[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das oberbegrifflich Beanspruchte und bezieht sich
somit auf Kameraanordnungen und Verfahren zur Bildaufnahme.
[0002] Kameraanordnungen sind bekannt und werden insbesondere bei der Überwachung eingesetzt.
Dabei ist es einerseits wünschenswert, mit hoher Auflösung zu beobachten; andererseits
ist es erwünscht, den apparativen Aufwand gering zu halten.
[0003] Um mit hoher Auflösung zu beobachten, werden typisch eine große Vielzahl von Kameras
vorgesehen, die jeweils unterschiedliche Bereiche überwachen. Dies hat aber den Nachteil,
dass der apparative Aufwand für die Kameras, die Bildaufzeichnung, die Anzeige usw.
hoch ist und die Anordnung durch die Mehrzahl an Stellen, an welchen die Kameras angeordnet
sind, auffällig ist.
[0004] Wegen dieses hohen Aufwandes ist bereits vorgeschlagen worden, einen zu beobachtenden
Raumbereich mit einer Weitwinkelkamera zu erfassen, die typisch einen Sichtwinkel
von 180° aufweist, das heißt hemisphärisch ist, und dann die aufgenommenen, durch
das Weitwinkelobjektiv verzerrten Bilder wieder zu entzerren. Die Entzerralgorithmen
sind per se bekannt. Die Kameras können an Decken angeordnet werden und fallen dadurch
kaum auf. Problematisch ist diese Anordnung aber bei der Überwachung von langgestreckten
Gängen und dergleichen, wie Fluren, Bussen oder Zugabteilen, weil in den weit entfernten
Randbereichen die Bildverzerrung hoch ist.
[0005] Das Dokument
WO99/45422 beschreibt eine Kameraanordnung, mit der wahlweise entweder eine Rundumüberwachung
eines Raumes über eine reflektierende Optik oder stattdessen eine direkte Beobachtung
von Raumteilen erfolgen kann.
[0006] Es wäre wünschenswert, eine Überwachungsmöglichkeit anzugeben, die trotz Rundumüberwachung
auch in langgestreckten Räumen eine in allen Bereichen gute Bildqualität ergibt.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Neues für die gewerbliche Anwendung
bereitzustellen.
Die Lösung dieser Aufgabe wird in unabhängiger Form beansprucht; bevorzugte Ausführungsformen
finden sich in den Unteransprüchen.
Die Erfindung schlägt somit vor, dass bei einer Kameraanordnung mit zumindest einer
Weitwinkelkamera zur Überwachung eines langgestreckten Raumes und einer Anbringung
für die Kamera die Anbringung dazu ausgebildet ist, die (digitale) Weitwinkelkamera
mit einem Sichtbereich geringer Verzerrung auf weit entfernte und mit einem Sichtbereich
mit höherer Verzerrung auf näher gelegene Raumteile zu richten.
Damit wird ausgenutzt, dass für die weit entfernten Raumteile, für die auch große
Objekte nur mit einem kleinen Winkelabstand erfasst werden, nicht das Erfordernis
besteht, diese auch noch zu entzerren, während bei nahen Raumbereichen, in denen Objekte
stets mit großem Winkelabstand erfasst werden, eine Entzerrung vorgenommen wird. Da
dasselbe Objekte in der Nähe einen größeren Sichtwinkel einnimmt, wird es mit einer
noch vergleichsweise großen Zahl Pixel aufgenommen, auch wenn es nur im stark verzerrten
Randbereich der Weitwinkelkamera erfasst wird. Damit besteht aber die Möglichkeit,
bei der Entzerrung der Aufnahme eine noch gute Bildqualität zu erhalten.
[0008] Insgesamt wird damit für entfernte Bereiche, in welchen die Objekte unter nur kleinem
Winkelabstand erfasst werden, eine gute optische Abbildungsqualität bereitgestellt,
während für nahe Objekte, die unter großem Winkelabstand mit vielen Bildpixeln erfasst
werden, die durch die Vielzahl an Bildpunkten verbesserte Entzerrbarkeit genutzt wird.
Es lassen sich so insgesamt höhere und vor allem für alle Raumbereiche gleichmäßigere
Bildqualität erzielen, was gerade in langgestreckten Räumen die Sicherheit bei geringstmöglichem
Aufwand erhöht.
[0009] Es ist dabei erfindungsgemäß die Anbringung so gestaltet, dass die optische Achse
der Weitwinkelkamera auf einen weit entfernten Bereich, typisch das Raumende, gerichtet
ist. Da typisch die Bildqualität einer Kamera entlang der optischen Achse am besten
ist, wird so erreicht, dass die beschriebenen Effekte in optimaler Weise verwirklicht
werden.
[0010] Der Weitwinkel wird typisch deutlich über 90° Sichtwinkel aufweisen, bevorzugt 180°
oder nahezu 180°.
