[0001] Die Erfindung betrifft eine Webmaschine und ein Verfahren zum dreidimensionalen Weben.
Gewebe sind ein häufig verwendetes Verstärkungsmittel in Verbundwerkstoffen. Die Gewebefasern
werden dabei vorzugsweise auf Zug beansprucht. Für dreidimensional geformte Bauteile,
wie sie zum Beispiel in Karosserie- oder Schiffsbau vorkommen, muss das in den Verbundwerkstoff
eingebrachte Gewebe an die gewünschte Bauteilform angepasst werden.
[0002] Dies kann beispielsweise durch Aufschneiden des Gewebes in Teilstücke geschehen,
die dann überlappend auf dem dreidimensionalen Bauteil angeordnet und einlaminiert
werden können. Dieser Vorgang ist zeitaufwendig und teuer. Es wurde daher auch vorgeschlagen,
das zweidimensionale Gewebe zu drapieren, wobei sich allerdings gedehnte Bereiche
ergeben und sich die Gewebedichte im gedehnten Bereich verringert. Gegebenenfalls
muss auch überschüssiges Material abgeschnitten oder in Falten übereinander gelegt
werden.
[0003] Es sind auch maschinelle Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von dreidimensionalen
Geweben beschrieben.
[0004] Aus
DE 41 37 082 C2 ist es bekannt, ein Riet mit Rietlamellen vorzusehen, die in Anschlagrichtung und
in Schussfadenrichtung relativ zueinander verschiebbar angeordnet sind. Über die Rietlamellen
werden die Kettfäden geführt und deren Abstand eingestellt, so dass eine räumliche
Kontur erhalten werden kann. Eine ähnliche Anordnung beschreibt auch die
US 5 465 762. Die dadurch erreichbare Kontur verändert das Gebilde aus einer flächigen zweidimensionalen
Form in eine dreidimensionale Form während des Blattanschlags. Ein solcher Webvorgang
ist relativ langsam. Häufig ist es erforderlich, die Ausgestaltung in die dreidimensionale
Form durch zusätzliches Drapieren zu unterstützen.
[0005] Der Autor der
EP 0 302 012 B1 schlägt vor, eine dreidimensionale Gewebeform durch sphärisch geformte Abzugswalzen
herzustellen. Auch dabei wird das Gewebe nach dem Webvorgang gedehnt, um die gewünschte
Form zu erhalten.
[0006] Bei dem aus
EP 0 819 188 B1 bekannten Verfahren wird eine dreidimensional geformte Gewebezone dadurch gebildet,
dass die Zahl der eingebundenen Kettfäden oder Schussfäden variiert oder dass die
Bindungsart verändert wird. Der Abstand der Kettfäden wird durch die Veränderung des
Abstandes der Rietlamellen erreicht. Das Riet ist fächerförmig ausgebildet, so dass
der Abstand zwischen zwei benachbarten Rietlamellen variiert. Durch eine Verschiebung
des Riets kann deswegen der Abstand zwischen zwei benachbarten Kettfäden eingestellt
werden . Die Konturänderung entsteht beim Anschlagen des Schussfadens durch das Riet.
[0007] In
DE 39 15 085 C2 wird eine Vorrichtung zum Herstellen eines dreidimensionalen Gewebes beschrieben,
wobei zwischen der Fachbildevorrichtung und dem Gewebeabzug vor der Gewebekante ein
Formkörper angeordnet ist, der die herzustellende Gewebeform aufweist. Der Formkörper
kann aus mehreren Scheiben oder alternativ aus einer Reihe von einstellbaren Stößeln
gebildet sein. Die gewünschte Form wird auch bei diesem Verfahren während des Anschlags
des Schussfadens gebildet.
[0008] Es kann als Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen werden, eine Webmaschine
so wie ein Webverfahren zu schaffen, das die seither bekannten Verfahren und Vorrichtungen
zum Herstellen von dreidimensionalen Geweben verbessert.
[0009] Diese Aufgabe wird durch eine Webmaschine mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 sowie ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 12 gelöst. Erfindungsgemäß
wird das dreidimensionale Gewebe direkt gewoben. Der Schussfaden wird in das geöffnete
Webfach entlang einer Schussfadenbahn eingeschossen. Die Schussfadenbahn ist quer
zur Einschussrichtung gekrümmt und weist demnach eine zweidimensionale Form auf. Auf
diese Weise wird unmittelbar die dreidimensionale Gewebeform bereits durch den Fadenverlauf
des Schussfadens erhalten. Vorzugsweise werden die Kettfäden zur Öffnung des Webfachs
in eine Position gebracht, bei der die auf derselben Seite des Webfachs positionierten
Kettfäden dem Verlauf der Schussfadenbahn folgen. Das geöffnete Webfach ist mithin
an die Kontur der Schussfadenbahn angepasst. Dabei kann der Abstand der Kettfäden
von der Schussfadenbahn vorgegeben und insbesondere konstant sein.
