[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltgerät für Gleichstrom-Anwendungen, das unter Verwendung
von Komponenten von Schaltgeräten für Wechselstrom-Anwendungen, z. B. Leitungsschutzschalter,
Leistungsschalter, Lasttrennschalter und Fehlerstromschutzschalter, konstruiert ist.
[0002] Zur Abschaltung von Kurzschlussströmen in Verbrauchernetzen werden zumeist Schaltgeräte
verwendet, die eine bzw. mehrere Strombahnen aufweisen, welche ihrerseits feststehende
und bewegbare Schaltkontaktelemente umfassen. Die bewegbaren Schaltkontaktelemente
sind dabei gemeinsam zwischen einer Schließstellung, in der sich die einander zugeordneten
bewegbaren und feststehenden Schaltkontaktelemente berühren, und einer Öffnungsstellung
bewegbar, in der sich eine Trennstrecke zwischen den einander jeweils zugeordneten
bewegbaren und feststehenden Schaltkontaktelementen bildet. Sobald die bewegbaren
Schaltkontaktelemente unter Last, d. h. unter Stromfluss in die Öffnungsstellung bewegt
werden, entstehen längs der Trennstrecken (Ausschalt-) Lichtbögen. Die Dauer der Lichtbögen
bestimmt die Schaltzeit, da der Stromfluss zwischen den Schaltkontaktelementen aufrechterhalten
wird. Außerdem wird durch die Lichtbögen eine große Wärmemenge freigesetzt, die zur
thermischen Zerstörung der Schaltkontaktelemente und damit zur Verringerung der Lebensdauer
des Schaltgeräts führen. Es ist daher notwendig, die Lichtbögen möglichst schnell
zu löschen, was durch Lichtbogenlöscheinrichtungen wie beispielsweise Lichtbogenleitschienen,
Lichtbogenlöschblechpakete oder Deion-Pakete erfolgen kann. Durch diese Löscheinrichtungen
werden die Lichtbögen in einzelne Teillichtbögen unterteilt; wenn die Lichtbogenspannungen
höher sind als die treibenden Spannungen, werden die Lichtbögen sicher gelöscht.
[0003] Bei Wechselstrom-Anwendungen wird die Löschung der Lichtbögen dadurch begünstigt,
dass der Strom einen natürlichen Nulldurchgang hat. Bei großen abzuschaltenden (Kurzschluss-)Strömen
kann es aber nach dem Stromnulldurchgang zu einer Rückzündung der Lichtbögen kommen;
die sich bei großen Strömen bildenden Lichtbögen erzeugen aber ihrerseits ein derart
großes Eigenmagnetfeld, so dass sie selbsttätig zu den Lichtbogenlöscheinrichtungen
hin abgelenkt und schließlich zum Erlöschen gebracht werden.
[0004] Bei Schaltgeräten für Gleichstrom-Anwendungen kommt es zu keiner selbstständigen
Unterbrechung des Lichtbogens wie beim Nulldurchgang des Wechselstroms. Im Falle von
Gleichstrom-Anwendungen werden daher sogenannte Blasmagnete eingesetzt, die ein Magnetfeld
mit einer Stärke und Ausrichtung erzeugen, welche auf die Lichtbögen eine Ablenkkraft
(Lorentzkraft) ausüben, die die Lichtbögen zu den Lichtbogenlöscheinrichtungen hin
ablenkt. In den Löscheinrichtungen werden die Lichtbögen wie an sich bekannt gestreckt,
gekühlt und in Teillichtbögen aufgeteilt und dadurch zum Erlöschen gebracht.
[0006] Entsprechend dem Stand der Technik existiert eine Trennung zwischen Wechselstrom-
und Gleichstrom-Schaltgeräten. Während Wechselstrom-Schaltgeräte in ein- oder mehrpoliger
Ausgestaltung in sehr grossen Stückzahlen kostengünstig hergestellt werden können,
werden Gleichstrom-Schaltgeräte als ein- oder zweipolige Schaltgeräte in deutlich
geringeren Stückzahlen gefertigt. Daher handelt es sich bei Gleichstrom-Schaltgeräten,
teilweise mit vorgegebener Einspeiserichtung, um Spezialgeräte. Die Nutzung regenerativer
Energiequellen wie beispielsweise Solarenergie, Brennstoffzellen, Batteriebänke usw.
erfordert vermehrt Schaltgeräte mit Gleichstrom-Schaltvermögen und Trennerfunktion
im kleinen und mittleren Strombereich bei Spannungen bis zu ca. 1000 V.
