[0001] Die Erfindung betrifft eine Bucheinhängemaschine mit die Bücher rittlings in senkrechter
Lage transportierenden Sattelplatten eines Umlaufförderers und mit einer Buchauslage,
bestehend aus einem in der Bewegungsebene der Sattelplatten angeordneten, einen Durchlassschlitz
für die Sattelplatten aufweisenden Abstreiforgan, auf dem sich die abwärts wandernden
Bücher zur Freigabe von den Sattelplatten abstützen.
[0002] Aus der
DE-OS 20 16 425 ist eine gattungsgemäße Bucheinhängemaschine bekannt, mit einer vereinfacht dargestellten
Buchauslage. In vertikaler Förderbewegung werden die Buchblocks rittlings mittels
Sattelplatten eines Umlaufförderers von unten nach oben transportiert, dabei beleimt
und mit einer Buchdecke versehen. Im weiteren Verlauf gelangen die Bücher während
ihrer Abwärtsbewegung in eine in der Bewegungsebene liegende Auslegeeinrichtung mit
einem trommelförmigen Abstreiforgan, das zum Abstreifen der Bücher von den Sattelplatten
einen Durchlassschlitz für die Sattelplatten aufweist.
[0003] Bei der Verarbeitung von Umschlägen und Buchdecken, die wenigstens eine offene Klappe
aufweisen und wobei die wenigstens eine Klappe erst in einem dem Einhängen nachfolgenden
Arbeitsschritt eingeschlagen wird, sogenannte Full-Flaps, besteht das Problem, dass
sich die um mehrere Zentimeter über den Vorderschnitt des Buchblocks hinaus stehenden
Klappen nicht zum Abstützen der Bücher eignen. Bislang wurde deshalb das Abstreiforgan
mit einem in seiner Höhe zumindest die Breite der Klappen übersteigenden Aufsatzstück
versehen, an dem die Klappen entlang gleiten können und auf dem sich schließlich das
Buch nur mit seinem Innenteil, dem Buchblock, abstützt. Nachteilig ist, dass der Ein-
und Ausbau der nach der Klappenbreite ausgewählten Aufsatzstücke mit erheblichen Rüstzeiten
verbunden ist. Außerdem verkleinert sich die maximal zu verarbeitende Formatbreite
der Bücher um das jeweilige Höhenmaß des Aufsatzstücks.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für eine gattungsgemäße Bucheinhängemaschine
vorzuschlagen, wie ohne Formateinschränkung ein zuverlässiges und einwandfreies Auslegen
von Büchern möglich wird, die einen Umschlag oder Buchdecke mit offenen Klappen aufweisen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Abstreiforgan vorzugsweise
beidseitig zum Durchlassschlitz jeweils eine weitere Öffnung zur Aufnahme jeweils
einer offenen Klappe des Umschlags bzw. der Buchdecke aufweist. In der Abwärtsbewegung
der Bücher können die offenen, über den Vorderschnitt des Buchblocks überstehenden
Klappen in die beidseitigen Öffnungen des Abstreiforgans eintauchen, bis sich die
Bücher mit dem Vorderschnitt ihres Buchblocks auf dem Abstreiforgan abstützen zum
Abstreifen der Bücher von den Sattelplatten. Die Öffnungen können so bemessen sein,
dass beliebige Klappengrößen insbesondere bzgl. der Klappenbreite aufnehmbar sind.
Für die Verarbeitung von Büchern mit offenen Klappen ist die Formateinschränkung aufgehoben
und es müssen auch keine Wechselteile mehr ein- und ausgebaut werden.
[0006] Vorzugsweise sind die Öffnungen als Langlöcher ausgebildet, sodass das Abstreiforgan
eine ausreichende Biegefestigkeit behält. Sie können aber auch als seitliche Ausnehmungen
in dem Abstreiforgan ausgebildet sein, wodurch sich insbesondere nach vorne zum benachbarten,
die ausgelegten Bücher abfördernden Fördermittel eine entsprechende Öffnung zum Eintauchen
der offenen Klappen ergibt.