[0010] Die Schussfadenbahn wird bevorzugt mit Hilfe von Lamellen definiert, die zwischen
den Kettfäden in das geöffnete Webfach hineinragen. Jede Lamelle kann eine in Richtung
der Gewebekante offene Schussfadenausnehmung aufweisen. Die Schussfadenausnehmungen
der Lamellen sind im Webfach entlang der Schussfadenbahn angeordnet. Beim Eintragen
des Schussfadens wird dieser durch die Schussfadenausnehmungen der Lamellen hindurch
transportiert und erhält auf diese Weise seinen gewünschten zweidimensionalen Verlauf.
Durch die Schussfadenausnehmungen entsteht demnach ein Schussfadenkanal zur Führung
des Schussfadens.
[0011] Die Lamellen sind vorzugsweise an einer gemeinsamen Barre gelagert. In ihrer Erstreckungsrichtung
sind die Lamellen verschiebbar an der Barre angeordnet. Auf diese Weise kann durch
Verschieben der Lamellen relativ zueinander sehr einfach die gewünschte Schussfadenbahn
eingestellt werden. Die Position der Lamellen kann nach jedem Schusseintag verändert
werden. Dadurch können dreidimensionale Gewebeformen mit stufenlosen Übergängen gebildet
werden. Beim Ausführungsbeispiel bilden die Lamellen und die Barre das Riet der Webmaschine.
Zum Anschlagen des Schussfadens ist das Riet schwenkbar gelagert. Die Lamellen dienen
somit nicht lediglich zur Definition der Schussfadenbahn, sondern gleichzeitig zum
Anschlagen des Schussfadens an die Gewebekante. Bevorzugt sind die Lamellen parallel
zueinander an der Barre gelagert.
[0012] Zur Webfachbildung sind Litzen vorgesehen, die in Fachwechselrichtung bewegbar sind.
Dadurch können die Kettfäden in die gewünschte Position gebracht werden. Bei einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel ist ein Litzenantrieb vorgesehen, mittels dem die
Litzen unabhängig voneinander in Fachwechselrichtung positioniert werden können. Zur
Bildung eines Webfachs mit der an die Schussfadenbahn angepassten Kontur werden die
Kettfäden einer Gruppe mit vorgegebenem Abstand oberhalb der gewünschten Schussfadenbahn
und die Kettfäden einer anderen Gruppe mit vorgegebenem Abstand unterhalb der Schussfadenbahn
positioniert. Auf diese Weise wird der gewünschte Fachöffnungswinkel erhalten.
[0013] Die Litzen sind mit Ihrem dem Litzenantrieb entgegengesetzten Ende an einem gemeinsamen
Litzenhalter befestigt. Zwischen der Litze und dem Litzenhalter ist ein elastisches
Mittel vorgesehen, so dass die Litze durch die elastische Kraft des elastischen Mittels
zum Litzenhalter hin gezogen und durch den Litzenantrieb in entgegengesetzte Richtung
vom Litzenhalter weg bewegt werden kann. Übt der Litzenantrieb auf die Litze keine
Kraft aus, ist diese durch das elastische Mittel in eine Ruhelage gebracht.
[0014] Zur Variation der Breite des hergestellten dreidimensionalen Gewebes können ein oder
auch mehrere Kettfäden durch einen oder mehrere Kettfadenhalter erfasst und aufgetrennt
werden. Für die etwaige spätere Wiederverwendung der aufgetrennten Kettfäden, kann
eine Halteeinrichtung vorgesehen sein, die einen oder mehrere, vorzugsweise alle Kettfäden
der Kettfadenschar aufnehmen und bereithalten kann. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise
die Breite des hergestellten Gewebes in Einschussrichtung variieren. Auch aus der
Gewebemitte können einzelne Kettfäden entnommen werden, wenn zum Beispiel Öffnungen
oder verknüpfungspunktfreie Zonen im Gewebe hergestellt werden sollen. Die entnommenen
und bereitgehaltenen Kettfäden können mit Hilfe eines Greifers, eines Roboterarms
oder ähnlichem dem Webprozess auch wieder zugeführt werden.
[0015] Die Webmaschine kann auch eine Schusseintragseinrichtung zum Eintragen des Schussfadens
bzw. eine Abschneideinrichtung zum Abschneiden des Schussfadens aufweisen. Die Position
dieser beiden Einrichtungen kann an die gewünschte Schussfadenbahn angepasst werden.
Daher sind die Schusseintragseinrichtung und/oder die Abschneideinrichtung in Fachwechselrichtung
verschiebbar angeordnet. Zur Anpassung an eine veränderte Breite des Gewebes in Schussfadenrichtung
können die Schusseintragseinrichtung und/oder die Abschneideinrichtung auch in Schusseintragsrichtung
verschiebbar angeordnet sein.