[0007] DE 34 09 564 A1 offenbart ein Gleichstrom-Schütz mit Aufnahmebereichen für drei parallel verlaufende
Strombahnen, die jeweils zwei Trennstrecken aufweisen, mit einem Magnetantrieb zur
Überführung der den Strombahnen zugeordneten beweglichen Schaltkontaktelemente in
eine Schließ- bzw. Öffnungsstellung. Die Trennstrecken münden in Lichtbogenkammern
ohne besondere Lichtbogenlöscheinrichtungen. In aufwändiger Weise ist über jeder Lichtbogenkammer
ein Permanentmagnet montiert, von dessen beiden Stirnseiten zwei Polplatten seitlich
neben die Lichtbogenkammer reichen. Die Permanentmagnete und Polplatten blasen beim
Trennung der Schaltkontakte entstehende Lichtbögen in die Lichtbogenkammern.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, Schaltgeräte mit Gleichstrom-Schaltvermögen und Gleichstrom-Trennerfunktion
kostengünstig herstellen zu können.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung ein Schaltgerät für Gleichstrom-Anwendungen
nach Anspruch 1 vorgeschlagen mit
- einem Gehäuse, das zwei einander gegenüberliegende Seitenwände aufweist,
- mindestens drei Aufnahmebereichen für zueinander im wesentlichen parallele Strombahnen
mit Trennstrecken, wobei die Aufnahmebereiche in dem Gehäuse zwischen dessen Seitenwänden
nebeneinanderliegend angeordnet sind und mindestens zwei der Aufnahmebereiche mit
jeweils einer Strombahn versehen sind und jede Strombahn mindestens ein feststehendes
Schaltkontaktelement nd ein bewegbares Schaltkontaktelement aufweist, das zum Kontaktieren
des feststehenden Schaltkontaktelements in eine Schließstellung und zur Bildung der
Trennstrecke in eine Öffnungsstellung bewegbar ist, in der ein sich längs der Trennstrecke
erstreckender Lichtbogen ausbildbar ist, wobei sämtliche bewegbaren Schaltkontaktelemente
gemeinsam aus ihren Öffnungsstellungen in ihre Schließstellungen und umgekehrt bewegbar
sind,
- wobei permanente Magnete zur Ausbildung von Magnetfeldern mit im wesentlichen quer
zu den Trennstrecken verlaufenden Feldlinien und einer Ausrichtung zur Erzeugung von
auf die Lichtbögen wirkenden Ablenkkräften verwendet werden, weiterhin mit
- Lichtbogenlöscheinrichtungen, die als mit übereinander angeordneten Löschblechen versehene
Löschkammern ausgebildet sind, den Strombahnen zugeordnet und ebenfalls nebeneinanderliegend
in dem Gehäuse zwischen dessen beiden Seitenwänden angeordnet sind,
- in dem Gehäuse beidseitig der Paare aus jeweils einem bewegbaren und einem feststehenden
Schaltkontaktelement ausgebildete Aufnahmeräume für Magnetfeldverstärkungselemente
zur Verstärkung des Eigenmagnetfeldes eines sich längs der Trennstrecke ausbildenden
Lichtbogens und
- einem in mindestens einem der Aufnahmeräume angeordneten permanenten Magneten mit
einem die Lichtbögen zu den Lichtbogenlöscheinrichtungen ablenkenden Magnetfeld.