[0011] Weiter sind zwei Weitwinkel-Einzelkameras Rücken an Rücken vorgesehen und die Anbringung
zur Befestigung ist nahe der Mitte des langgestreckten Raumbereiches vorgesehen. Damit
kann eine besonders gute Überwachung erfolgen, die auch in langgestreckten Räumen
lückenlos ist. Die beiden Rücken an Rücken angeordneten Kameras werden nicht exakt
auf ein und dieselbe Achse ausgerichtet sein. Eine nicht exakt identische Ausrichtung
ist vorteilhafter, weil dann mit weniger als 180° erfassenden Objektiven eine Raumerfassung
auch unter der Kamera, und zwar erfindungsgemäß mit Überlapp möglich ist, was die
Erzeugung eines nahtlosen Bildes aus zwei Einzelbildern begünstigt. Diese sei als
möglich und bevorzugt offenbart. Zugleich ist die Bild-Auflösung der Wände eines Gangbereiches
noch zumindest geringfügig verbessert, weil die jeweilige optisch Achse nicht exakt
horizontal entlang einer Decke oder ähnliches ausgerichtet ist, sondern nach unten
geneigt ist.
[0012] Die Erfindung wird im Folgenden nur beispielsweise anhand der Zeichnung beschrieben.
In dieser ist dargestellt durch:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- eine Anordnung einer Weitwinkelkamera in einem Bus nach dem Stand der Technik.
[0013] Nach Fig. 1 umfasst eine allgemein mit 1 bezeichnete Kameraanordnung 1 zumindest
eine Weitwinkelkamera 2a zur Überwachung eines langgestreckten Raumes 3, und eine
Anbringung 4 für die Kamera, wobei die Anbringung dazu ausgebildet ist, die Weitwinkelkamera
2a mit einem Sichtbereich geringer Verzerrung 5 auf weit entfernte Raumteile 3a und
mit einem Sichtbereich hoher Verzerrung 6 auf näher gelegene Raumbereiche zu richten.
[0014] Im vorliegenden Fall ist die Kameraanordnung 1 zur Dauerüberwachung eines Wagoninneren
in einem Reisende befördernden Zug mittig im Gang angeordnet.
[0015] Die Anbringung 4 ist an einer Gangdecke angebracht, und zwar so, dass zwei insoweit
identische Weitwinkelkameras 2a, 2b Rücken an Rücken auf gegenüberliegende Enden des
Ganges gerichtet sind. Die Kamera 2b ist dabei genauso wie die Kamera 2a so ausgerichtet,
dass ein Sichtbereich geringer Verzerrung 5b auf einen entfernt gelegenen Raumbereich
3b gerichtet ist und ein Sichtbereich 6b mit höherer Verzerrung auf näher gelegene
Raumteile gerichtet ist.
[0016] Durch die Verwendung von Weitwinkelkameras ist auch unmittelbar unterhalb der Anbringung
4 eine Beobachtung des Ganges möglich. Die nur schematische Zeichnung ist in soweit
nicht exakt. Damit ergibt sich zunächst ein Erfassen des gesamten langgestreckten
Ganges des Waggons 3 wie im Stand der Technik, bei welchem nur eine einzelne Weitwinkelkamera
an der Decke angebracht ist, aber so, dass der Bereich schärfsten Sehens unmittelbar
unter der Kamera angeordnet ist, wie bei A angedeutet, und die Bereiche B und C nur
noch verzerrt aufgenommen werden.
[0017] Mit der beschriebenen erfindungsgemäßen Kameraanordnung können nun im gesamten Gang
Bilder von konstant hoher Qualität erhalten werden. In den entfernten Bereichen ist
dies möglich, weil die Objekte zwar unter einem kleinen Winkelabstand beobachtet werden,
was typisch auf einem Kamerasensor dazu führt, dass die Menge an für ein Objekt zur
Verfügung stehenden Pixeln nicht besonders groß ist. In den Bereichen, in welchen
die Objekte näher liegen, beispielsweise die Bereiche 6a oder 6b, werden die Objekte,
wie beispielsweise Gesichter von Reisenden, unter einem größeren Winkelabstand beobachtet,
sind jedoch verzerrt. Hier ist eine Entzerrung jedoch aufgrund der großen Menge zur
Verfügung stehender Bildpunkte ohne weiteres möglich, so dass auch hier eine hohe
Beobachtungsqualität erhalten wird.
[0018] Die Bildqualität ist somit über den ganzen Bereich signifikant besser als bei der
herkömmlichen Anordnung von Fig. 2, bei welcher lediglich nahe der Kamera im nur wenig
verzerrten Bereich eine hohe Abbildungsqualität erhalten wird.
1. Kameraanordnung (1) zur lückenlosen Überwachung eines Ganges oder langgestreckten
Raumes (3) mit einer ersten Weitwinkelkamera (2a) und einer zweiten Weitwinkelkamera
(2b), die im Randbereich stark verzerren, und
einer Anbringung (4), die dazu angeordnet ist, die ersten und zweiten Weitwinkelkameras
mittig an einer Decke des Ganges oder langgestreckten Raumes (3) derart anzubringen,
dass
die Weitwinkelkameras (2a,2b) Rücken an Rücken angeordnet sind, aber nicht miteinander
entlang der gleichen Achse ausgerichtet sind, sondern so mit jeweils nach unten geneigter
optischer Achse, dass die optische Achse der Weitwinkelkameras jeweils auf eine entfernte
Fläche des Ganges oder langgestreckten Raumes (3) gerichtet ist,
jede Weitwinkelkamera Objekte in entfernten Teilen des Ganges mit einem kleinen Winkelabstand
in einem Sichtbereich von geringerer Verzerrung (5) erfasst, um so eine gute Bildqualität
ohne die Notwendigkeit einer Entzerrung zu erhalten,
und
jede Weitwinkelkamera (2a,2b) Objekte in näher gelegenen Teilen des Ganges oder langgestreckten
Raumes mit einem großem Winkelabstand in einem Sichtbereich mit höherer Verzerrung
(6) erfasst, um Objekte unter Verwendung einer vergleichsweise großen Anzahl an Pixeln
zu detektieren, die ausreicht, um eine gute Bildqualität durch Entzerrung der Verzerrung
zu erhalten,
und dass der Sichtbereich der ersten Weitwinkelkamera (2a) mit dem Sichtbereich der
zweiten Weitwinkelkamera (2b) in einer Fläche unterhalb der Kameraanordnung überlappt,
um so die Erzeugung eines nahtlosen Bildes aus zwei Einzelbildern zu begünstigen.
1. Camera arrangement (1) for gap-free monitoring of a hallway or an elongated space
(3), having
a first wide-angle camera (2a) and a second wide-angle camera (2b), which strongly
distort in the peripheral region, and
an attachment means (4) which is arranged to attach the first and second wide-angle
cameras centrally at a ceiling of the hallway or elongated space (3) such that the
wide-angle cameras (2a,2b) are arranged back-to-back, but are not aligned with one
another along the same axis, but with the optical axis in each case inclined downwardly
such that the optical axis of the wide-angle cameras is in each case directed towards
a remote area of the hallway or elongated space (3),
each wide-angle camera captures objects in remote parts of the hallway with a small
angle distance in a field of vision of low distortion (5) in order to thus obtain
a good image quality without a distortion correction being necessary,
and each wide-angle camera (2a, 2b) captures objects in nearer parts of the hallway
or elongated space with a large angle distance in a field of vision with greater distortion
(6) in order to detect objects using a comparatively large number of pixels that is
sufficient to obtain good image quality by compensating the distortion,
and in that the field of vision of the first wide-angle camera (2a) overlaps with
the field of vision of the second wide-angle camera (2b) in an area underneath the
camera arrangement in order to facilitate the generation of a seamless image from
two individual images.
1. Agencement de caméra (1) destiné à la surveillance sans lacunes d'un couloir ou d'un
espace s'étendant en longueur (3) avec une première caméra à grand-angle (2a) et une
deuxième caméra à grand-angle (2b) qui produisent une forte distorsion dans la zone
marginale, et
une installation (4) qui est disposée pour installer les première et deuxième caméras
à grand-angle de façon centrée sur un plafond du couloir ou de l'espace s'étendant
en longueur (3) de telle sorte que les caméras à grand-angle (2a, 2b) sont disposées
dos à dos, mais ne sont pas alignées l'une avec l'autre le long du même axe, mais
chacune avec un axe optique incliné vers le bas de telle sorte que l'axe optique des
caméras à grand-angle est dirigé respectivement vers une surface éloignée du couloir
ou de l'espace s'étendant en longueur (3),
chaque caméra à grand-angle capte des objets dans des parties éloignées du couloir
avec une petite distance angulaire dans un champ de vision de moindre distorsion (5)
pour obtenir ainsi une bonne qualité d'image sans nécessité de correction de distorsion,
et
chaque caméra à grand-angle (2a, 2b) capte des objets dans des parties plus proches
du couloir ou de l'espace s'étendant en longueur avec une grande distance angulaire
dans un champ de vision avec une distorsion (6) plus élevée pour détecter des objets
en utilisant un nombre relativement grand de pixels qui suffit pour obtenir une bonne
qualité d'image par correction de la distorsion,
et le champ de vision de la première caméra à grand-angle (2a) chevauche le champ
de vision de la deuxième caméra à grand-angle (2b) dans une surface au-dessous de
l'agencement de caméra pour favoriser ainsi la production d'une image sans raccord
composée de deux images individuelles.