[0001] Die Erfindung betrifft einen Abstreifring, der insbesondere für die Verwendung in
einer Vorrichtung zur Herstellung eines Dosenkörpers geeignet ist, beispielsweise
in Abstreckpressen. In solchen Vorrichtungen werden Dosenkörper für Druckbehälter-
oder Getränkedosen hergestellt. Der Dosenkörper weist einen Dosenboden und eine daran
anschließende Dosenwand auf, die aus einem Rohling aus einem einzigen Material ohne
Naht- oder Fügestelle gefertigt werden. Während dieses Herstellungsvorgangs befindet
sich der Dosenkörper auf einem Ziehstempel. Nachdem sowohl der Dosenboden, als auch
die Dosenwand ihre gewünschte Form erhalten haben, muss der Dosenkörper vom Ziehstempel
entfernt werden. Hierzu dient der Abstreifring.
[0002] Ein solcher Abstreifring ist beispielsweise aus der
DE 23 35 686 bekannt. Der Abstreifring weist mehrere Abstreifelemente auf, die über ein elastisches
Mittel zusammen gehalten werden. Dieses elastische Mittel ist durch eine elastische
Giesmasse gebildet. Über die Giesmasse werden die Abstreifelemente mit einem sie umgebenden
Ring verbunden und bilden schließlich eine bauliche Einheit.
[0003] Die Herstellung eines solchen Abstreifrings ist aufwendig. Die Abstreifelemente müssen
vor dem Eingießen korrekt auf einem gemeinsamen Radius ausgerichtet werden. Die elastisch
federnde Lagerung wird durch die elastische Eigenschaft der Giesmasse erreicht.
[0004] Auch bei Stanzwerkzeugen zum Stanzen oder Schneiden von metallischen Teilen sind
Abstreifeinrichtungen bekannt. Diese dienen dazu, Stanzabfälle, so genannte Stanzbutzen,
die nach dem Stanzvorgang am Stanzstempel anhaften und nicht abgefallen sind, mithilfe
der Abstreifeinrichtung innerhalb der mit dem Stanzstempel zusammenwirkenden Schneidbuchse
zurückgehalten werden, wenn der Stanzstempel aus der Schneidbuchse herausgezogen wird.
Bei solchen Abstreifeinrichtungen kommt es nicht darauf an, ob während des Abstreifvorgangs
Kratzer oder Riefen am Stanzbutzen entstehen, da es sich um Abfallmaterial handelt,
das ohnehin nicht benötigt wird. Eine Abstreifeinrichtung für einen Lochvorgang beschreibt
DE 10 2008 016 722 A1. Dort ist an der Stirnseite des Stanzstempels ein federkraftvorgespannter Abdrückstift
vorhanden, der nach dem Stanzvorgang den Stanzbutzen vom Stanzstempel wegdrückt. Der
Stanzbutzen wird durch eine Abstreifeinrichtung zurückgehalten, die radial nach innen
ragende, mit einer konischen Fläche versehene Widerhaken aufweist. Während der Bewegung
des Stempels drückt der Stanzbutzen die Widerhaken nach radial außen weg, solange
er entlang der konisch zulaufenden Fläche der Widerhaken gleitet. Sobald sich der
Stanzbutzen unterhalb der Widerhaken befindet, federn diese nach radial innen zurück
und übergreifen den Stanzbutzen. Beim anschließenden Zurückziehen des Stanzstempels
wird der Stanzbutzen vom Abdrückstift gelöst und fällt durch die Schneidbuchse nach
unten. Die die Widerhaken tragenden Federelemente erstrecken sich axial innerhalb
der Schneidbuchse. Es ergibt sich eine Bauform, deren Länge in Axialrichtung sehr
groß ist.
[0005] Bei Abstreckpressen können die Abstreifeinrichtungen nicht in der Abstreckdose zum
Abstrecken des Dosenkörpers angeordnet werden, sondern schließen sich axial im Anschluss
an die Abstreckdose an. Es kann daher als eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung
angesehen werden, eine einfach herzustellende Abstreckeinrichtung zu schaffen, die
den durch die Abstreifeinrichtung erforderlichen Zusatzhub des Ziehstempels gering
hält.