[0010] Das erfindungsgemäße Schaltgeräts für Gleichstrom-Anwendungen beruht auf dem Gedanken,
bei der Herstellung des Schaltgeräts auf das Gehäuse eines Schaltgeräts für Wechselstrom-Anwendungen
zurückzugreifen, um dieses Gehäuse auf einfache Art und Weise und mit geringem Aufwand
für die Gleichstrom-Anwendung anzupassen. Dies bedeutet, dass das Gehäuse des Schaltgeräts
für Wechselstrom-Anwendungen um einen Permanentmagnet ergänzt werden muss. Dieser
Magnet ist in einem speziellen Aufnahmeraum des Gehäuses des Schaltgeräts für Wechselstrom-Anwendungen
integriert, in dem normalerweise ein ferromagnetisches Magnetfeldverstärkungselement
zur Verstärkung des Eigenmagnetfeldes des Lichtbogens untergebracht ist.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung besteht darin, dass neben dem vorerwähnten
mindestens einen in dem speziellen Aufnahmeraum angeordneten permanenten Innenmagnet
mindestens ein permanenter Außenmagnet außen an mindestens einer der beiden Seitenwände
des Gehäuses angebracht ist. Zweckmäßig ist es, wenn an beiden Seitenwänden mindestens
ein Außenmagnet angeordnet ist. Innen- und Außenmagnete durchsetzen zusammen mit ihren
Feldlinien die nebeneinander angeordneten Trennstrecken der einzelnen Strombahnen
innerhalb des Gehäuses zur verstärkten Ablenkung entstehender Lichtbögen.
[0012] Eine Besonderheit des erfindungsgemäßen Schaltgeräts für Gleichstrom-Anwendungen
besteht darin, dass durch die Einführung interner Magnete das Gleichstrom-Schaltvermögen
konventioneller Wechselstrom-Schaltgeräte erheblich erhöht wird. Dabei braucht nicht
notwendigerweise jeder Trennstrecke und jeder Löscheinrichtung jeweils ein einzelner
Magnet zugeordnet zu sein, wie dies bei bekannten Gleichstrom-Schaltgeräten der Fall
ist.
[0013] Ferner ist es möglich, bei Verwendung eines Gehäuses für Wechselstrom-Schaltgeräte
als Schaltgerät für Gleichstrom-Anwendungen mindestens eine der Strombahnen (und hier
insbesondere mindestens eines der bewegbaren Schaltkontaktelemente), wie es für die
Wechselstrom-Anwendung erforderlich ist, nicht vorzusehen. Während nämlich Wechselstrom-Schaltgeräte
im allgemeinen drei- oder vierpolig ausgebildet sind, benötigt man bei Gleichstrom-Schaltgeräten
allenfalls zweipolige Ausführungen. Damit ist es möglich, für die Konstruktion eines
Gleichstrom-Schaltgeräts auf Basis des Gehäuses für ein Wechselstrom-Schaltgerät auf
die dritte oder die vierte Strombahn zu verzichten. Dies reduziert ebenfalls die Herstellungskosten
des Gleichstrom-Schaltgeräts. Es ist aber auch möglich, die Strombahnen eines Wechselstrom-Schaltgerätgehäuses
beizubehalten und mindestens zwei der Strombahnen in Reihe zu schalten, um ein derartiges
Schaltgerät zur ggf. einpoligen Abschaltung bei Gleichstrom-Anwendungen unter Verwendung
mehrerer Trennstrecken zu nutzen.
[0014] Sofern bei einem drei- oder vierpoligen Wechselstrom-Schaltgerätgehäuse mindestens
eine Strombahn und insbesondere mindestens ein bewegbares Schaltkontaktelement nicht
vorhanden ist, kann der entsprechende Aufnahmebereich des Schaltgerätgehäuses zur
Unterbringung eines zusätzlichen (Blas-)Magneten genutzt werden.
[0015] Die erfindungsgemäßen Schaltgeräte können als EIN-AUS-Schaltgeräte (sogenannte Lastschalter)
oder aber auch als Leistungs- bzw. Schutzschalter ausgebildet sein, die über einen
Lastschalter hinaus mit einer zusätzlichen Funktionalität, nämlich der automatischen
Erkennung und Abschaltung im Falle eines Kurzschlussstroms oder dergleichen, versehen
sind.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand zweier Ausführungsbeispiele und unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert. Im Einzelnen zeigen dabei:
Figur 1: eine Seitenansicht eines dreipoligen Wechselstrom-Schaltgerätgehäuses bei
in ihren Schließstellungen befindlichen bewegbaren Schaltelementen;
Figur 2: eine Seitenansicht ähnlich der gemäß Fig. 1, jedoch bei in den Öffnungsstellungen
befindlichen bewegbaren Schaltkontaktelementen;
Figur 3: eine Draufsicht auf das Gleichstrom-Schaltgerät mit einem Schaltgerätgehäuse
gemäß den Fign. 1 und 2 bei entferntem Oberteil, das in erfindungsgemäßer Weise für
die Verwendung als Gleichstrom-Schaltgerätgehäuse modifiziert ist, und
Figur 4: eine Draufsicht auf ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Wechselstrom-Schaltgerätgehäuses,
welches für die Nutzung als Gleichstrom-Schaltgerät modifiziert ist.
