[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Sicherheitselement für Sicherheitspapiere, Wertdokumente
oder dergleichen mit einem Träger, der zumindest teilweise transparent oder transluzent
ist, einem Druckmuster, das eine Linienrasterstruktur aufweist, die ein Bild codiert
und in einer ersten Schicht am Träger angeordnet ist, einem Analysator, der ebenfalls
eine Linienrasterstruktur aufweist, wobei der Analysator in einer zweiten Schicht
am Träger angeordnet ist, die von der ersten Schicht beabstandet ist oder seitlich
neben dem Druckmuster angeordnet ist oder auf einem separaten Träger vorgesehen ist,
wobei die Linienrasterstrukturen von Druckmuster und Analysator so zueinander passend
gestaltet sind, dass das Bild bei Betrachtung in Durchsicht innerhalb eines bestimmten
Blickwinkelbereiches wahrnehmbar ist.
[0002] Die Erfindung bezieht sich weiter auf ein Wertdokument mit einem solchen Sicherheitselement.
[0003] Die Erfindung bezieht sich auf ein Herstellungsverfahren für ein Sicherheitselement
für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen, bei dem ein zumindest teilweise
transparenter oder transluzenter und eine erste und eine zweite Schicht aufweisender
Träger in seiner ersten Schicht mit einem Druckmuster, das eine Linienrasterstruktur
aufweist, die ein Bild codiert, versehen wird, wobei ein Analysator vorgesehen wird,
der ebenfalls eine Linienrasterstruktur aufweist, und wobei der Analysator in einer
zweiten Schicht am Träger ausgebildet wird, die von der ersten Schicht beabstandet
ist oder seitlich neben dem Druckmuster ausgebildet wird oder auf einem separaten
Träger ausgebildet wird, wobei die Linienrasterstrukturen von Druckmuster und Analysator
so zueinander passend gestaltet sind, dass das Bild bei Betrachtung in Durchsicht
innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches wahrnehmbar ist.
[0004] Die
DE 102004007379 B3 schildert ein solches Sicherheitselement, das auf einer Vorderseite ein Druckmuster
und auf der Rückseite ein weiteres Druckmuster hat. Die beiden Druckmuster sind als
Moirémuster ausgebildet. Ein Analysator dient dazu, durch Überlagerung mit dem Druckmuster
ein dort verstecktes Bild erkennbar zu machen. Die beiden Druckmuster können als lineare
Linienraster, wellenförmige oder kreisförmige Linien etc. angeordnet sein. Die Decodierung
mittels des Analysators kann durch eine bereichsweise Phasenverschiebung der Linienraster
auf Vorder- und Rückseite erreicht werden. Auch ist erwähnt, dass auf der Vorderseite
zwei Schichten mit gegeneinander verdrehten Linienrastern vorgesehen sein können,
die zwei verschiedene Bilder codieren, die entweder durch verschiedene Analysatoren
oder durch unterschiedliche Winkelpositionierung, also Verdrehung, ein und desselben
Analysators einzeln sichtbar gemacht werden.
[0005] Die
WO 2007/115656 A2 beschreibt ebenfalls ein Sicherheitselement mit einem Punkt- oder Linienmuster auf
der Vorder- sowie einem weiteren Punkt-oder Liniendruckmuster auf der Rückseite. Diese
Druckmuster können insbesondere als Linienraster ausgeführt sein und wirken bei Betrachtung
in Durchsicht zusammen. Dabei ist auch erwähnt, dass bei der Verwendung von Linienrastern
mit gleicher, konstanter Rasterseite auf Vorder- und Rückseite bei nicht genauer Anordnung
der beiden Druckmuster Schwebungseffekte in der Durchsichtbetrachtung auftreten können.
Die Liniendruckraster können dabei hinsichtlich der Linienbreite moduliert werden,
so dass eine bekannte Linienmodulation als Codierung eingesetzt wird. Damit im Durchlicht
eine Information wahrgenommen werden kann, ist ein lichtdurchlässiges Trägermaterial
vorgesehen. Das Liniendruckmuster auf der Vorderseite ist im Wesentlichen spiegelbildlich
zum Liniendruckmuster auf der Rückseite. Es sind allerdings Bereiche vorgesehen, in
denen die Druckmuster voneinander abweichen, so dass insgesamt eine Information codiert
wird, die bei der Betrachtung im Durchlicht sichtbar wird, hingegen in der Aufsicht
nur schwer erfassbar ist.
[0006] Die
US 6997482 B2 befasst sich ebenfalls mit einem Sicherheitselement, das auf einer Vorderseite ein
erstes Linienmuster und auf einer Rückseite ein zweites Linienmuster hat. Beide Linienmuster
können von einem Grundmuster abgeleitet werden und sind so ausgestaltet, dass erst
die Zusammenwirkung der beiden Linienmuster in einer Durchsichtbetrachtung ein Bild
erkennen lässt. Die Linienmuster an der Vorder- und der Rückseite sind dabei so moduliert,
dass sie für sich alleine in Draufsichtbetrachtung jeweils noch kein Motiv zeigen,
das Motiv aber durch eine Zusammenwirkung der beiden Modulationen erscheint. Die genannte
Druckschrift schildert auch, dass dieses Prinzip dazu eingesetzt werden kann, um die
richtige Passerung der Linienmuster zu überprüfen. Dies kann insbesondere zum Einstellen
einer Druckmaschine verwendet werden. Ist die richtige Passerung erreicht, wirkt das
vorderseitige Linienmuster mit dem rückseitigen Linienmuster so zusammen, dass das
rückseitige Linienmuster vom vorderseitigen Linienmuster vollständig verdeckt wird,
wodurch die Modulation ausbleibt. Stimmt die Passerung hingegen nicht, ist das rückseitige
Linienmuster nur teilweise vom vorderseitigen Linienmuster abgedeckt.
[0007] EP 0967091 A1 beschreibt ein Sicherheitselement, das auf der Vorder- und Rückseite einer Folie
je ein Rasterbild anbringt. Der durch die Dicke des Trägers bewirkte gegenseitige
Abstand der Rasterbilder bewirkt eine räumliche Anordnung, die bei Änderung des Betrachtungswinkels
zu wechselnden Moire-Interferenzen führt. Die Rasterbilder können insbesondere als
Linienmuster ausgestaltet sein. Die auf dieselben Erfinder zurückgehende
EP 1089883 B1 schildert ebenfalls dieses Sicherheitselement. Zusätzlich ist hier noch erwähnt,
dass ein weiteres Gittermuster, dessen Gitterdimensionen auf die Dimension des Linienrasters
abgestimmt sind, als Filter eingesetzt werden kann, das zusätzliche Information, die
in den Linienmustern angebracht ist, erst nach Auflegen des Filters erkennbar macht.
Gemäß beiden Druckschriften ist vorgesehen, dass ein Betrachter das gewünschte Bild
bei senkrechter Betrachtung wahrnehmen kann. Der Kontrast verschwindet bei zunehmendem
Betrachtungswinkel, bis sich ab einem bestimmten Betrachtungswinkel eine schwarze
Fläche ergibt. Dieser Effekt wird dadurch erreicht, dass das vorderseitige Linienraster
exakt über dem rückseitigen Linienraster angeordnet ist.
[0008] Die
EP 1886827 A1 beschreibt ein Sicherheitselement, das auf Vorder- und Rückseite Druckstrukturen
hat, die sich in Durchsicht ergänzen, indem die Druckstrukturen einen zueinander passenden
Versatz aufweisen.
