Auftreten eines fatalen Fehlers, der zu einem Missionsabbruch geführt
hat, die entsprechenden Fehlerdaten für eine Ursachenanalyse durch die am Boden wartende
Servicemannschaft zur Verfügung stehen.
[0008] Eine weitere Aufgabe ist es, einen unbemannten Flugkörper anzugeben, der es ermöglicht,
ein die vorstehende Aufgabe lösendes Verfahren anzuwenden.
[0009] Die auf das Verfahren gerichtete Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0010] Bei diesem erfindungsgemäßen Verfahren zur Fehlererfassung eines im Tragflug an einem
Trägerflugzeug angekoppelten, unbemannten Flugkörpers,
- wobei der Flugkörper einen zentralen Bordcomputer, auf dem eine in einem Speicher
gespeicherte Steuerungssoftware für den Betrieb des Flugkörpers ablaufbar ist, und
einen flüchtigen Arbeitsspeicher und einen nichtflüchtigen, reprogrammierbaren Datenspeicher
aufweist,
- wobei der Flugkörper eine erste Energiezufuhr für elektrische Energie aufweist, die
vom Trägerflugzeug gespeist wird;
- wobei der Flugkörper eine zweite, autonome Energiezufuhr für elektrische Energie aufweist,
die von einem im Flugkörper vorgesehenen Energiespeicher mit elektrischer Energie
beaufschlagbar ist, und
- wobei der Energiespeicher im Flugkörper den Flugkörper über die zweite Energiezufuhr
mit elektrischer Energie versorgt, wenn der Flugkörper von einem Waffensteuerungscomputer
im Trägerflugzeug ein entsprechendes Aktivierungssignal erhält;
werden die folgenden Schritte durchgeführt:
- Durchführen einer ausgelösten und periodischen Systemüberprüfung des Flugkörpers im
Tragflug während der Flugkörper über die erste Energiezufuhr vom Trägerflugzeug mit
Energie versorgt wird;
- Erfassen von während dieser Systemüberprüfung im Flugkörper auftretenden Fehlerdaten
und Speichern dieser Fehlerdaten im flüchtigen Arbeitsspeicher;
- Übertragen der im Arbeitsspeicher gespeicherten Fehlerdaten in zumindest ein freies
Speichersegment des nichtflüchtigen Datenspeichers (beispielsweise Flash-Speicher),
sobald ein zu einem Missionsabbruch führender fataler Fehler erfasst und im Arbeitsspeicher
abgespeichert worden ist;
- Erzeugen eines Missionsabbruchsignals und Übertragen dieses Signals an den Waffensteuerungscomputer
des Trägerflugzeugs und
- Abschalten der ersten Energiezufuhr.
VORTEILE
[0011] Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Idee liegt somit darin, eine oder
mehrere freie Sektoren des im Bordcomputer des Flugkörpers vorgesehenen nichtflüchtigen,
reprogrammierbaren Datenspeichers zur Speicherung der Fehlerinformation zu nutzen.
Dazu wird beim Auftreten eines fatalen Fehlers, der einen Missionsabbruch zur Folge
haben muss, das Missionsabbruchssignal nicht sofort vom Bordcomputer des Flugkörpers
an den Waffensteuerungscomputer des Trägerflugzeugs übertragen, sondern dieses Missionsabbruchssignal
wird erst mit einer solchen geringfügigen Verzögerung an den Waffensteuerungscomputer
des Trägerflugzeugs übertragen, die ausreichend ist, um während dieser Verzögerung
die Übertragung der im flüchtigen Arbeitsspeicher gespeicherten Fehlerdaten in den
nichtflüchtigen Datenspeicher zu ermöglichen. Wird dann vom Waffensteuerungscomputer
des Trägerflugzeugs nach Erhalt des Missionsabbruchssignals die Mission abgebrochen
und die elektrische Energieversorgung vom Trägerflugzeug zum Flugkörper abgeschaltet,
so werden zwar die im flüchtigen Arbeitsspeicher des Bordcomputer des Flugkörpers
enthaltenen Fehlerdaten gelöscht, nicht aber deren Kopie im nichtflüchtigen reprogrammierbaren
Datenspeicher. Die Servicemannschaft am Boden kann folglich nach der Landung des Trägerflugzeugs
die Fehlerdaten aus dem nichtflüchtigen Datenspeicher auslesen und entsprechende Service-
oder Reparaturarbeiten am Flugkörper vornehmen.
[0012] Ein besonders vorteilhafter Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt in einem
Überprüfungsflug, wobei die Übertragung des Aktivierungssignals für den Energiespeicher
des Flugkörpers vom Waffensteuerungscomputer des Trägerflugzeugs zum Flugkörper unterbunden
ist. Bei derartigen Überprüfungsflügen wird in der Regel ein spezielles Umbilical-Kabel
verwendet, bei dem die das Steuersignal für den Energiespeicher (beispielsweise das
Zündsignal 'Release Consent' für eine Thermalbatterie) übertragende Leitung unterbrochen
ist und bei welchem aus Sicherheitsgründen auch jene Leitung unterbrochen ist, die
die Energie für die Aktivierung des Energiespeichers überträgt. Dadurch, dass das
erfindungsgemäße Verfahren bei derartigen Überprüfungsflügen eingesetzt wird, kann
auf systematische Weise ein verbesserter Erkenntnisgewinn während des Überprüfungsfluges
erzielt werden.