[0016] Der Transport des Schussfadens entlang der zweidimensionalen Schussfadenbahn wird
vorzugsweise durch Fluiddüsen unterstützt. Die Fluiddüsen sind zwischen zwei Lamellen
angeordnet und insbesondere an der Barre gelagert. Insbesondere sind die Fluiddüsen
in Fachwechselrichtung verschiebbar an der Barre angeordnet, so dass der durch die
Fluiddüse erzeugte Fluidstrom an die jeweils eingestellte Schussfadenbahn angepasst
werden kann.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen
sowie der Beschreibung. Die Beschreibung beschränkt sich auf wesentliche Merkmale
der Erfindung. Die Zeichnung ist ergänzend heranzuziehen. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische, perspektivische Darstellung der Webfachbildung,
Figur 2 eine schematische Darstellung des geöffneten Webfachs in Kettfadenrichtung,
Figur 3 eine schematische, perspektivische Darstellung der Lamellen zur Einstellung
der gewünschten Schussfadenbahn und
Figuren 4 und 5 schematische Seitenansichten einer Webmaschine in blockschaltbildähnlicher
Darstellung.
[0018] In den Figuren 4 und 5 ist nach Art eines Blockschaltbildes eine Webmaschine 10 dargestellt.
Die Webmaschine 10 weist ein Spulengatter 11 auf, über das der Webmaschine 10 Kettfäden
12 zugeführt werden. Ein Haltegitter 13 ordnet die Kettfäden 12 in einer Einschussrichtung
R (Figur 1) gleichmäßig nebeneinander an. Vom Haltegitter 13 aus verläuft jeder Kettfäden
12 durch ein Fadenauge 14 einer Litze 15. Die Kettfäden 12 erstrecken sich weiter
zu einer Gewebekante 16, an der das bereits fertige gewobene Gewebe endet. Eine Abzugseinrichtung
17 zieht das bereits hergestellte Gewebe ab und sorgt dabei für den Transport der
Kettfäden 12 in Abzugsrichtung A durch die Webmaschine 10. Beim Ausführungsbeispiel
weist die Abzugseinrichtung 17 mehrere in Einschussrichtung R über die gesamte Gewebebreite
verlaufende Abzugswalzen 18 auf, die ein oder mehreren federnd aneinander anpressbare
Walzenpaare bilden können. Eine oder mehreren der Abzugswalzen 18 sind angetrieben.
[0019] Zur Fachbildung ist ein Litzenantrieb 22 vorgesehen, an den jede der Litzen 15 angeschlossen
ist. Der Litzenantrieb 22 kann jede der Litzen 15 und somit auch deren Fadenauge 14
einzeln und somit unabhängig voneinander in einer Fachbildungs- oder Fachwechselrichtung
F bewegen. Die Position der Litzen 15 bzw. der Fadenaugen 14 hängt von der eingestellten
Bindung ab. Beispielsweise befindet sich bei einer Leinwandbindung in Schusseintragsrichtung
R benachbarte Fadenaugen 14 abwechselnd auf der einen oder anderen Seiten einer Schussfadenbahn
23 (Figur 2). In Figur 2 ist schematisch ein geöffnetes Webfach 21 mit Leinwandbindung
dargestellt. Der Litzenantrieb 22 kann beispielsweise wie der Antrieb einer Jacquard-Webmaschine
ausgestaltet sein, sodass jede Litze 15 individuell bewegt werden kann. Als Litzenantrieb
22 können auch direkte Antriebe, beispielsweise Linearantriebe vorgesehen werden.
[0020] An ihren dem Litzenantrieb 22 entgegengesetzten Enden 24 sind die Litzen 15 unter
Zwischenschaltung eines elastischen Mittels 25 mit einem gemeinsamen Litzenhalter
26 verbunden. Der Litzenantrieb 22 kann die Litzen entgegen der Kraft der elastischen
Mittel 25 vom Litzenhalter 26 entfernen. Übt der Litzenantrieb 22 auf eine Litze 15
keine Kraft aus, so befindet sich diese in einer Ruhelage, in der das Fadenauge 14
den geringsten Abstand zum Litzenhalter 26 aufweist. Die elastischen Mittel 25 können
beispielsweise durch Schraubenfedern gebildet sein.
[0021] Alternativ zu dem Einzellitzenantrieb kann die Fachbildung auch durch wenigstens
drei Webschäfte gebildet werden. Jeder Webschaft weist dann einen Litzenantrieb 22
auf, an deren Litzen 15 beweglich angeordnet sind. Abhängig von der Form des zu webenden
3D-Gewebes, welches unterschiedliche Höhen der Fadenaugen 14 der Litzen 15 zu Folge
hat, kann für jede Fadenaugenhöhe ein Webschaft vorgesehen sein. An diesem können
mehrere Litzen angeordnet sein die dann gemeinsam in Fadenwechselrichtung F bewegt
werden.