[0009] Die
EP 1845496 A1 beschreibt ein Sicherheitselement, das ein Moirémuster auf einer Seite aufweist,
wobei in einem Abstand zu diesem Moiremuster ein Filter vorgesehen ist, vorzugsweise
als Linienstruktur ausgebildet, das einen blickwinkelabhängigen Motivwechsel bei der
Wahrnehmung des Moiremusters bewirkt. Ein ähnlicher Aufbau ist aus der
DE 102006061905 A1 bekannt.
[0010] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
ein möglichst einfach aufgebautes und dennoch größtmögliche Fälschungssicherheit erreichendes
Sicherheitselement zu schaffen.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit einem Sicherheitselement für Sicherheitspapiere,
Wertdokumente oder dergleichen, mit einem Träger, der zumindest teilweise transparent
oder transluzent ist, einem Druckmuster, das eine Linienrasterstruktur aufweist, die
ein Bild codiert und in einer ersten Schicht am Träger angeordnet ist, einem Analysator,
der ebenfalls eine Linienrasterstruktur aufweist, wobei der Analysator in einer zweiten
Schicht am Träger angeordnet ist, die von der ersten Schicht beabstandet ist oder
seitlich neben dem Druckmuster angeordnet ist oder auf einem separaten Träger vorgesehen
ist, wobei die Linienrasterstrukturen von Druckmuster und Analysator so zueinander
passend gestaltet sind, dass das Bild bei über dem Druckmuster angeordnetem Analysator
und bei Betrachtung in Durchsicht innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches
wahrnehmbar ist, wobei die Linienrasterstruktur des Druckmusters ein erstes und ein
zweites Linienraster aufweist, die beide in der ersten Schicht liegen und gegeneinander
gekreuzt sind, wobei das erste Linienraster das Bild codiert und das zweite Linienraster
das Bild verschleiert, und die Linienrasterstruktur des Analysators als Linienraster
ausgebildet ist, das sich bei über dem Druckmuster angeordnetem Analysator im Wesentlichen
parallel zum zweiten Linienraster erstreckt, so dass innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
die Linienrasterstruktur des Analysators das zweite Linienraster zumindest teilweise
verschattet und dadurch das Bild innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches mit
besserem Kontrast wahrnehmbar ist, als in Draufsicht auf das Druckmuster.
[0012] Die Aufgabe wird weiter gelöst mit einem Herstellungsverfahren für ein Sicherheitselement
für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen, bei dem ein zumindest teilweise
transparenter oder transluzenter und eine erste und eine zweite Schicht aufweisender
Träger in seiner ersten Schicht mit einem Druckmuster, das eine Linienrasterstruktur
aufweist, die ein Bild codiert, versehen wird, wobei ein Analysator vorgesehen wird,
der ebenfalls eine Linienrasterstruktur aufweist, und wobei der Analysator in einer
zweiten Schicht am Träger ausgebildet wird, die von der ersten Schicht beabstandet
ist, oder seitlich neben dem Druckmuster ausgebildet wird oder auf einem separaten
Träger ausgebildet wird, wobei die Linienrasterstrukturen von Druckmuster und Analysator
so zueinander passend gestaltet sind, dass das Bild bei über dem Druckmuster angeordnetem
Analysator und bei Betrachtung in Durchsicht innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches
wahrnehmbar ist, wobei die Linienrasterstruktur des Druckmusters ein erstes und ein
zweites Linienraster aufweist, die beide in der ersten Schicht liegen und gegeneinander
gekreuzt sind, wobei das erste Linienraster das Bild codiert und das zweite Linienraster
das Bild verschleiert, und die Linienrasterstruktur des Analysators als Linienraster
ausgebildet ist, das sich bei über dem Druckmuster angeordnetem Analysator im Wesentlichen
parallel zum zweiten Linienraster erstreckt, so dass innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
der Analysator das zweite Linienraster zumindest teilweise verschattet und dadurch
das Bild innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches mit besserem Kontrast wahrnehmbar
ist, als in Draufsicht auf das Druckmuster.
[0013] Die Erfindung betrifft weiter ein Wertdokument mit einem solchen Sicherheitselement
bzw. ein Wertdokument, das mit einem solchen Herstellungsverfahren hergestellt wurde.
[0014] Die Erfindung erreicht einen höheren Grad der Fälschungssicherheit dadurch, dass
das Druckmuster ein Bild codiert, welches durch Elemente verschleiert wird, die in
derselben Ebene liegen wie die Elemente, welche das Bild erzeugen. Eine schichtweise
Analyse oder Trennung des Sicherheitselementes, wie dies beispielsweise beim gattungsgemäßen
Sicherheitselement gemäß
DE 102004007379 B3 möglich wäre, ist damit verhindert. Darüber hinaus erreicht das erfindungsgemäße
Konzept den Vorteil, dass keine zusätzliche Blickwinkelabhängigkeit zwischen dem ersten
Linienraster, welches das Bild codiert, und dem zweiten Linienraster, welches das
Bild verschleiert, auftreten kann, da beide Linienraster in derselben Ebene angeordnet
sind.
[0015] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass ein deutlich einfacher herzustellender Aufbau
des Sicherheitselementes erreicht ist, da nur noch lediglich zwei Schichten benötigt
werden, die z. B. bequem auf der Vorder- und Rückseite des Trägers angeordnet werden
können.
[0016] Die Verwendung der zwei gekreuzt zueinander liegenden Linienraster im Druckmuster
erlaubt es im Gegensatz zur
DE 102004007379 B3 vor allem aber auch, mit einem fest angebrachten Analysator zu arbeiten. Im Stand
der Technik war es aufgrund der unterschiedlichen Ebenen, in denen die beiden Linienraster
liegen, erforderlich, den Analysator zu drehen. Es war deshalb in der praktischen
Realisierung unerlässlich, diesen als eigenständiges Analyseteil vorzusehen. Erfindungsgemäß
kann der Analysator nun hingegen fest am Träger angebracht sein. Erst durch diese
Eigenschaft, welche erst durch das Merkmal erreicht wird, dass die beiden Linienraster
in ein und derselben Ebene liegen und gekreuzt zueinander sind, kann das Sicherheitselement
als für sich alleine nutzbares Sicherheitsmerkmal eingesetzt werden. Die Eignung zur
Verwendung an Wertdokumenten oder Kreditkarten etc. ist folglich erst durch das erfindungsgemäße
Konzept erreicht.
[0017] In einer vorteilhaften Weiterbildung kann das zweite Linienraster des Druckmusters
zusätzlich noch ein Motiv codieren. Das zweite Linienraster dient also nicht nur dazu,
das vom ersten Linienraster codierte Bild zu verschleiern, sondern stellt ein (weiteres)
Motiv bereit, das außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches zusammen mit dem Bild
wahrnehmbar ist.
[0018] Der Analysator sorgt also dafür, dass innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
in Durchsichtbetrachtung nur das Bild wahrnehmbar ist, außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
das Bild mit dem Motiv. Für die Codierung der Informationen in den Linienrastern,
insbesondere für die Codierung des Bildes im ersten Linienraster, kommen alle bekannten
Linienrastermodulierungen infrage, insbesondere einseitige Modulierungen, die drucktechnisch
besonders einfach zu beherrschen sind und darüber hinaus einen besonders guten Verschattungseffekt
für den Analysator zur Folge haben.
