[0001] Die Erfindung betrifft eine Zapfvorrichtung für einen Behälter, der mit Flüssigkeit
befüllt und druckdicht verschlossen ist. Zur Entnahme von Flüssigkeit aus dem Behälter
dient ein Zapfrohr, das eine in den Behälter versenkte Lager- und Transportstellung
hat und aus dem Behälter in eine Bereitschaftsstellung herausgezogen werden kann,
in der sich durch Stellbetätigung ein Strömungsweg durch das Zapfrohr absperren und
freigeben lässt.
[0002] Beispiele für solche Behälter sind Fässer, Kleinfässer (Partyfässer) oder Dosen,
in denen CO
2-haltige Flüssigkeiten, insbesondere Getränke, unter Druck abgefüllt sind. Speziell
geht es um Partyfässer für Bier.
[0003] Aus
DE 198 25 929 A1 ist eine Zapfvorrichtung der genannten Art bekannt, bei der das in die Bereitschaftsstellung
herausgezogene Zapfrohr um seine eigene Achse hin und her gedreht wird, um den Strömungsweg
für die Flüssigkeit abzusperren und freizugeben. Die Drehbetätigung des Zapfrohrs
ist erklärungs- und gewöhnungsbedürftig. Sie geht Neukunden nicht wie selbstverständlich
von der Hand.
[0004] Bei der Zapfvorrichtung nach
DE 100 52 938 A1 ist an dem freien Ende des in die Bereitschaftsstellung herausgezogenen Zapfrohrs
ein Betätigungshebel zum Zapfen angebracht. Mit dem Betätigungshebel wird eine in
das Zapfrohr eingelassene Ventilwalze gedreht oder ein Ventilschieber in dem Zapfrohr
axial verstellt. Der damit einhergehende bauliche Aufwand ist hoch. Nachteilig ist
auch der große Platzbedarf für den Betätigungshebel. Letzterer soll bei in die Lager-
und Transportstellung eingeschobenem Zapfrohr entweder außen vor dem Behälter stehenbleiben,
wo er Platz wegnimmt, stört und zu unerwünschten Manipulationen reizt, oder in einer
besonderen Versenkung zu liegen kommen, deren Herstellung aufwendig ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Zapfvorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, die in der Lager- und Transportstellung des Zapfrohrs einen unaufwendigen,
kompakten Aufbau ohne vorstehende Teile hat und sich durch eine unmittelbar einsichtige,
bequeme Stellbetätigung für die Flüssigkeitsentnahme auszeichnet.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass sich das Zapfrohr mit einem
Gelenk versehen ist und sich das in Bereitschaftsstellung aus dem Behälter herausgezogene
Zapfrohr zur Stellbetätigung für die Flüssigkeitsentnahme an dem Gelenk abknicken
lässt.
[0007] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Zapfrohr wenigstens abschnittsweise
steif und gerade. Es lässt sich längs seiner Achse aus dem Behälter herausziehen und
quer zu der Achse abknicken.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist der Strömungsweg durch das Zapfrohr in
dessen Streckstellung gesperrt. Der Strömungsweg wird durch Abknicken des Zapfrohrs
freigegeben und durch Zurückknicken des Zapfrohrs in die Streckstellung wieder gesperrt.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform lässt sich das Zapfrohr aus dem in üblicher
Entnahmestellung befindlichen Behälter waagerecht zur Seite herausziehen und nach
unten abknicken.