[0007] Offene Klappen mit welliger Vorderkante können einwandfrei in die Öffnungen eintauchen,
wenn diese eine Breite von wenigstens 10 mm aufweisen. Mit einer Mindeststützbreite
von 5 mm zwischen dem Durchlassschlitz für die Sattelplatten und der jeweiligen Öffnung
wird auch für dicke und schwere Bücher eine ausreichende Stützfläche zum Abstreifen
von den Sattelplatten dargeboten, während bei dünnen Büchern die offenen Klappen nur
wenig aufgespreizt werden müssen, um in die Öffnungen zu gelangen. Die Öffnungen können
durch Abdeckungen oder Verschlussstücke verschlossen werden, sodass zum Abstreifen
von Büchern ohne überstehende Klappen durchgängige Stützflächen beidseitig des Durchlassschlitzes
vorliegen.
[0008] Offene, insbesondere zur Buchmittenebene ein- oder auswärts gebogene Klappen können
durch Führungsmittel gezielt in die Öffnungen geleitet werden. Die offenen Klappen
können in einfacher Weise durch den Einsatz von mit Druckluft beaufschlagbaren Blas-und/oder
Saugdüsen an Führungsschienen angelegt werden, die in den Öffnungen enden.
[0009] Besonders vorteilhaft ist, wenn das Abstreiforgan im Wesentlichen senkrecht zur Bewegungsebene
der Sattelplatten bewegbar ist, zum seitlichen Auslegen der Bücher in eine zur Bewegungsebene
parallele Auslageposition, aus der die Bücher von einer Zange übernommen werden, wobei
die offenen Klappen entgegengesetzt zur Eintauchbewegung aus den Öffnungen wieder
herausgezogen werden. Im Gegensatz zum bisherigen Umlegen der Bücher auf ein quer
abförderndes Transportband werden die frisch eingehangenen Bücher im Allgemeinen und
die offenen Klappen im Besonderen äußerst schonend behandelt.
[0010] Die Merkmale der vorliegenden Erfindung werden in der folgenden Beschreibung einer
bevorzugten Ausführungsform anhand der beigefügten Zeichnung erläutert. Die einzige
Figur zeigt eine Buchauslage für eine Bucheinhängemaschine im Querschnitt.
[0011] In einer Bucheinhängemaschine werden Buchblocks 3 rittlings mittels Sattelplatten
6 eines Umlaufförderers zunächst von unten nach oben transportiert, dabei beleimt
und mit einer Buchdecke 4 oder einem Umschlag versehen. Im weiteren Verlauf gelangen
die Bücher 2 während ihrer Abwärtsbewegung 6 b in eine in der Bewegungsebene 6 a liegende
Buchauslage 1 mit einem konvexförmigen Abstreiforgan 7, auf dem sich der Vorderschnitt
3 a des Buchblocks 3 abstützt und das zum Abstreifen der Bücher 2 von den Sattelplatten
6 einen Durchlassschlitz 7 a für die Sattelplatten 6 aufweist.
[0012] Zur Verarbeitung von Büchern 2 mit offenen, über den Vorderschnitt 3 a überstehenden
Klappen 5 an der Buchdecke 4, sogenannte Full-Flaps, sind erfindungsgemäß am Abstreiforgan
7 beidseitig zum Durchlassschlitz 7 a weitere Öffnungen 7 b vorgesehen, in die die
Klappen 5 eintauchen können, bis sich die Bücher 2 zum Abstreifen von den Sattelplatten
6 mit dem Vorderschnitt 3 a ihres Buchblocks 3 auf dem Abstreiforgan 7 abstützen.
[0013] Die Öffnungen 7 b sind aus Gründen der Biegesteifigkeit als Langlöcher an dem Abstreiforgan
7 ausgebildet mit einer Öffnungsbreite B
0 von wenigstens 10 mm, sodass auch wellige Klappen 5 sicher aufgenommen werden. Im
Hinblick auf eine ausreichende Abstützung von dicken und schweren Büchern ist ihr
Abstand zum Durchlassschlitz 7 a derart bemessen, dass eine jeweilige Stegbreite B
s von wenigstens 5 mm am Abstreiforgan 7 verbleibt. Eine schmal bemessene Stegbreite
B
s hat den Vorteil, dass bei dünnen Büchern 2 die offenen Klappen 5 nur wenig aufgespreizt
werden müssen, um in die Öffnungen 7 b zu gelangen.