[0019] In dem Druckmuster codierte Informationen, d. h. das Bild im ersten Linienraster
und, soweit vorhanden, das Motiv des zweiten Linienrasters können unterschiedliche
Farben haben. Damit kann sowohl die Verschleierung als auch die Erkennung der Kombination
aus Bild und Motiv außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches gefordert werden.
[0020] Eine besonders gute Verschattungswirkung durch den Analysator ergibt sich wenn erstes
und zweites Linienraster des Druckmusters in einem Winkel von im Wesentlichen 90°
zueinander liegen, also sich rechtwinklig kreuzen.
[0021] Der Linienabstand für die Linienraster kann grundsätzlich frei gewählt werden. Eine
gute Kombination zwischen leichter Erkennbarkeit und Minimierung des drucktechnischen
Aufwandes ergibt sich bei einem Linienabstand von erstem und zweitem Linienraster
von jeweils 0,15 mm bis 0,3 mm, besonders bevorzugt im Bereich von 0,2 mm. Die Linienmodulation
kann dann zwischen 0,05 mm und 0,15 mm liegen.
[0022] Der Abstand der beiden Schichten am Träger legt den Winkelbereich, in dem die Erkennbarkeit
des Bildes des ersten Linienrasters gegeben ist, fest. Je größer der Abstand, desto
größer ist der Blickwinkelbereich, in dem keine Verschattung auftritt. Der Abstand
kann besonders bequem eingestellt werden, wenn die erste Schicht auf der Oberseite
und die zweite Schicht auf der Unterseite des Trägers angeordnet ist. Die Dicke des
Trägers legt dann den Abstand fest. Damit ergibt sich zugleich eine einfache Herstellbarkeit.
[0023] Die modulierten Linienraster können vorzugsweise mit einer Strichstärke zwischen
20 µm und 200 µm, besonders bevorzugt zwischen 50 µm und 150 µm realisiert werden.
[0024] Das erfindungsgemäße Konzept sieht vor, dass mittels des Analysators dafür gesorgt
wird, dass je nach Blickwinkelbereich das vom ersten Linienraster codierte Bild sichtbar
ist. Da hierfür ein Verschattungseffekt genutzt wird, muss der Analysator im Abstand
zur ersten Schicht des Linienrasters, welches das erste Bild codiert, liegen. Dies
kann dadurch erreicht werden, dass der Analysator in einer zweiten Schicht vorgesehen
wird, die von der ersten Schicht, in welcher das Druckmuster liegt, beabstandet ist.
Alternativ kann der Analysator seitlich neben dem Druckmuster angeordnet werden, so
dass durch geeignetes Falten des Trägers mit dem Sicherheitssubstrat der Analysator
über das Druckmuster geklappt wird. Die Dicke des Trägers sorgt dann automatisch für
den geeigneten Abstand, der für den Verschattungseffekt erforderlich ist. Als dritte
Option kann der Analysator auf einem separaten Träger vorgesehen werden, der dann
über das Druckmuster gelegt wird, um mittels des Verschattungseffektes das durch das
Sicherheitselement realisierte Sicherheitsmerkmal zu verifizieren.
[0025] Wie oben bereits erwähnt, kann das zweite Linienraster ein Motiv codieren. Die Begriffe
"Bild" im Zusammenhang mit dem ersten Linienraster bzw. "Motiv" im Zusammenhang mit
dem zweiten Linienraster wurden lediglich zur unterscheidenden Zuordnung zu den entsprechenden
Elementen bzw. Strukturen gewählt. Mit den unterschiedlichen Begriffen soll kein unterschiedlicher
Sinngehalt verknüpft sein. Gleiches gilt für den Begriff "Motivbild" der später noch
eingeführt werden wird. Mit diesen Begriffen soll lediglich beschrieben werden, dass
Bild, Motiv und Motivbild jeweils eine eigene visuell wahrnehmbare Information bereitstellen.
Dies kann beispielsweise eine graphische Information, ein Bild, ein Muster, Zahlen,
Buchstaben oder sonstige Zeichen umfassen.
[0026] Der erfindungsgemäße Verschattungseffekt zwischen dem Analysator und dem Druckmuster
kann, wie bereits oben erwähnt, so weitergebildet werden, dass das zweite Linienraster
ein Motiv codiert. Je nach Codierung und Anordnung des Analysators kann dieses Motiv
außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereichs zusammen mit dem Bild des ersten Linienrasters
wahrnehmbar sein oder auch anstelle des Bildes. Dies ist dann der Fall, wenn der Analysator
in einem bestimmten Blickwinkelbereich das vom ersten Linienraster codierte Bild abdeckt,
so dass bei Durchsichtbetrachtung im Wesentlichen nur noch das vom zweiten Linienraster
codierte Motiv mit gutem Kontrast erkennbar ist. Dieser Wechsel zwischen Erkennbarkeit
von Bild und Motiv verleiht dem Sicherheitselement einen besonders hohen Fälschungsschutz,
da ein Benutzer durch Kippen des Sicherheitselementes einen Wechsel zwischen Bild
und Motiv erkennen kann.
[0027] Für das erste und das zweite Linienraster kann eine Linienbreitenmodulation verwendet
werden, um eine Grautondarstellung bei Bild bzw. Motiv zu erreichen. Besonders bevorzugt
ist und einen besonders wirksamen Verschattungseffekt zeigt eine einseitige Linienbreitenmodulation.
[0028] Alternativ oder ergänzend zu einer Grautondarstellung ist es möglich, dass das erste
bzw. zweite Linienraster das Bild bzw. Motiv als Hell-/ Dunkel-Darstellung codieren,
indem im Linienraster entsprechende Aussparungen vorgesehen sind. In diesen Aussparungen
ist dann kein Linienraster vorhanden, so dass der ausgesparte Bereich dann ohne weitere
Struktur wahrnehmbar ist. Unter Aussparung ist dabei sowohl eine Aussparung der Linien,
d.h. eine helle Fläche, als auch eine Aussparung der Linienzwischenräume, also eine
dunkle Fläche zu verstehen.
[0029] Besonders in der Variante mit Aussparungen zur Bild- bzw. Motivcodierung kann zusätzlich
auch der Analysator noch ein Motivbild codieren, ebenfalls durch ein oder mehrere
Aussparungen im Linienraster des Analysators. Dies ist aber auch bei Grautonbildern
möglich.
[0030] Das Sicherheitselement erlaubt einen besonders gut wahrnehmbaren optischen Eindruck,
wenn der Träger zwischen erster und zweiter Schicht transparent oder transluzent ist.
Das Sicherheitselement selbst kann auf einem weiteren Substrat aufgebracht sein, beispielsweise
einem Banknotenpapier.
[0031] Die Transparenz zwischen den beiden Schichten des Sicherheitselementes kann aber
besonders bevorzugt auch dadurch erreicht werden, dass als Träger ein dreischichtiges
Verbundmaterial aus Kunststoff und Papier verwendet wird. Dabei kann eine Papierlage
die innen liegende Schicht bilden, die mit zwei außen liegenden Folienlagen verbunden,
beispielsweise verklebt ist. Auch ein inverser Aufbau mit innen liegender Folienlage
ist möglich. Die Angabe der Schichtzahl ist dabei als Untergrenze zu verstehen. Die
innen liegende Lage hat ein Loch, so dass eine Aussparung entsteht, in welcher das
Verbundmaterial lediglich aus den zwei außen liegenden Lagen, beispielsweise Folienlagen
gebildet ist. Die Ausnehmung bzw. das Loch kann durch eine Verklebung gefüllt sein.