[0010] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Herausziehbewegung des Zapfrohrs aus
dem Behälter und die Abknickbewegung des Zapfrohrs anschlagbegrenzt.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Zapfrohr in der Länge geteilt. Es weist
ein inneres und ein äußeres Zapfrohrstück auf, die durch das Gelenk miteinander verbunden
sind.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gelenk ein Gabelgelenk.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist an dem freien Ende des Zapfrohrs eine Handhabe
vorgesehen. Diese kann zwei seitlich oder seitlich nach oben abstehende Flügel haben,
die sich vor dem freien Ende des Zapfrohrs zusammenklipsen lassen.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Zapfrohr mit einem Originalitätssiegel
versehen.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat das Zapfrohr abgedichteten Passsitz in
einer Laufbuchse, aus der es sich herausziehen lässt. Das Zapfrohr kann mit dem Originalitätssiegel
an die Laufbuchse angebunden sein.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Laufbuchse, wenigstens das innere
Zapfrohrstück und vorzugsweise auch das äußere Zapfrohrstück Zweikomponenten-Kunststoffspritzgussteile
aus einer harten Kunststoffkomponente und einer weichen Kunststoffkomponente. Die
Teile sind mit Partien aus der weichen Kunststoffkomponente weich gegen weich aneinander
abgedichtet.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat das Zapfrohr einen Strömungskanal für die
Flüssigkeit, dessen Boden in einem Umlenkbereich dem Strömungsverlauf der Flüssigkeit
entsprechend gerundet ist.
[0018] Die Erfindung wird im folgenden anhand von zwei in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Gezeigt sind Zapfvorrichtungen, die aus einer Laufbuchse und einem
darin geführten Zapfrohr bestehen. Die Zapfvorrichtungen sind Bestandteil eines nicht
näher dargestellten Behälters.
- Fig. 1
- ist eine perspektivische Ansicht einer in Lager- und Transportstellung befindlichen
Zapfvorrichtung. Das Zapfrohr ist in die Laufbuchse eingeschoben.
Fig. 2 ist eine Draufsicht von oben auf die in Lager- und Transportstellung befindliche
Zapfvorrichtung.
Fig. 3 ist eine Draufsicht von unten auf die in Lager- und Transportstellung befindliche
Zapfvorrichtung.
Fig. 4 ist ein Längsschnitt durch die in Lager- und Transportstellung befindliche
Zapfvorrichtung nach A-A von Fig. 3.
Fig. 5 ist eine perspektivische Ansicht der in Bereitschaftsstellung befindlichen
Zapfvorrichtung. Das Zapfrohr ist aus der Laufbuchse herausgezogen. Es nimmt eine
axiale Streckstellung ein.
Fig. 6 ist eine Draufsicht von oben auf die in Bereitschaftsstellung befindliche Zapfvorrichtung.
Fig. 7 ist eine Draufsicht von unten auf die in Bereitschaftsstellung befindliche
Zapfvorrichtung.
Fig. 8 ist ein Längsschnitt durch die in Bereitschaftsstellung befindliche Zapfvorrichtung
nach A-A von Fig. 7.
Fig. 9 ist eine perspektivische Ansicht der in Entnahmestellung befindlichen Zapfvorrichtung.
Das Zapfrohr ist aus der Laufbuchse herausgezogen. Es nimmt eine maximal nach unten
abgeknickte Stellung ein.
Fig. 10 ist eine Draufsicht von oben auf die in Entnahmestellung befindliche Zapfvorrichtung.
Fig. 11 ist eine Draufsicht von unten auf die in Entnahmestellung befindliche Zapfvorrichtung.
Fig. 12 ist ein Längsschnitt durch die in Entnahmestellung befindliche Zapfvorrichtung
nach A-A von Fig. 11.
Fig. 13 ist eine perspektivische Explosionsdarstellung der in Bereitschaftsstellung
befindlichen Zapfvorrichtung.
Fig. 14 ist eine perspektivische Explosionsdarstellung einer in Bereitschaftsstellung
befindlichen zweiten Zapfvorrichtung, die in der Verrippung des Zapfrohrs und im Griffbereich
abgewandelt ist.
[0019] Ein Behälter (nicht dargestellt) mit einer der in den Abbildungen gezeigten integrierten
Zapfvorrichtungen ist unter Druck mit Flüssigkeit befüllt, die Kohlensäure enthält.
Speziell geht es um Bier in einem Fass, Kleinfass (Partyfass) oder einer Dose. Die
Zapfvorrichtung in einen Behälter eingebaut und dient zu dessen Entleerung.