[0006] Diese Aufgabe wird durch einen Abstreifring mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst. Erfindungsgemäß ist ein Abstreifring vorgesehen, der einen ringförmigen
Basisabschnitt aufweist. Dieser Basisabschnitt ist radial nach innen durch einen Federabschnitt
fortgesetzt, der eine in Umfangsrichtung verlaufende Schwenkachse definiert. An den
Federabschnitt schließt sich radial innen ein Übergangsabschnitt an. Dieser ist in
etwa in Axialrichtung des Abstreifrings um die Schwenkachse herum schwenkbar. Vom
Übergangsabschnitt ausgehend erstreckt sich eine Abstreifzunge quer zur Radialrichtung
und quer zur Umfangsrichtung des Abstreifrings. Das freie Ende der Abstreifzunge ist
sowohl radial, als auch axial von der Schwenkachse beabstandet. Die Abstreifelemente
sind vorzugsweise gleichmäßig über den Umfang verteilt angeordnet. Beim Durchschieben
des Dosenkörpers durch den Abstreifring bewegt sich dieser entlang der Innenflächen
der Abstreifzungen bis zu deren freien Enden, wobei die Abstreifelemente um die in
Umfangsrichtung verlaufende Schwenkachse geschwenkt werden. Die freien Enden der Abstreifzungen
bewegen sich dadurch in Axialrichtung entlang der Längsachse des Abstreifrings und
gleichzeitig radial nach außen. Sobald der Dosenkörper vollständig durch den Abstreifring
hindurchgeführt wurde, federn die Abstreifzungen nach radial innen zurück und liegen
am Ziehstempel an. Bei einer anschließenden Rückzugsbewegung des Ziehstempels gelangt
die Kante der Dosenwand mit dem freien Ende der Abstreifzungen in Kontakt und wird
vom Ziehstempel abgestreift. Dieser Abstreifring eignet sich insbesondere für den
Einsatz beim Abstreckpressen.
[0007] Dadurch, dass die Federabschnitte radial außen um die Abstreifzungen angeordnet sind,
lässt sich eine in Axialrichtung kurze Bauform des Abstreifrings erreichen. Die Länge
des Abstreifrings in Axialrichtung ist bevorzugt durch die Länge der Abstreifzungen
vorgegeben. Die Befestigung des Abstreifrings in axialer Verlängerung der Abstreckdose
kann über den Basisabschnitt erfolgen. Der Abstreifring ist sehr leicht auswechselbar.
Der Basisabschnitt, die Federabschnitte und die Übergangsabschnitte bilden somit einen
die Abstreifzungen in Umfangsrichtung ringförmig umschließenden Flansch.
[0008] Die Herstellung des Abstreifrings ist sehr einfach möglich. Beispielsweise kann der
Abstreifring aus einem einzigen Teil ohne Verbindungs- oder Fügestellen sozusagen
einstückig hergestellt werden. Der Basisabschnitt, der Federabschnitt, der Übergangsabschnitt
sowie die Abstreifzungen bestehen daher aus demselben Material und gehen nahtlos ineinander
über. Vorzugsweise ist der Abstreifring vollständig aus Metall hergestellt. Alternativ
hierzu wäre es auch möglich, den Abstreifring aus Kunststoff zu fertigen.
[0009] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel verlaufen die Abstreifzungen des Abstreifrings
gegenüber dessen Längsachse geneigt. Die an den Abstreifzungen vorgesehenen, nach
radial innen weisenden Innenflächen schließen mit der Längsachse des Abstreifrings
vorzugsweise einen spitzen Winkel ein. Dabei können die Innenflächen aller Abstreifelemente
auf einer gemeinsamen Mantelfläche eines Kegelstumpfes mit kreisförmiger Grundfläche
liegen. Die Innenflächen sind bei dieser Ausgestaltung in Umfangsrichtung gekrümmt.
[0010] Zwischen zwei benachbarten Abstreifelementen kann ein Spalt vorgesehen sein, um die
Schwenkbewegung um die Schwenkachse ungehindert zuzulassen. Dieser Spalt weist im
Bereich zwischen zwei Federabschnitten vorzugsweise ein vergrößertes Spaltende auf.
Dieses vergrößerte Spaltende kann sehr einfach durch Bohrungen zwischen zwei Federabschnitten
hergestellt werden. Die Bohrungen können in Axialrichtung verlaufen und definieren
die Schwenkachse des Federabschnitts.