Bevorzugt werden nun die Schichten mit Druckmotiv und Analysator im Bereich eines
solchen Loches angeordnet, also über bzw. unter dem Loch. Dabei ist es sowohl möglich,
beide Schichten an den Außenflächen des Verbundes anzubringen. Optional kann auch
eine der beiden oder es können auch beide Schichten im Loch angeordnet werden. Dabei
ist es immer möglich, das Loch mit einem transparenten Klebstoff zu füllen. Verzichtet
man auf eine solche Verklebung, tritt bei einem Biegen des Trägers eine Relativbewegung
zwischen den beiden außen liegenden Lagen auf. Diese Relativbewegung führt zum gleichen
Verschattungseffekt, wie eine Blickwinkeländerung bei plan gehaltenem Sicherheitselement.
Durch Biegen des Sicherheitselementes tritt somit der Wechsel zwischen Bild und Motiv
bzw. Bildmotiv gleichermaßen auf, was zusätzliche Fälschungssicherheit zur Folge hat.
[0032] Das Sicherheitselement kann insbesondere als Sicherheitsfaden, Aufreißfaden, Sicherheitsband,
Sicherheitsstreifen, Patch oder als Etikett zum Aufbringen auf ein Sicherheitspapier,
Wertdokument oder dergleichen ausgebildet sein. Insbesondere kann das Sicherheitselement
transparente Bereiche oder Ausnehmungen überspannen.
[0033] Das Sicherheitselement ist vorzugsweise auf eine Banknote mit einem Fensterbereich,
auf ein kartenbasiertes Sicherheitsdokument mit einem Fensterbereich, wie beispielsweise
ein Ausweis, eine Kredit- oder Debitkarte, oder auf ein papiergebundenes Ausweisdokument
mit einem Fensterbereich aufgebracht.
[0034] Unter dem Begriff Sicherheitspapier wird hier insbesondere die noch nicht umlauffähige
Vorstufe zu einem Wertdokument verstanden, die neben dem erfindungsgemäßen Sicherheitselement
beispielsweise auch weitere Echtheitsmerkmale (wie z.B. im Volumen vorgesehene Lumineszenzstoffe)
aufweisen kann. Unter Wertdokumenten werden hier einerseits aus Sicherheitspapieren
hergestellte Dokumente verstanden. Andererseits können Wertdokumente auch sonstige
Dokumente und Gegenstände sein, die mit dem erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmal versehen
werden können, damit die Wertdokumente nicht kopierbare Echtheitsmerkmale aufweisen,
wodurch eine Echtheitsüberprüfung möglich ist und zugleich unerwünschte Kopien verhindert
werden. Chip- oder Sicherheitskarten, wie z. B. Bank- oder Kreditkarten, sind weitere
Beispiele für ein Wertdokument.
[0035] Unter Transluzenz bzw. transluzent wird in dieser Beschreibung die partielle Lichtdurchlässigkeit
eines Körpers verstanden, also die Eigenschaft, Licht durchlassen, ohne transparent
zu sein. Transluzenz ist also in Abgrenzung zur Transparenz (= Bild- oder Blickdurchlässigkeit)
zu sehen. Die reziproke Eigenschaft der Transluzenz ist die Opazität. Im Sinne dieser
Beschreibung ist ein Körper transluzent oder transparent, wenn der Transmissionsgrad
im Bereich der sichtbaren optischen Strahlung (= Licht) mindestens 90% beträgt. Bei
Transmissionsgraden zwischen 10 und 90% ist der Körper teiltransparent oder -transluzent.
[0036] Das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren kann so weitergebildet werden, dass die
beschriebenen bevorzugten Ausbildungen und Ausführungsformen des Sicherheitselementes
hergestellt werden.
[0037] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
oder in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung
zu verlassen.
[0038] Nachfolgend wird die Erfindung beispielshalber anhand der beigefügten Zeichnungen,
die auch erfindungswesentliche Merkmale offenbaren, noch näher erläutert ist. Es zeigen:
- Fig.1
- eine Schnittdarstellung durch ein Sicherheitselement,
- Fig. 2
- eine perspektivische Schemadarstellung des Sicherheitselementes der Fig.1 von oben,
- Fig. 3
- eine Darstellung ähnlich der Fig. 2, jedoch von einer abgewandelten Ausführungsform
des Sicherheitselementes,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung für den Aufbau des Sicherheitselementes der Fig. 2,
- Fig. 5a bis c
- Teilausschnitte aus den Linienrastern des Sicherheitselementes der Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Darstellung ähnlich der Fig. 4 für eine abgewandelte Version des Sicherheitselementes,
- Fig. 7 bis 10
- schematische Schnittdarstellungen durch einen Träger des Sicherheitselementes der
Fig.1,4 oder 6 in Form eines dreischichtigen Verbundmaterials und
- Fig.11a-c
- schematische Schnittdarstellungen eines Kartenkörpers, an dem das Sicherheitselement
ausgebildet werden kann.
[0039] Die Figuren sind zur besseren Darstellbarkeit nicht maßstabstreu dargestellt, insbesondere
was Dicken angeht. Im Übrigen tragen Elemente, die sich in verschiedenen Ausführungsformen
funktionell und/oder strukturell gleichen oder entsprechen, in allen Figuren jeweils
dasselbe Bezugszeichen, um Beschreibungswiederholungen zu vermeiden. In der nachfolgenden
Beschreibung wird als Vorderseite des Sicherheitselementes die in den Darstellungen
der Fig.1 oben bzw. vorne liegende Seite bezeichnet. Die Rückseite ist dementsprechend
die unten bzw. hinten liegende Seite. Diese Konvention dient lediglich der einfacheren
Beschreibung und soll keine Einschränkung hinsichtlich Aufbau und/oder Anwendung des
Sicherheitselementes sein.
[0040] Fig.1 zeigt vereinfacht einen Schnitt durch ein Sicherheitselement 1. Basis für das
Sicherheitselement 1 ist ein Träger 2, der beispielsweise durch eine Kunststofffolie
verwirklicht werden kann. Diese Kunststofffolie ist transparent oder auch nur transluzent
ausgebildet, wie später noch erläutert werden wird. Das Sicherheitselement 1 kann
beispielsweise für eine Banknote oder eine Sicherheitskarte, wie eine Kreditkarte,
vorgesehen sein. Insbesondere kann es teilweise über einem im entsprechenden Wertdokument
vorgesehenen Fenster angeordnet werden.
[0041] An der Oberseite 3 des Trägers 2 befindet sich eine erste Schicht 19, gebildet durch
einen Aufdruck. Gleiches gilt für die Unterseite 4, die eine zweite Schicht 20 mit
einem Aufdruck hat. Der Aufdruck auf beiden Seiten ist in Form einer Linienrasterstruktur
ausgebildet. In der ersten Schicht 19 auf der Oberseite 3 befindet sich eine Linienrasterstruktur
5, in der zweiten Schicht 20 auf der Unterseite 4 eine Linienrasterstruktur 6. Bedingt
durch die Dicke d des Trägers 2 sind die Linienrasterstrukturen in einem entsprechenden
Abstand zueinander angeordnet.
[0042] Die Figur zeigt weiter, dass die Linienrasterstrukturen 5 und 6 in einer bestimmten
Ausrichtung zueinander liegen, so dass die Linienrasterstruktur 5 an der Unterseite
4 zumindest einen Teil der Linienrasterstruktur 5 verschattet, wenn das Sicherheitselement
innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches, der in Fig.1 schematisch mit dem
Winkel α veranschaulicht ist, in Durchsicht betrachtet wird.