[0013] Besonders vorteilhaft ist es, wenn zusätzlich zu dem den Missionsabbruch auslösenden
fatalen Fehler, auch baugruppenspezifische Daten der den Missionsabbruch bewirkenden
Baugruppe sowie fehlerrelevante Daten anderer Baugruppen im nichtflüchtigen Datenspeicher
abgespeichert werden. Hierdurch wird es ermöglicht, eine genaue Analyse der Ursachen
des fatalen Fehlers durchzuführen und somit dem Servicepersonal erleichtert, den eigentlichen
Defekt, der zum fatalen Fehler geführt hat, zu identifizieren.
[0014] Zusätzlich ist es von Vorteil, wenn auch nicht-fatale Fehler (vorzugsweise aus anderen
oder allen Baugruppen des Flugkörpers), die vor dem Missionsabbruch aufgetreten sind,
im nichtflüchtigen Datenspeicher abgespeichert werden. Auf diese Weise wird die Vorgeschichte
des fatalen Fehlers abgebildet und damit ein noch umfassenderes Bild der Fehlersituation
des Flugkörper erhalten. Das Servicepersonal am Boden kann daraus Rückschlüsse auf
den gesamten Zustand des Flugkörpers ziehen, was für die effiziente Identifizierung
der den Missionsabbruchs auslösenden Ursache und deren Nebenwirkungen Voraussetzung
ist. Zudem können weitere Fehlerquellen erkannt und behoben werden, die sonst möglicherweise
in einem späteren Flug zu fatalen Fehlern und damit zu Missionsabbruch führen würden.
[0015] Verbessert wird dieser Erkenntnisgewinn noch dadurch, dass zusätzlich zu den Fehlerdaten
auch allgemeine Daten des Flugkörpers, die den Zustand des Flugkörpers zum Zeitpunkt
des Missionsabbruchs beschreiben (beispielsweise Position, Höhe über Grund, Geschwindigkeit,
Eulerwinkel, UTC-Zeit, interne Zeit, interner Mode etc.), im nichtflüchtigen Datenspeicher
abgespeichert werden.
[0016] Somit werden gegebenenfalls folgende Datengruppen im nichtflüchtigen Datenspeicher
des Flugkörpers abgespeichert und bilden die den Missionsabbruch herbeiführende Fehlersituation
als Fehlerbild ab :
- allgemeine Daten, die den Zustand des Flugkörpers zum Zeitpunkt des Missionsabbruchs
beschreiben,
- die Kennung der den Missionsabbruch bewirkenden Baugruppe,
- baugruppenspezifische Daten der den Missionsabbruch bewirkenden Baugruppe sowie fehlerrelevante
Daten anderer Baugruppen des Flugkörpers,
- alle vor dem Missionsabbruch aufgetretenen nicht-fatalen Fehler aller Baugruppen des
Flugkörpers.
[0017] Falls das erfindungsgemäße Verfahren bei operationellen Übungen oder Einsätzen zur
Anwendung kommt, wobei ein operationelles Umbilical-Kabel verwendet wird, und falls
im Tragflug ein Flugkörper als defekt erkannt wird, können aufgrund des ausgelesenen
Fehlerbildes nachfolgend am Boden gezielte Untersuchungs- und Reparaturmaßnahmen eingeleitet
werden, um den Flugkörper schnellstmöglich wieder einsatzbereit zu machen.
[0018] Durch all diese Maßnahmen wird die Verfügbarkeit der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
betriebenen Flugkörper deutlich erhöht und der Aufwand zur Fehlersuche nach einem
aufgetretenen fatalen Fehler wird spürbar reduziert.
[0019] Die auf den Flugkörper gerichtete Aufgabe wird gelöst durch den unbemannten Flugkörper
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 6.
[0020] Dieser erfindungsgemäße unbemannte Flugkörper enthält einen zentralen Bordcomputer,
auf dem eine in einem Speicher gespeicherte Steuerungssoftware für den Betrieb des
Flugkörpers ablaufbar ist und der einen flüchtigen Arbeitsspeicher sowie einen nichtflüchtigen,
reprogrammierbaren Datenspeicher (üblicherweise Flash-Speicher) aufweist. Der Flugkörper
weist eine erste Energiezufuhr für elektrische Energie auf, die von einem Trägerflugzeug
gespeist wird, an welches der Flugkörper im Tragflugzustand angekoppelt ist. Der Flugkörper
weist weiterhin eine zweite Energiezufuhr für elektrische Energie auf, die von einem
im Flugkörper vorgesehenen autonomen Energiespeicher gespeist wird. Dieser Energiespeicher
ist so ausgestaltet, dass er den Flugkörper über die zweite Energiezufuhr mit elektrischer
Energie versorgt, wenn der Flugkörper von einem Waffensteuerungscomputer im Trägerflugzeug
ein entsprechendes Aktivierungssignal erhält.