[0011] Die Dicke der Abstreifzungen rechtwinklig zur jeweiligen Innenfläche gemessen ist
zweckmäßiger Weise konstant. Die Innenflächen sind insbesondere eben und ohne radiale
Vorsprünge oder Vertiefungen ausgeführt, so dass der abzustreifende Dosenkörper ungehindert
entlang der Innenflächen bewegt werden kann.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen
sowie der Beschreibung. Die Beschreibung beschränkt sich auf wesentliche Merkmale
der Erfindung sowie sonstiger Gegebenheiten. Die Zeichnung ist ergänzend heranzuziehen.
Es zeigen:
Figuren 1 bis 3 ein Ausführungsbeispiel eines Abstreifrings in Gebrauchslage benachbart
zu einer Abstreckdose einer Abstreckpresse in verschiedenen Situationen während der
Herstellung eines Dosenkörpers,
Figur 4 das Ausführungsbeispiel des Abstreifrings nach Figur 1 in einer Ansicht in
axialer Längsrichtung,
Figur 5 den Abstreifring nach Figur 4 in einem Schnitt gemäß der Schnittlinie A-A
nach Figur 4,
Figur 6 eine perspektivische Darstellung eines einzelnen Abstreifelements des Abstreifrings
gemäß der Figuren 4 und 5 und
Figur 7 die schematische Darstellung der Schwenkbewegung eines Abstreifelements um
die Schwenkachse seines Federabschnittes.
[0013] In den Figuren 4 und 5 ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel eines Abstreifrings
10 dargestellt. Der Abstreifring 10 wird bevorzugt in Vorrichtung zur Herstellung
von Dosenkörpern 11 eingesetzt. Eine solche Vorrichtung kann auch als Abstreckpresse
12 bezeichnet werden und ist in Figur 1 schematisch dargestellt. Die Abstreckpresse
12 weist einen Niederhalter 13 mit einem hohlzylindrischen Niederhalterabschnitt 14
auf. Der Niederhalter 13 kann über einen Niederhalteantrieb 15 in Arbeitsrichtung
Z bewegt werden. Die Arbeitsrichtung Z ist parallel zur Längsachse des Niederhalters
13 ausgerichtet.
[0014] Koaxial zum Niederhalter 13 ist ein Ziehstempel 18 angeordnet. Der Ziehstempel 18
kann über einen Stempelantrieb 19 in Arbeitsrichtung Z bewegt werden. Der Ziehstempel
18 kann bei dieser Bewegung durch den hohlzylindrischen Niederhalterabschnitt 14 in
eine koaxial dazu vorgesehene Abstreckdose 20 eines Unterwerkzeugs 21 hinein bewegt
werden. Die Abstreckdose 20 im Unterwerkzeug 21 ist hohlzylindrisch und kann mehrere
konzentrische Abschnitte mit unterschiedlichen Radien aufweisen. Die Abstreckdose
20 weist eine den Niederhalter 13 zugeordnete Eingangsöffnung 22 und eine gegenüberliegende
Ausgangsöffnung 23 auf. Koaxial zur Abstreckdose 20 und zur Ausgangsöffnung 23 ist
am Unterwerkzeug 21 der Abstreifring 10 lösbar befestigt, beispielsweise mittels einer
Schraubverbindung. Die Längsachsen der Abstreckdose 20, des Ziehstempels 18 sowie
des Abstreifrings 10 bilden in Gebrauchslage eine gemeinsame Längsachse L.
[0015] In den Figuren 1 bis 3 ist schematisch die Herstellung des Dosenkörpers 11 veranschaulicht.
Zunächst wird ein topfförmiger Rohling 25 auf dem Unterwerkzeug 21 koaxial zur Eingangsöffnung
22 bereitgestellt. Dieser topfförmige Rohling 25 wird auch als "Cup" bezeichnet. Der
Niederhalterantrieb 15 bewegt den Niederhalter in Arbeitsrichtung Z, so dass der hohlzylindrische
Niederhalterabschnitt 14 in den Rohling 25 eingreift und den Boden des Rohlings 25
gegen eine ringförmige Fläche um die Eingangsöffnung 22 herum auf das Unterwerkzeug
21 drückt. Anschließend bewegt der Stempelantrieb 19 den Ziehstempel 18 in Arbeitsrichtung
Z durch den Niederhalter 13 hindurch in die hohlzylindrische Abstreckdose 20 hinein.