[0017] In den Fign. 1 bis 3 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Schaltgeräts
10 für Gleichstrom-Anwendungen gezeigt, das auf Basis eines Schaltgeräts für Wechselstrom-Anwendungen
konstruiert ist. Das Schaltgerät 10 weist ein Schaltgerätgehäuse 12 auf, indem zwischen
zwei gegenüberliegenden (Außen-)Seitenwänden 14 drei Aufnahmebereiche 16,18,20 nebeneinanderliegend
angeordnet sind, wobei sich in jedem Aufnahmeraum eine Strombahn 22 befindet. Dabei
umfasst jede Strombahn 22 ein bewegbares Schaltkontaktelement 24 sowie zwei einander
gegenüberliegende feststehende Schaltkontaktelemente 26,28, die jeweils mit Anschlussklemmen
30 versehen sind. Die drei bewegbaren Schaltkontaktelemente 24 sind dabei gemeinsam
zwischen einer Schließstellung (Fig. 1) und einer Öffnungsstellung (Fig. 2) bewegbar,
und zwar mit Hilfe eines in diesem Ausführungsbeispiel als Knebelschalter 31 ausgebildeten
Betätigungselements 32, das in gewohnter Weise mit einem Schaltschloss 34 zum Verriegeln
der bewegbaren Schaltkontaktelemente 24 in deren Schließstellungen und zur gemeinsamen
Freigabe der bewegbaren Schaltkontaktelemente 24 zusammenwirkt. Den einzelnen Strombahnen
22 zugeordnet sind jeweils zwei Lichtbogenlöscheinrichtungen 36,38, die jeweils in
Form von einzelnen übereinander angeordneten Löschblechen 40 ausgebildet sind, wie
dies an sich bekannt ist. Außerdem weist jede Strombahn 22 zwei Trennstrecken 42,43
auf, die sich bei geöffneten bewegbaren Schaltkontaktelementen 24 zwischen deren Enden
und den diesen Enden zugeordneten ersten und zweiten feststehenden Schaltkontaktelementen
26,28 ausbilden (siehe Fig. 2). Längs dieser Trennstrecken 42,43 bilden sich beim
Öffnen des dreipoligen Schaltgeräts 10 unter Last Lichtbögen aus, die mit Hilfe der
Lichtbogenlöscheinrichtungen 36,38 gelöscht werden müssen.
[0018] Da bei Gleichstrom-Anwendungen das Löschen der Lichtbögen nicht aufgrund des Nulldurchgangs
des Stroms erleichtert bzw. erreicht werden kann, bedarf es für die Gleichstrom-Anwendung
des Schaltgeräts 10 des Vorsehens von ersten und zweiten Permanentmagneten 44,46,
die im Inneren des Schaltgerätgehäuses 12 gemäß Fig. 3 angeordnet sind.
[0019] Das Gehäuse 12 weist Aufnahmeräume 56 auf, die den Trennstrecken 42,43 zugeordnet
sind und beidseitig dieser Trennstrecken angeordnet sind. Diese Aufnahmeräume 56 dienen
bei einem Wechselstrom-Schaltgerät der Aufnahme von Eigenmagnetfeldverstärkungselementen,
wie sie bei Wechselstrom-Schaltgeräten bei kleineren Kurzschlussströmen erforderlich
sind, um den Lichtbogen in die Lichtbogenlöscheinrichtung 36 bzw. 38 abzulenken, wo
es dann zur Löschung des Lichtbogens kommt. Für die Anwendung bzw. für die Adaption
des Wechselstrom-Schaltgerätgehäuses 12 für Gleichstrom-Anwendungen sind die MagnetfeldVerstärkungselemente
entfernt, so dass die Aufnahmeräume 56 nunmehr frei sind, um die permanenten Magnete
44,46 aufzunehmen. Dabei ist es möglich, dass, anders als in Fig. 3 gezeigt, beispielsweise
die mittlere Strombahn 22 entfernt ist, so dass das Schaltgerät 10 als zweipoliges
Gleichstrom-Schaltgerät einsetzbar ist.