[0021] Die auf dem Bordcomputer des Flugkörpers ablaufende Steuerungssoftware ist so ausgestaltet,
dass sie vor dem Abkoppeln des Flugkörpers vom Trägerflugzeug, zum Beispiel bei einer
ausgelösten oder der zyklischen Systemüberprüfung, im Flugkörper auftretende technische
Fehlerdaten erfasst und als Fehlerbild im Arbeitsspeicher speichert und dass sie dieses
gespeicherte Fehlerbild im Falle eines Missionsabbruchs in einem freien Segment des
nichtflüchtigen Datenspeichers abspeichert, bevor die vom Trägerflugzeug über die
erste Energiezufuhr zum Flugkörper geleitete elektrische Energie abgeschaltet wird.
Dies gilt auch für einen fehlerbedingten Missionsabbruch während der Abgangssequenz.
[0022] Vorzugsweise erfolgt die Fehlerspeicherung im nichtflüchtigen Datenspeicher nur dann,
wenn der Missionsabbruch von einem flugkörper-intern auftretenden Fehler ausgelöst
worden ist.
[0023] Weiter vorzugsweise erfolgt keine Fehlerspeicherung in den nichtflüchtigen Datenspeicher
mehr, wenn die Trennung des Flugkörpers vom Trägerflugzeug erkannt worden ist.
[0024] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Fehlerspeicherung in den nichtflüchtigen Datenspeicher
nur dann erfolgt, wenn der Flugkörper mit dem Trägerflugzeug in Kommunikationsverbindung
steht.
[0025] Wenn die Steuerungssoftware die Trennung des Flugkörpers vom Trägerflugzeug sensiert
hat (Freiflugphase), erfolgt zweckmäßigerweise keine Fehlerbildspeicherung mehr im
nichtflüchtigen Datenspeicher. Während des Freifluges des Flugkörpers wird üblicherweise
die zyklische Funktionsüberwachung der Baugruppen abgeschaltet und somit die Möglichkeit
des Missionsabbruches blockiert.
[0026] Die Steuerungssoftware ist zudem so ausgestaltet, dass sie Fehlerbilder nur dann
in den nichtflüchtigen Datenspeicher speichert, wenn sie eindeutig erkannt hat, dass
sie mit dem Trägerflugzeug, also nicht mit einen Testgerät oder einem Missionsplan-Ladegerät,
kommuniziert. Falls ein Testgerät mit dem Flugkörper interagiert und dabei ein fataler
Fehler im Flugkörper identifiziert wird, wird das zugehörige Fehlerbild unmittelbar
zum Testgerät übertragen, so dass eine Zwischenspeicherung im Flugkörper nicht mehr
notwendig ist.
[0027] Ein zusätzliches Merkmal der Steuerungssoftware ist, dass mehrere Fehlerbilder hintereinander
im nichtflüchtigen Datenspeicher des Flugkörpers gespeichert werden können, beispielsweise
als verkettete Liste.
[0028] Vorteilhaft ist es auch, wenn das Auslesen von Fehlerdaten aus dem nichtflüchtigen
Datenspeicher nur dann durchführbar ist, wenn der Flugkörper mit einem Testgerät in
Kommunikationsverbindung steht. Das Auslesen von im nichtflüchtigen Datenspeicher
gespeicherten Fehlerbildern erlaubt die Steuerungssoftware folglich nur dann, wenn
sie mit dem Testgerät, wie es beispielsweise in der nicht vorveröffentlichten
DE102008054264 dargestellt ist, kommuniziert, vorzugsweise nach fehlerfreiem Hochlauf im Mode Standby
(bei Flugkörpern mit sporadischen Fehlern) oder im Missionsabbruchs-Mode (bei Flugkörpern
mit permanenten Fehlern).
[0029] Ein weiteres Merkmal der Steuerungssoftware ist, dass das Löschen von Fehlerdaten
im nichtflüchtigen Datenspeicher nur dann durchführbar ist, wenn der Flugkörper mit
einem Testgerät in Kommunikationsverbindung steht und sich unmittelbar davor als fehlerfrei
erwiesen hat. Das Löschen der Fehlerbilder im nichtflüchtigen Datenspeicher ist also
nur dann möglicht, wenn die Software eindeutig erkannt hat, dass sie mit dem Testgerät
kommuniziert. Das Löschen kann dabei nur am Ende eines erfolgreich bestandenen Tests,
beispielsweise eines D-Level Tests, wie er in der nicht vorveröffentlichten
DE102009040303 beschrieben ist, erfolgen.