Dabei zieht der Ziehstempel 18 durch Druck auf den Boden des Rohlings 25 diesen mit
in die hohlzylindrische Abstreckdose 20 hinein. Der verbleibende Spalt zwischen der
Außenumfangsfläche des Ziehstempels 18 und der inneren Fläche der Abstreckdose 20
bestimmt die Stärke der Dosenwand des hergestellten Dosenkörpers 11. Diese kann innerhalb
der Abstreckdose 20 stufenweise reduziert werden. Der Ziehstempel transportiert den
so hergestellten Dosenkörper 11 vollständig aus der Ausgangsöffnung 23 heraus. Dabei
bewegen sich Ziehstempel 18 und Dosenkörper 11 durch die zentrale Öffnung 26 des Abstreifrings
10 hindurch. Der Abstreifring 10 verfügt über eine Vielzahl von in Umfangsrichtung
nebeneinander angeordneten Abstreifelementen 27. Die Abstreifelemente 27 werden gegen
eine Federkraft radial zur Längsachse L nach außen bewegt, wie dies schematisch in
Figur 2 gezeigt ist. Nachdem der Dosenkörper 11 vom Ziehstempel 18 vollständig durch
den Abstreifring 10 hindurch bewegt wurde, federn die Abstreifelemente 27 aufgrund
der Federvorspannung nach radial innen zurück und liegen dann unmittelbar am Ziehstempel
18 an. Wird nun der Ziehstempel 18 entgegen der Arbeitsrichtung R vom Stempelantrieb
19 zurückbewegt, streift der am Ziehstempel 18 anliegende Abstreifring 10 den fertigen
Dosenkörper 11 vom Ziehstempel 18 ab.
[0016] Um den notwendigen Hub des Ziehstempels 18 möglichst gering zu halten, wird erfindungsgemäß
eine in Axialrichtung entlang der Längsachse L kurzbauende Ausführung vorgeschlagen.
Der Abstreifring 10 besteht aus einem einzigen Material, beispielsweise aus Metall.
Er ist sozusagen einstückig ohne Verbindungs- oder Fügestellen ausgeführt, wodurch
eine sehr einfache und präzise Herstellung möglich ist.
[0017] Der Abstreifring 10 besteht aus einem Ringflansch 30, der koaxial zur Längsachse
L angeordnet ist. Eine Ringfläche 31 des Ringflansches 30 ist in Gebrauchslage in
Kontakt mit dem Unterwerkzeug 21 der Abstreckpresse 12. Die Ebene, in der die Ringfläche
31 liegt, verläuft rechtwinkelig zur Längsachse L und bildet die obere Seite des Abstreifrings
10. Keine anderen Bestandteile des Abstreifrings 10 durchsetzen die Ebene der Ringfläche
31.
[0018] Der radial äußere Teil des Ringflansches 31 ist von einem ringförmigen Basisabschnitt
32 gebildet. Der ringförmige Basisabschnitt 32 ist in Umfangsrichtung U gesehen unterbrechungslos
ausgeführt und weist beispielsgemäß einen rechteckigen Querschnitt auf. Der Basisabschnitt
32 verbindet die radial gesehen innerhalb des Basisabschnitts 32 vorgesehenen Abstreifelemente
27 unlösbar miteinander. Die Abstreifelemente 27 haben in Umfangsrichtung U gesehen
eine abgewinkelte Form, wobei ein erster Schenkel 33 Teil des Ringflansches 30 ist.
Ein quer dazu verlaufender zweiter Schenkel 34 bildet eine Abstreifzunge 35.
[0019] Der erste Schenkel 33 des Abstreifelements 27 ist in zwei Abschnitte unterteilt.
Ein Federabschnitt 38 verbindetdas Abstreifelements 27 mit dem Basisabschnitt 32.
Zwischen dem Federabschnitt 38 und der Abstreifzunge 35 ist ein Übergangsabschnitt
39 vorgesehen. Der Basisabschnitt 32, sowie die Federabschnitte 38 und die Übergangsabschnitte
39 der Abstreifelemente 27 bilden gemeinsam den Ringflansch 30. Die Dicke der den
Ringflansch 30 bildenden Abschnitte 32, 38, 39 in Richtung der Längsachse L gemessen
ist konstant.