[0022] Wie aus Figur 1 hervorgeht ist in Abzugsrichtung A der Kettfäden 12 gesehen, in Verlängerung
der Litzenanordnung außerhalb der Kettfadenschar 12 eine Schusseintragseinrichtung
30 angeordnet. Die Schusseintragsrichtung 30 dient zum Einschießen eines Schussfadens
32 in das geöffnete Webfach 21. Die Schusseintragseinrichtung 30 weist beim Ausführungsbeispiel
einen Spulenkörper 31 zum Zuführen des Schussfadens 32 sowie eine Abschneideinrichtung
(nicht dargestellt) zum Trennen des Schussfadens 32 von der Spule 31 auf. Der Schussfaden
32 wird beim hier beschriebenen Ausführungsbeispiel über eine Hauptdüse 33 in Einschussrichtung
R eingeschossen. Hierfür erzeugt die Hauptdüse 33 einen Fluidstrom und vorzugsweise
einen Luftstrom in Einschussrichtung R, der den Einschussfaden 32 mitnimmt. Alternativ
hierzu könnte die Schusseintragseinrichtung 30 auch Projektile, Schiffchen oder Greifer
aufweisen. Zur Anpassung an die zweidimensionale Schussfadenbahn 23 müsste der Greifer
hinreichend elastisch verformbar sein.
[0023] Auf der der Schusseintragseinrichtung 30 gegenüberliegenden Seite der Kettfäden 12
ist eine Aufnahmeeinrichtung 37 angeordnet, die dazu dient, den eingetragenen Schussfaden
32 zu empfangen und zu positionieren.
[0024] Die Webmaschine 10 kann einzelne Kettfäden aus dem Webprozess herausnehmen. Beim
Ausführungsbeispiel weist die Webmaschine 10 einen oder mehrere Kettfadenhalter 38
auf, der einen oder mehrere einzelne Kettfäden 12 auftrennen und im Bereich der Gewebekante
16 vor der Abzugseinrichtung 17 bereithalten kann. Hierfür wird der Kettfaden durch
den Litzenantrieb 22 zunächst aus dem Fachbildungsbereich herausgefahren und anschießend
durch den Kettfadenhalter 38 aufgetrennt und in Warteposition gehalten, wie dies schematisch
am Beispiel des gestrichelt dargestellten Kettfadens 12a in den Figuren 4 und 5 veranschaulicht
ist. Zum Ergreifen und Positionieren des aufzutrennenden Kettfadens 12a ist der Kettfadenhalter
38 bewegbar. Beispielsgemäß ist er um eine erste Schwenkachse 39 schwenkbar gelagert
und radial zur ersten Schwenkachse 39 bewegbar. Die Webmaschine 10 kann mehrere Kettfadenhalter
38 aufweisen. Diese können auch in Einschussrichtung R bewegbar angeordnet sein.
[0025] Es ist auch möglich, dass die Webmaschine 10 eine Halteinrichtung 40 aufweist die
mehrere Kettfäden aufnehmen kann. Vorzugsweise weist die Halteinrichtung 40 für jeden
Kettfaden 12 der Kettfadenschar Mittel auf, die eine Kettfadenhalteposition bilden,
so dass mehrere getrennte Kettfäden 12a einzeln und separat bereit gehalten werden
können. Mit einem Kettfadenhalter 38 ist es möglich, mehrerer Kettfäden 12a aus der
Kettfadenschar der Kettfäden 12 zu entnehmen und der Halteeinrichtung zuzuführen.
Dazu ist der Kettfadenhalter 38 so ausgebildet, dass er einen aus dem Webprozess zu
entnehmenden Kettfaden 12 unabhängig seiner Anordnung in der Kettfadenschar erfasst,
abschneidet und dessen Ende an die Halteeinrichtung übergeben kann. Vorzugsweise weist
der Kettfadenhalter 38 eine Lagerung auf, die ihm eine radiale und lineare Beweglichkeit
ermöglicht, so dass er einen Kettfaden 12 unabhängig seiner Positionierung im Gewebe
erfassen und der Halteeinrichtung zuführen kann. Der Kettfadenerfassungsraum des Kettfadenhalters
38 reicht vorzugsweise über die gesamte Breite der Kettfadenschar.
[0026] Durch das Entfernen von Kettfäden 12 aus dem Webprozess, kann beispielsweise die
Breite des Gewebes in Einschussrichtung R variiert werden, wenn seitliche Kettfäden
12 am Rand des zu erstellenden Gewebes durch den Kettfadenhalter 38 aufgetrennt und
in eine Warteposition überführt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, nicht-randseitige
Kettfäden 12 aufzutrennen und aus dem Webprozess zu entfernen, wenn beispielsweise
Öffnungen oder verknüpfungsfreie Zonen im Gewebe erzeugt werden sollen. Dabei kann
es notwendig sein, die überflüssigen Schussfäden bzw. Schussfadenabschnitte nach dem
Weben aus der Mitte des Gewebes herauszutrennen.
