(19)
(11) EP 2 383 361 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.11.2011  Patentblatt  2011/44

(21) Anmeldenummer: 11405238.4

(22) Anmeldetag:  31.03.2011
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C23C 4/12(2006.01)
B05B 7/20(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME

(30) Priorität: 29.04.2010 CH 6432010

(71) Anmelder: AMT AG
5312 Döttingen (CH)

(72) Erfinder:
  • Keller, Silvano
    5315 Böttstein (CH)

(74) Vertreter: Rottmann, Maximilian 
Rottmann, Zimmermann + Partner AG Glattalstrasse 37
8052 Zürich
8052 Zürich (CH)

   


(54) Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten mittels Hochgeschwindigkeitsflammspritzen


(57) Es wird eine Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten mittels Hochgeschwindigkeitsflammspritzen vorgeschlagen. Die Vorrichtung ist mit einer Brennkammer (4), einer ersten Brennstoffleitung (L1) zum Zuführen eines flüssigen oder gasförmigen Brennstoffs, sowie zumindest einer Gasleitung zum Zuführen eines oxidativen Gases versehen. Im weiteren weist die Vorrichtung eine zweite Brennstoffleitung (L5) zum Zuführen eines flüssigen oder gasförmigen Brennstoffs sowie zumindest eine weitere Gasleitung zum Zuführen eines Gases auf. Sowohl die erste Gasleitung wie auch die beiden Brennstoffleitungen (L1, L5) münden in eine gemeinsame Brennkammer (4). Zudem sind Mittel (24, 28) vorgesehen, um die Brennstoffzufuhr in den beiden Brennstoffleitungen (L1, L5) unabhängig voneinander zu steuern.







Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten mittels Hochgeschwindigkeitsflammspritzen gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Vorrichtungen der hier zur Rede stehenden Art sind in vielfältigsten Ausführungsformen bekannt und werden für verschiedenste Zwecke eingesetzt. Sie werden beispielsweise für das Aufbringen von temperaturbeständigen und/oder harten und/oder abriebfesten und/oder chemisch beständigen Schichten auf Oberflächen verschiedenster Substrate eingesetzt.

[0003] Aus dem Stand der Technik sind Vorrichtungen bekannt, die mit einem gasförmigen Brennstoff betrieben werden. Bekannt sind auch Vorrichtungen, die mit flüssigem Brennstoff betrieben werden können. Gattungsgemässe Vorrichtungen besitzen üblicherweise zumindest einen Anschluss für den Brennstoff sowie einen weiteren für ein oxidatives Gas. Insbesondere bei Vorrichtungen, die mit einem flüssigen Brennstoff betrieben werden, kann noch ein zusätzlicher Anschluss für die Zufuhr von Druckluft vorgesehen werden. All diesen bekannten Vorrichtungen haftet jedoch der Nachteil an, dass deren Einsatzgebiet beschränkt ist.

[0004] In der DE 44 29 142 A1 ist ein Düsenspritzkopf zum Hochgeschwindigkeitsflammspritzen von pulverförmigen Materialien beschrieben. Der Düsenspritzkopf kann gleichzeitig mit zwei Brennstoffen (Diesel/Heizöl sowie einem Brenngas) betrieben werden, wobei als Hauptbrennstoff Diesel oder Heizöl mit einem Verkokungsgehalt über 0,5 Gew.-% eingesetzt werden kann. Um eine möglichst saubere Verbrennung des Hauptbrennstoffs zu erreichen, wird mittels des Brenngases eine Verdampfungsflamme erzeugt, welche eine Vorverdampfung des Heizöls und damit eine verkokungsfreie Verbrennung desselben ermöglicht. Die Verdampfungsflamme wird in Strömungsrichtung der Gase vor der eigentlichen Hauptflamme erzeugt. Um eine rückstandsfreie Verbrennung des Hauptbrennstoffs zu ermöglichen, müssen daher immer gleichzeitig beide Brennstoffe zugeführt werden.