[0020] Die Abstreifzunge 35 weist ein erstes axiales Ende 40 auf, das mit dem Übergangsabschnitt
39 verbunden ist. Ausgehend vom ersten axialen Ende 40 erstreckt sich die Abstreifzunge
35 zu ihrem zweiten, freien axialen Ende 41 hin. Die Abstreifzunge 35 weist eine der
Längsachse L zugewandte Innenfläche 42 auf. Die Innenfläche 42 erstreckt sich über
die gesamte Länge der Abstreifzunge vom ersten axialen Ende 40 bis zum zweiten axialen
Ende 41. Sie bildet mit dem Übergangsbereich 39 am ersten axialen Ende 40 eine erste
Kante 43. Am freien Ende 41 endet die Innenfläche 42 an einer zweiten Kante 44. An
dieser zweiten Kante 44 geht die Innenfläche 42 in eine in etwa in Richtung der Längsachse
L ausgerichtete Stirnfläche 45 der Abstreifzunge 35 über. Dieser Flächenübergang ist
in etwa rechtwinklig. Rechtwinkelig zur Innenfläche 42 gemessen ist die Dicke der
Abstreifzunge 35 konstant. Die Innenflächen 42 sind eben und ohne radiale Vorsprünge
oder Vertiefungen ausgestaltet. Der Abstreifring 10 erstreckt sich in Längsrichtung
L von der Ringfläche 31 bis zu den freien Enden 41 der Abstreifelemente 27. Er kann
daher in Längsrichtung L sehr kurz gebaut werden.
[0021] In der Ausgangs- oder Ruhelage des Abstreifrings 10 ist die Abstreifzunge 35 und
insbesondere die Innenfläche 42 gegenüber der Längsachse L geneigt. Eine parallel
zur Längsachse L verlaufende Gerade schneidet die Innenfläche 42 der Abstreifzunge
35 unter einem Neigungswinkel α. Der Neigungswinkel α ist vorzugsweise kleiner als
10 Grad und insbesondere im Bereich von 3 bis 7 Grad.
[0022] Die Innenflächen 42 der Abstreifzungen 35 des Abstreifrings 10 sind in Umfangsrichtung
U des Abstreifrings 10 gekrümmt. Die ersten Kanten 40 liegen auf einem gemeinsamen
ersten Radius R1 um die Längsachse L und die zweiten Kanten 44 liegen auf einem gemeinsamen
zweiten Radius R2 um die Längsachse L. Der zweite Radius R2 ist kleiner als der erste
Radius R1. Der Außendurchmesser des Dosenkörpers 11 ist kleiner als der erste Radius
R1 und größer als der zweite Radius R2. Die Innenflächen 42 aller Abstreifelemente
27 liegen auf einer gemeinsamen Mantelfläche eines Kegelstumpfs.
[0023] Die Abstreifelemente 27 des Abstreifrings 10 sind ausschließlich über den gemeinsamen
Basisabschnitt 32 miteinander verbunden. Zwischen zwei benachbarten Abstreifelementen
27 ist ein Spalt 48 vorhanden. In einem ersten Spaltbereich 49 zwischen zwei benachbarten
Abstreifzungen 35 und zwei benachbarten Übergangsbereichen 39 weist der Spalt in Umfangsrichtung
U gesehen eine konstante Spaltbreite B auf. Zwischen den beiden benachbarten Federabschnitten
38 geht der erste Spaltbereich 49 in einen zweiten Spaltbereich über, der ein in Umfangsrichtung
U breiteres Spaltende 50 bildet. Das aufgeweitete Spaltende 50 ist beim Ausführungsbeispiel
von zylindrischen Bohrungen gebildet, deren Zylinderachse 51 parallel zur Längsachse
L des Abstreifrings 10 verläuft. Die Zylinderachsen 51 der Bohrungen liegen auf einem
gemeinsamen dritten Radius R3 um die Längsachse L. Die ersten Spaltebereiche 49 verlaufen
in Ebenen, die durch die Längsachse L und eine Radialrichtung aufgespannt werden,
wobei zwei dieser Ebenen von benachbarten ersten Spaltbereichen 49 einen Winkel β
im Bereich von vorzugsweise 5 bis 10 Grad einschließen.