[0027] Soll der stillgelegte Kettfaden 12a wieder dem Webprozess zugeführt werden, kann
er vorzugsweise über den Kettfadenhalter 38 oder über eine andere nicht näher dargestellte
Greifeinrichtung wieder zugeführt werden.
[0028] Der Kettfadenhalter 38 ist vorzugsweise zwischen einem Riet 43 und der Gewebekante
16 vorgesehen. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass der Kettfaden erst
unmittelbar im Bereich vor der Gewebekante 16 abgeschnitten und gehalten wird, so
dass der Kettfaden 12 nach wie vor durch das Fadenauge 14 der Litze 15 und das Riet
43 geführt ist.
[0029] Wie Figur 3 zeigt, weist das Riet 43 mehrere parallel zueinander verlaufende Lamellen
44 auf, die an einer gemeinsamen Barre 45 in ihrer Erstreckungsrichtung E verschiebbar
gelagert sind. Über einen Einstellantrieb 42 (Figur 4) werden die Lamellen 44 positioniert.
In ihrem den Kettfäden 12 zugeordneten Endbereich 46 weist jede Lamelle 44 eine Schussfadenausnehmung
47 auf. Die Schussfadenausnehmung 47 ist beispielsgemäß durch drei Seiten der Lamelle
44 begrenzt. In Richtung zur Gewebekante 16 hin sind die Schussfadenausnehmungen 47
offen. Beim Ausführungsbeispiel haben die Schussfadenausnehmungen 47 eine quaderförmige
Gestalt. Die Lamellen sind vorzugsweise ebenfalls quaderförmig konturiert. In Abwandlung
zum beschriebenen Ausführungsbeispiel ist es auch möglich, die Kontur der Schussfadenausnehmungen
47 zur variieren und beispielsweise im Querschnitt gesehen beliebige mehreckige oder
auch abgerundete Formen, insbesondere Kreissegmentformen, zu realisieren. Auch die
Formgestaltung der Lamellen 44 kann abgewandelt werden.
[0030] Die Lamellen 44 ragen mit ihrem Endbereich 46 in das geöffnete Webfach 21 hinein.
Diese Endbereiche 46 legen die Schussfadenbahn 23 fest, die der Schussfaden 32 durch
das geöffnete Webfach 21 zurücklegen soll. Beispielsgemäß definieren die Schussfadenausnehmungen
47 gemeinsam die Schussfadenbahn 23. Die Schussfadenausnehmungen 47 bilden sozusagen
einen Schussfadenkanal, durch den der Schussfaden 32 entlang der Schussfadenbahn 23
geführt wird. Dadurch, dass die Lamellen 44 unabhängig voneinander verschiebbar an
der Barre 45 angeordnet sind, lassen sich beliebig gekrümmte Schussfadenbahnen 23
durch das Webfach 21 realisieren. Die Schussfadenbahn 23 erhält somit einen zweidimensionalen
Verlauf.
[0031] Das Riet 43 ist schwenkbar um eine zweite Schwenkachse 50 (Figur 4) gelagert. Nach
dem Schusseintrag wird das Riet 43 zum Anschlagen des Schussfadens 32 um die zweite
Schwenkachse 50 zur Gewebekante 16 hin geschwenkt.
[0032] An der Barre 45 können Fluiddüsen 51 zwischen den Lamellen 44 angeordnet sein. Die
Fluiddüsen 51 erzeugen einen Fluidstrom entlang der Schussfadenbahn 23. Hierzu weist
die Fluiddüse 51 an ihrem der Schussfadenausnehmung 47 zugeordneten Ende 52 eine Fluidaustrittsöffnung
auf, die das Fluid in Richtung der benachbarten Schussfadenausnehmung in Transportrichtung
des Schussfadens 32 ausstößt. Das durch eine Fluiddüse 51 ausgestoßene Fluid ist in
Figur 3 schematisch durch einen Pfeil 53 veranschaulicht. Die Fluiddüsen 51 sind parallel
zu den Lamellen 44 in Erstreckungsrichtung E verschiebbar an der Barre 45 angeordnet,
so dass die Fluidaustrittsöffnungen aufweisenden Enden 52 außerhalb der Schussfadenbahn
23 positioniert werden können. Das Ende 52 ist beispielsweise mit einem Abstand von
wenigen Millimetern oder Zentimetern benachbart zur Schussfadenbahn 23 angeordnet.
Der Einstellantrieb 42 dient zur Positionierung der Fluiddüsen 51. Bei dem hier dargestellten
Ausführungsbeispiel des Riets 43 ist jeweils zwischen zwei Lamellen 44 eine Fluiddüse
51 vorgesehen. Die Anzahl der Fluiddüsen 51 kann jedoch auch geringer sein. Vorzugsweise
erzeugen die Fluiddüsen 51 einen Luftstrom.