[0030] Eine weitere, vorteilhafte Ausprägung der Steuerungssoftware ist, dass sie aus zwei
unabhängigen Teilen besteht: einem operationellen Teil und einem Testteil, wobei der
operationelle Teil ausgebildet ist, um mit dem Trägerflugzeug zu interagieren und
die Fehlerspeicherung im nichtflüchtigen Datenspeicher auszuführen, und wobei der
Testteil ausgebildet ist, um mit einem Testgerät zu interagleren und das Auslesen
der Fehlerdaten aus dem nichtflüchtigen Datenspeicher sowie das Löschen des nichtflüchtigen
Datenspeichers auszuführen. Dabei führt der operationelle Teil, der mit dem Trägerflugzeug
interagiert, das Schreiben der Fehlerbilder in den nichtflüchtigen Datenspeicher aus.
Dem Testteil, der mit dem Testgerät kommuniziert, obliegt das Lesen und Löschen der
Fehlerbilder aus dem nichtflüchtigen Datenspeicher.
[0031] Vorzugsweise sind der operationelle Teil und der Testteil der Steuerungssoftware
alternativ im Programmspeicher des Bordcomputers speicherbar.
[0032] In einer alternativen bewvorzugten Ausführungsform sind der operationelle Teil und
der Testteil der Steuerungssoftware gleichzeitig im Programmspeicher des Bordcomputers
speicherbar und unabhängig voneinander aufrufbar.
[0033] Der operationelle Tell und der Testteil der Steuerungssoftware können also alternativ
in den Bordcomputer ladbar oder unabhängig voneinander im Bordcomputer gespeichert
und aufrufbar sein.
[0034] In einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Flugkörpers erfolgt die
Fehlerspeicherung in den nichtflüchtigen Datenspeicher nur dann, wenn der Missionsabbruch
von einem flugkörperintern auftretenden Fehler ausgelöst worden ist. Diese Variante
hat den Vorteil, dass bei einem beispielsweise manuell von der Besatzung des Trägerflugzeugs
ausgelösten Missionsabbruch keine Zeitverzögerung auftritt, da die Übertragung der
Daten aus dem flüchtigen Arbeitsspeicher in den nichtflüchtigen Datenspeicher in diesem
Fall nicht erforderlich ist.
[0035] Dieser erfindungsgemäße Flugkörper eignet sich besonders zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0036] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung mit zusätzlichen Ausgestaltungsdetails
und weiteren Vorteilen sind nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen
näher beschrieben und erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0037] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines an einem Luftfahrzeug angekoppelten unbemannten
Flugkörpers gemäß der Erfindung;
- Fig. 2
- ein Blockschaubild der relevanten Komponenten eines an einem Luftfahrzeug angekoppelten
unbemannten Flugkörpers gemäß der Erfindung und
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung der Anteile der Steuerungssoftware.
DARSTELLUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0038] Der Flugkörper 1 ist an einem schematisch dargestellten Trägerflugzeug 2 angekoppelt.
Das Trägerflugzeug 2 weist dafür an seiner Rumpfunterseite oder an der Unterseite
einer Tragfläche einen Bombenpylon 20 auf, der in Figur 1 teilweise geschnitten dargestellt
ist. Der Bombenpylon 20 ist an seiner Unterseite teilweise offen ausgebildet und in
diesem Bereich im Inneren des Bombenpylons 20 mit zwei lösbaren Halteeinrichtungen
22, 22' versehen, die mit zwei entsprechenden Gegenhalteeinrichtungen 13, 13', die
aus einem oberen Tragelement 11 des Flugkörpers 1 hervorstehen, in Eingriff stehen
und den Flugkörper 1 am Trägerflugzeug 2 abkoppelbar fixieren. Im Bereich der offenen
Unterseite des Bombenpylons 20 ist ein luftfahrzeugseitiger elektrischer Steckverbinder
26 vorgesehen, der mit einem Gegensteckverbinder 17 an der Oberseite des Flugkörpers
1 mechanisch und elektrisch zur Übertragung von Energie und zum Datenaustausch verbunden
ist.
[0039] Der Flugkörper 1 ist weiterhin mit einer Avionik 3 versehen, die ebenfalls nur schematisch
dargestellt ist und die sich im Inneren des Rumpfs 10 befindet. Die Avionik 3 des
Flugkörpers ist mit einem Bordcomputer 30 versehen, der über den Gegensteckverbinder
17 an der Oberseite des Flugkörpers 1 und die trägerflugzeugseitige elektrische Steckverbindung
26 mittels eines Umbilical-Kabels 27 mit einem Bordcomputer 28 des Trägerflugzeugs
2 zum Datenaustausch verbunden ist. Der Bordcomputer 28 enthält einen Waffensteuerungscomputer
29. Über das Umbilical-Kabel 27 wird der Flugkörper 1 vom Trägerflugzeug 2 im Tragflug
auch mit elektrischer Energie versorgt.