[0005] Die EP 0 458 018 A2 offenbart einen HVOF-Brenner, der mit einer Primärbrennkammer und einer Sekundärbrennkammer versehen ist. Beide Brennkammem werden mit separaten Brennstoffen betrieben. Die Primärbrennkammer dient dazu, das Spritzmaterial aufzuschmelzen, während das aufgeschmolzene Spritzmaterial in der nachfolgenden Sekundärbrennkammer auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt wird, so dass das aufgeschmolzene Spritzmaterial letztlich mit einer hohen kinetischen Energie aus dem Brenner austritt. Somit muss auch dieser Brenner immer gleichzeitig mit beiden Brenngasen betrieben werden.

[0006] Schliesslich geht aus der US 4'375'954 A ein Brenner hervor, der mit Gas und Öl in Kombination betrieben wird. Dieser Brenner besitzt eine ringförmige Vorheizkammer in der das Öl zuerst mittels eines Brenngases zuerst erhitzt wird. Danach wird das erhitzte Öl über eine zentrale Düse in die Brennkammer geleitet, wo es verbrannt wird. Allerdings handelt es sich bei diesem Brenner nicht um eine Beschichtungsvorrichtung zum Auftragen von Schichten auf Oberflächen von Substraten, sondern um einen konventionellen Brenner.

[0007] Die Erfindung zielt darauf ab, eine Vorrichtung gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1 derart weiterzubilden, dass diese universell einsetzbar ist, indem sie in verschiedenen Betriebsarten betreibbar ist.

[0008] Hierzu wird nach der Erfindung eine Vorrichtung gemäss dem Anspruch 1 bereitgestellt.

[0009] Bevorzugte Ausführungsformen der Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 15 umschrieben.

[0010] Bei einer bevorzugten Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass die Austrittsöffnungen der weiteren Brennstoffleitung auf einer Kreislinie angeordnet sind, wobei die genannten Austrittsöffnungen koaxial zu der zumindest einen zentral in die Brennkammer mündenden Austrittsöffnung angeordnet sind. Eine derartige Ausbildungsform ermöglicht in jedem Fall, d.h. sowohl im Betrieb mit dem einen oder dem anderen Brennstoff wie auch im Betrieb mit beiden Brennstoffen, dass eine homogene und zentrale Verbrennungsflamme erzeugt wird.

[0011] Bei einer weiteren, bevorzugte Weiterbildung der Vorrichtung wird vorgeschlagen, dass die Austrittsöffnungen der zumindest einen Gasleitung auf einer Kreislinie angeordnet sind, welche koaxial zu der zentral in die Brennkammer mündenden Austrittsöffnung angeordnet sind. Diese Ausbildung begünstigt einerseits eine homogene Verbrennungsflamme und andererseits eine rückstandsfreie Verbrennung.

[0012] Bei einer weiteren, bevorzugten Weiterbildung weist die Vorrichtung einen an die Brennkammer angrenzenden Düsenkörper auf, der austauschbar in einen Anschlusskörper der Vorrichtung eingesetzt ist, wobei der Düsenkörper mit Austrittsöffnungen versehen ist und die beiden Brennstoffleitungen und die erste Gasleitung derart mit dem Düsenkörper verbunden sind, dass der Brennkammer die zum Betrieb der Vorrichtung notwendigen Medien über die genannten Austrittsöffnungen des Düsenkörpers zuführbar sind. Der Vorteil dieser Ausbildung besteht darin, dass der Düsenkörper austauschbar ist, wobei mit dem Austausch des Düsenkörpers gleichzeitig alle Austrittsöffnungen emeuert werden. Dies ist deshalb besonders wichtig, da der jeweilige Körper im Bereich der genannten Austrittsöffnungen sehr hohen Belastungen ausgesetzt ist, was mit einem Verschleiss einhergeht und zu unerwünschtem Materialabtrag und ggf. Materialauftrag im Bereich der Austrittsöffnungen führt. Es versteht sich, dass dies unerwünscht ist und zu einem nachteiligen Brennverhalten führt.

[0013] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. In diesen Zeichnungen zeigt:
Fig.1
Die Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten mittels Hochgeschwindigkeitsflammspritzen in einer Ansicht von hinten;
Fig. 2
die Vorrichtung in einem Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 1;
Fig. 3
die Vorrichtung in einem Schnitt entlang der Linie B-B in Fig. 1;
Fig. 4
die Vorrichtung in einem Schnitt entlang der Linie C-C in Fig. 1;
Fig. 5
die Vorrichtung in einem Schnitt entlang der Linie D-D in Fig. 1;
Fig. 6a
einen Düsenkörper in einer Ansicht von vorne;
Fig. 6b
den Düsenkörper in einem Schnitt entlang der Linie A-A in Fig. 6a, und
Fig. 6c
den Düsenkörper in einem Schnitt entlang der Linie B-B in Fig. 6a.