[0033] Die Anzahl der Lamellen 44 des Riets 43 richtet sich nach der Anzahl der verwendeten
Kettfäden 12. Zwischen zwei benachbarten Lamellen 44 ist zumindest ein Kettfaden 12
vorgesehen, wobei auch andere Teilungen möglich sind, bei denen zwei oder mehr Kettfäden
12 zwischen zwei benachbarten Lamellen 44 verlaufen.
[0034] Die erfindungsgemäße Webmaschine 10 arbeitet wie folgt:
[0035] Der Litzenantrieb 22 bewegt die Litzen 15 und deren Fadenaugen 14 in die erforderliche
Position, um das Webfach 21 zu öffnen. Dabei befindet sich eine erste Gruppe von Fadenaugen
55 (Figur 2) in Fachwechselrichtung F auf der einen Seite der Schussfadenbahn 23,
während eine zweite Gruppe 56 von Fadenaugen 14 auf der in Fachwechselrichtung F gesehen
jeweils anderen Seite der Schussfadenbahn 23 angeordnet ist. Der Abstand der durch
die Fadenaugen 14 verlaufenden Kettfäden 12 einer Gruppe 55 bzw. 56 von der Schussfadenbahn
23, kann innerhalb einer Gruppe 55 bzw. 56 gleich sein. Dies hat dann zur Folge, dass
das geöffnete Webfach im Verlauf der Schussfadenbahn 23 eine konstante Öffnungsweite
aufweist. Es ist auch möglich, dass die Abstände der durch die Fadenaugen 14 verlaufenden
Kettfäden 12 einer oder beider Gruppen 55, 56 variieren und somit ein Webfach 21 mit
variabler Öffnungsweite im Verlauf der Schussfadenbahn 23 gebildet wird. Wie viele
und welche Fadenaugen 14 zur jeweiligen Gruppe 55 bzw. 56 gehören und welche Abstände
diese zu der Schussfadenbahn 23 einnehmen, hängt von der gewünschten Bindung und der
Art und Weise ab, wie der Schuss eingetragen wird.
[0036] Über einen Einstellantrieb 42 werden die Lamellen 44 positioniert. Die Schussfadenausnehmungen
47 werden dabei innerhalb des geöffneten Webfachs 21 entlang der gewünschten Schussfadenbahn
23 angeordnet. Der Einstellantrieb 42 positioniert auch die Fluiddüsen 51.
[0037] Über die Schusseintragseinrichtung 30 wird der Schussfaden 32 eingeschossen und entlang
der Schussfadenbahn 23 durch die Schussfadenausnehmungen 47 der Lamellen 44 transportiert.
Dabei wird der Schussfadentransport durch die Fluiströme 53 aus den Fluiddüsen 51
unterstützt. Die Aufnahmeeinrichtung 37 erfasst und positioniert den Schussfaden 32.
Der eingetragene Schussfaden 32 beschreibt bereits vor dem Anschlag an die Gewebekante
16 seinen gewünschten Verlauf zur Erzeugung eines dreidimensionalen Gewebes, der durch
die Schussfadenbahn 23 vorgegeben wurde. Daran angepasst sind auch die Kettfäden 12
positioniert. In diesem Zustand wird der Schussfaden 32 an die Gewebekante 16 angeschlagen,
indem das Riet 43 um die zweite Schwenkachse 50 geschwenkt wird.
[0038] Nach dem Anschlag wird das Riet 43 wieder von der Gewebekante 16 weg geschwenkt.
Der Litzenantrieb 22 veranlasst die für den nächsten Schussfadeneintrag erforderliche
Positionierung der Fadenaugen 14. Der Einstellantrieb 42 stellt die Lamellen 44 entsprechend
der erforderlichen Schussfadenbahn 23 ein, deren Verlauf verändert gegenüber dem Verlauf
der vorherigen Schussfadenbahn sein kann und positioniert die Fluiddüsen 51. Der Vorgang
beginnt erneut. Im Ergebnis kann eine Schussfadenbahn 23 entstehen, deren Verlauf
von Schusseintrag zu Schusseintrag verschieden ist.
[0039] Zur Anpassung an die Schussfadenbahn 23 können die Schusseintragseinrichtung 30 und/oder
die Aufnahmeeinrichtung 37 in Fachwechselrichtung F verstellbar angeordnet sein. Zumindest
eine dieser beiden Einrichtungen 30, 37 kann auch in Einschussrichtung R verschiebbar
angeordnet sein, wenn die Länge des Schussfadens 32 reduziert werden soll, weil seitliche
Kettfäden 12 über entsprechende Kettfadenhalter 38 aus dem Webvorgang herausgenommen
werden, um ein schmaleres Gewebe herzustellen.