[0024] Durch die aufgeweiteten Spaltenden 50 ist der erste Schenkel 33 des Abstreifelements
27 zwischen zwei Spaltenden 50 in Umfangsrichtung U gesehen verjüngt. Dadurch ist
der Federabschnitt 38 ausgebildet, der ein Verschwenken des Übergangsbereichs 39 gemeinsam
mit der Abstreifzunge 35 um eine Schwenkachse 55 ermöglicht. Die Schwenkachsen 55
der Abstreifelemente 27 liegen auf einem gemeinsamen Radius um die Längsachse L, der
dem dritten Radius R3 entspricht.
[0025] Die gemeinsame Schwenkbewegung der Abstreifzunge 35 mit dem Übergangsabschnitt 39
ist in Figur 7 schematisch veranschaulicht. Sobald der Dosenkörper 11 aus der Ausgangsöffnung
23 herausbewegt wird und auf die Innenfläche 42 der Abstreifzunge 35 gelangt, beginnt
die Schwenkbewegung um die Schwenkachse 55. Dabei wird nicht lediglich die Abstreifzunge
35 radial nach außen gedrückt, sondern es findet eine überlagerte Bewegung in Arbeitsrichtung
Z, das heißt in Richtung der Längsachse L sowie radial hierzu statt. Die Abstreifzunge
35 bewegt sich zusammen mit dem Dosenbehälter 11 dabei ein Stück in Arbeitsrichtung
Z. Dadurch kann der Widerstand, den die Abstreifelemente 27 der Bewegung des Dosenkörpers
11 entgegenbringen, sehr gering gehalten werden. Auf diese Weise werden Kratzer oder
Riefen am Dosenkörper 11 vermieden.
[0026] Nachdem der Dosenkörper 11 vollständig durch den Abschleifring 10 hindurchbewegt
wurde, versuchen die Abstreifelemente 27 in ihre Ausgangslage zurückzuschwenken, wodurch
die Innenflächen 42 mit dem Ziehstempel 18 zur Anlage gelangen. Wird dieser nun entgegen
der Arbeitsrichtung Z zurückgezogen, liegt die Stirnfläche der Dosenwand des Dosenkörpers
11 an den Stirnflächen 45 der Abstreifzungen 35 an. Die Stirnflächen 45 bilden mithin
dem Dosenkörper 11 zugeordnete Anlageflächen 46. Die bei der Rückzugsbewegung des
Ziehstempels 18 über den Dosenkörper 11 in die Abstreifzungen 35 eingeleitete Kraft
wird am Unterwerkzeug 21 abgestützt. Der Dosenkörper 11 wird dadurch vom Ziehstempel
18 abgestreift.
[0027] Die Erfindung betrifft einen Abstreifring 10, der insbesondere für den Einsatz in
Abstreckpressen 12 vorgesehen ist. Er dient zum Abstreifen eines topfförmigen Dosenkörpers
11 von einem Ziehstempel 18. Der Abstreifring 10 weist eine Vielzahl von in Umfangsrichtung
U gleichmäßig verteilt angeordneten Abstreifelementen 27 auf, die jeweils durch einen
Spalt 48 voneinander beabstandet sind. Die Abstreifelemente 27 sind über einen ringförmigen
Basisabschnitt 30 miteinander verbunden, der die Abstreifelemente 27 in Umfangsrichtung
U umschließt. Radial innen an den Basisabschnitt 32 schließt sich ein Federabschnitt
38 sowie ein Übergangsabschnitt 39 des Abstreifelements 27 an. Der Übergangsabschnitt
39 ist mittels des Federabschnitts 38 um eine in Umfangsrichtung U verlaufende Schwenkachse
55 schwenkbar. Vom Übergangsabschnitt 39 erstreckt sich eine Abstreifzunge 35 quer
dazu vom Übergangsabschnitt 39 weg zu einem freien Ende 41 hin. Die am freien Ende
41 vorhandene Stirnfläche 45 der Abstreifzunge 35 bildet eine Anlagefläche 46, die
während des Abstreifens des Dosenkörpers 11 vom Ziehstempel 18 am Dosenkörper 11 anliegt.