[0014] Die Fig. 1 zeigt die Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten mittels Hochgeschwindigkeitsflammspritzen in einer Ansicht von der Rückseite. Die Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus dem eigentlichen Brenner, sowie Mitteln zur Zufuhr des aufzuschmelzenden und aufzutragenden Beschichtungsmaterials. Aus der Darstellung gemäss Fig. 1 ist ersichtlich, dass die Vorrichtung auf der Rückseite mit einer Vielzahl von Anschlüssen versehen ist, über welche einerseits die zum Betrieb des Brenners notwendigen Medien zugeführt werden können. Zusätzlich ist ein Anschluss für einen Drucksensor und ein weiterer für eine Zündeinheit vorgesehen. Es versteht sich, dass die Anzahl und Anordnung der Anschlüsse variieren kann. Im vorliegenden Beispiel sind die Anschlüsse A1 bis A9 für die Zufuhr folgender Medien vorgesehen: A1 flüssiger Brennstoff, A2 Sauerstoff, A3 Sauerstoff optional, A4 Stickstoff, A5 gasförmiger Brennstoff, A6 Kühlwasser ein, A7 Kühlwasser aus, A8 Pulver, A9 Pulver. Natürlich können anstelle der vorgängig genannten Medien über die Anschlüsse A1 bis A7 auch andere flüssige oder gasförmige Medien zugeführt werden können. Der Anschluss A10 ist für die Zündeinheit und der Anschluss A11 für den genannten Drucksensor vorgesehen.

[0015] Die Fig. 2 zeigt in vereinfachter Darstellung die Vorrichtung in einem Längsschnitt entlang der Linie A-A in Fig. 1. Da der grundsätzliche Aufbau und die Wirkungsweise von gattungsgemässen Vorrichtungen bekannt ist, wird nachfolgend nicht auf sämtliche Elemente eingegangen. Derartige Vorrichtungen sind der Fachwelt insbesondere auch unter dem Namen HVOF (High Velocity Oxygen Fuel) Brenner bzw. Vorrichtung bekannt.

[0016] Die Vorrichtung umfasst einen Grundkörper 1, an dem rückseitig ein Anschlusskörper 2 angebracht ist. Innerhalb des Grundkörpers 1 ist ein Hohlkörper 3 angeordnet, welcher im Innem die eigentliche Brennkammer 4 bildet. Der rohrförmige Ausgang des Hohlkörpers 3 ist mit einer Rohrdüse 5 verbunden, die endseitig den Auslass 6 der Vorrichtung bildet. Auf der der Brennkammer 4 zugewandten Seite ist ein Düsenkörper 7 zentral in den Anschlusskörper 2 eingesetzt. Der Düsenkörper 7 ist austauschbar in dem Anschlusskörper 2 aufgenommen, wobei er in axialer Richtung mittels eines Ringkörpers 8 fixiert ist. Dazu ist der Ringkörper 8 mit einem ringförmigen Fortsatz 9 versehen, der in axialer Richtung an dem Düsenkörper 7 zur Anlage kommt. Der Ringkörper 8 seinerseits legt sich in axialer Richtung an einer Schulter des Hohlkörpers 3 an. Der Ringkörper 8 ist mit zwei axialen Durchgangsbohrungen 10, 11 versehen, welche mit je einer zugehörigen, in den Anschlusskörper eingelassenen Leitung L10, L11 fluchten.