[0020] Die ersten Magnete 44 weisen ein Magnetfeld mit Feldlinien in einer Ausrichtung auf,
die quer zu den ersten Trennstrecken 42 verlaufen und auf sich längs dieser Trennstrecken
42 bildende Lichtbögen eine Lorentzkraft erzeugen, welche die Lichtbögen in Richtung
auf die ersten Löscheinrichtungen 36 treiben. Die zweiten Magnete 46 erzeugen ihrerseits
ein Magnetfeld mit Feldlinien und einer Ausrichtung, die quer zu den zweiten Trennstrecken
43 verlaufen und auf sich längs dieser zweiten Trennstrecken 43 ausbildende Lichtbögen
eine Lorentzkraft erzeugen, welche die Lichtbögen in Richtung auf die zweiten Löscheinrichtungen
38 ablenken. Dabei sind die ersten Magnete 44 in einer Linie zu den nebeneinanderliegenden
ersten Trennstrecken 42 ausgerichtet, während die zweiten Magnete 46 in einer Linie
zu den nebeneinanderliegenden zweiten Trennstrecken 43 angeordnet sind. Auf diese
Weise lässt sich nun also das dreipolige, ursprünglich für Wechselstrom-Anwendungen
gedachte Schaltgerät 10 für Gleichstrom-Anwendungen einsetzen, wobei sein Gleichstrom-Abschaltvermögen
gegenüber dem Gleichstrom-Schaltvermögen eines Wechselstrom-Schaltgeräts deutlich
verbessert ist, ohne dass es dazu wesentlicher konstruktiver Änderungen bedarf.
[0021] Es ist anzumerken, dass grundsätzlich ein erster bzw. ein zweiter Magnet, also für
sämtliche ersten Trennstrecken 42 und für sämtliche zweiten Trennstrecken 43 jeweils
ein einziger Magnet 44 bzw. 46 erforderlich ist. Ebenso sei an dieser Stelle erwähnt,
dass es zur Realisierung der Erfindung nicht zwingend erforderlich ist, ein Schaltgerät
10 vorzusehen, das pro Strombahn zwei Trennstrecken aufweist. Die Adaption eines Wechselstrom-Schaltgeräts
zur Anwendung für Gleichstrom-Applikationen ist auch bei Wechselstrom-Schaltgerätgehäusen
möglich, die pro Strombahn 22 über eine einzige Trennstrecke verfügen, also pro Strombahn
22 ein bewegbares Schaltkontaktelement und ein einziges feststehendes Schaltkontaktelement
aufweisen, so dass dann für sämtliche Trennstrecken lediglich ein einziger Magnet
erforderlich ist.
[0022] Fig. 4 zeigt eine Draufsicht auf das Gehäuse 12' eines weiteren für Gleichstrom-Anwendungen
modifizierten Schaltgerätes 10'. Soweit die Einzelbestandteile des Geräts gemäß Fig.
4 gleich bzw. funktionsgleich mit den Einzelbestandteilen des Schaltgeräts 10 der
Fign. 1 bis 3 sind, sind sie in Fig. 4 mit den gleichen Bezugszeichen wie in den Fign.
1 bis 3 versehen. Die in der Fig. 3 dargestellten inneren Magnete 44,46 sind in Fig.
4 nicht gezeichnet, jedoch als vorhanden anzusehen.