[0020] Der Behälter hat einen Unterboden, einen umlaufenden Mantel und einen Oberboden.
Die in den Abbildungen gezeigten Zapfvorrichtungen sind nach Art eines Auslaufhahns
unten in den Mantel des Behälters eingebaut. Wohlgemerkt besteht auch die Möglichkeit,
Zapfvorrichtungen von im übrigen gleichem Aufbau mit einem Anschluss für eine Steigleitung
zu versehen, in den Oberboden oder oben in den Mantel des Behälters einzubauen und
die Flüssigkeit mit einem Drucksystem aus dem Behälter zu fördern (nicht dargestellt).
[0021] Die Zapfvorrichtung ist dreiteilig. Sie besteht aus einer Laufbuchse
10 und einem abgedichtet darin geführten Zapfrohr, das in der Länge geteilt ist und
aus einem inneren Zapfrohrstück
12 und einem gelenkig daran angebrachten äußeren Zapfrohrstück
14 besteht.
[0022] Die Laufbuchse
10 hat einen zylindrischen Becherkörper
16, dessen Boden
18 am inneren Ende der Laufbuchse
10 geschlossen ist. Am äußeren Ende der Laufbuchse
10 befindet sich ein radial nach außen abstehender Spund, der eine flanschartige äußere
Anlagepartie
20, eine dahinter zurückspringende umlaufende Dichtpartie
22 und eine innen vor der Dichtpartie
22 befindliche, umlaufende konische Rastpartie
24 hat, deren Durchmesser größer ist als der der Dichtpartie
22.
[0023] Die Laufbuchse
10 ist ein Zweikomponenten-Spritzgussteil aus Kunststoff. Ihr Becherkörper
16 besteht aus einer harten Kunststoffkomponente, und ihr Spund aus einer weichen, elastischen
Kunststoffkomponente. Der Becherkörper
16 hat am Innenmantel eine Dichtpartie für das Zapfrohr, die aus der weichen Kunststoffkomponente
besteht.
[0024] Unten am Mantel des Behälters ist eine seitliche Spundöffnung mit einem Bördelrand
vorgesehen. Die Zapfvorrichtung wird mit dem Becherkörper
16 der Laufbuchse
10 voran in die Spundöffnung eingeführt und mit dem Spund über den Bördelrand gedrückt,
so dass sie unter Abdichtung daran einrastet.
[0025] Die gelenkig miteinander verbundenen Zapfrohrstücke
12, 14, aus denen das Zapfrohr besteht, sind abschnittsweise zylindrisch und von gleichem
Durchmesser. Sie nehmen eine Streckstellung ein, in der sie axial ausgerichtet sind
und unter Abdichtung in die Becheröffnung der Laufbuchse
10 passen.
[0026] Das innere Zapfrohrstück
12 ist ein Zweikomponenten-Spritzgussteil aus Kunststoff. Es besteht im Wesentlichen
aus der harten Kunststoffkomponente, hat aber auch eine Dichtpartie aus der weichen
Kunststoffkomponente, die mit der Dichtpartie der Laufbuchse
10 weich gegen weich in abdichtender Anlage steht.
[0027] Für das äußere Zapfrohrstück
14 kommt ein Einkomponenten-Spritzgussteil aus der harten Kunststoffkomponente in Betracht.
Vorzugsweise ist aber auch das äußere Zapfrohrstück
14 ein Zweikomponenten-Spritzgussteil mit einer Dichtpartie aus der weichen Kunststoffkomponente,
die mit den Dichtpartien der Laufbuchse
10 und des inneren Zapfrohrstücks
12 weich gegen weich in abdichtender Anlage steht.