[0017] Um den Anschlusskörper 2 an dem Grundkörper 1 zu fixieren und weitere Elemente wie den Düsenkörper 7 und den Ringkörper 8 in axialer Richtung zu Positionieren und Fixieren ist an dem Grundkörper 1 eine Überwurfmutter 21 angeordnet, deren Innengewinde an einem Aussengewinde des Anschlusskörpers 2 anzugreifen bestimmt ist und beim Festziehen den Anschlusskörper 2 in axialer Richtung gegen den Grundkörper 1 zieht. Eine weitere Überwurfmutter 22 ist am vorderen Ende des Grundkörpers 1 angeordnet, mittels welcher die Rohrdüse 5 zusammen mit dem Hohlkörper 3 und dem Ringkörper 8 in Richtung des Anschlusskörpers 2 belastet wird. Jedenfalls kann die Vorrichtung durch das Vorsehen von zwei Überwurfmuttern 21, 22 in der gezeigten Art schnell und einfach zusammengebaut und auch wieder auseinandergenommen werden. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass allfällige Verschleissteile wie beispielsweise der Hohlkörper 3, die Rohrdüse 5 oder der Düsenkörper 7 schnell und einfach ausgetauscht werden können. So kann nach dem Lösen der Überwurfmutter 21 der Anschlusskörper 2 von dem Grundkörper 1 abgenommen und der Düsenkörper 7 entnommen und ggf. ausgetauscht oder ersetzt werden.

[0018] Wie ersichtlich, führt von jedem Anschluss eine Leitung ins Innere des Anschlusskörpers 2. Von dem Brennstoff-Anschluss A1 führt eine Brennstoff-Leitung L1 zentral durch den Anschlusskörper 2 zu dem Düsenkörper 7, welch letzterer dem gezielten Zuführen der zum Betrieb des Brenners notwendigen Medien in die Brennkammer 4 dient. Der Düsenkörper 7 wird anschliessend anhand der Figuren 6a-6c noch näher erläutert. Damit die Zufuhr des Brennstoffs in der Brennstoff-Leitung L1 gesteuert werden kann, ist ein Durchflussregler 24 vorgesehen. Mit dem schematisch dargestellten Durchflussregler 24 soll einerseits die der Brennkammer 4 pro Zeiteinheit zugeführte Brennstoffmenge justiert werden können. Andererseits dient der Durchflussregler 24 auch dem Öffnen bzw. Verschliessen der zugehörigen Brennstoffleitung L1.

[0019] Auf die mit dem jeweiligen Kühlwasseranschluss A6, A7 verbundenen Leitungen L6, L7 wird nicht näher eingegangen, da solche dem Kühlen der thermisch hochbelasteten Teile dienenden Kühlwasserleitungen bekannt sind. Der Anschluss A10 ist über eine axiale Leitung L10 mit der Brennkammer verbunden. Der Anschluss A10 dient dem Anschliessen eines Drucksensors (nicht dargestellt), mittels welchem der in der Brennkammer 4 vorherrschende Druck gemessen werden kann. Von dem Anschluss A11 führt ebenfalls eine Leitung L11 axial durch den Anschlusskörper 2 hindurch in die Brennkammer 4. Diese Leitung L11 dient der Aufnahme einer Zündeinheit (nicht dargestellt), mit welcher das Brennstoffgemisch in der Brennkammer 4 gezündet werden kann. Von den beiden Pulveranschlüssen A8, A9 führt je eine Leitung L8, L9 schräg in die Vorrichtung hinein. Die beiden Pulverleitungen L8, L9 münden in Bezug auf die Längsachse der Vorrichtung im Wesentlichen radial in die Rohrdüse 5. Die Pulverleitungen L8, L9 dienen dem Zuführen von Beschichtungspulver, welches beim Eintreten in die Rohrdüse 5 von dem heissen Gasstrom mitgerissen und durch die vorherrschende Temperatur zumindest teilweise aufgeschmolzen wird. Anstelle des Zuführens des Beschichtungsmaterials in Pulverform könnte dieses beispielsweise auch in Drahtform zugeführt werden.

[0020] Die Fig. 3 zeigt die Vorrichtung in einem Längsschnitt entlang der Linie B-B in Fig. 1. Aus dieser Darstellung ist insbesondere ersichtlich, dass von dem Anschluss A5 eine Leitung L5 schräg durch den Anschlusskörper 2 hindurch zu einem ersten (vorderen) Ringkanal 14 des Düsenkörpers 7 führt. Von dem Anschluss A3 führt eine weitere Leitung L3 schräg durch den Anschlusskörper 2 hindurch zu dem ersten Ringkanal 14 des Düsenkörpers 7. Während die Leitung L3 der optionalen Zufuhr eines oxidativen Gases wie beispielsweise Sauerstoff dient, kann der Brennkammer 4 über die Leitung L5 ein zweiter Brennstoff, vorzugsweise ein Brenngas, zugeführt werden. Jedenfalls münden beide Brennstoffleitungen in die gemeinsame Brennkammer 4.