[0040] Der Flugkörper 1 weist eine autonome elektrische Stromversorgung auf, die von einer
irreversibel aktivierbaren Batterie 5 gebildet ist. Üblicherweise ist diese irreversibel
aktivierbare Batterie 5 eine Thermalbatterie, die von einem vom Waffensteuerungscomputer
29 des Trägerflugzeugs 2 aufgebrachten elektrischen Impuls aktivierbar ist und dann
für einen vorgegebenen Zeitraum eine vorgegebene Menge an elektrischer Energie abgibt.
[0041] In Fig. 2 ist ein schematisches Funktionsschaubild eines am Trägerflugzeug 2 angekoppelten
Flugkörpers 1 dargestellt, dessen Avionik 3 einen Bordcomputer 30 aufweist, der mit
dem an der Oberseite des Flugkörpers 1 vorgesehenen Gegensteckverbinder 17 für das
Umbilical-Kabel 27 verbunden ist. Der Bordcomputer 30 weist einen Prozessor 31, einen
flüchtigen Arbeitsspeicher 32, einen nichtflüchtigen, reprogrammierbaren Datenspeicher
33 sowie einen Programmspeicher 34 auf. Der Computer 30 steht über eine erste Datenleitung
35 mit dem Gegensteckverbinder 17 an der Oberseite des Flugkörpers 1 und somit mit
dem Umbilical-Kabel 27 und über dieses mit dem Bordcomputer 28 des Trägerflugzeugs
2 in Verbindung, um Daten zwischen dem Bordcomputer 28 des Trägerflugzeugs 2 und dem
Bordcomputer 30 des Flugkörpers 1 austauschen zu können. Der Bordcomputer 28 des Trägerflugzeugs
2 ist dazu über eine Datenleitung 24 mit dem Steckverbinder 26 und damit mit dem Umbilical-Kabel
27 verbunden.
[0042] Des Weiteren ist das Umbilical-Kabel 27 über den Steckverbinder 26 mit einer Stromversorgungsleitung
25 des Trägerflugzeugs 2 verbunden, die von einer (nicht dargestellten) Quelle für
elektrische Energie gespeist wird.
[0043] Die so in das Umbilical-Kabel 27 eingespeiste elektrische Energie wird in der Gegensteckverbindung
17 des Flugkörpers 1 an eine Versorgungsleitung 40 einer Energieversorgungsstruktur
4 im Flugkörper abgegeben. Auf diese Weise ist eine erste Energiezufuhr 42 für die
in den Figuren nur schematisch dargestellte Energieversorgungsstruktur 4 des Flugkörpers
1 gebildet.
[0044] Die autonome elektrische Stromversorgung des Flugkörpers 1 mittels der irreversibel
aktivierbaren Batterie 5 bildet eine zweite, autonome elektrische Energiezufuhr 44
für den Flugkörper 1. Dazu ist die Batterie 5 über eine Stromversorgungsleitung 46
ebenfalls mit der Energieversorgungsstruktur 4 des Flugkörpers 1 verbunden. Die irreversibel
aktivierbare Batterie 5 ist über eine Datenübertragungsleitung 50 mit der Gegensteckverbindung
17 des Flugkörpers 1 und somit mit dem über das Umbilical-Kabel 27 und die Datenleitung
24 mit dem im Bordcomputer 28 des Trägerflugzeugs 2 vorgesehenen Waffensteuerungscomputer
29 direkt verbunden oder indirekt über ein zwischengeschaltenes Steuergerät. Der Waffensteuerungscomputer
29 kann über diese Verbindung ein oder mehrere Aktivierungssignale an die irreversibel
aktivierbare Batterie 5 senden oder an das zwischengeschaltetes Steuergerät, um diese
in Betrieb zu setzen. In dem in den Figuren gezeigten Testaufbau kann ein für einen
Systemtest in einem Trainingsflug vorgesehenes spezielles Umbilical-Kabel 27' vorgesehen
sein, bei welchem diese Verbindung zwischen der Datenleitung 50 und dem Waffensteuerungscomputer
29 unterbrochen ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die irreversibel aktivierbare
Batterie 5 während eines Trainings- oder Überprüfungsfluges nicht versehentlich aktiviert
werden kann. Nachstehend wird beschrieben, wie das erfindungsgemäße Verfahren zur
Fehlererfassung bei einem Systemtest des im Tragflug an das Trägerflugzeug angekoppelten
unbemannten Flugkörpers 1 durchgeführt wird.
[0045] Während des Tragflugs und der dabei durchgeführten Überprüfung der einzelnen Subsysteme
des Flugkörpers 1 wird der Flugkörper 1 durch die erste Energiezufuhr 42 vom Trägerflugzeug
2 mit Energie versorgt. Die Systemüberprüfung wird dabei von einer auf dem Prozessor
31 des Bordcomputers 30 ablaufenden Software durchgeführt, die mit dem Waffensteuerungscomputer
29 des Trägerflugzeugs 2 interagiert. Treten während der ausgelösten oder periodischen
Systemüberprüfung im Flugkörper 1 Fehler auf, so werden diese Fehler im Bordcomputer
30 des Flugkörpers 1 erfasst und zunächst im Arbeitsspeicher 32 zusammen mit einer
Information darüber, in welcher Baugruppe des Flugkörpers der Fehler aufgetreten ist,
abgespeichert. Des Weiteren werden im Arbeitsspeicher Betriebszustandsdaten des Flugkörpers
1 und seiner einzelnen Komponenten gespeichert.
