[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Überwachung
einer Lautsprecherlinie.
Stand der Technik
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet von Beschallungsanlagen (sogenannte
"public address" oder elektroakustische Anlage bzw. elektrische Lautsprecheranlage,
ELA). Bei derartigen Anlagen handelt es sich um üblicherweise fest installierte Anlagen
für die Beschallung von Innen- und/oder Außenflächen. Je nach Umfang sind innerhalb
der Anlage eine Vielzahl von Lautsprechern über entsprechende Zuleitungen mit einem
oder mehreren Audioverstärkern verbunden. Bei großflächigen Anlagen wird üblicherweise
die sogenannte 100V-Technik für die Übertragung verwendet. Bei dieser Art der Übertragung
ist die Lautsprecherleitung üblicherweise über Transformatoren galvanisch von den
Verstärkern und Lautsprechern getrennt, wobei das Ausgangssignal auf bis zu 100 V
transformiert wird, um über große Entfernungen relativ verlustfrei übertragen werden
zu können.
[0003] Je nach Verwendungszweck und Verwendungsort sind unterschiedliche Überwachungs- und
Sicherheitsstufen für den Betrieb der Beschallungsanlage zweckmäßig oder sogar vorgeschrieben.
Beispielsweise wird für Evakuierungsanlagen eine kontinuierliche Überwachung der Lautsprecherleitung
auf Kurzschluss, Erdschluss und Unterbrechung gefordert.
[0004] In der
WO 2006/050754 A2 wird eine Beschallungsanlage umfassend ein Überwachungssystem beschrieben, bei der
ein Überwachungsmodul mittels eines Hochfrequenzenpilottons mit Energie versorgt wird
und die Kommunikation zwischen Hauptmodul und Überwachungsmodul über die Lautsprecherleitung
über ein ebenfalls hochfrequentes Signal stattfindet. Um eine Störung des Audiosignals
durch das Kommunikationssignal zu vermeiden, ist aufwendige und damit teure Technik
einzusetzen. Weiterhin kommt es leicht zu einem Übersprechen des hochfrequenten Kommunikationssignals.
[0005] Es ist daher wünschenswert, die Überwachung einer Lautsprecherlinie zu vereinfachen.
Offenbarung der Erfindung
[0006] Erfindungsgemäß werden ein Verfahren und eine Einrichtung zur Überwachung einer Lautsprecherlinie
mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
Vorteile der Erfindung
[0007] Erfindungsgemäß wird zum Überwachen einer Lautsprecherlinie, welche üblicherweise
zumindest eine Lautsprecherleitung sowie eine Anzahl von Lautsprechern umfasst, eine
Kommunikation zwischen einem Hauptmodul und wenigstens einem Überwachungsmodul betrieben,
wobei zur Kommunikation die Impedanz zwischen Lautsprecherlinie und einer Bezugsmasse
verändert wird. Eine Lautsprecherleitung ist üblicherweise zweiadrig mit oder ohne
Schirmung ausgeführt. Bei der oben beschrieben 100V-Technik sind die einzelnen Lautsprecher
parallel und über jeweils einen eigenen Transformator galvanisch getrennt an die Lautsprecherleitung
geschaltet. Das Überwachungsmodul kann innerhalb der Lautsprecherleitung oder an einem
Ende der Lautsprecherleitung (als sogenannter End-Off-Line-Modul, EOL-Modul) angeordnet
sein. Die Veränderung der Impedanz und Messung dieser Änderung zur Kommunikation gestaltet
sich relativ einfach, da beispielsweise das Schalten eines elektrischen Widerstandes
zwischen Lautsprecherlinie - insbesondere einer der zwei Lautsprecherleitungen - und
Bezugsmasse ausreicht. Wird eine Gleichspannung zwischen Lautsprecherlinie und Bezugsmasse
angelegt, kann die Impedanz besonders einfach als elektrischer Widerstand bestimmt
werden. Bei einer derartigen Ausführung in Gleichstromtechnik sind insbesondere nur
einfache Bauteile, wie z.B. Widerstände und Schalter, nötig, die insbesondere nicht
für den Hochfrequenzbereich ausgelegt sein müssen. Eine Trennung des digitalen Kommunikationssignals