[0021] Damit die Zufuhr des Brennstoffs über die Brennstoff-Leitung L5 gesteuert werden kann, ist ein Durchflussregler 28 vorgesehen, welcher sowohl dem Öffnen bzw. Verschliessen der zugehörigen Brennstoffleitung L5 wie auch dem Justieren der pro Zeiteinheit zugeführten Brennstoffmenge dient. Um die Zufuhr des oxidativen Gases in der Leitung L3 steuern zu können, ist ein Regler 26 vorgesehen. Ggf. kann es genügen, wenn der Regler 26 für die Zufuhr des oxidativen Gases als Ein-Ausschalter konzipiert ist. Das Zuführen eines oxidativen Gases über die Leitung L3 erfolgt üblicherweise nur dann, wenn der Brenner mit einem Brennstoff betrieben wird, namentlich wenn ein erster Brennstoff, vorzugsweise Kerosin, zentral über die Leitung L1 zugeführt wird.

[0022] Aus der Fig. 4, welche die Vorrichtung in einem Schnitt entlang der Linie C-C in Fig. 1 zeigt, ist ersichtlich, dass von dem Anschluss A2 eine Leitung L2 zu einem zweiten (hinteren) Ringkanal 18 des Düsenkörpers 7 führt. Die Leitung L2 dient dem Zuführen eines oxidativen Gases, vorzugsweise Sauerstoff in die Brennkammer. Somit münden neben den beiden Brennstoffleitungen auch die Leitung L2 zum Zuführen eines oxidativen Gases in die gemeinsame Brennkammer 4. Um die GasZufuhr steuern zu können, ist ein Durchflussregler 25 vorgesehen.

[0023] Die Fig. 5 zeigt die Vorrichtung in einem Längsschnitt entlang der Linie D-D in Fig. 1. Hieraus ist erkennbar, dass der Anschluss A4 über eine schräge Leitung mit dem vorderen Ringkanal 14 des Düsenkörpers 7 verbunden ist. Die Leitung L4 dient vorzugsweise dem Zuführen eines Inertgases, insbesondere Stickstoff. Um die Zufuhr des Inertgases steuern zu können, ist ein Durchflussregler 27 vorgesehen.

[0024] Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass die Anschlüsse A3, A4 und A5 über die drei zugehörigen Leitungen L3, L4 und L5 mit dem ersten Ringkanal 14 des Düsenkörpers 7 verbunden sind, während der Anschluss A2 über die Leitung L2 zu dem zweiten Ringkanal 18 führt. Sofern über zumindest zwei der drei mit dem vorderen Ringkanal 14 verbundenen Leitungen L3, L4, L5 je ein Medium zugeführt wird, so vermischen sich diese Medien im Ringkanal 14.

[0025] Anhand der Fig. 6a, 6b und 6c wird der Aufbau des Düsenkörpers 7 näher erläutert. Die Fig. 6a zeigt den Düsenkörper 7 in einer Ansicht von der Brennkammerseite her, während die Fig. 6b einen Längsschnitt durch den Düsenkörper 7 entlang der Linie A-A in Fig. 6a zeigt. Die Fig. 6c zeigt einen Längsschnitt durch den Düsenkörper 7 entlang der Linie B-B in Fig. 6a.

[0026] In der Fig. 6b ist erkennbar, dass von dem zweiten (hinteren) Ringkanal 18 axiale Bohrungen 19 zu der vorderen Stirnseite des Düsenkörpers 7 führen. Diese Bohrungen 19 bilden zur Brennkammerseite hin eine erste Gruppe von Austrittsöffnungen 19A, über welche der Brennkammer ein Medium oder mehrere Medien zugeführt werden kann/können.

[0027] In der Fig. 6c ist erkennbar, dass von dem vorderen Ringkanal 14 weitere axiale Bohrungen 15 zu der vorderen Stirnseite des Düsenkörpers 7 führen. Die genannten Bohrungen 15 bilden zur Brennkammerseite hin eine zweite Gruppe von Austrittsöffnungen 15A.