[0046] Tritt während der ausgelösten oder zyklischen Systemüberprüfung ein fataler Fehler
auf, der einen Missionsabbruch zur Folge haben muss, so wird vom Bordcomputer 30 des
Flugkörpers 1 der interne Missionsabbruchszustand eingenommen. Damit werden die im
flüchtigen Arbeitsspeicher vorhandene Fehlerdaten, also
- die allgemeine Daten, die den Zustand des Flugkörpers zum Zeitpunkt des Missionsabbuches
kennzeichnen und
- die Kennung der den Missionsabbruch bewirkenden Baugruppe und
- die baugruppenspezifische Daten der den Missionsabbruch bewirkenden Baugruppe sowie
fehlerrelevante Daten anderer Baugruppen des Flugkörpers und
- alle vor dem Missionsabbruch aufgetretenen nicht-fatale Fehler aller Baugruppen des
Flugkörpers,
als Fehlerbild in den nichtflüchtigen Datenspeicher 33 kopiert. Ist dieser Kopiervorgang
abgeschlossen, so wird das Missionsabbruchsignal vom Bordcomputer 30 des Flugkörpers
1 an den Waffensteuerungscomputer 29 des Trägerflugzeugs 2 übertragen und der Waffensteuerungscomputer
29 schaltet die erste, vom Trägerflugzeug 2 gespeiste Energiezufuhr 42 ab. Da im Testmodus
der Anordnung aus Trägerflugzeug 2 und Flugkörper 1 das spezielle Umbilical-Kabel
27' verbaut ist, kann kein Aktivierungssignal zur irreversibel aktivierbaren Batterie
5 des Flugkörpers gesandt werden, so dass auch diese Energieversorgung abgeschaltet
bleibt und der Flugkörper einen Betriebszustand einnimmt, in dem er nicht mehr von
elektrischer Energie versorgt ist.
[0047] Dadurch, dass das Missionsabbruchsignal nicht unmittelbar nach Erkennung des Missionsabbruches
an den Waffensteuerungscomputer 29 des Trägerflugzeugs 2 übertragen wird, sondern
erst dann, wenn die Übertragung der Daten vom Arbeitsspeicher 32 in den nichtflüchtigen
Datenspeicher 33 abgeschlossen ist, wird sichergestellt, dass die für die Fehleranalyse
am Boden nach der Landung des Trägerflugzeugs 2 erforderlichen Fehlerinformationen
nicht mehr in dem durch den Verlust der elektrischen Energieversorgung gelöschten
Arbeitsspeicher 32 enthalten sind, sondern in dem nichtflüchtigen Datenspeicher 33.
[0048] Wird eine Mission in der Einsatzkonfiguration der Einheit aus Trägerflugzeug 2 und
Flugkörper 1 durchgeführt, in welcher das vollständig bestückte Umbilical-Kabel 27
vorgesehen ist, und erfolgt beispielsweise während der Abgangssequenz der Missionsabbruch
bei aktivierter Batterie 5 des Flugkörpers 1 (Hangfire-Situation), so wird das Speichern
des Fehlerbildes in den nichtflüchtigen Datenspeicher 33 auch dann wegen der Eigenversorgung
ausgeführt, wenn das Trägerflugzeug 2 aus anderen Gründen die Energiezufuhr einstellt
noch bevor der Bordcomputer 30 des Flugkörpers 1 das Missionsabbruchsignal gesendet
hat.
[0049] Nachdem das Bodenpersonal den nichtflüchtigen Datenspeicher 33 mit Hilfe des Testgerätes
ausgelesen hat, kann es diesen Speicher oder zumindest den Bereich dieses Datenspeichers
33, in dem die Fehlerdaten und die Betriebszustandsdaten des Flugkörpers 1 gespeichert
gewesen sind, gezielt löschen. Zweckmäßigerweise ist dies erst dann möglich, wenn
sich der Flugkörper 1 nach erfolgter Reparatur durch einen Bodentest, beispielsweise
einen sogenannten D-Level Test, wieder als fehlerfrei erweist.
[0050] Die aus dem nichtflüchtigen Datenspeicher 33 ausgelesenen Daten können vom Bodenpersonal
beispielsweise mit Fehlerbildern verglichen werden, die in einer Fehlerdatenbank gespeichert
sind, um die Ursache des fatalen Fehlers schnell und zielsicher identifizieren zu
können.