von Einflüssen durch das Audisignal kann besonders einfach durch Vorsehen eines Tiefpassfilters
erfolgen. Durch Bereitstellen einer digitalen Kommunikationsverbindung kann insbesondere
eine Adressierung von mehreren Überwachungsmodulen erfolgen, so dass auch mehrere
Überwachungsmodule an derselben Lautsprecherlinie angeordnet sein können. Dies ist
insbesondere in großflächigen Arealen vorteilhaft, in denen oftmals Stern- und/oder
Stichleitungen verlaufen. Als Bezugsmasse kann vorzugsweise der Schirm einer geschirmten
Lautsprecherleitung dienen. Ebenso kann eine separate Leitung vorgesehen sein. Ist
die Lautsprecherlinie galvanisch von Erde getrennt, wie es beispielsweise bei der
100V-Technik der Fall ist, kann besonders vorteilhaft auch Erde als Bezugsmasse verwendet
werden. In diesem Fall kann eine eigene Leitungsverbindung für die Bezugsmasse eingespart
werden. Wegen der galvanischen Trennung der Verstärkerausgänge können alle Lautsprecherlinien
die gleiche Bezugsmasse verwenden.
[0008] Eine besonders einfache Energieversorgung des wenigstens einen Überwachungsmoduls
ist bereitstellbar, wenn dieses über die zwei Lautsprecherleitungen der Lautsprecherlinie
mittels eines hochfrequenten, nicht hörbaren Pilottons mit Energie versorgt wird.
Eine solche Energieversorgung, beispielsweise mit einem 20kHz-Pilotton ist an sich
bekannt. Jedoch kann bei dieser vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung eine Leitungsunterbrechung
beispielsweise nur einer Ader der Lautsprecherleitung besonders einfach erkannt werden,
da in diesem Fall die Energieversorgung für das Überwachungsmodul zusammenbricht und
somit keine Rückantwort vom Überwachungsmodul an das Hauptmodul mehr empfangen wird.
[0009] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
und der beiliegenden Zeichnung.
[0010] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachfolgend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0011] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch
dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung ausführlich beschrieben.
[0012] Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Figur 1 zeigt schematisch eine Beschallungsanlage umfassend eine bevorzugte Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Überwachungseinrichtung.
Figur 2 zeigt die Beschallungsanlage gemäß Figur 1 in einer detaillierteren Darstellung.
Ausführungsform(en) der Erfindung
[0013] Die Figur 1 und 2 werden nachfolgend zusammenhängend und übergreifend beschrieben,
wobei gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen versehen sind. Dabei ist in Figur
2 eine detailliertere Darstellung einer in Figur 1 schematisch dargestellten Beschallungsanlage
100 abgebildet, welche eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Überwachungseinrichtung
aufweist. Die Beschallungsanlage ist zu Illustrationszwecken lediglich grob schematisch
mit einer sehr geringen Anzahl von Elementen, wie z.B. Verstärker, Lautsprecher und
Überwachungsmodule dargestellt. Es versteht sich jedoch, dass entsprechende Beschallungsanlagen
in der Praxis über weit mehr Elemente verfügen.
[0014] Die Beschallungsanlage 100 weist einen Audioverstärker 110 auf, an dessen über einen
Transformator 111 galvanisch entkoppeltem Ausgang eine Lautsprecherlinie 120 angeschlossen
ist. Die Lautsprecherlinie 120 verfügt über zwei Lautsprecherleitungen 121 und 122,
an die - ebenfalls über Transformatoren galvanisch entkoppelt - eine Anzahl von Lautsprechern
123, 124 parallel angeschlossen sind. In der dargestellten Abbildung ist die Beschallungsanlage
100 in 100V-Technik ausgeführt, so dass die Länge L der Lautsprecherlinie 120 durchaus
mehr als 1-2 km betragen kann.