[0028] In der Fig. 6a ist erkennbar, dass die mit dem zweiten (hinteren) Ringkanal 18 verbundene Gruppe von Bohrungen 19 gleichmässig verteilt auf einer inneren Kreislinie 20 angeordnet ist, während die mit dem ersten (vorderen) Ringkanal 14 verbundenen weitere Gruppe von Bohrungen 15 gleichmässig verteilt auf einer äusseren Kreislinie 16 angeordnet ist. Beide Kreislinien 16, 20 sind koaxial zu einer zentralen Austrittsöffnung 13 des Düsenkörpers 7 angeordnet. Die zentrale Öffnung 13 des Düsenkörpers 7 dient der Aufnahme einer Einspritzdüse oder eines Einspritzventils (nicht dargestellt), welches dem Einspritzen des flüssigen Brennstoffs in die Brennkammer dient. Der Düsenkörper 7 ist dazu mit einem Innengewinde versehen, welches dem Befestigen einer solchen Einspritzdüse dient. Da solche Einspritzdüsen bekannt sind, wird hier nicht näher darauf eingegangen.

[0029] Die grundsätzlichen Vorteile einer derartigen Vorrichtung bestehen darin, dass diese universell einsetzbar ist. So kann der Brenner beispielsweise mit zwei Brennstoffen gleichzeitig betrieben werden, indem der Brennkammer 4 über den Düsenkörper 7 - Einspritzdüse- zentral ein erster Brennstoff, beispielsweise Kerosin, zugeführt wird, während der Brennkammer 4 gleichzeitig ein weiterer Brennstoff, beispielsweise Wasserstoff, zugeführt wird. Der zweite Brennstoff kann dabei über die Bohrungen 15, 19 des äusseren oder inneren Lochkreises des Düsenkörpers 7 zugeführt werden. Zudem können der Brennkammer den Anforderungen entsprechend über die beiden Anschlüsse A3, A4 beliebig weitere Medien zugeführt werden. So kann über den Anschluss A2 und/oder A3 ein oxidatives Gas wie beispielsweise Sauerstoff zugeführt werden. Sofern der Sauerstoff über den Anschluss A3 zugeführt wird, vermischt sich dieser im vorderen Ringkanal 14 mit dem über den Anschluss A4 und/oder A5 zugeführten Medium. Beispielsweise kann über den Anschluss A4 auch ein Inertgas wie beispielsweise Stickstoff zugeführt werden, was bewirkt, dass die Temperatur im Brennraum gesenkt wird. In der Fachsprache wird diesbezüglich von der Zufuhr eines "cold" Gases gesprochen. Die lochkreisförmige Anordnung der Bohrungen 15, 19 bzw. Austrittsöffnungen 15A, 19A hat den Vorteil, dass die verschiedenen Medien der Brennkammer gleichmässig und zentral zugeführt werden können. So eignet sich die Vorrichtung insbesondere auch zum Aufschmelzen von groben Pulvern und Auftragen von dicken Schichten und zum Erzeugen von rauhen Oberflächen, da beim Betrieb des Brenners mit zwei Brennstoffen pro Zeiteinheit sehr hohe Temperaturen und/oder hohe Aufschmelzraten des Beschichtungspulvers und/oder sehr hohe Gasgeschwindigkeiten erreicht werden können.

[0030] Natürlich kann der Brenner auch nur mit einem Brennstoff betrieben werden. Da beide Brennstoffleitungen mit je einem Durchflussregler versehen sind, ist auch ein kontinuierlicher oder diskontinuierlicher Übergang vom einen auf den anderen Brennstoff möglich. Eine derartige Vorrichtung ermöglicht es beispielsweise, eine Grundschicht mit dem einen Brennstoff, vorzugsweise Kerosin, aufzutragen, um danach eine Deckschicht unter Zufuhr eines andern Brennstoffs oder beider Brennstoffe aufzutragen. Bis anhin mussten für einen solchen Vorgang zwei unterschiedliche Vorrichtungen eingesetzt werden.