[0043] Die Linienrasterstruktur 5 an der Unterseite 4 ist ein nicht moduliertes Linienraster
und dient, wie noch erläutert werden wird, als Analysator bei der Durchsichtbetrachtung
des Sicherheitselementes 1.
[0044] Die Linienrasterstruktur 5 an der Oberseite ist als gekreuztes Muster aus einem ersten
Linienraster 7 und einem zweiten Linienraster 8 ausgebildet. Dies ist in Fig. 2 gut
zu erkennen, wie eine perspektivische Darstellung des Sicherheitselementes 1 von der
Oberseite 3 des Trägers 2 her betrachtet zeigt. In Fig.1 ist gut zu erkennen, dass
das erste Linienraster 7 moduliert ist. Diese dem Fachmann grundsätzlich bekannte
Art der Linienmodulation bewirkt, dass das erste Linienraster 7 ein Bild codiert.
Ohne das Linienraster 8 wäre dieses Bild von der Oberseite 3 her klar erkennbar. Das
gekreuzt zum ersten Linienraster 7 liegende zweite Linienraster 8 verschleiert jedoch
die Wahrnehmung des im ersten Linienraster codierten Bildes, insbesondere da die Linienrasterstrukturen
so groß sind, dass sie mit bloßem Auge bei normalem Betrachtungsabstand schwer oder
gar nicht wahrnehmbar sind.
[0045] Der Aufbau der Linienrasterstruktur 5 an der Oberseite 3 des Trägers 2, bedingt,
dass das vom ersten Linienraster 7 codierte Bild nur unter bestimmten Bedingungen
mit gutem Kontrast wahrnehmbar ist. Diese Bedingungen werden durch die Linienrasterstruktur
6 an der Unterseite 4 des Trägers 2 definiert. Die Linienrasterstruktur 6 weist dazu
ein Linienraster auf, das an der Unterseite 4 im Wesentlichen parallel zum Linienraster
8 liegt. Je nach Blickwinkel verschattet somit das Linienraster der Linienrasterstruktur
6 an der Unterseite 4 des Trägers 2 das zweite Linienraster 8 unterschiedlich stark.
Dies hat zur Folge, dass durch die Zusammenwirkung vom zweiten Linienraster 8 und
Linienraster der Linienrasterstruktur 6 Schlitze zur Betrachtung des ersten Linienrasters
7 und damit des dadurch codierten Bildes verbleiben, deren Schlitzbreite von dem Betrachtungswinkel
abhängt. Somit wird der Kontrast bei der Wahrnehmung des Bildes, welches vom ersten
Linienraster 7 codiert ist, durch den Betrachtungswinkel beeinflusst.
[0046] Im Ergebnis ergibt sich ein eindrucksvoller Kippeffekt durch den das vom ersten Linienraster
7 codierte Bild bei Kippen des Trägers 2 auftaucht bzw. wieder verschwindet.
[0047] In einer in Fig. 3 dargestellten Weiterbildung der Erfindung codiert das Linienraster
8 ein zusätzliches Motiv. Im Ergebnis ist dadurch blickwinkelabhängig die Kombination
aus dem Bild, das vom ersten Linienraster 7 codiert ist, und dem Motiv, das vom zweiten
Linienraster 8 codiert ist, sichtbar oder nicht. Bei einer vollständigen Verschattung
des zweiten Linienrasters 8 durch das Linienraster der Linienrasterstruktur 6 an der
Unterseite 4 des Trägers 2 erscheint hingegen nur das Bild, welches durch das erste
Linienraster 7 codiert wird. Man erhält damit im Ergebnis die blickwinkelabhängige
Ergänzung des Bildes durch das Motiv.
[0048] An den Träger 2 ist erfindungsgemäß die wesentliche Anforderung zu stellen, dass
er einen gewissen Grad an Transparenz oder Transluzenz zeigt. Verwendet man einen
transparenten Träger erscheint in Durchsichtbetrachtung das Bild bzw. das um das Motiv
ergänzte Bild besonders klar. Jedoch kann für bestimmte Fälle auch ein transluzenter
Träger genügen.
[0049] In den Ausführungsformen der Figuren 2 und 3 ist exemplarisch ein transluzenter Träger
2 verwendet, der über einem Fenster 9 angeordnet ist, das beispielsweise in einer
Banknote oder einer Sicherheitskarte ausgebildet ist.
[0050] Fig. 4 zeigt in einer perspektivischen Darstellung das Sicherheitselement der Fig.
3. Die am rechten Rand des Zeichnungsblattes wiedergegebenen Figuren 5a bis 5c zeigen
Ausschnitte der entsprechenden Linienraster, die in Fig. 4 dargestellt sind. Elemente
der Darstellung der Fig. 4, die den bereits anhand der Fig. 3 geschilderten Elementen
entsprechen, sind mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0051] Auf der Vorderseite 3 des Trägers 2 ist in einer ersten Schicht 19 eine erste Linienrasterstruktur
5 angeordnet. Sie umfasst ein erstes und ein zweites Linienraster 7, 8. Die ersten
und zweiten Linienraster 7 und 8 bewirken durch einseitige Linienbreitenmodulation
eine Grautonwiedergabe von Bildinformationen in Form des Bildes 12 bzw. des Motives
13. Die Linienraster 7, 8 sind dabei lediglich der einfacheren Erkennbarkeit halber
getrennt dargestellt. In Wirklichkeit sind sie in einer ersten Linienrasterstruktur
5 vereint als gekreuztes Linienraster in der ersten Schicht 19 vorgesehen. Das erste
Linienraster 7 liegt im 45° Winkel (beispielsweise mit einem Linienabstand von 0,1
mm und einer modulierten Linienbreite von 0,05 mm bis 0,1 mm) und codiert als einseitiges
Linienraster als Bild 12 ein geschlossenes Auge. Die Verdickungen des Linienrasters
sind dabei exemplarisch nach rechts ausgerichtet. Die Ausrichtung hat jedoch keine
weitere Bedeutung. Weiter ist in der gekreuzten ersten Linienrasterstruktur 5 das
zweite Linienraster 8 vorhanden, das exemplarisch im -45° Winkel angeordnet ist. Linienabstand
und Linienstärke entsprechen dem des ersten Linienrasters 7. Es zeigt als Motiv 13
in Graustufen ein geöffnetes Auge.
[0052] Die Linienrasterstruktur 6 des Analysators ist beabstandet von der ersten Schicht,
exemplarisch in einer zweiten Schicht 20 auf der Rückseite 4 des Trägers 2, angebracht
und verläuft in einem -45° Winkel (Linienabstand beispielsweise 0,1 mm, Linienstärke
0,1 mm). Es codiert keine Information.
[0053] Durch das Aufbringen der gekreuzten ersten Linienrasterstruktur 5 in der ersten Schicht
auf der Vorderseite, umfassend das erste Linienraster 7 und das zweite Linienraster
8, kommt es durch die Dicke des Trägers 2 (entsprechend der Körpertiefe) zu einer
Verschattung gegenüber der zweiten Linienrasterstruktur 6 des Analysators. Bei wechselndem
Blickwinkel des Betrachters in Durchsicht, beispielsweise durch Verkippung des Sicherheitselementes
1 horizontal und/ oder vertikal, überlagern sich die genannten Linienrasterstrukturen.
Die in Aufsicht erkennbare Information des Bildes 12 (geschlossenes Auge) verschwindet
und der Blick auf die zweite Information des Motivs 13 (geöffnetes Auge) wird freigegeben.