[0014] Die überstehenden Klappen 5 werden von beidseitig angeordneten Führungsschienen 8
in die Öffnungen 7 b geleitet. Zur Buchblockmitte bzw. zur Bewegungsebene 6 a ein-
oder auswärts gebogene Klappen 5 werden über einen Einlauf 8 a sowie mit Druckluft
P beaufschlagbaren Saugdüsen 9 nach dem Coanda-Effekt eingefangen und an den Führungsschienen
8 gehalten, die zur zuverlässigen Übergabe in den Öffnungen 7 b enden. Nach erfolgtem
Abstreifen von den Sattelplatten 6 können die Bücher 2 in bekannter Weise durch Verdrehen
des Abstreiforgans 7 im Zusammenspiel mit einem an diesem befestigten Auslegerechen
auf ein Ausfuhrband abgelegt werden, wobei die offenen Klappen 5 aus den Öffnungen
7 b wieder herausgezogen werden.
[0015] In dem Ausführungsbeispiel ist nach erfolgtem Abstreifen eine translatorische Auslegebewegung
11 des Abstreiforgans 7 zusammen mit den seitlichen Führungsschienen 8 vorgesehen.
Die Bücher 2 werden in eine zur Bewegungsebene 6 a parallele Auslageposition 12 überführt,
aus der die Bücher 2 nach Öffnen der Führungsschienen 8 von einer Zange 10 eingespannt
und im Wesentlichen nach oben abgefördert werden. Die offenen Klappen 5 werden dabei
entgegengesetzt zur Eintauchbewegung aus den Öffnungen 7 b herausgezogen. Anschließend
kehrt das Abstreiforgan 7 zur Übernahme eines nächsten Buches 2 in die Bewegungsebene
6 a der Sattelplatten 6 zurück.
[0016] Zum Verarbeiten von Büchern ohne überstehende Klappen können die Öffnungen 7 b durch
Verschlussstücke 13 zu einer jeweils beidseitig des Durchlassschlitzes 7 a durchgängigen
Stützfläche am Abstreiforgan 7 verschlossen werden.
1. Bucheinhängemaschine mit die Bücher (2) rittlings in senkrechter Lage transportierenden
Sattelplatten (6) eines Umlaufförderers und mit einer Buchauslage (1), bestehend aus
einem in der Bewegungsebene (6 a) der Sattelplatten (6) angeordneten, einen Durchlassschlitz
(7 a) für die Sattelplatten (6) aufweisenden Abstreiforgan (7), auf dem sich die abwärts
wandernden Bücher (2) zur Freigabe von den Sattelplatten (6) abstützen, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreiforgan (7) vorzugsweise beidseitig zum Durchlassschlitz (7 a) jeweils
eine weitere Öffnung (7 b) zur Aufnahme jeweils einer offenen Klappe (5) des Umschlags
bzw. der Buchdecke (4) aufweist.
2. Bucheinhängemaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (7 b) als Langlöcher ausgebildet sind.
3. Bucheinhängemaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (7 b) eine Öffnungsbreite (BO) von wenigstens 10 mm aufweisen.
4. Bucheinhängemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreiforgan (7) zwischen dem Durchlassschlitz (7 a) für die Sattelplatten (6)
und der jeweiligen Öffnung (7 b) eine Stegbreite (BS) von wenigstens 5 mm aufweist.
5. Bucheinhängemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungen (7 b) durch Abdeckungen oder Verschlussstücke (13) verschließbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch Führungsmittel (8, 9) zum Leiten der offenen Klappen (5) in die Öffnungen (7 b) hinein.
7. Bucheinhängemaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmittel mit Druckluft (P) beaufschlagbare Blas- und/oder Saugdüsen (9)
umfassen, zum Anlegen der offenen Klappen (5) an in den Öffnungen (7 b) endenden Führungsschienen
(8).
8. Bucheinhängemaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstreiforgan (7) im Wesentlichen senkrecht zur Bewegungsebene (6 a) der Sattelplatten
(6) bewegbar ist, zum seitlichen Auslegen der Bücher (2) in eine zur Bewegungsebene
(6 a) parallele Auslageposition (12), aus der die Bücher (2) mit einer Zange (10)
übernommen werden, wobei die offenen Klappen (5) entgegengesetzt zur Eintauchbewegung
aus den Öffnungen (7 b) wieder herausgezogen werden.