[0031] Je nach Betriebsart kann es vorteilhaft sein, über die Bohrungen 15, 19 des inneren und/oder äusseren Lochkreises des Düsenkörpers 7 ein gasförmiges Medium in die Brennkammer strömen zu lassen, damit eine Verschmutzung der Bohrungen und/oder ein Eindringen von Brennkammergasen in die genannten Bohrungen 15, 19 verhindert wird.

[0032] Je nach gewünschter Betriebsart dient der Düsenkörper 7 dem Zuführen von einem oder zwei Brennstoffen bzw. Brennstoffgemischen sowie einem oder mehrerer oxidativer Gase sowie allfälliger weiterer Gase.

[0033] Natürlich kann der Brenner auch nur mit einem Brennstoff betrieben werden, wobei grundsätzlich sowohl flüssige wie auch gasförmige Brennstoffe in Frage kommen. Während als flüssiger Brennstoff insbesondere Kerosin zum Einsatz kommt, können als gasförmige Brennstoffe beispielsweise Wasserstoff, Erdgas, Propylen, Propan oder Ethylen eingesetzt werden. Es versteht sich, dass die vorgängig erwähnten Betriebsarten keinesfalls als abschliessend zu betrachten sind, sondern dass mit der in den Ansprüchen definierten Vorrichtung eine grosse Zahl unterschiedlicher Betriebsarten möglich ist, wobei natürlich auch die Anzahl und Anordnung der beschriebenen Anschlüsse und Leitungen variieren kann.

[0034] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäss gestalteten Vorrichtung bzw. Brenners besteht darin, dass im Betrieb ohne Unterbruch von dem einen auf den anderen Brennstoff umgeschaltet werden kann.

[0035] Aber auch die Ausgestaltung des eigentlichen Brenners kann natürlich variieren. So könnte der Düsenkörper 7 beispielsweise anstelle oder zusätzlich zu den lochkreisförmig angeordneten Bohrungen 15, 19 mit einem Ringkanal, oder ringkreisförmig ausgebildeten Abschnitten versehen werden, über welche ein Medium oder mehrere Medien der Brennkammer 4 zugeführt werden.


Ansprüche

1. Vorrichtung zur Beschichtung von Substraten mittels Hochgeschwindigkeitsflammspritzen, mit einer Brennkammer (4), einer ersten Brennstoffleitung (L1) zum Zuführen eines ersten flüssigen oder gasförmigen Brennstoffs, einer ersten Gasleitung (L2) zum Zuführen eines oxidativen Gases und zumindest einer weiteren Brennstoffleitung (L5) zum Zuführen eines weiteren flüssigen oder gasförmigen Brennstoffs, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die erste Gasleitung (L2) wie auch die beiden Brennstoffleitungen (L1, L5) in eine gemeinsame Brennkammer (4) münden, und dass Mittel (24, 28) vorgesehen sind, um die Brennstoffzufuhr in den beiden Brennstoffleitungen (L1, L5) unabhängig voneinander zu steuern.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Brennstoffleitung (L1) zentral über zumindest eine Austrittsöffnung (13A) in die Brennkammer (4) mündet, und dass die weitere Brennstoffleitung (L5) über eine Vielzahl von weiteren Austrittsöffnungen (15A) in die Brennkammer (4) mündet.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Brennstoffleitung (L1) zentral über zumindest eine Austrittsöffnung (13A) in die Brennkammer (4) mündet, und dass die erste Gasleitung (L2) über eine Vielzahl von zusätzlichen Austrittsöffnungen (19A) in die Brennkammer (4) mündet.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnungen (15A) der weiteren Brennstoffleitung (L5) auf einer Kreislinie (16) angeordnet sind, wobei die genannten Austrittsöffnungen (15A) koaxial zu der zumindest einen zentral in die Brennkammer (4) mündenden Austrittsöffnung (13A) angeordnet sind.
 