[0051] Die ausführende Steuerungssoftware des Bordcomputers 30 kann in unterschiedlicher
Weise ausgeprägt sein, als integrierte Software oder, wie beispielhaft in Fig. 3 gezeigt
ist, als aus unabhängigen Teilen, nämlich einem operationellen Teil und einem Testteil,
bestehende Software. Im Fall der integrierten Software führt eine Software das Beschreiben,
Lesen und Löschen des nichtflüchtigen, reprogrammierbaren Datenspeichers durch. Im
anderen Fall führt der operationelle Teil, der mit dem Trägerflugzeug interagiert,
das Schreiben der Fehlerbilder in den nichtflüchtigen Datenspeicher aus. Dem Testteil,
der mit dem Testgerät kommuniziert, obliegt das Lesen und Löschen der Fehlerbilder
aus dem nichtflüchtigen Datenspeicher. Der operationelle Teil und der Testteil können
alternativ in den Programmspeicher 34 des Bordcomputers 30 ladbar oder unabhängig
voneinander im Programmspeicher 34 des Bordcomputers gespeichert und aufrufbar sein.
[0052] Bezugszeichen in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen dienen lediglich
dem besseren Verständnis der Erfindung und sollen den Schutzumfang nicht einschränken.
Bezugszeichenliste
[0053] Es bezeichnen:
- 1
- Flugkörper
- 2
- Trägerflugzeug
- 3
- Avionik
- 4
- Energieversorgungsstruktur
- 5
- Batterie
- 10
- Rumpf
- 11
- Tragelement
- 13
- Gegenhalteeinrichtung
- 13'
- Gegenhalteeinrichtung
- 17
- Gegensteckverbindung
- 20
- Bombenpylon
- 22
- Halteeinrichtung
- 22'
- Halteeinrichtung
- 24
- Datenleitung
- 25
- Stromversorgungsleitung
- 26
- Steckverbinder
- 27
- Umbilical-Kabel
- 27'
- Umbilical-Kabel
- 28
- Bordcomputer
- 29
- Waffensteuerungscomputer
- 30
- Bordcomputer
- 31
- Prozessor
- 32
- flüchtiger Arbeitsspeicher
- 33
- nichtflüchtiger, reprogrammierbarer Speicher
- 34
- Programmspeicher
- 35
- Datenleitung
- 40
- Versorgungsleitung
- 42
- erste Energiezufuhr
- 44
- zweite Energiezufuhr
- 46
- Stromversorgungsleitung
- 50
- Datenübertragungsleitung
1. Verfahren zur Fehlererfassung eines im Tragflug an einem Trägerflugzeug (2) angekoppelten,
unbemannten Flugkörpers (1),
- wobei der Flugkörper (1) einen zentralen Bordcomputer (30), auf dem eine in einem
Speicher (34) gespeicherte Steuerungssoftware für den Betrieb des Flugkörpers (1)
ablaufbar ist, und einen flüchtigen Arbeitsspeicher und einen nichtflüchtigen, reprogrammierbaren
Datenspeicher aufweist,
- wobei der Flugkörper (1) eine erste Energiezufuhr (42) für elektrische Energie aufweist,
die vom Trägerflugzeug (2) gespeist wird;
- wobei der Flugkörper (1) eine zweite, autonome Energiezufuhr (44) für elektrische
Energie aufweist, die von einem im Flugkörper (1) vorgesehenen Energiespeicher (5)
mit elektrischer Energie beaufschlagbar ist, und
- wobei der Energiespeicher (5) im Flugkörper (1) den Flugkörper (1) über die zweite
Energiezufuhr (44) mit elektrischer Energie versorgt, wenn der Flugkörper (1) von
einem Waffensteuerungscomputer (29) im Trägerflugzeug (2) ein entsprechendes Aktivierungssignal
erhält;
gekennzeichnet durch die Schritte:
- Durchführen einer ausgelösten und periodischen Systemüberprüfung des Flugkörpers
(1) im Tragflug während der Flugkörper (1) über die erste Energiezufuhr (42) vom Trägerflugzeug
(2) mit Energie versorgt wird;
- Erfassen von während dieser Systemüberprüfung im Flugkörper auftretenden Fehlerdaten
und Speichern dieser Fehlerdaten im flüchtigen Arbeitsspeicher;
- Übertragen der im Arbeitsspeicher gespeicherten Fehlerdaten in zumindest ein freies
Speichersegment des nichtflüchtigen Datenspeichers, beispielsweise eines Flash-Speichers,
sobald ein zu einem Missionsabbruch führender fataler Fehler erfasst und im Arbeitsspeicher
abgespeichert worden ist;
- Erzeugen eines Missionsabbruchsignals und Übertragen dieses Signals an den Waffensteuerungscomputer
(29) des Trägerflugzeugs (2) und
- Abschalten der ersten Energiezufuhr (42).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren in einem Überprüfungsflug durchgeführt wird, wobei die Übertragung
des Aktivierungssignals für den Energiespeicher (5) des Flugkörpers (1) vom Waffensteuerungscomputer
(29) des Trägerflugzeugs (2) zum Flugkörper (1) unterbunden ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zu dem den Missionsabbruch auslösenden fatalen Fehler auch baugruppenspezifische
Fehler jener Baugruppe des Flugkörpers (1) im nichtflüchtigen Datenspeicher (32) abgespeichert
werden, in der der fatale Fehler aufgetreten ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass auch nicht-fatale Fehler, vorzugsweise aus allen Baugruppen des Flugkörpers (1),
die vor dem Missionsabbruch aufgetreten sind, im nichtflüchtigen Datenspeicher (33)
abgespeichert werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zu den Fehlerdaten auch allgemeine Daten des Flugkörpers, die den Zustand
des Flugkörpers zum Zeitpunkt des Missionsabbruchs beschreiben, im nichtflüchtigen
Datenspeicher (33) abgespeichert werden.