[0028] Das äußere Zapfrohrstück
14 ist mit einem Gabelgelenk an dem inneren Zapfrohrstück
12 angelenkt. Das innere Zapfrohrstück
12 weist einen abgeplattet kugelförmigen Ventilkopf
26 auf, der mit radial zur Seite abstehenden, fluchtenden Achsstummeln
28 (Fig. 5, 9) versehen ist. Letzere bilden die Anlenkachse für das äußere Zapfrohrstück
14. Die Anlenkachse schneidet die Rohrachse des Zapfrohrs unter einem rechten Winkel.
[0029] Das äußere Zapfrohrstück
14 sitzt mit einer kugelschalensegment-förmigen Ventilpfanne
30 auf dem Ventilkopf
26 des inneren Zapfrohrstücks
12. Das äußere Zapfrohrstück
14 weist zwei einander gegenüberliegende Gelenklappen
32 (Fig. 5, 6) auf, die parallel im Abstand nach innen ragen, den Ventilkopf
26 an dessen Abplattung zwischen sich aufnehmen und mit Lageraugen
34 (Fig. 13) schwenkbar auf den Achsstummeln
28 sitzen. Das äußere Zapfrohrstück
14 lässt sich aus der mit dem inneren Zapfrohrstück
12 axial ausgerichteten Streckstellung anschlagbegrenzt nach unten schwenken.
[0030] Die axiale Streckstellung der beiden Zapfrohrstücke
12, 14, bei der das Zapfrohr in die Laufbuchse
10 eingeschoben ist und in deren Becheröffnung versenkt zu liegen kommt, ist die Lager-
und Transportstellung der Zapfvorrichtungen (vgl. Fig. 1 bis 4).
[0031] Die Laufbuchse
10 hat recht weit außen am Mantel ihres Becherkörpers
16 eine Einlauföffnung
36 für die Flüssigkeit. Die Einlauföffnung
36 ist von der Dichtpartie der Laufbuchse
10 umgeben, die aus der weichen Kunststoffkomponente besteht. In der Lager- und Transportstellung
der Zapfvorrichtungen liegt die geschlossene Mantelwand des inneren Zapfrohrstücks
12 mit dessen Dichtpartie vor der Einlauföffnung
36, die so weich gegen weich abgedichtet ist.
[0032] Das innere Zapfrohrstück
12 hat einen im Wesentlichen axialen Strömungskanal
38 für die Flüssigkeit. Am inneren Ende des Strömungskanals
38 führt ein Stichkanal
40 an eine Eintrittsöffnung
42 im Mantel des inneren Zapfrohrstücks
12. Nahe der Eintrittsöffnung
42 hat der Stichkanal
40 einen im Wesentlichen radialen Verlauf. Im Umlenkbereich, d.h. am Übergang zwischen
dem Stichkanal
40 und dem axialen Strömungskanal
38 des inneren Zapfrohrstücks
12 ist der Boden des Kanals dem Strömungsverlauf der Flüssigkeit entsprechend gerundet.
[0033] Die Eintrittsöffnung
42 des inneren Zapfrohrstücks
12 ist von dessen Dichtpartie umgeben. In der Lager- und Transportstellung der Zapfvorrichtungen
liegt die geschlossene Mantelwand des Becherkörpers
16 der Eintrittsöffnung
42 mit der Dichtpartie der Laufbuchse
10 gegenüber. Auch die Eintrittsöffnung
42 ist so weich gegen weich abgedichtet. In der Lager- und Transportstellung der Zapfvorrichtungen
kann keine Flüssigkeit in den Strömungskanal
38 des inneren Zapfrohrstücks
12 gelangen.
[0034] In der Lager- und Transportstellung der Zapfvorrichtungen endet der axiale Strömungskanal
38 des inneren Zapfrohrstücks
12 mit einer Austrittsöffnung
44 an der Peripherie des zu dem inneren Zapfrohrstück
12 gehörigen Ventilkopfs
26. Die Austrittsöffnung
44 ist von der Dichtpartie des inneren Zapfrohrstücks
12 umgeben. Ihr liegt eine Dichtpartie an der geschlossenen Wand der Ventilpfanne
30 des äußeren Zapfrohrstücks
14 gegenüber, so dass auch hier eine Abdichtung weich gegen weich erfolgt.