Der Abstreifring 10 ermöglicht Bauformen mit geringer Länge in Richtung der Längsachse
L gemessen. Er ist einfach herzustellen und leicht auswechselbar.
Bezugszeichenliste:
[0028]
- 10
- Abstreifring
- 11
- Dosenkörper
- 12
- Abstreckpresse
- 13
- Niederhalter
- 14
- Niederhalterabschnitt
- 15
- Niederhalterantrieb
- 18
- Ziehstempel
- 19
- Stempelantrieb
- 20
- Abstreckdose
- 21
- Unterwerkzeug
- 22
- Eingangsöffnung
- 23
- Ausgangsöffnung
- 25
- Rohling
- 26
- zentrale Öffnung
- 27
- Abstreifelemente
- 30
- Ringflansch
- 31
- Ringfläche
- 32
- Basisabschnitt
- 33
- erster Schenkel
- 34
- zweiter Schenkel
- 35
- Abstreifzunge
- 38
- Federabschnitt
- 39
- Übergangsabschnitt
- 40
- erstes axiales Ende v. 35
- 41
- zweites axiales Ende v. 35
- 42
- Innenfläche
- 43
- erste Kante
- 44
- zweite Kante
- 45
- Stirnfläche
- 48
- Spalt
- 49
- erster Spaltbereich
- 50
- Spaltende
- 51
- Zylinderachse
- 55
- Schwenkachse
- α
- Neigungswinkel
- β
- Winkel
- B
- Spaltbreite v. 49
- L
- Längsachse
- R1
- erster Radius
- R2
- zweiter Radius
- U
- Umfangsrichtung
- Z
- Arbeitsrichtung
1. Abstreifring, insbesondere für eine Vorrichtung (12) zur Herstellung eines Dosenkörpers
(11),
mit einem ringförmigen Basisabschnitt (32) über den mehrere Abstreifelemente (27)
miteinander verbunden sind,
wobei jedes Abstreifelement (27) einen sich vom Basisabschnitt (30) radial nach innen
erstreckenden und eine in Umfangsrichtung (U) verlaufende Schwenkachse (55) definierenden
Federabschnitt (38) aufweist, an den sich radial innen ein Übergangsabschnitt (39)
anschließt, von dem aus eine Abstreifzunge (35) wegragt, die sich quer zur Radialrichtung
und quer zur Umfangsrichtung (U) erstreckt und um die Schwenkachse (55) schwenkbar
gelagert ist.
2. Abstreifring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Basisabschnitt (32) und die Abstreifelemente (27) aus demselben Material bestehen
und ohne Verbindungs- oder Fügestellen aus einem Stück hergestellt sind.
3. Abstreifring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass sich die Abstreifzunge (35) über die gesamte axiale Länge des Abstreifrings (10)
erstreckt.
4. Abstreifring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifzunge (35) in ihrer Ausgangslage gegenüber einer Längsachse (L) des Abstreifrings
(27) geneigt verläuft.
5. Abstreifring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifzunge (35) an ihrem radial weiter innen liegenden freien Ende (41) eine
Stirnfläche (45) aufweist, die als Anlagefläche (46) für einen abzustreifenden Dosenkörper
(11) dient.
6. Abstreifring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifzungen (35) der Abstreifelemente (27) jeweils eine nach innen weisende
ebene Innenfläche (42) aufweisen.
7. Abstreifring nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Innenflächen (42) aller Abstreifelemente (27) auf einer Mantelfläche eines gemeinsamen
Kegelstumpfes angeordnet sind.
8. Abstreifring nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zwei benachbarte Abstreifelementen (27) durch einen Spalt (48) voneinander getrennt
sind.
9. Abstreifring nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt ein in Umfangsrichtung (U) vergrößertes Spaltende (50) aufweist, das zwischen
den durch den Spalt (48) getrennten Federabschnitten (38) angeordnet ist.
10. Vorrichtung zur Herstellung eines Dosenkörpers (11), mit einem Abstreifring (10) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, der mit seinem Basisabschnitt (32) koaxial zu
einer Ausgangsöffnung (23) einer Abstreckdose (20) in einem Unterwerkzeug (21) angeordnet
und lösbar an einer die Ausgangsöffnung (23) umschließenden Befestigungsfläche befestigt
ist.