6. Unbemannter Flugkörper mit einem zentralen Bordcomputer (30), auf dem eine in einem
Speicher (34) gespeicherte Steuerungssoftware für den Betrieb des Flugkörpers (1)
ablaufbar ist und der einen flüchtigen Arbeitsspeicher (32) und einen nichtflüchtigen,
reprogrammierbaren Datenspeicher (33) aufweist,
- wobei der Flugkörper (1) eine erste Energiezufuhr (42) für elektrische Energie aufweist,
die von einem Trägerflugzeug (2) gespeist wird, an welches der Flugkörper (1) im Tragflugzustand
angekoppelt ist;
- wobei der Flugkörper (1) eine zweite, autonome Energiezufuhr (44) für elektrische
Energie aufweist, die von einem im Flugkörper (1) vorgesehenen Energiespeicher (5)
gespeist wird, und
- wobei der Energiespeicher (5) im Flugkörper (1) so ausgestaltet ist, dass er den
Flugkörper (1) über die zweite Energiezufuhr (44) mit elektrischer Energie versorgt,
wenn der Flugkörper (1) von einem Waffensteuerungscomputer (29) im Trägerflugzeug
(2) ein entsprechendes Aktivierungssignal erhält;
dadurch gekennzeichnet,
- dass die auf dem Bordcomputer (30) ablaufende Steuerungssoftware so ausgestaltet ist,
dass sie vor dem Abkoppeln des Flugkörpers (1) vom Trägerflugzeug (2), zum Beispiel
bei einer ausgelösten oder der zyklischen Systemüberprüfung, im Flugkörper (1) auftretende
technische Fehlerdaten erfasst und als Fehlerbild im flüchtigen Arbeitsspeicher (32)
speichert, und dass sie dieses gespeicherte Fehlerbild im Falle eines Missionsabbruchs
in einem freien Speichersegment des nichtflüchtigen Datenspeichers (33) abspeichert,
bevor die vom Trägerflugzeug (2) über die erste Energiezufuhr (42) zum Flugkörper
(1) geleitete elektrische Energie abgeschaltet wird.
7. Unbemannter Flugkörper nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fehlerspeicherung im nichtflüchtigen Datenspeicher (33) nur dann erfolgt, wenn
der Missionsabbruch von einem flugkörper-intern auftretenden Fehler ausgelöst worden
ist.
8. Unbemannter Flugkörper nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass keine Fehlerspeicherung in den nichtflüchtigen Datenspeicher (33) mehr erfolgt, wenn
die Trennung des Flugkörpers vom Trägerflugzeug erkannt worden ist.
9. Unbemannter Flugkörper nach Anspruch 6, 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fehlerspeicherung in den nichtflüchtigen Datenspeicher (33) nur dann erfolgt,
wenn der Flugkörper mit dem Trägerflugzeug in Kommunikationsverbindung steht.
10. Unbemannter Flugkörper nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Auslesen von Fehlerdaten aus dem nichtflüchtigen Datenspeicher (33) nur dann
durchführbar ist, wenn der Flugkörper mit einem Testgerät in Kommunikationsverbindung
steht.
11. Unbemannter Flugkörper nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Löschen von Fehlerdaten im nichtflüchtigen Datenspeicher (33) nur dann durchführbar
ist, wenn der Flugkörper mit einem Testgerät in Kommunikationsverbindung steht und
sich unmittelbar davor als fehlerfrei erwiesen hat.
12. Unbemannter Flugkörper nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerungssoftware aus zwei unabhängigen Teilen besteht, dem operationellen Teil
und dem Testteil, wobei der operationelle Teil ausgebildet ist, um mit dem Trägerflugzeug
zu interagieren und die Fehlerspeicherung im nichtflüchtigen Datenspeicher (33) auszuführen,
und wobei der Testteil ausgebildet ist, um mit einem Testgerät zu interagieren und
das Auslesen der Fehlerdaten aus dem nichtflüchtigen Datenspeicher (33) sowie das
Löschen des nichtflüchtigen Datenspeichers (33) auszuführen.
13. Unbemannter Flugkörper nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der operationelle Teil und der Testteil der Steuerungssoftware alternativ im Programmspeicher
(34) des Bordcomputers speicherbar sind.
14. Unbemannter Flugkörper nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der operationelle Teil und der Testteil der Steuerungssoftware gleichzeitig im Programmspeicher
(34) des Bordcomputers speicherbar und unabhängig voneinander aufrufbar sind.