Durch den Blickwinkelwechsel verschiebt sich die Linienrasterstruktur 6 des Analysators
aufgrund der Dicke des Trägers 2 optisch in Richtung der Linienrichtung des ersten
Linienrasters 7 und deckt das zweite Linienraster 8 ab.
[0054] Fig. 6 zeigt eine alternative Ausnutzung des Verschattungseffektes. Auf der Vorderseite
3 des Trägers 2 ist wiederum in einer ersten Schicht 19 eine Linienrasterstruktur
5 aufgebracht, die aus einem ersten Linienraster 7 und einem zweiten, dazu gekreuzten
Linienraster 8 besteht. Das erste Linienraster 7 liegt wiederum bei 45°. Anders als
in der Ausführungsform der Fig. 4 codiert es jedoch kein Grautonbild, sondern hat
konstanten Linienabstand und konstante Linienstärke. Die Information des Bildes 12
wird durch eine Aussparung in der Linienrasterung bewirkt; sie stellt die Wertzahl
"0" dar. Die Aussparung kann natürlich auch invers erfolgen, indem die Lücken des
Linienrasters ausgespart werden. Dies ist exemplarisch im rechten Teil des ersten
Linienrasters 7 wiedergegeben. Hier ist die Wertzahl "5" zu sehen.
[0055] Das zweite Linienraster 8 zeigt im Bereich des Bildes 12 keine Modulation. Es dient
ausschließlich zur Verschleierung der im ersten Linienraster 7 eingebrachten Information.
In Aufsicht auf die Vorderseite 3 erkennt man die Wertzahl "0" mit einer 45° Rasterbelegung
in einem dunkleren Kreuzrasterumfeld.
[0056] Rückseitig auf den Träger 2 ist der Analysator 6 als Decodierraster eingebracht.
Er hat ebenfalls keine Grautonmodulation, sondern in Form einer Aussparung ein Bildmotiv
14, hier das Bild einer Blüte.
[0057] Durch die auf die Vorderseite des Trägers 2 aufgebrachte gekreuzte erste Linienrasterstruktur,
bestehend aus erstem Linienraster 7 und zweitem Linienraster 8, kommt es in Kombination
mit dem der zweiten Linienrasterstruktur 5, die als Analysator fungiert, auf der Rückseite
des Trägers durch die Körpertiefe bzw. Dicke des Trägers 2 zu einem Verschattungseffekt.
Bei wechselndem Blickwinkel des Betrachters in Durchsicht überlagern sich durch Verkippen
des Sicherheitselementes die genannten Linienraster. Dabei interagiert die auf der
Rückseite vorgesehene zweite Linienrasterstruktur 6 des Analysators mit dem vorderseitigen,
um 90° dazu verkippten Raster. Die in Aufsicht erkennbare Information des Bildes 12
verschwindet annähernd und der Blick auf die zweite Information, in diesem Fall das
Bildmotiv 14 wird freigegeben. Die rückseitige Linienrasterstruktur 6 des Analysators
verschiebt sich bei zunehmendem Kippen aufgrund des Abstandes der ersten Schicht 19
neben den gekreuzten Linienrastern 7 und 8 gegenüber der zweiten Schicht 20 mit der
als Analysator wirkenden Linienrasterstruktur 6 optisch in den Transparenzbereich
des Bildes 12 und verringert dessen Transparenz. Es kommt zu einer partiellen Verdunklung
bzw. Abdunklung des Bildes 12. Die von der als Analysator wirkenden rückseitigen Linienrasterstruktur
6 codierte Information der Blüte wird optisch hervorgehoben und gewinnt an sichtbarer
Dominanz gegenüber der vorderseitigen Information.
[0058] Die Herstellung aller Linienrasterstrukturen ist in einem Druckverfahren möglich.
Alternativ kann man auch zuerst durchgehende Linienraster drucken und diese dann an
den Stellen des Bildes 12 bzw. des Motivbildes 14 wieder entfernen. Der Begriff "Druckmotiv"
darf also nicht einschränkend auf einfache Druckverfahren verstanden werden, sondern
erfasst auch komplexe, mehrstufige Herstellprozesse. Der Herstellprozess kann dabei
insbesondere umfassen, dass nur eine der beiden Linienrasterstrukturen gedruckt wird
und die andere entweder vollständig oder durch Einwirkung auf eine vorher bereitgestellte
und möglicherweise bereits teilweise die Linienrasterstruktur umfassende Aufnahmeschicht
durch optische Strahlung eingebracht wird, beispielsweise durch Lasereinwirkung. Dieses
Konzept ist besonders zweckmäßig, um Kartenkörper zu personalisieren.
[0059] Die erläuterten Verschattungseffekte können auch dadurch erreicht werden, dass die
als Analysator dienende Linienrasterstruktur 6 als Kreuzlinienraster realisiert ist.
Auch dann verschiebt sich die als Kreuzlinienraster ausgebildete Linienrasterstruktur
6 bei Verkippung des Substrates 2 optisch in Richtung der Linienmodulation des ersten
Linienrasters 7 bzw. des zweiten Linienrasters 8 und verringert deren Transparenz,
so dass eine partielle Abdunklung entsteht. Diese Dunkelzone kann optional für die
Einbringung einer weiteren Information genutzt werden.
[0060] Für das beschriebene Sicherheitselement sind zwei Schichten relevant, die räumlich
beabstandet sein müssen. Es handelt sich um die erste Schicht 19, in der die erste
Linienrasterstruktur 5, umfassend die Linienraster 7 und 8, angeordnet sind, sowie
die zweite Schicht 20 mit der als Decodierraster bzw. Analysator dienenden zweiten
Linienrasterstruktur 6. Die Beabstandung dieser Strukturen kann besonders einfach
erreicht werden, wenn als Träger 2 ein Mehrschichtverbund verwendet wird, der aus
einer Abfolge von Papier-und Kunststoffolienlagen aufgebaut ist und eine innen liegende
Papier- oder Kunststoffolienlage hat. In den Figuren 7 bis 10 sind für einen solchen
Träger verschiedenen Anbringungsmöglichkeiten der ersten Schicht 19 und der zweiten
Schicht 20 dargestellt.
[0061] Der Träger 2 hat zwei außen liegende Kunststofffolienlagen 15 und 17 sowie eine innen
liegende Papierlage 16. Diese hat ein Loch 18. Im Bereich dieses Loches sind die erste
Schicht 19 und die zweite Schicht 20 angebracht, so dass die vorteilhafte Transparenz
des Trägers 2 zwischen den Schichten 19 und 20 gegeben ist. Das Loch 18 kann dabei
optional mit Klebstoff verfüllt sein. In Figur 7 befinden sich die Schichten 19 und
20 auf den Außenseiten der außen liegenden Kunststofffolien 15 und 17. In Fig. 8 sind
die Schichten 19 und 20 beiderseits einer der außen liegenden Lagen angebracht, in
diesem Fall der Kunststofffolie 17. In Fig. 9 sind beide Schichten 19 und 20 an den
Innenseiten der äußeren Lagen 15 und 17 vorgesehen. In Fig. 10 schließlich befindet
sich eine Schicht (in diesem Fall die Schicht 20) an der Innenseite einer Außenlage,
die andere Schicht (in diesem Fall die Schicht 19) an der Außenseite der anderen Außenlage.
Natürlich können in den Figuren 7 bis 10 die Positionen der ersten Schicht 19 und
der zweiten Schicht 20 beliebig getauscht werden.