[0015] Zur Überwachung der Lautsprecherlinie 120 ist eine erfindungsgemäße Überwachungseinrichtung
umfassend ein Hauptmodul 210 sowie ein Überwachungsmodul 220 vorgesehen. Zur Überwachung
der Lautsprecherlinie 120 wird zwischen dem Hauptmodul 210 und dem Überwachungsmodul
220 ein digitales Kommunikationssignal ausgetauscht, indem von dem jeweils sendenden
Kommunikationsteilnehmer die Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie 120 und einer
Bezugsmasse 230 verändert und diese Veränderung von dem jeweils empfangenden Kommunikationsteilnehmer
erfasst wird.
[0016] Zur Bereitstellung der Überwachungsfunktionalität verfügt das Hauptmodul 210, das
in vorliegendem Beispiel innerhalb des Audioverstärkers 110 angeordnet ist, über eine
Gleichspannungsquelle Uq, um die Lautsprecherlinie 120 über einen hochohmigen Widerstand
Rq auf einen erwünschten Gleichspannungspegel gegenüber dem Potential der Bezugsmasse
230 zu heben. Der Widerstand Rq kann ca. 1MΩ betragen und die Gleichspannungsquelle
kann eine Gleichspannung von etwa 15 V bereitstellen. Auf diese Weise wird eine erste
(hier hohe) Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie 120 und der Bezugsmasse 230 bereitgestellt.
Dem Widerstand Rq sind ein erster Widerstand Rs sowie ein Schaltmittel S parallel
geschaltet, um durch Schließen des Schaltmittels S die Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie
120 und der Bezugsmasse 230 zu verändern, hier zu verringern. Auch das Überwachungsmodul
220 verfügt über die Elemente Rs und S zur Veränderung der Impedanz. Der erste Widerstand
Rs beträgt etwa 500 kΩ. Durch Schließen des Schaltmittels S wird eine zweite, geringere
Impedanz bereitgestellt.
[0017] Weiterhin verfügen das Hauptmodul 210 und das Überwachungsmodul 220 über eine Messeinheit
211 bzw. 221, um die Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie 120 und der Bezugsmasse
230 zu messen. Dies erfolgt hier durch Messung des Gleichstromwiderstands über Messung
des Spannungsabfalls. Die Messeinheit verfügt hierzu zweckmäßigerweise über hochohmige
Messwiderstände, die beispielsweise im Gigaohmbereich liegen. Die Messeinheiten 211
und 221 verfügen zweckmäßigerweise weiterhin über einen Tiefpassfilter, um störende
Signale, die beispielsweise von der Audioübertragung und/oder dem Pilotton auf der
Lautsprecherlinie 120 hervorgerufen werden, auszufiltern. Die Messeinheit 211 ist
mit einer Steuereinheit 212, die Messeinheit 221 mit einer Steuereinheit 222 verbunden,
die u.a. die Kommunikation zwischen den Modulen 210 und 220 steuern und dazu insbesondere
das zugehörige Schaltmittel S bedienen. Das Überwachungsmodul 220 verfügt zusätzlich
noch über eine Energieversorgung 224, die bevorzugterweise mittels eines hochfrequenten
Pilottons von beispielsweise 20 kHz über die Lautsprecherlinie 120 gespeist wird.
[0018] Bei der dargestellten bevorzugten Ausführungsform, bei der die Beschallungsanlage
100 in 100V-Technik ausgeführt ist, kann die Bezugsmasse 230 vorteilhafterweise auf
Erde gelegt werden, so dass eine entsprechende Zuleitung eingespart werden kann.
[0019] Zur Überwachung der Lautsprecherlinie 120 sendet das Überwachungsmodul 210 zweckmäßigerweise
regelmäßig ein digitales (und vorzugsweise adressiertes) Signal aus, das von dem angeschlossenen
Überwachungsmodulen empfangen und verarbeitet wird. Das digitale Signal kann insbesondere
eine Adressierung enthalten, um bestimmte Überwachungsmodule gezielt anzusprechen.