[0035] Das äußere Zapfrohrstück
14 hat einen Flüssigkeitsausgabekanal
46, der in Seitenansicht mit Blick in Richtung der Gelenkachse des Zapfrohrs (vgl. Fig.
4, 8 und 12) einen schräg nach unten abgeknickten Verlauf hat. Der Ausgabekanal
46 hat an der Peripherie der Ventilpfanne 30 eine Durchtrittsöffnung
48 und an dem äußeren Ende des äußeren Zapfrohrstücks
14 eine nach unten gerichtete Auslauföffnung
50.
[0036] Die Durchtrittsöffnung
48 des äußeren Zapfrohrstücks
14 ist von dessen Dichtpartie umgeben. In der Lager- und Transportstellung der Zapfvorrichtungen
liegt die geschlossene Mantelwand des Ventilkopfs 26 der Durchtrittsöffnung
48 mit der Dichtpartie des inneren Zapfrohrstücks
12 gegenüber. Auch die Durchtrittsöffnung
48 ist so weich gegen weich abgedichtet. Wo auch immer Flüssigkeit herkommen mag, kann
sie nicht in den Ausgabekanal
46 des äußeren Zapfrohrstücks
14 gelangen.
[0037] In der Lager- und Transportstellung der Zapfvorrichtungen endet der Ausgabekanal
46 des äußeren Zapfrohrstücks
14 mit der Auslauföffnung
50 an der geschlossenen Mantelwand des Becherkörpers
16. Sicherheitshalber erfolgt auch hier mit den Dichtpartien des äußeren Zapfrohrstücks
14 und der Laufbuchse
10 eine Abdichtung weich gegen weich.
[0038] Zur Vorbereitung der Entnahme von Flüssigkeit aus dem Behälter wird das Zapfrohr
aus der Laufbuchse
10 in eine Bereitschaftsstellung herausgezogen (vgl. Fig. 5 bis 8, 13 und 14). Zum Herausziehen
ist an dem freien Ende des äußeren Zapfrohrstücks
14 eine Handhabe vorgesehen, die zwei seitlich (vgl. Fig. 1 bis 13) bzw. seitlich nach
oben (vgl. Fig. 14) abstehende Flügel
52 hat. Letztere kommen vor dem Mantel des Behälters zu liegen. Die Flügel
52 lassen sich nach vom biegen und vor dem freien Ende des Zapfrohrs zusammenklipsen.
Sie bieten dann eine bequeme Griffmöglichkeit und einen verlängerten Hebelarm zum
Abknicken des Zapfrohrs.
[0039] Das Zapfrohr ist mit einem Originalitätssiegel an die Laufbuchse
10 angebunden. Das Originalitätssiegel besteht aus einem Druckknopf
54, der mit einer Lasche
56 an der äußeren Anlagepartie
20 der Laufbuchse
10 hängt. Nach Montage des Zapfrohrs durch Einschieben in die Laufbuchse
10 wird der Druckknopf
54 in eine stirnseitige Öffnung
58 des äußeren Zapfrohrstücks
14 eingeknöpft (Fig. 4). Der Druckknopf
54 lässt sich zerstörungsfrei nicht wieder aus der Öffnung
58 lösen. Beim erstmaligen Herausziehen des Zapfrohrs aus der Laufbuchse
10 reißt stattdessen die Lasche
56, an der der Druckknopf
54 hängt, und zwar an einer auffälligen Sollbruchstelle
60.
[0040] Das Zapfrohr lässt sich gegen einen Anschlag gerade so weit aus der Laufbuchse
10 herausziehen, dass die Eintrittsöffnung
42 des Strömungskanals
38 in dem inneren Zapfrohrstück
12 mit der Einlauföffnung
36 der Laufbuchse
10 zur Deckung kommt. Der Strömungskanal
38 füllt sich mit Flüssigkeit, bleibt aber durch die Ventilpfanne
30 des äußeren Zapfrohrstücks
14 unter Abdichtung gesperrt. In der Bereitschaftsstellung (vgl. Fig. 5 bis 8, 13 und
Fig. 14) tritt also noch keine Flüssigkeit über die Zapfvorrichtungen aus.