[0062] Die Verwendung eines Verbundmaterials für den Träger 2 hat noch einen weiteren Vorteil.
Verzichtet man auf eine Verbindung, beispielsweise eine Verklebung, der Verbundschichten
im Bereich des Loches 18, erzeugt ein Knicken bzw. Biegen des Trägers 2 eine Relativverschiebung
von erster Schicht 19 und zweiter Schicht 20 immer dann, wenn sich die erste Schicht
19 und die zweite Schicht 20 nicht auf zwei Seiten derselben Lage befinden, wie dies
in Figur 8 der Fall wäre. Die Relativbewegung hat dann den gleichen Verschattungseffekt
zur Folge, wie eine Blickwinkeländerung.
[0063] Für die Herstellung des geschilderten Sicherheitselementes ist eine gute Passerung
zwischen den Linienrasterstrukturen 5 und 6 anzustreben. Alle hierfür geeigneten Druckverfahren
kommen deshalb für die Herstellung infrage, insbesondere Offsetdruckverfahren, Tiefdruckverfahren,
Tintenstrahldruckverfahren, Laserdruckverfahren etc.
[0064] Natürlich kann der Druck der Linienraster auch farbig ausgeführt werden, insbesondere
können für die Linienrasterstrukturen 5 und 6 und/oder für das erste Linienraster
7 und das zweite Linienraster 8 unterschiedliche Farben verwendet werden.
[0065] Die Figuren 11a bis c zeigen schematisch Schnittdarstellungen durch Kartenkörper
21, an denen das erfindungsgemäße Sicherheitselement ausgebildet werden kann. Die
Kartenkörper umfassen dabei transparente Folien 22 und im Beispiel der Fig.11a zwei
opake Folien 23, im Beispiel der Fig.11b eine opake Folie 23 bzw. im Beispiel der
Fig.11c zwei deckende Druckschichten 24. Es ist also mindestens ein opakes Element
vorgesehen. Jedes im Kartenkörper 24 vorgesehene opake Element 23/24 hat ein Loch
18. Das Sicherheitselement wird im Bereich des Loches ausgebildet, wobei mindestens
eine Folie 22 oder eine opake Schicht 23 den Abstand zwischen erster Linienrasterstruktur
und zweiter Linienrasterstruktur gewährleistet. Die Kartenkörper der Figuren 11a bis
11c erlauben insbesondere einfach, das Sicherheitselement personalisiert auszugestalten.
Dazu wird beispielsweise die zweite Linienrasterstruktur 6 des Analysators im Kartenkörper
durch ein geeignetes Druckverfahren vorgesehen. Dieser Analysator ist für alle Kartenkörper
21 gleich. Im geeigneten Abstand (bezogen auf die Kartenkörperdicke) wird dann durch
Einwirkung optischer Strahlung, beispielsweise eines Lasers, oder durch ein Druckverfahren
die erste Linienrasterstruktur 5 aufgebracht. Verwendet man ein Druckverfahren bzw.
eine Einwirkung optischer Strahlung, mit dem die aufgedruckte Information ständig
geändert werden kann, beispielsweise ein Laserdruckverfahren, ein Inkjet-Druckverfahren
oder ein Thermosublimationsdruckverfahren, lässt sich durch Aufbringen der ersten
Linienrasterstruktur einfach eine Personalisierung bzw. Individualisierung des Kartenkörpers
erreichen, der dann z. B. ein Ausweisdokument als Kreditkarte ausgestaltet werden
kann. Die erste Linienrasterstruktur 5 kann beispielsweise ein Portrait einer Person
in Front- und Seitenansicht umfassen oder ein Portrait und eine Ziffer eines Wertdokumentes
oder die Anfangsbuchstaben eines Inhabernamens. Hierbei erhält man den Vorteil, dass
eine Personalisierung des Wertdokumentes, eines Ausweisdokumentes oder einer Kreditkarte
nur auf einer Seite erforderlich ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Information
ausschließlich in der ersten Linienrasterstruktur vorgesehen ist, wodurch Passerschwankungen
zur zweiten Linienrasterstruktur zu einem gewissen Grad toleriert werden können.
[0066] Die Personalisierung kann natürlich auch dadurch erfolgen, dass ein Farbumtrag bzw.
eine Farbveränderung oder eine Farbentfernung zur Herstellung der ersten Linienrasterstruktur
eingesetzt wird.
[0067] Selbstverständlich kann das erfindungsgemäße Sicherheitselement auch mit anderen
Sicherheitsmerkmalen kombiniert werden, um einen höheren Schutz gegen Nachahmung oder
Kopieren zu erreichen.
Bezugszeichenliste
[0068]
- 1
- Sicherheitselement
- 2
- Träger
- 3
- Oberseite
- 4
- Unterseite
- 5
- Linienrasterstruktur
- 6
- Linienrasterstruktur
- 7
- erstes Linienraster
- 8
- zweites Linienraster
- 9
- Fenster
- 12
- Bild
- 13
- Motiv
- 14
- Bildmotiv
- 15,17
- Folie
- 16
- Papierlage
- 18
- Loch
- 19
- erste Schicht
- 20
- zweite Schicht
- 21
- Kartenkörper
- 22
- Folie
- 23
- opake Schicht
- 24
- deckende Druckschicht
1. Sicherheitselement für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen mit
- einem Träger (2), der zumindest teilweise transparent oder transluzent ist,
- einem Druckmuster, das eine Linienrasterstruktur (5) aufweist, die ein Bild (12)
codiert und in einer ersten Schicht (19) am Träger (2) angeordnet ist,
- einem Analysator, der ebenfalls eine Linienrasterstruktur (6) aufweist, wobei der
Analysator in einer zweiten Schicht (20) am Träger (2) angeordnet ist, die von der
ersten Schicht (19) beabstandet ist oder seitlich neben dem Druckmuster angeordnet
ist oder auf einem separaten Träger vorgesehen ist,
- wobei die Linienrasterstrukturen (5, 6) von Druckmuster und Analysator so zueinander
passend gestaltet sind, dass das Bild (12) bei über dem Druckmuster angeordnetem Analysator
und bei Betrachtung in Durchsicht innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches
(α) wahrnehmbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Linienrasterstruktur (5) des Druckmusters ein erstes und ein zweites Linienraster
(7, 8) aufweist, die beide in der ersten Schicht (19) liegen und gegeneinander gekreuzt
sind, wobei das erste Linienraster (7) das Bild (12) codiert und das zweite Linienraster
(8) das Bild (12) verschleiert, und
- die Linienrasterstruktur (6) des Analysators als Linienraster ausgebildet ist, das
sich bei über dem Druckmuster angeordnetem Analysator im Wesentlichen parallel zum
zweiten Linienraster (8) erstreckt, so dass innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
(α) die Linienrasterstruktur des Analysators das zweite Linienraster (8) zumindest
teilweise verschattet und dadurch das Bild innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
(α) mit besserem Kontrast wahrnehmbar ist, als in Draufsicht auf das Druckmuster.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, bei dem das zweite Linienraster (8) des Druckmusters
ein Motiv (13) codiert, das außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches (α) zusammen
mit dem Bild oder anstelle des Bildes wahrnehmbar ist.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das erste und/ oder zweite Linienraster
(7, 8) des Druckmusters das Bild (12) bzw. Motiv (13) als gerasterte Halbtondarstellung
durch Linienbreitenmodulation, bevorzugt durch einseitige Linienbreitenmodulation
codieren.