Erkennt das empfangende Überwachungsmodul, dass es angesprochen wird, antwortet es
auf die Anfrage, indem es wiederum selbst ein digitales Signal versendet. Für die
Kommunikation sind grundsätzlich alle Kommunikationsverfahren geeignet, die sich eines
Digitalsignals bedienen. Der zuständige Fachmann wird eine passende Auswahl treffen,
so dass an dieser Stelle nicht näher auf diesen Punkt eingegangen werden muss. Durch
die Kommunikation kann die Lautsprecherlinie überwacht werden.
1. Verfahren zur Überwachung einer Lautsprecherlinie, wobei ein an einem ersten Punkt
der Lautsprecherlinie (120) angeordnetes Hauptmodul (210) und wenigstens ein an einem
zweiten, entfernten Punkt der Lautsprecherlinie (120) angeordnetes Überwachungsmodul
(220) kommunizieren,
dadurch gekennzeichnet, dass die Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie (120) und einer Bezugsmasse (230) von
dem sendenden Kommunikationsteilnehmer (210, 220) verändert wird, um ein digitales
Kommunikationssignal zu übertragen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zur Veränderung der Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie
(120) und der Bezugsmasse (230) wenigstens ein erster elektrischer Widerstand (Rs)
geschaltet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei zur Bereitstellung einer ersten Impedanz zwischen
der Lautsprecherlinie (120) und der Bezugsmasse (230) der wenigstens eine erste elektrische
Widerstand (Rs) nicht zwischen die Lautsprecherlinie (120) und die Bezugsmasse (230)
geschaltet wird und zur Bereitstellung einer zweiten Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie
(120) und der Bezugsmasse (230) der wenigstens eine erste elektrische Widerstand (Rs)
zwischen die Lautsprecherlinie (120) und die Bezugsmasse (230) geschaltet wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Bezugsmasse (230) Erde
ist.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei von dem Hauptmodul (210) eine
Gleichspannung (Uq) an die Lautsprecherlinie (120) gegenüber der Bezugsmasse (230)
angelegt wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Überwachungsmodul (220)
über die Lautsprecherlinie (120) mittels eines hochfrequenten Pilottons mit Energie
versorgt wird.
7. Einrichtung zur Überwachung einer Lautsprecherlinie umfassend ein an einem ersten
Punkt der Lautsprecherlinie (120) anzuordnendes Hauptmodul (210) und wenigstens ein
an einem zweiten, entfernten Punkt der Lautsprecherlinie (120) anzuordnendes Überwachungsmodul
(220), wobei das Hauptmodul (210) und das Überwachungsmodul (220) jeweils eine Steuereinheit
(212, 222) und Mittel (S, Rs) zum Verändern und Mittel (211, 221) zum Messen der Impedanz
zwischen der Lautsprecherlinie (120) und einer Bezugsmasse (230) aufweisen, wobei
die Steuereinheit (212, 222) dazu eingerichtet ist, die Mittel (S, Rs) zum Verändern
der Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie (120) und der Bezugsmasse (230) zum Erzeugen
eines digitalen Kommunikationssignals anzusteuern.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, wobei die Steuereinheit (212, 222) dazu eingerichtet
ist, die Mittel (211, 221) zum Messen der Impedanz zwischen der Lautsprecherlinie
(120) und der Bezugsmasse (230) zum Empfangen des digitalen Kommunikationssignals
anzusteuern.
9. Einrichtung nach Anspruch 7 oder 8, wobei die Mittel (S, Rs) zum Verändern der Impedanz
zwischen der Lautsprecherlinie (120) und der Bezugsmasse (230) elektrische Widerstandsmittel
(Rs) und Schaltmittel (S) umfassen.
10. Einrichtung nach Anspruch 7, 8 oder 9, wobei das Überwachungsmodul (220) an einem
Ende der Lautsprecherlinie (120) angeordnet ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 7, 8, 9 oder 10, wobei das Hauptmodul (210) in einem Verstärker
(110) der Lautsprecherlinie (120) angeordnet ist