[0023] Grundsätzlich ist das Gehäuse 12' gemäß Fig. 4 so aufgebaut, wie in den Fign. 1 bis
3 wiedergegeben. Zusätzlich sind je zwei erste und zweite permanente Außenmagnete
44',46' vorgesehen, die im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 außen an den Seitenwänden
14 angeordnet sind und von scheibenförmigen Halteelementen 48,50 gehalten sind. Dabei
weisen die ersten Außenmagnete 44' ein Magnetfeld mit Feldlinien in einer Ausrichtung
auf, die quer zu den Trennstrecken 42,43 verlaufen und auf sich längs dieser Trennstrecken
42,43 bildende Lichtbögen eine Lorentzkraft erzeugen, welche die Lichtbögen in Richtung
auf die ersten Löscheinrichtungen 36 treiben. Die zweiten außenliegenden Magnete 46'
erzeugen ihrerseits ein Magnetfeld mit Feldlinien und einer Ausrichtung, die quer
zu den zweiten Trennstrecken 43 verlaufen und auf sich längs dieser zweiten Trennstrecken
43 ausbildende Lichtbögen eine Lorentzkraft erzeugen, welche die Lichtbögen in Richtung
auf die zweiten Löscheinrichtungen 38 ablenken. Dabei sind die ersten Außenmagnete
44' zu den ersten Trennstrecken 42 ausgerichtet, während die zweiten Außenmagnete
46' in Verlängerung der nebeneinanderliegenden zweiten Trennstrecken 43 angeordnet
sind. Auf diese Weise lässt sich nun zusammen mit den ersten und zweiten inneren Magneten
44,46 aus Fig. 3 das dreipolige, ursprünglich für Wechselstrom-Anwendungen gedachte
Schaltgerät 10' nach Fig. 4 in gegenüber dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 in noch
verbesserter Weise für Gleichstrom-Anwendungen einsetzen, wobei sein Gleichstrom-Abschaltvermögen
gegenüber dem Gleichstrom-Schaltvermögen eines Wechselstrom-Schaltgeräts deutlich
verbessert ist, ohne dass es dazu wesentlicher konstruktiver Änderungen bedarf.
[0024] An dieser Stelle sei erwähnt, dass die drei Strombahnen der Schaltgeräte 10 und 10'
in Reihe geschaltet werden können (durch externe, in den Fign. nicht gezeigte elektrische
Leiter), um als einpolige Gleichstrom-Schaltgerät mit insgesamt sechs Trennstrecken
zu fungieren. Es ist aber ebenso denkbar, dass von den potentiell möglichen drei Strombahnen
lediglich zwei genutzt werden, um ein zweipoliges Gleichstrom-Schaltgerät zu realisieren.
Im Falle eines vierpoligen Wechselstrom-Schaltgeräts, das für Gleichstrom-Anwendungen
modifiziert werden soll, können sämtliche vier Strombahnen in Reihe geschaltet werden
oder aber lediglich zwei der Strombahnen als zweipoliges Gleichstrom-Schaltgerät genutzt
werden.
[0025] Die Vorteile der erfindungsgemäß vorgesehenen Verwendung konventioneller Wechselstrom-Schaltgeräte
für Gleichstrom-Anwendungen sind in der geringen Modifikation der konventionellen,
in großen Stückzahlen und damit kostengünstig herstellbaren Wechselstrom-Schaltgeräte
und in der damit verbundenen kostengünstigen Herstellung von Gleichstrom-Schaltgeräten
(geringer Zeit- und Entwicklungsaufwand für die Modifikation und Vermeidung einer
eigenständigen Entwicklung für ein reines Gleichstrom-Schaltgerät) zu sehen.