[0041] Zur Entnahme von Flüssigkeit aus dem Behälter wird das äußere Zapfrohrstück
14 der in Bereitschaftsstellung befindlichen Zapfvorrichtung um die Anlenkachse nach
unten geschwenkt (vgl. Fig. 9 bis 12). Dabei kommt die Durchtrittsöffnung
48 des Ausgabekanals
46 in dem äußeren Zapfrohrstück
14 mit der Austrittsöffnung
44 des Strömungskanals
38 in dem inneren Zapfrohrstück
12 mehr und mehr zur Deckung, so dass ein Strömungsweg aus dem Behälter hin zu der Auslauföffnung
50 freigegeben wird. Die Strömung ist umso weniger gedrosselt, je weiter das äußere
Zapfrohrstück
14 nach unten geschwenkt wird. In der durch einen Anschlag begrenzten maximalen Offenstellung
des äußeren Zapfrohrstücks
14 ist der Ausgabekanal
46 vertikal nach unten gerichtet oder leicht nach vom geneigt. Durch Zurückschwenken
des äußeren Zapfrohrstücks
14 in die Strecklage wird der Strömungsweg wieder geschlossen.
[0042] Die das Zapfrohr abknickende Betätigung zur Entnahme von Flüssigkeit kann sowohl
an der Handhabe, als auch unmittelbar an dem äußeren Zapfrohrstück
14 erfolgen.
Bezugszeichenliste
[0043]
| 10 |
Laufbuchse |
| 12 |
inneres Zapfrohrstück |
| 14 |
äußeres Zapfrohrstück |
| 16 |
Becherkörper |
| 18 |
Boden |
| 20 |
Anlagepartie |
| 22 |
Dichtpartie |
| 24 |
Rastpartie |
| 26 |
Ventilkopf |
| 28 |
Achsstummel |
| 30 |
Ventilpfanne |
| 32 |
Gelenklappen |
| 34 |
Lagerauge |
| 36 |
Einlauföffnung |
| 38 |
Strömungskanal |
| 40 |
Stichkanal |
| 42 |
Eintrittsöffnung |
| 44 |
Austrittsöffnung |
| 46 |
Ausgabekanal |
| 48 |
Durchtrittsöffnung |
| 50 |
Auslauföffnung |
| 52 |
Flügel |
| 54 |
Druckknopf |
| 56 |
Lasche |
| 58 |
Öffnung |
| 60 |
Sollbruchstelle |
1. Zapfvorrichtung zur Entnahme von Flüssigkeit aus einem druckdicht verschließbaren
Behälter, mit einer in den Behälter einsetzbaren Buchse (10) und einem Zapfrohr, das
eine in die Buchse (10) versenkbare Lager- und Transportstellung hat und aus der Buchse
(10) in eine Bereitschaftsstellung herausziehbar ist, in der durch Stellbetätigung
ein Strömungsweg durch das Zapfrohr absperrbar und freigebbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Zapfrohr mit einem Gelenk versehen und in der Bereitschaftsstellung für die Stellbetätigung
an dem Gelenk abknickbar ist.
2. Zapfvorrichtung nach Anspruch 1, wobei das Zapfrohr wenigstens abschnittsweise steif
und gerade, längs seiner Achse aus der Buchse (10) herausziehbar und quer zu der Achse
abknickbar ist.
3. Zapfvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Strömungsweg durch das Zapfrohr
in dessen Streckstellung gesperrt, durch Abknicken des Zapfrohrs freigebbar und durch
Zurückknicken des Zapfrohrs wieder sperrbar ist.
4. Zapfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Zapfrohr aus der in üblicher
Entnahmestellung befindlichen Buchse (10) waagerecht zur Seite herausziehbar und nach unten abknickbar ist.
5. Zapfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Herausziehbewegung des
Zapfrohrs aus der Buchse (10) und die Abknickbewegung des Zapfrohrs anschlagbegrenzt sind.
6. Zapfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Zapfrohr in der Länge
geteilt ist und ein inneres und ein äußeres Zapfrohrstück (12, 14) aufweist, die durch das Gelenk miteinander verbunden sind.
7. Zapfvorrichtung nach Anspruch 6, wobei das Gelenk ein Gabelgelenk ist.
8. Zapfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei an dem freien Ende des Zapfrohrs
eine Handhabe vorgesehen ist.
9. Zapfvorrichtung nach Anspruch 8, wobei die Handhabe zwei seitlich oder seitlich nach
oben abstehende Flügel (52) hat, die vor dem freien Ende des Zapfrohrs zusammenklipsbar sind.
10. Zapfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das Zapfrohr mit einem Originalitätssiegel
versehen ist.
11. Zapfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Zapfrohr abgedichteten
Passsitz in der Buchse (10) hat.
12. Zapfvorrichtung nach Anspruch 10 und 11, wobei das Zapfrohr mit dem Originalitätssiegel
an die Buchse (10) angebunden ist.
13. Zapfvorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, wobei die Buchse (10), wenigstens das innere
Zapfrohrstück (12) und vorzugsweise auch das äußere Zapfrohrstück (14) Zweikomponenten-Kunststoffspritzgussteile aus einer harten Kunststoffkomponente und
einer weichen Kunststoffkomponente und mit Partien aus der weichen Kunststoffkomponente
weich gegen weich aneinander abgedichtet sind.
14. Zapfvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei das Zapfrohr einen Strömungskanal
(38, 40) für die Flüssigkeit hat, dessen Boden in einem Umlenkbereich dem Strömungsverlauf
der Flüssigkeit entsprechend gerundet ist.
1. A tapping device for withdrawing a liquid from a container which can be sealed in
a pressure-tight manner, comprising a bushing (10) adapted to be inserted into the
container, and a tapping pipe which, in a storage and transport position, can be immersed
into the bushing (10) and can be pulled out of the bushing (10) to a standby position
in which a flow path through the tapping pipe can be blocked and unblocked by actuation,
characterised in that the tapping pipe is provided with a hinge and, in the standby position for actuation,
is adapted to be bent at the hinge.
2. The tapping device of claim 1, wherein the tapping pipe is stiff and straight at least
in sections, and is adapted to be pulled out of the bushing (10) along its axis and
to be bent transversely to the axis.
3. The tapping device of claim 1 or 2, wherein the flow path through the tapping pipe
is blocked in the straight position thereof and is adapted to be unblocked by bending
the tapping pipe and to be re-blocked by bending the tapping pipe back.
4. The tapping device of any of claims 1 to 3, wherein the tapping pipe is adapted to
be pulled out horizontally and laterally from the bushing (10) in its usual tapping
position and to be bent downward.
5. The tapping device of any of claims 1 to 4, wherein the pull-out movement of the tapping
pipe from the bushing (10) and the bending movement are limited by stops.
6. The tapping device of any one of claims 1 to 5, wherein the tapping pipe is divided
along its length into inner and outer tapping pipe sections (12, 14) interconnected
by the hinge.
7. The tapping device of claim 6, wherein the hinge is a fork-type hinge.
8. The tapping device of any one of claims 1 to 7, wherein a handle is provided at the
free end of the tapping pipe.
9. The tapping device of claim 8, wherein the handle has two wings (52) projecting laterally
or laterally upward, the wings being adapted to be clipped together in front of the
free end of the tapping pipe.
10. The tapping device of any one of claims 1 to 9, wherein the tapping pipe is provided
with a originality seal.
11. The tapping device of any one of claims 1 to 10, wherein the tapping pipe has a sealed
snug-fit within the bushing (10).
12. The tapping device of claims 10 or 11, wherein the tapping pipe is bound to the bushing
(10) by means of the originality seal.