4. Sicherheitselement nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das erste und/ oder zweite Linienraster
(7, 8) des Druckmusters das Bild (12) bzw. Motiv (13) als Hell-/ Dunkel-Darstellung
durch Aussparung(en) im Linienraster codieren.
5. Sicherheitselement nach Anspruch 4, bei dem der Analysator ein Bildmotiv (14) durch
Aussparung(en) im Linienraster codiert.
6. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, bei dem erstes und zweites Linienraster
(7, 8) des Druckmusters unterschiedliche Farben aufweisen.
7. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, bei dem das erste und das zweite
Linienraster (7, 8) des Druckmusters in einem Winkel von im Wesentlichen 90° zueinander
liegen.
8. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, bei dem der Linienabstand von
erstem und zweitem Linienraster (7, 8) des Druckmusters zwischen 0,15 mm und 0,3 mm
liegt.
9. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, bei dem die erste Schicht (13)
auf der Oberseite (3) und die zweite Schicht (20) auf der Unterseite des Trägers (2)
angebracht ist.
10. Sicherheitselement nach einem der obigen Ansprüche, bei dem der Träger (2) einen dreischichtigen
Verbund aus miteinander verklebten Kunststofffolie(n)- und Papierlagen (15,16,17)
umfasst, in dem entweder eine Kunststofffolie oder eine Papierlage eine innen liegende
Lage (16) des dreischichtigen Verbundes bildet, und Kunststofffolie(n) und Papierlage(n)
abwechselnd angeordnet sind, wobei die innen liegende Lage (16) mindestens ein Loch
(18) aufweist, und die erste und die zweite Schicht (19, 20) im Bereich dieses Loches
(18) ausgebildet sind, und bevorzugt die erste und/ oder die zweite Schicht (19, 20)
an einer zum Loch (18) weisenden Innenseite einer der außen liegenden Lage (15,17)
des dreischichtigen Verbundes angeordnet ist.
11. Sicherheitselement nach Anspruch 10, bei dem im Bereich des Loches (18) die außen
liegenden Lagen (15,17) nicht verklebt sind, wodurch auch bei Biegen des Trägers (2)
das Bild (12) mit besserem Kontrast wahrnehmbar ist, als in Draufsicht auf das Druckmuster.
12. Wertdokument mit einem Sicherheitselement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11.
13. Herstellungsverfahren für ein Sicherheitselementes für Sicherheitspapiere, Wertdokumente
oder dergleichen, bei dem
- ein zumindest teilweise transparenter oder transluzenter und eine erste und eine
zweite Schicht (19, 20) aufweisender Träger (2) in seiner ersten Schicht (19) mit
einem Druckmuster, das eine Linienrasterstruktur (5) aufweist, die ein Bild (12) codiert,
versehen wird, wobei ein Analysator vorgesehen wird, der ebenfalls eine Linienrasterstruktur
(6) aufweist, und wobei der Analysator in einer zweiten Schicht (20) am Träger (2)
ausgebildet wird, die von der ersten Schicht (19) beabstandet ist, oder seitlich neben
dem Druckmuster ausgebildet wird oder auf einem separaten Träger ausgebildet wird,
- wobei die Linienrasterstrukturen (5, 6) von Druckmuster und Analysator so zueinander
passend gestaltet sind, dass das Bild (12) bei über dem Druckmuster angeordnetem Analysator
und bei Betrachtung in Durchsicht innerhalb eines bestimmten Blickwinkelbereiches
(α) wahrnehmbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Linienrasterstruktur (5) des Druckmusters ein erstes und ein zweites Linienraster
(7, 8) aufweist, die beide in der ersten Schicht (19) liegen und gegeneinander gekreuzt
sind, wobei das erste Linienraster (7) das Bild (12) codiert und das zweite Linienraster
(8) das Bild (12) verschleiert, und
- die Linienrasterstruktur (6) des Analysators als Linienraster ausgebildet ist, das
sich bei über dem Druckmuster angeordnetem Analysator im Wesentlichen parallel zum
zweiten Linienraster (8) erstreckt, so dass innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
(α) der Analysator das zweite Linienraster (8) zumindest teilweise verschattet und
dadurch das Bild (12) innerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches (α) mit besserem
Kontrast wahrnehmbar ist, als in Draufsicht auf das Druckmuster.
14. Herstellungsverfahren nach Anspruch 13, bei dem das zweite Linienraster (8) des Druckmusters
mit einem Motiv (13) versehen wird, das außerhalb des bestimmten Blickwinkelbereiches
(α) zusammen mit dem Bild (12) oder anstelle des Bildes wahrnehmbar ist.
15. Herstellungsverfahren nach Anspruch 13 oder 14, bei dem das erste und/ oder zweite
Linienraster (7, 8) des Druckmusters so ausgebildet werden, dass sie das Bild (12)
bzw. Motiv (13) als gerasterte Halbtondarstellung durch Linienbreitenmodulation, bevorzugt
durch einseitige Linienbreitenmodulation codieren.
16. Herstellungsverfahren nach Anspruch 13 oder 14, bei dem das erste und/oder zweite
Linienraster (7, 8) des Druckmusters das Bild (12) bzw. Motiv (13) als Hell-/Dunkel-Darstellung
durch Aussparung(en) im Linienraster codieren.
17. Herstellungsverfahren nach Anspruch 16, bei dem der Analysator ein Bildmotiv (14)
durch Aussparung(en) im Linienraster codiert.
18. Herstellungsverfahren nach einem der obigen Verfahrensansprüche, bei dem beide Linienraster
(7, 8) unterschiedliche Farben aufweisen.
19. Herstellungsverfahren nach einem der obigen Verfahrensansprüche, bei dem das erste
und das zweite Linienraster (7, 8) des Druckmusters in einem Winkel von im Wesentlichen
90° zueinander liegen.
20. Herstellungsverfahren nach einem der obigen Verfahrensansprüche, bei dem der Linienabstand
von erstem und zweitem Linienraster (7, 8) des Druckmusters jeweils zwischen 0,15
mm und 0,3 mm liegt.
21. Herstellungsverfahren nach einem der obigen Verfahrensansprüche, bei dem die erste
Schicht (19) an der Oberseite (3) und die zweite Schicht (20) an der Unterseite (4)
des Trägers angeordnet ist.
22. Herstellungsverfahren nach einem der obigen Verfahrensansprüche, bei dem der Träger
(2) als dreischichtiger Verbund aus miteinander verklebten Kunststofffolie(n)- und
Papierlagen (15, 16, 17) hergestellt wird, in dem entweder eine Kunststofffolie oder
eine Papierlage eine innen liegende Lage (16) des dreischichtigen Verbundes bildet,
und Kunststofffolie(n) und Papierlage(n) abwechselnd angeordnet sind, wobei in der
innen liegende Lage (16) mindestens ein Loch (18) vorgesehen wird, und die erste und
die zweite Schicht (19, 20) im Bereich dieses Loches (18) ausgebildet werden, und
bevorzugt die erste und/oder die zweite Schicht (19, 20) an einer zum Loch (18) weisenden
Innenseite einer der außen liegenden Lage (15, 17) des dreischichtigen Verbundes angeordnet
wird.
23. Herstellungsverfahren nach einem der obigen Verfahrensansprüche, bei dem im Bereich
des Loches (18) die außen liegenden Lagen (15, 17) nicht verklebt werden, wodurch
auch bei Biegen des Trägers (2) das Bild (12) mit besserem Kontrast wahrnehmbar ist,
als in Draufsicht auf das Druckmuster.