1. Schaltgerät für Gleichstrom-Anwendungen,
- mit einem Gehäuse (12), das zwei einander gegenüberliegende Seitenwände (14) aufweist,
- mit mindestens drei Aufnahmebereichen (16,18,20) für zueinander im wesentlichen
parallele Strombahnen (22) mit Trennstrecken (42,43), wobei die Aufnahmebereiche (16,18,20)
in dem Gehäuse (12) zwischen dessen Seitenwänden (14) nebeneinanderliegend angeordnet
sind und mindestens zwei der Aufnahmebereiche (16,18,20) mit jeweils einer Strombahn
(22) versehen sind und jede Strombahn (22) mindestens ein feststehendes Schaltkontaktelement
(26,28) und ein bewegbares Schaltkontaktelement (24) aufweist, das zum Kontaktieren
des feststehenden Schaltkontaktelements (26,28) in eine Schließstellung und zur Bildung
der Trennstrecke (42,43) in eine Öffnungsstellung bewegbar ist, in der ein sich längs
der Trennstrecke (42,43) erstreckender Lichtbogen ausbildbar ist, wobei sämtliche
bewegbaren Schaltkontaktelemente (24) gemeinsam aus ihren Öffnungsstellungen in ihre
Schließstellungen und umgekehrt bewegbar sind,
- unter Verwendung von permanenten Magneten zur Ausbildung von Magnetfeldern mit im
wesentlichen quer zu den Trennstrecken (42,43) verlaufenden Feldlinien und einer Ausrichtung
zur Erzeugung von auf die Lichtbögen wirkenden Ablenkkräften,
dadurch gekennzeichnet,
- dass Lichtbogenlöscheinrichtungen (36,38), die als mit übereinander angeordneten Löschblechen
(40) versehene Löschkammern ausgebildet sind, den Strombahnen (22) zugeordnet und
ebenfalls nebeneinanderliegend in dem Gehäuse (12) zwischen dessen beiden Seitenwänden
(14) angeordnet sind,
- dass in dem Gehäuse (12) beidseitig der Paare aus jeweils einem bewegbaren (24) und einem
feststehenden Schaltkontaktelement (26,28) Aufnahmeräume (56) für Magnetfeldverstärkungselemente
zur Verstärkung des Eigenmagnetfeldes eines sich längs der Trennstrecke (42,43) ausbildenden
Lichtbogens vorgesehen sind und
- dass in mindestens einem der Aufnahmeräume (56) ein permanenter Magnet (44,46) mit einem
die Lichtbögen zu den Lichtbogenlöscheinrichtungen (36,38) ablenkenden Magnetfeld
angeordnet ist.
2. Schaltgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede Strombahn (22) ein bewegbares Schaltkontaktelement (24) und zwei gegenüberliegende
erste und zweite feststehende Schaltkontaktelemente (26,28) aufweist, wobei sich in
der Öffnungsstellung zwischen dem ersten feststehenden Schaltkontaktelement (26) und
dem bewegbaren Schaltkontaktelement (24) eine erste Trennstrecke (42) und zwischen
dem zweiten feststehenden Schaltkontaktelement (28) und dem bewegbaren Schaltkontaktelement
(24) eine zweite Trennstrecke (43) ausbildet und wobei jeder ersten Trennstrecke (42)
eine erste Lichtbogenlöscheinrichtung (36) und jeder zweiten Trennstrecke (43) eine
zweite Lichtbogenlöscheinrichtung (38) zugeordnet ist, und dass beidseitig jedes ersten
Paares aus jeweils dem einen Ende des bewegbaren Schaltkontaktelements (24) und dem
diesem zugeordneten ersten feststehenden Schaltkontaktelement (26) ein erster Aufnahmeraum
(56) für ein Magnetfeldverstärkungselement und beidseitig jedes zweiten Paares aus
jeweils dem anderen Ende des bewegbaren Schaltkontaktelements (24) und dem diesem
zugeordneten zweiten bewegbaren Schaltkontaktelement (24) ein zweiter Aufnahmeraum
(56) für ein Magnetfeldverstärkungselement ausgebildet ist, wobei in mindestens einem
der ersten und in mindestens einem der zweiten Aufnahmeräume (56) jeweils ein permanenter
Magnet (44,46) zur Erzeugung von Ablenkkräften angeordnet ist, die auf sich längs
der ersten bzw. zweiten Trennstrecken (42,43) ausbildende Lichtbögen wirken und diese
zu den ersten bzw. zweiten Lichtbogenlöscheinrichtungen (36,38) hin ablenken.
3. Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, gekennzeichnet durch mindestens einem außen an mindestens einer der Seitenwände (14) des Gehäuses (12)
angeordneten permanenten Außenmagnet (44',46'), wobei der mindestens eine Außenmagnet
(44',46') und der mindestens in einem der Aufnahmeräume (56) des Gehäuses (12) angeordnete
eine permanente Innenmagnet (44,46) zusammen ein Gesamtmagnetfeld mit Feldlinien,
die im wesentlichen quer zu den Trennstrecken (42,43) verlaufen und eine Ausrichtung
zur Erzeugung von Ablenkkräften bilden, die auf sich längs der Trennstrecken (42,43)
ausbildende Lichtbögen wirken und diese zu den Lichtbogenlöscheinrichtungen (36,38)
hin ablenken.
4. Schaltgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch ein Schaltschloss zur gleichzeitigen Betätigung und Verriegelung der bewegbaren Schaltkontaktelemente
(24).