13. The tapping device of claim 11 or 12, wherein the bushing (10), at least the inner
tapping pipe section (12), and preferably also the outer tapping pipe section (14),
are two-component plastic injection moulded parts of a hard plastic component and
a soft plastic component mutually sealed soft-to-soft by portions of the soft plastic
component.
14. The tapping device of any one of claims 1 to 13, wherein the tapping pipe has a liquid
flowing channel (38, 40) the bottom of which is rounded in a redirecting part in accordance
with the flow of the liquid.
1. Dispositif de soutirage pour prélever un liquide à partir d'un conteneur pouvant être
fermé de manière étanche à la pression, comportant une douille (10) pouvant être introduite
dans le conteneur et un tube de soutirage qui a une position de stockage et de transport
rentrée dans la douille (10) et qui peut être extrait de la douille (10) dans une
position d'attente, dans lequel un trajet d'écoulement à travers le tube de soutirage
peut être bloqué et débloqué par actionnement, caractérisé en ce que le tube de soutirage est muni d'une articulation et peut être dévié sur l'articulation
dans la position d'attente pour l'actionnement.
2. Dispositif de soutirage selon la revendication 1, dans lequel le tube de soutirage
est rigide et droit au moins dans certaines parties, peut être extrait de la douille
(10) le long de son axe et peut être dévié transversalement à l'axe.
3. Dispositif de soutirage selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le trajet d'écoulement
à travers le tube de soutirage est bloqué dans sa position sortie, peut être débloqué
en faisant dévier le tube de soutirage et peut être re-bloqué en faisant dévier le
tube de soutirage en arrière jusqu'à sa position initiale.
4. Dispositif de soutirage selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans lequel
le tube de soutirage peut être extrait de la douille (10) lorsqu'elle est dans la
position de prélèvement habituelle, horizontalement et latéralement par rapport au
côté et peut être dévié vers le bas.
5. Dispositif de soutirage selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, dans lequel
le mouvement d'extraction du tube de soutirage à partir de la douille (10) et le mouvement
de déviation du tube de soutirage sont limités par une butée.
6. Dispositif de soutirage selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, dans lequel
le tube de soutirage est divisé dans la longueur, et comporte des pièces de tube de
soutirage intérieure et extérieure (12, 14) qui sont reliées l'une à l'autre par l'articulation.
7. Dispositif de soutirage selon la revendication 6, dans lequel l'articulation est une
chape.
8. Dispositif de soutirage selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, dans lequel
une poignée est prévue sur l'extrémité libre du tube de soutirage.
9. Dispositif de soutirage selon la revendication 8, dans lequel la poignée a deux ailettes
(52) faisant saillie latéralement ou latéralement vers le haut qui peuvent être pincées
ensemble devant l'extrémité libre du tube de soutirage.
10. Dispositif de soutirage selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, dans lequel
le tube de soutirage est muni d'un joint d'originalité.
11. Dispositif de soutirage selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, dans lequel
le tube de soutirage a un ajustement serré étanchéifié dans la douille (10).
12. Dispositif de soutirage selon les revendications 10 et 11, dans lequel le tube de
soutirage est relié à la douille (10) par le joint d'originalité.
13. Dispositif de soutirage selon la revendication 11 ou 12, dans lequel la douille (10),
au moins la pièce de tube de soutirage intérieure (12) et de préférence aussi la pièce
de tube de soutirage extérieure (14) sont des pièces moulées par injection en matière
plastique à deux composants, constituées d'un composant de matière plastique dur et
d'un composant de matière plastique mou, et sont étanchéifiées l'une sur l'autre de
manière molle contre molle au moyen de parties constituées du composant de matière
plastique mou.
14. Dispositif de soutirage selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, dans lequel
le tube de soutirage a un canal d'écoulement (38, 40) pour le liquide, dont le fond
est arrondi dans une zone de déviation de l'allure d'écoulement du liquide.