[0040] Die Erfindung betrifft eine Webmaschine 10 und ein Webverfahren zum unmittelbaren
dreidimensionalen Weben, wobei der Schussfaden 32 bereits während des Schusseintrags
seinen gewünschten zweidimensionalen Verlauf erhält. Die Position der Kettfäden 12
ist an die Schussfadenbahn 23 angepasst. Die Schussfadenbahn 23 wird durch Lamellen
44 definiert, die in das Webfach 21 zwischen den Kettfäden 12 hindurch eingreifen.
Die Lamellen 44 sind einzeln verstellbar an einer gemeinsamen Barre 45 angeordnet,
so dass die gewünschte Schussfadenbahn 23 durch Positionieren der Lamellen 44 eingestellt
werden kann. Die Lamellen 44 und die Barre 45 bilden gleichzeitig das Riet 43, das
zum Anschlagen des Schussfadens 32 an die Gewebekante 16 dient.
Bezugszeichenliste:
[0041]
- 10
- Webmaschine
- 11
- Spulengatter
- 12
- Kettfaden
- 13
- Haltegitter
- 14
- Fadenauge
- 15
- Litze
- 16
- Gewebekante
- 17
- Abzugseinrichtung
- 18
- Abzugswalze
- 21
- Webfach
- 22
- Litzenantrieb
- 23
- Schussfadenbahn
- 24
- Ende v. 15
- 25
- elastisches Mittel
- 26
- Litzenhalter
- 30
- Schusseintragseinrichtung
- 31
- Spulenkörper
- 32
- Schussfaden
- 33
- Hauptdüse
- 37
- Aufnahmeeinrichtung
- 38
- Kettfadenhalter
- 39
- erste Schwenkachse
- 40
- Halteeinrichtung
- 42
- Einstellantrieb
- 43
- Riet
- 44
- Lamelle
- 45
- Barre
- 46
- Endbereich v. 44
- 47
- Schussfadenausnehmung
- 50
- zweite Schwenkachse
- 51
- Fluiddüse
- 52
- Ende v. 51
- 53
- Pfeil
- 55
- erste Gruppe von Fadenaugen
- 56
- zweite Gruppe von Fadenaugen
- A
- Abzugsrichtung
- E
- Erstreckungsrichtung
- F
- Fachwechselrichtung
- R
- Einschussrichtung
1. Webmaschine zum dreidimensionalen Weben,
mit parallel zueinander angeordneten Litzen (15), die jeweils ein Fadenauge (14) für
einen Kettfaden (12) aufweisen,
mit einem Litzenantrieb (22), der die Fadenaugen (14) der Litzen (15) unabhängig voneinander
in einer Fachwechselrichtung (F) positioniert,
mit zwischen den Kettfäden (12) in das Webfach (21) hinein ragenden Lamellen (44),
die unabhängig voneinander in Fachwechselrichtung (F) positionierbar sind, und die
dazu dienen, eine zweidimensionale Schussfadenbahn (23) festzulegen, entlang der der
Schussfaden (32) in das Webfach (21) eingetragen wird.
2. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (44) jeweils eine zu einer Gewebekante (16) hin offene Schussfadenausnehmung
(47) aufweisen, die die Schussfadenbahn (23) festlegen.
3. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (44) verschiebbar an einer gemeinsamen Barre (45) gelagert sind.
4. Webmaschine nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (44) und die Barre (45) ein Riet (43) bilden.
5. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Litzenantrieb (22) eine Gruppe (55) der Fadenaugen (14) mit einem vorgegebenem
Abstand auf der einen Seite der Schussfadenbahn (23) und eine andere Gruppe (56) der
Fadenaugen (14) mit einem vorgegebenem Abstand auf der jeweils anderen Seite der Schussfadenbahn
(23) positioniert.
6. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Litzen (15) an ihrem dem Litzenantrieb (22) entgegengesetzten Ende (24) über
ein elastisches Mittel (25) an einem Litzenhalter (26) befestigt sind.
7. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Kettfadenhalter (38) vorgesehen ist, der einen Kettfaden (12a) erfassen und trennen
kann.
8. Webmaschine nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kettfadenhalter (38) zwischen einem Riet (43) und einer Gewebekante 16 angeordnet
ist.
9. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Halteeinrichtung (40) vorgesehen ist, die einen aufgetrennten Kettfaden (12a)
aufnehmen kann.
10. Webmaschine nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (40) Mittel aufweist, die mehrere getrennte Kettfäden (12a)
separat aufnehmen und bereithalten kann.
11. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Schusseintragseinrichtung (30) zum Eintragen des Schussfadens (32) und/oder
eine Aufnahmeeinrichtung (37) zum Aufnehmen des Schussfadens (32) in Fachwechselrichtung
(F) positionierbar ist.
12. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei Lamellen (44) eine Fluiddüse (51) angeordnet ist, um den Schussfadentransport
zu unterstützen.
13. Verfahren zum dreidimensionalen Weben, mit den Schritten:
Öffnen eines Webfachs (21), dessen Verlauf einer zweidimensionalen Schussfadenbahn
(23) folgt, durch Positionieren von Kettfäden (12),
Festlegen einer zweidimensionalen Schussfadenbahn (23) im geöffneten Webfach (21)
und
Eintragen des Schussfadens (32) in das Webfach (21) entlang der zweidimensionalen
Schussfadenbahn (23).
14. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die das geöffnete Webfach auf einer Seite begrenzenden Kettfäden (12) in Einschussrichtung
(R) auf einer Bahn liegen, die dem Verlauf der zweidimensionalen Schussfadenbahn (23)
folgt.
15. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Kettfäden (12) in das Webfach (21) hinein ragenden Lamellen (44) unabhängig
voneinander derart positioniert werden, dass sich ihre zu einer Gewebekante (16) hin
offenen Schussfadenausnehmungen (47) auf der Schussfadenbahn (23) innerhalb des geöffneten
Webfachs (21) befinden.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Webmaschine zum dreidimensionalen Weben,
mit parallel zueinander angeordneten Litzen (15), die jeweils ein Fadenauge (14) für
einen Kettfaden (12) aufweisen,
mit einem Litzenantrieb (22), der die Fadenaugen (14) der Litzen (15) unabhängig voneinander
in einer Fachwechselrichtung (F) positioniert,
mit zwischen den Kettfäden (12) in das Webfach (21) hinein ragenden Lamellen (44),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Lamellen (44) unabhängig voneinander in Fachwechselrichtung (F) positionierbar
sind, und dazu dienen, eine zweidimensionale Schussfadenbahn (23) festzulegen, entlang
der der Schussfaden (32) in das Webfach (21) eingetragen wird.
2. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (44) jeweils eine zu einer Gewebekante (16) hin offene Schussfadenausnehmung
(47) aufweisen, die die Schussfadenbahn (23) festlegen.
3. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (44) verschiebbar an einer gemeinsamen Barre (45) gelagert sind.
4. Webmaschine nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (44) und die Barre (45) ein Riet (43) bilden.
5. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Litzenantrieb (22) eine Gruppe (55) der Fadenaugen (14) mit einem vorgegebenem
Abstand auf der einen Seite der Schussfadenbahn (23) und eine andere Gruppe (56) der
Fadenaugen (14) mit einem vorgegebenem Abstand auf der jeweils anderen Seite der Schussfadenbahn
(23) positioniert.
6. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Litzen (15) an ihrem dem Litzenantrieb (22) entgegengesetzten Ende (24) über
ein elastisches Mittel (25) an einem Litzenhalter (26) befestigt sind.
7. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Kettfadenhalter (38) vorgesehen ist, der einen Kettfaden (12a) erfassen und trennen
kann.
8. Webmaschine nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass der Kettfadenhalter (38) zwischen einem Riet (43) und einer Gewebekante 16 angeordnet
ist.
9. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Halteeinrichtung (40) vorgesehen ist, die einen aufgetrennten Kettfaden (12a)
aufnehmen kann.
10. Webmaschine nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (40) Mittel aufweist, die mehrere getrennte Kettfäden (12a)
separat aufnehmen und bereithalten kann.
11. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Schusseintragseinrichtung (30) zum Eintragen des Schussfadens (32) und/oder
eine Aufnahmeeinrichtung (37) zum Aufnehmen des Schussfadens (32) in Fachwechselrichtung
(F) positionierbar ist.
12. Webmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen zwei Lamellen (44) eine Fluiddüse (51) angeordnet ist, um den Schussfadentransport
zu unterstützen.
13. Verfahren zum dreidimensionalen Weben,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
Öffnen eines Webfachs (21), dessen Verlauf einer zweidimensionalen Schussfadenbahn
(23) folgt, durch Positionieren von Kettfäden (12),
Festlegen einer zweidimensionalen Schussfadenbahn (23) im geöffneten Webfach (21)
und
Eintragen des Schussfadens (32) in das Webfach (21) entlang der zweidimensionalen
Schussfadenbahn (23).
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die das geöffnete Webfach auf einer Seite begrenzenden Kettfäden (12) in Einschussrichtung
(R) auf einer Bahn liegen, die dem Verlauf der zweidimensionalen Schussfadenbahn (23)
folgt.
15. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Kettfäden (12) in das Webfach (21) hinein ragenden Lamellen (44) unabhängig
voneinander derart positioniert werden, dass sich ihre zu einer Gewebekante (16) hin
offenen Schussfadenausnehmungen (47) auf der Schussfadenbahn (23) innerhalb des geöffneten
Webfachs (21) befinden.