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnungen (19A) der ersten Gasleitung (L2) auf einer Kreislinie (20) angeordnet sind, welche koaxial zu der zentral in die Brennkammer (4) mündenden Austrittsöffnung (13A) angeordnet sind.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen an die Brennkammer (4) angrenzenden Düsenkörper (7) aufweist, der austauschbar in einen Anschlusskörper (2) der Vorrichtung eingesetzt ist, wobei der Düsenkörper (7) mit einer Vielzahl von Austrittsöffnungen (13A, 15A, 19A) versehen ist und die beiden Brennstoffleitungen (L1, L5) und die erste Gasleitung (L2) derart mit dem Düsenkörper (7) verbunden sind, dass der Brennkammer (4) die zum Betrieb der Vorrichtung notwendigen Medien über die genannten Austrittsöffnungen (13A, 15A, 19A) des Düsenkörpers (7) zuführbar sind.
 
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenkörper (7) mit einer zentralen Austrittsöffnung (13A) oder Düse versehen ist und weitere Austrittsöffnungen (15A, 19A) kreisförmig verteilt um die zentrale Austrittsöffnung (13A) herum angeordnet sind, wobei die zentrale Austrittsöffnung (13A) oder Düse mit der ersten Brennstoffleitung (L1) verbunden ist, und wobei die genannten weiteren Austrittsöffnungen (15A, 19A) mit zumindest einer Leitung (L3, L4) zum Zuführen eines weiteren Brennstoffs und/oder eines weiteren Gases verbunden sind.
 
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die weiteren Austrittsöffnungen (15A, 19A) entlang von zwei mit unterschiedlichen Durchmessern versehenen Kreislinien (16, 20) angeordnet sind, wobei die entlang der äusseren Kreislinie (16) angeordneten Austrittsöffnungen (15A) mit einem ersten, in den Düsenkörper (7) eingelassenen Ringkanal (14) verbunden sind, und wobei die entlang der inneren Kreislinie (20) angeordneten Austrittsöffnungen (19A) mit einem zweiten, in den Düsenkörper (7) eingelassenen Ringkanal (18) verbunden sind.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Ringkanal (14) mit der weiteren Brennstoffleitung (L5) und/oder einer weiteren Gasleitung (L3, L4) verbunden ist.
 
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Ringkanal (14) mit einer weiteren Gasleitung (L4) zum Zuführen eines Inertgases verbunden ist.
 
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Ringkanal (18) mit der ersten Gasleitung (L2) zum Zuführen eines oxidativen Gases verbunden ist.
 
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (25, 26, 27) vorgesehen sind, um zumindest in einzelnen Gasleitungen (L2, L3, L4) die Gaszufuhr zu steuern.
 
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen die Brennkammer (4) begrenzenden Hohlkörper (3) aufweist, der austauschbar in einen Grundkörper (1) der Vorrichtung eingesetzt ist, dass in Strömungsrichtung der Gase gesehen hinter dem Hohlkörper (3) eine Rohrdüse (5) austauschbar in den Grundkörper (1) eingesetzt ist, und dass die Rohrdüse (5) mit im wesentlichen radial oder schräg zur Längsachse verlaufenden Pulverzufuhröffungen versehen ist.
 
14. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung einen an die Brennkammer (4) angrenzenden Düsenkörper (7) zum Zuführen der beiden Brennstoffe sowie des oxidativen Gases aufweist, wobei der Düsenkörper (7) austauschbar in einen Anschlusskörper (2) der Vorrichtung eingesetzt ist und mit einer zentralen Austrittsöffnung (13A) für den ersten Brennstoff sowie zwei Gruppen von weiteren Austrittsöffnungen (15A, 19A) für den weiteren Brennstoff sowie das oxidative Gas versehen ist, und wobei die eine Gruppe der genannten weiteren Austrittsöffnungen (15A) auf einer äusseren Kreislinie (16) angeordnet ist und die andere Gruppe der genannten weiteren Austrittsöffnungen (19A) auf einer inneren Kreislinie (20) angeordnet ist.
 
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Kreislinien (16,20) koaxial zu der zentralen Austrittsöffnung (13A) angeordnet sind und dass die zentrale Austrittsöffnung (13A) mit der ersten Brennstoffleitung (L1) verbunden ist und die eine Gruppe der genannten weiteren Austrittsöffnungen (19A) mit der ersten Gasleitung (L2) verbunden ist, und dass die andere Gruppe der weiteren Austrittsöffnungen (15A,) mit der weiteren Brennstoffleitung (L5) sowie zumindest einer weiteren Leitung (L3, L4) zum Zuführen eines weiteren Gases verbunden ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente